Title:
Isoliertes Fahrzeugkabel und Fahrzeugkabelbaum
Kind Code:
B4


Abstract:

Isoliertes Fahrzeugkabel (1), aufweisend:
einen metallischen Leiter (2); und
eine isolierende Abdeckschicht (3), welche den Außenumfang des metallischen Leiters (2) bedeckt,
wobei die isolierende Abdeckschicht (3) eine gemischte Harzzusammensetzung aufweist, die Harzbestandteile aufweist, welche aufweisen
einen Bestandteil A: ein Polysulfonharz, und
einen Bestandteil B: ein aromatisches Polyesterharz, und
wobei eine Gesamtheit von 100 Gewichtsanteilen der Bestandteile A und B in der gemischten Harzzusammensetzung 95 bis 60 Gewichtsanteile des Bestandteils A und 5 bis 40 Gewichtsanteile des Bestandteils B aufweist.




Inventors:
Furukawa, Toyoki (Mie, Yokkaichi-shi, JP)
Sato, Masashi (Mie, Yokkaichi-shi, JP)
Application Number:
DE112011104608T
Publication Date:
02/08/2018
Filing Date:
12/26/2011
Assignee:
AutoNetworks Technologies, Ltd. (Mie, Yokkaichi-shi, JP)
Sumitomo Wiring Systems, Ltd. (Mie, Yokkaichi-shi, JP)
Sumitomo Electric Industries, Ltd. (Osaka, JP)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE602004001781T2N/A2007-10-04



Foreign References:
201100794272011-04-07
44607361984-07-17
JP201067521A
JP2010067521A2010-03-25
Attorney, Agent or Firm:
Winter, Brandl, Fürniss, Hübner, Röss, Kaiser, Polte Partnerschaft mbB, Patentanwälte, 85354, Freising, DE
Claims:
1. Isoliertes Fahrzeugkabel (1), aufweisend:
einen metallischen Leiter (2); und
eine isolierende Abdeckschicht (3), welche den Außenumfang des metallischen Leiters (2) bedeckt,
wobei die isolierende Abdeckschicht (3) eine gemischte Harzzusammensetzung aufweist, die Harzbestandteile aufweist, welche aufweisen
einen Bestandteil A: ein Polysulfonharz, und
einen Bestandteil B: ein aromatisches Polyesterharz, und
wobei eine Gesamtheit von 100 Gewichtsanteilen der Bestandteile A und B in der gemischten Harzzusammensetzung 95 bis 60 Gewichtsanteile des Bestandteils A und 5 bis 40 Gewichtsanteile des Bestandteils B aufweist.

2. Isoliertes Fahrzeugkabel (1) nach Anspruch 1, wobei der Bestandteil A: das Polysulfonharz, einen Biegemodul von 2400 MPa oder mehr hat und eines oder mehrere Harze aufweist, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polysulfon, Polyethersulfon und Polyphenylsulfon.

3. Isoliertes Fahrzeugkabel (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Bestandteil B: das aromatische Polyesterharz, einen Schmelzpunkt von 240°C oder höher hat und eines oder mehrere Harze aufweist, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polyethylenterephthalat, Polybutylennaphthalat und Polyethylennaphthalat.

4. Fahrzeugkabelbaum, aufweisend das isolierte Fahrzeugkabel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3.

Description:
TECHNISCHES GEBIET

Die vorliegende Erfindung betrifft ein isoliertes Fahrzeugkabel und einen Fahrzeugkabelbaum.

STAND DER TECHNIK

Üblicherweise wird eine Polyvinylchloridharzzusammensetzung für einen Isolator eines herkömmlichen Fahrzeugniederspannungskabels verwendet, da eine Polyvinylchloridharzzusammensetzung eine ausgezeichnete Flammhemmung und chemische Beständigkeit hat.

Es ist bekannt, dass in den letzten Jahren sogenannte technische Superkunststoffe, welche hohe mechanische Festigkeit haben, beispielsweise Polyetherimid, Polysulfon, Polyethersulfon, Polyphenylsulfon und Polyetheretherketon, als Material für einen Isolator eines isolierten Allzweckkabels verwendet werden (siehe beispielsweise JP H04-4512 A und JP H05-225 832 A). Es wurden Versuche gemacht, diese technischen Superkunststoffe als Isolatoren in isolierten Fahrzeugkabeln zu verwenden.

