Title:
Klebeband, insbesondere Wickelband
Kind Code:
U1


Abstract:

Klebeband, insbesondere Wickelband zum Ummanteln von Kabeln in Automobilen, mit einem längserstreckten Träger, und mit einer ein- oder beidseitig aufgebrachten Beschichtung auf Basis eines Klebstoffes, dadurch gekennzeichnet, dass in den Klebstoff größtenteils strukturstabile Hohlkörper mit einer Grammatur bis zu ca. 10 Masse-%, insbesondere bis zu ca. 5 Masse-%, bezogen auf die Klebstoffmasse, eingelagert sind.




Application Number:
DE202017100009U
Publication Date:
01/20/2017
Filing Date:
01/03/2017
Assignee:
certoplast Technische Klebebänder GmbH, 42285 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE202012104161U1N/A2014-02-05
DE60031332T2N/A2007-08-30



Foreign References:
EP20345762009-03-11
Other References:
Prüfrichtlinie LV 312 „Schutzsysteme für Leitungssätze in Kraftfahrzeugen“
LV 312
Norm LV 312
Attorney, Agent or Firm:
Andrejewski - Honke Patent- und Rechtsanwälte GbR, 45127, Essen, DE
Claims:
1. Klebeband, insbesondere Wickelband zum Ummanteln von Kabeln in Automobilen, mit einem längserstreckten Träger, und mit einer ein- oder beidseitig aufgebrachten Beschichtung auf Basis eines Klebstoffes, dadurch gekennzeichnet, dass in den Klebstoff größtenteils strukturstabile Hohlkörper mit einer Grammatur bis zu ca. 10 Masse-%, insbesondere bis zu ca. 5 Masse-%, bezogen auf die Klebstoffmasse, eingelagert sind.

2. Klebeband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlkörper vorzugsweise kugelförmig mit einem Durchmesser im Bereich von 5 µm bis 200 µm, insbesondere 5 µm bis 150 µm, ausgebildet sind.

3. Klebeband nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlkörper der Klebstoffmasse zudosiert und zusammen mit der Klebstoffmasse auf den Träger aufgebracht werden.

4. Klebeband nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlkörper während ihrer Verarbeitung maximal eine Volumenänderung im Bereich bis ca. ±20 %, insbesondere im Bereich bis ±10 %, bezogen auf ihr ursprüngliches Volumen, aufweisen.

5. Klebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Hohlkörper als geschlossenzellige Mikrohohlkugeln ausgebildet sind.

6. Klebeband nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrokohlkugeln eine spezifische Dichte von weniger als 0,8 g/cm3, insbesondere von 0,6 g/cm3 und weniger, aufweisen.

7. Klebeband nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrohohlkugeln als Glashohlkugeln, Polymerhohlkugeln sowie Kombinationen ausgelegt sind.

8. Klebeband nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikrohohlkugeln evakuiert sind.

9. Klebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung mit dem Klebstoff ein Auftragsgewicht auf den Träger von 20 g/m2 bis 150 g/m2 aufweist.

10. Klebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Geräuschdämpfung um wenigstens ca. 10 %, insbesondere um wenigstens ca. 20 %, gegenüber einem Klebeband gleichen Aufbaus ohne in den Klebstoff eingebrachte Hohlkörper gesteigert ist.

11. Klebeband nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Zugabe der Hohlkörper in den Klebstoff die Geräuschdämpfungsklasse von zuvor C bis auf D entsprechend LV 312 gesteigert ist.

12. Klebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger eine Dicke von weniger als 1 mm, insbesondere von 0,9 mm und weniger, vorzugsweise von 0,5 mm und weniger, aufweist.

13. Klebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass es handeinreißbar mit einer Querreißkraft von 10 N und weniger ausgebildet ist.

14. Klebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger aus einer Folie, einem Gewebe, einem Vlies, einem Gewirke einzeln oder in Kombination hergestellt ist.

15. Klebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebstoff aus beispielsweise Kautschuk oder Acrylat hergestellt ist und als Hotmelt, Dispersion oder Kombinationen auf den Träger aufgebracht ist.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Klebeband, insbesondere Wickelband zum Ummanteln von Kabeln in Automobilen, mit einem längserstreckten Träger, und mit einer ein- oder beidseitig aufgebrachten Beschichtung auf Basis eines Klebstoffes.

