Title:
Kabel und Vorrichtung zu dessen Herstellung
Kind Code:
U1


Abstract:

Kabel (10) mit einer Umhüllung (12), mit wenigstens einem in der Umhüllung (12) verlaufenden Leiter (14), mit wenigstens einem zwischen den Leitern (14) und/oder zwischen Leitern (14) und Umhüllung (12) angeordneten Zwischenraum (16) und mit wenigstens einem im Zwischenraum (16) angeordneten Dichtmittel (40), dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtmittel (40) an einem Ende (ED) des Kabels (10) eine Dichtmittel-Füllung (41) mit einer definierten Schichtdicke (44) aufweist und blasenfrei mittels einer an einem dem Ende (ED) gegenüberliegenden Ende (ES) des Kabels (10) angeordneten Saugvorrichtung (20) in den wenigstens einen Zwischenraum (16) einbringbar ist.




Application Number:
DE202016104611U
Publication Date:
08/24/2017
Filing Date:
08/23/2016
Assignee:
Eugen Forschner GmbH, 78549 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102011106727B3N/A2012-07-05
DE112007000295T5N/A2008-12-11
DE20210296U1N/A2002-10-02
DE3871607T2N/A1992-12-17



Foreign References:
55369041996-07-16
EP17807352007-05-02
EP24957392012-09-05
Attorney, Agent or Firm:
Wiese, Gerhard, Dipl.-Ing. (FH), 87719, Mindelheim, DE
Claims:
1. Kabel (10) mit einer Umhüllung (12), mit wenigstens einem in der Umhüllung (12) verlaufenden Leiter (14), mit wenigstens einem zwischen den Leitern (14) und/oder zwischen Leitern (14) und Umhüllung (12) angeordneten Zwischenraum (16) und mit wenigstens einem im Zwischenraum (16) angeordneten Dichtmittel (40), dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtmittel (40) an einem Ende (ED) des Kabels (10) eine Dichtmittel-Füllung (41) mit einer definierten Schichtdicke (44) aufweist und blasenfrei mittels einer an einem dem Ende (ED) gegenüberliegenden Ende (ES) des Kabels (10) angeordneten Saugvorrichtung (20) in den wenigstens einen Zwischenraum (16) einbringbar ist.

2. Kabel (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtmittel (40) aus flüssigem oder pastösem Material besteht.

3. Kabel (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtmittel-Füllung (41) temperaturaushärtbar, oder UV-aushärtbar ist.

4. Kabel (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtmittel-Füllung (41) ein Lösemittel enthält.

5. Kabel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke (44) etwa das 0,2 bis 2-fache des Durchmessers (D10) des Kabels (10) beträgt.

6. Vorrichtung zur Herstellung eines Kabels (10) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugvorrichtung (20) zum Befüllen des wenigstens einen Zwischenraums (16) wenigstens eine Dichtglocke (201) zum Abdichten des gegenüberliegenden Endes (ES) des Kabels (10) und eine Pumpe (202) aufweist.

7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Saugvorrichtung (20) einen Lösemittelabscheider (204) aufweist.

8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass zum Aushärten der Dichtmittel-Füllung (41) eine Aushärtevorrichtung (30) vorgesehen ist.

9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Aushärtevorrichtung (30) aus einer UV-Lampe und/oder einem Ultraschall-Erzeuger und/oder einer Heizung ausgebildet ist.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Kabel mit einer Umhüllung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung zu dessen Herstellung gemäß Anspruch 6.

Ein Dichtelement für ein Kabel ist aus der DE 20 210 296 U1 bekannt. Hierbei ist im Kabelkanal der Kabeldurchführung ein Dichtelement aus einem hochelastischen Material angeordnet, das von einer der Leitungsanzahl entsprechenden Anzahl von Einzelkanälen durchsetzt ist, durch die die Leitungen einzeln geführt werden. Aufgrund des massiven Querschnittes des Dichtelementes und einer zusätzlich vorgesehenen Vergussmasse kann das Öl nicht durch das Innere des Verbindungsstückes gelangen. Das Dichtelement besteht vorzugsweise aus einem Elastomer.

In der DE10 2011 106 727 B3 wird ein Stecker mit Kapillarsperre beschrieben. Dabei werden die einzelnen mit Isolierungen ummantelten elektrischen Leitungen, die innerhalb eines Steckerkabels sind, jeweils bereichsweise abisoliert. Beim Vergießprozess (unter Vakuum) legt sich eine Vergussmasse komplett um die blanken Drähte und versiegelt diese zuverlässig. Die Ummantelung mit Vergussmasse wirkt damit als Kapillarsperre.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Kabel und eine Vorrichtung zu dessen Herstellung mit einem integrierten Schutz vor Feuchtigkeit zu schaffen.

