Title:
Schichtaufbau für Bewegungsplätze
Kind Code:
U1


Abstract:

Schichtaufbau für einen Weg, einen Platz oder einen Hallenboden, insbesondere für eine Reitsportanlage mit einer über einem tragfesten Untergrund angeordneten, wasserdurchlässigen oberen Deckschicht aus einem trittfesten, wasserspeicherfähiges Material aufweisenden Deckschichtmaterial, dadurch gekennzeichnet, dass das Deckschichtmaterial einen Grundstoff aus zerkleinertem, gebranntem Tonmaterial und/oder zerkleinertem Material mit tonähnlichen Eigenschaften und mindestens eine Mischkomponente aus Material mit nicht-tonähnlichen Eigenschaften ähnlicher Körnung aufweist, wobei der Grundstoff mit der Mischkomponente vermischt ist und die Deckschicht aus diesem Gemisch hergestellt ist.




Application Number:
DE202005002584U
Publication Date:
06/30/2005
Filing Date:
01/27/2005
Assignee:
Hetzel, Rudolf (Balingen, 72336, DE)
International Classes:
E01C13/02 (IPC1-7): E01C13/00



Attorney, Agent or Firm:
ABACUS Patentanwälte, Klocke, Späth, Barth (Horb)
Claims:
1. Schichtaufbau für einen Weg, einen Platz oder einen Hallenboden, insbesondere für eine Reitsportanlage mit einer über einem tragfesten Untergrund angeordneten, wasserdurchlässigen oberen Deckschicht aus einem trittfesten, wasserspeicherfähiges Material aufweisenden Deckschichtmaterial, dadurch gekennzeichnet, dass das Deckschichtmaterial einen Grundstoff aus zerkleinertem, gebranntem Tonmaterial und/oder zerkleinertem Material mit tonähnlichen Eigenschaften und mindestens eine Mischkomponente aus Material mit nicht-tonähnlichen Eigenschaften ähnlicher Körnung aufweist, wobei der Grundstoff mit der Mischkomponente vermischt ist und die Deckschicht aus diesem Gemisch hergestellt ist.

2. Schichtaufbau nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Deckschicht und dem Untergrund mindestens eine Zwischenschicht aus deckschichtähnlichem Material angeordnet ist, wobei die Körnung der Zwischenschicht gröber ist als die Körnung der Deckschicht.

3. Schichtaufbau nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht und/oder die Zwischenschicht ausschließlich aus dem Grundstoff hergestellt ist.

4. Schichtaufbau nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht ausschließlich aus dem Material der Mischkomponente hergestellt ist.

5. Schichtaufbau nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb der Deckschicht oder der Zwischenschicht eine Bewässerungsanlage angeordnet ist.

6. Schichtaufbau nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb der Deckschicht oder der Zwischenschicht eine Heizeinrichtung angeordnet ist.

7. Schichtaufbau nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Material der Mischkomponente typischerweise aus Bauschutt, Sand, Kies, Kunststoff, Holz, Kork, Erde, Stein oder anderen anorganischen Stoffen besteht.

8. Schichtaufbau nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schichtaufbau eine Gesamthöhe zwischen 50 und 100 cm aufweist, die sich auf die Deckschicht und die Zwischenschicht verteilt.

9. Schichtaufbau nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Korngröße des Schichtmaterials vom Untergrund zur Deckschicht schichtweise abnimmt, wobei eine unterste Zwischenschicht eine typische Körnung von 5 bis 150 mm und die Deckschicht eine typische Körnung von 0,1 bis 15 mm aufweist.

10. Schichtaufbau nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht begrünt ist.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schichtaufbau für einen Weg, einen Platz oder einen Hallenboden, insbesondere für eine Reitsportanlage, mit einer über einem tragfesten Untergrund angeordneten wasserdurchlässigen oberen Deckschicht aus trittfestem, wasserspeicherfähiges Material aufweisendem Deckschichtmaterial. Nachfolgend wird aus Vereinfachungsgründen primär nur auf Reitplätze näher eingegangen.