Klebebänder und insbesondere Wickelbänder zum Ummanteln von Kabeln in Automobilen müssen vielfältigen Anforderungen genügen. Hierzu gehört nicht nur eine leichte Abwickelbarkeit, weil die fraglichen Klebebänder bzw. Wickelbänder typischerweise von Hand um die zu ummantelnden Kabel gewickelt werden. Sondern die betreffenden Wickelbänder müssen auch erhöhten Temperaturen bis hin zu 150 °C oder noch mehr widerstehen. Darüber hinaus kommt es darauf an, dass die Kabelisolierung der zur ummantelnden Kabel durch den Einfluss des Klebebandes über längere Zeit nicht versprödet. Schließlich müssen die fraglichen Klebebänder bzw. Wickelbänder auch über eine gute Verträglichkeit gegenüber Chemikalien, insbesondere gegenüber Benzin, Öl oder vergleichbaren Medien beispielsweise im Motorraum verfügen.

Daneben kommt es auch darauf an, die Geräuschentwicklung gering zu halten. Tatsächlich sollen die mit dem Wickelband ummantelten Kabel innerhalb des Automobils hinsichtlich etwaiger Klapper- oder Schlaggeräusche im Betrieb akustisch gedämpft werden. Hierzu existieren im Stand der Technik eine Vielzahl an verschiedenen Vorgehensweisen, die sämtlich durch Modifikation des Trägers die gewünschte Geräuschdämpfung erzielen wollen. So ist es durch den gattungsbildenden Stand der Technik nach der EP 2 034 576 A1 bekannt, mit einem ersten und einem zweiten Träger zu arbeiten. Bei dem ersten Träger kann es sich um ein Aluminiumverbundmaterial handeln, während der zweite Träger aus einem Gewebe, insbesondere aus einem PET-Gewebe besteht.

Darüber hinaus sind auch andere Materialkombinationen denkbar, bei denen der erste Träger aus einer Kunststofffolie und der zweite Träger aus einem Gewebe besteht. Ebenso solche, bei welchen der ersten Träger aus einem Gewebe und der zweite Träger aus einem Vlies hergestellt sind. Dadurch soll einerseits die gewünschte Abriebfestigkeit erreicht werden und andererseits unter anderem eine hohe Geräuschdämpfung erzielt werden. Der hiermit verbundene herstellungstechnische Aufwand ist jedoch groß, weil die einzelnen Träger separat hergestellt und miteinander vereinigt werden müssen.

Eine andere Ausführungsvariante wird in dem Gebrauchsmuster DE 20 2012 104 161 U1 beschrieben. An dieser Stelle kommt ein aus einem Gewirk mit aus Garn gebildeten Maschen hergestellter Träger zum Einsatz. Außerdem umfasst der Träger in Querrichtung parallel zueinander verlaufende Schussfäden, welche in den Maschen des Gewirks gehalten werden. Auch in diesem Fall ist der herstellungstechnische Aufwand für den Träger beachtlich.

Die bekannten Ausführungsformen haben sich zwar grundsätzlich bewährt, wenn es darum geht, die zuvor beschriebenen Anforderungen und insbesondere die an sich widerstreitenden Zielsetzungen eines hohen Abriebschutzes einerseits und einer guten Geräuschdämpfung andererseits miteinander in Einklang zu bringen. Erkauft wird die Erfüllung dieser an sich gegensätzlichen Zielsetzungen damit, dass der herstellungstechnische Aufwand zur Realisierung des jeweiligen Trägers groß ist und folgerichtig die Klebebänder nur zu einem erhöhten Preis gegenüber bisher im Markt befindlichen Produkten angeboten werden können. Hinzu kommt, dass durch die speziellen Maßnahmen bei der Herstellung des Trägers das Gewicht des solchermaßen realisierten Klebebandes steigt oder steigen kann, so dass insgesamt die Handhabung schwierig wird. Hierzu trägt auch der Umstand bei, dass die zuvor beschriebenen und bekannten Klebebänder aufgrund ihrer speziellen Trägerkonstruktion praktisch nicht (mehr) von Hand einreißbar sind.

