Title:
Vorrichtung zur Aufnahme von Bohrmehl beim Bohren mit Hohlbohrern
Kind Code:
U1


Abstract:

Gehäuse mit integrierter und austauschbarer Memranpumpe 7, die mit durch einen auf den Hohlbohrer 1 angeordeneten Exzenter angetrieben wir.




Application Number:
DE202014003966U
Publication Date:
06/18/2014
Filing Date:
05/13/2014
Assignee:
Lohse, Carsten, 09573 (DE)
International Classes:



Claims:
1. Gehäuse mit integrierter und austauschbarer Memranpumpe 7, die mit durch einen auf den Hohlbohrer 1 angeordeneten Exzenter angetrieben wir.

2. Membranpumbe 1 angetrieben mittels Kleingetriebemotor und bohrmaschinenunabhängigen Akku

3. Luftführung im Gerätegehäuse 2, die durch Überdruck im Bereich der Bohrerlagerung ein Eindringen von Bohrmehl verhindert

4. austauschbare Filterpatrone 6

5. austauchbarer Probenbehälter 9 für das als Probe dienende Bohrmehl

6. Winkelstück 10 mit einem Winkel von 90° zur senkrechetn Anordnung des Probenbehälter 9 bei senkrechter Bohrposition

Description:

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für die gezielte/definierte Bohrprobennahme. Für die Beurteilung von Betonbauwerken müssen mit Hammerbohrungen, punktgenaue, unverfälschte Bohrmehlproben entnommen werde.

Die Probennahme erfolgt in der Regel durch Einbringen von Bohrungen in das zu untersuchende Bauteil. Basierend auf vorgeschriebenen Probeplänen werden entsprechend verteilt die Prüfbohrungen eingebracht und das dabei anfallende Bohrmehl für nachfolgende stoffliche Analysen aufgenommen. Dabei ist wichtig, dass die Zuordnung der Bohrmehlprobe zu den jeweiligen Bohrungen gewährleistet ist.

Der Stand der Technik reicht vom rein händischen Aufnehmen des anfallenden Bohrmehls bis zu einer Vorrichtung, die nach dem Zyklonprinzip arbeitet und das Bohrmehl durch einen Hohlbohrer über einen Schlauch in den Zyklon saugt und dort abscheidet.

Leider hat diese bekannte Vorrichtung mehrere entscheidente Nachteile:

  • 1. Der zur Absaugung des Bohrmehles erforderliche Luftstrom wird durch ein in die Bohrmaschine integriertes Radialgebläse erzeugt. Die Charakteristik eines Radialgebläses ermöglicht aber nur einen relativ niedrigen Unterdruck aufzubauen, was den Nachteil mit sich bringt, dass enge Querschnitte den Volumenstrom signifikant reduzieren und dadurch die Effektivität des Absaugens erheblich beeinträchtigen. Dies wiederum führt dazu, das das anfallende Bohrmehl nicht in vollem Umfang erfasst wird. Es tritt folglich beim Bohren Mehl zwischen Bohrer und Bohrungswand aus, was einerseits für die Probennahme verlorengeht und andereseits zu einer Staubbelästigung bei der Probennahme führt.
  • 2. Das von den Prüfbohrungen anfallende Mehl muß den jeweiligen Bohrungen zuordenbar sein und darf nicht vermischt werden. Das bezieht sich sowohl auf die jeweilige Bohrungstiefe, wie auch auf die Position der Bohrung am zu untersuchende Bauteil. Um dies zu gewährleisten ist es folglich notwendig nach jeder Bohrung oder Bohrungsgruppe, die Vorrichtung von den restlichen anhaftenden Bohrmehl zu säubern. Bei exakter Handhabung sollten also Bohrer, der Schlauch zum Zyklon und der Zyklon selbst gereinigt werden. Praktische Erfahrungen mit dem Gerät zeigen, dass dieser Reinigungsvorgang einen erheblichen Zeitaufwand darstellt und eine vollständige Reinigung kaum möglich ist, so das es zur „Vermischung” von Bohrmehlproben kommt, wodurch die Analysequalität beeinträcht wird.
  • 3. Unzureichende Standzeit der für die Vorrichtung zur Anwendung kommende Bohrmaschine. Die Entnahmevorrichtung ist nur für eine definierte Bohrmaschine verwendbar.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Vorrichtung zu erstellen, die die genannten Mangel nicht aufweist. Sie sollte über folgende Eigenschaften verfügen:

  • • verwendbar mit allen gängigen Schlagbohrmaschinen mit SDS-plus Aufnahme – sowohl netz- wie akkubetrieben
  • • geringes Gewicht
  • • hoher Unterdruck der Absaugeinrichtung
  • • Bohrmehlabscheidung in leicht austauschbare Behälter, die gleichzeitig als Aufbewahrungsbehälter dienen
  • • minimale und leicht zu reinigende „Transportwege” für das Bohrmehl in der Vorrichtung

Die technische Lösung der Erfindung zeigen die 1 bis 3

1 Komplettgerät mit Hohlbohrer

2 Explosionsdarstellung der Erfindung

3 Verwendung des Winkelstückes bei senkrechter Bohrposition

In einem Gehäuse sind alle für die Funktion notwendigen Bauelemente integriert.

