Title:
Odorierungsvorrichtung, Odorierungsdüse, Wechselschleuse
Kind Code:
U1


Abstract:

Odorierungsvorrichtung (100) zum Odorieren eines in einer Gasleitung (800) geführten Gases (SG), die aufweist:
- einen Anschlussstutzen (110) zum Herstellen einer gasführenden Verbindung mit einer Gasleitung (800),
- einen Odorierungseingang (210), ausgebildet zum Zuführen eines Odorierungsmittels (SO) und
- eine Odorierungsdüse (200), ausgebildet zum Einleiten des Odorierungsmittels (SO) in die Gasleitung (800), dadurch gekennzeichnet, dass
- die Odorierungsvorrichtung (100) eine mit dem Anschlussstutzen (110) verbindbare Wechselschleuse (120) mit einer Schleusenkammer (122) aufweist, wobei
- die Wechselschleuse (120) ein schleusenseitiges Schleusenventil (141.1) aufweist, das angeordnet und ausgebildet ist, einen Schleusendruck (PS) in einem Schleusenabschnitt (122.1) der Schleusenkammer (122) einzustellen. embedded image




Application Number:
DE202018103234U
Publication Date:
07/25/2018
Filing Date:
06/08/2018
Assignee:
Gas-Anlagenbau Petzold GmbH, 14974 (DE)
International Classes:



Attorney, Agent or Firm:
Eisenführ Speiser Patentanwälte Rechtsanwälte PartGmbB, 10178, Berlin, DE
Claims:
Odorierungsvorrichtung (100) zum Odorieren eines in einer Gasleitung (800) geführten Gases (SG), die aufweist:
- einen Anschlussstutzen (110) zum Herstellen einer gasführenden Verbindung mit einer Gasleitung (800),
- einen Odorierungseingang (210), ausgebildet zum Zuführen eines Odorierungsmittels (SO) und
- eine Odorierungsdüse (200), ausgebildet zum Einleiten des Odorierungsmittels (SO) in die Gasleitung (800), dadurch gekennzeichnet, dass
- die Odorierungsvorrichtung (100) eine mit dem Anschlussstutzen (110) verbindbare Wechselschleuse (120) mit einer Schleusenkammer (122) aufweist, wobei
- die Wechselschleuse (120) ein schleusenseitiges Schleusenventil (141.1) aufweist, das angeordnet und ausgebildet ist, einen Schleusendruck (PS) in einem Schleusenabschnitt (122.1) der Schleusenkammer (122) einzustellen.

Odorierungsvorrichtung (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Odorierungsvorrichtung (100) ein Gasabsperrventil (114) aufweist, das angeordnet und ausgebildet ist, eine Fluidverbindung zwischen der Schleusenkammer (122) und der Gasleitung (800) wahlweise zu öffnen oder zu sperren.

Odorierungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Odorierungsvorrichtung (100) ein Ausgleichsventil (142.1) aufweist.

Odorierungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Odorierungsvorrichtung (100) ein Zusatzschleusenventil (143.1) aufweist.

Odorierungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Odorierungsvorrichtung (100) einen Düsenstempel (112) aufweist, der innerhalb der Schleusenkammer (122) angeordnet und an der Odorierungsdüse (200) befestigt ist, wobei der Düsenstempel (112) eine Schleusenseite (112.1) und eine der Schleusenseite (112.1) gegenüberliegende Leitungsseite (112.2) aufweist.

Odorierungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussstutzen (110) stoffschlüssig, formschlüssig oder kraftschlüssig zum Herstellen einer gasführenden Verbindung mit der Gasleitung (800) druckdicht verbindbar ist.

Odorierungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleusenkammer (122) einen hohlzylindrisch ausgebildeten Kammerabschnitt (AK) aufweist, welcher sich entlang einer Hauptachse (AH) erstreckt und einen Kammerdurchmesser (DK) aufweist.

Odorierungsvorrichtung (100) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsenstempel (112) einen Stempeldurchmesser (DS) aufweist, der gleich oder kleiner dem Kammerdurchmesser (DK) ist, derart dass der Düsenstempel (112) mit der Odorierungsdüse (200) entlang der Hauptachse (AH) in dem Kammerabschnitt (AK) in einer Axialbewegung (BA) bewegbar ist, wobei die Axialbewegung (BA) von einem auf eine Schleusenseite (112.1) des Düsenstempels (112) wirkenden Schleusendruck (PS) und/oder einem auf eine Leitungsseite (112.2) des Düsenstempels (112) wirkenden Ausgleichsdruck (PA) hervorgerufen wird.

Odorierungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gasabsperrventil (114) zwischen dem Anschlussstutzen (110) und der Wechselschleuse (120) angeordnet ist.

Odorierungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wechselschleuse (120) über eine trennbare Verbindung (160) mit dem Anschlussstutzen (110) und/oder dem Gasabsperrventil (114) verbunden ist.

Odorierungsdüse (200) für eine Odorierungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, mit einem Düsenstempel (112), wobei die Odorierungsdüse (200) in einer Wechselschleuse (120) bewegbar ist und ausgebildet und angeordnet ist, über die Wechselschleuse (120) entnommen und eingesetzt zu werden.

Wechselschleuse (120) für eine Odorierungsvorrichtung (100) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche 1 bis 11 mit einer Schleusenkammer (122), mit einem Schleusenventil (141.1), das angeordnet und ausgebildet ist, einen Schleusendruck (PS) in einem Schleusenabschnitt (122.1) der Schleusenkammer (122) einzustellen.

Wechselschleuse (120) nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch eine Verbindbarkeit zu einem Anschlussstutzen (110) und/oder zu einem Gasabsperrventil (114).

Description:

Die Erfindung betrifft eine Odorierungsvorrichtung zum Odorieren eines in einer Gasleitung geführten Gases. Die Odorierungsvorrichtung weist einen Anschlussstutzen zum Herstellen einer gasführenden Verbindung mit einer Gasleitung, einen Odorierungseingang und eine Odorierungsdüse auf. Der Odorierungseingang ist zum Zuführen eines Odorierungsmittels ausgebildet und die Odorierungsdüse ist zum Einleiten des Odorierungsmittels in die Gasleitung ausgebildet.

Odorierungsvorrichtungen wie die eingangs genannte sind allgemein bekannt. Derartige Vorrichtungen dienen dem Odorieren von Gas, insbesondere um natürlicherweise geruchsloses Gas, wie beispielsweise Erdgas, für den menschlichen Geruchssinn wahrnehmbar zu machen. Über eine Odorierungsdüse, welche zumindest teilweise innerhalb einer Gasleitung angeordnet ist, in der zu odorierendes Gas strömt, kann ein Geruchsmittel, das sogenannte Odorierungsmittel, in die Gasleitung eingeleitet und somit dem Gas zugeführt werden. Über ein Stellmittel zum Beeinflussen des Odorierungsmittel-Durchflusses, beispielsweise über ein einstellbares Ventil, kann der Grad der Odorierung variiert und insbesondere an eine Durchflussmenge des Gases angepasst werden.

