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Title:
Schachtbauwerk
Kind Code:
B4
Abstract:

Schachtbauwerk zur offenen oder geschlossenen Durchleitung flüssiger Medien mittels Freispiegelleitungen oder Druckleitungen, wie Trinkwasser, Regenwasser, Feuerlöschwasser, Schmutzwasser oder Mischwasser, Heizwasser, Wasserdampf sowie von gasförmigen Medien in flüssiger Phase, bestehend aus einem Schachtbauwerksunterteil (1) mit wenigstens einem aufgesetzten Schachtring (3) und/oder Schachtrohr (2) und einem Konus (4), wobei mindestens das Schachtbauwerksunterteil (1) und/oder ein Schachtring (3) und/oder Schachtrohr (2) aus Beton, Stahlbeton, Faserbeton und/oder Kunststoff bestehen und mindestens ein Durchleitungssegment (6) aufweisen, welches in oder an der Wandung des Schachtbauelementes (1), (2), (3), nicht jedoch an der Schachtinnenwand des Schachtrohres (2) oder des Schachtringes (3) angeordnet ist.



Inventors:
Stolzenburg, Olaf, Dipl.-Ing. (Leipzig, 04318, DE)
Application Number:
DE19959250A
Publication Date:
02/05/2004
Filing Date:
12/08/1999
Assignee:
LOGIC-Logistic Consult Ingenieurgesellschaft mbH (Leipzig, 04318, DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE19642176A1N/A1998-04-16
DE4334747A1N/A1995-04-13
DE633537CN/A1936-07-29
Foreign References:
EP07366361996-10-09
Other References:
DE-Z.:"Korrespondenz Abwasser",11/96 "Einsatz des Multi-Rohr-Schachtes....,S.1936 DIN4034
Claims:
Schachtbauwerk zur offenen oder geschlossenen Durchleitung flüssiger Medien mittels Freispiegelleitungen oder Druckleitungen, wie Trinkwasser, Regenwasser, Feuerlöschwasser, Schmutzwasser oder Mischwasser, Heizwasser, Wasserdampf sowie von gasförmigen Medien in flüssiger Phase, bestehend aus einem Schachtbauwerksunterteil (1) mit wenigstens einem aufgesetzten Schachtring (3) und/oder Schachtrohr (2) und einem Konus (4), wobei mindestens das Schachtbauwerksunterteil (1) und/oder ein Schachtring (3) und/oder Schachtrohr (2) aus Beton, Stahlbeton, Faserbeton und/oder Kunststoff bestehen und mindestens ein Durchleitungssegment (6 ) aufweisen, welches in oder an der Wandung des Schachtbauelementes (1), (2), (3), nicht jedoch an der Schachtinnenwand des Schachtrohres (2) oder des Schachtringes (3) angeordnet ist.

Schachtbauwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Durchleitungssegment (6) aus korrosionsfestem Stahlblech oder Kunststoff besteht.

Schachtbauwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Durchleitungssegment (6) selbsttragend und aus korrosionsfestem Stahlblech oder glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt ist.

Schachtbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Schachtring (3) mehrere Durchleitungssegmente (6) aufweist.

Schachtbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass das Schachtrohr (2) mehrere Durchleitungssegmente (6) aufweist.

Schachtbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass das Schachtunterteil (1) mehrere Durchleitungssegmente (6) aufweist.

Schachtbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Durchleitungssegmente (6) geradlinig oder gekrümmt ausgebildet sind.

Schachtbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Durchführungen der einzelnen Medienleitungen fluchtend übereinander angeordnet sind.

Schachtbauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7 dadurch gekennzeichnet, dass die Durchführungen der einzelnen Medienleitungen einen geringfügigen Seitenversatz zueinander aufweisen.

Schachtbauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, dass das Duchleitungssegment (6) mindestens einen weiteren Zu- und/oder Ablauf (40) aufweist.

Schachtbauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an das Duchleitungssegment (6) beidseitig der Hauptleitungsachse (25) und gleichzeitig Zu- und Abläufe (40) einbindbar sind.

Schachtbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung des Schachtringes (3) oder Schachtrohres (2) im Bereich des Durchleitungssegmentes (6) eine Anformung (41) aufweist.

