Title:
Patientengerät
Kind Code:
U1


Abstract:

Patientengerät, aufweisend
eine mindestens unidirektionale, drahtlose Schnittstelle zum Empfangen eines Datensignals, wobei die drahtlose Schnittstelle geeignet ist, medizinische oder Betriebsdaten von einem medizinischen Gerät, insbesondere einem implantierbaren medizinischen Gerät wie einem Herzschrittmacher oder einem implantierbaren Kardioverter/Defibrillator zu empfangen,
eine Datenkommunikationsschnittstelle für den Zugriff auf ein Weitverkehrsnetz oder ein öffentliches Telekommunikationsnetz oder beide,
wobei das Patientengerät ferner ein automatisches Routing-/Anwahlmodul umfasst, das mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden und geeignet ist, einen automatischen Zugriff auf ein Modem, das mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden ist, aufzubauen,
durch automatisches Auswählen von einem von mehreren möglichen Verbindungsparametern, wobei zu den auszuwählenden Verbindungsparametern mindestens einer aus
einem einzelnen Modem, wenn mehr als ein Modem mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden ist, und
einer Vorwahlnummer für einen Fernzugriff auf ein entferntes Gerät über ein öffentliches Netz zählt,
wobei automatisch eine Einwahltelefonnummer ausgewählt wird.




Application Number:
DE202005021463
Publication Date:
04/17/2008
Filing Date:
01/18/2005
Assignee:
Biotronik CRM Patent AG (Baar, CH)
International Classes:



Attorney, Agent or Firm:
Lindner-Vogt, K., Dipl.-Phys., Pat.-Anw. (Stuttgart, 70499)
Claims:
1. Patientengerät, aufweisend
eine mindestens unidirektionale, drahtlose Schnittstelle zum Empfangen eines Datensignals, wobei die drahtlose Schnittstelle geeignet ist, medizinische oder Betriebsdaten von einem medizinischen Gerät, insbesondere einem implantierbaren medizinischen Gerät wie einem Herzschrittmacher oder einem implantierbaren Kardioverter/Defibrillator zu empfangen,
eine Datenkommunikationsschnittstelle für den Zugriff auf ein Weitverkehrsnetz oder ein öffentliches Telekommunikationsnetz oder beide,
wobei das Patientengerät ferner ein automatisches Routing-/Anwahlmodul umfasst, das mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden und geeignet ist, einen automatischen Zugriff auf ein Modem, das mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden ist, aufzubauen,
durch automatisches Auswählen von einem von mehreren möglichen Verbindungsparametern, wobei zu den auszuwählenden Verbindungsparametern mindestens einer aus
einem einzelnen Modem, wenn mehr als ein Modem mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden ist, und
einer Vorwahlnummer für einen Fernzugriff auf ein entferntes Gerät über ein öffentliches Netz zählt,
wobei automatisch eine Einwahltelefonnummer ausgewählt wird.

2. Patientengerät nach Anspruch 1, wobei das automatische Routing-/Anwahlmodul einen Zugangsnummernspeicher umfasst oder damit verbunden ist, welcher eine Zugangsnummer zum Aufbauen einer Datenkommunikation zu einem entfernten Gerät wie einem Zentralserver enthält.

3. Patientengerät nach Anspruch 2, wobei das automatische Routing-/Anwahlmodul einen Vorwahlnummernwähler umfasst oder damit verbunden ist, der einen Vorwahlnummernspeicher umfasst oder damit verbunden ist, welcher wiederum eine Vorwahlnummernliste enthält, wobei die Vorwahlnummernliste Vorwahlnummern enthält, die vor der Zugangsnummer zu wählen sind.

4. Patientengerät nach Anspruch 3, wobei der Vorwahlnummernwähler geeignet ist, eine Vorwahlnummer gemäß einer programmierbaren Vorwahlnummern-Auswahlregelgrundlage auszuwählen.

5. Patientengerät nach Anspruch 3, wobei der Vorwahlnummernwähler geeignet ist, immer eine erste Vorwahlnummer aus der Vorwahlnummernliste auszuwählen und ein Verbindung-nicht-aufgebaut-Signal von dem automatischen Routing-/Anwahlmodul zu empfangen, wenn die Vorwahlnummer nicht zu einer erfolgreichen Datenkommunikation geführt hat, bei Empfang des Verbindung-nicht-aufgebaut-Signals die zweite Vorwahlnummer aus der Vorwahlnummernliste zu wählen und eine Vorwahlnummernauswahl bei Empfang eines Verbindung-nicht-aufgebaut-Signal zu wiederholen, bis die letzte Vorwahlnummer aus der Vorwahlliste erreicht ist.

