Title:
Rohr oder Rohrformteil
Kind Code:
U1


Abstract:

Rohr oder Rohrformteil (1) mit wenigstens einem Ende (2), das zum Einstecken in eine Muffe eines anderen Rohres oder Rohrformteils oder Schachts oder in eine Doppelsteckmuffe, in der ein Dichtungselement angeordnet ist, geeignet ist, wobei das Ende (2) eine Achse (A) aufweist und am Ende (2) eine Außenoberfläche (3) ausgebildet ist, deren Umfang (4) in Umfangsabschnitte (5) gegliedert ist, die Flächen (6) definieren, wobei jeweils zwei benachbarte Umfangsabschnitte (5, 5) eine unterschiedliche Neigung der Flächen (6, 6) in Richtung des Endes (2) des Rohres oder Rohrformteils (1) zur Achse (A) hin aufweisen.




Application Number:
DE202015106904U
Publication Date:
03/20/2017
Filing Date:
12/17/2015
Assignee:
REHAU AG + Co, 95111 (DE)
International Classes:



Claims:
1. Rohr oder Rohrformteil (1) mit wenigstens einem Ende (2), das zum Einstecken in eine Muffe eines anderen Rohres oder Rohrformteils oder Schachts oder in eine Doppelsteckmuffe, in der ein Dichtungselement angeordnet ist, geeignet ist, wobei das Ende (2) eine Achse (A) aufweist und am Ende (2) eine Außenoberfläche (3) ausgebildet ist, deren Umfang (4) in Umfangsabschnitte (5) gegliedert ist, die Flächen (6) definieren, wobei jeweils zwei benachbarte Umfangsabschnitte (5, 5) eine unterschiedliche Neigung der Flächen (6, 6) in Richtung des Endes (2) des Rohres oder Rohrformteils (1) zur Achse (A) hin aufweisen.

2. Rohr oder Rohrformteil (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Neigung der Flächen (6, 6) in Richtung des Endes (2) des Rohres oder Rohrformteils (1) zur Achse (A) hin 5 bis 45°, bevorzugt 8 bis 25° beträgt.

3. Rohr oder Rohrformteil (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Flächen (6) erste Flächen (6.1) und zweite Flächen (6.2) darstellen, und alle ersten Flächen (6.1) die gleiche erste Neigung aufweisen und alle zweiten Flächen (6.2) die gleiche zweite Neigung aufweisen, wobei die erste Neigung der ersten Flächen (6.1) unterschiedlich ist zur zweiten Neigung der zweiten Flächen (6.2).

4. Rohr oder Rohrformteil (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergang von einer ersten Fläche (6.1) eines ersten Umfangsabschnitts (5.1) zu einer benachbarten zweiten Fläche (6.2) eines zweiten Umfangsabschnitts (5.2) verrundet oder absatzlos ausgebildet ist.

5. Rohr oder Rohrformteil (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flächen (6) eben oder gekrümmt sind.

6. Rohr oder Rohrformteil (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (L) der Umfangsabschnitte (5) etwa 1/50 bis 1/4 des Innendurchmessers (D) des Endes (2) des Rohres oder Rohrformteils (1) beträgt.

7. Rohr oder Rohrformteil (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite (B) der Umfangsabschnitte (5) etwa 1/10 bis 1/30 des Umfangs (4) der Außenoberfläche (3) des Endes (2) des Rohres oder Rohrformteils (1) beträgt.

8. Rohr oder Rohrformteil (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dieses ein Polymermaterial enthält oder aus einem Polymermaterial besteht, wobei das Polymermaterial bevorzugt ein Thermoplast, und besonders bevorzugt ein Polyolefin, wie beispielsweise eine Polypropylen oder ein Polyethylen oder eine Polybutylen oder ein Copolymeres der Vorgenannten, oder ein Polyvinylchlorid ist.

9. Rohr oder Rohrformteil (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flächen (6, 6) durch eine Urformprozess bei der Herstellung des Rohres oder Rohrformteils (1) oder dass sie durch Materialabtrag von der Außenoberfläche (3) des Endes (2) des Rohres oder Rohrformteils (1) gebildet sind.