Odorierungsdüsen können in Abhängigkeit von betriebsbedingten Faktoren, wie zum Beispiel der Qualität des geförderten Gases, der Durchflussmenge des Odorierungsmittels und der Betriebsdauer, abnutzen und/oder verschmutzen, wodurch die Funktionalität der Odorierungsvorrichtung beeinträchtigt wird.

Ansätze, die Odorierungsdüse aus der Gasleitung zu entfernen und unter Ausströmen des Gases auszutauschen, sind aufgrund des unkontrolliert austretenden Gases mit wesentlicher Gefahr verbunden.

Daher haben sich Odorierungsvorrichtungen mit austauschbaren Odorierungsdüsen als vorteilhaft erwiesen. Aufgrund der Druckverhältnisse in einer Gasleitung, insbesondere des relativ großen Unterschieds zwischen dem Druck innerhalb der Gasleitung und einem Umgebungsdruck außerhalb der Gasleitung, ist ein Wechsel der Odorierungsdüse jedoch mit hohem Aufwand verbunden. Ein Ansatz besteht beispielsweise darin, zum Wechsel der Odorierungsdüse das Gas temporär über eine Bypassstrecke umzuleiten, und den Teil der Gasleitung, in dem sich die Odorierungsdüse befindet, drucklos zu schalten. Dies ist jedoch nur über einen relativ hohen apparativen Aufwand zu erreichen, welcher wiederum zu hohen Kosten und zusätzlichen Raumerfordernissen führt.

Wünschenswert ist es, die Funktion einer Odorierungsvorrichtung, insbesondere hinsichtlich der oben genannten Nachteile, zu verbessern.

An dieser Stelle setzt die Erfindung an, der die Aufgabe zugrunde liegt, eine verbesserte Odorierungsvorrichtung anzugeben. Insbesondere soll die Austauschbarkeit der Odorierungsdüse verbessert werden. Insbesondere soll ein gefahrloses Austauschen der Odorierungsdüse ermöglicht werden, ohne die Gasleitung außer Betrieb nehmen zu müssen.

Die Aufgabe wird zum einen mit einer Odorierungsvorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst. Die Erfindung geht aus von einer Odorierungsvorrichtung zum Odorieren eines in einer Gasleitung geführten Gases. Die Odorierungsvorrichtung weist einen Anschlussstutzen zum Herstellen einer gasführenden Verbindung mit einer Gasleitung, einen Odorierungseingang und eine Odorierungsdüse auf. Der Odorierungseingang ist zum Zuführen eines Odorierungsmittels ausgebildet und die Odorierungsdüse ist zum Einleiten des Odorierungsmittels in die Gasleitung ausgebildet.

Erfindungsgemäß ist bei der Odorierungsvorrichtung vorgesehen, dass die die Odorierungsvorrichtung eine mit dem Anschlussstutzen verbindbare Wechselschleuse mit einer Schleusenkammer aufweist, wobei die Wechselschleuse ein Schleusenventil aufweist, das angeordnet und ausgebildet ist, einen Schleusendruck in einem Schleusenabschnitt der Schleusenkammer einzustellen.

Die Erfindung schließt die Erkenntnis ein, dass eine Möglichkeit zum Kompensieren des Druckunterschiedes zwischen Leitungsdruck und Umgebungsdruck bei der Entnahme und dem Einsetzen einer Odorierungsdüse, die Austauschbarkeit der Odorierungsdüse erheblich verbessert, insbesondere vereinfacht. Über ein Schleusenventil - das heißt insbesondere ein Ventil, das in einem der Gasleitung abgewandten Abschnitt der Schleusenkammer angeordnet ist - kann ein erster Steuer-Gasstrom in einen schleusenseitigen Kammerabschnitt der Schleusenkammer hinein- oder aus diesem herausgeleitet werden, um den Schleusendruck zu verändern. Hierdurch wird insbesondere ein kontrolliertes Angleichen des Schleusendrucks an einen Ausgleichsdruck und somit an den Leitungsdruck in der Gasleitung ermöglicht, um eine axiale Bewegung der Odorierungsdüse, insbesondere über einen Düsenstempel, zu bewirken. Ferner kann durch ein solches kontrolliertes Angleichen eine Kompensation des Druckunterschieds und eine Austauschbarkeit der Odorierungsdüse über die Wechselschleuse ermöglicht werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsvariante ist vorgesehen, dass die Odorierungsvorrichtung ein Gasabsperrventil aufweist, das angeordnet und ausgebildet ist, eine Fluidverbindung zwischen der Schleusenkammer und der Gasleitung wahlweise zu öffnen oder zu sperren. Konkret kann dies bedeuten, dass zwischen dem Anschlussstutzen und der Wechselschleuse der Odorierungsvorrichtung ein Gasabsperrventil, beispielsweise in Form eines manuell betätigbaren Absperrhahns, angeordnet ist. Im geöffneten Zustand gibt das Gasabsperrventil eine Absperrpassage frei, welche die Wechselschleuse mit dem Anschlussstutzen und somit mit der Gasleitung gasführend verbindet und ein Passieren der Odorierungsdüse durch das Gasabsperrventil in die Gasleitung ermöglicht. Im geschlossenen Zustand des Gasabsperrventils ist die Gasleitung druckdicht von der Wechselschleuse getrennt, sodass, nach einem Druckausgleich in der Wechselschleuse, die Odorierungsdüse entnommen werden kann.

Die Odorierungsvorrichtung kann ein Zusatzschleusenventil aufweisen. Über das Zusatzschleusenventil kann - analog zum Schleusenventil - ein Zusatzsteuer-Gasstrom in den Schleusenabschnitt der Schleusenkammer hinein- oder hinausgeführt werden um den Schleusendruck zu beeinflussen.

Die Odorierungsvorrichtung kann ein Ausgleichsventil aufweisen - das heißt insbesondere ein Ventil, das in einem der Gasleitung zugewandten Abschnitt der Schleusenkammer angeordnet ist. Durch ein solches Ausgleichsventil kann ein zweiter Steuer-Gasstrom in einen Leitungsabschnitt der Schleusenkammer hinein- oder aus diesem herausgeleitet werden, um den Ausgleichsdruck zu verändern. Insbesondere kann durch ein Herausleiten des zweiten Steuer-Gasstroms ein in dem Leitungsabschnitt herrschender Ausgleichsdruck von dem Niveau des Leitungsdrucks auf das Niveau des Umgebungsdrucks abgesenkt werden. Auch ist es möglich, den zweiten Steuer-Gasstrom , insbesondere in Ergänzung zum ersten Steuer-Gasstrom, zum kontrollierten Hervorrufen einer axialen Bewegung der Odorierungsdüse und des Düsenstempels zu nutzen.

