| EP0422350 | Inking device. |
| DE4224775A | ||||
| 3921525 | Adjustable and retractable ink supply mechanism for printing press | |||
| 4481883 | Low-blade inking mechanism with detachable ink duct troughs | |||
| 4617865 | Liquid coater for a printing press with moveable inking roller and tray | |||
| 5081928 | Multiple ink roll system for flexographic printing stations |
Die Erfindung betrifft ein Farbwerk für Rotationsdruckmaschinen nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
Aus der DE-AS 26 29 331 ist ein Farbwerk mit einer im Gestell drehbar gelagerten Walze in Gestalt eines Farbduktors und einem von diesem abschwenkbar gelagerten Farbbehälters in Gestalt eines Farbkastens bekannt.
Eine analoge Einrichtung zeigt auch die DE 42 24 775 A1, bei der der Farbkasten abweichend zur voranstehenden Lösung in auf einer mit dem Gestell verbundenen Traverse befestigten Lagern schwenkbar gelagert ist.
Bei den genannten Einrichtungen ist ein Farbwechsel im dazu ungünstig positionierten Farbkasten nur relativ umständlich durchführbar. In der DE 42 24 775 benutzt man zum Entleeren des Farbkasten eine Rakel, mit der die Farbe über eine unebene, steil ansteigende Bodenfläche in einen am oberen Rand des Farbkastens angeordneten Behälter gestrichen wird. Damit ist eine weitesgehend Farbrückstände vermeidende Entleerung des Farbkstens nur schwierig realisierbar.
Ein gründliches Waschen des Farbkastens sowie des Farbduktors ist mangels guter Zugänglichkeit erschwert.
Ähnliche Probleme treten auch bei einem Farbbehälter in der allgemein bekannten Gestalt einer an einer Rasterwalze schwenkbar angeordneten Kammerrakel auf, bei deren Abschwenken von der Rasterwalze die Gefahr eines Austrittes von Restfarbe besteht und deren Reinigung wegen eingeschränkter Zugänglichkeit erschwert ist.
Aus der US-A 3,921,525 ist ein Farbwerk offenbart, bei dem eine Walze und ein Farbbehälter in einer gemeinsamen Halterung miteinander verschiebbar in einem Gestell gelagert sind. Der Farbbehälter ist von der Walze wegschwenkbar.
Aus der EP-A 0 422 350 ist ein Farbwerk offenbart, bei dem an einer Farbwanne eine Rasterwalze angeordnet ist und diese Farbwanne auf einem schwenkbar gelagerten Träger aufgesetzt ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Farbwerk für Rotationsdruckmaschinen gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 zu schaffen, das sowohl eine weitestgehend Farbrückstände vermeidende, bedienfreundliche Farbentleerung des Farbbehälters als auch eine gründliche Säuberung bei guter Zugänglichkeit von letzterem sowie der Walze ermöglicht.
Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1 sowie die Erfindung in vorteilhafter Weise ausgestaltenden Unteransprüche erfüllt.
Die Kombination der Schwenkbewegungen des Farbbehälters und der die Walze tragende Halterung ermöglicht günstige Bedingungen für sowohl die Farbentleerung des Farbbehälters als auch die Säuberung von letzterem sowie der Walze, inclusive Waschen. Insbesondere können die Walze und der Farbbehälter gemeinsam in eine die Walze von der abfließenden Farbe freisetzende Stellung geschwenkt werden, so daß beim nachfolgenden Abschwenken des Farbbehälters von der Walze ein Farbaustritt vermieden wird. Insbesondere wird die Farbentleerung eines Farbbehälters bzw. die Entnahme eines zusätzlichen Einsatzes begünstigt, und für eine sehr gute Zugänglichkeit beim Waschen ist von der bereits geschwenkten Walze zusätzlich der Farbbehälter abschwenkbar.
Auch gestattet die erfindungsgemäße Lösung eine Unterbrechung des Kontaktes der weiterhin betriebsbereiten aus Walze und Farbduktor bestehenden Einrichtung von einer nachgeordneten Übertragungswalze. Dabei ist die Walze in jeder Schwenkstellung bedarfsweise antreibbar.
Die mit einem Farbbehälter in Gestalt einer Kammerrakel zusammenarbeitende Walze kann mit Vertiefungen zur Farbaufnahme ausgestattet sowohl als Rasterwalze für ein Kurzfarbwerk als auch als gleichmäßige strukturierte Formwalze für beispielsweise einen Fondsdruck oder als ungleichmäßig strukturierte Formwalze für den allgemeinen Druck gestaltet sein.
Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 zeigt in Verbindung mit Fig. 6 eine in einer Halterung 1 drehbar gelagerte, antreibbare Walze I in Gestalt einer Farbkastenwalze 2, an die ein Farbbehälter II in Gestalt eines Farbkastens 3 angeschwenkt ist. Die aus zwei mittels Traversen 4, 5 starr miteinander verbundenen Hebeln 6, 7 bestehende Halterung ist mit dem Farbkasten auf einer Achse 8 zu letzterem getrennt schwenkbar gelagert. Die jeweils innen am Gestell anliegende Achse 8 besitzt axial eine zu einer gleichartigen Paßbohrung 10 im Gestell 9 fluchtende Paßbohrung 11, in der ein in die Paßbohrung 10 im Gestell 9 eingreifender Paßbolzen 12 sitzt. Außerdem ist die Achse 8 jeweils stirnseitig mit dem Gestell 9 verschraubt (Fig. 6).
An dem Hebel 6 ist seitlich, koaxial zur Farbkastenwalze 2 ein Motor 13 angeflanscht, der mit der Farbkastenwalze 2 über eine feste Kupplung 14 verbunden ist. Das Gestell 9 ist für den Motor 13 mit einer das Schwenken der Halterung 1 ermöglichenden Aussparung 15 ausgestattet.
Wie Fig. 1 zu entnehmen, ist der Farbkasten 3 in der an die Farbkastenwalze 2 angeschwenkten Stellung gegenüber der Halterung 1 arretierbar. Dazu greift ein im Gehäuse des Farbkastens axial verschiebbar geführter Arretierungsbolzen 16 in eine zu diesem fluchtende Bohrung 17 der Halterung 1 ein.
In der Betriebsstellung liegt die Halterung 1 an einem einstellbaren Anschlag 18 den Kontakt der Farbkastenwalze 2 zu einer nachgeordneten Übertragungswalze 19 begrenzend an.
Während die Halterung 1 sowie der arretierte Farbkasten 3 gemeinsam mittels eines druckmittelbetrieben, an der Halterung 1 angreifenden und am Gestell angelenkten Arbeitszylinders 20 geschwenkt wird, erfolgt dies getrennt für den entarretierten Farbkasten 3 von Hand unter Zuhilfenahme eines an diesem befestigten Griffes 21, wobei die Schwenkbewegung des Farbkastens 3 günstigerweise durch einen nicht dargestellten Anschlag bzw. eine Arretierung gegenüber der Halterung begrenzbar ist.
Zur Erleichterung eines Farbwechsels ist der Farbkasten 3 mit einem wechselbaren Farbkasteneinsatz 22 ausgestattet.
Desweiteren ist unterhalb der Farbkastenwalze 2 eine sich im Betriebszustand bis zu dem axialen Spalt zwischen dieser und dem Farbkasten 3 erstreckende, wechselbar am Gestell befestigte Tropfwanne 23 angeordnet.
In Fig. 6 sind vier Farbkästen 3 in jeweils viertelbahnbreiter Ausführung getrennt schwenkbar nebeneinander angeordnet. Diese sind alternativ gegen einen voll- oder einen bzw. zwei halbbahnbreite Farbkästen austauschbar. Zur Erleichterung der Montage des Farbkastens 3 kann gemäß der nur in Fig. 1 strichpunktiert dargestellten Variante mit einem dazu geringfügig geänderten Gehäuse des Farbkastens die Lagerung 24 für den Farbkasten 3 mehrteilig aus radial auf der Achse 8 miteinander verschraubbaren Lagerschalen 25; 26 ausgeführt werden. Damit ist auch ein schneller Austausch verschiedenbreiter Farbkästen möglich.
In Fig. 2 ist die Halterung 1 mittels des Arbeitszylinders 20 gemeinsam mit dem gegenüber der Halterung arretierten Farbkasten 3 in eine Farbwechselstellung geschwenkt, in der die Farbe 27 völlig von der Farbkastenwalze 2 ab in den rückwärtigen Bereich des Farbkasteneinsatzes 22 geflossen ist, so daß dieser ohne die Gefahr eines Farbaustrittes an seiner zur Farbkastenwalze 2 offenen Seite dem Farbkasten 3 unter Zuhilfenahme eines Griffes 28 entnommen werden kann.
Fig. 3 zeigt gegenüber Fig. 2 einen nach dem Lösen des Arretierbolzens 16 aus der Bohrung 17 der Halterung 1 von der Farbkastenwalze 3 zusätzlich abgeschwenkten Farbkasten 3, womit die gesamte Einrichtung für die Reinigung optimal zugänglich ist.
Fig. 4 zeigt die Halterung 1 mit der Farbkastenwalze 2 im Kontakt zur Übertragungswalze 19 analog zu Fig. 1 und den Farbkasten 3 analog zu Fig. 3 in der eine Reinigung ermöglichenden, von der Farbkastenwalze 3 abgeschwenkten Stellung.
Fig. 5 zeigt eine von der Übertragungswalze 19 abgestellte und damit im Kontakt der Farbkastenwalze 2 zur Übertragungswalze 19 unterbrochene, ansonsten jedoch betriebsbereite Einrichtung.
