Title:
Laparoskopiebeutel
Kind Code:
A1


Inventors:
AUWEILER UDO DR (DE)
Application Number:
DE4220785A
Publication Date:
01/05/1994
Filing Date:
06/25/1992
Assignee:
AUWEILER, UDO, DR., 5060 BERGISCH GLADBACH, DE
International Classes:
Domestic Patent References:
DE9109389U1N/A1991-10-24
DE9101684U1N/A



Claims:
1. Laparoskopiebeutel aus einem flexiblen Material mit an der Öffnung angebrachten Zugschnüren, dadurch gekennzeichnet, daß der Beutel (1) mit einem schlauchförmigen Teil (3) oder schlauchförmigen Ansatzstück versehen ist.

2. Beutel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Beutel (1) in ein schlauchartiges Teil (3, 6) ausläuft.

3. Beutel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Beutel (1) aus einem im Querschnitt runden Arbeitsteil (2) besteht, das sich am unteren Ende konisch in ein Schlauchteil (3, 6) verjüngt.

4. Beutel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Arbeitsteil (2) des Beutels (1) trichterförmig ist und in ein Schlauchteil (3, 6) ausläuft.

5. Beutel nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauchteil (3, 6) des Beutels (1) als Fal­tenbalg ausgebildet ist.

6. Beutel nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des Schlauchteils (3, 6) gleich oder kleiner ist als der Durchmesser des Trokars.