10. Rohrsystem (10) mit wenigstens einem Rohr oder Rohrformteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Rohr oder Rohrformteil, das mit wenigstens einem Ende zum Einstecken in eine Muffe, in der ein Dichtungselement angeordnet ist, eines anderen Rohres oder Rohrformteils oder Schachts oder in eine Doppelsteckmuffe geeignet ist.

Darüber hinaus betrifft die Erfindung noch ein Rohrsystem mit wenigstens einem Rohr oder Rohrformteil.

Rohre oder Rohrformteile werden zur Herstellung von Rohrsystemen miteinander verbunden. Die Verbindung ist fluiddicht auszuführen, damit aus dem Rohrsystem nicht in unerwünschter Weise Fluid nach außen in die Umwelt austritt. Ebenso wenig soll Fluid von außen in das Rohrsystem eintreten.

Zu diesem Zweck sind Muffen vorgesehen, die entweder als Doppelsteckmuffen ausgeführt sind, in die an beiden Enden ein Rohr oder Rohrformteil mit einem Ende einführbar ist. Muffen können aber auch an den Enden von Rohren oder Rohrformteilen einstückig ausgebildet bzw. angeordnet sein.

In diesen Muffen ist ein Dichtungselement angeordnet, das im Allgemeinen in eine Nut, die für diesen Zweck vorgesehen ist, eingelegt ist. Die Dichtungselemente sind aus einem Elastomermaterial, wie beispielsweise Gummi, Kautschuk und ähnlichen Materialien hergestellt.

Derartige Dichtungselemente sind oft aus Rundschnüren gefertigt, weisen also einen etwa kreisrunden Querschnitt auf. In anderen Fällen besitzen diese einen komplexen Querschnitt, um eine verbesserte fluiddichte Verbindung von Rohren oder Rohrformteilen mit anderen Rohren oder Rohrformteilen oder Schächten sicherzustellen.

Häufig sind in diesem Zusammenhang sog. Dichtlippen ausgebildet, die von dem Dichtungselement in Richtung des Lumens des Rohrs oder Rohrformteils wegstehen.

Beim Einstecken eines Rohres oder Rohrformteils mit einem Ende in eine solche Muffe ist das Ende des Rohres oder Rohrformteils über das Dichtungselement hinweg zu bewegen.

Das Ende von Rohren Rohrformteilen ist meist glatt ausgeführt, weist also eine Stirnfläche auf, deren Kanten zur Außenwand und Innenwand gefast ist, um das Einstecken in Muffen zu erleichtern. Die Fase ist dabei umlaufend um den Umfang des Endes gleich ausgebildet.

Beim Einstecken des Endes in eine Muffe kommt es dazu, dass das Dichtungselement in Form einer an den Enden verbundenen Rundschnur komprimiert wird, bzw. die Dichtungslippe umgelegt wird. Diese Kompression bzw. das Umlegen der Dichtlippe geschieht entlang des ganzen Umfangs des Dichtelements. Hierbei sind je nach Rohrgröße teils erhebliche Kräfte aufzuwenden. Insbesondere ab einer Rohrgröße von etwa DN 400 bzw. DN 600 ist es händisch nicht mehr möglich, ein Rohr oder Rohrformteil mit einem Ende in eine Muffe einzustecken, um eine sachgerechte fluiddichte Verbindung des Rohres oder Rohrformteils mit weiteren Bauteilen herzustellen.

Das Personal auf der Baustelle ist daher beim Zusammenbau auf Hilfsmittel angewiesen, wie groß dimensionierte Hebel oder Rohrzüge. Ein nicht fachgerechter Zusammenbau, wie z. B. mithilfe eines Baggers, kann zu Undichtigkeiten, Rissen und ggf. auch Rohrversagen führen.

Hier setzt die Erfindung ein, deren Aufgabe es ist, die geschilderten Nachteile zu überwinden und ein Rohr oder Rohrformteil zur Verfügung zu stellen, dessen Ende mit reduziertem Kraftaufwand in eine Muffe einsteckbar ist.

Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Rohrsystem zur Verfügung zu stellen, welches im Hinblick auf den Kraftaufwand zu dessen Herstellung verbessert ist.

Die Lösung der ersten Aufgabe erfolgt gemäß Anspruch 1.

Es wurde überraschenderweise erkannt, dass ein Rohr oder Rohrformteil mit wenigstens einem Ende, das zum Einstecken in eine Muffe, in der ein Dichtungselement angeordnet ist, eines anderen Rohres oder Rohrformteils oder Schachts dann besonders gut geeignet ist, wenn vorgesehen ist, dass das Ende eine Achse aufweist und am Ende eine Außenoberfläche ausgebildet ist, deren Umfang in Umfangsabschnitte gegliedert ist, die Flächen definieren, wobei jeweils zwei benachbart Umfangsabschnitte eine unterschiedliche Neigung der Flächen in Richtung des Endes des Rohres oder des Rohrformteils zur Achse hin aufweisen.

Es ist mithilfe des erfindungsgemäßen Rohres oder Rohrformteils damit möglich, die Kraft, die zum Einstecken des Endes des Rohres oder Rohrformteils notwendig ist, um dieses in eine Muffe einzustecken, erheblich zu reduzieren.

Durch das Vorsehen, das am Ende des Rohres oder Rohrformteils eine Außenoberfläche ausgebildet ist, deren Umfang in Umfangsabschnitte gegliedert ist, die Flächen definieren, und wobei jeweils zwei benachbarte Umfangsabschnitte eine unterschiedliche Neigung der Flächen in Richtung des Endes des Rohres oder Rohrformteils zur Achse A hin aufweisen, kommt es beim Einsteckvorgang dazu, dass das Dichtelement bzw. die Dichtlippe nicht über ihre gesamte umlaufende Länge von dem Ende des Rohrs oder Rohrformteils komprimiert bzw. umgelegt wird, sondern dass die Kompression bzw. das Umlegen immer abschnittsweise dort passiert, wo eine Fläche mit dem Abschnitt des Dichtelements bzw. der der Lippe in Berührung kommt, die eine größere Neigung in Richtung des Endes des Rohres oder Rohrformteils zur Achse hin aufweist, als die benachbarte Fläche.

Auf diese Weise wird die Kompression des Dichtelements bzw. der Umlegevorgang der Dichtlippe zeitlich verzögert, sodass die Kraft, die zum Einstecken des Endes des Rohres oder Rohrformteils in die Muffe notwendig ist, reduziert ist.

Ein solches Rohr oder Rohrformteil lässt sich einfach und kostengünstig herstellen, ist in der Anwendung sicher, weist im Verbindungszustand die gleiche Dichtheit auf, wie solche aus dem Stand der Technik und ist im Hinblick auf die Installation, d.h. das Einstecken des Endes in eine Muffe, wesentlich verbessert.

In einer sehr vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Neigung der Flächen in Richtung des Endes des Rohres oder Rohrformteils zur Achse hin 5° bis 45°, bevorzugt 8° bis 25° beträgt. Flächen mit der vorstehend angegebenen Neigung sind besonders leicht und ohne hohen Kraftaufwand in die Muffe einzustecken.

Es wurde im Rahmen der vorliegenden Erfindung erkannt, dass es sehr günstig ist, wenn vorgesehen ist, dass die Flächen erste Flächen und zweite Flächen darstellen, und alle ersten Flächen die gleiche erste Neigung aufweisen und alle zweiten Flächen die gleiche zweite Neigung aufweisen, wobei die erste Neigung der ersten Flächen unterschiedlich ist zur zweiten Neigung der zweiten Flächen. Durch diese Maßnahme ist sichergestellt, dass entlang des Außenumfangs des Rohres oder Rohrformteils an dessen Ende alternierend jeweils Flächen mit unterschiedlicher Neigung ausgebildet sind. Durch dieses Ausbilden von Fläche mit unterschiedlicher Neigung in alternierender Folge ist es ganz besonders gut möglich, die Einsteckkraft des Endes eines solchen Rohres oder Rohrformteils in eine Muffe zu reduzieren. Weiterhin resultiert aus dieser Maßnahme ein besonders symmetrisches Ende der Rohres oder Rohrformteils, das sich leicht herstellen lässt. Ebenso ist das Werkzeug zur Herstellung des Endes des Rohres oder Rohrformteils dadurch einfach aufgebaut bzw. herzustellen, bzw. ist ein Herstellvorgang zur Erzeugung des Endes so ohne großen Aufwand betreibbar.

