| DE10018248A | ||||
| FR917695A | ||||
| 4765221 | Arrangement for receiving working devices on vehicles, especially chain-equipped vehicles | |||
| 5786542 | Anti-personnel mine clearing system | |||
| 6148926 | Ground clearing apparatus and method for transporting same |
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Minenräumen, bestehend aus einem Trägerfahrzeug in Form eines Raupen- oder Kettenfahrzeugs mit vorgebautem höhenverschwenkbar angeordneten Schubarmen zur waagerechten Aufnahme einer rotierenden Welle mit einer Anzahl über ihre Länge verteilte Massestücke, die an biegsamen Verbindungsteilen gelenkig an der Welle befestigt sind und die im Arbeitseinsatz bei entsprechender Drehzahl und Drehrichtung der Welle von vorne nach hinten durch das zu räumende Bodenmaterial dringen, als sogenanntes Flail- oder Dreschflegelsystem, sowie zur Aufnahme einer dahinter in gleicher Weise angeordneten Druckwalze, welche fliegend gelagert mit dem Fahrzeug mitläuft.
Minen sind weltweit für die Bevölkerung eine Bedrohung. Sie verursachen Schäden an Leib und Leben und behindern nachhaltig den Wiederaufbau eines durch einen Einsatz verseuchten Landes. Viele Minenverlegungen erfolgen nicht nach militärischen Regeln als Minenfeld oder -gürtel sondern ohne Kennzeichnung und Regelhaftigkeit. Diese Verlegungen, die auch von Vegetation zwischenzeitlich überwuchert sind, stellen eine besondere Gefahr dar.
Die herkömmliche Minenräumung mit Metalldetektor und Minensuchnadel ist zeitaufwendig und gefährlich. Generell gibt es nur zwei eindeutige Kriterien, die eine Mine von dem umgebenden Boden unterscheiden: ein Sprengstoffgehalt und eine minimale Größe von ca. 5 cm Kantenlänge oder Durchmesser. Dies ist begründet in einer angestrebten Wirkung und kann daher nicht ohne Wirkungsverlust unterschritten werden.
Nach dem Stand der Technik gibt es mehrere Geräteausführungen, die mit mindestens einer Fräs- oder Bearbeitungswalze als Forst- oder Minenbekämpfungseinrichtung den Boden durcharbeiten oder auch wegfördern.
In der DE19513450 C1 wird eine Vorrichtung zur Bearbeitung von Böden mit einer Fräswalze beschrieben. Dieses Gerät besitzt ein obenliegendes und einstellbares Brechelement mit einer zur Walze einstellbaren Brechkante und Durchlaufspalt für das von der Walze geförderte Bodenmaterial. Die Anordnung kann auch eine antreibbare Brechwalze enthalten, die der Fräswalze anstelle des Brechelementes nachgeschaltet ist.
In der DE19522005 C1 wird ebenfalls eine Vorrichtung zur Bearbeitung von Böden beschrieben. Dieses Gerät besitzt eine Fräswalze waagerecht zum Böden mit Fräswerkzeugen bestückt und eine oberhalb der Fräswalze angeordnete Mischwalze, mit der das von der Fräswalze nach oben geförderte Bodenmaterial weiter gelockert und auch Zuschlagstoffe in den Boden eingemischt werden können.
Weiterhin sind Vorrichtungen bekannt, die den Boden mit Schneiden oder Hämmern, die am Umfang einer waagerecht liegenden angetriebenen Walze angebracht sind, durcharbeiten und etwaige Minen im Boden mittels Druckbeaufschlagung durch die Schneiden zur Explosion bringen, wobei die Förderung von Bodenmaterial von sekundärer Bedeutung oder ein Störfaktor ist.
Nach der EP 0618423 ist es bekannt, mit einer Walze den Boden vor der Walze anzuhäufen und die im Boden enthaltenen Minen durch den Anpreßdruck der Walze oder den Materialdruck im angehäuften Boden zur Explosion zu bringen. Es hat sich gezeigt, daß lediglich ein Teil der Minen unschädlich gemacht wird.