Die Odorierungsvorrichtung kann einen Düsenstempel aufweisen, der innerhalb der Schleusenkammer angeordnet und an der Odorierungsdüse befestigt ist, wobei der Düsenstempel eine Schleusenseite und eine der Schleusenseite gegenüberliegende Leitungsseite aufweist. Die Schleusenseite ist dabei diejenige stirnseitige Oberfläche des Düsenstempels, die der Leitung abgewandt ist. Die Leitungsseite ist entsprechend die gegenüberliegende, der Leitung zugewandte stirnseitige Oberfläche des Düsenstempels. Indem der Düsenstempel an seinem Außenumfang druckdicht mit der Kammerwand der Schleusenkammer abschließt, kann auf beiden Seiten, d.h. auf der Schleusenseite und auf der Leitungsseite des Düsenstempels, ein unterschiedlicher Druck eingestellt werden. Dies kann genutzt werden, um eine axiale Bewegung des Düsenstempels, und somit der fest mit dem Düsenstempel verbundenen Odorierungsdüse, zu erzeugen. Beispielsweise kann, durch Erhöhen des Schleusendrucks in dem Schleusenabschnitt der Schleusenkammer auf einen Wert höher als der Ausgleichsdruck, der Düsenstempel entlang der Hauptachse in die Gasleitung hineinbewegt werden. Zur Verbesserung des druckdichten Abschließens kann der Düsenstempel an seiner Außenumfangsfläche eine oder mehrere Radialdichtungen oder dergleichen Dichtungen aufweisen.

Der Anschlussstutzen kann stoffschlüssig, formschlüssig oder kraftschlüssig zum Herstellen einer gasführenden Verbindung mit der Gasleitung druckdicht verbindbar sein. Bevorzugt wird der Anschlussstutzen stoffschlüssig auf der Gasleitung befestigt, indem er auf die Außenseite der Leitungswand der Gasleitung angeschweißt wird. Ein bevorzugtes Vorgehen zum Installieren einer Odorierungsvorrichtung kann beinhalten, dass zunächst der Anschlussstutzen in einem Zustand, indem er noch keine Stutzenbohrung aufweist, an die Leitungswand angeschweißt wird und im Anschluss daran ein Gasabsperrventil auf dem Anschlussstutzen befestigt wird. Anschließend kann über ein Anbohrgerät eine Stutzenbohrung hergestellt werden, und nach Herstellen der Bohrung und Entfernen des Bohrers das Gasabsperrventil verschlossen werden. Vorteilhaft ist der Anschlussstutzen und auch das Gasabsperrventil sowohl mit dem Anbohrgerät als auch mit der Wechselschleuse und/oder anderen Teilen der Odorierungsvorrichtung kompatibel. Diese Kompatibilität betrifft insbesondere ein gemeinsames Befestigungssystem für eine trennbare Verbindung des Anbohrgeräts bzw. der Odorierungsvorrichtung, insbesondere durch eine gleiche Positionierung der Montageschrauben und/oder der Befestigungsschrauben.

Die Schleusenkammer kann einen hohlzylindrisch ausgebildeten Kammerabschnitt aufweisen, welcher sich entlang einer Hauptachse, insbesondere normal zur Gasleitung, erstreckt und einen Kammerdurchmesser aufweist. Durch die hohlzylindrische Ausbildung des Kammerabschnitts werden eine axiale Bewegbarkeit des Düsenstempels und gleichzeitig ein druckdichtes Abschließen des Düsenstempels mit der Kammerwand der Schleusenkammer ermöglicht. Auf diese Weise kann durch Einstellen eines Druckunterschiedes zwischen dem Schleusendruck auf der einen Seite des Düsenstempels und dem Ausgleichsdruck auf der anderen Seite des Düsenstempels eine axiale Bewegung des Düsenstempels innerhalb des Kammerabschnitts der Schleusenkammer erzeugt werden. Neben dem hohlzylindrisch ausgebildeten Kammerabschnitt kann die Schleusenkammer weitere, insbesondere in axialer Richtung benachbarte Abschnitte aufweisen, wie zum Beispiel eine stufenförmig ausgebildete Manschettenaufnahme oder eine, beispielsweise konisch oder stufenförmig ausgebildete, untere Begrenzung der Schleusenkammer.

Der Düsenstempel kann einen Stempeldurchmesser aufweisen, der gleich oder kleiner dem Kammerdurchmesser ist derart, dass der Düsenstempel zusammen mit der Odorierungsdüse entlang der Hauptachse in dem Kammerabschnitt in einer Axialbewegung bewegbar ist. Indem der Stempeldurchmesser möglichst ähnlich groß wie der Kammerdurchmesser gewählt wird, entsteht ein druckdichtes Abschließen zwischen Düsenstempel und Kammerwand. Hierbei ist ein geeigneter Kompromiss aus Dichtwirkung und Bewegbarkeit zu finden. Über eine oder mehrere am Außenumfang des Düsenstempels angeordnete Radialdichtungen kann eine axiale Bewegbarkeit erreicht werden, und gleichzeitig eine ausreichende Dichtwirkung erzielt werden.

Die Odorierungsvorrichtung kann derart ausgebildet sein, dass die Axialbewegung von einem auf eine Schleusenseite des Düsenstempels wirkenden Schleusendruck und/oder einem auf eine Leitungsseite des Düsenstempels wirkenden Ausgleichsdruck hervorgerufen wird. Auf diese Weise kann vorteilhaft die Axialbewegung BA - unter Berücksichtigung der Druckunterschiede in der Gasleitung und in der Umgebung - hervorgerufen werden. Hierbei kann durch Einstellen des Schleusendrucks und/oder des Ausgleichsdrucks, in Abhängigkeit der axialen Position der Odorierungsdüse, die axiale Bewegung in kontrollierter Weise erzeugt werden. Dieses kontrollierte Erzeugen der axialen Bewegung kann insbesondere manuell - das heißt über eine kontinuierliche Sichtprüfung der axialen Position der Odorierungsdüse, verbunden mit einem manuellen Betätigen des ersten und/oder zweiten Schleusenventils erfolgen. Insbesondere kann durch ein Beaufschlagen des ersten Steueranschlusses mit Stickstoff oder einem anderen Inertgas die Odorierungsdüse in einer Axialbewegung BA gegen den Ausgleichsdruck, der bei geöffnetem Absperrventil dem Leitungsdruck entspricht, in die Gasleitung geschoben werden.

Darüber hinaus sind auch Weiterbildungen denkbar, in denen in automatisierter Weise - beispielsweise durch ein automatisches Ansteuern des ersten und/oder zweiten Schleusenventils in Abhängigkeit einer gemessenen axialen Position der Odorierungsdüse - ein kontrolliertes Erzeugen einer axialen Bewegung in automatisierter Weise erfolgt.