Schachtbauwerk nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die mit dem Schachtring (3) oder Schachtrohr (2) stoffschlüssig verbundene Anformung (41) quaderförmig ausgebildet ist.

Schachtbauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchleitungssegmente (6) druckdicht verschließbare, kamerabefahrbare Revisionsöffnungen (7) aufweisen.

Schachtbauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Revisionsöffnungen (7) Druckmessgeräte anschließbar sind.

Schachtbauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Revisionsöffnungen (7) Druckmesssensoren angeordnet sind, deren Messergebnisse drahtlos an eine Auswerte- und Überwachungseinrichtung weiterleitbar sind.

Schachtbauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass am Durchleitungssegment (6) oder im Bereich der Revisionsöffnung (7) ein Wegeventil oder ein Absperrventil (26) oder ein Überdruckventil angeordnet ist.

Schachtbauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Durchleitungssegment (6) im eingebauten Zustand des Schachtbauwerkes über die Revisionsöffnung (7) separat und getrennt von der Rohrleitung auf Dichtheit prüfbar ist.

Schachtbauwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Durchleitungssegment (6) der Schachtbauelemente (1), (2), (3) im Bereich der Wandung Muffen angeordnet sind.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Schachtbauwerk zur offenen oder geschlossenen Durchleitung flüssiger Medien mittels Freispiegelleitungen oder Druckleitungen, wie Trinkwasser, Regenwasser, Feuerlöschwasser, Schmutzwasser oder Mischwasser, Heizwasser, Wasserdampf sowie von gasförmigen Medien in flüssiger Phase.

Aus der DE 43 34 747 ist ein Abwasserschacht bekannt, der zur Durchleitung nur jeweils einer Schmutzwasser- oder Mischwasserleitung vorgesehen ist. Die Regenwasserleitung ist dabei als geschlossene Rohrleitung ausgebildet, die senkrecht oder versetzt oberhalb der Schmutzwasser- bzw. Mischwasserleitung, innerhalb des Schachtbauwerkes konsolartig an deren Innenwand angeformt ist, angeordnet ist.

Aus der DE-PS 633537 ist ein Ablaufschacht bekannt, der in seinem Oberteil zwischen dem Haupt- und dem Überlaufkanal eine an der Schachtwandung verlaufende offene Überlaufrinne aufweist. Über diese Überlaufrinne soll der Trockenwetterabfluss und ein Teil des Regenwassers in den Überlaufkanal geleitet werden. Bei Übersteigen einer vorgegebenen Durchflussmenge, die sich aus dem Querschnitt der offenen Überlaufrinne ergibt, kann die überschießende Wassermenge über die Überlaufkante des Überfallkanals in das Schachtinnere abfließen.

Bei den vorgenannten Schachtbauwerken ist die Regenwasserleitung oberhalb der Schmutz- oder Mischwasserleitung angeordnet, die sich im Schachtunterteil befindet.

Ein Nachteil der vorgenannten Schachtbauwerke besteht darin, dass die Einbindung der Zu- und Abläufe der Regen- und Schmutzwasserleitungen der vorgegebenen Gestaltung der vorgefertigten Schachtringe bzw. Schachtrohre folgen muss. Durch die Anformung der Regenwasserleitung an der Innenseite des Schachtringes/-rohres wird die Durchstiegsfreiheit des Schachtbauwerkes und die maximal nutzbare Rohrdimension der geschlossenen geführten Abwasserleitung einschränkt und zusätzlich als frei auskragende Anformung ungünstigen Zugspangen ausgesetzt ist, die zur Rissbildung bis Zerstörung führen können. Damit ist eine Verwendung derartiger Schachtbauwerke nur bei bestimmten örtlichen Gegebenheiten, wie z. B. bei der einseitigen Zuleitung von Zuläufen oder der einseitigen Ableitung von Abläufen möglich, um eine Einbindung der Regen- und Schmutzwasserleitungen auf Schacht und nicht auf Leitung realisieren zu können und ohne die nötige Sicherheit für eine angemessene Nutzungsdauer des Schachtes. Auch ist in vielen Kommunen eine Einbindung auf Leittung unzulässig.