Im Hinblick auf einen einfachen und sicheren Einsteckvorgang eines Endes eines Rohres oder Rohrformteils in einem Muffe ist in einer weiteren Fortbildung der vorliegenden Erfindung vorgesehen, dass der Übergang von einer ersten Fläche eines ersten Umfangsabschnitts zu einer benachbarten zweiten Fläche eines zweiten Umfangsabschnitts verrundet oder absatzlos ausgebildet ist. Durch diese Maßnahme ist sichergestellt, dass beim Einstecken eines Endes eines Rohres oder Rohrformteils in eine Muffe das dort angeordnete Dichtungselement nicht beschädigt wird. Vielmehr unterstützt die vorgesehene Verrundung des Übergangs von einer ersten Fläche eines ersten Umfangsabschnitts zu einer benachbarten zweiten Fläche eines zweiten Umfangsabschnitts bzw. dessen absatzlose Ausbildung das Einstecken eines Endes eines Rohres oder Rohrformteils in eine Muffe unter reduziertem Kraftaufwand.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wurde erkannt, dass es günstig ist, wenn vorgesehen ist, dass die Flächen eben oder gekrümmt sind. Ebene, wie auch gekrümmte Flächen lassen sich in einfacher Weise herstellen und sind besonders günstig, was die Reduzierung der Einsteckkraft eines Rohres oder Rohrformteils in eine Muffe angeht. Gekrümmte Flächen können in Bezug auf die Außenoberfläche am Ende des Rohres oder Rohrformteils konkav oder konvex ausgebildet sein. Konkave Flächen sind in Bezug auf die Außenoberfläche vertieft geformt, konvexe entsprechend erhaben geformt. Es kann auch vorgesehen sein, dass die gekrümmten Flächen Ausschnitte einer Zylindermantelfläche darstellen, oder dass die gekrümmten Flächen Ausschnitte eines Ellipsoids darstellen. Die vorstehende genannten Flächenformen bzw. -ausgestaltungen sind sehr vorteilhaft im Hinblick auf die Reduzierung der zum Einstecken notwendigen Kraft.

Es hat sich als sehr günstig bei der vorliegenden Erfindung herausgestellt, wenn vorgesehen ist, dass die Länge der Umfangsabschnitte etwa 1/50 bis 1/4 des Innendurchmessers des Endes des Rohres oder Rohrformteils beträgt. Durch diese Maßnahme wird eine besonders geringe Einsteckkraft bedingt.

In einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung hat sich als sehr praktikabel ergeben, wenn vorgesehen ist, dass die Breite der Umfangsabschnitte etwa 1/10 bis 1/30 des Umfangs der Außenoberfläche des Endes der Rohres oder Rohrformteils beträgt. Auch diese Weise kann die Anzahl an einzelnen Flächen vorgegeben werden, die wiederum eine positive Auswirkung auf die Reduzierung der Steckkraft bei der vorliegenden Erfindung zeigt.

Das Rohr oder Rohrformteil der vorliegenden Erfindung ist dann besonders vorteilhaft ausgebildet, wenn vorgesehen ist, dass dieses ein Polymermaterial enthält oder aus einem Polymermaterial besteht, wobei das Polymermaterial bevorzugt ein Thermoplast, und besonders bevorzugt ein Polyolefin, wie beispielsweise ein Polypropylen oder ein Polyethylen oder ein Polybutylen oder ein Copolymeres der Vorgenannten, oder ein Polyvinylchlorid ist. Derartige Polymermaterialien sind inert, langlebig, günstig, einfach verarbeitbar, leicht, dauerhaft und sicher und schnell installierbar.