Das Gasabsperrventil kann zwischen dem Anschlussstutzen und der Wechselschleuse angeordnet sein. Eine derartige Anordnung ermöglicht das druckdichte Verschließen der Stutzenbohrung und somit das Verschließen der durch den Anschlussstutzen geöffneten Gasleitung. Hierdurch wird ermöglicht, im verschlossenen Zustand des Gasabsperrventils die Odorierungsdüse zu wechseln, und darüber hinaus auch die gesamte Wechselschleuse zu entfernen, beispielsweise um diese zu reparieren oder durch ein anderes Gerät zu ersetzen. Das Gasabsperrventil kann sowohl mit dem Anschlussstutzen, als auch mit der Wechselschleuse, oder mit beiden trennbar verbindbar ausgebildet sein. Diese trennbaren Verbindungen können insbesondere als Schraubverbindung ausgebildet sein. Auch können vorteilhaft weitere mit dem Anschlussstutzen und/oder dem Gasabsperrventil kompatible Vorrichtungen, beispielsweise ein Anbohrgerät, an den Anschlussstutzen und/oder das Gasabsperrventil angeschlossen werden.

Zur Lösung der Aufgabe wird auch eine Odorierungsdüse mit einem Düsenstempel vorgeschlagen. Die Odorierungsdüse ist in einer Wechselschleuse bewegbar und ausgebildet und angeordnet, über die Wechselschleuse entnommen und eingesetzt zu werden. Der Düsenstempel kann an die Odorierungsdüse angeschweißt und so mit dieser fest verbunden sein. Durch den Düsenstempel kann die Odorierungsdüse vorteilhaft innerhalb der Wechselschleuse, insbesondere durch gezieltes Verändern des Schleusendrucks, bewegt werden. Auch stellt der Düsenstempel eine druckdichte, jedoch bewegbare Trennung zwischen dem Schleusenabschnitt und dem Leitungsabschnitt der Schleusenkammer her und ermöglicht so eine Bewegbarkeit der Odorierungsdüse bei unter Druck stehender Leitung. Die Odorierungsdüse kann durch die Wechselschleuse entnommen, ausgetauscht und eingesetzt werden.

Zur Lösung der Aufgabe wird auch eine Wechselschleuse mit einer Schleusenkammer vorgeschlagen, die für einen Einsatz in einer Odorierungsvorrichtung ausgebildet ist. Die Wechselschleuse weist ein Schleusenventil auf, das angeordnet und ausgebildet ist, einen Schleusendruck in einem Schleusenabschnitt der Schleusenkammer einzustellen. In der Wechselschleuse kann insbesondere durch das Schleusenventil in kontrollierter Weise ein Schleusendruck an den Leitungsdruck angeglichen werden, um die Odorierungsdüse in Richtung der Gasleitung in diese hineinzubewegen. Auch kann die Wechselschleuse ein Ausgleichsventil aufweisen. Durch das Ausgleichsventil kann der Ausgleichsdruck an den Umgebungsdruck angeglichen werden, insbesondere nachdem das Gasabsperrventil geschlossen wurde. Auch kann über das Schleusenventil und/oder das Ausgleichsventil eine kontrollierte Axialbewegung der Odorierungsdüse hervorgerufen werden.

In einer Weiterbildung der Wechselschleuse ist eine Verbindbarkeit zu einem Anschlussstutzen und/oder zu einem Gasabsperrventil vorgesehen. Dies kann eine Möglichkeit zur trennbaren Verbindung der Wechselschleuse zu einem Anschlussstutzen und/oder zu einem Gasabsperrventil beinhalten. Eine derartige Verbindbarkeit kann über eine verschraubte Flanschverbindung, Schraubverbindung oder dergleichen lösbare formschlüssige Verbindung gebildet werden. Hierdurch entsteht ein modularer Aufbau der Odorierungsvorrichtung und eine Verwendbarkeit der Odorierungsvorrichtung, insbesondere einzelner Komponenten wie dem Anschlussstutzen und/oder dem Gasabsperrventil, für andere Geräte, beispielsweise für ein Anbohrgerät.

Zur Lösung der Aufgabe wird auch ein Verfahren zum Betreiben einer erfindungsgemäßen Odorierungsvorrichtung vorgeschlagen, das ein Einleiten des Odorierungsmittels über die Odorierungsdüse in eine Gasleitung umfasst.

In einer Weiterbildung des Verfahrens ist vorgesehen, dass das Verfahren weiter die Schritte aufweist:

  • - Lösen der mechanischen Fixierung der Odorierungsdüse zum Bewegen der Odorierungsdüse (200) aus einer Fixierungsposition (SF) in eine Wechselposition (SW);
  • - Schließen des Gasabsperrventils;
  • - Kontrolliertes Angleichen des Ausgleichsdrucks auf das Niveau des Umgebungsdrucks; und
  • - Entnehmen der Odorierungsdüse aus der Wechselschleuse. Durch diese Weiterbildung des Verfahrens kann eine Odorierungsdüse vorteilhaft entnommen werden, ohne die Gasleitung außer Betrieb nehmen und/oder drucklos schalten zu müssen.

In einer Weiterbildung kann das Verfahren zusätzlich oder alternativ weiter den Schritt aufweisen:

  • Hervorrufen einer axialen Bewegung über ein kontrolliertes Einstellen des ersten Steuer-Gasstroms und/oder des zweiten Steuer-Gasstroms, insbesondere zum Bewegen der Odorierungsdüse aus einer Fixierungsposition in eine Wechselposition.

In einer Weiterbildung kann das Verfahren zusätzlich oder alternativ die Schritte aufweisen:

  • - Einsetzen einer Odorierungsdüse in die Wechselschleuse;
  • - Öffnen des Gasabsperrventils;
  • - Kontrolliertes Angleichen des Schleusendrucks auf das Niveau des Leitungsdrucks zum Bewegen der Odorierungsdüse aus einer Wechselposition in eine Fixierungsposition;
  • - Befestigen der mechanischen Fixierung der Odorierungsdüse. Durch diese Weiterbildung des Verfahrens kann eine Odorierungsdüse vorteilhaft in die Odorierungsvorrichtung eingesetzt werden, ohne die Gasleitung außer Betrieb nehmen und/oder drucklos schalten zu müssen.

In einer Weiterbildung kann das Verfahren zusätzlich oder alternativ weiter den Schritt aufweisen:

  • - Hervorrufen einer axialen Bewegung über ein kontrolliertes Einstellen des ersten Steuer-Gasstroms und/oder des zweiten Steuer-Gasstroms.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt in:

  • 1 eine Ausgestaltung einer Odorierungsvorrichtung,
  • 2 ein schematisches Ablaufdiagramm eines bevorzugten Verfahrens zum Betreiben einer Odorierungsvorrichtung.