Mit der vorliegenden Erfindung ist die Herstellung eines solchen Kabels mit einer Umhüllung möglich, welches eine zuverlässige vor Feuchtigkeit schützende Kapillarsperre zum Schutz vor Feuchtigkeit aufweist.

Als Einsatzgebiete der Erfindung können beispielsweise Anwendungen im Automotive-Bereich gelten, so wie überall dort, wo ein Schutz von Kabeln und Verbindungen vor Feuchtigkeit erforderlich ist.

Diese Aufgabe wird gemäß Anspruch 1 durch ein Kabel mit einer Umhüllung und nach Anspruch 6 einer Vorrichtung zur Herstellung eines solchen Kabels gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den darauf bezogenen Unteransprüchen angegeben.

Das erfindungsgemäße Kabel mit einer Umhüllung weist wenigstens einen in der Umhüllung verlaufenden Leiter auf. Zwischen diesem Leiter und der Umhüllung und/oder zwischen mehreren Leitern und der Umhüllung des Kabels ist wenigstens ein Zwischenraum angeordnet. Die Anzahl der im jeweiligen Kabel zusammengefassten Leiter ist abhängig von der Funktion des verwendeten Kabels. Beispiele für die Funktion können sein: Energiekabel oder Steuerleitungen.

In den wenigstens einen Zwischenraum oder die mehreren Zwischenräume, deren Anzahl abhängig von der Kabelart ist, ist ein Dichtmittel zum Abdichten des Kabels gegen das Eindringen von Flüssigkeiten einbringbar. Das Dichtmittel, welches eine Dichtmittel-Füllung in dem wenigstens einen Zwischenraum bildet, ist dabei mittels einer Saugvorrichtung blasenfrei in das Kabel einbringbar.

Die Dichtmittel-Füllung weist nach dem blasenfreien Einbringen in das Kabel eine definierte Schichtdicke auf. Das Dichtmittel, welches in einem Behälter am der Saugvorrichtung entgegengesetzten Ende des Kabels bevorratet ist, wird durch einen durch die Saugvorrichtung verursachten Unterdruck in den wenigstens einen Zwischenraum des Kabels hineingesogen. Ein abisoliertes Ende jeder Leitung ragt dabei optional in das im Behälter befindliche Dichtmittel hinein.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung besteht das Dichtmittel aus flüssigem oder pastösem Material, wie beispielsweise hochviskosem Silikon oder Polyesterharz. Die Dichtmittel-Füllung ist vorteilhafterweise temperaturaushärtbar oder UV-aushärtbar, wodurch eine zuverlässige Reproduzierbarkeit der Qualität der Dichtmittel-Füllung ermöglichbar ist.

In einer weiteren Ausgestaltungsform enthält das Dichtmittel ein Lösemittel. Dies kann beispielsweise bei Zwei-Komponenten-Dichtmitteln der Fall sein.

Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform des Kabels ist gegeben, wenn die Dichtmittel-Füllung eine Schichtdicke das etwas 0,2 bis 2-fache des Kabeldurchmessers beträgt. Der Vorteil hierbei ist, dass das Gewicht der Dichtmittel-Füllung im Verhältnis zum Gesamtgewicht des im Einsatz befindlichen Kabels relativ gering ist.

Die Schichtdicke der Dichtmittel-Füllung ist dabei abhängig von dem durch eine Pumpe der Saugeinrichtung verursachten Unterdruck sowie der Viskosität des Dichtmittels. Bei einem Dichtmittel niederer Viskosität genügt eine geringere Druckdifferenz, bei einem Dichtmittel höherer Viskosität hingegen ist eine höhere Druckdifferenz gegenüber der Umgebung erforderlich, um eine definierte Schichtdicke in die Zwischenräume des Kabels einzubringen.

Zur Erzeugung der für das Dichtmittel erforderlichen Druckdifferenz ist die Saugvorrichtung in einer vorteilhaften Ausgestaltungsform mit einer Dichtglocke sowie einem Belüftungsventil versehen.

Die Dichtglocke mit einer beispielsweise umlaufenden Dichtung dient dabei zum Abdichten eines Endes des Kabels, welches dem in den Behälter ragenden Ende gegenüber liegt.

