Title:
Vorrichtung zum Auffangen von staubenden Baustoffen
Kind Code:
U1


Abstract:

Vorrichtung (1) zum Auffangen von staubenden Baustoffen, insbesondere asbesthaltigen Baustoffen, mit einer ersten Öffnung (2), einer zweiten, insbesondere der ersten Öffnung (2) gegenüberliegenden, Öffnung (3), einen Aufnahmebereich (4) zum Auffangen der staubenden Stoffe und einem Saugraum (5) zum Absaugen von Stäuben, wobei die erste Öffnung (2) in den Aufnahmebereich (4) mündet, wobei die zweite Öffnung (3) den Aufnahmebereich (4) mit dem Saugraum (5) verbindet, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmebereich (4) mit dem Saugraum (5) über einen Bypasskanal (6) verbunden ist.




Application Number:
DE202017006697U
Publication Date:
01/25/2018
Filing Date:
12/21/2017
Assignee:
GSA Gesellschaft zur Sanierung von Altlasten mbH, 63263 (DE)
International Classes:



Other References:
VDI 3492
Attorney, Agent or Firm:
Keil & Schaafhausen Patent- und Rechtsanwälte PartGmbB, 60323, Frankfurt, DE
Claims:
1. Vorrichtung (1) zum Auffangen von staubenden Baustoffen, insbesondere asbesthaltigen Baustoffen, mit einer ersten Öffnung (2), einer zweiten, insbesondere der ersten Öffnung (2) gegenüberliegenden, Öffnung (3), einen Aufnahmebereich (4) zum Auffangen der staubenden Stoffe und einem Saugraum (5) zum Absaugen von Stäuben, wobei die erste Öffnung (2) in den Aufnahmebereich (4) mündet, wobei die zweite Öffnung (3) den Aufnahmebereich (4) mit dem Saugraum (5) verbindet, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmebereich (4) mit dem Saugraum (5) über einen Bypasskanal (6) verbunden ist.

2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der zweiten Öffnung (3) und/oder dem Saugraum (5) ein Kreuzgitter (9) vorgesehen ist.

3. Vorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bypasskanal (6) innerhalb eines Haltegriffes (7) ausgebildet ist.

4. Vorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Öffnung (2) zumindest eine gradlinig verlaufende Kante aufweist, welche vorzugsweise mit Borsten versehen ist.

5. Vorrichtung (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Öffnung (2) einen rechteckigen Querschnitt aufweist.

6. Vorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich an die erste Öffnung (2) eine dritte Öffnung (8) anschließt, die in den Aufnahmebereich mündet (4) und deren Querschnitt mit dem Querschnitt der ersten Öffnung (2) einen Winkel von weniger als 180° einschließt.

7. Vorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Aufnahmebereichs von der ersten Öffnung zur zweiten Öffnung hin kleiner wird.

8. Vorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Bypasskanals (6) kleiner als der Querschnitt der zweiten Öffnung (3) ist.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auffangen von staubenden Baustoffen, insbesondere asbesthaltigen Baustoffen, mit einer ersten Öffnung, einer zweiten, insbesondere der ersten Öffnung gegenüberliegenden, Öffnung, einen Aufnahmebereich zum Auffangen der staubenden Stoffe und einem Saugraum zum Absaugen von Stäuben, wobei die erste Öffnung in den Aufnahmebereich mündet, wobei die zweite Öffnung den Aufnahmebereich mit einem Saugraum verbindet.

Renovierungsarbeiten, wie Abbruch-, Sanierung, und Instandhaltungsarbeiten, erfordern regelmäßig die Entfernung von Baustoffen, wie Putz, Mörtel, Fliesen oder ähnlichem. Dabei kommt es zwangsläufig zu Staubfreisetzungen, welche regelmäßig unerwünscht sind. Stäube sind dabei in der Luft suspendierte ferste Partikel der Baustoffe.

Insbesondere bei gesundheitsgefährdenden Baustoffen und Stäuben, bspw. asbesthaltigen Baustoffen, sind umfangreiche Maßnahmen zu treffen, um eine Freisetzung der Baustoffe bzw. Stäube zu verhindern. Neben den gesetzlichen Vorschriften liefern die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) praxisnahe Vorschläge für den Umgang mit solchen Gefahrstoffen. Für asbesthaltige Baustoffe ist die TRGS 519 maßgeblich. Neben den dort angegebenen organisatorischen Maßnahmen sind für die eigentlichen Renovierungsarbeiten eine Reihe von Vorbereitungshandlungen vorzunehmen.