1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Odorierungsvorrichtung 100. Die Odorierungsvorrichtung 100 weist einen Anschlussstutzen 110 auf, über den die weiteren Teile der Odorierungsvorrichtung 100 an einer Leitung 800 befestigt sind. Vorliegend ist der Anschlussstutzen 110 über eine Schweißverbindung 111 mit der Leitung 800 verbunden. Der Anschlussstutzen 110 ist derart angeordnet und ausgebildet, dass er eine gasführende Verbindung zwischen der Gasleitung 800 und der - mittelbar oder unmittelbar mit dem Anschlussstutzen 110 verbundenen - Wechselschleuse 120 herstellen kann. Hierzu weist der Anschlussstutzen 110 eine Stutzenbohrung BS auf, welche koaxial zu einer Hauptachse AH der Odorierungsvorrichtung 100 angeordnet ist und einen Bohrungsdurchmesser DB aufweist. Der Bohrungsdurchmesser DB ist gleich oder größer einem Düsendurchmesser DD einer Odorierungsdüse 200, um eine Bewegbarkeit der Odorierungsdüse 200 durch die Stutzenbohrung BS zu ermöglichen.

Die Odorierungsvorrichtung 100 weist weiter ein Gasabsperrventil 114 auf, welches über eine trennbare Verbindung 160, welche vorliegend als Schraubverbindung 161 ausgebildet ist, an dem Anschlussstutzen 110 befestigt ist. Das Gasabsperrventil 114 ist vorliegend als Absperrhahn 115 ausgebildet. Das Gasabsperrventil 114 ist ausgebildet, im geöffneten Zustand eine im Wesentlichen hohlzylindrische, koaxial zur Hauptachse AH angeordnete Absperrpassage 114.1 freizugeben. Die Absperrpassage 114.1 weist dabei einen Passagendurchmesser DP auf, der gleich oder größer einem Düsendurchmesser DD der Odorierungsdüse 200 ist, um ebenfalls eine axiale Bewegbarkeit der Odorierungsdüse 200 durch die Absperrpassage 114.1 zu ermöglichen. Im geschlossenen Zustand des Gasabsperrventils 114 ist die Absperrpassage 114.1 druckdicht geschlossen. Folglich kann in diesem geschlossenen Zustand das Gas SG nicht über den Anschlussstutzen 110 entweichen.

An das Gasabsperrventil 114 ist druckdicht eine Wechselschleuse 120 angeschlossen. Die Wechselschleuse 120 weist eine hohlzylindrische und koaxial zur Hauptachse AH angeordnete Schleusenkammer 122 mit einem Kammerdurchmesser DK auf. Der Kammerdurchmesser DK kann beispielsweise 28 mm betragen. An der dem Anschlussstutzen 110 gegenüberliegenden Stirnseite weist die Wechselschleuse 120 eine Dichtmanschette 126 auf, welche den radialen Zwischenraum zwischen der Odorierungsdüse 200 und einer Kammerwand 122.1 der Schleusenkammer 122 druckdicht verschließt. Vorliegend weist die Wechselschleuse 120 eine Manschettenaufnahme 126.1 auf, deren Durchmesser größer ist als der Kammerdurchmesser DK, so dass eine radiale Stufe entsteht. Durch die Manschettenaufnahme 126.1 kann die Dichtmanschette 126 aufgenommen und mittels eines Einschraubers 128 fixiert werden. Alternativ oder zusätzlich kann die Dichtmanschette 126 und/oder der Einschrauber 128 durch den auf der Wechselschleuse 120 befestigten Schleusendeckel 130 formschlüssig fixiert werden.

Der Schleusendeckel 130 weist eine Deckelbohrung BD auf, welche koaxial zu der Hauptachse AH angeordnet ist und derart ausgebildet ist, dass die Odorierungsdüse 200 durch die Deckelbohrung BD hindurchgeführt werden kann. Der Schleusendeckel 130 weist eine mechanische Fixierung 140, vorliegend in Form einer Gewindeverbindung, auf.

An der äußeren, der Wechselschleuse 120 abgewandten Stirnseite des Schleusendeckels 130, weist die Deckelbohrung BD dazu einen Gewindeabschnitt 132 auf. Der Gewindeabschnitt 132 ist ausgebildet zur Aufnahme einer Befestigungsschraube 133. Die Befestigungsschraube 133 weist eine Schraubenbohrung 133.1 auf, welche koaxial zur Hauptachse AH angeordnet und zur Aufnahme der Odorierungsdüse 133 ausgebildet ist. Die Befestigungsschraube 133 ist ausgebildet, die Odorierungsdüse 200 in einer axialen Position zu fixieren, insbesondere indem die Befestigungsschraube 133 durch Verschrauben in den Gewindeabschnitt 132 eine radiale Klemmkraft auf die Odorierungsdüse 200 aufbringt. Auch kann in einer bevorzugten Weiterbildung die Befestigungsschraube 133 ein Innengewinde in der Schraubenbohrung 133.1 aufweisen, das in ein entsprechendes Außengewinde an der Odorierungsdüse 200 eingreift. In diesem Fall kann die Befestigung mit einer Kontermutter 134, deren Innengewinde ebenfalls mit einem hier nicht dargestellten Außengewinde der Odorierungsdüse 200 eingreift, gesichert werden.

Die in 1 dargestellten axialen Zwischenräume sowohl zwischen dem Anschlussstutzen 110 und dem Gasabsperrventil 114 als auch zwischen dem Gasabsperrventil 114 und der Wechselschleuse 120 sind im montierten Zustand der Odorierungsvorrichtung 100 geschlossen und soll hier lediglich eine mögliche, modulare Ausführungsform verdeutlichen, in der das Gasabsperrventil 114 als separate Komponente mit sowohl dem Anschlussstutzen 110 als auch der Wechselschleuse 120 verbunden ist. Dasselbe gilt für den in 1 gezeigten axialen Zwischenraum zwischen der Wechselschleuse 120 und dem Schleusendeckel 130.

Die Odorierungsdüse 200 ist mit einem Düsenstempel 112 fest verbunden. Der Düsenstempel 112 ist innerhalb der Schleusenkammer 122 angeordnet und derart ausgebildet, dass eine Außenumfangsfläche 112.3 des Düsenstempels 112 druckdicht mit der Kammerwand 122.1 der Schleusenkammer 122 abschließt - gleichzeitig jedoch der Düsenstempel 112 axial entlang der Hauptachse AH innerhalb der Schleusenkammer bewegbar ist. Für ein solches druckdichtes Abschließen kann der Düsenstempel 112 eine oder mehrere Radialdichtungen 112.4 aufweisen.

