Title:
Verfahren zur Ermittlung der Wellenlaufzeit zwischen zumindest einem Inverter in einer Plasmaleistungsversorgungseinrichtung und einer an diese angeschlossenen Last und Plasmaleistungsversorgungseinrichtung
Kind Code:
B4


Abstract:

Verfahren zur Ermittlung der Wellenlaufzeit zwischen zumindest einem zur bestimmungsgemäßen Leistungsversorgung einer Last vorgesehenen Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) in einer Plasmaleistungsversorgungseinrichtung (10), der zumindest ein schaltendes Element aufweist, und einer an die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung (10) angeschlossenen Last und zurück, wobei zumindest ein vorwärts vom Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) zur Last laufender HF-Puls gleichzeitig mit einer Zeitmessung gestartet wird und/oder mittels einer Messeinrichtung (38) der Zeitpunkt der Ausgabe des zur Last laufenden HF-Pulses erfasst wird, und wobei die bei Ankunft des von der Last reflektierten, rückwärts zum Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) laufenden Pulses am Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) gemessene Zeit abgespeichert wird, bzw. der mittels der Messeinrichtung (38) erfasste Zeitpunkt der Rückkehr des von der Last reflektierten Pulses erfasst wird, wobei die Zeitmessung vor der bestimmungsgemäßen Leistungsversorgung der Last durch die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung (10) erfolgt.




Inventors:
Knaus, Hanns-Joachim (79312, Emmendingen, DE)
Application Number:
DE112007003213T
Publication Date:
02/15/2018
Filing Date:
12/20/2007
Assignee:
TRUMPF Hüttinger GmbH + Co. KG, 79111 (DE)
International Classes:



Foreign References:
200701212672007-05-31
EP03360251989-10-11
EP17839042007-05-09
Attorney, Agent or Firm:
Kohler Schmid Möbus Patentanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB, 70563, Stuttgart, DE
Claims:
1. Verfahren zur Ermittlung der Wellenlaufzeit zwischen zumindest einem zur bestimmungsgemäßen Leistungsversorgung einer Last vorgesehenen Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) in einer Plasmaleistungsversorgungseinrichtung (10), der zumindest ein schaltendes Element aufweist, und einer an die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung (10) angeschlossenen Last und zurück, wobei zumindest ein vorwärts vom Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) zur Last laufender HF-Puls gleichzeitig mit einer Zeitmessung gestartet wird und/oder mittels einer Messeinrichtung (38) der Zeitpunkt der Ausgabe des zur Last laufenden HF-Pulses erfasst wird, und wobei die bei Ankunft des von der Last reflektierten, rückwärts zum Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) laufenden Pulses am Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) gemessene Zeit abgespeichert wird, bzw. der mittels der Messeinrichtung (38) erfasste Zeitpunkt der Rückkehr des von der Last reflektierten Pulses erfasst wird, wobei die Zeitmessung vor der bestimmungsgemäßen Leistungsversorgung der Last durch die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung (10) erfolgt.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wellenlaufzeit aus einer Folge mehrerer nacheinander zur Last laufenden und von dieser reflektierten HF-Pulsen ermittelt wird.

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Folge der HF-Pulse mit einem Wellenmuster versehen wird.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wellenlaufzeit aus mehreren nacheinander zur Last laufenden und von dieser reflektierten einzelnen HF-Pulsen und/oder Folgen von HF-Pulsen ermittelt wird.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die HF-Pulse und/oder Folgen von HF-Pulsen ausgehend von niedrigen Leistungswerten gesteigert werden.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Last reflektierte Leistung in ein absorbierendes Bauteil (16) abgeleitet wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Last reflektierte Leistung gleichgerichtet und in eine DC-Stromversorgung (34) für den zumindest einen Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) rückgeführt wird.