US 2011/0 079 427 A1 offenbart ein isoliertes Fahrzeugkabel mit einem metallischen Leiter und einer isolierenden Abdeckschicht, welche den Außenumfang des metallischen Leiters bedeckt und eine gemischte Harzzusammensetzung aus Polysulfonharz und aromatischem Polyesterharz aufweist.

DE 60 2004 001 781 T2 offenbart eine elektrische Leitung für ein Fahrzeug, beschichtet mit einer haftenden Schicht, welche aus einem oder mehreren Polymeren besteht.

JP 2010-67 521 A offenbart ein isoliertes Kabel mit einem metallischen Leiter und einer isolierenden Abdeckschicht aus einer Harzzusammensetzung aus Polysulfonharz und aromatischem Polyester in einem Mischungsverhältnis von 70 zu 30 oder von 90 zu 10.

US 4 460 736 A offenbart eine Mischung aus einem Polysulfonharz und einem aromatischen Polyestherharz mit einem Mischungsverhältnis von 70 zu 30.

BESCHREIBUNG DER ERFINDUNGVON DER ERFINDUNG ZU BESEITIGENDE PROBLEME

Isolierte Fahrzeugkabel können im Gebrauch manchmal in Kontakt mit Brennstoffen oder einem Elektrolyten gelangen. Aus diesem Grund müssen isolierte Fahrzeugkabel als Eigenschaften isolierter Fahrzeugkabel eine Widerstandsfähigkeit gegen eine Flüssigkeit, beispielsweise einen Brennstoff, und eine Widerstandsfähigkeit gegen einen Elektrolyten haben. Es ergibt sich jedoch das Problem, dass technische Superkunststoffe, die Polyetherimid, Polysulfon, Polyethersulfon und Polyphenylsulfon, die als Isolatoren für isolierte Kabel verwendet werden, amorphe Materialien definieren, so dass die technischen Superkunststoffe die Eigenschaften wie Widerstandsfähigkeit gegenüber einer Flüssigkeit einschließlich Widerstandsfähigkeit gegenüber einem Brennstoff nicht erfüllen können.

Aromatische Polyesterharze definieren kristalline Harze, und es ist bekannt, dass die aromatischen Polyesterharze als Materialien für Isolatoren eine ausgezeichnete Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit haben. Es besteht jedoch das Problem, dass aromatische Polyesterharze eine schlechte Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten haben.

Obgleich die Hinzufügung von Polyetheretherketon zu Polyethersulfon die Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit und die Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten verbessern kann, verursacht die Verwendung des teuren Polyetheretherketons als Harzbestandteil das Problem eines merklichen Kostenanstiegs für die isolierten Kabel, was somit keine realistische Lösung des Problems ist.

Die vorliegende Erfindung wurde angesichts der oben beschriebenen Probleme gemacht, und eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein isoliertes Fahrzeugkabel und einen Fahrzeugkabelbaum so zu schaffen, dass ausgezeichnete Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit, beispielsweise Beständigkeit gegenüber einem Brennstoff, und eine ausgezeichnete Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten vorliegt, wobei die Bereitstellung zu geringen Kosten ohne Verursachen eines Kostenanstiegs erfolgen soll.

MITTEL ZUR LÖSUNG DER AUFGABE

Zur Lösung der Aufgabe und gemäß dem Zweck der vorliegenden Erfindung enthält ein isoliertes Fahrzeugkabel gemäß der vorliegenden Erfindung einen metallischen Leiter und eine isolierende Abdeckschicht, welche den Außenumfang des metallischen Leiters bedeckt. In dem isolierten Fahrzeugkabel ist die isolierende Abdeckschicht aus einer gemischten Harzzusammensetzung gefertigt, welche Harzbestandteile enthält, welche einen Bestandteil A: ein Polysulfonharz, und einen Bestandteil B: ein aromatisches Polyesterharz, enthalten. In dem isolierten Fahrzeugkabel besteht die Gesamtheit von 100 Gewichtsanteilen der Bestandteile A und B, die in der gemischten Harzzusammensetzung enthalten sind, aus 95 bis 60 Gewichtsanteilen des Bestandteils A und 5 bis 40 Gewichtsanteilen des Bestandteils B.

