Title:
Testreagenz für einen Schnelltest zur Eiweißbestimmung in biologischen Flüssigkeiten
Kind Code:
U1


Abstract:

Testreagenz für einen Schnelltest zur Eiweißbestimmung in biologischen Flüssigkeiten insbesondere im Urin, umfassend eine Reagenzmischung und ein Reagenzgefäß, dadurch gekennzeichnet ist, dass die Reagenzmischung neben einem üblichen Farbstoff und einem Lösungsmittel zusätzlich Harnstoff, Zitronensäure, Salzsäure und Natriumchlorid enthält.




Application Number:
DE202011105872U
Publication Date:
04/03/2012
Filing Date:
09/08/2011
Assignee:
Levin, Felix, Dr., 41236 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE202009003453U1N/A2010-01-07
DE102004046326A1N/A2006-02-16
DE10144436A1N/A2003-03-27
DE10030193A1N/A2001-12-20



Foreign References:
RU2077060C11997-04-10
Other References:
Bredford, Anal Biochem. 72, 1976
http://softsearch.ru/programs/115-308-photom-download.shtml
http://www.download.ru/soft/science/education/photom/6975
Attorney, Agent or Firm:
Rasch, Dorit, Dipl.-Chem., 10179, Berlin, DE
Claims:
1. Testreagenz für einen Schnelltest zur Eiweißbestimmung in biologischen Flüssigkeiten insbesondere im Urin, umfassend eine Reagenzmischung und ein Reagenzgefäß, dadurch gekennzeichnet ist, dass die Reagenzmischung neben einem üblichen Farbstoff und einem Lösungsmittel zusätzlich Harnstoff, Zitronensäure, Salzsäure und Natriumchlorid enthält.

2. Testreagenz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es die Reagenzmischung mit den folgenden Gew.% enthält: Farbstoffe0,01–0,03 Gew.%Lösungsmittel5,0–10,0 Gew.%Zitronensäure0,5–1,5 Gew.%Harnstoff0,2–1,0 Gew.%Natriumchlorid12–29 Gew.%Salzsäure0,7–3,0 Gew.%Wasserzu 100 Gew.%


3. Testreagenz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Farbstoff Coomassie Brillant-Blau G-250 enthalten ist.

4. Testreagenz nach einem dem Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsmittel Ethylalkohol enthalten ist.

5. Testreagenz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Reagenzmischung so ausgefertigt ist, dass sie als ein visuell analytischer Indikator dient, wobei durch das Zusammenwirken von Farbreaktion und Trübungsreaktion ein gefärbtes Eiweißprodukt mit besonderen optischen Eigenschaften gebildet wird, welches in eindeutiger Abhängigkeit von der Eiweißkonzentration in der zu prüfenden Flüssigkeit steht.

6. Testreagenz nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass es an eine Beleuchtungsquelle gekoppelt ist, wodurch das gebildete und gefärbte Eiweißprodukt angezeigt wird.

7. Testreagenz nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungsquelle eine Tischlampe mit Halogen oder eine andere Lampe oder eine polyfunktionale Taschenvorrichtung (P-T-V) mit LED-Licht ist, wodurch visuell in der zu prüfenden Flüssigkeiten das Eiweiß im Konzentrationsbereich von 25 bis 2000 mg/L ohne Verdünnung bestimmt werden kann.

8. Testreagenz nach einem der Ansprüche 1 bis 7 verwendbar in einem Verfahren zum Nachweis in Flüssigkeiten vorhandenem Gesamteiweiß, wobei eine bestimmte Menge zu prüfender Flüssigkeit in Kontakt mit dem Testreagenz gebracht wird und dann nach kurzer Einwirkzeit, vorzugsweise nach 40–60 Sekunden, das Ergebnis mittels Vergleich mit der Standardskala bewertet wird.

9. Testreagenz nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Ergebnis der Gesamteiweißbestimmung in Form einer Digital-Monitorskala oder gedruckter Fotobilderskala erstellt wird, die bewertet wird, (Beispiel 1, ), wobei das Ergebnis (gefärbte Probe) mindestens fünf Stunden erhalten bleibt.

10. Testreagenz nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Ergebnis der Gesamteiweißbestimmung mit einem Photometer (mit Lichtwellenlänge 600 nm) oder mit einem optischen Rechnerprogramm (z. B. PhotoM 121, Beispiel 1) quantifiziert wird.