Bekannte Reitplätze sind in der Regel in mehreren Schichten aufgebaut. Von oben nach unten folgen eine Tret-, eine Trenn- und eine Tragschicht aus einem Material oder aus verschiedenen Materialien. Die Tretschicht muss federnd sein sowie gleichmäßig tief und rutschfest. Meist besteht sie aus Sand oder Lava mit Beimengungen wie zum Beispiel Holz, Textilien oder Kunstfasern. Darunter folgt eine Trennschicht, die verhindern soll, dass sich die Tretschicht und die Tragschicht vermischen. Häufig besteht die Trennschicht aus Gummimatten, Wabengittern oder Vlies. Die Trennschicht muss wasserdurchlässig sein. Unter der Trennschicht ist eine stabile und scherfeste Tragschicht angeordnet, die wasserableitend ist, d. h. dass das Wasser darin versickern können muss. Es ist üblich, als Material für diese Schicht Schotter, Lava, Bitumen oder Beton zu verwenden. In Abhängigkeit vom verwendeten Material ist gegebenenfalls eine Drainage vorgesehen. Neben einer hohen Wasserdurchlässigkeit bzw.

Drainagefähigkeit sollte die Tretschicht verschiedene mechanische Eigenschaften erfüllen. Insbesondere ist eine ausreichende Trittfestigkeit erforderlich. Wesentlich ist dabei, dass die Pferdehufe einerseits nicht allzu tief einsinken (geringe Tritttiefe) und andererseits ausreichend stark beim Abstoßen abgestützt werden bzw. Widerhalt finden (hohe Trittsicherheit). Zudem ist eine gewisse elastische Nachgiebigkeit erwünscht. Die gewünschten mechanischen Eigenschaften variieren je nach Anwendungsfall. Beispielsweise ist bei einem Springplatz ein größerer Widerhalt für die Pferdehufe beim Abstoßen, also eine höhere Trittsicherheit, erforderlich als bei einem Dressurplatz. Bei herkömmlichen Reit- und Bewegungsplätzen besteht bei anhaltender Trockenheit häufig das Problem, dass diese Plätze sehr stauben. Bei starken Regenfällen wiederum ist der Untergrund so stark verdichtet, dass das Oberflächenwasser nicht absickern kann. Daraus können sich verschiedene Probleme wie zum Beispiel Pilzbildung, Rutschgefahr sowie Sehnenprobleme bei den Pferden ergeben.

Aus der DE 202 14 381 U1 ist ein Grundaufbau für Reit- und Bewegungsplätze aller Art bekannt, der aus drei übereinander angeordneten Schichten aus gebranntem Ton besteht. Auf einen festen Untergrund ist eine erste Schicht aus grobem Bruch von gebranntem Tonmaterial aufgebracht. Über der ersten Schicht ist eine zweite Schicht aus gebranntem Tonmaterial mit einer groben Körnung angeordnet, auf die als dritte, oberste Schicht eine Schicht aus gebranntem Ton mit einer feinen Körnung folgt. Der Grundaufbau hat eine Gesamthöhe zwischen 50 und 100 cm, wobei die zweite und die dritte Schicht eine Schichtdicke von ca. 20 cm aufweisen. Die Körnung der obersten Schicht beträgt zwischen 0,1 und 5 mm, die der mittleren Schicht zwischen 20 und 30 mm. Die Grundschicht besteht aus sehr grob zerkleinerten Tonziegeln, welche als Abfallprodukt in großen Mengen zur Verfügung stehen und mit einer Planierraupe oder dergleichen geebnet und gebrochen sind.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Schichtaufbau vorzuschlagen, der eine hohe Trittfestigkeit, Wasserdurchlässigkeit und Belastbarkeit bei einfacher und kostengünstiger Herstellbarkeit aufweist und insbesondere für Wege und Plätze, vorzugsweise für Reitplätze, Rennbahnen, Kinderspielplätze oder ähnliche nicht versiegelte Flächen geeignet ist.

Die obige Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Schichtaufbau mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

Der erfindungsgemäße Schichtaufbau zeichnet sich dadurch aus, dass das Deckschichtmaterial der obersten Schicht einen Grundstoff aus zerkleinertem gebranntem Tonmaterial und/oder zerkleinertem Material mit tonähnlichen Eigenschaften und mindestens eine Mischkomponente aus Material mit nichttonähnlichen Eigenschaften ähnlicher Körnung aufweist. Der Grundstoff des Deckschichtmaterials ist mit der Mischkomponente vermischt und die Deckschicht aus diesem Gemisch hergestellt.

