Title:
Bohrmehlaufnahmegerät
Kind Code:
U1


Abstract:

Gehäuse mit integrierter und austauschbarer akkubetriebener Membranpumpe




Application Number:
DE202014009405U
Publication Date:
02/06/2015
Filing Date:
11/27/2014
Assignee:
Lohse, Carsten, 09573 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE202014003966U1N/A2014-06-18
DE7530339UN/A1976-02-12



Claims:
1. Gehäuse mit integrierter und austauschbarer akkubetriebener Membranpumpe

2. Luftführung im Gerätegehäuse, die durch Überdruck im Bereich der Bohrerlagerung ein Eindringen von Bohrmehl verhindert

3. axiale Fixierung der Bohrmehlentnahmevorrichtung mit dem Bohrer durch ein elastisches Element

4. Bohrmehlaufnahmekopf mit integriertem Filter und Gewinde für schraubbaren Probenbecher und Dichtring zur Vermeidung von Bohrmehlverlust insbesondere beim Anbohren

5. Teleskop und Teleskopführung mit werkzeuglos verstellbarem, formschlüssig rastendem Anschlagring zur Vorwahl der Bohrungstiefe

6. Transport des Bohrmehls in ein geeignetes Aufnahmegefäs mittels Druckluft

Description:

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für die gezielte/definierte Bohrmehlprobennahme.

Für die Beurteilung von Betonbauwerken müssen mit Hammerbohrungen punktgenaue, unverfälschte Bohrmehlproben entnommen werden.

Die Probenentnahme erfolgt in der Regel durch Einbringen von Bohrungen in das zu untersuchende Bauteil. Basierend auf vorgeschriebenen Probeplänen werden entsprechend verteilt die Prüfbohrungen eingebracht und das dabei anfallende Bohrmehl für nachfolgende stoffliche Analysen aufgenommen. Dabei ist wichtig, dass die Zuordnung der Bohrmehlprobe zu den jeweiligen Bohrungen gewährleistet ist.

Der Stand der Technik reicht vom rein händischen Aufnehmen des anfallenden Bohrmehls bis zu einem bekannten Gerät, welches das Bohrmehl durch einen Hohlbohrer über einen Schlauch in den Zyklon saugt und dort abscheidet. Leider hat dieses bekannte Gerät mehrere entscheidende Nachteile:

  • 1. Der zur Absaugung des Bohrmehles erforderliche Luftstrom wird durch ein in die Bohrmaschine integriertes Radialgebläse erzeugt. Die Charakteristik eines Radialgebläses ermöglicht es aber nur einen relativ niedrigen Unterdruck zu aufzubauen, was den Nachteil mit sich bringt, dass enge Querschnitte den Volumenstrom signifikant reduzieren und dadurch die Effektivität des Absaugens erheblich beeinträchtigen. Dies wiederum führt dazu, dass das anfallende Bohrmehl nicht in vollem Umfang erfasst wird. Es tritt folglich beim Bohren Mehl zwischen Bohrer und Bohrungswand aus, welches einerseits für die Probennahme verlorengeht und andereseits zu einer Staubbelästigung bei der Probennahme führt.
  • 2. Das von den Prüfbohrungen anfallende Mehl muß den jeweiligen Bohrungen zuordenbar sein und darf nicht vermischt werden. Das bezieht sich sowohl auf die jeweilige Bohrungstiefe, wie auch auf die Position der Bohrung am zu untersuchenden Bauteil. Um dies zu gewährleisten, ist es folglich notwendig, nach jeder Bohrung oder Bohrungsgruppe die Vorrichtung von den restlichen anhaftenden Bohrmehl zu säubern. Bei exakter Handhabung sollten also der Bohrer, der Schlauch zum Zyklon und der Zyklon selbst gereinigt werden. Praktische Erfahrungen mit dem Gerät zeigen, dass dieser Reinigungsvorgang einen erheblichen Zeitaufwand darstellt und eine vollständige Reinigung kaum möglich ist, so das es zur „Vermischung” von Bohrmehlproben kommt, wodurch die Analysequalität beeinträcht wird.
  • 3. Die Entnahmevorrichtung verfügt über eine nur unzureichende Standzeit der für die Vorrichtung zur Anwendung kommenden Bohrmaschine und ist nur für eine definierte Bohrmaschine verwendbar.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu erstellen, die die genannten Mängel nicht aufweist. Sie sollte über folgende Eigenschaften verfügen:

  • • verwendbar mit allen gängigen Schlagbohrmaschinen mit SDS-plus Aufnahme – sowohl netz- wie akkubetrieben
  • • geringes Gewicht
  • • Bohrmehlabscheidung in leicht austauschbare Behälter, die gleichzeitig als Aufbewahrungsbehälter dienen können
  • • minimale und leicht zu reinigende „Transportwege” für das Bohrmehl im Gerät

Die technische Lösung der Erfindung zeigen die 1 und 2

1 Komplettgerät mit Hohlbohrer

2 Expositionsdarstellung des Bohrmehlaufnahmegerätes

In einem Gehäuse 13 sind alle für die Funktion notwendigen Bauelemente integriert.