8. Plasmaleistungsversorgungseinrichtung (10) zur Erzeugung einer Ausgangsleistung > 500 W bei einer im Wesentlichen konstanten Grundfrequenz > 3 MHz und zur Leistungsversorgung eines Plasmaprozesses, an welchen die erzeugte Ausgangsleistung geliefert und von welchem reflektierte Leistung (23) zumindest bei Fehlanpassung an die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung zurückgeleitet wird, wobei die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung (10) zumindest einen Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) mit zumindest einem schaltenden Element und eine Steuerung (35) zur Ansteuerung des zumindest einen Inverters (31a, 31b, 33a, 33b) aufweist, gekennzeichnet durch einen Speicher zur Speicherung zumindest einer gemessenen Zeit, wobei die Steuerung (35) vor der bestimmungsgemäßen Leistungsversorgung der Last durch die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung (10) den zumindest einen Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) zur Lieferung zumindest eines zur Last laufenden HF-Pulses und/oder einer Folge mehrerer HF-Pulse ansteuert, gleichzeitig eine Zeitmessung startet und bei Ankunft des bzw. der von der Last reflektierten Pulse am Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) die Zeitmessung beendet und die gemessene Zeit im Speicher ablegt, bzw. mittels einer Messeinrichtung (38) der Zeitpunkt der Ausgabe des zur Last laufenden HF-Pulses und der Zeitpunkt der Rückkehr des von der Last reflektierten Pulses erfasst werden.

9. Plasmaleistungsversorgungseinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine schaltende Element als MOSFET ausgebildet ist.

10. Plasmaleistungsversorgungseinrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) als Push-Pull-Stufe ausgebildet ist.

11. Plasmaleistungsversorgungseinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) ein einziges schaltendes Element aufweist.

12. Plasmaleistungsversorgungseinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) zumindest zwei schaltende Elemente in einer Halbbrückenanordnung aufweist.

13. Plasmaleistungsversorgungseinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) zumindest vier schaltende Elemente in einer Vollbrückenanordnung aufweist.

14. Plasmaleistungsversorgungseinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) ein Klasse-D-Verstärker ist.

15. Plasmaleistungsversorgungseinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) ein Klasse-E-Verstärker ist.

16. Plasmaleistungsversorgungseinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung (10) mehrere, bevorzugt zwei, Leistungsversorgungsmodule mit je mindestens einem Inverter (31a, 31b, 33a, 33b) aufweist, die über zumindest einen Leistungskoppler (11) zusammengekoppelt sind, wobei der zumindest eine Leistungskoppler (11) die vorwärts von den Leistungsversorgungsmodulen (17, 18) in Richtung Last laufende Leistung phasenabhängig auf ein der Leistungsversorgung des Plasmaprozesses zugeordnetes erstes Tor (12) oder ein zweites Tor (13) leitet.

17. Plasmaleistungsversorgungseinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung (10) zumindest ein absorbierendes Bauteil (16) aufweist, welches von dem Plasmaprozess reflektierte Leistung insbesondere bei der Grundfrequenz zumindest teilweise absorbiert, insbesondere wobei das zumindest eine absorbierende Bauteil (16) an das zweite Tor (13) des zumindest einen Leistungskopplers (11) angeschlossen ist.

18. Plasmaleistungsversorgungseinrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine absorbierende Bauteil (16) ein Absorptionswiderstand ist.

19. Plasmaleistungsversorgungseinrichtung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Leistungskoppler (11) ein 90°-Hybrid ist.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung der Wellenlaufzeit zwischen zumindest einem Inverter in einer Plasmaleistungsversorgungseinrichtung, der zumindest ein schaltendes Element aufweist, und einer an die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung angeschlossenen Last und zurück. Die Erfindung betrifft weiter eine Plasmaleistungsversorgungseinrichtung zur Erzeugung einer Ausgangsleistung > 500 W bei einer im Wesentlichen konstanten Grundfrequenz > 3 MHz und zur Leistungsversorgung eines Plasmaprozesses, an welchen die erzeugte Ausgangsleistung geliefert und von welchem reflektierte Leistung zumindest bei Fehlanpassung an die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung zurück geleitet wird.