11. Testreagenz nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass es zum Überführen einer zu prüfenden Flüssigkeit (z. B. Speichel) ins Reagenzgefäß einen Flüssigkeitsüberträger (z. B ein Wattestäbchen) aufweist.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Testreagenz für einen Schnelltest und ein Verfahren zur Eiweißbestimmung in biologischen Flüssigkeiten, insbesondere im Urin, umfassend eine Reagenzmischung und ein Reagenzgefäß. Erfindungsgemäß enthält die Reagenzmischung neben einem üblichen Farbstoff und einem Lösungsmittel noch zusätzlich Harnstoff, Zitronensäure, Salzsäure und Natriumchlorid. Die Kombination aus Farbstoff, Fällungsreagenzien und den weiteren Stoffen der Reagenzmischung, welche sich in einem bevorzugt geschlossenen Reagenzgefäß befindet, ist so ausgefertigt, dass das Zusammenwirken von Farbreaktion und Trübungsreaktion zur Bildung eines gefärbten Eiweißproduktes beiträgt, welches aufgrund der besonderen optischen Eigenschaften (Art und Intensität der Farbe, sowie Farbtöne und ggf. Bild von gefärbter Trübung) in deutlicher Abhängigkeit von einer ermittelten Eiweißkonzentration in der zu prüfenden Flüssigkeit steht.

Methoden zur Bestimmung von Proteinen (Gesamteiweiß) im Urin, im Serum und in anderen biologischen Flüssigkeiten sind zahlreich bekannt und diagnostisch relevant. Die Proteine können z. B. durch Fällungsreaktionen nachgewiesen werden. Solche Methoden dienen dem Nachweis zahlreicher Krankheiten. Der Nachweis der Proteinurie (Eiweißausscheidung im Urin) dient vor alter zur Diagnose verschiedener Nierenerkrankungen. Viele qualitative oder quantitative Methoden erfolgen z. B. durch Zugabe von Sulfosalicylsäure zum Urin bzw. mit der Biuretreaktion nach Fällung mit Trichloressigsäure oder Perchlorsäure, ggf. Bekannte Fällungsreagentien sind neben Säuren u. a. auch Schwermetallsalze, Azeton, Alkohol, Ammoniumsalze und dergleichen.

Ein Testsystem zur Eiweißbestimmung im Urin ist in dem russischen Patent RU 2 077 060 C1 beschrieben. Dieses Testsystem enthält das Reagenz zur Eiweißfällung als ein dichtes, festes Granulat mit einem spezifischen Gewicht größer 1. Die bekannten Testsysteme (Testgranulat) und seine Modifizierungen (DE 100 30 193 A1 und DE 101 44 436 A1) haben jedoch sämtlich den Nachteile, dass diese Methode spezielle Beleuchtungsvorrichtungen brauchen, weil bei Tageslicht das Ergebnis visuell kompliziert zu bewerten ist. Der Eiweißnachweis kann qualitativ und halbquantitativ mit Teststreifen erfolgen, die in der Regel ein Reagenz enthalten, das mit dem Eiweiß eine Farbreaktion bildet. Diese Teststreifen haben den Nachteil, dass sie durch Licht, Feuchtigkeit und hohe Temperaturen empfindlich und überständig reagieren. Außerdem haben sie ungenügende analytische Empfindlichkeit. Dabei haben sie in der Regel unbequeme, zur Bewertung zu kleine (5 × 5 mm), Testfelder.

Bekannt ist auch eine Eiweißbestimmung mit der Farbstoff Coomasi G-250. Aber diese Test braucht nur Photometrische Ergebnismessungen (gibt es keine Möglichkeit zur visuell halbquantitativ Bewertung) und dabei das ist kein Schnelltest (Bredford, Anal Biochem. 72, 1976).

Aber alle bekannten Testsysteme und Testmethoden haben jedoch sämtlich den Nachteil, dass man mit diesen eine Analysedurchführung des Analyseergebnises in bestimmten Zeiten bewerten muss, da es nicht lang haltbar und bewertbar ist. Z. B. kann man nicht mit bekannten Teststreifen gleichzeitig mehr als eine einzelne Probe untersuchen. So, keiner der bekanten Tests kann als Screeningtest, besonders bei Serien diagnostischer Maßnahmen, benutzt werden.