So muss der eigentliche Arbeitsbereich räumlich abgetrennt und an eine Kammerschleuse angeschlossen werden, sodass im Arbeitsbereich freigesetzte Baustoffe und Stäube nicht in die Umwelt gelangen können. Üblicherweise wird dazu auch ein Unterdruckhaltegerät angeschlossen, welches im Arbeitsbereich einen Unterdruck erzeugt, sodass auch bei Beschädigung der räumlichen Abtrennung keine Freisetzung der Baustoffe und Stäube aus dem Arbeitsbereich erfolgt.

Ferner sind die im Arbeitsbereich tätigen Fachkräfte mit entsprechenden Schutzanzügen und Atemschutzmasken aus zu starten, sodass diese von den gesundheitsgefährdenden Baustoffen und Stäuben geschützt sind.

Unabhängig von diesen Vorkehrungen ist es wünschenswert, die Freisetzung von Stäuben während der Arbeitsvorgänge bereits an der Quelle, d.h. in der Nähe der durchgeführten Arbeiten, nach Möglichkeit zu minimieren, weshalb oftmals ein zusätzlicher Absaugschlauch von den Fachkräften verwendet wird. Dabei wird der Absaugschlauch möglichst nah an die Expositionsquelle gehalten, sodass die freigesetzten Stäube sich nicht im abgeschlossenen Arbeitsbereich verteilen, sondern direkt abgesaugt und damit abgeleitet werden. Dies minimiert auch den Reinigungsaufwand im abgetrennten Arbeitsbereich selbst und schützt die Fachkräfte vor übermäßiger Exposition der gesundheitsgefährdenden Baustoffe und Stäube.

Nicht in der Luft suspendierte Baustoffe müssen im Arbeitsbereich aufgefangen, gesammelt und entsorgt werden. Die dabei zwangsläufig auftretenden Staubfreisetzungen sind dabei trotz der oben beschriebenen Vorkehrungen aus mehreren Gründen unerwünscht. So verschmutzt der abgetrennte Arbeitsbereich durch die zusätzliche Staubfreisetzung, was eine aufwendigere Endreinigung des Arbeitsbereichs erforderlich macht. Ferner werden die Fachkräfte den zusätzlich freigesetzten Stäuben ausgesetzt, was es bei gesundheitsgefährdenden Baustoffen und Stäuben zu vermeiden gilt.

Es stellt sich daher die Aufgabe, eine Vorrichtung bereitzustellen, welche die Staubfreisetzung beim Auffangen von staubenden Baustoffen verhindert oder zumindest verringert.

Diese Aufgabe wird mit einer Vorrichtung gemäß dem Anspruch 1 gelöst. Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich zum Auffangen von staubenden Baustoffen, insbesondere asbesthaltigen Baustoffen und weist eine erste Öffnung und eine, insbesondere der ersten Öffnung gegenüberliegende, zweite Öffnung auf. Ferner sind ein Aufnahmebereich zum Auffangen der staubenden Stoffe und ein Saugraum zum Absaugen von Stäuben vorgesehen. Dabei mündet die erste Öffnung in den Aufnahmebereich und die zweite Öffnung verbindet Aufnahmebereich mit dem Saugraum. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der Aufnahmebereich mit dem Saugraum über einen Bypasskanal verbunden ist.

Über die erste Öffnung können Bauteile aufgefangen werden und in den im Aufnahmebereich gelangen. Durch die zweite Öffnung können die beim Auffangen der Bauteile entstehenden Stäube aus dem Aufnahmebereich in den Saugraum abgesaugt werden. Dafür kann der Saugraum mit einem entsprechenden Absaugschlauch verbunden werden, der die Stäube in bekannter Weise abführt. Da die zweite Öffnung, welche den Aufnahmebereich und den Saugraum verbindet, von den Bauteilen verstopft werden kann, ist der Bypasskanal vorgesehen, der die Aufnahmebereich und den Saugraum zusätzlich verbindet. Über den Bypasskanal wird daher ein Absaugen der Stäube aus dem Aufnahmebereich auch dann sichergestellt, wenn ein Absaugen durch die zweite Öffnung nicht möglich ist. Daher wird die Staubfreisetzung beim Auffangen von staubenden Baustoffen verhindert oder zumindest verringert.