Ist die Druckdifferenz zwischen Umgebung und dem Inneren der Dichtglocke hinreichend groß, ist ein Betätigen des Belüftungsventils zum Lösen des Kabels aus der Dichtglocke erforderlich.

In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausführungsform ist ein Lösemittel-Abscheider mit der Saugvorrichtung verbindbar, welcher beispielsweise durch eine Nassgranulationsanlage realisierbar ist.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltungsform weist die Vorrichtung eine Aushärtevorrichtung zum kontrollierten Aushärten der Dichtmittel-Füllung auf. Die Aushärtevorrichtung kann als UV-Lampe und/oder als Ultraschall-Erzeuger und/oder als Heizung ausgebildet sein. Der Einsatz der Aushärtevorrichtung erfolgt abhängig von dem zu verwendenden Dichtmittel.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel des Kabels und dessen Vorrichtung zur Herstellung desselben näher erläutert. Es zeigt:

1 eine schematische Darstellung eines Schnitts durch das Kabel und die zur Herstellung dessen verwendete Vorrichtung.

Ein in der 1 dargestelltes Ausführungsbeispiel zeigt ein Kabel 10 mit einer Umhüllung 12. Dabei umfasst das Kabel 10 mehrere Leiter 14 und mehrere Zwischenräume 16, wobei in einer nicht dargestellten Ausführungsform auch beispielsweise nur ein Leiter 14 und ein Zwischenraum 16 innerhalb der Umhüllung 12 angebracht sein können. Dabei weist das Kabel 10 ein von der Anzahl der Leiter 14 und den Zwischenräumen 16 abhängigen Durchmesser D10 auf.

An einem unteren Ende ED des Kabels 10, welches in einen Behälter 42 mit einem Dichtmittel 40 ragt, ist ein Ende 15 jedes Leiters 16 abisoliert. In der 1 ist dies exemplarisch nur an einem der Leiter 14 dargestellt.

An einem dem Ende ED gegenüberliegenden Ende ES des Kabels 10 ist eine Saugvorrichtung 20 angebracht. Die Saugvorrichtung 20 weist zum Abdichten des Endes ES des Kabels 10 eine Dichtglocke 201 auf, die mit einer Dichtung 205 das Kabel 10 umlaufend umschließt.

Zur Erzeugung eines Unterdrucks ist an der Dichtglocke 201 eine Pumpe 202 angebracht. Der so erzeugte Unterdruck kann, wie in der 1 dargestellt, durch ein Belüftungsventil 203, oder ein Umschalten der Pumpe 202 dem Umgebungsdruck angepasst werden. So kann die Dichtglocke 203 angehoben und das Kabel 10 nach dem blasenfreien Einbringen des Dichtmittels 40 in die Zwischenräume 16 und nach dem Aushärten einer Schichtdicke 44 einer aus dem Dichtmittel 40 gebildeten Dichtmittel-Füllung 41 aus dem Behälter 42 entnommen werden.

Eine Aushärtevorrichtung 30 hat in dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel einen direkten Kontakt zur Dichtmittel-Füllung 41. Ist die Schichtdicke 44 durch das blasenfreie Einbringen des Dichtmittels 40 erreicht, so kann dieses mittels der Aushärtevorrichtung 30, welche beispielsweise als UV-Lampe und/oder einem Ultraschall-Erzeuger und/oder einer Heizung ausgebildet ist, zugeschaltet werden.

Sofern ein Dichtmittel 40 mit einem Lösemittel verwendet wird, so ist wie in 1 dargestellt ein Lösemittelabscheider 204 vorgesehen. Dieser kann beispielsweise als Nassgranulationsanlage ausgebildet sein.

Bezugszeichenliste

10
Kabel
12
Umhüllung (von 10)
14
Leiter (von 10)
15
Ende (von 14)
16
Zwischenraum (von 10)
D10
Durchmesser (von 10)
ES
Ende (von 10, an 20)
ED
Ende (von 10, an 40)
20
Saugvorrichtung
201
Dichtglocke
202
Pumpe (von 20)
203
Belüftungsventil (von 20)
204
Lösungsmittel-Abscheider (von 20)
205
Dichtung (von 20)
30
Aushärtevorrichtung
40
Dichtmittel
41
Dichtmittel-Füllung
42
Behälter (für 40)
44
Schichtdicke (von 40)

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • DE 20210296 U1 [0002]
  • DE 102011106727 B3 [0003]