Title:
180°-Scharnier
Kind Code:
U1


Abstract:

180°-Scharnier für plattenförmige Möbelteile (12), gekennzeichnet durch zwei zueinander spiegelbildliche Strangprofile (14), die jeweils eine L- oder U-förmige Aufnahme für eine Kante eines der Möbelteile (12) bilden und auf der der Aufnahme (16) entgegengesetzten Seite einen vorspringenden, durch Ausklinkungen (22) unterbrochenen Profilbereich (20) haben, in dem ein Kanal für eine durchgehende Scharnierachse (24) gebildet ist, und durch in die Ausklinkungen (22) eingreifende Verbindungsprofile (26), die jeweils zwei parallele Kanäle (24') für die Scharnierachsen (24) bilden und relativ zu jedem Strangprofil (14) um mindestens 90° um die zugehörige Scharnierachse schwenkbar sind.




Application Number:
DE202015102263U
Publication Date:
08/05/2016
Filing Date:
05/04/2015
Assignee:
Pöttker Gesellschaft mit beschränkter Haftung, 59557 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE202012102701U1N/A2012-08-17



Foreign References:
FR2845112A12004-04-02
Attorney, Agent or Firm:
TER MEER STEINMEISTER & PARTNER PATENTANWÄLTE mbB, 33617, Bielefeld, DE
Claims:
1. 180°-Scharnier für plattenförmige Möbelteile (12), gekennzeichnet durch zwei zueinander spiegelbildliche Strangprofile (14), die jeweils eine L- oder U-förmige Aufnahme für eine Kante eines der Möbelteile (12) bilden und auf der der Aufnahme (16) entgegengesetzten Seite einen vorspringenden, durch Ausklinkungen (22) unterbrochenen Profilbereich (20) haben, in dem ein Kanal für eine durchgehende Scharnierachse (24) gebildet ist, und durch in die Ausklinkungen (22) eingreifende Verbindungsprofile (26), die jeweils zwei parallele Kanäle (24') für die Scharnierachsen (24) bilden und relativ zu jedem Strangprofil (14) um mindestens 90° um die zugehörige Scharnierachse schwenkbar sind.

2. Scharnier nach Anspruch 1, bei dem die Aufnahmen (16) jeweils U-förmig sind, wobei jedoch die beiden parallelen Schenkel jeder Aufnahme unterschiedliche Längen haben.

3. Scharnier nach Anspruch 2, bei dem die vorspringenden Profilbereiche (20) und die kürzeren Schenkel der U-förmigen Aufnahmen (16) auf der Außenseite des Strangprofils (14) flächenbündig sind.

4. Scharnier nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem die Verbindungsprofile (26) Rippen (28) bilden, die zusammen mit an den Strangprofilen (14) gebildeten Anschlägen den Schwenkbereich des Scharniers auf 180° begrenzen.

Description:

Die Erfindung betrifft ein 180°-Scharnier für plattenförmige Möbelteile.

Für Möbel sind Scharniere, beispielsweise in der Form von Klavierbändern bekannt, die mit Schrauben an den Möbelteilen befestigt werden und es ermöglichen, die Möbelteile aus einer Position, in der sie in einer gemeinsamen Ebene liegen, um 180° in eine Position zu schwenken, in der die beiden Möbelteile flach aufeinander liegen.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Scharnier dieser Art zu schaffen, das insbesondere in der Position, in der die Möbelteile in einer gemeinsamen Ebene liegen, möglichst unauffällig ist und möglichst wenig über die Oberfläche der Möbelteile übersteht.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch zwei zueinander spiegelbildliche Strangprofile, die jeweils eine L- oder U-förmige Aufnahme für eine Kante eines der Möbelteile bilden und auf der der Aufnahme entgegengesetzten Seite einen vorspringenden, durch Ausklinkungen unterbrochenen Profilbereich haben, in dem ein Kanal für eine durchgehende Scharnierachse gebildet ist, und durch in die Ausklinkungen eingreifende Verbindungsprofile, die jeweils zwei parallele Kanäle für die Scharnierachsen bilden und relativ zu jedem Strangprofil und mindestens 90° um die zugehörige Scharnierachse schwenkbar sind.