Es ist bevorzugt, wenn der Bestandteil A: das Polysulfonharz, ein Biegemodul von 2400 MPa oder mehr hat und eines oder mehrere Harze ist, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polysulfon, Polyethersulfon und Polyphenylsulfon.

Es ist bevorzugt, wenn der Bestandteil B: das aromatische Polyesterharz, einen Schmelzpunkt von 240°C oder höher hat und eines oder mehrere Harze ist, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polyethylenterephthalat, Polybutylennaphthalat und Polyethylennaphthalat.

Gemäß einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung enthält ein Fahrzeugkabelbaum gemäß der vorliegenden Erfindung das oben beschriebene isolierte Fahrzeugkabel.

EFFEKTE DER ERFINDUNG

Durch die isolierende Abdeckschicht aus der gemischten Harzzusammensetzung, welche die Harzbestandteile enthält, welche den Bestandteil A: das Polysulfonharz und den Bestandteil B: das aromatische Polyesterharz enthalten, wobei die Gesamtheit von 100 Gewichtsanteilen der Bestandteile A und B der Harzbestandteile aus 95 bis 60 Gewichtsanteilen des Bestandteils A und 5 bis 40 Gewichtsanteilen des Bestandteils B besteht, haben das isolierte Fahrzeugkabel gemäß der vorliegenden Erfindung und der Fahrzeugkabelbaum gemäß der vorliegenden Erfindung eine Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit, beispielsweise eine Beständigkeit gegenüber einem Kraftstoff, und eine Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten, die besser als bei einem isolierten Fahrzeugkabel und einem Fahrzeugkabelbaum ist, bei denen die isolierende Abdeckschicht entweder nur aus Polysulfonharz oder einem aromatischen Polyesterharz ist. Weiterhin wird teures Polyetheretherketon bei der vorliegenden Erfindung nicht als Harzbestandteil verwendet, so dass kein Kostenanstieg der Materialien erfolgt. Somit können das isolierte Fahrzeugkabel gemäß der vorliegenden Erfindung und der Fahrzeugkabelbaum gemäß der vorliegenden Erfindung zu geringen Kosten bereitgestellt werden.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG

1 ist eine Querschnittsansicht, welche ein Beispiel eines isolierten Fahrzeugkabels gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt.

VORGEHENSWEISE ZUR DURCHFÜHRUNG DER ERFINDUNG

Nachstehend erfolgt eine detaillierte Beschreibung gemäß bevorzugter Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung. 1 ist eine Querschnittsansicht, die ein Beispiel eines isolierten Fahrzeugkabels gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt. Das isolierte Fahrzeugkabel 1 gemäß 1 enthält einen metallischen Leiter 2 und eine isolierende Abdeckschicht 3, welche den Außenumfang des metallischen Leiters 2 bedeckt und aus einer gemischten Harzzusammensetzung gemacht ist, welche einen Bestandteil A: ein Polysulfonharz und einen Bestandteil B: ein aromatisches Polyesterharz enthält.

Der metallische Leiter 2 ist üblicherweise aus Kupfer, aber kann anstelle von Kupfer auch aus Aluminium oder Magnesium sein. Zusätzlich kann der metallische Leiter 2 aus Kupfer sein, welches andere Metalle enthält. Beispiele der anderen Metalle umfassen Eisen, Nickel, Magnesium und Silizium. Zusätzlich zu den oben beschriebenen Metallen können Metalle, welche üblicherweise als Leiter in verbreitetem Gebrauch sind, dem Kupfer in dem metallischen Leiter 2 hinzugefügt werden oder alleine in dem metallischen Leiter 2 verwendet werden.