Aufgrund der konstruktiven Ausbildung des Abwasserschachtes nach der DE 43 34 747 sind nur Einbindungen von Zuläufen in die geschlossene Regenwasserleitung auf der Seite der Innenkonsole also einseitig möglich. Nach der DE 43 34 747 C2 sind außerdem keine gleichzeitigen Zuläufe von beiden Seiten der Regenwasserdurchleitung an einem Schacht möglich.

Ein weiterer Nachteil des Schachtbauwerkes nach der DE 43 34 747 besteht darin, dass die Einbindung der Zu- und Ableitung des Regenwassers über auskragende Rohre (Muffenende, Spitzende) erfolgt, die beiderseits stoffschlüssig mit den Wanddurchbrüchen des Schachtringes bzw. Schachtrohres verbunden sind. Dadurch entsteht eine Verbindung, die mechanisch wie ein beidseitig eingespannter Träger wirkt (7). Bei Bodenbewegungen, insbesondere bei den üblichen, ungleichmäßigen Setzungserscheinungen und den daraus resultierenden unterschiedlichen Flächenpressungen, die auf das Schachtbauwerk und eine erdverlegte Regenwasserleitung wirkten, treten Schubspannungen im Bereich der Außenwandung des Schachtbauwerkes auf, die zu dauerhaften Spannungen und somit Undichtheiten oder aber zum Gewaltbruch der Verbindung zwischen Rohrstutzen und Schachtring bzw. Schachtrohr führen können.

Eine Übertragung der aus DIN 4034 empfohlenen doppelgelenkigen Einbindung einer durchlaufenden Abwasserleitung im Schachtunterteil ist indes aus technologischen Gründen auf die fluchtend darüber angeordneten Schachtringe oder -rohre mit den bekannten Montagetechnologien nicht möglich ohne sich dabei mit Reparaturlösungen wie Passstücke und Müchermanschetten für derartig stumpf gestoßene Rohrverbindungen behelfen zu müssen.

So kann das Schachtunterteil mit bekannten Hebezeugen auf der vorbereiteten Schachtsohle positioniert und an die herangeführte Schmutzwasserleitung angeschlossen werden. Durch die Lagefixierung des Schachtunterteils können demgegenüber die formschlüssig aufgesetzten, ringförmigen Schachtbauteile (Schachtringe, Schachtrohre, Schachthals) nicht mehr frei positioniert oder versetzt werden.

Der Einbindepunkt des Schachtbauwerkes ist somit durch das Unterteil exakt fixiert und eine nachträgliche Lageveränderung des gesamten Schachtbauwerkes nicht mehr möglich. Die bis zum Schachtbauwerk verlegte Rohrleitung darf grundsätzlich nicht aus ihrem Verlegebett gehoben werden. Die Lage der nachfolgenden Schachtrohre bzw. -ringe, in die die weiteren Rohrdurchleitungen eingebunden werden müssen, ist somit durch die Lage des Schachtunterteils vorgegeben. Damit kann die klassische Verlegetechnologie zur Einbindung von Rohrleitungen in das Schachtunterteil nicht bei den darüber liegenden Schachtringen oder -rohren mit integrierten Rohrdurchführungen angewendet werden, da ein Verrücken des Schachtrohres oder -ringes ausscheidet.

Da die Qualität der Rohrverlegung unmittelbaren Einfluss auf die Funktionsfähigkeit einer erdverlegten Freispiegelleitung hat, wurde das Problem der Einbindung einer weiteren Leitung in einen Schachtring oder ein Schachtrohr nach der DE 43 34 747 dadurch gelöst, dass mit Reparaturlösungen wie Passstücken und Müchermanschetten für die notwendigen stumpf vor dem Gelenkstück gestoßenen Rohrverbindungen gearbeitet werden muss. Es wird auch bewusst auf die doppelgelenkige Einbindung teilweise verzichtet.

Die Einbindung der oberhalb des Schachtunterteils angeordneten Regenwasserleitung erfolgt daher bei dem Schachtbauwerk nach der DE 43 34 747 durch den Einsatz von Rohrsegmenten, die stoffschlüssig mit Durchbrüchen in der Wandung des Schachtbauwerkes verbunden werden. Die aus dem Schachtbauwerk auskragenden Rohrendungen werden mit bekannten Mittel (z. B. Verwendung von Rohrdistanzstücken und Kananadamanschette) mit der herangeführten Zuleitung verbunden.