An dem Rohr oder Rohrformteil der vorliegenden Erfindung können die Flächen durch einen Urformprozess bei der Herstellung des Rohres oder Rohrformteils gebildet sein. Hierzu ist beispielsweise vorgesehen, dass in einem Extrusionsprozess ein Rohr gebildet wird, das in einem abschließenden Formprozess die Flächen angeformt erhält.

Rohrformteile können auch in einem Spritzgussprozess gebildet sein, bei dem das Rohrformteilwerkzeug entsprechende korrespondierende Flächen aufweist.

Die Flächen am Rohr oder Rohrformteil können auch durch Materialabtrag von der Außenoberfläche des Endes des Rohres oder Rohrformteils gebildet sein. Hierzu können beispielsweise fräs- oder hobel- oder andere materialabtragende Prozesse genutzt werden.

Alternativ ist es auch möglich, dass die Flächen am Rohr oder Rohrformteil oder das Ende des Rohres oder Rohrformteils oder das Rohr oder Rohrformteil unter Verwendung eines generativen Fertigungsverfahrens, insbesondere einstückig, beispielsweise durch ein 3-D-Druckverfahren, hergestellt sind.

Hierzu kann mit Vorteil ein datenverarbeitungsmaschinenlesbares dreidimensionales Modell für die Herstellung genutzt werden.

Die Erfindung umfasst auch ein Verfahren zur Erzeugung eines datenverarbeitungsmaschinenlesbaren dreidimensionalen Modells zur Verwendung in einem Herstellungsverfahren für derartige Flächen am Rohr oder Rohrformteil oder das Ende des Rohres oder Rohrformteils oder das Rohr oder Rohrformteil. Hierbei umfasst das Verfahren insbesondere auch die Eingabe von Daten, die derartige Flächen am Rohr oder Rohrformteil oder das Ende des Rohres oder Rohrformteils oder das Rohr oder Rohrformteil darstellen, in eine Datenverarbeitungsmaschine und die Nutzung der Daten, um derartige Flächen am Rohr oder Rohrformteil oder das Ende des Rohres oder Rohrformteils oder das Rohr oder Rohrformteil als dreidimensionales Modell darzustellen, wobei das dreidimensionale Modell geeignet ist zur Nutzung bei der Herstellung derartige Flächen am Rohr oder Rohrformteil oder das Ende des Rohres oder Rohrformteils oder das Rohr oder Rohrformteil. Ebenfalls umfasst ist bei dem Verfahren eine Technik, bei der die eingegebene Daten eines oder mehrerer 3D-Scanner, die entweder auf Berührung oder berührungslos funktionieren, wobei bei letzteren Energie auf die Flächen am Rohr oder Rohrformteil oder das Ende des Rohres oder Rohrformteils oder das Rohr oder Rohrformteil abgegeben wird und die reflektierte Energie empfangen wird, und wobei ein virtuelles dreidimensionales Modell der Flächen am Rohr oder Rohrformteil oder das Ende des Rohres oder Rohrformteils oder das Rohr oder Rohrformteil unter Verwendung einer Computer-unterstützten Design-Software erzeugt wird.

In allen Fällen ist die Herstellung eines derartigen erfindungsgemäßen Rohres oder Rohrformteils einfach und somit kostengünstig.

Die Lösung der Aufgabe, ein Rohrsystem anzugeben, erfolgt gemäß Anspruch 10.

Es wurde im Rahmen der vorliegenden Erfindung erkannt, dass ein Rohrsystem mit wenigstens einem Rohr oder Rohrformteil, wie vorstehend beschrieben, besonders einfach herstellbar ist. Durch die vorliegende Erfindung ist die Kraft, die zum Zusammenstecken von Rohren und Rohrformteilen zur Bildung eines Rohrsystems notwendig ist, erheblich reduziert.

Die Herstellung eines solchen Rohrsystems ist damit einfacher, leichter, weniger kraftaufwendig und kann schneller vorgenommen werden. Ein solches Rohrsystem ist damit auch kostengünstiger herstellbar.