Für Saugraum ist es wesentlich, eine Anschlussmöglichkeit für einen Absaugeschlauch bereitzustellen. Daher ist die Form und die Größe des Saugraums an die Anschlüsse gängiger Absaugeschläuche anzupassen. Die Absaugeschläuche weisen regelmäßig Durchmesser von wenigstens 100 mm auf, um

Ist es bevorzugt, wenn in der zweiten Öffnung und/oder dem Saugraum ein Kreuzgitter vorgesehen ist. Dies verhindert, dass Baustoffe durch die zweite Öffnung und/oder den Saugraum eindringen und das Absaugen der Stäube blockieren. Als Kreuzgitter im Sinne der vorliegenden Anmeldung ist jede Vorrichtung zu verstehen, welche durchlässig ist für Baustoffe und Stäube mit einem mittleren Teilchendurchmesser von unterhalb 90 mm, vorzugsweise unterhalb 60 mm, besonders bevorzugt unterhalb 45 mm und undurchlässig ist für Baustoffe und Stäube mit einem mittleren Teilchendurchmesser von oberhalb 90 mm, vorzugsweise unterhalb 60 mm, besonders bevorzugt unterhalb 45 mm. Das Kreuzgitter kann im einfachsten Fall von zwei orthogonal zueinander ausgerichteten Stäben gebildet werden. Alternativ dazu ist es auch denkbar, mehrere parallel und/oder orthogonal zueinander ausgerichtete Stäbe oder andere bekannte Gitterstrukturen zu verwenden. Vorzugsweise besteht das Kreuzgitter aus einem Metallwerkstoff, bspw. Eisen, Aluminium oder Stahl.

Nach einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Bypasskanal innerhalb eines Haltegriffes ausgebildet. Entsprechend weist die Vorrichtung einen hohlen Haltegriff auf, der vorzugsweise den Aufnahmebereich und den Saugraum miteinander verbindet. Dies erlaubt eine besonders einfache und damit kostengünstige Ausgestaltung der Vorrichtung, wobei gleichzeitig die Handhabung der Vorrichtung besonders anwendungsfreundlich ist.

In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung, weist die erste Öffnung zumindest eine gradlinig verlaufende Kante auf. Eine solche Kante erlaubt es, die Vorrichtung im Wesentlichen formschlüssig mit der gradlinig verlaufenden Kante an eine Arbeitsoberfläche anzulegen. Daher können von der Oberfläche abgelöste staubende Baustoffe einfach in die erste Öffnung in den Aufnahmebereich gelangen, insbesondere wenn die Baustoffe von der Arbeitsoberfläche abgelöst werden. Daher ist diese Ausführung insbesondere dann bevorzugt, wenn plattenförmige Bauteile von der Arbeitsoberfläche abgelöst werden sollen, wie dies bspw. beim Ablösen von Wandfließen der Fall ist.

In Weiterführung dieses Gedankens ist die gradlinig verlaufende Kante der ersten Öffnung mit Borsten versehen, sodass von der ersten Öffnung herabfallende Baustoffe von den Borsten aufgefangen werden. Auch nehmen die Borsten zusätzlich Stäube auf, welche von den Borsten einfach und mit geringem Aufwand entfernt werden können.

Besonders bevorzugt ist es, die erste Öffnung mit einem rechteckigen Querschnitt auszuführen. Dies stellt zum einen eine einfache und damit kostengünstige Ausführung dar und erlaubt es, die Vorrichtung gut an ebene Oberflächen anzulegen.

In einer bevorzugten Ausgestaltung, schließt sich an die erste Öffnung eine dritte Öffnung an, die in den Aufnahmebereich mündet und deren Querschnitt mit dem Querschnitt der ersten Öffnung einen Winkel von weniger als 180°, vorzugsweise einen Winkel von 120° bis 160°, besonders bevorzugt 140° ± 10°, einschließt. Mit anderen Worten, gehen sowohl die erste als auch die dritte Öffnung ineinander über und bilden einen Öffnungsbereich. Dadurch, dass der Winkel, der von der ersten und der dritten Öffnung eingeschlossen wird, unterhalb von 180° liegt, kann der Aufnahmebereich die staubenden Baustoffe einfacher aufnehmen.

