Title:
Vorrichtung zum Einstellen eines Reifendruckes
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung (V) zum Einstellen eines Reifendruckes zumindest eines Fahrzeugreifens (1) für ein Fahrzeug. Erfindungsgemäß ist jeder Fahrzeugreifen (1) zum Zuführen oder Ablassen von Luft mit einer Pumpvorrichtung (4) fluidisch verbunden oder verbindbar, wobei die Pumpvorrichtung (4) zur Einstellung eines von toplogischen und/oder klimatischen Bedingungen abhängigen optimalen Reifendruckes mit einem Navigationssystem (7) und/oder einem Bordcomputer (8) des Fahrzeuges verbunden ist.




Inventors:
HERZBERG VOLKER (DE)
Application Number:
DE102016014869A
Publication Date:
06/01/2017
Filing Date:
12/14/2016
Assignee:
DAIMLER AG (DE)
International Classes:



Claims:
1. Vorrichtung (V) zum Einstellen eines Reifendruckes zumindest eines Fahrzeugreifens (1) für ein Fahrzeug, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Fahrzeugreifen (1) zum Zuführen oder Ablassen von Luft mit einer Pumpvorrichtung (4) fluidisch verbunden oder verbindbar ist, die zur Einstellung eines von toplogischen und/oder klimatischen Bedingungen abhängigen optimalen Reifendruckes mit einem Navigationssystem (7) und/oder einem Bordcomputer (8) des Fahrzeuges verbunden ist.

2. Vorrichtung (V) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpvorrichtung (4) als eine Verteilerbox (3) ausgebildet und mit dem jeweiligen Fahrzeugreifen (1) fluidisch verbunden oder verbindbar ist.

3. Vorrichtung (V) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Leitung (2) der Pumpvorrichtung (4) mittels eines Bajonettverschlusses (B) an dem Fahrzeugreifen (1) befestigt ist, wobei sich ein fahrzeugreifenseitiges Außenteil (6) bei Drehung des Fahrzeugreifens (1) um ein fahrzeugseitiges Innenteil (5) dreht.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Einstellen eines Reifendruckes zumindest eines Fahrzeugreifens für ein Fahrzeug.

Im Allgemeinen ist bekannt, dass ein Reifendruck eines Fahrzeugreifens für ein Fahrzeug manuell durch Zuführen oder Ablassen von Luft einstellbar ist. Dabei ist das Zuführen und das Ablassen von Luft mittels einer Luftpumpe oder eines Kompressors realisierbar.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Vorrichtung zum Einstellen eines Reifendruckes zumindest eines Fahrzeugreifens anzugeben.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Eine Vorrichtung zum Einstellen eines Reifendruckes zumindest eines Fahrzeugreifens für ein Fahrzeug umfasst erfindungsgemäß eine Pumpvorrichtung, mit welcher jeder Fahrzeugreifen zum Zuführen oder Ablassen von Luft fluidisch verbunden oder verbindbar ist, wobei die Pumpvorrichtung zur Einstellung eines von toplogischen und/oder klimatischen Bedingungen abhängigen optimalen Reifendruckes mit einem Navigationssystem bzw. einer Steuereinheit des Fahrzeuges verbunden ist.

Mittels der Vorrichtung ist fortlaufend ein optimaler Reifendruck einstellbar, so dass der jeweilige Fahrzeugreifen im Wesentlichen vollständig auf einer Lauffläche rollt und sich dadurch ein Reifenprofil gleichmäßig abfährt. Daraus resultieren eine größtmögliche Haftfläche, ein minimaler Bremsweg, eine vergleichsweise sehr gute Kurvenstabilität und ein optimaler Fahrkomfort.

Der Reifendruck ist auch in Bezug auf eine Geländefahrt optimal einstellbar, so dass sich der Fahrzeugreifen automatisch an Hindernisse, beispielsweise Steine formmäßig anpasst, wodurch eine Lebensdauer des Fahrzeugreifens erhöht werden kann.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand von Zeichnungen näher erläutert.