Die sogenannte Handeinreißbarkeit bzw. Quereinreißbarkeit in Querrichtung des längserstreckten Trägers und folglich auch des Klebebandes ist jedoch eine wesentliche Forderung von Kabelsatzherstellern, um die Verarbeitung insgesamt einfach zu halten und einen zusätzlichen Schneidevorgang beim Ablängen der einzelnen Klebebandstreifen entbehrlich zu machen. Als Kriterium für die Handeinreißbarkeit gilt dabei entsprechend dem Stand der Technik nach der DE 600 31 332 T2 eine sogenannte Querreißkraft von 10 N im Maximum. Das heißt, solange die Reißkraft bzw. Reißfestigkeit in Querrichtung des Klebebandes von weniger als 10 N vorliegt, wird das betreffende Klebeband insgesamt als handeinreißbar bezeichnet.

Die Geräuschdämpfung und etliche weitere Kriterien bei der Beurteilung von Wickelbändern zum Ummanteln von Kabeln in Automobilen sind in der Prüfrichtlinie LV 312 „Schutzsysteme für Leitungssätze in Kraftfahrzeugen“ (beispielsweise Ausgabe 2009) zusammengefasst. Die Prüfrichtlinie geht auf ein gemeinsames Regelwerk der Firmen Audi, BMW, Daimler, Porsche und VW zurück und enthält Prüfungsvorschriften sowie Kriterien und quantitative Angaben für in diesem Zusammenhang anwendungstechnisch wichtige Größen. Hierzu gehören unter anderem Temperaturklassen, das Geräuschdämpfungsverhalten und auch die Abriebbeständigkeit.

Entsprechend der LV 312 werden insgesamt fünf verschiedene Geräuschdämpfungsklassen A bis E voneinander unterschieden, die im Detail im zuvor bereits in Bezug genommenen Stand der Technik nach der EP 2 034 576 A1 beschrieben werden. Verwiesen sei hierzu unter anderem auf den dortigen Abschnitt [0034]. Die Geräuschdampfungsklasse A korrespondiert dabei zu „keiner Geräuschdämpfung“, während die Geräuschdämpfungsklasse E eine „sehr hohe Geräuschdämpfung“ widerspiegelt. Die in diesem Zusammenhang interessierende Klasse C gehört zu einer „mittleren Geräuschdämpfung“, während die Klasse D bereits eine „hohe Geräuschdämpfung“ signalisiert.

Die einzelnen Geräuschdämpfungsklassen spiegeln das Verhalten das Klebebandes bzw. des solchermaßen umwickelten Kabelsatzes und die Auswirkung des Klebebandes auf die Geräuschentwicklung wider, die als Geräuschdämpfung in dB(A) jeweils gemessen wird. Wie in der EP 2 034 576 A1 im Detail beschrieben, korrespondieren nun die einzelnen Geräuschdämpfungsklassen zu unterschiedlichen hiermit erreichten Geräuschdämpfungen, beispielsweise für die Klasse C von mehr als 5 bis 10 dB(A), wohingegen die Geräuschdämpfungsklasse D den Bereich von mehr als 10 bis 15 dB(A) widerspiegelt.

Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein derartiges Klebeband so weiterzuentwickeln, dass insgesamt eine hohe Geräuschdämpfung erreicht wird, und zwar unter Berücksichtigung eines konstruktiv gegenüber dem Stand der Technik vereinfachten Aufbaus.

Zur Lösung dieser technischen Problemstellung ist ein gattungsgemäßes Klebeband und insbesondere Wickelband zum Ummanteln von Kabeln in Automobilen erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass in den Klebstoff größtenteils strukturstabile Hohlkörper mit einer Grammatur bis zu ca. 10 Masse-% und insbesondere bis zu ca. 5 Masse-%, bezogen auf die Klebstoffmasse, eingelagert sind.