Bekannt geworden ist eine derartige Plasmaleistungsversorgungseinrichtung beispielsweise aus US 2007/0121267 A1. Die von einer Hochfrequenz-(HF-)Quelle erzeugte Ausgangsleistung und die von der Last reflektierte Leistung werden durch jeweils einen Detektor einer Messeinrichtung erfasst. Die Messeinrichtung berechnet den Reflexionskoeffizienten aus der zur Last gelieferten und von dieser reflektierten Leistung und überwacht dessen zeitliche Änderung. Zwischen die HF-Quelle und die Last ist ein Impedanzanpassungsglied geschaltet, welches den Impedanzänderungen der Last folgt. Durch den Vergleich der zeitlichen Ableitung des Reflexionskoeffizienten mit einem Referenzwert wird eine Anomalie, d. h., eine zu schnelle Änderung des Reflexionskoeffizienten durch die Messeinrichtung erkannt. Um Beschädigungen am Impedanzanpassungsglied und an der HF-Quelle im Falle einer Anomalie zu vermeiden, wird bei einer zu schnellen Änderung des Reflexionskoeffizienten die HF-Quelle für eine bestimmte Zeit ausgeschaltet. Wegen der Wellenlaufzeit kommt die reflektierte Leistung verzögert, d. h. mit einem Zeitversatz an der HF-Quelle an. Die Wellenlaufzeit vom Inverter zur Last und zurück begrenzt hierbei die Pulslänge der reflektierten Leistung, da bei Ablauf der bestimmten Zeit keine vorwärts zur Last laufende Ausgangsleistung von der HF-Quelle nachgeliefert wird.

Aus der EP 1 783 904 A1 ist eine HF-Plasmaversorgungseinrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 8 bekannt.

Die EP 0 336 025 A1 offenbart ein Verfahren, bei dem ein Signalgenerator einen Puls in eine Übertragungsleitung einspeist. Das Signal wird reflektiert und das reflektierte Signal wird gemessen. Dadurch kann die Länge der Übertragungsleitung bestimmt werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, in einer Plasmaleistungsversorgungseinrichtung unter weitestgehender Vermeidung eines Eingriffes in die Schaltungsstruktur die Wellenlaufzeit zwischen der HF-Quelle und der zu versorgenden Last und zurück zu ermitteln.

Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

Zweckmäßigerweise wird die gemessene Zeit in einer Steuerung abgespeichert. Die Ermittlung der Wellenlaufzeit findet typischerweise bei einer noch nicht angepassten Last, d. h. vor der bestimmungsgemäßen Leistungsversorgung der Last durch die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung statt. Bestimmungsgemäße Leistungsversorgung der Last bedeutet, dass die zum beabsichtigten Zünden und Aufrechterhalten eines Plasmaprozesses erforderliche Leistung an die Last abgegeben wird. Erfolgt die Ermittlung der Wellenlaufzeit vor der bestimmungsgemäßen Leistungsversorgung eines Plasmaprozesses bzw. vor der bestimmungsgemäßen Leistungsabgabe an den Plasmaprozess, insbesondere unmittelbar nach dem Einschalten der Plasmaleistungsversorgungseinrichtung, ist das Plasma üblicherweise noch nicht gezündet und folglich liegt eine große Fehlanpassung vor, d. h. ein Großteil der an die Plasmakammer, in der das Plasma gezündet werden soll, gelieferten HF-Leistung wird von dieser zurück zum Inverter reflektiert.

Weiter kann die Wellenlaufzeit aus mehreren nacheinander zur Last laufenden und von dieser reflektierten HF-Pulsen ermittelt werden. Hierbei wird anstatt eines einzigen HF-Pulses eine Folge mehrerer HF-Pulse versandt. Auf diese Weise können Fehlmessungen vermieden und die Wellenlaufzeit exakter bestimmt werden. Die Folge der HF-Pulse kann zudem codiert werden, d. h., mit einem Wellenmuster versehen werden, wodurch eine höhere Sicherheit bei der Messung der reflektierten HF-Pulse erreicht wird. Mehrere vorwärts zur Last laufende Pulse oder Folgen von Pulsen können ausgehend von niedrigen Leistungswerten gesteigert werden, bis eine sichere Erkennung der von der Last zurücklaufenden Pulse bei der Messung der reflektierten Leistung erfolgt. Mehrere Pulse oder Folgen von Pulsen können so lange wiederholt werden, bis eine ausreichend große Sicherheit hergestellt ist, die richtige Wellenlaufzeit ermittelt zu haben.

Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird außerdem gelöst durch eine Plasmaleistungsversorgungseinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 8. Die Steuerung selbst kann der Speicher zur Speicherung der zumindest einen gemessenen Zeit sein bzw. einen solchen aufweisen.

In einer Ausführungsform der Plasmaleistungsversorgungseinrichtung ist das zumindest eine schaltende Element als MOSFET ausgebildet. Aufwendige Untersuchungen haben ergeben, dass ein Inverter mit mindestens einem schaltenden Element, insbesondere ein Klasse-D-Verstärker mit aus MOSFETs aufgebauten Halb- oder Vollbrücken, reflektierte Leistung verarbeiten kann, ohne Schaden zu nehmen, sofern die schaltenden Elemente für die Zeit, in der die reflektierte HF-Leistung anliegt, dauernd oder überwiegend ausgeschaltet sind. Mit „ausgeschaltet” ist der „bestimmungsgemäße nicht leitende Zustand” gemeint, mit anderen Worten der Zustand, in dem die Transistoren so angesteuert werden, dass diese nicht leiten. Hierbei werden die Transistoren in einen hochohmigen Zustand versetzt. Diese Definition trägt dem Umstand Rechnung, dass insbesondere MOSFETs immer eine Body-Diode aufweisen und auch im ausgeschalteten Zustand leitend sein können.

Die am Inverter ankommende Leistung kann nur noch über die Body-Dioden in die DC-Stromversorgung, an welche der Inverter angeschlossen ist, fließen. Die MOSFETs verhalten sich ähnlich wie Kapazitäten, d. h. sie reflektieren ihrerseits die von der fehlangepassten Last reflektierte Leistung zum größten Teil, wobei die Body-Dioden eine Maximalspannungsbegrenzung bewirken. Bei der beim Betrieb der Plasmaleistungsversorgungseinrichtung verwendeten hohen Grundfrequenz speichern die Body-Dioden größtenteils die in Vorwärtsrichtung fließenden Ladungsträger und geben diese bei Stromrichtungsumkehr zu einem großen Teil wieder ab. Die am Inverter bzw. an den schaltenden Elementen erneut reflektierte Leistung wird typischerweise in ein absorbierendes Bauteil abgeleitet.

Der zumindest eine Inverter kann als Push-Pull-Stufe ausgebildet sein. Weiter kann der zumindest eine Inverter ein einziges schaltendes Element aufweisen. Der zumindest eine Inverter kann zumindest zwei schaltende Elemente in einer Halbbrückenanordnung oder zumindest vier schaltende Elemente in einer Vollbrückenanordnung aufweisen. Der zumindest eine Inverter kann ein Klasse-D-Verstärker oder ein Klasse-E-Verstärker sein.

Die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung weist in einer Ausführungsform mehrere, bevorzugt zwei Leistungsversorgungsmodule mit je mindestens einem Inverter auf, die über zumindest einen Leistungskoppler zusammengekoppelt sind, wobei der zumindest eine Leistungskoppler die von den Leistungsversorgungsmodulen zur Last laufende Leistung phasenabhängig auf ein der Leistungsversorgung des Plasmaprozesses zugeordnetes erstes Tor oder ein zweites Tor leitet.

Die Plasmaleistungsversorgungseinrichtung kann zumindest ein absorbierendes Bauteil aufweisen, welches von dem Plasmaprozess reflektierte Leistung, insbesondere bei der Grundfrequenz, zumindest teilweise absorbiert. Insbesondere ist das zumindest eine absorbierende Bauteil an das zweite Tor des zumindest einen Leistungskopplers angeschlossen. Das zumindest eine absorbierende Bauteil ist bevorzugterweise ein Absorptionswiderstand. Die Leistung, die am ersten Tor des Leistungskopplers ausgegeben wird, wird in Richtung Last oder zu weiteren Leistungskopplern geleitet. Die am zweiten Tor ausgegebene Leistung wird im absorbierenden Bauteil größtenteils absorbiert. Alternativ kann die Leistung am zweiten Tor gleichgerichtet und in die DC-Stromversorgung rückgeführt werden. Es ist jedoch auch denkbar, bei mehreren Leistungskopplern jedem zweiten Tor ein absorbierendes Bauteil zuzuordnen.