Dabei zeigen:

1 schematisch einen Fahrzeugreifen mit einer Leitung einer Pumpvorrichtung,

2 schematisch vier Fahrzeugreifen mit einer Verteilerbox und

3 schematisch zwei Fahrzeugreifen mit jeweils einer Pumpvorrichtung.

Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

1 zeigt einen Fahrzeugreifen 1 mit einer Leitung 2, über welche ein Innenraum des Fahrzeugreifens 1 mit einer in 2 näher dargestellten Verteilerbox 3, welche als Pumpvorrichtung 4 ausgebildet ist, fluidisch verbunden ist.

Jedes der Fahrzeugreifen 1 ist mit der Verteilerbox 3 verbunden, so dass mittels der Verteilerbox 3 ein Reifendruck des jeweiligen Fahrzeugreifens 1 sowohl durch Zuführen als auch durch Ablassen von Luft einstellbar ist. Eine solche Ausführungsform einer Vorrichtung zum Einstellen eines Reifendruckes ist in 2 näher dargestellt.

Üblicherweise ist ein Reifendruck des jeweiligen Fahrzeugreifens 1 manuell einstellbar, wobei bei einem Geländewagen als Fahrzeug dessen Höhe, insbesondere vor einer Geländefahrt einstellbar ist, so dass eine Fahrt durch ein schwergängiges Gelände im Vergleich leichter ausgeführt werden kann.

Um einen optimalen Reifendruck des jeweiligen Fahrzeugreifens 1 automatisch in Abhängigkeit von toplogischen und/oder klimatischen Bedingungen einstellen zu können, ist die, insbesondere in den 2 und 3 zumindest abschnittsweise dargestellte Vorrichtung V vorgesehen.

Wie oben beschrieben, ist in 1 ein Fahrzeugreifen 1 mit einer Leitung 2, die Bestandteil der Vorrichtung V ist, dargestellt, wobei die Leitung 2 an einer Innenseite des Fahrzeugreifens 1 angeordnet ist.

Insbesondere ist die Leitung 2 mittels eines Bajonettverschlusses B an der Innenseite des Fahrzeugreifens 1 befestigt. Dabei ist ein fahrzeugseitiges Innenteil 5 lagefest angeordnet, wobei ein Außenteil 6 des Bajonettverschlusses B an dem Fahrzeugreifen 1 angeordnet ist. Insbesondere ist ein dem Innenteil 5 gegenüberliegendes Ende der Leitung 2 mit der Verteilerbox 3 oder einer einzelnen dem Fahrzeugreifen 1 zugeordneten Pumpvorrichtung 4, verbunden, wie in einer weiteren Ausführungsform in 3 gezeigt ist.

Bei Drehung des Fahrzeugreifens 1 dreht sich das Außenteil 6 um das Innenteil 5, so dass ein Kontakt der Leitung 2 mit dem Fahrzeugreifen 1 weitestgehend ausgeschlossen werden kann und zudem das Risiko eines Abreißens der Leitung 2 vom nicht näher dargestellten Fahrzeug, insbesondere von der Verteilerbox 3 als Pumpvorrichtung 4 oder der Pumpvorrichtung 4 selbst wesentlich verringert ist.

Alternativ zu der Verwendung des Bajonettverschlusses B kann die Leitung 2 auch mittels einer anderen geeigneten flexiblen Verbindung mit dem Fahrzeugreifen 1 verbunden sein.

Die Verteilerbox 3 ist also über eine jeweilige Leitung 2 mit jedem der Fahrzeugreifen 1 fluidisch verbunden, wobei die Verteilerbox 3 wiederum, wie in 2 gezeigt ist, mittels einer Datenleitung 9 mit einem Navigationssystem 7 und einem Bordcomputer 8 des Fahrzeuges verbunden ist.