Die Strukturstabilität der Hohlkörper meint im Rahmen der Erfindung, dass die fraglichen Hohlkörper während ihrer Verarbeitung im Maximum eine Volumenänderung im Bereich bis ca. ±20 %, insbesondere bis maximal ±10 %, bezogen auf ihr ursprüngliches Volumen, aufweisen. Hierbei geht die Erfindung von der Erkenntnis aus, dass die fraglichen Hohlkörper typischerweise einer Klebstoffmasse zudosiert und zusammen mit der Klebstoffmasse auf den Träger aufgebracht werden. Das kann derart erfolgen, dass die Klebstoffmasse beispielsweise während der Dosierung und auch beim Auftrag auf den Träger erhitzt wird, wie man dies von sogenannten Hotmeltklebern kennt, die u. a. auf Basis von Acrylat oder Kautschuk auf diese Weise verarbeitet werden, und zwar im Allgemeinen durch einen Düsenauftrag oder durch Walzen.

Dabei werden Verarbeitungstemperaturen deutlich oberhalb von 100 °C oder sogar 150 °C und mehr beobachtet. Die größtenteils strukturstabile Auslegung der Hohlkörper bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich aufgrund der erhöhten Temperatur zwangsläufig einstellende Volumenänderungen der Hohlkörper im beschriebenen Bereich bewegen und im Maximum ±20 % bezogen auf das ursprüngliche Volumen nicht überschreiten. Vorzugsweise werden sogar nur Volumenänderungen von ±10 % im Maximum beobachtet.

Neben einem solchen beispielsweise Walzen- oder Düsenauftrag in heißem und fließfähigem Zustand ist es natürlich auch denkbar, den Klebstoff mit den eingebrachten strukturstabilen Hohlkörpern als Dispersion auf den Träger aufzutragen. In diesem Fall drückt die größtenteils strukturstabile Auslegung der Hohlkörper aus, dass die Hohlkörper ihr Volumen ebenfalls praktisch nicht oder nur im vorgeschriebenen Bereich bis maximal ±20 % Volumenänderung verändern, was durch den Kontakt mit einem zwangsläufigen Lösemittel bei solchen Dispersionen grundsätzlich möglich ist. Jedenfalls sind die Hohlkörper in diesem Sinne größtenteils strukturstabil ausgelegt und im Klebstoff typischerweise gleichmäßig verteilt angeordnet. Das ergibt sich schon aufgrund der beschriebenen Auftragsverfahren für den Klebstoff.

Außerdem stellt die größtenteils strukturstabile Auslegung der Hohlkörper sicher, dass diese nach wie vor geschlossenzellig ausgebildet sind, und zwar auch bei dem fertigen Klebeband. Die Hohlkörper können beispielsweise beim Verarbeitungsprozess des Klebstoffes nicht „platzen“ oder sonst wie zerstört werden. Der auf diese Weise sichergestellte geschlossenzellige Charakter der Hohlkörper sorgt in Verbindung mit ihrer Grammatur von bis zu 10 Masse-% bezogen auf die Klebstoffmasse insgesamt dafür, dass besondere Vorteile und Eigenschaften für das solchermaßen ausgerüstete erfindungsgemäße Klebband beobachtet werden.

Zu diesen Vorteilen gehört nicht nur ein verringerter Einsatz von Klebstoff im Vergleich zu einer Variante, die auf die fraglichen Hohlkörper verzichtet. Tatsächlich kann die eingesetzte Masse an Klebstoff um bis zu ca. 10 Masse-% durch dessen teilweise Substitution seitens der Hohlkörper verringert werden, so dass als Folge hiervon auch der Klebstoffverbrauch entsprechend sinkt. Zugleich wird hierdurch das Gesamtgewicht eines solchermaßen ausgelegten Klebebandes positiv beeinflusst. Denn die Hohlkörper verfügen mit einer spezifischen Dichte von weniger als 0,8 g/cm3 über eine deutlich geringere Dichte als beispielsweise Acrylatklebstoff mit einer Dichte von ca. 1g/cm3. Als besonderer Vorteil ist weiter zu berücksichtigen, dass die in den Klebstoff eingebrachten Hohlkörper zu einer im Vergleich zu einer Beschichtung mit Klebstoff ohne Hohlkörper signifikanten Geräuschdämpfung korrespondieren.