Fig. 7 und 8 zeigen eine gegenüber den Fig. 1 und 6 dahingehend geänderte Einrichtung, daß die Halterung 1' mittels eines die beiden Hebel 6', 7' fest verbindenden, auf der Achse 8 gelagerten, den Farbkasten 3' verschwenkbar tragenden Rohres 29 als Traverse wirksam versteift ist. Der Arretierbolzen 16' des Farbkastens 3' greift bei dieser Ausführung in die in dem Rohr 29 angeordneten Bohrung 17' ein.
Zusätzlich ist in Fig. 7 der Farbkasten 3' mittels eines einerseits an einem an dem Rohr 29 befestigten, die Lagerung 24' des Farbkastens 3' in einer eine Schwenkbewegung ermöglichenden Aussparung 30 radial durchsetzenden Hebel 31 und anderenseits an dem Farbkasten 3'angelenkten Arbeitszylinders 32 verschwenkbar.
Fig. 9 zeigt einen gegenüber der Lagerung der Halterung 1" achsparallel versetzt in dieser gelagerten Farbkasten 3". Dazu sind an dem Rohr 29' und an dem Farbkasten 3" sich gegenseitig überlappende Lagerhebel 33, 34 befestigt, die parallel zur Achse 8' der Halterung 1" jeweils von einem Lagerbolzen 35 durchsetzt sind.
Fig. 10 zeigt als Antriebsvariante für eine mit einer gestellfesten Achse 36 sowie einem auf letzterer verdrehbar gelagerten Walzenmantel 37 ausgestattete Farbkastenwalze 2', wie ein an dem Hebel 6" seitlich befestigter Motor 38 mittels einer Schnecke 39 ein an dem Walzenmantel 37 koaxial befestigtes Schneckenrad 40 antreibt.
In Fig. 11 treibt eine zu Fig. 10 gleichartig gestaltete Farbkastenwalze 2" ein Scheibenläufermotor 41 an, dessen Rotor 42 koaxial am Walzenmantel 37' befestigt ist und Stator 43 auf der Achse 36' sitzt.
Nicht dargestellt ist der Antrieb für die Farbkastenwalze 2; 2'; 2" auch derart gestaltbar, daß auf der Achse 8 bzw. dem Rohr 29; 29' koaxial zur Schwenkachse der Halterung 1; 1'; 1" ein beliebig antreibbares Antriebsrad drehbar gelagert ist, das über einen Trieb mit der Farbkastenwalze 2; 2'; 2" in Verbindung steht. Dabei ist das Antriebsrad als Zahnscheibe ausführbar, die mittels formschlüssigen Zugmittels als Kette oder Zahnriemen eine mit der Farbkastenwalze 2 bzw. deren Walzenmantel 37; 37' fest verbundene, koaxiale Zahnscheibe antreibt.
Denkbar ist auch, die Zahnscheiben durch Stirnzahnräder zu ersetzen, die über mindestens ein in der Halterung 1; 1'; 1" gelagertes Zwischenstirnzahnrad miteinander im Eingriff stehen.
Die Fig. 12 und 13 zeigen in schematischer Darstellung als Farbbehälter II' eine Kammerrakel 44; 44' und als Walze I' eine Rasterwalze 45; 45', wobei in Fig. 12 die Kammerrakel 44 analog zu dem Farbkasten 3" in Fig. 9 zur Schwenkachse der die Rasterwalze 45 tragenden Halterung 46 achsparallel versetzt in der Halterung 46 und in Fig. 13 die Kammerrakel 44' analog zu dem Farbkasten 3; 3'in den Fig. 1 bis 8 koaxial zur Schwenkachse der die Rasterwalze 45' tragenden Halterung 46' schwenkbar gelagert ist.
Die gleichmäßig strukturiert mit Vertiefungen zur Farbaufnahme ausgestattete Rasterwalze 45; 45' ist insbesondere für die mit Kammerrakel und Rasterwalze arbeitenden Kurzfarbwerke geeignet, wobei die Rasterwalze 45; 45' eine Übertragungswalze 47'; 47 des jeweiligen Kurzfarbwerkes einfärbt.
Es ist jedoch auch möglich, anstatt der Rasterwalze 45; 45'als Walze eine mit Vertiefungen zur Farbaufnahme ausgestattete Formwalze vorzusehen, die im indirekten Druckverfahren eine Übertragungswalze einfärbt. Die Formwalze kann dabei sowohl gleichmäßig strukturiert für beispielsweise einen Fondsdruck oder ungleichmäßig strukturiert für den allgemeinen Druck ausgeführt werden.
Die speziell für eine aus Farbkasten 3; 3'; 3" und Farbkastenwalze 2; 2'; 2" bestehende Einrichtung beschriebenen und dargestellten Lösungsvarianten gemäß Fig. 1 bis 11 sind bezüglich Halterung, Lagerung und Antrieb der Farbkastenwalze sowie Lagerung des Farbkastens auch auf die Kammerrakel 44; 44' und die Rasterwalze 45; 45' gemäß Fig. 11 und 12 übertragbar.