Aufgabe der Erfindung war es deshalb, einen Test zur schnellen und bequemen Eiweißbestimmung in biologischen Flüssigkeiten zu finden und so bereitzustellen, dass er ohne größeren technischen Aufwand eine Auswertung gestattet, und sowohl für halbquantitative, als auch für quantitative Bewertungen geeignet ist, und sowohl als einzelner Test als auch zur Serien Screening-Analyse geeignet ist. Das gefärbte Test-Analyseprodukt muss sichtbar und langzeitstabil sein. Weitere Aufgabe war es ein einfaches und bequemes Verfahrens zur Verwendung o. g. Tests zu finden und bereitzustellen.

Das erfindungsgemäße Testreagenz für einen Schnelltest zur Eiweißbestimmung in biologischen Flüssigkeiten, insbesondere im Urin, ist dadurch gekennzeichnet, dass das Testreagenz eine Reagenzmischung umfasst, die neben üblichen Farbstoffen und Lösungsmitteln noch zusätzlich Harnstoff, Zitronensäure, Salzsäure und Natriumchlorid enthält.

Diese Kombination aus Farbstoff und Fällungsreagenzien in einer Reagenzmischung, die sich bevorzugt in einem geschlossenen Reagenzgefäß befindet, ist so ausfertigt, dass ein Zusammenwirken von Farbreaktion und Trübungsreaktion zur Bildung des gefärbten Eiweißproduktes mit besonderen optischen Eigenschaften (Art und Intensität der Farbe, sowie Farbtöne und ggf. Bild von gefärbter Trübung) beiträgt, die in deutlicher Abhängigkeit von einer bestimmten (ermittelten) Eiweißkonzentration in einer zu prüfender Flüssigkeit stehen.

Gemäß der Erfindung enthält die Testreagenz die Reagenzmischung mit den folgenden Gew.%:

Farbstoffe0,01–0,03 Gew.%Lösungsmittel5,0–10,0 Gew.%Zitronensäure0,5–1,5 Gew.%Harnstoff0,2–1,0 Gew.%Natriumchlorid12–29 Gew.%Salzsäure0,7–3,0 Gew.%WasserZu 100 Gew.%

Als Farbstoff wird bevorzugt Coomassie-Brillant-Blau G-250 verwendet.

Als ein Lösungsmittel wird bevorzugt Ethylalkohol verwendet.

Das Verfahren zum Nachweis von in Flüssigkeiten vorhandenem Gesamteiweiß ist dadurch gekennzeichnet, dass man die bestimmte Menge z. B. 500 Mikroliter (μl) einer zu prüfenden Flüssigkeit (mit Transferpipetten) in Kontakt mit dem Testreagenz (1 ml) bringt. Dann nach kurzem Schütteln (ca. drei Sekunden) und kurzer Einwirkzeit, vorzugsweise nach 40–60 Sekunden, bewertet man das Ergebnis.

Das Ergebnis kann visuell, halbquantitativ mittels Vergleich mit einer Standardskala: Digital-Monitorskala oder gedrückter Fotobilderskala bewertet werden ().

Die Beobachtung von gefärbten zu prüfenden Proben und Standards kann man bei Tageslicht sowie (das ist mehr effektiv) bei elektrischer Beleuchtung auf weißem Hintergrund durchführen.

Untersuchungen zeigten, dass dieser Eiweißtest zu halbquantitativen Bestimmungen von in Flüssigkeiten vorhandenem Eiweiß ab 25 bis 200 mg/L (z. B. bei Mikroproteinurie) und weiter bis 2.000 mg/L (ohne Verdünnung) geeignet ist. Dabei bleibt das Ergebnis mehr als fünf Stunden bewertbar.

Mit jedem Photometer (mit Lichtwellenlänge 600 nm) oder mit optischen Rechnersprogram (z. B. PhotoM 121 http://softsearch.ru/programs/115-308-photom-download.shtml,
http://www.download.ru/soft/science/education/photom/6975) kann das Ergebnis quantifiziert werden.

Diese Möglichkeit – mit einer einzelnen Analyse den Eiweißgehalt in einem solch breiten Konzentrationsbereich (ab 25 bis 2.000 mg/L) ohne Verdünnung von Proben der Flüssigkeit zuerst visuell halbquantitativ bestimmen zu können – ist ein großer Vorteil. Dabei kann man (die Spezialisten) die optische Dichte vom gefärbten Eiweißprodukt ab sofort oder später mit einem Photometer oder mit o. g. photometrischen Rechnerprogramm messen, um ein quantitatives Analyseergebnis zu erreichen.