Durch die relativ weit aus dem Schachtbauwerk auskragenden Rohrendungen kommt es insbesondere bei Setzungsbewegungen, Frosteinbrüchen oder infolge der unterschiedlichen projektierten Flächenpressung (z. B. im Bereich Fahrbahn/Fußweg) und den daraus resultierenden Biegemomenten zu den gefürchteten Spannungsrissen.

Ein weiterer Nachteil des Schachtbauwerkes nach der DE 43 34 747 besteht darin, dass nur die Einbindung einer Schmutz- oder Mischwasserleitung und einer Regenwasserleitung vorgesehen ist. Damit ist eine nachträgliche Einbindung weiterer Medienleitungen in das Schachtbauwerk, z. B. bei späteren Erschließungsarbeiten, nicht ohne technologisch aufwendige bauliche Eingriffe möglich.

Aus der EP 0 736 636 A1 sowie DE-Zeitschrift „Korrespondenz Abwasser", 11/96 „Einsatz des Multi-Rohr-Schachtes" sind Schachtbauwerke bekannt, bei denen die Durchleitung einer Regenwasserleitung als geschlossene Rohrleitung in einer konsolartigen Anformung im Inneren des Schachtbauwerkes erfolgt. Diese Lösungen weisen den Nachteil auf, dass aufgrund der auftretenden Belastungen der abstützenden Konsole, insbesondere bei gekrümmtem Verlauf der Regenwasserdurchleitung und im Starkregenfall, Spannungen auftreten, die die Festigkeit und Zuverlässigkeit während der normativen Nutzungsdauer des Schachtbauwerkes von ca. 100 Jahren in Frage stellen.

Aus der DE 196 42 176 A1 ist ein Schacht für Kontroll-, Wartungs- oder Reparaturarbeiten in oder von Entsorgungsleitungen bekannt, bei denen die Durchleitung einer zweiten Entsorgungsleitung mit Hilfe einer schwenk- oder klappbaren Durchleitungseinrichtung mittig durch das Innere des Schachtbauwerkes erfolgt. Diese konstruktiv aufwendige Lösung erlaubt nicht die geschlossene Durchleitung von Regen- oder Mischwasserleitungen. Durch den Verlauf der Durchführungseinrichtung im Inneren des Schachtbauwerkes ist die Begehbarkeit erschwert. Die zusätzlichen konstruktiven Elemente, die ein Aufklappen oder Wegschwenken der Durchleitungseinrichtung ermöglichen, sind für einen dauerhaften Einsatz im Inneren eines Schachtbauwerkes ungeeignet.

Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile des Standes der Technik zu eliminieren und ein Schachtbauwerk vorzuschlagen, das die flexible Einbindung von mehr als zwei Durchleitungen ermöglicht, ohne dass dadurch die Begehbarkeit des Schachtbauwerkes eingeschränkt wird. Zudem soll das Schachtbauwerk eine quasi spannungsfreie Einbindung der Zu- und Abführungen der durchzuleitenden Medien und eine sichere Aufnahme aller auftretenden Belastungssituationen (z. B. dynamische Beanspruchung durch Druckwellen innerhalb der Durchleitungen) ermöglichen und mit geringem Fertigungs- bzw. Montageaufwand herstellbar sein. Weiterhin soll das Schachtbauwerk die gleichzeitige Einbindung von Zu- und Abläufen ermöglichen, die sich beidseitig der Rohrleitungsachse befinden (2).

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Hauptanspruches gelöst. Vorzugsweise Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Das Schachtbauwerk besteht aus einem monolithisch geformten Schachtunterteil, auf dem je nach Einsatzfall ein oder mehrere ebenfalls monolitisch gefertigte Schachtrohre bzw. Schachtringe aufsetzbar sind. Die Durchführung der Medienleitungen für Trinkwasser, Löschwasser, Schmutz- oder Mischwasser, Regenwasser, Heißwasser/Wasserdampf, etc. erfolgt jeweils in getrennten Rohren bzw. offenen Kanälen.