Vorteilhafterweise ist zwischen der Deckschicht und dem Untergrund mindestens eine Zwischenschicht aus deckschichtähnlichem Material angeordnet, wobei die Körnung der Zwischenschicht gröber ist als die Körnung der Deckschicht.

Bei herkömmlichen Reit- und Bewegungsplätzen taucht häufig das Problem auf, dass die Plätze stark austrocknen oder bei Regenperioden überfluten. Ein ordentlicher Reitbetrieb ist dann nicht mehr möglich. Der erfindungsgemäße Reitplatz mit einem Schichtaufbau aus Tonmaterial oder Material mit tonähnlichen Eigenschaften trocknet nicht aus. Das verwendete Schichtmaterial garantiert eine konstante Grundfeuchtigkeit durch seine Kapillarwirkung. Tonmaterial oder Material mit tonähnlichen Eigenschaften kann sehr viel Wasser aufnehmen, was bei lang anhaltenden Regenperioden von großem Nutzen ist. Es ist daher in der Regel auch keine Drainage notwendig. Weitere Vorteile sind eine geringe Staubentwicklung bei Trockenperioden sowie längere Bewässerungsintervalle bei der Befeuchtung der Deckschicht. Die Oberfläche der Deckschicht ist gut begehbar; sie wird nicht extrem hart und bleibt griffig. Des Weiteren ergeben sich keine gravierenden Unebenheiten der Oberfläche der Deckschicht beim Begehen durch die Pferde.

Dem Schichtmaterial mit tonähnlichen Eigenschaften ist eine Mischkomponente aus zerkleinertem Material mit nicht-tonähnlichen Eigenschaften beigemengt. Als Beimengungen können beispielsweise zerkleinerter Bauschutt, Sand, Kies oder ähnliche Stoffe verwendet werden. Die Materialien für den Grundstoff sowie die Beimengungen müssen nicht zwingend sortenrein sein. Die Materialien für die Beimengungen sind kostengünstig beschaffbar und weisen gute Eigenschaften hinsichtlich der Verarbeitung sowie der Tragfestigkeit, der Belastbarkeit, der Trittfestigkeit und der Wasserdurchlässigkeit des Schichtaufbaus auf. Weitere Vorteile des erfindungsgemäßen Schichtaufbaus bestehen in einer langen Lebensdauer des Schichtaufbaus sowie in einer einfachen Entsorgung des umweltfreundlichen Materials des Schichtaufbaus bei Ausbesserungen und den damit verbundenen Kosteneinsparungen. Dem Grundstoff des Schichtmaterials können Beimengungen bis 50 Prozent beigemischt werden. Bei der Verwendung eines hohen Anteils der Mischkomponente weist der Schichtaufbau unter Umständen nicht mehr alle vorgenannten positiven Eigenschaften auf, wobei die Eigenschaften stark vom verwendeten Material der Mischkomponente abhängig sind. Es muss auf jeden Fall von weniger guten Eigenschaften ausgegangen werden. Deshalb sollte das Gemisch für den Schichtaufbau bevorzugt einen hohen Anteil von Tonmaterial oder Material mit tonähnlichen Eigenschaften aufweisen.

In einer bevorzugten Ausführungsform des Schichtaufbaus ist die Deckschicht und/oder die Zwischenschicht ausschließlich aus dem Grundstoff hergestellt. Dies hat den Vorteil, dass die vorgenannten positiven Eigenschaften des Tonmaterials oder des Materials mit tonähnlichen Eigenschaften nicht durch Beimengung einer Mischkomponente verschlechtert werden.

Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Zwischenschicht ausschließlich aus dem Material der Mischkomponente hergestellt ist. Eine solche Zwischenschicht ist besonders zum Aufbau einer untersten Schicht des Schichtaufbaus geeignet, um einen wasserdurchlässigen, tragfesten, belastbaren Unterbau für die darauf aufliegenden Schichten bereit zu stellen.

In einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Schichtaufbaus weist der Schichtaufbau eine Bewässerungsanlage auf. Die Bewässerungsanlage ist unterhalb der Deckschicht oder der Zwischenschicht angeordnet und kann in unterschiedlichen Ebenen des Schichtaufbaus, in oder zwischen den Schichten des Schichtaufbaus eingebracht sein. Die Bewässerungsanlage kann mit anfallendem Regenwasser gespeist werden. Es ist auch möglich, Wasser aus dem Leitungsnetz oder einer anderen Wasserquelle zuzuführen. Der Einbau einer Bewässerungsanlage hat den Vorteil, dass auf eine Oberflächenbewässerung durch eine Sprinkleranlage verzichtet werden kann und die Oberfläche der Deckschicht nicht nass wird. Vielmehr wird das Wasser durch die Kapillarwirkung des Grundstoffes mit tonähnlichen Eigenschaften von unten in die Deckschicht eingesogen und dort gespeichert.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Schichtaufbaus ist unterhalb der Deckschicht oder der Zwischenschicht eine Heizeinrichtung vorgesehen. Dies hat den Vorteil, dass der Schichtaufbau der Reitanlage im Winter nicht gefriert oder hart wird, so dass der Reitbetrieb auch im Winter möglich ist. Das Heizsystem kann in unterschiedlichen Ebenen des Schichtaufbaus, in oder zwischen den Schichten des Schichtaufbaus eingebracht werden. Zweckmäßigerweise sollte es in eine feine Schicht aus Tonmaterial oder Sand oder dergleichen eingebettet werden. Das Heizsystem und die Bewässerungsanlage können in einer Ebene oder in verschiedenen Ebenen des Schichtaufbaus angeordnet sein. Als Heizsystem kann jegliche Art von Heizung, wie zum Beispiel eine Elektro-, Warmwasser- oder Dampfheizung, eingesetzt werden.

Vorteilhafterweise wird als Material der Mischkomponente typischerweise Bauschutt, Sand, Kies, Kunststoff, Holz, Kork, Erde, Stein oder andere anorganische Stoffe eingesetzt. Diese Materialien sind häufig Abfallprodukte und stehen in ausreichender Menge kostengünstig zur Verfügung. Durch das Material der Mischkomponente werden die Eigenschaften der Schicht, insbesondere auch durch das Mischungsverhältnis mit dem Grundstoff, beeinflusst. Es ist möglich, in verschiedenen Schichten des Schichtaufbaus unterschiedliche Mischkomponenten zu verwenden und damit die Eigenschaften dieser Schicht für den jeweiligen Verwendungszweck oder die jeweilige Aufgabe zu optimieren. So ermöglicht beispielsweise die Beimischung von Erde oder Pflanzgranulat in die Deckschicht eine Begrünung des Schichtaufbaus.

Vorteilhafterweise weist der Schichtaufbau eine Gesamthöhe zwischen 50 und 100 cm auf. Die Gesamthöhe des Schichtaufbaus verteilt sich auf die Deckschicht und die darunter angeordneten Zwischenschichten. Die Schichtdicke der einzelnen Schichten ist variabel und von der Anzahl der Schichten des Schichtaufbaus abhängig. Wird nur eine Deckschicht auf einen tragfesten, wasserdurchlässigen oder wasseraufnehmenden Untergrund aufgebracht, so kann die Schichtdicke der Deckschicht zwischen 40 und 100 cm betragen. Sind beispielsweise drei Schichten übereinander angeordnet, so weist die unterste Schicht eine typische Schichtdicke zwischen 30 und 60 cm und die darüber angeordneten Schichten eine typische Schichtdicke von ca. 20 cm auf.

Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Korngröße des Schichtmaterials vom Untergrund zur Deckschicht schichtweise abnimmt, wobei eine unterste Zwischenschicht eine typische Körnung von 5 bis 150 mm und die Deckschicht eine typische Körnung von 0,1 bis 15 mm aufweist. Das Schichtmaterial des Grundstoffes und der Mischkomponente sollten in einer Schicht in etwa die gleiche Korngröße aufweisen. Die Korngröße des Schichtmaterials beeinflusst die Eigenschaften der Schicht wesentlich und kann an die jeweilige Aufgabe der Schicht angepasst werden.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsalternative ist die Deckschicht begrünt. Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn die Deckschicht eine trittfeste und federnde Bewegungsfläche bildet, die mit Rasen oder sonstigen faserigen Pflanzen versehen ist. Hierzu können einfach entsprechende Samenkörner auf die Deckschicht aufgebracht werden. Durch die Verwurzelung der Begrünung in der Deckschicht werden die Eigenschaften der Deckschicht deutlich verändert und eine erhöhte Trittfestigkeit bewirkt.