6. Patientengerät nach Anspruch 5, wobei der Vorwahlnummernwähler geeignet ist, ein Fehlersignal zu erzeugen, wenn die Auswahl der letzten Vorwahlnummer aus der Vorwahlnummernliste zu einem Verbindung-nicht-aufgebaut-Signal geführt hat.

7. Patientengerät nach Anspruch 5, wobei der Vorwahlnummernwähler geeignet ist, die Vorwahlnummernliste automatisch zu modifizieren, indem die erste Vorwahlnummer, die nicht zu einem Verbindung-nicht-aufgebaut-Signal führt, an die erste Stelle in der Vorwahlnummernliste gesetzt wird.

8. Patientengerät nach Anspruch 1, wobei das automatische Routing-/Anwahlmodul einen Modemwähler umfasst oder damit verbunden ist, wobei der Modemwähler ein Modemsignal von dem automatischen Routing-/Anwahlmodul für jedes verfügbare Modem erhält, das mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden ist und geeignet ist, ein Modem aus den verfügbaren Modems gemäß einer Modem-Auswahlregelgrundlage auszuwählen.

9. Patientengerät nach Anspruch 8, wobei die Modem-Auswahlregelgrundlage programmierbar ist.

10. Patientengerät nach Anspruch 8, wobei der Modemwähler geeignet ist, ein zur Verfügung stehendes Modem gemäß der folgenden Regeln auszuwählen:
a) Auswählen eines Festnetzmodems, wenn auf ein Festnetz zugegriffen werden kann, aber nicht auf ein Mobilnetz,
b) Auswählen eines Mobilmodems, wenn auf ein Mobilnetz zugegriffen werden kann, aber nicht auf ein Festnetz,
c) Auswählen eines Festnetzmodems, wenn beide, ein Festnetzmodem mit Zugriff auf ein Festnetz und ein Mobilmodem mit Zugriff auf ein Mobilnetz, zur Verfügung stehen, die Festnetzverbindung jedoch geringere Kosten verursacht,
d) Aufbewahren einer Nachricht in einem Nachrichtenpufferspeicher zur späteren Übertragung, wenn kein Modem, auf das zugegriffen werden kann, zur Verfügung steht,
e) Aufbewahren einer Nachricht niedriger Priorität in einem Nachrichtenpufferspeicher zur späteren Übertragung, wenn nur auf ein Mobilmodem zugegriffen werden kann,
f) Auswählen eines Mobilmodems, wenn beide, ein Festnetzmodem mit Zugriff auf ein Festnetz und ein Mobilmodem mit Zugriff auf ein Mobilnetz zur Verfügung stehen, die Festnetzverbindung jedoch besetzt ist,
g) Auswählen eines Festnetzmodems für Nachrichten, die eine vorbestimmte Länge oder Datenmenge übersteigen.

11. Patientengerät nach Anspruch 1, wobei das automatische Routing-/Anwahlmodul geeignet ist, eine Ferndatenkommunikationsverbindung über ein verfügbares Modem, das mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden ist zu initiieren, abhängig sowohl von der Art des verfügbaren Modems als auch der Priorität einer zu kommunizierenden (zu übertragenden) Nachricht.

12. Patientengerät nach Anspruch 1, ferner umfassend einen Nachrichtengenerator/-manager, wobei dieser mindestens indirekt mit der drahtlosen Schnittstelle verbunden ist, um medizinische oder Betriebsdaten zu empfangen, und geeignet ist, einen Prioritätsindikator zu erzeugen, der einer zu übertragenden Nachricht zugewiesen wird und der an das automatische Routing-/Anwahlmodul und/oder zusammen mit der zu übertragenden Nachricht übermittelt wird.

13. Patientengerät nach Anspruch 12, wobei der Nachrichtengenerator/-manager mindestens indirekt mit dem Modemwähler verbunden ist, um es dem Modemwähler zu ermöglichen, ein Modem basierend auf dem Prioritätsindikator auszuwählen.