Nach der DE 19813541 C1 wird eine Minenräumvorrichtung vorgeschlagen, die zu einer Fräswalze mindestens eine weitere antreibbare Walze darüber oder dahinter im Abstand aufweist, wobei die auf beiden Walzen aufgesetzten Bearbeitungswerkzeuge miteinander kämmen und einen Bearbeitungsspalt bilden zur Zerkleinerung des durchgeförderten Erdreichs einschließlich enthaltener Minen.
Bekannt ist auch der Minenräumpanzer Keiler der Bundeswehr, der ein rotierendes Flailsystem vor dem Fahrzeug an Schubarmen montiert hat, mit denen der Boden vor dem Fahrzeug durchkämmt, von Minen befreit und eine minenfreie Gasse hergestellt wird, siehe Wehrtechnik Nr. 8/ 1996 oder Firmenschrift MaK System GmbH, Kiel.
Nach der DE 29906926U1 wird ein Minenräumfahrzeug vorgeschlagen, welches ein Flailsystem und eine Fräswalze besitzt, wobei die beiden Systeme an verschiedenen Stellen am Fahrzeug angebracht sein können und das Fahrzeug mit geringem Gewicht ausgeführt wird.
Die FR 917 695 A, welche eine Grundlage für den Anspruch 1 bildet, beschreibt eine Räumvorrichtung für Landminen als Anbau an einem Trägerfahrzeug. Die Vorrichtung weist zwei Schubarme auf, die zueinander parallel verlaufend verschwenkbar am Trägerfahrzeug angeordnet sind. Am vorderen Ende der Schubarme ist eine drehbare Walze angebracht, die in Höhe zum Boden absenkbar ist. An der Walze verteilt sind mehrere Schlägel vorhanden. Zur besseren Handhabung der Vorrichtung und nur aktivierung von Minen welche nicht von den Schlägel vernichtet wurden ist zwischen den beiden Armen eine Räderwalze eingebunden.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Verwendung gattungsgemäßer Ausbildungen zur Bodenbearbeitung für die Minenräumung zu verbessern, um Minen auf einfache Weise unschädlich zu machen.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch den Gegenstand des Anspruches 1, und zwar dadurch, daß das Flailsystem das Bodenmaterial bis zu einer einstellbaren Arbeitstiefe durchpflügt und nach hinten vor die Druckwalze fördert, von der es mit Druck beaufschlagt, überfahren und geebnet wird, bevor es vom Trägerfahrzeug überfahren wird, wozu der Abstand der waagerechten querliegenden Achsen der Gewichtswalze und der Flailwelle einstellbar ausgeführt ist.
Im Erdboden versteckte Minen werden von den rotierenden Massestücken des Flail zerschlagen und gezündet oder im selteneren Fall mittels Druckbeaufschlagung der Druckwalze zur Auslösung gebracht.
Um eine Anpassung an verschiedene Bodenverhältnisse zu erreichen, wird vorgeschlagen, die Drehzahl des Flail einstellbar zu machen entsprechend der Energie, die für das Durchschlagen des Bodens benötigt wird.
Die Druckwalze kann fliegend gelagert und vom Trägerfahrzeug geschoben werden. Der Walzendruck auf den Boden kann durch Auflastung der Walze bei Bedarf verändert werden. Bei entsprechender Zweckmäßigkeit ist ein Walzenantrieb entsprechend dem Fahrzeugvortrieb vorstellbar.
Es wird auch vorgeschlagen, das Flail- und das Walzensystem unabhängig voneinander einsetzbar zu halten mit einer jeweiligen Arbeits- und einer ausgehobenen Transportstellung, so daß entweder das eine oder das andere oder beide Systeme bei einem Arbeitseinsatz zum Eingriff gebracht werden können, so daß sowohl eine Gassen- als auch eine Flächenräumung möglich ist.