Mittels des Navigationssystems 7 sind der Verteilerbox 3 Informationen über ein topologisches Streckenprofil einer Fahrstrecke des Fahrzeuges zuführbar, so dass ein optimaler Reifendruck bestimmbar ist. Insbesondere wird der optimale Reifendruck in Bezug auf einen Kraftstoffverbrauch oder Energieverbrauch und in Bezug auf die Sicherheit des Fahrzeuges ermittelt, so dass das Fahrzeug die Fahrstrecke sowohl verbrauchsoptimal als auch sicherheitsoptimal abhängig von spezifischen Streckenparametern zurücklegen kann.

Weicht ein Ist-Reifendruck von dem ermittelten Reifendruck, d. h. von einem Soll-Reifendruck ab, wird der jeweilige Reifendruck mittels der Verteilerbox 3 als Pumpvorrichtung 4 reguliert und somit der optimale Reifendruck als Soll-Reifendruck eingestellt.

Der Bordcomputer 8 ist mit nicht näher dargestellten Sensoren, insbesondere auch mit zumindest einer Bilderfassungseinheit in Form einer Kamera verbunden, deren Erfassungsbereich vorzugsweise vor das Fahrzeug gerichtet ist. Dadurch erfasst die zumindest eine Bilderfassungseinheit spezifische Streckenbegebenheiten. Zudem werden mittels weiterer Sensoren des Fahrzeuges Umfeldbedingungen desselben, wie z. B. Regen, Schnee und/oder vergleichsweise hohe Außentemperaturen, erfasst.

In Abhängigkeit von den erfassten Umfeldbedingungen und den spezifischen Streckenbegebenheiten ist der jeweilige Reifendruck kurzfristig massiv absenkbar oder erhöhbar.

Der Reifendruck des entsprechenden Fahrzeugreifens 1 oder der entsprechenden Fahrzeugreifen 1 ist mittels der Verteilerbox 3 regulierbar, wobei der jeweilige Fahrzeugreifen 1 hierzu mittels der Verteilerbox 3 ansteuerbar ist.

Insbesondere stellt dies eine sinnvolle Lösung für einen Geländewagen dar, insbesondere wenn vergleichsweise große Steine mittels der Bilderfassungseinheit erfasst werden. Eine Überfahrt solcher vergleichsweise großen Steine ist mit einem geringeren Reifendruck besser durchführbar, so dass sich eine kurzfristige Verringerung des Reifendruckes der oder einzelner Fahrzeugräder 1 anbietet.

Ist das Hindernis, beispielsweise ein vergleichsweise großer Stein, passiert, ist der Reifendruck des entsprechenden Fahrzeugreifens 1 wieder erhöhbar, wobei ebenfalls auf Regen, Schnee, etc. in Bezug auf den Reifendruck flexibel reagiert werden kann.

Darüber hinaus ist es denkbar, dass Informationen bezüglich des eingestellten Reifendruckes von Fahrzeugen, die diese Fahrtstrecke zuvor passiert haben, mittels einer Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation an das Fahrzeug gesendet werden. Der übermittelte Reifendruck kann dann umgehend an die Pumpvorrichtung 4 als Verteilerbox 3 oder an die Pumpvorrichtung 4 selbst übermittelt werden.

Der Reifendruck ist dann verbrauchsoptimal und sicherheitsoptimal auf Basis der Informationen eines Fahrzeuges oder mehrerer Fahrzeuge, das bzw. die die Fahrstrecke zuvor befahren haben, einstellbar. Bei der in 3 gezeigten weiteren Ausführungsform der Vorrichtung V ist jeder einzelne Fahrzeugreifen 1 mit einer separaten Pumpvorrichtung 4 fluidisch gekoppelt, wobei vorzugsweise jede der Pumpvorrichtungen 4 mittels einer Datenleitung 9 mit dem Navigationssystem 7 und dem Bordcomputer 8 des Fahrzeuges verbunden ist.

Bezugszeichenliste

1
Fahrzeugreifen
2
Leitung
3
Verteilerbox
4
Pumpvorrichtung
5
Innenteil
6
Außenteil
7
Navigationssystem
8
Bordcomputer
9
Datenleitung
B
Bajonettverschluss
V
Vorrichtung