14. Patientengerät nach Anspruch 1, ferner umfassend einen Datenpufferspeicher, der mindestens indirekt mit dem automatischen Routing-/Anwahlmodul verbunden und geeignet ist, eine Nachricht zu speichern, bis sie erfolgreich übertragen wird.

15. Patientengerät nach Anspruch 1, ferner umfassend einen Speicher für eingehende Daten, der mindestens indirekt mit der drahtlosen Schnittstelle verbunden ist, zum Speichern der medizinischen oder Betriebsdaten, die über die drahtlose Schnittstelle empfangen werden.

16. Patientengerät nach Anspruch 12, 14 und 15, wobei der Nachrichtengenerator/-manager geeignet ist, Daten aus dem Speicher für eingehende Daten zu lesen und Nachrichtendaten und zugewiesene Prioritätsindikatordaten in den Datenpufferspeicher zu schreiben.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Patientengerät mit einer mindestens unidirektionalen, drahtlosen Schnittstelle zum Empfangen eines Datensignals von einem medizinischen Gerät, insbesondere einem implantierbaren medizinischen Gerät (IMD – implantable medical device) wie einem Herzschrittmacher oder einem implantierbaren Kardioverter/Defibrillator (ICD – implantable cardioverter/defibrillator) oder dergleichen. Das Patientengerät umfasst ferner eine Datenkommunikationsschnittstelle zum Zugriff auf ein Weitverkehrsnetz (WAN – wide area network) oder ein öffentliches Telekommunikationsnetz oder beides.

Eine solches Patientengerät ist auch als Nachttischgerät bekannt und ist üblicherweise in der Nähe eines Patienten aufgestellt, der einen implantierbaren Herzschrittmacher oder einen implantierbaren Kardioverter/Defibrillator trägt. Das Patientengerät ist üblicherweise in der Lage, über die drahtlose Schnittstelle medizinische oder Betriebsdaten von dem medizinischen Gerät zu empfangen. Übliche Patientengeräte umfassen ferner eine Datenkommunikationsschnittstelle, welche es dem Patientengerät ermöglicht, die Daten, die von dem implantierten medizinischen Gerät empfangen wurden, an einen Zentralserver weiterzugeben, der durch ein zentrales Servicecenter betrieben wird, welches auch als Heimüberwachungs-Servicecenter bekannt ist.

Die Datenkommunikationsschnittstelle ist üblicherweise mit einem Modem verbunden. Um über ein öffentliches Telefonnetz auf ein entferntes Gerät wie einen Zentralserver zuzugreifen, muss durch das Modem eine Telefonnummer gewählt werden. Die zu wählende Nummer ist abhängig von der Position und der Umgebung, an/in der das Modem verwendet wird. Daher kann es für einen Benutzer schwierig sein, das Patientengerät in einer korrekten Art und Weise einzurichten, so dass sie in einer bestimmten Umgebung funktioniert.

Ferner kann das Patientengerät mit mehr als einem Modem verbunden sein, zum Beispiel sowohl mit einem Festnetzmodem als auch mit einem Mobilmodem. In einem solchen Fall muss der Benutzer eine der zur Verfügung stehenden Zugriffstechnologien auswählen (zum Beispiel Festnetzmodem oder Mobilmodem), bevor ein Fernzugriff aufgebaut wird. Der Patient weiß nicht immer, ob eine bestimmte Zugriffstechnologie gerade nicht zur Verfügung steht, weil zum Beispiel die Festnetzleitung belegt ist oder das Mobiltelefon keinen Zugriff auf das Funknetz hat.

Die genannten Probleme verursachen nicht nur einige Unannehmlichkeiten für den Patienten. Sie bergen auch das Risiko, dass eine wichtige Nachricht von dem implantierbaren medizinischen Gerät nicht rechtzeitig an das zentrale Servicecenter übertragen wird.

Dieses Problem wurde bisher in der Technik noch nicht behandelt.

Um dieses Problem gemäß der Erfindung zu lösen, wird vorgeschlagen, ein Patientengerät wie zuvor vorgestellt mit einem automatischen Routing-/Wählmodul auszustatten, das mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden und geeignet ist, einen automatischen Zugriff auf ein Modem, welches mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden ist, aufzubauen, indem es automatisch einen aus mehreren möglichen Verbindungsparametern auswählt, wobei zu den auszuwählenden Verbindungsparametern ein einzelnes Modem, wenn mehr als ein Modem mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden sind, oder eine Vorwahlnummer für den Fernzugriff auf das Fernzugriffsgerät über ein öffentliches Netz oder beide zählen.

Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass häufig zusätzlich zu einer Zugangsnummer, zum Beispiel eine Einwahl- oder Telefonnummer, eine Vorwahlnummer notwendig ist, um über eine Nebenstellenanlagenumgebung auf eine öffentliche Leitung zuzugreifen, oder wenn sich der Zentralserver im Ausland befindet. Die Vorwahlnummer kann die Vorwahl enthalten, welche die Nebenstellenanlage benötigt, um auf eine öffentliche Leitung zuzugreifen. Die Vorwahlnummer kann außerdem ein Ländercode oder ein Bereichscode sein, der vor der jeweiligen Zugangsnummer zu wählen ist, wobei diese jeweilige Zugangsnummer im Allgemeinen eine Einwahltelefonnummer ist. Die Zugangsnummern zum Versenden einer SMS über ein Mobilfunknetz können andere sein.

Zu normalen Modems, mit denen ein Patientengerät verbunden sein kann und zwischen denen vor dem Aufbau eines Fernzugriffs ausgewählt wird, kann ein Festnetzmodem und ein Mobilmodem zählen. Im Allgemeinen kann die Datenkommunikationsschnittstelle auch mit anderen bekannten Zugriffstechnologien verbunden sein.

In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das automatische Routing-/Anwahlmodul einen oder es ist verbunden mit einem Zugangsnummernspeicher, der eine Zugangsnummer enthält, die zum Aufbauen einer Datenkommunikation mit einem dedizierten entfernten Gerät wie einem Zentralserver gewählt werden muss. Die Zugangsnummer ist üblicherweise eine Einwahltelefonnummer. Die Zugangsnummer kann vor der Auslieferung des Patientengerätes an den Patienten durch einen Serviceprovider im Zugangsnummernspeicher gespeichert werden. In einem solchen Fall muss der Patient keine Zugangsnummer in dem Patientengerät speichern oder programmieren.

Ferner umfasst das automatische Routing/Anwahlmodul vorzugsweise einen oder es ist verbunden mit einem Vorwahlnummernwähler, der einen Vorwahlnummernspeicher umfasst, oder damit verbunden ist, welcher wiederum eine Vorwahlnummernliste enthält. Die Vorwahlnummernliste enthält eine oder mehrere Vorwahlnummern, die vor der Zugangsnummer zu wählen ist/sind, um einen Ferndatenzugriff auf ein entferntes Gerät aufzubauen. Der Vorwahlnummernwähler ist geeignet, jedes Mal eine der Vorwahlnummern aus der Vorwahlnummernliste auszuwählen, wenn ein Fernzugriff aufgebaut werden soll. Vorzugsweise ist der Vorwahlnummernwähler geeignet, die Vorwahlnummer gemäß einer programmierbaren Vorwahlnummer-Auswahlregelgrundlage auszuwählen. Insbesondere kann der Vorwahlnummernwähler geeignet sein, zuerst eine erste Vorwahlnummer aus der Vorwahlnummernliste auszuwählen und ein Verbindung-nicht-aufgebaut-Signal von dem automatischen Routing/-Anwahlmodul zu empfangen, wenn diese erste Vorwahlnummer nicht zu einer erfolgreichen Datenkommunikation geführt hat, und beim Empfang des Verbindung-nicht-aufgebaut-Signals eine zweite Vorwahlnummer aus der Vorwahlnummernliste für einen zweiten Versuch zum Aufbauen des Fernzugriffs auszuwählen. Die Neuauswahl einer Vorwahlnummer wird so lange wiederholt, bis der Vorwahlnummernwähler kein Verbindung-nicht-aufgebaut-Signal mehr von dem automatischen Routing/Anwahlmodul mehr empfängt, oder wenn alle Vorwahlnummern aus der Liste bereits probiert wurden. In letzterem Fall ist der Vorwahlnummernwähler vorzugsweise in der Lage, eine Warnung oder ein Alarmsignal auszugeben.