Es ist ferner bevorzugt, wenn der Querschnitt des Aufnahmebereichs von der ersten Öffnung zur zweiten Öffnung hin kleiner wird. Mit anderen Worten ist der Aufnahmebereich trichterförmig ausgestaltet und verjüngt sich von der ersten Öffnung zur zweiten Öffnung hin. Dadurch sammeln sich größere Baustoffteile im demjenigen Teil des Aufnahmebereichs, der an die erste Öffnung angrenzt und näher an dieser Öffnung liegt als an der zweiten Öffnung.

In einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Querschnitt des Bypasskanals kleiner als der Querschnitt der zweiten Öffnung. Dies führt dazu, dass die Strömungsgeschwindigkeit der abgesaugten Luft in der zweiten Öffnung geringer als im Bypass ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die vom Saugraum angelegte Saugleistung gleichmäßig an die zweite Öffnung und an den Bypasskanal angelegt wird.

Eine mögliche Verwendung einer Vorrichtung wie oben beschrieben umfasst ein Verfahren zur Entfernung von asbesthaltigen Baustoffen, insbesondere von asbesthaltigen Fließen und/oder asbesthaltigem Fließenkleber.

Ein Verfahren zur Entfernung von staubenden Baustoffen umfasst Ablösen und Auffangen der staubenden Baustoffe mit einer oben beschriebenen Vorrichtung und zeitgleiches Absaugen der dabei anfallenden Stäube aus der Vorrichtung.

Dieses Verfahren soll exemplarisch anhand der Entfernung von Wandfliesen und des darunterliegenden asbesthaltigem Fliesenklebers erläutert werden. Dabei versteht sich, dass das im Folgenden exemplarisch dargestellte Verfahren auch für andere Baustoffe verwendet werden kann und eine Staubfreisetzung verhindert oder zumindest erschwert.

Als vorbereitende Maßnahme kann vor der Durchführung des Verfahrens zur Entfernung von staubenden Baustoffen der Arbeitsbereich räumlich abgetrennt und an eine 3-Kammerschleuse angeschlossen werden. Der abgetrennte Arbeitsbereich kann ferner an einen Unterdruckhaltegerät angeschlossen werden, insofern dies vorgeschrieben ist oder erforderlich erscheint.

Zum Absaugen der anfallenden Stäube wird die oben beschriebene Vorrichtung mit einem Absaugschlauch verbunden, welcher an einer Absauganlage, bspw. eine Anlage mit 45 KW und einem maximalen Volumenstrom von 2000 m3/h, insbesondere einem VAC TRAILER S – 1 K1 der Firma Wieland, angeschlossen ist.

Die Baustoffe, hier die Wandfliesen, werden mithilfe eines elektrischen Meißels abgelöst und von der oben beschriebenen Vorrichtung aufgefangen. Dabei werden die entstehenden Stäube über den angeschlossenen Absaugschlauch von der Absauganlage entfernt. Die abgelösten Baustoffe werden außen der Öffnung müssen Vorrichtung entfernt und luftdicht verpackt, sodass diese aus dem abgetrennten Arbeitsbereich entfernt und sicher einer entsprechenden Entsorgungseinrichtung zugeführt werden können.

Nachdem die Wandfliesen entfernt wurden, kann der offengelegte asbesthaltige Fliesenkleber mit einem Faserbindemittel versehen werden und nach einer Einwirkungszeit von etwa 30 Minuten mit dem elektrischen Meißel direkt in die oben beschriebene Vorrichtung abgelöst werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehungen.

Es zeigen:

1 eine Draufsicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,

2 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,

3 eine Schnittansicht entlang der Ebene A-A der erfindungsgemäßen Vorrichtung, und

4 eine Frontansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

In 1 ist eine Draufsicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 dargestellt. Die Vorrichtung 1 weist eine erste Öffnung 2, die in den Aufnahmebereich 4 mündet, dessen Oberseite 4a in 1 zu erkennen ist. Bspw. beträgt die Länge der Oberseite 4a 335 mm ± 30 mm. An den Aufnahmebereich 4 schließt sich auf der der ersten Öffnung 2 gegenüberliegenden Rückseite 4d der Saugraum 5 an. Zwischen dem Aufnahmebereich 4 und dem Saugraum 5 ist die zweite Öffnung 3 angeordnet, die beide miteinander verbindet.