Wie anhand von Laien-Untersuchungen gezeigt wurde, können sogar unqualifizierte Leute fehlerlos das halbquantitative Verfahren durchführen.

Mit diesem Test kann man schnell und bequem dank deutlich gefärbter Analyseprodukte eine Eiweißbestimmung – z. B. bei Urinuntersuchungen – für Mikroproteinurien durchführen.

Bei Zahnfleisch Erkrankungen konnte mit dem erfindungsgemäßen Eiweißtest (und parallel mit Referenzeiweißmethoden) gezeigt werden, dass diese Gewebeschädigung zur Erhöhung vom löslichen Eiweißgehalt in der Mundflüssigkeit (Speichel) führt.

So, der erfindungsgemäße Schnelltest – (bereits das visuell halbquantitative Verfahren) dient vorzugsweise als erstes Warnsignal, das als pathologisches Zeichen abnormal erhöhten Eiweißgehalt in einer zu prüfenden Flüssigkeit zeigt.

Und darüber hinaus kann man das Ergebnis sowohl in wenigen Sekunden als auch nach einigen Stunden visuell lesen.

So sind das Testreagenz und das Verfahren auch zur eigenen Anwendung geeignet.

Dabei kann man auch die gefärbten Produkt-Bilder leicht durch verschiedene Videosysteme zu Spezialisten zu weiteren Analyseergebnis-Bewertungen senden, z. B. per E-mail, Handy, oder Skype u. a., so dass dieser Test und das Verfahren als nützliche telediagnostische Methode schon heute dienen kann.

Anschließend wird die Erfindung an Ausführungsbeispielen näher erläutet. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den bis dargestellt:

Legende zu den Abbildungen

Schematische Fotobildskala zur Eiweißbestimmung im Urin

  • 1) Lampe
  • 2) Standardprobe

Fotobildskala zur Eiweißbestimmung und zu prüfende Urinprobe (unten)

  • 1) Lampe
  • 2) Standardprobe
  • 3) Urinprobe bei: Mikroproteinurie – links
    schwere Proteinurie – rechts

Schematische Fotobildskala zur Eiweißbestimmung im Speichel und zu prüfenden Speichelprobe

  • 1) Lampe
  • 2) Standardprobe
  • 3) Speichelprobe von: Patient mit dem Gingivitis – links
    Patient mit dem Parodontitis – rechts

AusführungsbeispieleBeispiel 1Vorbereitung der Fotobildskala und Messskala bei Untersuchungen mit Eiweißlösungen.

Das Testreagenz hat die folgende Zusammensetzung:

Coomassie-Brillant-Blau G-2500,02 Gew.%Ethylalkohol5,0 Gew.%Zitronensäure0,5 Gew.%Harnstoff0,2 Gew.%Natriumchlorid27 Gew.%Salzsäure1,5 Gew.%Wasser65,78 Gew.%

Das Testreagenz – 1000 μl befindet sich in einem Reagenzgefäß (Länge 55 mm, Durchmesser 12 mm, aus Polystyrol).

Es wurde eine Reihe Lösungen (mit 0, 9% Natriumchlorid) von menschlichem Albumin (A) mit Konzentrationen:
0 25 80 200 500 und 2.000 mg/L vorbereitet.

Verfahren:

500 μl von jeder Eiweißlösung gibt man ins Reagenzgefäß und schüttelt kurz (ca. 3 Sekunden) das verschlossene Gefäß.

Dann, nach ca. 50 Sekunden, beobachtet und fotografiert man (bei Tageslicht und unter einer elektrischen Tischlampe) und speichert die gefärbten Proben als Monitorskala, man druckt die Skala aus und erhält so zwei gedruckte Fotobildskalen.

Dabei wurde folgendes konstatiert, unter elektrischem Licht zeigten die gefärbten Eiweißprodukte im Reagenzgefäß ein besonderes Bild von Art und Intensität der Farbe, sowie an Farbtönen und ggf. dem Bild von gefärbter Trübung, die in deutlicher Abhängigkeit von der bestimmten Eiweißkonzentration in der zu prüfenden Flüssigkeit stehen. Das schafft eine neue Möglichkeit zur objektiv visuellen Bestimmung des Eiweißgehaltes in Flüssigkeiten.