Eine günstige Ausgestaltung für schweren Boden wird dadurch geschaffen, daß der Walze ein Abstreifelement oder eine Bürstwalze zur Reinigung am Fahrzeug zugeordnet ist.
Aufgrund der ganz unterschiedlichen Minen und Explosionskörper, die unschädlich gemacht werden sollen, wird das Fahrzeug vorzugsweise ferngesteuert und fernüberwacht eingesetzt.
Um ein sicheres Manövrieren des Fahrzeugs als Kettenfahrzeug zu ermöglichen, ist die Arbeitsbreite der Frästrommeln größer als die Spurweite des Fahrzeugs ausgelegt.
Die Vorteile der Erfindung liegen vor allem darin, daß eine mehrfache Minenräumung mit einem Fahrzeug mittels Flail- und Druckwalze durchgeführt wird, wobei der Einsatz wahlweise am Gerät einstellbar ist. Damit soll eine größere Räumsicherheit erreicht werden und eine Anpassung an verschiedene Böden vor Ort direkt möglich sein. Es hat sich nämlich gezeigt, daß ein Flail wegen des aufgeworfenen Erdreichs nur als Gassenräumer anwendbar ist, während eine dahintergeschaltete Walze den Boden wieder verdichtet und glättet und eine Flächenräumung erlaubt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 zeigt ein Trägerfahrzeug 1 auf einem Raupenlaufwerk 1a mit seitlich angebrachten Schubarmen 2, welche mittels Lagerung 2a schwenkbar befestigt sind und an denen vor dem Fahrzeug in Fahrtrichtung 10 ein Flailsystem 3 und dahinter eine Walze 4 angebaut sind.
Figur 2, 3 zeigen den Ausschnitt Vorderanbau mit den Schubarmen 2 und dem Flailsystem 3 mit umlaufenden Schlagwerkzeugen, die elastisch an Ketten 5a an der waagerechten Welle 6 befestigt sind. Die Welle 6 wird mittels einer Kette oder Zahnriemen 9 und weiteren Antrieben vom Trägerfahrzeug angetrieben. Eine Walze 4 ist mittels Lagerung 7 beidseitig in Hebelarmen 12 gelagert, welche wiederum in Lagern 8 drehbar gelagert sind, und kann unabhängig von der Flailwelle gehoben und gesenkt werden. Die Verbindungsplatte 11 zwischen den Schubarmen 2 kann teilweise durchbrochen sein, um Blastwirkung einer explodierenden Mine nach oben hindurchzulassen.
Das Trägerfahrzeug 1 fährt auf den Raupen 1a im Arbeitseinsatz in Fahrtrichtung 10. Schubarme 2, welche beidseitig links und rechts am Fahrzeug in Lagern 2a schwenkbar nach oben/unten befestigt sind, tragen am äußersten Frontende ein Flegelsystem 3 mit elastisch an der waagerechten Welle 6 aufgehängten Schlagkörpern 5, welche bei angemessen hoher Drehzahl den Boden 13 durchpflügen mit der Drehrichtung 3a, welche die Schlagkörper von vorn nach hinten entsprechend dem Vortrieb des Fahrzeuges 1 durch den Boden treibt. Das Bodenmaterial wird dabei hinter das Flailsystem und vor die ebenfalls waagerecht angeordnete Walze 4 gefördert. Die in Drehrichtung 7a antreibbare Walze 4 wird vom Fahrzeug in fliegender Lagerung mitgeschoben und glättet und verdichtet den aufgeworfenen Boden wieder. Bei Bedarf kann die Walze aufgelastet oder entlastet werden mittels Gewichten oder einer Flüssigkeitsfüllung, um den Bodenanforderungen gerecht zu werden. Mittels Schubarmen 2 ist die Flailanordnung einschließlich Walze 4 nach oben/unten schwenkbar. Die Walze 4 kann mittels Lagerarmen 12 daneben auch unabhängig von dem Flail gehoben oder gesenkt werden in der dargestellten Ausbildung.