Der Düsenstempel 112 teilt somit die Schleusenkammer in einen Leitungsabschnitt 122.2 und einen Schleusenabschnitt 122.1. Der Leitungsabschnitt 122.2 wird begrenzt von dem der Leitung 800 zugewandten Teil der Schleusenkammer 122 und einer Leitungsseite 112.2 des Düsenstempels 112. Der Schleusenabschnitt 122.1 wird begrenzt von dem dem Schleusendeckel 130 zugewandten Teil der Schleusenkammer 122 und einer der Leitungsseite 112.2 gegenüberliegenden Schleusenseite 112.1 des Düsenstempels 112.

Die Volumina von Leitungsabschnitt 122.2 und Schleusenabschnitt 122.1 sind somit veränderlich.

Die Wechselschleuse 120 weist ein Schleusenventil 141.1 und ein Ausgleichsventil 142.1 auf. Durch das Schleusenventil 141.1 kann ein erster Steuer-Gasstrom GS1 in die Schleusenkammer 122 hinein- oder hinausgeführt werden derart, dass ein Schleusendruck PS innerhalb des Schleusenabschnitts 122.1 eingestellt werden kann.

Durch das Ausgleichsventil 142.1 kann ein zweiter Steuer-Gasstrom GS2 in die Schleusenkammer 122 hinein- oder hinausgeführt werden derart, dass ein Ausgleichsdruck PA innerhalb des Leitungsabschnitts 122.2 eingestellt werden kann.

Durch das zielgerichtete Betätigen des ersten Schleusenventils 141.1 und des zweiten Schleusenventils 142.1 können der Schleusendruck PS und der Ausgleichsdruck PA eingestellt werden mit dem Ziel, dass sich der Düsenstempel 112 zusammen mit der Odorierungsdüse 200 in einer Axialbewegung BA entlang der Hauptachse AH bewegt. Wird über das zweite Schleusenventil 142.1 und somit über den zweiten Steuer-Gasstrom SG2 ein Ausgleichsdruck PA eingestellt, der größer ist als der Schleusendruck PS, so wirkt auf die Leitungsseite 112.2 des Düsenstempels 112 eine leitungsseitige Stempelkraft FL, die größer ist als eine entgegengerichtete, auf die Schleusenseite 112.1 des Düsenstempels 112 wirkende, schleusenseitige Stempelkraft FS. Folglich wird - sofern sich die Odorierungsdüse 200 in einem bewegbaren Zustand befindet - der Düsenstempel 112 zusammen mit der Odorierungsdüse 200 in Richtung des Schleusendeckels 130 bewegt. Sollte umgekehrt, insbesondere durch einen hinausströmenden zweiten Steuer-Gasstrom SG2 ein Ausgleichsdruck PA eingestellt werden, der niedriger ist als der Schleusendruck PS, wird sich folglich der Düsenstempel 112 zusammen mit der Odorierungsdüse 200 in Richtung der Leitung 800 bewegen.

Des Weiteren kann die Odorierungsvorrichtung 100 zusätzlich oder alternativ einen Zusatzsteueranschluss 143 mit einem Zusatzsteuerventil 143.1 aufweisen. Über diesen Zusatzsteueranschluss 143 kann ein Zusatzsteuer-Gasstrom SG3 in den Schleusenabschnitt 122.1 der Schleusenkammer 122 hinein- oder hinausgeführt werden um analog zum ersten, schleusenseitigen Steueranschluss 141 den Schleusendruck PS innerhalb des Schleusenabschnitts 122.1 zu beeinflussen. Hierzu kann der Zusatzsteuer-Gasstrom SG3 über das Zusatzsteuerventil 143.1, einen Zuführungskanal 143.2 und mindestens einen Zuführungsschlitz 126.2 in der Dichtmanschette 126, in den Schleusenabschnitt 122.1 strömen.

Analog kann die Axialbewegung BA auch über das erste Schleusenventil 141.1 und somit den ersten Steuer-Gasstrom SG1 gesteuert werden: Durch die Einstellung des Schleusendrucks PS relativ zum Ausgleichsdruck PA kann nämlich das Kräftegleichgewicht in axialer Richtung über und unter dem Düsenstempel 112 analog beeinflusst und somit die Axialbewegung BA beeinflusst werden.

Folglich kann - wenn die mechanische Fixierung 140 gelöst ist - durch das erste und/oder zweite Schleusenventil 141.1, 142.1 die Odorierungsdüse 200 aus der Leitung 800 und der Odorierungsvorrichtung 100 heraus- und ebenso in die Odorierungsvorrichtung 100 und in die Leitung 800 hineinbewegt werden. Dadurch kann die Odorierungsdüse 200 zwischen einer Fixierungsposition SF, in der sich eine Düsenspitze 204 und ein Dosierabschnitt 202 der Odorierungsdüse 200 innerhalb der Gasleitung 800 befinden, und einer Wechselposition SF, in der sich die Odorierungsdüse 200 vollständig außerhalb der Gasleitung 800, und auch außerhalb des Anschlussstutzens 110 und des Gasabsperrventils 114 befindet, hin und her bewegt werden.

Während des normalen Betriebs der Odorierungsvorrichtung 100, das heißt wenn ein Odorierungsmittel SO über den Dosierabschnitt 202 der Odorierungsdüse 200 in die Gasleitung 800 eingeleitet wird, befindet sich die Odorierungsdüse 200 in der Fixierungsposition SF. Über einen Odorierungseingang 210 gelangt das Odorierungsmittel SO in den Innenraum der Odorierungsdüse 200 und weiter über den eine Anzahl von Öffnungen aufweisenden Dosierabschnitt 202 zum Odorieren des Gases SG in die Gasleitung 800. Über hier nicht dargestelltes und stromaufwärts am Odorierungseingang 210 angeordnetes Odorierungsventil kann die Zuflussmenge des Odorierungsmittels SO und somit auch der Grad der Odorierung des Gases SG selektiv eingestellt werden.

In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Wechselschleuse 120 und der Schleusendeckel 130 über zwei Montageschrauben 131 an dem Gasabsperrventil 114 befestigt. Die Befestigung ist derart, dass die Befestigungsschrauben eine axiale Haltekraft zwischen dem Gasabsperrventil 114 und dem Schleusendeckel 130 aufbauen und dadurch die Wechselschleuse 120 zwischen dem Gasabsperrventil 114 und dem Schleusendeckel 130 gehalten wird. Weiterhin weist die Wechselschleuse 120 vier Schleusendurchgangsbohrungen 136.1 bis 136.4 auf, durch die die Montageschrauben 131 geführt werden, um die Wechselschleuse 120 zusätzlich in radialer Richtung, d.h. senkrecht zu Hauptachse AH, zu fixieren.