Dann wurden diese gefärbten Standard Proben von o. g. Eiweißlösungen mit dem Photometer PF-11 (Fa. Machfrey-Nagel) bei Langwelle 605 nm gemessen.

Ergebnisse werden auf und in Tabelle 1 vorgestellt. Tabelle 1Beschreibungen von Bilder der Mischungen ins Reagenzgefäße und Messdaten nach der Reaktion zwischen das Testreagenz und o. g. Eiweißlösungen

Eiweiß Gehalt mg/L ..bei TageslichtBeschreibungen von Bilder
unter Tischlampe im Dunkeln
Messdaten
Optische Dichte
(Durchschnitt: 5 Messungen)
0 (Wasser)hell Rosahell Rosa0,21025hell lilalila0,35080hell grau-lila-grünlila- violett0,520200blau-grünviolett, schwach getrübt0,850500blaublau-violett, deutlich getrübt1,1502.000blaugrell türkisfarben, stark getrübt1,490

Mit den Untersuchungen wurde gezeigt, dass die gefärbten Proben bei elektrischem Licht, sowie der Fotobildskala, die unter der elektrische Lampe aufgenommen wurden, mehr deutliche visuelle Unterschiede voneinander als mit der „Tageslichtskala” zeigen. Als Beleuchtung kann die Tischlampe eine Halogen- oder andere Lampe sein, oder ein polyfunktionale Taschenvorrichtung (P-T-V) mit LED-Licht (DE 20 2009 003 453 U1).

Dabei bleibt das Ergebnis (das Bild) bei diesem Licht mehr als fünf Stunden bewertbar.

Es wurde auch festgestellt, dass man mit dem erfindungsgemäßen Testreagenz visuell (halbquantitativ) in zu prüfenden Flüssigkeiten das Eiweiß im Konzentrationsbereich von 25 bis 2000 mg/L ohne Verdünnung bestimmen kann.

Jedoch bei quantitativen Messungen unter gleichen Bedingungen Linearität von optischer Kurve geht nur bis zu einer Eiweißkonzentration von 200 mg/L.

So Eiweiß-Werte ab 200 mg/L (was visueller Test zeigt) geben Möglichkeiten zu richtigen Eiweißgehalt-Messungen:

  • 1) Man misst die Standardprobe mit ca. gleicher Eiweiß-Konzentration und gleiche Menge wie zu prüfende Probe (z. B. 500 μl von 2.000 mg/L);
  • 2) Man muss weniger zu prüfender Flüssigkeit (z. B. 50–100 μl) eingeben und entsprechenden Standardproben verwenden.
  • 3) Alternativ kann man im diesen Fall Probe verdünnen und dann mathematisch korrigieren.

Beispiel 2Untersuchungen des Eiweißgehaltes in Urinproben von Diabetikern

Bei der Untersuchung von Eiweiß in zu prüfenden Flüssigkeiten, z. B. Urin, gibt man 500 μl von diesen in ein Reagenzgefäß (wie oben) und dann bestimmt man den Eiweißgehalt mittels Vergleich der reagierten Probe mit der Fotobildskala (ggf. mit Standardproben) oder nach photometrisch Messungen.

Es wurden mit erfindungsgemäßem Testreagenz die Urinproben von 15 Patienten-Diabetikern von drei Arztpraxen, die im Bereich von Nephrologie und Diabetologie spezialisiert sind, wie oben untersucht.

Jede Probe wurden von 3 bis sieben Mal parallel analisiert.

Weiterhin wurde diese Probe parallel nach DE-10 2004 046 326 A1 (als Referenz Methode) geprüft. Dabei wurden einige Urinproben von fünf unabhängigen Laien geprüft und bewertet und darüber hinaus wurde eine statistische Bearbeitung von einigen gemessenen Ergebnissen durchgeführt.