In einer bevorzugten Ausführungsform des Vorwahlnummernwählers ist der Vorwahlnummernwähler geeignet, immer die Vorwahlnummer zu wählen, die an erster Stelle in der Vorwahlnummernliste steht. In einem solchen Fall ist der Vorwahlnummernwähler vorzugsweise geeignet, die Vorwahlnummer, die zu einem erfolgreichen Fernzugriff führt (d. h. es wird kein Verbindung-nicht-aufgebaut-Signal empfangen), an die erste Stelle in der Vorwahlnummernliste zu setzen. Somit ist der Vorwahlnummernwähler in der Lage, sich automatisch an Veränderungen in der Umgebung anzupassen, zum Beispiel, wenn sich der Patient an einen anderen Ort bewegt hat oder wenn eines der Modems an eine andere Nebenstellenanlage angeschlossen wird oder die Nebenstellenanlage geändert wurde.

Der große Vorteil eines solchen Vorwahlnummernwählers ist, dass der Patient sich nicht um das Auswählen einer korrekten Vorwahlnummer kümmern muss, es sei denn, eine Warnung oder ein Alarmsignal wird durch den Vorwahlnummernwähler erzeugt und durch das Patientengerät angezeigt.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die Vorwahlnummer-Auswahlregelgrundlage umprogrammierbar sein, um, falls verfügbar, ein Update für die Vorwahlnummer-Auswahlregelgrundlage zu implementieren.

Zusätzlich zu einem Vorwahlnummernwähler oder anstelle eines Vorwahlnummernwählers, kann das automatische Routing-/Anwahlmodul einen Modemwähler umfassen. Der Modemwähler ist geeignet, ein Modemsignal von dem automatischen Routing-/Anwahlmodul für jedes verfügbare Modem, das mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden ist, zu empfangen. Der Modemwähler ist ferner dazu geeignet, ein Modem aus den verfügbaren Modems gemäß einer Modem-Auswahlregelgrundlage auszuwählen. Die Modem-Auswahlregelgrundlage kann in einer bevorzugten Ausführungsform programmierbar sein.

Vorzugsweise ist der Modemwähler geeignet, ein zur Verfügung stehendes Modem gemäß der folgenden Regeln auszuwählen:

  • a) Auswählen eines Festnetzmodems, wenn auf ein Festnetz zugegriffen werden kann, aber nicht auf ein Mobilnetz,
  • b) Auswählen eines Mobilmodems, wenn auf ein Mobilnetz zugegriffen werden kann, aber nicht auf ein Festnetz,
  • c) Auswählen eines Festnetzmodems, wenn beide, ein Festnetzmodem mit Zugriff auf ein Festnetz und ein Mobilmodem mit Zugriff auf ein Mobilnetz, zur Verfügung stehen, die Festnetzverbindung jedoch geringere Kosten verursacht,
  • d) Aufbewahren einer Nachricht in einem Nachrichtenpufferspeicher zur späteren Übertragung, wenn kein Modem, auf das zugegriffen werden kann, zur Verfügung steht,
  • e) Aufbewahren einer Nachricht niedriger Priorität in einem Nachrichtenpufferspeicher zur späteren Übertragung, wenn nur auf ein Mobilmodem zugegriffen werden kann,
  • f) Auswählen eines Mobilmodems, wenn beide, ein Festnetzmodem mit Zugriff auf ein Festnetz und ein Mobilmodem mit Zugriff auf ein Mobilnetz zur Verfügung stehen, die Festnetzverbindung jedoch besetzt ist,
  • g) Auswählen eines Festnetzmodems für Nachrichten, die eine vorbestimmte Länge oder Datenmenge übersteigen.

Vorzugsweise ist das automatische Routing-/Anwahlmodul dazu geeignet, eine Fernkommunikationsverbindung über ein verfügbares Modem, das mit der Datenkommunikationsschnittstelle verbunden ist, zu initiieren, sowohl abhängig von der Art des verfügbaren Modems als auch der Priorität einer zu kommunizierenden oder zu übertragenden Nachricht. Dies ermöglicht die Auswahl jeden verfügbaren Modems für Nachrichten mit hoher Priorität. Nachrichten mit niedriger Priorität können für eine spätere Übertragung in dem Nachrichtenpufferspeicher gespeichert werden, wenn eine günstigere Zugangstechnologie zur Verfügung steht.