Die Querschnittsfläche des metallischen Leiters 2 ist nicht konkret festgelegt. Ein Einzeldraht oder ein verlitzter Draht bestehend aus einer Mehrzahl von Drähten kann für den metallischen Leiter 2 verwendet werden. Wenn der verlitzte Draht verwendet wird, kann der metallischen Leiter 2 durch Verlitzen zum Zusammendrücken des verlitzten Drahts im Durchmesser verringert werden.

Die Dicke der isolierenden Abdeckschicht 3 ist nicht konkret festgelegt, solange die isolierende Abdeckschicht 3 die Isolationseigenschaften liefern kann. Die isolierende Abdeckschicht 3 kann so gebildet werden, dass sie eine geeignete Dicke abhängig von dem beabsichtigten Gebrauch des isolierten Kabels hat. Wenn die isolierende Abdeckschicht 3 eine Dicke gleich oder mehr als 0.025 mm hat, kann der Überzug aus der isolierenden Abdeckschicht 3 gleichförmig ausgebildet werden, so dass die isolierende Abdeckschicht 3 eine Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit und eine Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten in überzeugender Weise hat.

Es sei festzuhalten, dass das isolierte Fahrzeugkabel manchmal eine isolierende Abdeckschicht haben muss, welche geringe Dicke hat, und dass das Kabel mit Blick auf Gewichtseinsparung und Platzeinsparung geringen Durchmesser haben muss. Wenn in einem solchen Fall das isolierte Kabel 1 die isolierende Abdeckschicht 3 mit einer Dicke von 0.3 mm oder weniger, bevorzugt von 0.1 mm oder weniger hat, um ein Beispiel zu nennen, hat das isolierte Kabel 1 große Auswirkungen bei Gewichts- und Platzeinsparung.

In der isolierenden Abdeckschicht 3 besteht eine Gesamtheit von 100 Gewichtsanteilen des Bestandteils A: des Polysulfonharzes und des Bestandteils B: des aromatischen Polyesterharzes aus 95 bis 60 Gewichtsanteilen des Bestandteils A und 5 bis 40 Gewichtsanteilen des Bestandteils B.

Für das oben beschriebene Polysulfonharz wird ein thermoplastisches Polysulfonharz mit einer Sulfonylgruppe in seiner Hauptkette verwendet. Beispiele des thermoplastischen Polysulfonharzes umfassen Polysulfon, Polyethersulfon und Polyphenylsulfon.

Mit Blick auf eine verbesserte Abriebbeständigkeit des isolierten Kabels ist es vorteilhaft, für das oben beschriebene Polysulfonharz ein Polysulfonharz zu verwenden, das ein Biegemodul von 2400 MPa oder mehr hat und eines oder mehrere Harze ist, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polysulfon, Polyethersulfon und Polyphenylsulfon. Das Biegemodul definiert einen Wert, der gemessen wird gemäß „PLASTICS – DETERMINATION OF FLEXURAL PROPERTIES” von ISO 178 (ASTM-D790) im absolut trockenen Zustand bei 23°C. Es ist bevorzugt, wenn das Biegemodul des Polysulfonharzes 2800 MPa oder mehr beträgt.

Ein thermoplastisches aromatisches Polyesterharz mit einem Aromatenring und einer Esterbindung in der Hauptkette hiervon wird für den oben beschriebenen Bestandteil B: das aromatische Polyesterharz verwendet. Beispiele eines bevorzugt verwendeten thermoplastischen aromatischen Polysulfonharzes umfassen Polyethylenterephthalat, Polybutylennaphthalat und Polyethylennaphthalat.

Es ist bevorzugt, wenn mit Blick auf das Mischungsvermögen und die Kompatibilität mit dem Polysulfonharz von den oben beschriebenen aromatischen Polyesterharzen eine oder mehrere Arten von aromatischen Polyesterharzen mit einem Schmelzpunkt von 240°C oder höher verwendet werden. Es ist bevorzugt, wenn der Schmelzpunkt des aromatischen Polyesterharzes 260°C oder mehr beträgt.