Der zumindest eine Leistungskoppler kann ein 90°-Hybrid sein, welcher für die von den Leistungsversorgungsmodulen kommenden Wellen als Leistungskoppler bzw. Combiner und für die von der Last zu den Leistungsversorgungsmodulen zurücklaufende Welle als Splitter dient. Damit sich die von den Leistungsversorgungsmodulen kommenden HF-Leistungen im 90°-Hybrid konstruktiv überlagern, müssen die Leistungsversorgungsmodule, insbesondere die Inverter der Leistungsversorgungsmodule, so angesteuert werden, dass sie um –π/2 versetzte Wellenzüge abgeben.

Die aufgrund von Fehlanpassung von der Last reflektierte HF-Leistung wird hälftig aufgeteilt und mit π/2-Phasenversatz an die Leistungsversorgungsmodule mit den Invertern gegeben. Das kapazitive Verhalten deren schaltender Elemente im ausgeschalteten Zustand bewirkt eine nahezu vollständige Reflexion der am Inverter ankommenden Welle, so dass diese HF-Leistung wiederum vorwärts in Richtung Leistungskoppler läuft. Aufgrund des abermaligen, gleichwirkenden π/2-Phasenversatzes im 90°-Hybrid haben die Wellenzüge nun eine im Vergleich zum Zustand der Erzeugung eine um n größere Phasenverschiebung, wodurch eine Vertauschung der Funktionen von erstem und zweitem Tor erfolgt, so dass die von den Invertern reflektierte Welle nicht zur Last, sondern über das zweite Tor zum absorbierenden Bauteil geleitet wird.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und den Figuren der Zeichnung. Ebenso können die vorstehend genannten und die noch weiter aufgeführten Merkmale erfindungsgemäß jeweils einzeln oder in beliebigen Kombinationen miteinander verwendet werden. Die in den Figuren gezeigten Merkmale sind rein schematisch und nicht maßstäblich zu verstehen.

Es zeigt:

1 ein Flussdiagramm von Verfahrensschritten zur Ermittlung der Wellenlaufzeit zwischen zumindest einem Inverter in einer Plasmaleistungsversorgungseinrichtung und einer an diese angeschlossenen Last und zurück; und

2 einen Schaltplan einer beispielhaften Plasmaleistungsversorgungseinrichtung zur Veranschaulichung des Verfahrens aus 1.

In 1 sind in einem Flussdiagramm Schritte zur Ermittlung der Wellenlaufzeit von zumindest einem Inverter zu einer Last und zurück veranschaulicht. Hierbei werden zwischen einem ersten Schritt S1, dem Einschalten einer Plasmaleistungsversorgungseinrichtung bzw. einer DC-Stromversorgung, und einem zweiten Schritt S2, der Ansteuerung des zumindest einen Inverters zur bestimmungsgemäßen Leistungsversorgung der Last, insgesamt fünf Schritte Z1–Z5 durchlaufen. Im sich an den ersten Schritt S1 anschließenden Schritt Z1 wird ein vorwärts vom Inverter zur Last laufender HF-Puls oder eine Folge von HF-Pulsen abgesendet. Gleichzeitig wird in Schritt Z2 eine Zeitmessung begonnen. Eine Abfrage, ob ein von der Last zurück zum Inverter reflektierter Puls erkannt, d. h. am Inverter angekommen ist, erfolgt in Schritt Z3. Ist dies nicht der Fall (N), schließt sich eine Weiterführung der Zeitmessung in Schritt Z4 und wiederum die Abfrage in Schritt Z3 an. Sobald der von der Last reflektierte, rückwärts zum Inverter laufende Puls in Schritt Z3 erkannt wird (J), schließen sich das Abspeichern der gemessenen Zeit, welche der ermittelten Wellenlaufzeit entspricht, in Schritt Z5 und weiter der zweite Schritt S2 an. Darauf folgt die Ansteuerung des zumindest einen Inverters zur Leistungsversorgung der Last.