  • • Membranpumpe 7 zur Erzeugung des notwendigen Absaugluftstromes
  • • Filter 6 zum Schutz der Ventile der Membranpumpe 7 vor Verschmutzung mit Bohrmehl und Vermeidung das Bohrmehl an die Umgebung abgegeben wird
  • • Exzenter 8 als Antrieb für Membranpumpe (optional Kleingetriebmotor mit Akku)
  • • Probenbehälter 9

Das Funktion der Erfindung wird nachfolgend beschrieben:
Die Mebranpumpe 7 erzeugt einen Volumenstrom mit hohem Unterdruck. Dieser Luftstrom bewirkt, dass das an der Bohrerspitze entstehende Bohrmehl durch den Hohlbohrer 1 gesaugt wird. Der hohe Unterdruck sichert einen ausreichend großen Volumenstrom auch bei relatiev geringen Ansaugquerschnitten (kleine Bohrungsdurchmesser im Bohrerkopf).

Hat das Bohrmehl den Hohlbohrer 1 passiert und ist aus den beiden Querbohrungen im hinteren Bereich des Hohlbohrers 1 ausgetreten, wird es über ein kurzes Kanalstück im Gehäuse 2 zum Probenbehälter geführt.

Nach Austritt aus dem Kanal sinkt die Strömungsgeschwindigkeit der Luft stark ab, da sich der Querschnitt vervielfach, was zur Ablagerung des Bohrmehl in den Probebehälter 9 führt. Dieser Vorgang wird unterstützt durch die Änderung der Strömungsrichtung des Volumenstromes um 180°. Anschließend durchströmt die Luft, die den unter der Membranpumpe 7 angeordnete, austauschbare Filterpatrone 6, und wird die Membranpumpe 7 nach außen, durch den Gehäusebereich gedrückt, wo sich die Lagerung für den Hohlbohrer 1 im Gerät befindet. Durch diese Luftführung entsteht in diesem Raum gegenüber der umgebenden Luft ein Überdruck, der wirksam verhindert, dass Bohrmehl eindringen und zu erhöhtem Verschleiß der Lagerung des Hohlbohrers 1 führen kann.

Für den Antrieb der Membranpumpe 7 sind zwei Varianten möglich:

  • • elektromotorischer Antrieb mit Akku und Kleinstgetriebemotor
  • • Antrieb durch den Bohrer mittels Exzenter 8

Bei Verschleiß des Hohlbohrers 1 lässt sich dieser durch Öffnen des oberen Gehäusedeckels austauschen. Austauschbar sind auch die beiden geteilten Lagerschalen 4 und die zur zusätzlichen Dichtung angeordneten O-Ringe 5 im Bereich der Lagerung des Hohlbohrers 1. Der Hohlbohrer 1 besitzt eine „SDS-plus” Aufnahme. Auf den Hohlbohrer 1 könnten vorteilhaferweise farblich gekennzeichnete Nuten eingearbeiet sein, die die jeweilege Bohrungstiefe ablesbar machen.

Die transparenten Probenbehälter 9 ermöglichen jederzeit die Kontrolle des Füllstandes. Für Bohrungen an waagerechten Flächen, wird zwischen Gehäuse 2 und Probenbehälter 9 ein Winkelstück 10 montiert um auch in dieser Bohrposition optimale Befüllung der Probenbehälter 9 sicherzustellen.

Für die Filterpatrone 6 wird ein Filtermaterial mit glatter Oberfläche verwendet, so das der anhaftende Filterkuchen problemlos durch Abklopfen bzw. mit einem geeigneten Hilsmittel (Pinsel, Bürste) entfernt werden kann.

Bezugszeichenliste

1
Bohrer
2
Gehäuse
3
Gehäusedeckel
4
Lagerschalen
5
O-Ringe
6
Filterpatrone
7
Membranpumpe
8
Exzenter
9
Probenbehälter
10
Winkelstück