Ein Bypasskanal 6 verbindet zusätzlich den Aufnahmebereich 4 und dem Saugraum 5, sodass auch für den Fall, dass die zweite Öffnung 3 von Baustoffen blockiert ist, ein Absaugen von Stäuben aus dem Aufnahmebereich 4 sichergestellt ist. Dafür ist am Aufnahmebereich 4 eine erste Bypasskanalöffnung 6a vorgesehen und am Saugraum 5 eine zweite Bypassöffnung 6b, wobei die Bypasskanalöffnungen 6a, 6b den Bypasskanal 6 mit dem Aufnahmebereich 4 bzw. mit dem Saugraum 5. Der Bypasskanal 6 ist innerhalb eines dafür hohl ausgeführten Haltegriffs 7, hier mit einem Durchmesser von 35 mm ± 5 mm, ausgebildet. Der Haltegriff 7 sowie der Bypasskanal 6 sind hier teilkreisförmig ausgebildet.

Wie am besten aus 2 zu erkennen verjüngt sich der Aufnahmebereich 4 von der ersten Öffnung 2 zur zweiten Öffnung 3 hin. An die erste Öffnung 2 schließt sich eine dritte Öffnung 8 an, deren Querschnitt zusammen mit dem Querschnitt der ersten Öffnung 2 bspw. einen Winkel α von 140° ± 10° einschließt. Die Länge der dritten Öffnung 8 von dem Anschluss an die ersten Öffnung 2 zu dem Anschluss an die Oberseite 4a des Aufnahmebereichs 4 kann bspw. 50 mm ± 5 mm betragen.

Der Saugraum 5 ist hier ein rohrförmiger Abschnitt, der einen Anschluss eines Absaugeschlauches (nicht dargestellt) erlaubt. Hierfür umfasst der Saugraum 5 eine Absaugöffnung 5a, welche hier der zweiten Öffnung 3 gegenüberliegt. Ferner liegt die Außenkontur des Saugraums 5 in einer Flucht mit der Unterseite 4b des Aufnahmebereichs 4. Beispielsweise kann der Saugraum 5 einen Durchmesser von 95 mm ± 5 mm und eine axiale Länge von 150 mm ± 10 mm aufweisen, welche sich von der Absaugöffnung 5a zu der zweiten Öffnung 3 erstreckt.

In Strömungsrichtung der abzusaugenden Stäube betrachtet, also in Richtung der zweiten Öffnung 3 von der ersten Öffnung 2 aus, ist hinter der zweiten Öffnung 3 ein Kreuzgitter 9 im Stauraum 5 vorgesehen. Wie am besten aus 4 zu entnehmen, steht das Kreuz wieder 9 aus einem ersten Stab 9a und einem orthogonal dazu ausgerichteten zweiten Stab 9b. Beispielsweise können dafür Metallstäbe mit einem Durchmesser von 9,5 mm ± 1 mm verwendet werden. Zur Befestigung des Kreuzgitters 9 im Stauraum 5 weist letzterer passend zum Durchmesser der Stäbe 9a und 9b ausgestaltete Durchgangsöffnungen auf, in welche die Stäbe 9a und 9b eingesteckt werden können.

Wie insbesondere aus den 2, 3 und 4 zu entnehmen, sind die Stäbe 9a und 9b herausziehbar in den entsprechenden Durchgangsöffnungen gelagert, sodass die Stäbe 9a und 9b zur Reinigung des Kreuzgitters 9 herausgezogen werden können, um bspw. im Kreuzgitter 9 verkeilte Teilstücke der Baustoffe zu entfernen.

Hier ist der erste Stab 9a in Bezug auf die Zeichenebene und die übliche Orientierung der Vorrichtung 1 im Wesentlichen horizontal angeordnet und der zweite Stab 9b entsprechend vertikal angeordnet. Um dennoch ein unbeabsichtigtes Herausfallen des zweiten Stabs 9b zu verhindern, ist für diesen lediglich eine Durchgangsbohrung vorgesehen, die auf der der Oberseite 4a des Aufnahmebereiches 4 zugewandten Seite des Saugraumes 5 vorgesehen ist. Da eine entsprechende Durchgangsbohrung auf der der Unterseite 4b zugewandten Seite des Saugraumes 5 fehlt, kann der zweite Stab 9b bei einer üblichen Orientierung der Vorrichtung 1 nicht herausfallen. Damit der zweite Stab 9b trotz seiner Lagerung in lediglich einer Durchgangsöffnung ausreichend Stabilität für das Auffangen von Teilstücken der Baustoffe aufweist, ist dieser in Bezug auf den ersten Stab 9a so angeordnet, dass der zweite Stab 9b auf dem ersten Stab 9a aufliegt. Dafür ist der erste Stab 9a in Strömungsrichtung der abzusaugenden Stäube vor dem zweiten Stab 9b angeordnet.