Die Durchführungen sind dabei in oder an der Wandung des Schachtbauelementes (1), (2), (3), nicht jedoch an der Schachtinnewand des Schachtrohres (2) oder des Schachtringes (3) angeordnet, um nachteilige Belastungssituationen (z. B. Zugpumpspitzen) für das Schachtbauwerk zu vermeiden (1 bzw. 4).

Entsprechend den örtlichen Gegebenheiten (Gefälle der Zu- und Abläufe der einzelnen Medienleitungen, Anzahl der einzubindenden Mediendurchführungen) werden ein oder mehrere Schachtringe oder Schachtrohre auf dem Schachtunterteil aufgesetzt. Die Durchführung der einzelnen Medienleitungen sind dabei vorzugsweise fluchtend oder gering versetzt übereinander angeordnet, um die Durchsteigbarkeit des Schachtbauwerkes nicht zu beeinträchtigen.

Die Zu- und Abläufe der einzelnen Medienleitungen sind vorteilhaft im Bereich der Schachtwandung angeordnet.

Die Durchführung der Medienleitungen durch das Schachtbauwerk kann sowohl geradlinig als auch gekrümmt erfolgen.

Die vorzugsweise im Schachtunterteil angeordnete Schmutzwasserleitung kann sowohl mittig aber auch außermittig durchgeführt werden.

Ebenso besteht die Möglichkeit, im Schachtunterteil und/oder den Schachtringen oder -rohren weitere Zu- oder Abläufe einzubinden und dies gleichzeitig von beiden Seiten der Durchleitung.

Vorteilhaft ist die Möglichkeit der monolithischen Vorfertigung. Dadurch werden beiderseits doppelgelenkige Anschlüsse der Medienleitungen in den im Bereich der Schachtbauwerkswandung angeordneten Muffen möglich (5).

Die Form des Schachtbauwerkes ermöglicht vorteilhaft die monolithische Vorfertigung der die geschlossene Durchleitungen enthaltenden Schachtbauelemente mit Hilfe von Durchleitungssegmenten, die beidseitig im Bereich der Schachtbauwerkswandung liegende Muffen aufnehmen und so für den beiderseits doppelgelenkigen Anschluss der Medienleitungen sorgen.

Durch die Verwendung von Vorrichtungen und Formen können bei einer derartigen Vorfertigung die Fertigungskosten gegenüber den bekannten Technologien signifikant reduziert werden. Zudem sind durch den Einsatz von Vorrichtungen höhere Fertigungsgenauigkeiten und in der Folge eine Reduzierung von Nacharbeiten unter Baustellenbedingungen bei der Montage möglich. Ein weiterer Vorteil besteht in der optimalen strömungstechnischen Ausbildung der maschinenbaumäßig gefertigten Durchleitungssegmente, insbesondere im Bereich von Richtungsänderungen und Einleitungen.

Ein weiterer, signifikanter Vorteil des Schachtbauwerkes besteht in der Möglichkeit, unterschiedlichste Medienleitungen aufzunehmen und durchzuführen. Dadurch werden insbesondere in Erschließungsgebieten Baukosten, insbesondere Erd- und Straßenbaukosten, durch die einmalige Erschließung des Areals eingespart. Durch die räumliche Konzentration, bevorzugt durch die vertikal fluchtende Verlegung der Medienleitungen, können insbesondere beim Erdaushub, bei der Vorbereitung der Leitungssohle und der anschließenden Verdichtung der Erdstoffe die Bau- und Montagekosten signifikant reduziert werden. Zudem werden durch die geringeren Schachtungsbreiten der Verlauf der vorhanden Erdschichtungen nur minimal gestört und das ökologische Gleichgewicht eines gewachsenen Bodens nur gering beeinflusst.

Ein entscheidender Vorteil des Schachtbauwerkes besteht in der Möglichkeit, neben der Durchleitung separater Medienleitungen für Schmutzwasser, Mischwasser und Regenwasser redundante Durchleitungen dieser Medien vorzusehen, die für den späteren Anschluss insbesondere in zunächst dünn besiedelten oder nur wenig erschlossenen Gebieten vorgehalten werden. Diese Durchleitungen sind damit im zunächst unbelasteten Zustand keinem mineralischen oder thermischen Verschleiß ausgesetzt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, bei Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten eine Medienleitung stilllegen zu können und während dieser Zeit die redundante Medienleitung zu nutzen.