Die Odorierungsdüse 200 weist eine Düsenlänge LD auf, die sich von der Düsenspitze 204 bis zum Odorierungseingang 210 erstreckt. Die Düsenlänge LD kann beispielsweise 715 mm betragen. Die Odorierungsvorrichtung 100 - zumindest die sich vom Anschlussstutzen 110 bis zum Schleusendeckel 130 erstreckenden Teile der Odorierungsvorrichtung 100 - weisen eine Vorrichtungslänge LV auf. Die Vorrichtungslänge LV kann beispielsweise 406 mm betragen. Die Wechselschleuse 120 weist eine Schleusenlänge LS und einen Schleusendurchmesser DW auf. Die Schleusenlänge LS kann beispielsweise 316 mm betragen. Der Schleusendurchmesser DW kann beispielsweise 45 mm betragen.

Durch die modulare Aufteilung von Anschlussstutzen 110, Gasabsperrventil 114 und Wechselschleuse 120 wird erreicht, dass weitere Geräte an den Anschlussstutzen 110 und/oder das Gasabsperrventil 114 angeschlossen werden können. Insbesondere kann zur Herstellung einer Stutzenbohrung BS zunächst ein Anschlussstutzen 110, der noch keine derartige Bohrung aufweist, an die Leitung 800 angeschlossen, insbesondere angeschweißt werden. Im Anschluss daran kann an den Anschlussstutzen 110 ein Gasabsperrventil 114 und wiederum an das Gasabsperrventil 114 ein - hier nicht dargestelltes und insbesondere ebenfalls eine Schleusenfunktionalität aufweisendes - Anbohrgerät befestigt werden, um mit einem Bohrer eine Stutzenbohrung BS entlang der Hauptachse AH in den Anschlussstutzen 110 und eine Leitungswand 801 der Gasleitung 800 zu bohren. Nach Herstellung der Stutzenbohrung BS und dem Entfernen des Bohrers, insbesondere über eine Schleuse des Anbohrgerätes, kann das Gasabsperrventil 114 geschlossen werden und die Wechselschleuse 120 zusammen mit dem Schleusendeckel 130 und/oder weitere Teile der Odorierungsvorrichtung 100 angeschlossen werden.

2 zeigt ein schematisches Ablaufdiagramm eines bevorzugten Verfahrens zum Betreiben einer Odorierungsvorrichtung 100. Die nicht in 2 dargestellten Bezugszeichen beziehen sich auf die 1.

In einem ersten Schritt S1 befindet sich die Odorierungsdüse 200 im Betrieb. Das Gasabsperrventil 114 ist geöffnet; der Ausgleichsdruck PA entspricht folglich dem Leitungsdruck PL. Über den Odorierungseingang 210 wird ein Odorierungsmittel SO zugeführt, welches über die Odorierungsdüse 200 in die Gasleitung 800 geleitet wird. Vor dem Auswechseln der Odorierungsdüse 200 wird die Zuführung des Odorierungsmittels SO unterbrochen. Beispielsweise kann die Zufuhr des Odorierungsmittels SO an den Odorierungseingang 210 durch das Schließen eines hier nicht dargestellten Odorierungsventils unterbrochen werden.

In einem zweiten Schritt S2 wird die mechanische Fixierung 140 der Odorierungsdüse 200 durch ein Lösen der Kontermutter 134 und der Befestigungsschraube 133 gelöst. Hierzu kann durch ein kontrolliertes Lösen der mechanischen Fixierung 140 - und somit ein kontrolliertes Erhalten einer axialen Resthaltekraft - eine entsprechend kontrollierte axiale Aufwärtsbewegung der Odorierungsdüse 200 erzeugt werden. Hierbei wird die Odorierungsdüse 200 durch den auf die Leitungsseite 112.2 wirkenden Ausgleichsdruck PA, der bei geöffnetem Gasabsperrventil 114 dem Leitungsdruck PL entspricht, aus der Gasleitung 800 in Richtung der Wechselschleuse 120 in eine Wechselposition SW bewegt. Alternativ oder zusätzlich kann zum Erreichen einer kontrollierten axialen Aufwärtsbewegung vor dem Öffnen des Gasabsperrventils 114 der erste Steueranschluss 141 mit einem Druck beaufschlagt werden, der ungefähr dem Ausgleichsdruck PA entspricht oder geringfügig darunter liegt. Wenn der Schleusendruck PS gleich dem Ausgleichsdruck PA ist und somit - in dem Fall dass die Schleusenseite 112.1 und die Leitungsseite 112.2 des Düsenstempels eine gleich große Fläche aufweisen - die leitungsseitige Stempelkraft FL betragsmäßig gleich der schleusenseitigen Stempelkraft FS ist, befindet sich der Düsenstempel 112 in einem Kräftegleichgewicht.

Mit Erreichen einer Wechselposition SW hat sich die Odorierungsdüse vollständig aus der Gasleitung 800 und auch aus dem Gasabsperrventil 114 herausbewegt. Somit ist die Absperrpassage 114.1 freigegeben, so dass das Gasabsperrventil 114 geschlossen werden kann. Mit dem Schließen des Gasabsperrventils 114 ist die gasführende Verbindung zwischen der Gasleitung 800 und der Schleusenkammer 122 getrennt.

In einem dritten Schritt S3 kann nun ein zweiter Steuer-Gasstroms SG2 aus dem Leitungsabschnitt 122.2 der Schleusenkammer 122 geführt werden. Hierzu wird vorliegend das Ausgleichsventil 141.2 geöffnet. so dass der Ausgleichsdruck PA abfällt auf einen Wert, der annähernd dem Umgebungsdruck PU entspricht.

Nach Beenden des Angleichens des Schleusendrucks PS und des Ausgleichsdrucks PA herrscht in der Schleusenkammer 122 der Umgebungsdruck PU. In einem vierten Schritt S4 kann nun der Schleusendeckel 130 durch Lösen der Montageschrauben 131 gelöst und von der Wechselschleuse 120 abgenommen werden. Der Einschrauber 128 kann herausgeschraubt werden. Im Anschluss daran kann die Odorierungsdüse 200 zusammen mit dem Düsenstempel 112 und der Dichtmanschette 126 aus der Wechselschleuse 120 entnommen werden.

In einem fünften Schritt S5 kann nun die gereinigte oder reparierte Odorierungsdüse 200 oder eine neue Odorierungsdüse 200, die ebenfalls einen Düsenstempel 112 aufweist, in die Wechselschleuse 120 eingesetzt, insbesondere eingeschraubt, werden. Eine Dichtmanschette 126 kann vor dem Einsetzen auf die Odorierungsdüse 200 aufgesteckt, oder nach dem Einsetzen auf die Odorierungsdüse 200 aufgesetzt und in die Manschettenaufnahme 126.1 der Wechselschleuse 120 eingesetzt werden. Nach dem Einsetzen befindet sich die Odorierungsdüse 200 in der Wechselposition SW. Anschließend kann der Schleusendeckel 130 auf die Wechselschleuse 120 aufgesetzt und mittels der Montageschrauben 131 befestigt werden.