Ausführungsbeispiel

Bei einem Einsteckversuch wurden folgende Kräfte ermittelt:
Bei einem Rohr DN 160 mit einem Ende, das an der Außenoberfläche entlang der Stirnfläche umlaufend eine Fase von 15 ° aufweist, beträgt die Kraft zum Einstecken des Endes in eine Muffe 251 N (Kraftmaximum).

Bei einem erfindungsgemäßen Rohr DN 160 mit einem Ende, das an der Außenoberfläche entlang der Stirnfläche umlaufend alternierend zwölf erste und zwölf zweite Flächen aufweist, wobei die Neigung der ersten Flächen und der zweiten Flächen derart ist, dass diese in Richtung des Endes des Rohres zur Achse hin geneigt sind, beträgt die Kraft zum Einstecken des Endes in eine Muffe 203 N (Kraftmaximum).

Die Einsteckkraft ist bei dem erfindungsgemäßen Rohr um ca. 20 % gegenüber dem Rohr des Standes der Technik reduziert.

Anwendung findet die Erfindung überall dort, wo aus Rohren bzw. Rohrformteilen und weiteren Bauelementen Rohrsysteme gebaut werden, bei denen Rohre oder Rohrformteile in Doppelsteckmuffen oder an Rohren oder Rohrformteilen oder Schächten ausgebildete oder angeordnete Muffen anzuschließen sind.

Es ergeben sich so Anwendungen der vorliegenden Erfindung insbesondere im Bereich der drucklosen Leitungen zur Aufnahme, Leitung und Speicherung von Fluiden. Dies betrifft in erster Linie Systeme für die Abwasser- und solche für die Regenwasserbewirtschaftung. Aber auch in anderen Bereichen, wie beispielsweise der Schwimmbadtechnik, der Landwirtschaft, dem Industrieanlagenbau und weiteren Anwendungsfeldern kann die Erfindung vorteilhaft genutzt werden.

Bei der vorliegenden Erfindung wird davon ausgegangen, dass Rohre bzw. Rohrformteile und die zu verbindenden Bauelemente im Bereich der herzustellenden fluiddichten Verbindung einen Abschnitt mit kreisförmigem Querschnitt aufweisen. Wesentliche Teile der Figurenbeschreibung beziehen sich darauf. Die Erfindung umfasst selbstverständlich auch Abschnitte mit Querschnitten bei Rohren bzw. Rohrformteilen und zu verbindenden Bauelementen, die von der Kreisform abweichen, also beispielsweise elliptisch, eiförmig, eckig, abgerundet eckig oder Mischformen der vorstehend Genannten darstellen.

Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, aus den Figuren und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung.

Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Fig. dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.

Hierzu zeigt:

1 eine schematische geschnittene Ansicht eines Endes eines Rohres;

2 eine schematische seitliche Ansicht eines Endes eines Rohres;

3 eine schematische perspektivische Ansicht eines Endes eines Rohres einer ersten Ausführungsform;

4 eine schematische perspektivische teilweise geschnittene Ansicht eines Endes eines Rohres einer zweiten Ausführungsform;

5 eine schematische perspektivische Ansicht eines Endes eines Rohres der zweiten Ausführungsform.

In 1 ist eine schematische geschnittene Ansicht eines Endes 2 eines Rohres 1 gezeigt. Das Ende 2 des Rohres 1 weist eine Außenoberfläche 3 auf. Die Außenoberfläche 3 begrenzt die Wandung des Rohres 1 nach außen hin.

Am Ende 2 des Rohres 1 ist ein Umfang 4 des Rohres 1 ausgebildet. Der Umfang 4 am Ende 2 des Rohres 1 ist in Umfangsabschnitte 5 gegliedert. Erfindungsgemäß sind stets mehrere Umfangsabschnitte 5 vorgesehen. In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung sind die Umfangsabschnitte 5 als erste Umfangsabschnitte 5.1 und zweite Umfangsabschnitte 5.2 ausgebildet.