Der Grund, warum der Anteil des Bestandteils B: des aromatischen Polyesterharzes in der Gesamtheit von 100 Gewichtsanteilen der Bestandteile A und B 5 bis 40 Gewichtsanteile beträgt, wird nachfolgend beschrieben. Wenn der Bestandteil B unter 5 Gewichtsanteilen vorliegt, hat die isolierende Abdeckschicht 3 eine nicht verbesserte Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit. Wenn andererseits der Bestandteil B mit mehr als 40 Gewichtsanteilen vorliegt, hat die isolierende Abdeckschicht 3 eine unbefriedigende Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten.

Es ist bevorzugt, wenn die gemischte Harzzusammensetzung für die isolierende Abdeckschicht 3 Additive verschiedener Arten wie einen Füllstoff, ein Färbungsmittel, ein Antioxidans und ein Antialterungsmittel enthält, welche üblicherweise für eine isolierende Abdeckschicht eines isolierten Kabels verwendet werden, und zwar zusätzlich zu den Bestandteilen A und B in einem Bereich, der die Effekte der vorliegenden Erfindung nicht beeinträchtigt.

Die isolierende Abdeckschicht 3 kann eine einzelne Schicht gemäß 1 sein oder eine mehrlagige Schicht bestehend aus zwei oder mehr Lagen (nicht dargestellt). Wenn die isolierende Abdeckschicht 3 eine mehrlagige Schicht ist, die aus zwei oder mehr Lagen besteht, können die Schichten aus dem gleichen Material oder unterschiedlichen Materialien sein, solange die Schichten aus der oben beschriebenen bestimmten gemischten Harzzusammensetzung sind.

Das isolierte Fahrzeugkabel gemäß der vorliegenden Erfindung wird durch das folgende Verfahren hergestellt. Beispielsweise werden die Bestandteile der gemischten Harzzusammensetzung, aus der die isolierende Abdeckschicht 3 gefertigt wird, unter Verwendung eines üblichen Kneters, beispielsweise eines Extruders (Einschraubenextruder, Doppelschraubenextruder), eines Banbury-Mischers, eines Druckkneters und einer Rolle, geknetet und dann wird der metallische Leiter 2 mit der isolierenden Abdeckschicht 3 unter Verwendung einer üblichen Extrusionsgussmaschine extrusionsbeschichtet. Auf diese Weise kann das isolierte Fahrzeugkabel 1 hergestellt werden.

Ein Fahrzeugkabelbaum gemäß der vorliegenden Erfindung wird aus dem isolierten Fahrzeugkabel 1 mit der isolierenden Abdeckschicht 2 gemacht, die aus der bestimmten gemischten Harzzusammensetzung ist. Der Kabelbaum wird einer Bearbeitung unterworfen, um das Ende des isolierten Fahrzeugkabels 1 mit einem Verbindungsanschluss oder einem Verbinder zu verbinden, einer Bearbeitung zum Bündeln einer Mehrzahl der isolierten Fahrzeugkabel 1 oder einer Bearbeitung zur Verbindung einer Mehrzahl der isolierten Fahrzeugkabel 1 miteinander.

Sowohl das isolierte Fahrzeugkabel gemäß der vorliegenden Erfindung als auch der Fahrzeugkabelbaum gemäß der vorliegenden Erfindung haben eine ausgezeichnete Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit, beispielsweise einem Brennstoff, und eine ausgezeichnete Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten und können vorteilhafterweise als Niederspannungsfahrzeugkabel verwendet werden, das an einer Stelle verwendet wird, welche in Kontakt mit Brennstoff oder einem Elektrolyten eines Fahrzeugs gelangt.

Es sei festzuhalten, dass die Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit eine Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit definiert, beispielsweise einer Flüssigkeit einschließlich eines kraftstoffartigen Brennstoffs, eines Motoröls und einer Bremsflüssigkeit. Zusätzlich definiert die Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten eine Beständigkeit gegenüber einer verdünnten Schwefelsäure.

BEISPIEL

Eine Beschreibung der vorliegenden Erfindung erfolgt nun konkret anhand der Bezugnahme auf Beispiele und Vergleichsbeispiele.