Tatsächlich liegt erfindungsgemäß die Geräuschdämpfung um wenigstens ca. 10 % höher im Vergleich zu einem Klebeband gleichen Aufbaus ohne in den Klebstoff eingebrachte Hohlkörper. Beispielsweise kann durch die Zugabe der Hohlkörper in den Klebstoff bei ansonsten gleichem Aufbau des Klebebandes die Geräuschdämpfungsklasse gesteigert werden, beispielsweise von der Geräuschdämpfungsklasse C ohne Hohlkörper bis zur Geräuschdämpfungsklasse D mit eingelagerten Hohlkörpern, jeweils gemessen entsprechend der zuvor bereits beschriebenen Norm LV 312.

Das alles gelingt, ohne den Träger im beschriebenen Vergleichsfalls in irgendeiner Weise zu ändern respektive einen speziellen Trägeraufbau zu wählen oder wählen zu müssen. Vielmehr hat es sich als günstig erwiesen, wenn ein üblicher und einlagiger Träger zum Einsatz kommt, der typischerweise eine Dicke von weniger als 1 mm, insbesondere von 0,9 mm und weniger aufweist. Vorzugsweise kann die Dicke des Trägers sogar auf 0,5 mm und weniger eingestellt werden.

Als geeignete Trägermaterialien haben sich grundsätzlich ganz verschiedene Werkstoffe und Ausführungsformen als geeignet für die Erfindung erwiesen. So kann es sich bei dem Träger um eine Folie, ein Gewebe, insbesondere ein PET-Gewebe, ein Vlies, ein Gewirke, ein Nähvlies, ein Nähgewirke, ein Kettengewirke etc. einzeln oder in Kombinationen handeln. Das heißt, der Träger kann prinzipiell auch zwei oder mehrschichtig aufgebaut sein. Im Regelfall ist jedoch ein solcher mehrlagiger bzw. mehrschichtiger Aufbau nicht erforderlich, weil erfindungsgemäß anstelle des Trägers oder ergänzend hierzu primär die Beschichtung mit dem Klebstoff durch die eingelagerten strukturstabilen Hohlkörper für die gewünschte Geräuschdämpfung sorgt.

Der Träger als solcher kann dagegen größtenteils in Richtung auf einen möglichst hohen Abriebschutz ausgelegt werden. Das gelingt insbesondere für den Fall, dass an dieser Stelle ein Gewebe zum Einsatz kommt. Beispielsweise mag es sich bei dem Gewebe um ein Polyester- oder Polyamidgewebe handeln, das eine besonders hohe Abriebbeständigkeit aufweist. Das Flächengewicht des auf diese Weise realisierten Trägers mag in diesem Zusammenhang im Bereich von 100 g/m2 bis 200 g/m2 angesiedelt sein. Tatsächlich werden in diesem Kontext Abriebbeständigkeiten der Abriebschutzklasse D oder auch sogar der Abriebschutzklasse E entsprechend der Norm LV 312 beobachtet.

Das alles gelingt vorteilhaft unter gleichzeitiger Beibehaltung bzw. Einstellung der erforderlichen Handeinreißbarkeit. Das heißt, das erfindungsgemäße Klebeband ist nach bevorzugter Ausführungsform handeinreißbar ausgelegt. Hierunter ist im Rahmen der Erfindung eine Reißkraft in Querrichtung des Klebebandes von im Maximum 10 N gemeint, wie dies im zuvor bereits referierten Stand der Technik nach derDE 600 31 332 T2 im Detail beschrieben wird. Das heißt, auf Basis der erfindungsgemäßen Vorschrift zur Herstellung des entsprechenden Klebebandes lassen sich prinzipiell die verschiedenen und gegenläufigen Anforderungen eines einerseits ausreichenden Abriebschutzes mit einer hinlänglichen Geräuschdämpfung vereinigen, und zwar bei zugleich einfachem und kostengünstigem Aufbau.