Zum Verfassen von Nachrichten, die zu übertragen sind, aus denen Daten, die von dem implantierbaren medizinischen Gerät empfangen wurden, und um jeder Nachricht einen Prioritätsindikator zuzuweisen, ist in einer bevorzugten Ausführungsform ein Nachrichtengenerator/-manager bereitgestellt, welcher mindestens indirekt mit der drahtlosen Schnittstelle verbunden ist, um medizinische oder Betriebsdaten von dem implantierbaren medizinischen Gerät zu empfangen, und der geeignet ist, die zu übertragende Nachricht zusammen mit dem zugewiesenen Prioritätsindikator an das automatische Routing-/Anwahlmodul zu übermitteln. In einer solchen Ausführungsform ist der Modemwähler vorzugsweise mit dem Nachrichtengenerator/-manager verbunden, um es dem Modemwähler zu ermöglichen, ein Modem basierend auf dem Prioritätsindikator auszuwählen, welcher der zu übertragenden Nachricht zugewiesen ist.

Ferner kann ein Datenpufferspeicher bereitgestellt sein, der mindestens indirekt mit dem automatischen Routing-/Anwahlmodul verbunden ist und welcher der Speicherung einer Nachricht bis zu ihrer erfolgreichen Übertragung dient. Außerdem kann ein Speicher für eingehende Daten, der mindestens indirekt mit der drahtlosen Schnittstelle verbunden ist, zum Speichern der medizinischen oder Betriebsdaten, die über die drahtlose Schnittstelle empfangen werden, bereitgestellt sein. Der Datenpufferspeicher und der Speicher für eingehende Daten können Teil eines üblichen Speichers sein, welcher einen gemeinsam genutzten Speicher bildet.

In einem bevorzugten Patientengerät ist der Nachrichtengenerator/-manager geeignet, Daten aus dem Speicher für eingehende Daten zu lesen und Nachrichtendaten und die Daten des zugewiesenen Prioritätsindikators in den Datenpufferspeicher zu schreiben.

Der Nachrichtengenerator/-manager kann geeignet sein, jeder Nachricht einen Zeitstempel zuzuweisen, der die Zeit angibt, zu der die Nachricht erstellt wurde. Wenn die Übertragung einer Nachricht mit niedriger Priorität um einen vorbestimmten Zeitraum verzögert wurde, kann der Nachrichtengenerator/-manager die Priorität der Nachricht erhöhen, um eine unendliche Verzögerung zu vermeiden, wenn zum Beispiel eine Festnetzverbindung für einen längeren Zeitraum nicht zur Verfügung steht.

Die Erfindung wird nun mit Hilfe des in 1 gezeigten Beispiels offenbart.

1 zeigt ein Patientengerät, angegeben durch einen rechteckigen Block umrahmt mit einer gestrichelten Linie.

Die in 1 gezeigten Komponenten des Patientengerätes sind:
eine drahtlose Datenschnittstelle, ein Speicher für eingehende Daten, ein Nachrichtengenerator/-manager, ein Nachrichtenpufferspeicher, ein Modemwähler, ein Vorwahlnummernwähler, ein automatisches Routing-/Anwahlmodul, ein Zugangsnummernspeicher und eine Datenkommunikationsschnittstelle.

Natürlich kann das Patientengerät weitere Komponenten wie einen Warnindikator oder eine Tastaturschnittstelle, welche die manuelle Eingabe von Daten ermöglicht, umfassen.

Ferner umfasst das Patientengerät eine Stromversorgung. Diese Komponenten sind nicht gezeigt, da sie in der Technik bekannt sind.

Im Betrieb ist die drahtlose Datenschnittstelle drahtlos mit einem implantierbaren medizinischen Gerät (IMD) verbunden. Die drahtlose Datenschnittstelle ist auch mit dem Speicher für eingehende Daten verbunden, um Daten, die über die IMD empfangen wurden, in den Speicher für eingehende Daten zu schreiben. Der Nachrichtengenerator/-manager hat Zugriff auf den Datenspeicher und ist geeignet, eine Nachricht aus den Daten zu bilden, die im Speicher für eingehende Daten gespeichert sind. Die Daten im Speicher für eingehende Daten können medizinische oder Betriebsdaten sein, welche den Gesundheitszustand eines Patienten bzw. einen Betriebszustand des implantierbaren medizinischen Gerätes anzeigen.

Ferner ist der Nachrichtengenerator/-manager geeignet, einen Prioritätsindikator für jede Nachricht zu erzeugen, abhängig von der Dringlichkeit, mit der die Daten aus dem Speicher für eingehende Daten an ein zentrales Servicecenter übertragen werden müssen.