Entlang des Umfangs 4 wechseln sich jeweils erste Umfangsabschnitte 5.1 und zweite Umfangsabschnitte 5.2 ab, sodass die gleiche Anzahl an ersten Umfangsabschnitten 5.1 und zweiten Umfangsabschnitten 5.2 ausgebildet ist.

Die Umfangsabschnitte 5 definieren Flächen 6. Entsprechend definiert ein erster Umfangsabschnitt 5.1 eine erste Fläche 6.1 und ein zweiter Umfangsabschnitt 5.2 eine zweite Fläche 6.2. Die ersten Flächen 6.1 und die zweiten Flächen 6.2 sind als ebene Flächen ausgebildet.

Das Rohr 1 weist eine Achse A auf, zu der es rotationssymmetrisch ausgebildet ist. Die Rohrwandung des Rohres 1 ist bis vor dem Ende 2 im Hinblick auf ihre Außenoberfläche 3 rotationssymmetrisch zur Achse A ausgebildet.

Die ersten Flächen 6.1 und die zweiten Flächen 6.2 sind geneigt. Die Neigung ist bei allen ersten Flächen 6.1 gleich. Die Neigung aller zweiten Flächen 6.2 ist gleich. Die Neigung aller ersten Flächen 6.1 ist unterschiedlich zur Neigung aller zweiten Flächen 6.2. Die Neigung der ersten Flächen 6.1 und der zweiten Flächen 6.2 ist derart, dass diese in Richtung des Endes 2 des Rohrs 1 zur Achse A hin geneigt sind.

In der 1 ist an der ersten Fläche 6.1 zur Verdeutlichung die Neigung als Winkel alpha‘ in Richtung des Endes 2 des Rohres zur Achse A hin dargestellt.

In der 2 ist in einer schematischen seitlichen Ansicht ein Ende 2 eines Rohres 1 gezeigt. Die Bezugszeichen in 2 entsprechen denen aus 1.

Am Ende 2 des Rohres 1 ist eine Außenoberfläche 3 ausgebildet. An der Außenoberfläche 3 sind entlang des Umfangs 4 Umfangsabschnitte 5 vorgesehen. Die Umfangsabschnitte 5 sind als erste Umfangsabschnitte 5.1 und als zweite Umfangsabschnitte 5.2 ausgebildet.

Die Umfangsabschnitte 5 definieren Flächen 6. Die Flächen 6 liegen als erste Flächen 6.1 und als zweite Flächen 6.2 vor.

In der 2 ist in einer ersten Fläche 6.1, sowie deren Bemaßung nach Länge L und Breite B dargestellt. Alle ersten Flächen 6.1 sind hinsichtlich ihrer Größe gleich.

Auch alle zweiten Flächen 6.2 sind gleich groß.

Die ersten Flächen 6.1 sind größer als die zweiten Flächen 6.2.

Die Größe der Flächen ergibt sich aus dem Produkt von L und B.

Alle ersten Flächen 6.1 und alle zweiten Flächen 6.2 weisen eine Neigung in Richtung des Endes 2 des Rohres 1 zur Achse A des Rohres 1 hin auf.

Dabei ist die Neigung aller ersten Flächen 6.1, die untereinander alle gleich sind, anders, als die Neigung aller zweiten Flächen 6.2, die untereinander alle gleich sind.

In der 2 ist an der zweiten Fläche 6.2 zur Verdeutlichung die Neigung als Winkel alpha‘‘ in Richtung des Endes 2 des Rohres zur Achse A hin dargestellt.

Der Winkel alpha‘‘ in 2 der zweiten Fläche 6.2 zum Ende 2 des Rohres 1 zur Achse A hin ist größer als der Winkel alpha‘ in 1 der ersten Fläche 6.1.

Die Neigung der zweiten Fläche 6.2 ist daher größer als die Neigung der ersten Fläche 6.1.

In 3 ist eine schematische perspektivische Ansicht eines Endes 2 eines Rohres 1 gezeigt. Die Bezugszeichen in 3 entsprechen denen aus 1 und 2.