Hinzu kommt, dass das erfindungsgemäße Klebeband handeinreißbar ausgelegt werden kann und insgesamt über eine geringe Flächenmasse verfügt, die typischerweise für das gesamte Klebeband unterhalb von 400 g/m2 und bevorzugt sogar bei 350 g/m2 und weniger angesiedelt ist. Das erklärt sich aufgrund der Tatsache, dass der Träger im Allgemeinen eine Flächenmasse bzw. ein Flächengewicht von 100 g/m2 bis 200 g/m2 aufweist. Die Klebebeschichtung mit den eingelagerten und größtenteils strukturstabilen Hohlkörpern verfügt vorzugsweise über eine Auftragsmasse bzw. ein Auftragsgewicht auf den Träger von 20 g/m2 bis 150 g/m2, so dass sich das zuvor erläuterte Gesamtgewicht erklärt. Dieses geringe Gesamtgewicht begünstigt die Handhabung.

Von besonderer weiterer Bedeutung im Rahmen der Erfindung ist nun der Umstand, dass die in den Klebstoff eingelagerten sowie größtenteils strukturstabilen Hohlkörper eine Grammatur bezogen auf die Klebstoffmasse von bis zu 10 Masse-% im Maximum und insbesondere bis zu ca. 5 Masse-% im Maximum aufweisen. Durch diese Vorschrift wird sichergestellt, dass die einzelnen Hohlkörper bei einer gleichmäßigen Verteilung innerhalb der Klebstoffmasse einen ausreichenden Abstand zueinander aufweisen. In Verbindung mit ihrem geschlossenzelligen Charakter wird dadurch zugleich die gewünschte und verbesserte Geräuschdämpfung im Vergleich zu einem Klebeband gleichen Aufbaus ohne in den Klebstoff eingelagerte Hohlkörper beobachtet. Gleichzeitig gewährleistet die Begrenzung auf 10 Masse-% im Maximum, dass der Klebstoff mit den zudosierten Hohlkörpern wie beschrieben und herkömmlich verarbeitet werden kann.

Tatsächlich sorgt die Obergrenze von 10 Masse-% an Hohlkörpern einerseits dafür, dass die einzelnen Hohlkörper nicht „zu nahe“ zueinander in der Matrix aus dem Klebstoff bzw. der Klebstoffmasse angeordnet sind. Nur so können sie für die gewünschte Geräuschdämpfung sorgen. Außerdem würde eine zu geringe Beabstandung und folglich eine größere Grammatur die Schicht aus dem Klebstoff schwächen, so dass diese reißen könnte.

Bei der gewünschten Wirkung zur Geräuschdämpfung geht die Erfindung von der Erkenntnis aus, dass die einzelnen geschlossenzelligen Hohlkörper bei einer auftreffenden akustischen Welle für eine gewünschte Inhomogenität der Klebstoffmasse in der Ausbreitungsrichtung der akustischen Welle und dafür sorgen, dass die Wellenfront sich nicht homogen durch die Beschichtung aus dem Klebstoff ausbreiten kann. Vielmehr trifft die akustische Welle auf ihrem Weg durch die Beschichtung insgesamt auf die Hohlkugeln, die die akustische Welle nicht weiterleiten bzw. wunschgemäß dämpfen. Zugleich stellt die Begrenzung auf 10 Masse-% im Maximum sicher, dass die Beschichtung aus dem Klebstoff mechanisch nach wie vor belastbar ist und nicht reißt sowie über die nötige Flexibilität verfügt, wenn es darum geht, das Klebeband als Wickelband um die zu ummantelnden Kabel herumzuführen. Schließlich stellt die Begrenzung auf 10 Masse-% im Maximum sicher, dass die Klebstoffmasse mit den zudosierten Hohlkörpern nach wie vor und unverändert nach den herkömmlichen Verfahren, beispielsweise im Düsenverfahren, im Walzenauftragsverfahren, in Gestalt einer Dispersion usw. auf den Träger aufgebracht werde kann. Das heißt, etwaige Modifikationen an den Auftragsverfahren sind ausdrücklich nicht erforderlich.