Das Scharnier lässt sich kostengünstig aus Strangmaterial herstellen und ermöglicht mit Hilfe der L- oder U-förmigen Aufnahmen eine stabile und dennoch unauffällig Fixierung an den Möbelteilen. In der Stellung, in der die Möbelteile in einer gemeinsamen Ebene liegen, können die Verbindungsprofile weitgehend in die Ausklinkungen versenkt angeordnet sein, so dass sie nicht oder kaum über die Oberfläche der Möbelteile vorstehen. Wenn die beiden Möbelteile aufeinander geklappt werden, schwenken die Verbindungsprofile relativ zu jedem Möbelteil nur um 90°, wodurch sich insgesamt, für die Schwenkbewegungen an beiden Scharnierachsen zusammen, ein Schwenkwinkel von 180° ergibt.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Sofern die Aufnahmen für die Kanten der Möbelteile U-förmig gestaltet sind, ist vorzugsweise ein Schenkel deutlich länger als der dazu parallele Schenkel. An dem längeren Schenkel kann dann das plattenförmige Möbelteil mittels Schrauben oder durch Klebung, beispielsweise mit Hilfe eines doppelseitigen Klebebandes fixiert werden, während der kürzere Schenkel die Kante des Möbelteils nur knapp einfasst und nur dazu dient, ein Widerlager für das Möbelteil zu bilden, so dass sich dieses sauber in die Aufnahme einschwenken und an den längeren Schenkel ankleben lässt, ohne dass der kürzere Schenkel, der in der Gebrauchsstellung auf der sichtbaren Seite der Möbelteile liegt, optisch besonders in Erscheinung tritt.

In einer vorteilhaften Ausführungsform bilden die Verbindungsprofile Anschläge, die den Schwenkbereich jedes Strangprofils auf 90° begrenzen.

Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine perspektivische Ansicht eines Abschnitts eines erfindungsgemäßen Scharniers;

2 einen Querschnitt des Scharniers in einer um 180° aufgeklappten Stellung;

3 einen Querschnitt des Scharniers in einer anderen Schnittebene; und

4 einen Querschnitt durch das Scharnier und zwei in dem Scharnier gehaltene Platten in einer Stellung, in der die Platten so zusammengeklappt sind, dass sie flach aufeinander liegen.

In 1 ist ein Scharnier 10 gezeigt, das die parallel zueinander verlaufenden Kanten zweier gleich dicker Platten 12 einfasst, die in 1, bei gestreckter oder aufgeklappter Position des Scharniers 10, in einer gemeinsamen Ebene liegen. Bei den Platten 12 kann es sich beispielsweise um Teile einer Tischplatte oder Arbeitsplatte handeln, beispielsweise um Teile einer sogenannten Klapp-Einlegeplatte, die sich in einer Stellung, in der die beiden Platten aufeinander geklappt sind, unterhalb einer durchgehenden Tischplatte oder einer durchgehenden Arbeitsplatte eines Möbels verstauen lässt. Die Platten 12 können beispielsweise aus Glas oder einem Holzwerkstoff bestehen.

Das Scharnier 10 weist zwei spiegelbildlich zueinander angeordnete Strangprofile 14 auf, beispielsweise aus stranggepresstem Aluminium oder Leichtmetall, die jeweils eine U-förmige Aufnahme 16 für die Kante einer der Platten 12 bilden. Im gezeigten Beispiel ist jeweils der obere Schenkel der Aufnahme 16 gegenüber dem unteren Schenkel so stark verkürzt, dass das Strangprofil insgesamt eine nahezu L-förmige Gestalt hat.

Die Platten 12 sind jeweils mit Hilfe eines doppelseitigen Klebebandes 18 am längeren Schenkel der Aufnahme befestigt.

Die Strangprofile 14 haben jeweils auf der der Aufnahme 16 entgegengesetzten Seite einen Profilbereich 20, der mit der Außenseite des kürzeren Schenkels der Aufnahme 16 flächenbündig ist und zu dem jeweiligen anderen Strangprofil vorspringt. Diese Profilbereiche 20 sind auf gewissen Längsabschnitten des Scharniers durch Ausklinkungen 22 unterbrochen und bilden jeweils einen Kanal mit kreisförmigem Querschnitt, durch den eine Scharnierachse 24 in der Form einer runden Stange hindurchsteckbar ist. Die einander gegenüberliegenden Ausklinkungen 22 der beiden Strangprofile bilden jeweils zusammen eine rechteckige Aussparung, in der ein Verbindungsprofil 26 aufgenommen ist, das die Aussparung nahezu vollständig ausfüllt. Jedes Verbindungsprofil 26 hat zwei parallele Kanäle 24' (2), durch die sich die Scharnierachsen 24 hindurchstecken lassen, so dass die Strangprofile 14 und die Verbindungsprofile 26 durch die durchgehenden Scharnierachsen 24 gelenkig miteinander verbunden werden.