In der 3 ist der Längsschnitt A-A dargestellt. Zu erkennen ist, dass der Aufnahmebereich 4 an seinem an den Saugraum 5 angrenzenden Ende auf die zweite Öffnung 3 hin zuläuft. Dafür sind zwei Schrägen 4e vorgesehen, welche sich von den jeweiligen Seitenwänden 4c zur Rückwand 4d in Richtung der zweiten Öffnung 3 erstrecken. Bspw. können die Schrägen 4e als gleichzeitige Dreiecke einstückig mit den Wänden 4c und 4d ausgebildet werden. Insbesondere sind die Schrägen 4e im ersten Sechstel des Aufnahmebereichs 4, von der zweiten Öffnung 3 zur ersten Öffnung 2 betrachtet, angeordnet. Die Schrägen 4e verhindern Staubansammlungen im an den Saugraum 5 angrenzenden Ende des Aufnahmebereichs 4.

Die 4 zeigt schließlich eine Frontansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1. Deutlich zu erkennen ist, dass die Unterseite 4b des Aufnahmebereichs 4 mit einer geradlinigen Kante der ersten Öffnung 2 abschließt, welche zusätzlich mit Borsten versehen werden kann und sich zum Anlegen an eine ebene Arbeitsoberfläche eignet.

Die mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung erzielten Vorteile hinsichtlich der reduzierten Staubfreisetzung sollen im folgenden anhand von beispielhaft durchgeführten Messungen erläutert werden.

Die Messungen wurden in drei Arbeitsbereichen I, II und III durchgeführt, welche wie oben beschrieben zunächst räumlich abgetrennt und an einer 3-Kammerschleuse angeschlossen wurden.

Der Arbeitsbereich I weist eine Grundfläche von 12 m2 in einem Badezimmer auf.

Der Arbeitsbereich II weist eine Grundfläche von 18 m2 in einer Küche auf.

Der Arbeitsbereich III weist ebenfalls eine Grundfläche von 18 m2 in einer Küche auf.

In allen Arbeitsbereichen wurden Wandfliesen, die mit einem asbesthaltigen Fliesenkleber verklebt waren, entfernt. Die Fliesen wurden mechanisch mithilfe eines elektrischen Meißels abgelöst, welcher von einer Fachkraft bedient wird, und von der erfindungsgemäßen Vorrichtung aufgefangen. An die Vorrichtung war einer Absauganlage mit einer Leistung von 45 KW und einem maximalen Volumenstrom von 2000 m3/h angeschlossen. Zusätzlich wurden in die Stäube während des Ablösen der Fliesen mit einem zweiten Absaugschlauch direkt am Entstehungsort der Stäube abgesaugt, was von einer zweiten Fachkraft übernommen wird. Die abgetrennten Wandfliesen wurden aus der erfindungsgemäßen Vorrichtung entfernt und luftdicht in dafür vorgesehene Polyethylen-Säcke verpackt. Nach dem Ablösen der Wandfliesen wurde der offen gelegte Fliesenkleber mit einem Faserbindemittel besprüht und nach 30 Minuten Einwirkzeit von der Wand abgelöst und von der erfindungsgemessen Vorrichtung aufgefangen. Nach dem Entfernen der Fliesen und des Fliesenklebers wird der Arbeitsbereich grob und fein gereinigt.

Die Messung, deren Ergebnisse in der Tabelle 3 weiter unten dargestellt sind, erfolgten mit personengetragenen Messgeräten (GSA SG 5100), welche den Vorgaben der DGUV I 213-543 entsprechen.

Außerdem wurden Messungen der Asbestfaserfreisetzungen mit personengetragenen Feinstaubprobennamesystem FSP10 durchgeführt. Die FSP10 waren über Silikonschläuche mit stationären Pumpen verbunden und die als alveolengängigen Stäube wurden auf einem Cellulose-Nitrat-Filter mit einem Durchmesser von 37 mm abgeschieden. Die Masse des abgeschiedenen Staubes wurde durch Differenzwirkung in einem voll klimatisierten Wägeraum bei 25°C und 50% ± 2% Luftfeuchte. ermittelt. Der Durchsatz der staubhaltigen Luft betrug bei allen Messungen 10l/min.