Beispiele 1 bis 32, Vergleichsbeispiele 1 bis 32[Herstellung der isolierten Kabel]

Gemischte Harzzusammensetzungen, aus denen isolierende Abdeckschichten hergestellt wurden, wurden hergestellt auf der Grundlage der Bestandteilzusammensetzungen der Bestandteile A und der Bestandteile B gemäß den Tabellen 1 bis 8, und jede der bereitgestellten gemischten Harzzusammensetzungen wurde unter Verwendung eines Doppelschraubenextruders bei 300 bis 350°C geknetet. Leiter mit den Durchmessern gemäß den Tabellen 1 bis 8 wurden mit den gekneteten Zusammensetzungen extrusionsbeschichtet, und isolierende Abdeckschichten mit den Isolatordicken gemäß den Tabellen 1 bis 8 wurden auf den Außenumfängen der Leiter gebildet. Somit wurden isolierte Kabel gemäß den Beispielen 1 bis 32 und den Vergleichsbeispielen 1 bis 32 hergestellt. Die Temperatur beim Extrusionsgießen wurde auf 300 bis 350°C in einem Gesenk und 300 bis 350°C in einem Zylinder gesetzt. Zusätzlich wurde die Lineargeschwindigkeit beim Extrusionsgießen auf 50 m/min gesetzt. Tests zur Ermittlung der Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit und der Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten wurden an den hergestellten isolierten Kabeln durchgeführt. Die Testergebnisse sind ebenfalls in den Tabellen 1 bis 8 gezeigt. Die konkret verwendeten Materialien für die Bestandteile und die Testverfahren werden nachfolgend beschrieben.

[Verwendete Materialien]

  • • Polysulfon: UdeIP-1700 NT (Biegemodul: 2700 MPa, hergestellt von SOLVAY ADVANCED POLYMERS K. K.)
  • • Polyethersulfon: RadeIA-300A (Biegemodul: 2900 MPa, hergestellt von SOLVAY ADVANCED POLYMERS K. K.)
  • • Polyphenylsulfon: RadeIR-5800 (Biegemodul: 2400 MPa, hergestellt von SOLVAY ADVANCED POLYMERS K. K.)
  • • Polyethylenterephthalat: NOVAPEX GS400 (Schmelzpunkt: 256°C, hergestellt von MITSUBISHI CHEMICAL CORPORATION)
  • • Polybutylennaphthalat: TQB-OT (Schmelzpunkt: 243°C, hergestellt von TEIJIN CHEMICALS LTD.)
  • • Polyethylennaphthalat: TEONEX TN-80655 (Schmelzpunkt: 265°C, hergestellt von TEIJIN CHEMICALS LTD.)

[Ermittlung der Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit]

Die isolierten Kabel wurden jeweils in sieben bestimmte Arten von Flüssigkeiten bei bestimmten Temperaturen 20 Stunden lang gemäß ISO 6722 getaucht. Die Änderungsraten der Außendurchmesser der isolierten Kabel wurden vor und nach dem Eintauchen in jede Flüssigkeit gemessen. Die isolierten Kabel, deren Änderungsraten der Außendurchmesser gleich oder kleiner als bestimmte Werte waren und welche keine elektrische Leitfähigkeit aufgrund eines Isolatordurchbruchs nach Durchführung von Wicklungstests an den isolierten Kabeln unter Verwendung eines Dorns mit fünffachem Durchmesser wie das isolierte Kabel und dann nach Durchführung von Stehspannungstests von 1 kv für 1 Minute an den isolierten Kabeln zeigten, wurden hinsichtlich der Beständigkeit gegenüber einer jeden Flüssigkeit als „Bestanden” betrachtet. Die anderen isolierten Kabel wurden als „Durchgefallen” betrachtet. Die Ermittlungen hinsichtlich der Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit wurden wie folgt gemacht. In den Bestanden/Durchgefallen-Testergebnissen der sieben Flüssigkeiten wurden die isolierten Kabel, welche als beständig gegenüber null bis drei Arten von Flüssigkeiten beurteilt wurden, mit „Schlecht” bewertet. Die isolierten Kabel, welche als beständig gegenüber vier bis sechs Arten von Flüssigkeiten beurteilt wurden, wurden mit „Durchschnitt” bewertet. Die isolierten Kabel, welche als beständig gegenüber allen sieben Arten von Flüssigkeiten beurteilt wurden, wurden mit „Gut” bewertet. Die Ermittlungstemperaturen und die bestimmten Änderungsraten der Außendurchmesser gegenüber den sieben Flüssigkeiten (1) bis (7) sind nachfolgend gezeigt.