Wenn eine Nachricht bereit zur Übertragung ist, schreibt der Nachrichtengenerator/-manager die Nachricht in den Nachrichtenpufferspeicher und löst das automatische Routing-/Anwahlmodul aus.

Das automatische Routing-/Anwahlmodul ist in der Lage, aus dem Nachrichtpufferspeicher zu lesen und eine Datenkommunikation mit einem entfernten Gerät wie einem Zentralserver aufzubauen, indem ein Fernzugriff initiiert wird. Der Fernzugriff kann sofort durch das automatische Routing-/Anwahlmodul initiiert werden, wenn die zu übertragende Nachricht eine hohe Priorität aufweist. Ansonsten kann das automatische Routing-/Anwahlmodul dazu geeignet sein, Nachrichten mit niedriger Priorität auf der Grundlage eines Zeitplans zu senden. So kann das automatische Routing-/Anwahlmodul mit einem Timer verbunden sein, der nicht gezeigt ist.

Wenn das automatische Routing-/Anwahlmodul einen Fernzugriff initiieren möchte, muss das automatische Routing-/Anwahlmodul ein Modem auswählen, wenn mehr als ein Modem zur Verfügung steht. Ferner greift das automatische Routing-/Anwahlmodul auf den Zugangsnummernspeicher zu, der die Zugangsnummer für den Zugriff auf das entfernte Gerät enthält. Da die Zugangsnummer allein möglicherweise nicht ausreicht, um eine Datenkommunikation aufzubauen, ist möglicherweise eine zusätzliche Vorwahlnummer, die vor der Zugangsnummer zu wählen ist, notwendig. Das Auswählen einer entsprechenden Vorwahlnummer erfolgt durch den Vorwahlnummernwähler.

Der Vorwahlnummernwähler hat Zugang zu einer Vorwahlnummernliste und ist in der Lage, die erste Vorwahlnummer aus der Liste für einen ersten Versuch des Aufbaus einer Datenkommunikation auszuwählen. Wenn die erste Vorwahlnummer aus der Liste nicht zu einer erfolgreichen Datenkommunikation führt, erzeugt das automatische Routing-/Anwahlmodul ein Kommunikation-nicht-aufgebaut-Signal, wodurch der Vorwahlnummernwähler die zweite Nummer aus der Liste für einen zweiten Datenübertragungsversuch auswählt. Diese Auswahl einer Vorwahlnummer wird so lange wiederholt, bis eine erfolgreiche Datenübertragung aufgebaut wird.

Zum Auswählen eines der verfügbaren Modems ist das automatische Routing-/Anwahlmodul mit einem Modemwähler verbunden, welcher ein integraler Bestandteil des automatischen Routing-/Anwahlmoduls sein kann. Der Modemwähler verwaltet automatisch die Liste aller verfügbaren Modems. Die Liste der Modems umfasst den Modemtyp und kann weitere Daten wie Daten in Bezug auf die Übertragungskosten und die Übertragungsgeschwindigkeit (Baud-Rate) enthalten.

Der Modemwähler ist geeignet, unter den verfügbaren Modems das Modem auszuwählen, welches die beste Übertragungsleistung und die niedrigsten Übertragungskosten bereitstellt. Dies ist im Allgemeinen ein Festnetzmodem. Wenn auf das bevorzugte Modem nicht zugegriffen werden kann, z. B. wenn das Festnetz besetzt ist, wählt der Modemwähler ein alternatives Modem, zum Beispiel ein Mobilmodem.

Die Auswahl eines Modems kann auch von der Priorität der zu übertragenden Nachricht abhängen. Wenn ein entsprechendes Modem ausgewählt und die erste Vorwahlnummer zusammen mit der Zugangsnummer bestimmt wird, greift das automatische Routing-/Anwahlmodul basierend auf den Modem-/Vorwahlnummer-/Zugangsnummer-Daten auf die Datenkommunikationsschnittstelle zu, um zu versuchen, eine Datenkommunikation aufzubauen, die zu einem Fernzugriff auf einen Zentralserver führt. Sollte dieser Versuch fehlschlagen, wird der Versuch unter Verwendung der nächsten Vorwahlnummer wiederholt.

Sollten alle möglichen Versuche zum Aufbau einer Datenkommunikation fehlschlagen, erzeugt das automatische Routing-/Anwahlmodul ein Warn- oder Alarmsignal, um dem Patienten anzuzeigen, dass keine erfolgreiche Datenkommunikation aufgebaut werden konnte.