  • • Membranpumpe 14 zur Erzeugung de notwendigen Druckluft
  • • Akkus zur Stromversorgung der Mebranpumpe 14 (netzunabhängiger Betrieb)
  • • Lagerung des Bohrers 9 mit Befestigungsring 16 und PU-Stopfen 15 zur axialen Sicherung
  • • Teleskopführung 10
  • • Teleskop mit Bohrmehlaufnahmekopf 7/3
  • • verstellbarer Anschlagring 8 zur Vorwahl der Bohrungstiefe

Die Funktion der Erfindung wird nachfolgend beschrieben:
Der Bohrer 9 wird mit dem Schaft voran in den Bohrmehlaufnahmekopf 3 geschoben bis die Querbohrung des Bohrers 9 und die im Befestigungsring 16 befindliche Bohrung übereinstimmen. Zur axialen Sicherung des Bohrers 9 mit der Bohrmehlaufnahmevorrichtung wird in die Querbohrung ein Stopfen 15 aus PU-Elastomer gesteckt und mittels Federring 17 gesichert.

Der Bohrer 9 mit der Bohrmehlaufnahmevorrichtung wird dann in das Bohrfutter der Maschine gespannt und die Vorrichtung mittels eines Stabes, der in das Auge an der Bohrmehlentnahmevorrichtung und der entsprechenden Bohrung im Griff der Bohrmaschine gesteckt wird, gegen Verdrehung gesichert.

Um die Prüfbohrungen zu setzen, drückt man bei laufender Maschine den Dichtring 1 des Bohrmehlaufnahmekopfes 3 gegen die Fläche, von welcher die Probenentnahme erfolgen soll.

Durch das Andrücken schiebt sich das Teleskop 7 in die Teleskopführung 10 bis der Bohrer 9 auf die Betonfläche aufsetzt. Gleichzeitig wird durch das Eintauchen des Teleskopes 7 in die Teleskopführung 10 der Stößelschalter 18 betätigt, welcher der die Membranpumpe 14 einschaltet. Dadurch wird gewährleistet, dass zwingend vor Beginn des eigendlichen Bohrvorganges die Membranpumpe 14 arbeitet und Druckluft durch den Bohrer 9 gedrückt wird.

Das durch den Bohrvorgang entstehende Bohrmehl wird durch die Druckluft zwischen Innenwandung des Dichtringes 1 und dem Schaft des Bohrers 9 in den Bohrmehlaufnahmekopf 3 gefördert und sammelt sich in diesem. Die Luft kann dann über den in den Bohrmehlaufnahmekopf 3 integrierten Filter 4 entweichen. Bei horizontaler Ausrichtung der zu setzenden Bohrung wird der Großteil des anfallenden Bohrmehles direkt in den Probenbecher 2 fallen, bei senkrechten Bohrungen geschieht dies nach waagerechter Ausrichtung der Bohrmehlentnahmevorrichtung bzw. Bohrmaschine. Anschließend kann der Probenbecher 2 aus dem Bohrmehlaufnahmekopf 3 herausgeschraubt und durch einen neuen ersetzt werden. Die transparenten Probenbecher ermöglichen jederzeit die Kontrolle des Füllstandes.

Ein auf dem Teleskop 7 befindlicher Anschlagring 8 begrenzt das Eintauchen des Teleskopes 7 in die Telekopführung 10 und definiert damit die erreichbare Bohrungstiefe. Der Anschlagring 8 läßt sich durch Drehung entriegeln bzw. bei Drehung im gegenläufigen Drehsinn in die Konturen des Teleskopes formschlüssig einrasten. An einer auf dem Teleskop 7 angebrachen Skala ist die jeweilige erreichbare Bohrungstiefe ablesbar.

Da bei dem Bohrvorgang lediglich der Bohrmehlaufnahmekopf 3 und der Filter 4 mit Bohrmehl in Kontakt kommen, beschränkt sich der Aufwand für die abschließende oder zwischen den einzelnen Bohrungen notwendige Reinigung auf ein Minimum.

Bezugszeichenliste

1
Dichtring
2
Probenbecher
3
Bohrmehlaufnahmekopf
4
Filter
5
Klemmring
6
Dichtung 2
7
Teleskop
8
Anschlagring
9
Bohrer
10
Teleskopführung
11
Lagerung
12
Lagerplatte
13
Gehäuse
14
Membranpumpe
15
PU-Stopfen
16
Befestigungsring
17
Federring
18
Stößelschalter
19
Skala