Wie sich aus der Tabelle 1 entnehmen lässt, wurden Asbestfasern auf dem Cellulose-Nitrat-Filter nahe oder unterhalb der Nachweisgrenze abgeschieden. Ferner liegen die gemessenen Asbestfaserfreisetzungen deutlich unterhalb des Grenzwerts von 1250 µg/m3 (Grenzwert nach TRGS 900 (2.4 Allgemeiner Staubgrenzwert)). Es kam daher allenfalls zu einer äußerst geringfügigen Freisetzung von Asbestfasern mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Tabelle 1: Ergebnisse Asbestfaserfreisetzungen

APC-Filter Luftvolumen (m3)Differenzwägung (µg)Rechnerischer Wert (µg/m3)Nachweisgrenze (µg/m3)1 0,9 310 344 3362 0,9 330 367 3363 0,95 220 323 3184 0,95 270 284 3185 1,05 80 76 2886 1,05 180 171 288

Die unten angeführte Tabelle 2 ordnet die Filternummern der Tabelle 1 der jeweiligen Tätigkeit der beiden Fachkräfte und dem jeweiligen Arbeitsbereich zu. Wie oben beschrieben, besteht die Tätigkeit der ersten Fachkraft im Ablösen der Fliesen bzw. des Fliesenklebers, während die Tätigkeit der zweiten Fachkraft im Absaugen und Auffangen der Baustoffe liegt. Tabelle 2: Zuordnung der Filternummern zur Tätigkeit und dem Arbeitsbereich

APC-Filter Tätigkeit Arbeitsbereich1 Ablösen I2 Absaugen I3 Ablösen II4 Absaugen II5 Ablösen III6 Absaugen III

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Ergebnissen zur Asbestfaserfreisetzung wurden Freigabemessungen nach VDI 3492 sowie Messungen nach DGUV I 213-546 durchgeführt.

Die Ergebnisse dieser Messungen sind in der folgenden Tabelle 3 für Asbest zusammengefasst. Tabelle 3: Ergebnisse Freigabemessungen nach VDI 3492 sowie Messungen nach DGUV I 213-546

Asbest (F/m3)Arbeitsbereich TätigkeitMesswert Obergrenze MessartI Ablösen< 2110 6330 BGII Absaugen< 2110 6330 BGII Freigabe< 100 290 FII Ablösen< 2000 6000 BGIII Absaugen< 2000 6000 BGIII Freigabe< 100 290 FIII Ablösen< 1810 5420 BGIIII Absaugen< 1810 5420 BGIIII Freigabe100 290 F
F: Freigabemessung mit Probennahmegerät APC PNA 384
BGI: Messung nach DGUV I 213-546 mit Probenahmegerät GSA SG 5100
F: Faseranzahl
Obergrenze stellt 95% des Vertrauensbereichs einer Poissonverteilung in F/m3 dar und zeigt daher an, dass der Messwert innerhalb des Vertrauensbereichs liegt.

Da der von der VDI 3492 festgelegte Grenzwert für die oben aufgeführten Messungen bei 2500 F/m3 liegt, wird der Grenzwert in jedem betrachteten Fall eingehalten. Darüber hinaus zeigen die oben aufgeführten Ergebnisse, dass die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Staubfreisetzung beim Ablösen und Auffangen von staubenden Baustoffen verhindert oder zumindest verringert.

Bezugszeichenliste

1
Vorrichtung
2
erste Öffnung
3
zweite Öffnung
4
Aufnahmebereich
4a
Oberseite des Aufnahmebereichs
4b
Unterseite des Aufnahmebereichs
4c
Seitenwand des Aufnahmebereichs
4d
Rückseite des Aufnahmebereichs
4e
Schräge
5
Saugraum
5a
Absaugöffnung
6
Bypasskanal
6a
erste Bypasskanalöffnung
6b
zweite Bypasskanalöffnung
7
Haltegriff
8
dritte Öffnung
9
Kreuzgitter
9a
erster Stab
9b
zweiter Stab
α
Winkel

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Nicht-Patentliteratur

  • VDI 3492 [0052]
  • VDI 3492 [0054]