In einem sechsten Schritt S6 kann das Gasabsperrventil 114 geöffnet werden, so dass die Absperrpassage 114.1 freigegeben wird und eine gasführende Verbindung zwischen der Schleusenkammer 122 und der Gasleitung 800 hergestellt ist. Der Ausgleichsdruck PA erhöht sich damit von dem Niveau des Umgebungsdrucks PU auf das Niveau des Leitungsdrucks PL. Es ist vorteilhaft, das Gasabsperrventil 114 in kontrollierter Weise, insbesondere langsam zu öffnen, um ein impulsartiges, unkontrolliertes Eindringen von Gas SG in den Leitungsabschnitt 122.2 der Schleusenkammer 122 - und somit einen unkontrollierten Impuls auf den Düsenstempel 112 und die Odorierungsdüse 200 - zu vermeiden.

In einem siebten Schritt S7 kann durch gezieltes Einstellen des ersten Steuer-Gasstroms SG1 eine axiale Bewegung BA der Odorierungsdüse 200 hervorgerufen werden derart, dass sich die Odorierungsdüse 200 in Richtung der Gasleitung 800 bewegt. Hierzu wird, beispielsweise über einen hier nicht dargestellten Kompressor, einer Druckflasche oder dergleichen Druckquelle der erste Steuer-Gasstrom SG1 durch das geöffnete Schleusenventil 141.1 in den Schleusenabschnitt 122.1 der Wechselschleuse 122 geleitet, so dass der Schleusendruck PS ansteigt und größer wird als der Austauschdruck PA und somit ebenfalls größer wird als der Leitungsdruck PL. Der erste Steuer-Gasstrom SG1 kann ein Stickstoffstrom oder ein Inertgasstrom sein. Anschaulich erläutert wird durch den ersten Steuer-Gasstrom SG1 der Düsenstempel 112 und damit auch die Odorierungsdüse 200 gegen den Leitungsdruck PL in die Gasleitung 800 gedrückt. Sobald die Odorierungsdüse 200 die Fixierungsposition SF erreicht hat - dies kann beispielsweise über ein Anhalten der Bewegung der Odorierungsdüse 200 oder eine geeignete, außenliegende, insbesondere außerhalb der Wechselschleuse 120 und des Schleusendeckel 130 liegende Markierung an der Odorierungsdüse 200 festgestellt werden - wird die Axialbewegung BA durch Betätigen des ersten Schleusenventils 141.1 und/oder durch Einstellen des Steuer-Gasstroms SG1, gestoppt. Alternativ oder zusätzlich kann ein Stoppen der Axialbewegung BA bewirkt werden, indem der Düsenstempel 112 in der Fixierungsposition SF auf einem entsprechend angeordneten Absatz, insbesondere einer stufenartigen Verkleinerung des Kammerdurchmessers DK aufliegt, und sich somit die Odorierungsdüse 200 nicht weiter in Richtung der Gasleitung 800 bewegen kann. Vorliegend - dies ist in 1 dargestellt - ist eine untere Begrenzung 122.3 der Schleusenkammer 122 konisch ausgebildet, erfüllt jedoch auch eine solche begrenzende Funktion, indem sie die axiale Bewegung des Düsenstempels 112 entlang der Hauptachse AH in Richtung der Gasleitung 800 begrenzt.

In einem achten Schritt S8 kann nun die mechanische Fixierung 140 durch Aufsetzen und Anziehen der Befestigungsschraube 133 betätigt werden, sodass die Odorierungsdüse 200 in der Fixierungsposition SF gehalten wird - und zwar insbesondere unabhängig von den Druckverhältnissen in der Schleusenkammer 122. Durch Öffnen eines nicht dargestellten Odorierungsventils kann das Zuführen des Odorierungsmittels SG an den Odorierungseingang 210 wieder aufgenommen werden und somit das Gas SG odoriert werden. Das Wechseln der Odorierungsdüse 200 ist damit abgeschlossen.

Bezugszeichenliste

100
Odorierungsvorrichtung
110
Anschlussstutzen
111
Schweißverbindung
112
Düsenstempel
112.1
Schleusenseite des Düsenstempels
112.2
Leitungsseite des Düsenstempels
112.3
Außenumfangsfläche des Düsenstempels
112.4
Radialdichtung des Düsenstempels
114
Gasabsperrventil
114.1
Absperrpassage
115
Absperrhahn
118
Anschlusskammer
120
Wechselschleuse
122
Schleusenkammer
122.1
Schleusenabschnitt der Schleusenkammer
122.2
Leitungsabschnitt der Schleusenkammer
122.3
Untere Begrenzung der Schleusenkammer
123
Kammerwand
124
Entnahmeventil
126
Dichtmanschette
126.1
Manschettenaufnahme
128
Einschrauber
130
Schleusendeckel
131
Montageschraube
132
Gewindeabschnitt
133
Befestigungsschraube
134
Kontermutter
136.1-4
Erste bis vierte Schleusendurchgangsbohrung
140
Mechanische Fixierung
141
Erster, schleusenseitiger Steueranschluss
141.1
Schleusenventil
142
Zweiter, leitungsseitiger Steueranschluss
142.1
Ausgleichsventil
143
Zusatzsteueranschluss
143.1
Zusatzschleusenventil
143.2
Zuführungskanal
160
Trennbare Verbindung
161
Schraubverbindung
190
Anschlusselement
191
Anbohrvorrichtung
200
Odorierungsdüse
202
Dosierabschnitt
204
Düsenspitze
208
Innenraum der Odorierungsdüse
210
Odorierungseingang
800
Gasleitung
801
Leitungswand der Gasleitung
A
Außenseite der Odorierungsvorrichtung
AH
Hauptachse
AK
Kammerabschnitt
BA
Axialbewegung
BD
Deckelbohrung
BS
Stutzenbohrung
DB
Bohrungsdurchmesser
DK
Kammerdurchmesser
DP
Passagendurchmesser
DS
Stempeldurchmesser
DW
Schleusendurchmesser
FL
Leitungsseitige Stempelkraft
FS
Schleusenseitige Stempelkraft
LD
Düsenlänge
LS
Schleusenlänge
LV
Vorrichtungslänge
PA
Ausgleichsdruck
PL
Leitungsdruck
PS
Schleusendruck
PU
Umgebungsdruck
SD
Axiale Position der Odorierungsdüse
SF
Fixierungsposition
SG
Gas, zu odorierendes Gas
SG1
Erster Steuer-Gasstrom
SG2
Zweiter Steuer-Gasstrom
SG3
Zusatzsteuer-Gasstrom
SW
Wechselposition
U
Umgebung