Eine Außenoberfläche 3 ist am Ende 2 des Rohres 1 ausgebildet. An der Außenoberfläche 3 sind Umfangsabschnitte 5 entlang des Umfangs 4 ausgebildet. Die Umfangsabschnitte 5 bilden erste Umfangsabschnitte 5.1 und zweite Umfangsabschnitte 5.2.

Alle Umfangsabschnitte 5 definieren Flächen 6. Die Flächen 6 sind erste Flächen 6.1 und zweite Flächen 6.2. Alle ersten Flächen 6.1 sind untereinander gleich ausgeformt und weisen die gleiche Größe auf. Alle zweiten Flächen 6.2 sind untereinander gleich ausgeformt und weisen die gleiche Größe auf. Die ersten Flächen 6.1 und die zweiten Flächen 6.2 sind unterschiedlich ausgeformt, sie weisen eine unterschiedliche Größe auf.

Alle ersten Flächen 6.1 und alle zweiten Flächen 6.2 sind in Richtung des Endes 2 des Rohres 1 zur Achse A des Rohres 1 hin geneigt.

Dabei ist die Neigung aller ersten Flächen 6.1, anders, als die Neigung aller zweiten Flächen 6.2.

4 zeigt eine schematische perspektivische teilweise geschnittene Ansicht eines Endes 2 eines Rohres 1 einer zweiten Ausführungsform. Die Bezugszeichen in 4 entsprechen denen aus 1 und 2.

An den Stellen, an denen die ersten Flächen 6.1, die untereinander gleich ausgeformt sind und die gleiche Größe aufweisen mit den zweiten Flächen 6.2, die untereinander gleich ausgeformt sind und die gleiche Größe aufweisen, aneinander grenzen, ist der Flächenübergang verrundet, so dass beim Einstecken des Endes 2 des Rohres 1 in eine Muffe das dort angeordnete Dichtungselement nicht beschädigt wird.

Die ersten Flächen 6.1 erstrecken sich von der Stirnfläche 2.1 bis zu der der Stirnfläche 2.1 gegenüberliegenden Spitze des als Wellenlinie dargestellten Übergangs der Flächen 6 zur Außenoberfläche 3 des Rohres 1.

Entsprechend erstrecken sich die zweiten Flächen 6.2 von der Stirnfläche 2.1 bis zu dem der Stirnfläche 2.1 gegenüberliegenden Tal des als Wellenlinie dargestellten Übergangs der Flächen 6 zur Außenoberfläche 3 des Rohres 1.

Alle ersten Flächen 6.1 und alle zweiten Flächen 6.2 sind in Richtung des Endes 2 des Rohres 1 zur Achse A des Rohres 1 hin geneigt. Dabei ist die Neigung aller ersten Flächen 6.1, anders, als die Neigung aller zweiten Flächen 6.2.

Die Stirnfläche 2.1 ist Teil der Rohrwandung und bildet den Abschluss des Endes 2 des Rohres 1.

In 5 ist eine schematische perspektivische Ansicht eines Endes 2 eines Rohres 1 der zweiten Ausführungsform dargestellt. Die Bezugszeichen in 5 entsprechen denen aus 1 und 2.

Die Ausbildung alle ersten Flächen 6.1 und aller zweiten Flächen 6.2 entspricht der in 4 beschriebenen Situation, wobei die ersten Flächen 6.1 und die zweiten Flächen 6.2 in Richtung des Endes 2 des Rohres 1 zur Achse A des Rohres 1 hin geneigt sind. Dabei ist die Neigung aller ersten Flächen 6.1, anders, als die Neigung aller zweiten Flächen 6.2.

Bezugszeichenliste

1
Rohr oder Rohrformteil
2
Ende
2.1
Stirnfläche
3
Außenoberfläche
4
Umfang
5
Umfangsabschnitt
5.1
erster Umfangsabschnitt
5.2
zweiter Umfangsabschnitt
6
Fläche
6.1
erste Fläche
6.2
zweite Fläche
10
Rohrsystem
A
Achse
B
Breite
D
Innendurchmesser
L
Länge
alpha‘
Winkel
alpha‘‘
Winkel