Ein Vorteil der gefundenen Lösung besteht auch darin, dass das Schachtbauwerk auch einsetzbar ist, wenn die Schmutzwasserleitung auf Grund örtlicher Gegebenheiten über der Regenwasserleitung verlegt werden muss.

Ein weiterer signifikanter Vorteil ist die Einbindbarkeit darüber hinausgehender Medienleitungen, wie z. B. für Trinkwasser, Feuerlöschwasser, Heizwasser, Wasserdampf sowie von gasförmigen Medien in flüssiger Phase, wie Flüssiggas.

Damit können erstmals alle urbanen Medienleitungen in ein Schachtbauwerk integriert werden. Neben den Einsparungen bei der Erdverlegung der Medienleitungen (geringerer Erdaushub durch schmale Gräben) wird auch die Anzahl der Schachtbauwerke im Straßenraum durch die Integration unterschiedlicher Medien signifikant verringen. Durch die schmalen Gräben besteht zudem die Möglichkeit, den Abstand benachbarter Schachtbauwerke im Bereich von Straßen zu vergrößern, da die schmalen Gräben eine bessere Anpassung an den Richtungsverlauf der Straßen in Kurvenbereichen ermöglichen. So ist über längere Strecken eine geradlinige Trassenführung der Gräben möglich.

Durch die erstmalige Gewährleistung der doppelgelenkigen Anbindbarkeit der von außen an das Schachtbauwerk herangeführten Zu- und Ablaufleitungen der Medien nicht nur im Schachtunterteil sondern auch in den aufgesetzten Schachtrohren bzw. -ringen können die bei unterschiedlichen Setzungsbewegungen zwischen Schachtbauwerk und erdverlegten Medienleitungen auftretenden Bewegungen aufgrund der Positionierung der Muffen in der Schachtwand kompensiert und Spannungen sicher in der Wandung des Schachtbauwerkes aufgenommen werden.

Die Wartung und Revision der eingebundenen Medienleitungen ist über die bevorzugt eingesetzten, druck- und wasserdicht schließenden, kamerabefahrbaren Reinigungsund Revisionsöffnungen in den Durchleitungssegmenten möglich.

Ein weiterer Vorteil des Schachtbauwerkes besteht in der Option, im Falle eines Leitungsrückstaus zwischen zwei Schachtbauwerken im Trennsystem oder bei einem Havariefall das in einer höher gelegenen Leitung gestaute Medium (Regenwasser) in den Schachtstauraum abzulassen, wo eine Ableitung über die offene Freispiegelleitung im Schachtunterteil erfolgt.

Zur Überprüfung der eingebundenen Medienleitungen sind bevorzugt im Bereich der Rohrdurchführung durch die Schachtwände, im Bereich der Anformungen oder an der Abdeckung der Revisionsöffnung Einrichtungen zur Druckmessung und Gasprüfung angeordnet, die ohne zwangsläufiges Lösen bzw. Entfernen der die Reinigungsöffnung verschließenden Abdeckung zugänglich sind. Dazu sind vorzugsweise druckdicht verschließbare Revisionsöffnungen in die Medienleitungen eingebunden, die auch die Einbringung von Reinigungs- oder Überwachungsgeräten ermöglichen.

Bei auftretenden kritischen Druckspannungen oder Verstopfungen in den Medienleitungen kann über ein in die Medienleitung eingebundenes, mechanisch bedienbares oder automatisch auf Überdruck ansprechendes Wegeventil oder ein in die Abdeckung der Revisionsöffnung integriertes Überströmventil ein Abfließen unkritischer Medien in den Stauraum des Schachtbauwerkes bewirkt werden (6).

In einer vorzugsweisen Weiterbildung besitzt das Durchleitungssegment einen Notüberlauf zur Sicherung eines hinreichend großen Retentionsraumes für einen etwaigen Überstaufall.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele dargestellt und näher erläutert.