  • (1) Benzin (Ermittlungstemperatur: 23°C, bestimmte Änderungsrate des Außendurchmessers: 15%)
  • (2) Dieselkraftstoff (Ermittlungstemperatur: 23°C, bestimmte Änderungsrate des Außendurchmessers: 15%)
  • (3) Motoröl (Ermittlungstemperatur: 50°C, bestimmte Änderungsrate des Außendurchmessers: 15%)
  • (4) Ethanol (Ermittlungstemperatur: 23°C, bestimmte Änderungsrate des Außendurchmessers: 15%)
  • (5) Servoflüssigkeit (Ermittlungstemperatur: 50°C, bestimmte Änderungsrate des Außendurchmessers: 30%)
  • (6) Automatikgetriebefluid (Ermittlungstemperatur: 50°C, bestimmte Änderungsrate des Außendurchmessers: 25%)
  • (7) Motorkühlmittel (Ermittlungstemperatur: 50°C, bestimmte Änderungsrate des Außendurchmessers: 15%)

[Ermittlung der Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten]

Die isolierten Kabel wurden jeweils bei 90°C nach Auftropfen verdünnter Schwefelsäure von 35% (Gewichts-%) auf die isolierten Kabel gemäß ISO 6722 belassen. Der Vorgang des Auftropfens der verdünnten Schwefelsäure auf die gleiche Stelle eines jeden isolierten Kabels nach 8 Stunden und nach 16 Stunden wurde als ein Zyklus betrachtet. Nach Wiederholung zweier Zyklen des Auftropfens der verdünnten Schwefelsäure wurden die isolierten Kabel bei Raumtemperatur belassen. Die isolierten Kabel, welche keine elektrische Leitfähigkeit aufgrund eines Isolationsdurchbruchs nach Durchführung von Wicklungstests an den isolierten Kabeln unter Verwendung eines Dorns mit fünffachem Durchmesser wie das isolierte Kabel und dann nach Durchführung von Stehspannungstests von 1 kv für 1 Minute an den isolierten Kabeln zeigten, wurden als „bestanden” betrachtet. Die anderen isolierten Kabel wurden als „durchgefallen” betrachtet.

Es zeigt sich in den Tabellen 1 bis 4, dass sämtliche isolierten Kabel gemäß den Beispielen 1 bis 32 der vorliegenden Erfindung befriedigende Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit und befriedigende Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten haben.

Es ist in den Tabellen 5 bis 8 gezeigt, dass die isolierten Kabel gemäß den Vergleichsbeispielen 1 bis 3, 15, 17, 20 und 23, welche nur aus den Polysulfonharzen ohne Anteil an aromatischem Polyesterharz gefertigt wurden, unzureichende Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit haben. Zusätzlich ist gezeigt, dass die isolierten Kabel gemäß den Vergleichsbeispielen 4 bis 6, 16, 25, 29 und 32, welche nur aus den aromatischen Polyesterharzen ohne Anteil an Polysulfonharz gefertigt wurden, unzureichende Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten haben.

Zusätzlich ist gezeigt, dass die isolierten Kabel gemäß den Vergleichsbeispielen 7 bis 14, 18 bis 19, 21 bis 22, 24, 26 bis 28 und 30 bis 31 unzureichende Beständigkeit gegenüber einer Flüssigkeit und unzureichende Beständigkeit gegenüber einem Elektrolyten haben, da das Verhältnis zwischen dem Bestandteil A und dem Bestandteil B in jedem isolierten Kabel außerhalb des Bereichs liegt, wie in der vorliegenden Erfindung festgelegt ist.