Description:
Bei endoskopischen Operationen (Laparoskopie) wird der Bauchraum nicht ä wie bekannt ä über einen Bauchschnitt eröffnet, sondern die notwendigen Instrumente sowie die Optik werden durch einen durch die Bauchdecke gestoßenen Trokar eingeführt, wobei die Instrumente außerhalb des Bauchraumes bedient werden. Dieses Operationsverfahren ist weniger traumatisierend für die Patienten als die bisher durchgeführten Operationen, bei denen der Bauchraum eröff­net wird. Daraus resultiert eine geringere Belastung für den Patienten. Er hat weniger Schmerzen, die Wunde heilt schneller, und dementsprechend ist auch die Krankenhausver­weildauer geringer. Dieses Operationsverfahren stößt jedoch dann an Grenzen, wenn größere Tumore oder Gewebeteile aus dem Bauchraum zu entnehmen sind. Sofern diese nicht in ihrer Gänze durch das Trokar entnommen werden können, muß der Tumor und das entzündliche Gewebe im Bauchraum zerklei­nert werden, was zu dessen Verunreinigung führt und ins­besondere bei malignen Tumoren eine Gefährdung für den Pa­tienten durch Metastasierung darstellt. Um diese Problematik zu beheben, sind bereits sogenannte Laparoskopiebeutel aus einem flexiblen und haltbaren Ma­terial bekanntgeworden, die über Zugschnüre am oberen offe­nen Ende verschließbar sind. Dieser Beutel wird an den Schnüren durch den Trokar in den Bauchraum gebracht, im Bauchraum geöffnet und dort das zu entfernende Gewebe in den Beutel gebracht. Danach wird der Beutel über die Schnü­re verschlossen und mit dem Trokar das obere, zu öffnende Ende aus der Bauchdecke herausgezogen. Danach wird das Ge­webe zerkleinert und einzeln aus der Tüte entnommen, worauf der Beutel entfernt wird. Dieser Laparoskopiebeutel bringt zwar schon eine erhebliche Verbesserung insofern, als ä theoretisch zumindest ä keine Verunreinigung in den Bauch­raum gelangen kann, jedoch ist die Entnahme des entfernten und zerstückelten Gewebes kompliziert und zeitraubend. Außerdem besteht die Gefahr, daß bei Entnahme des zerklei­nerten Gewebes doch Teile in die Gefäßbahn kommen, was bei malignen Tumoren zu einer Metastasierung führen könnte. Die vorliegender Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht deshalb in einem Laparoskopiebeutel, der eine Entnahme des entfernten und zerkleinerten Gewebes durch den Trokar bei geschlossenem Beutel in toto, also eine Entnahme des ge­webegefüllten geschlossenen Beutels zuläßt, so daß die Ge­fahr einer Eindringung der Gewebeteile in die Gefäße ausge­schlossen ist. Gemäß der Erfindung wird ein Laparoskopiebeutel mit an der Öffnung angebrachten Zugschnüren vorgeschlagen, wobei der Beutel mit einem schlauchförmigen Teil oder schlauchförmi­gen Ansatzstück versehen ist. Der Beutel selbst dient dabei als Arbeitsraum, in den das entfernte Gewebe gebracht und zerstückelt wird, worauf es in den schlauchförmigen Teil hineinfällt oder aber nach Schließen und Einziehen in den Trokar in dieses schlauchförmige Reservoir hineingedrückt wird, so daß der Beutel en bloc entfernt werden kann. Das schlauchförmige als Reservoir dienende Teil ist im Durch­messer geringfügig kleiner als der des Trokars. Der schlauchförmige Teil kann als gerader Schlauch oder als Faltenbalg konzipiert sein. Weitere Einzelheiten der Erfindung und die Handhabung wer­den anhand der Zeichnungen erläutert. Dabei zeigt Fig. 1 eine schematische Darstellung des Laparoskopie­beutels, Fig. 2 eine Modifikation des Schlauchteiles, Fig. 3 eine weitere Modifikation des Laparoskopie­beutels, Fig. 4 erläutert die Anordnung des Trokars und des Beutels im Bauchraum, Fig. 5 erläutert die Entnahme des Beutels nach Anordnung und Zerkleinerung des zu entfernenden Gewebes. Fig. 1 zeigt die schematische Darstellung eines Laparosko­piebeutels 1 gemäß der Erfindung. Der Beutel 1 teilt sich in den Arbeitsteil 2 sowie das schlauchförmige Reservoir 3. Der Arbeitsteil 2 ist im Querschnitt kreisförmig ausgebil­det und läuft trichterförmig in das schlauchartige Reser­voir ein. Der obere Rand 4 des Beutels 1 ist mit Zugschnü­ren 5 zum Verschließen ausgestattet. Der Durchmesser des Reservoirs 3 ist geringfügig kleiner als der des bei der Operation verwendeten Trokars ausgebildet. In Fig. 1 ist ein gerader Schlauch als Reservoir verwendet. Der Lapa­roskopiebeutel 1 besteht aus einer Klarsichtfolie mit einer Eigenfestigkeit, so daß dieser im Bauchraum geöffnet werden kann und in der geöffneten Stellung verbleibt. Das Material soll antistatisch, pyrogenfrei, giftfrei und sterilisierbar sein. Der Arbeitsraum des Arbeitsteiles 2 hat üblicherweise einen Durchmesser von 15 cm, jedoch sind Beutel auch je nach dem zu entfernenden Gewebeteil in anderen Abmessungen denkbar. Fig. 2 zeigt eine Modifikation des Reservoirs, das dabei als Faltenbalg 6 ausgebildet ist, um das zur Verfügung stehende Reservoirvolumen im Bedarfsfall zu vergrößern. Fig. 3 zeigt einen Laparoskopiebeutel, dessen Arbeitsteil im Ganzen trichterförmig ausgebildet ist und ansonsten mit der Ausführung gemäß Fig. 1 übereinstimmt. Diese Modifika­tion eignet sich für kleinere Gewebeteile und leicht zu zerlegende von weicher Konsistenz. Der Laparoskopiebeutel gemäß der Erfindung ist vor Gebrauch entweder von der Reservoirseite her zu einer Rolle aufge­rollt und kann so einfach durch den Trokar in den Bauchraum eingeführt werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Arbeitsteil in den schlauchförmigen Reservoir 3 zu ver­senken, wobei die Zugschnüre frei oben aus dem Reservoir herausragen. Im Bauchraum läßt sich der Beutel mit zwei In­strumenten dann leicht entfalten. Anhand der Fig. 4 und 5 wird die Anwendung des Lapa­roskopiebeutels erläutert. Nach erfolgter diagnostischer Laparoskopie wird ein Trokar, vorzugsweise von 2 cm, durch die Bauchdecke 9 appliziert. Über diesen Trokar wird die sterile gefaltete Tüte in den Bauchraum eingeführt und mit zwei stumpfen Instrumenten geöffnet. Diese Phase ist in Fig. 4 dargestellt, wobei die beiden Zugschnüre aus dem Trokar herausragend dargestellt sind. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, daß die Zugschnüre mitsamt des Beu­tels in den Bauchraum gelangen und die Zugschnüre über ent­sprechende Instrumente betätigt werden. Danach wird der zu entfernende Tumor oder das zu entfernende Gewebe abgetrennt und in den Arbeitsteil des Beutels plaziert. Der Tumor läßt sich dann in dem Beutel mit Schere oder Skalpell zerklei­nern, wobei darauf geachtet werden muß, daß keine Beschädi­gung des Beutels erfolgt und kein abgetrenntes Gewebeteil in den Bauchraum gelangt. Ist das Gewebe 11 so weit zer­kleinert, daß es von dem Reservoir 3 aufgenommen werden kann, wird der Beutel über die beiden Zugschnüre geschlos­sen. Danach wird der Beutel über die Zugschnüre durch den Trokar gezogen. Sobald die Tüte den Trokar erreicht, wird sie zusammengepreßt, und durch die erfindungsgemäße Form des Beutels gelangt das zerkleinerte Gewebe ä sofern es nicht bereits in das Reservoir gerutscht ist ä aus dem Arbeitsraum des Beutels unter Druck in das Reservoir. Diese Stellung ist in Fig. 5 gezeigt. Danach kann die gesamte Tüte en bloc mit dem Gewebe im Reservoir problemlos durch den Trokar herausgezogen werden. Auf diese Weise ist gesichert, daß keinerlei Gewebeteile in den Bauchraum kommen können und jegliche Kontamination des Bauchraumes verhindert wird.