Ergebnisse werden auf und in Tabellen 2–4 vorgestellt. Tabelle 2Bestimmungen des Eiweißgehaltes in Urinproben von Diabetikern

Nr. Probe Bild
Unter der Tischlampe
Eiweißgehalt mg/L
nach Fotobildskala
OD Messungen
Eiweißgehalt mg/L
1Rosa-lila klarunter 250,320232Grell türkis Stark getrübtca. 2.0001,4401.930*3Lila klarca. 250,400314Rosa-lila klarunter 25nicht gemessen5Violett schwach getrübtca. 2000,8802076Rosa-lila klarunter 25nicht gemessen7Rosa-lila klarunter 25nicht gemessen8Violett schwach getrübtca. 2000,8101909Lila-violet klarca. 800,5007710Lila-violetca. 800,65010011Rosa-lila klarunter 25nicht gemessen12Violett schwach getrübtca. 2000,79017513Lila-violet klarca. 800,5408314Grell türkis stark getrübtca. 2.0001,5902.134*15Rosa-lila klarunter 250,30021
*Die Probe wurde mit dem Eiweiß-Standard 2.000 mg/L berechnet. Tabelle 3Die Testergebnisse von einigen Urin-Proben, die von fünf Laien mit Lampenlicht und Bildskala visuell durchgeführt werden (Eiweißgehalt mg/L)Ergebnisse der Bestimmungen vom LaienNr. ErgebnisprobeNr. 12345Mess-Ergebnis3ca. 25ca. 25 ca. 25ca. 25mehr als 253112ca. 200ca. 200ca. 200ca. 200zwischen 80/20017514ca. 2.000ca. 2.000 ca. 2.000ca. 2.000ca. 2.0002.134
Tabelle 4Statistischen Analyse von Richtigkeit (Genauigkeit) des erfindungsgemäßen Eiweißtests bei parallel Untersuchungen einer Reihe der UrinprobenRohdaten Messungen (OD)Nr. Urin Probe123456XCv30,380,370,410,420,400,420,405,24120,750,780,870,790,800,760,795,414*1,601,701,551,631,621,501,604,31
Cv – Variation Koeffizient
*Die Probe wurde mit dem Eiweiß-Standards 2.000 mg/L berechnet.

Diese Tabellen zeigen:

  • 1) dass man mit erfindungsgemäßem Testreagenz visuell praktisch ohne Fehler die bedeutende Proteinurie ganz einfach bestimmen kann. Somit ist es zur Eigenanwendung geeignet.
  • 2) Dass dieser Test bei Fotometrischen Messungen genügende Richtigkeit zeigt.

Fast gleiche Genauigkeit konnte auch bei Bewertungen der Testergebnisse mit optischen Rechnersprogram PhotoM 121 beobachtet werden. Fast gleiche Eiweiß-Werte in Urinproben wurden mit Referenz-Methoden gezeigt.

Beispiel 3

Anwendungen des erfindungsgemäßen Eiweißtestes zu Speicheluntersuchungen bei gesunden Personen und Patienten mit Parodont-Erkrankungen.

Das Testreagenz hatte eine Zusammensetzung wie im Beispiel 1, und befand sich in analogen Reagenzgefäßen

1) Verfahren und Bewertungen

Zuerst wurde ein Wattestäbchen auf Eignung als Eiweiß-Flüssigkeitsüberträger erprobt und dabei wurde gezeigt, dass das nasse Stäbchen ca. 200 μl an Speichel überträgt.

Dann, wurde eine Reihe an Lösungen (mit dem Speichel von gesunden Leuten) und zusätzlich mit menschlichem Albumin (A) unter Zugabe an Konzentrationen:
0, K (ohne Zugabe A), 80, 200, 500 und 2.000 mg/L in kleinen Bechern vorbereitet.

Dann hält man ein Wattestäbchen ca. 20 Sekunden im Becher (drehend), um es völlig mit Speichel zu durchnässen und steckt es ins Reagenzgefäß mit dem Testreagenz und dreht es dort ca. 30 Sekunden, danach wird das Stäbchen an der Gefäßwand ausgepresst und danach weggeworfen.

Dann, nach ca. 50 Sekunden, fotografiert man unter der Tischlampe die gefärbten Proben und speichert sie als Monitorskala. Dabei druckt man sie und erhält gedruckte Fotobildskalen ().

Dabei misst man die gefärbte Flüssigkeit im Gefäß mit dem Photometer (wie im Beispiel 1) um eine Tabelle zur quantitativen Bestimmung des Eiweißgehaltes im Speichel zu erhalten.

2) Untersuchungen mit dem erfindungsgemäßen Eiweißtest des „Vakuum-Speichels” von gesunden Leuten und Patienten mit Parodont-Erkrankungen (z. B. Parodontitis, Gingivitis u. a.).