2 zeigt das Scharnier 10 in einem Querschnitt an der Stelle eines der Verbindungsprofile 26. Man erkennt in dem Verbindungsprofil die erwähnten Kanäle 24' für die Scharnierachsen. Die Oberseite des Verbindungsprofils 26 ist mit der Oberseite der kürzeren Schenkel der Aufnahme 16 bündig. An der Unterseite des Verbindungsprofils 26 sind dagegen zwei nach außen gekröpfte Rippen 28 gebildet, die an entsprechenden Absätzen der Strangprofile 14 anliegen und so verhindern, dass sich die Strangprofile 14 relativ zu den Verbindungsprofilen 26 über die in 2 gezeigte Stellung hinaus weiter nach unten schwenken lassen.

Die Profilbereiche der Strangprofile 14, die jeweils den Basisschenkel der Aufnahme 16 bilden, sind im gezeigten Beispiel als Hohlkammerprofile ausgebildet.

3 zeigt einen Schnitt durch das Scharnier 10 an einer Stelle, an der sich die vorspringenden Profilbereiche 20 befinden. Bei dem rechten Strangprofil 14 ist in 3 auch das doppelseitige Klebeband 18 gezeigt, und der Querschnitt des Randes der Platte 12 ist strichpunktiert angedeutet. Um die Platte 12 mit Hilfe des Klebebandes stabil und sicher in der Aufnahme 16 zu befestigen, wird die Platte zunächst leicht schräg gehalten und mit ihrer oberen Kante unter dem kürzeren Schenkel der Aufnahme eingehakt. Anschließend wird die Platte gegen den unteren Schenkel der Aufnahme geschwenkt, bis ihre Unterseite mit dem Klebeband 18 in Kontakt kommt und mit Hebelwirkung gegen dieses Klebeband angedrückt wird.

Die beiden Strangprofile 14 sind relativ zu dem Verbindungsprofil 26 jeweils um 90° um die zugehörige Scharnierachse 24 schwenkbar.

4 zeigt das Scharnier 10 in einer um 180° umgeklappten Stellung, in der die beiden Platten 12 flach aufeinander liegen. Die Verbindungsprofile 26 sind in 4 relativ zu dem unteren Strangprofil 14 um 90° nach oben geschwenkt worden, und das obere Strangprofil ist relativ zu den Verbindungsprofilen 26 nochmals um 90° geschwenkt worden. Der Schwenkbereich wird dadurch begrenzt, dass die Außenflächen der kürzeren Schenkel der Aufnahmen 16 und der vorspringenden Profilbereiche 22, die in 2 und 3 die Oberseiten der Strangprofile bilden, aneinander anliegen, während die Strangprofile durch die Verbindungsprofile 26 und die durchgesteckten Scharnierachsen 24 zusammengehalten werden.

Zur Herstellung des Scharniers 10 werden die Strangprofile 14 zunächst als Endlosmaterial extrudiert. Da die Strangprofile identische (spiegelbildliche) Profilformen haben, wird hierzu nur ein einziges Werkzeug benötigt. Anschließend werden die Ausklinkungen 22 in die vorspringenden Profilbereiche 20 eingefräst. Auch die Verbindungsprofile 26 können aus endlosem Strangmaterial gebildet werden, das dann geeignet auf Länge geschnitten wird. Bei der Endmontage brauchen dann nur noch die stangenförmigen Scharnierachsen 24 durch die dafür vorgesehenen Kanäle der Strangprofile und der Verbindungsprofile hinduchgesteckt zu werden.

Das Scharnier bzw. dessen Profile können auf jede gewünschte Länge geschnitten und somit an unterschiedliche Maße der Platten 12 angepasst werden. Ein wesentlicher Vorteil des Scharniers besteht darin, dass in der in 1 gezeigten Stellung, in der die Platten 12 mit ihren Oberseiten in einer gemeinsamen Ebene liegen, keinerlei Befestigungsmittel wie Schrauben oder dergleichen sichtbar sind und das Scharnier in einem verhältnismäßig schmalen Zwischenraum zwischen den beiden Platten 12 untergebracht ist und praktisch nicht nach oben über die Oberseite der Platten 12 vorsteht. Dabei weist das Scharnier trotz seiner unauffälligen Gestaltung eine hohe Stabilität und Funktionssicherheit auf.