Es zeigen:

1: ein Schachtbauwerk, bei dem das Schachtrohr eine stoffschlüssige Anformung aufweist.

2: in einer Draufsicht die schematische Darstellung der Einbindung von Zu- und Abläufen, die sich gleichzeitig beidseitig der Rohrleitungsachse befinden.

3: ein Schachtbauwerk nach der DE 43 34 747 in einer stark schematisierten, geschnittenen Draufsicht, das nur eine einseitige Einbindung von Zuund Abläufen ermöglicht.

4: ein Schachtbauwerk in einer mittig geschnittenen Seitenansicht, bei dem die Durchführungen in der Innenwand des Schachtringes bzw. -rohres angeordnet sind.

5: das Prinzip der doppelgelenkigen, muffenartigen Einbindung der Zu- und Abläufe im Bereich der Wandung des Schachtrohres.

6: als vergrößerte Einzelheit einen herausgebrochenen Teil der Revisionsöffnung (Abdeckung) mit integriertem Dreiwegeventil für die Faulgasprüfung und die Prüfung auf Wassereinstau.

7: eine konventionelle Form der Einbindung der Zu- und Ableitung des Regenwassers über auskragende Rohre (Muffenende, Spitzende), die beiderseits stoffschlüssig mit den Wanddurchbrüchen des Schachtringes bzw. Schachtrohres verbunden sind.

1 zeigt ein Schachtbauwerk mit einer quaderförmigen Anformung (41) am Schachtrohr (2). Dadurch sind Rohre mit größeren Nennweiten durch das Schachtbauwerk durchführbar, ohne die Durchstiegsfreiheit im Schacht einzuschränken. Dadurch sind Schachtbauwerke mit kleineren Nennweiten (minimal 1000 mm) auch für Rohrdurchführungen mit großen Nennweiten einsetzbar.

Das in 4 dargestellte Schachtbauwerk zeigt die Aufnahme der Durchleitungssegmente in der verstärkten Schachtwandung zweier übereinanderliegender Schachtrohre 2. Durch diese Anordnung wird die Voraussetzung für die automatisierte Fertigung dieser Schachtrohre 2 bzw. -ringe 3 mit zusätzlichen, integrierten Durchleitungssegmenten für weitere Medien geschaffen.

In 5 ist das Prinzip der doppelgelenkigen, muffenartigen Einbindung der Zu- und Abläufe im Bereich der Wandung des Schachtrohres schematisch dargestellt. Durch die beidseitige Einbindung kurzer Gelenkstücke in die, in der Schachtwandung befindlichen Muffen können Schubspannungen durch Setzungsbewegungen des Schachtbauwerkes gegenüber den erdverlegten Medienleitungen elastisch aufgenommen und auf die Wandung des Schachtbauwerkes übertragen werden.

6 zeigt im einzelnen das mit einem Bund 27 versehene Absperrventil 26, welches mittels Mutter 28 und Kontermutter 29 in der Öffnung 30 der Abdeckung 31 festsitzend befestigt ist. Ein den Ventilschaft 32 umschließender Dichtring 33 wird dabei durch Festziehen der an einer Unterlegscheibe 34 anliegenden Mutter 28 gegen die in der Abdeckung 31 eingearbeitete Dichtfläche 35 gedrückt. Das Absperrventil 26 selbst kann dann manuell mittels eines Knebels 36 in die jeweils gewünschte Stellung gebracht werden. Die obenseitige Ventilöffnung ist dabei mit einem den Anschluss eines Druckmessgerätes ermöglichenden Gewinde 37 versehen.

7 zeigt eine konventionelle Form der Einbindung der Zu- und Ableitung des Regenwassers über auskragende Rohre (Muffenende, Spitzende), die beiderseits stoffschlüssig mit den Wanddurchbrüchen des Schachtringes bzw. Schachtrohres verbunden sind. Dadurch entsteht eine Verbindung, die mechanisch wie ein beidseitig eingespannter Träger wirkt. Im Vergleich hierzu offenbart sich der Vorteil der doppelgelenkigen Rohreinbindung in ein Schachtrohr 2, wie bereits in 5 dargestellt und näher erläutert.