Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Eradikation von Helicobacter pylori, bei dem im Magen (2) unter Zuhilfenahme einer in diesen eingeführten Magensonde (7) für eine Zeitdauer physikalische und/oder chemische Bedingungen eingestellt werden, die von den im Magen herrschenden natürlichen Bedingungen abweichen.
| DE2743781A1 | N/A | 1978-04-06 |
| WO2009127528A1 | 2009-10-22 |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Eradikation von Helicobacter pylori, also ein Verfahren zur vollständigen Eliminierung des genannten Bakteriums im Magen. Infektionen mit Helicobacter pylori (im Folgenden kurz Hp) sind für mehrere Magenerkrankungen verantwortlich, die mit einer verstärkten Sekretion von Magensäure verbunden sind, so etwa Typ-B-Gastritis sowie Magen- und Duodenumgeschwüre. Die Eradikation erfolgt bisher durch Verabreichung Kombination mehrerer Antiobiotika. Diese Art der Therapie hat starke Nebenwirkungen. Außerdem sind die eingesetzten Antibiotika relativ teuer. Hinzu kommt, dass es in zunehmendem Maße resistente Hp-Stämme gibt.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein alternatives Verfahren zur radikation des Helicobacter pylori und eine zur Durchführung einer Verfahrensvariante dienende Magensonde anzugeben.
Diese Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens nach Anspruch 1 und hinsichtlich der Sonde nach Anspruch 17 gelöst. Im Gegensatz zu herkömmlichen Therapieverfahren wird Hp nicht mit Hilfe von Antibiotika bekämpft, sondern in vivo einem andersartigen Stress ausgesetzt, indem im Magen unter Zuhilfenahme einer in diesen eingeführten für eine Zeitdauer physikalische und/oder chemische Bedingungen eingestellt werden, die von den im Magen natürlicherweise vorherrschenden Bedingungen abweichen. Hp nistet sich in und unter der Magenschleimhaut ein, wobei er sich vor der Magensäure schützt, indem er Ammoniak produziert und dabei in seiner unmittelbaren Umgebung den pH-Wert anhebt bzw. die Magensäure neutralisiert. Die Erfindung geht nun von der Überlegung aus, dass die Produktion von Ammoniak, die auf einer enzymatischen Spaltung von Harnstoff beruht, vollständig unterdrückt oder zumindest in einem Maße verringert wird, dass Hp durch die Einwirkung der Magensäure irreparabel geschädigt wird und letztlich abstirbt. Der Vorteil eines derartigen Verfahrens liegt darin, dass es ohne die Gabe von Antibiotika auskommt, wobei eine solche Behandlung allenfalls als flankierende, den Behandlungserfolg unterstützende Maßnahme in Betracht kommt. Während bei der herkömmlichen Behandlung die Gefahr besteht, dass der Patient die verordneten Antibiotika nicht regelmäßig einnimmt, diese nicht verträgt oder mit einem resistenten Hp-Stamm infiziert ist, kommt das erfindungsgemäße Verfahren prinzipiell ohne Antibiotika-Einnahme aus und führt bei einer ambulanten Behandlung von einigen Stunden zu einer vollständigen Eradikation des Hp.
Eine der im folgenden näher erläuterten Verfahrensvarianten sieht vor, dass dem Magen eine Flüssigkeit zugeführt wird, um dort physikalische und/oder chemische Bedingungen einzustellen, die zu einer Eradikation des Hp führen. Eine dafür vorgesehene Magensonde ist mit einem Zuführkanal und einem Rückflusskanal ausgestattet. Der Magen kann auf diese Weise, beispielsweise mit Hilfe von erwärmtem Wasser, über eine längere Zeit auf einer erhöhten Temperatur gehalten werden.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Physikalischen Bedingungen, die Hp derart beeinträchtigen, dass die Produktion von Ammoniak wesentlich verringert ist oder ganz zum Erliegen kommt, werden vorzugsweise durch Bestrahlung der Innenwand
Während der Durchführung einer Behandlung der beschriebenen Art ist es zweckmäßig, den Behandlungserfolg mit Hilfe eines auf Hp ansprechenden Sensors (nicht gezeigt) zu überwachen. Ein solcher, beispielsweise in
Zusätzlich oder als separate Maßnahme können für Hp schädliche Bedingungen insbesondere auch chemischer Art auch dadurch geschaffen werden, dass dem Magen eine wässrige Flüssigkeit zugeführt wird, um die Mageninnenwand
Im Falle einer dem Magen
Eine dem Magen zugeführte Flüssigkeit kann nicht nur, wie oben beschrieben, der Erwärmung der Mageninnenwand
Wie bereits oben erwähnt, kann der dem Magen zugeführten Flüssigkeit eine Wirksubstanz beigemengt werden. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Alkohol wie Ethanol handeln, um die Wirkung unnatürlicher physikalischer oder chemischer Bedingungen auf Hp zu unterstützen bzw. zu verstärken. Zweckmäßig kann auch in manchen Fällen die Gabe von Protonenhemmern sein, z. B. bei Patienten mit Magenschmerzen. Sie reduzieren die Bildung von Magensäure und damit i. d. R. die Magenschmerzen. Die pH-Erhöhung bei Verabreichung eines Protonenpumpenhemmers bewirkt, dass die Aktivität des Hp herabgesetzt ist, was ihn evtl. angreifbarer durch die weiter oben beschriebenen Maßnahmen machen könnte. Als eine Behandlung flankierende Maßnahme kann es auch zweckmäßig sein, der dem Magen zugeführten Flüssigkeit ein Antibiotikum zuzusetzen. Bei Behandlung eines Patienten der vor der Behandlung einen Protonenhemmer eingenommen hat, kann es zweckmäßig sein, den pH-Wert auf Werte unterhalb von pH = 5 mit Hilfe einer geeigneten Puffersubstanz, die zweckmäßiger Weise der dem Magen zugeführten Flüssigkeit zugesetzt wird, zu stabilisieren.
Eine Alternative zu der oben beschriebenen Erwärmung der Mageninnenwand auf eine Temperatur größer 37°C kann auch mit Hilfe von Mikrowellen vorgenommen werden. Hierzu wird eine Magensonde
Die oben beschriebene Magensonde
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.