Prinzip: Bei o. g. Krankheiten erhöht sich die Durchlässigkeit der Gewebebarriere stark und lösliche Proteine, Enzyme u. a. von Gewebe, von Entzündungsprodukten, sowie von Bakterien können sich im Mundraum (im Speichel) schnell ausbreiten und spiegeln so den Gewebeschädigungszustand den Parodont.

Speichelproben von Patienten wurden von 12 Zahnärzten (Arztpraxen), die im Fachbereich Parodontologie spezialisiert sind, erhalten.

Es wurden verschiedene Gruppen getestet:

  • – Gesunde 17 junge Frauen 20–27 Jahre alt (Zahnarzthelferinnen) und 11 Männer 56–75 Jahre alt, die schon lange ohne Zähne, aber mit Prothesen leben;
  • – Gruppe (15 Männer – einschließlich Zahnärzte und 3 Frauen) die verschiedene Stadien von Gingivitis haben;
  • – Gruppe (9 Männer 42–53 Jahre alt) mit Parodontitis.

Gebrauchsanweisung:Voraussetzung:

Keine invasiv-Behandlung im Mundraum innerhalb der letzten 2 Tage vor dem Test und kein Zähneputzen innerhalb der letzten 6 Stunden!

Der Patient spült seinen Mundraum zweimal mit Wasser und spuckt dieses aus. Dann, zur Speichelabsonderung, berührt er mit der Zunge einen Zitronenschnitt und hält ca. 30 Sekunden den Mund saugend (mit Vakuum), und während dieser Zeit macht er ca. 7–9 Mal Bewegungen zur „inneren Spülung” des geschlossenen Mundraums und danach gibt er (spuckt) den Speichel in den kleinen Becher.

Dann hält der Patient ein Wattestäbchen für ca. 20 Sekunden im Becher oder direkt im Mund (drehend), um es völlig mit Speichel zu durchnässen und man steckt es in ein Reagenzgefäß mit der Reagenzmischung (rosagefärbt) und dreht es dort ca. 30 Sekunden, danach wird das Stäbchen an der Gefäßwand ausgepresst und weggeworfen.

Anschließend schüttelt man kurz das geschlossene Gefäß und ab ca. 50 Sekunden misst man die gefärbte Flüssigkeit im Gefäß mit dem Photometer (bei 600 nm) und bestimmt quantitativ den Eiweißgehalt im Speichel.

Alternativ kann man die gefärbte Flüssigkeit im Gefäß mit der Monitor-Skala oder der gedruckten Fotobildskala vergleichen und (halbquantitativ) den Eiweißgehalt bestimmen.

Das Ergebnis – die gefärbte Flüssigkeit – bleibt einige Stunden bewertbar

Parallel wurden in zu prüfenden Speichelproben die Bestimmung des Eiweißgehaltes mit Fällungsreaktion durchgeführt

Ergebnisse werden in und Tabelle 5 vorgestellt: Tabelle 5Gesamteiweißgehalt in Speichelproben von Patienten mit verschiedenen Paradont-Erkrankungen bei guantitativen Untersuchungen mit erfindungsgemäßem Eiweißtest

GruppeKonzentration mg/mlGesunde31(0,09–0,3)0,15Gingivitis18(0,47–0,85)0,58Parodontitis9(1,30–3,00)1,82nX Bereich(X-Durchschnitt).

Die Tabelle und Abweichungen zeigen, dass der erfindungsgemäße Eiweißtest bei verschiedenen Zahnfleischzuständen erlaubt, deutlich visuell und instrumental den gesamten Eiweißgehalt im Speichel zu bestimmen. Dabei beobachtet man bei erfolgreicher Behandlung in einigen Fällen die Senkung von den erhöhten Eiweißwerten.

Die Fällungsreaktionsmethode zeigte fast die gleichen Ergebnisse.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • RU 2077060 C1 [0003]
  • DE 10030193 A1 [0003]
  • DE 10144436 A1 [0003]
  • DE 202009003453 U1 [0037]
  • DE 2004046326 A1 [0045]

Zitierte Nicht-Patentliteratur

  • Bredford, Anal Biochem. 72, 1976 [0004]
  • http://softsearch.ru/programs/115-308-photom-download.shtml [0016]
  • http://www.download.ru/soft/science/education/photom/6975 [0016]