Um die wunschgemäße Wirkung bzw. Geräuschdämpfungswirkung bei dem erfindungsgemäßen Klebeband prinzipiell beobachten zu können, hat es sich darüber hinaus bewährt, wenn die größtenteils strukturstabilen Hohlkörper mit einer Grammatur von wenigstens 2 Masse-% im Minimum in den Klebstoff eingelagert sind. Ansonsten lässt sich die gewünschte geräuschdämpfende Wirkung nicht oder praktisch nicht beobachten. Solange jedoch das beschriebene Intervall für die Grammatur der Hohlkörper im Bereich von ca. 2 Masse-% bis 10 Masse-% eingehalten wird, gestaltet sich die Verarbeitung der solchermaßen ausgerüsteten Klebstoffmasse unproblematisch und werden zugleich die gewünschten geräuschdämpfenden Wirkungen beobachtet, die im Endeffekt darauf hinauslaufen, dass die Geräuschdämpfung um wenigstens ca. 10 % gegenüber einem Klebeband gleichen Aufbaus ohne in den Klebstoff eingebrachte Hohlkörper gesteigert ist. Tatsächlich kann sogar eine Steigerung der Geräuschdämpfung von 20 % und mehr beobachtet werden.

Die Hohlkörper als solche sind vorteilhaft kugelförmig ausgelegt, wenngleich die Erfindung grundsätzlich jedwede Raumformen für die Hohlkörper zulässt. Bewährt und als besonders günstig erwiesen haben sich jedoch Hohlkörper mit kugelförmigem Charakter, da sich diese besonders einfach verarbeiten lassen. Denn die Hohlkörper verhalten sich unter dieser Voraussetzung wie vergrößerte Flüssigkeitstropfen innerhalb der Klebstoffmasse, so dass Beeinträchtigungen bei der Verarbeitung und dem Auftrag auf den Träger nicht zu beobachten sind. Das gilt erst recht unter Berücksichtigung einer vorteilhaften Ausgestaltung der vorzugsweise kugelförmigen Hohlkörper derart, dass diese mit einem Durchmesser im Bereich von 5 µm bis 200 µm und insbesondere im Bereich von 5 µm bis 150 µm ausgebildet sind. Denn dadurch verfügen die Hohlkörper über eine geringe Größe bzw. einen geringen Durchmesser und sind folglich als insgesamt Mikrohohlkörper bzw. Mikrohohlkugeln ausgelegt.

Das heißt, bei den Hohlkörpern handelt es sich vorteilhaft um geschlossenzellige Mikrohohlkugeln. Diese Mikrohohlkugeln verfügen darüber hinaus bevorzugt über eine spezifische Dichte von weniger als 0,8 g/cm3. Insbesondere wird sogar eine spezifische Dichte von 0,6 g/cm3 und weniger beobachtet. Jedenfalls liegt die spezifische Dichte der Hohlkörper deutlich unterhalb derjenigen des Klebstoffes, in dem sie eingebettet sind.

Solche Mikrohohlkugeln sind generell verfügbar und werden beispielsweise von der Firma 3M angeboten. Tatsächlich kann es sich bei den Mikrokohlkugeln um Glashohlkugeln, Polymerhohlkugeln sowie Kombinationen handeln. Sofern Glaskohlkugeln zum Einsatz kommen, handelt es sich um solche, die regelmäßig aus wasserunlöslichem chemisch stabilen Borsilikatglas hergestellt sind. Bisher werden solche Mikrohohlkugeln als Füllstoff in Farben oder Lacken eingesetzt. Durch ihre Ausprägung eignen sie sich auch zur Einlagerung in Hotmelts oder Klebstoffdispersionen und verhalten sich hierin größtenteils neutral.

Die Mikrohohlkugeln können zur Verbesserung des Geräuschdämpfungsverhaltens des solchermaßen ausgerüsteten Klebstoffes ganz oder teilweise evakuiert sein. Hierbei geht die Erfindung von der weiteren Erkenntnis aus, dass ganz oder teilweise evakuierte Hohlkörper bzw. Mikrohohlkugeln aufgrund des in ihrem Innern herrschenden Vakuums auftreffenden Schall praktisch nicht oder nur geringfügig weiterleiten, weshalb sich das gesteigerte Geräuschdämpfungsverhalten erklärt.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • EP 2034576 A1 [0003, 0009, 0010]
  • DE 202012104161 U1 [0005]
  • DE 60031332 T2 [0007, 0022]

Zitierte Nicht-Patentliteratur

  • Prüfrichtlinie LV 312 „Schutzsysteme für Leitungssätze in Kraftfahrzeugen“ [0008]
  • LV 312 [0009]
  • Norm LV 312 [0018]
  • Norm LV 312 [0021]