2 zeigt in detaillierterer Weise die Schaltungsstruktur einer Plasmaleistungsversorgungseinrichtung 10 mit einem Leistungskoppler 11. Der Leistungskoppler 11 ist als 90°-Hybrid bzw. als 3-dB-Koppler ausgebildet und weist ein erstes Tor 12, ein zweites Tor 13, ein drittes Tor 14 und ein viertes Tor 15 auf. An das erste Tor 12 ist eine nicht gezeigte Last, insbesondere eine Plasmalast, angeschlossen. An das zweite Tor 13 ist ein als Absorptionswiderstand ausgebildetes absorbierendes Bauteil 16 angeschlossen. Das dritte Tor 14 und das vierte Tor 15 dienen als Eingänge für ein erstes Leistungsversorgungsmodul 17 und ein zweites Leistungsversorgungsmodul 18. Die an das dritte Tor 14 und das vierte Tor 15 des Leistungskopplers 11 angeschlossenen Leistungsversorgungsmodule 17, 18 weisen ein erstes Ausgangsnetzwerk 30 und erste Inverter 31a, 31b sowie ein zweites Ausgangsnetzwerk 32 und zweite Inverter 33a, 33b auf.

Die Inverter 31a, 31b, 33a, 33b sind an eine DC-Stromversorgung 34 angeschlossen und werden über eine Steuerung 35 und einen mit einem Gatespannungserzeuger 36 verbundenen Signalübertrager 37 individuell angesteuert. Am ersten Tor 12 des Leistungskopplers 11 ist eine als Richtkoppler ausgebildete Messeinrichtung 38 für die an die Last übergebene Ausgangsleistung und die von der Last reflektierte Leistung angeordnet. Die von der Messeinrichtung 38 ermittelten Messwerte werden an die Steuerung 35 übergeben und dort mit einem Referenzwert verglichen. In Abhängigkeit des Vergleichsergebnisses oder in Abhängigkeit von der im Verfahren gemäß 1 ermittelten Wellenlaufzeit werden die Inverter 31a, 31b, 33a, 33b bzw. deren schaltenden Elemente so angesteuert, dass sie entweder eine hohe HF-Leistung erzeugen oder dass sie dauernd oder einen überwiegenden Zeitanteil der HF-Periode im ausgeschalteten Zustand verbleiben. An die Steuerung 35 werden weiter die von einer Strommesseinrichtung 39 an den Ausgangsnetzwerken 30, 32 und/oder am absorbierenden Bauteil 16 gemessenen Strommesswerte übergeben.

Zur Ermittlung der Wellenlaufzeit nach dem in 1 veranschaulichten Verfahren steuert die Steuerung 35 über den Signalübertrager 37 die Inverter 31a, 31b, 33a, 33b zur Erzeugung jeweils eines Initial-Pulses an. Gleichzeitig mit der Ansteuerung wird die Zeitmessung von der Steuerung 35 gestartet. Die von den Leistungsversorgungsmodulen 17, 18 erzeugten HF-Pulse werden im Leistungskoppler 11 zu einem HF-Puls zusammengeführt, welcher am ersten Tor 12 in Richtung Last ausgegeben wird. Mittels der Messeinrichtung 38 werden der Zeitpunkt der Ausgabe des zur Last laufenden HF-Pulses und der Zeitpunkt der Rückkehr eines von der Last reflektierten Pulses erfasst, wobei jeweils ein Signal an die Steuerung 35 übergeben wird. Die Zeitmessung endet mit der Ankunft des von der Last reflektierten Pulses an der Messeinrichtung 38. Die gesamte Wellenlaufzeit zwischen den Invertern 31a, 31b, 33a, 33b und der Last und zurück berechnet sich aus der doppelten Laufzeit zwischen der Messeinrichtung 38 und der Last sowie der zwischen der Ansteuerung der Inverter 31a, 31b, 33a, 33b und der Erfassung des am ersten Tor 12 des Leistungskopplers 11 ausgegebenen HF-Pulses in der Messeinrichtung 38 vergangenen Zeit.