Title:
Siebdruckzylinder
Kind Code:
A1


Abstract:

Bei einem Siebdruckzylinder mit einem Rundsieb und einer an die Innenfläche des Rundsiebs angestellten Rakel sind an einer Flanke der Rakel zur Drehrichtung des Rundsiebs schräg gestellte Rippen angeordnet, die dazu dienen, durch die Rakel von dem Rundsieb abgestreifte Farbe in Längsrichtung der Rakel zu deren Mitte hin abzulenken.




Inventors:
BARROIS CLAUS-DIETER (DE)
HENDLE THOMAS (CH)
HOIER GUENTHER (DE)
Application Number:
DE10319773A
Publication Date:
12/09/2004
Filing Date:
05/02/2003
Assignee:
KOENIG & BAUER AG (DE)
International Classes:
B41F15/42 (IPC1-7): B41F15/00



Foreign References:
61420702000-11-07
55030671996-04-02
Claims:
1. Siebdruckzylinder mit einem Rundsieb (03) und einer an die Innenfläche des Rundsiebs (03) angestellten Rakel (01), dadurch gekennzeichnet, dass an einer Flanke der Rakel (01) Mittel (08) zum Ablenken von durch die Rakel (01) von dem Rundsieb (03) abgestreifter Farbe in Längsrichtung der Rakel (01) zu deren Mitte hin angeordnet sind.

2. Siebdruckzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (08) zum Ablenken der Farbe schräg zur Umfangsrichtung des Rundsiebs (03) orientierte Rippen (08) umfassen.

3. Siebdruckzylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rakel (01), ein von ihr berührter Abschnitt des Rundsiebs (03) und ein von der Rakel (01) ausgehender Steg (07) einen entgegen der Drehrichtung des Siebdruckzylinders offenen Kanal begrenzen, und dass die Rippen (08) in den Kanal eingreifen.

4. Siebdruckzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirksamkeit der Mittel (08) zum Ablenken der Farbe von den Längsenden der Rakel (01) zu deren Mitte hin abnimmt.

5. Siebdruckzylinder nach Anspruch 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der Rippen (08) von den Längsenden der Rakel (01) zu deren Mitte hin abnimmt.

6. Siebdruckzylinder nach Anspruch 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schrägstellung der Rippen (08) in Bezug auf die Umfangsrichtung des Rundsiebs (03) von den Längsenden der Rakel (01) zu deren Mitte hin abnimmt.

7. Siebdruckzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (08 ) zum Ablenken der Farbe in einem mittleren Bereich der Rakel (01) fehlen.

Description:

Die Erfindung betrifft einen Siebdruckzylinder gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Siebdruckzylinder sind mit einem Rundsieb und einer an die Innenfläche des Rundsiebs angestellten Rakel ausgestattet. Eine solche Rakel ist üblicherweise ortsfest gehalten, während sich der Zylinder im Betrieb einer Siebdruckmaschine dreht. Durch die Drehung des Zylinders wird auf die Innenfläche des Rundsiebs aufgebrachte Farbe vor die Rakel gefördert und bildet dort einen Farbwulst. Wenn dieser eine ausreichende Größe erreicht hat, wird der aufgrund der Drehung des Zylinders auf die Farbe wirkende hydrostatische Druck so groß, dass Farbe durch das Sieb hindurch tritt und gedruckt werden kann.

Durch die Drehung des Rundsiebs wird der Farbwulst auch zu einer Drehung um sich selbst angetrieben und steigt dabei an die Rakel auf. Dabei neigt er dazu, in Bereiche auszuweichen, in denen der hydrostatische Druck geringer ist, insbesondere zu den Längsenden der Rakel hin. Auf diese Weise wird Farbe nach und nach zu den Rändern des Siebdruckzylinders transportiert, wo sie, wenn sie nicht verdruckt wird, verbleibt, bis sie ihre Verdruckbarkeit verloren hat. Dies führt zu Farbverlusten und macht außerdem eine regelmäßige Reinigung des Siebes und der Rakel erforderlich.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Siebdruckzylinder zu schaffen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass der Siebdruckzylinders die Mittel zum Ablenken von Farbe ein Ansammeln der Farbe an einem Rand der Rakel bzw. des Siebdruckzylinders, wo sie nicht verdruckt wird, verhindern oder zumindest deutlich reduzieren. So werden Farbverluste während des Druckens vermieden, und die Notwendigkeit, den Druckbetrieb zu unterbrechen, um die Rakel bzw. den Siebdruckzylinder zu reinigen, ist zumindest erheblich verringert.

Vorzugsweise umfassen die Mittel zum Ablenken der Farbe schräg zur Umfangsrichtung des Rundsiebs orientierte Rippen. Diese Rippen nutzen die Drehung des Farbwulstes um sich selbst, um diesen zu einer Bewegung zur Mitte der Rakel hin anzutreiben.

Die Rippen greifen vorzugsweise in einen Kanal ein, der durch die Rakel, einen von ihr berührten Abschnitt des Rundsiebs und einen von der Rakel ausgehenden Steg begrenzt ist und der in Drehrichtung des Siebdruckzylinders offen ist, um das Eindringen der auf die Innenseite des Rundsiebs aufgetragenen Farbe in den Kanal zu erlauben.

Um eine gleichmäßige Verteilung der Farbe entlang der Rakel zu gewährleisten bzw. einer unerwünschten Ansammlung von Farbe in der Mitte der Rakel entgegenzuwirken, sind die Mittel zum Ablenken der Farbe vorzugsweise so ausgelegt, dass ihre Wirksamkeit von den Längsenden der Rakel zu deren Mitte hin abnimmt. Dies kann z. B. dadurch erreicht werden, dass die Höhe der Rippen, mit der sie in den Kanal eingreifen, von den Längsenden der Rakel zu deren Mitte hin abnimmt. Eine andere Möglichkeit ist, die Schrägstellung der Rippen in Bezug auf die Umfangsrichtung des Rundsiebs von den Längsenden der Rakel zu deren Mitte hin zu reduzieren. Sofern in der Mitte der Rakel Rippen vorhanden sind, sind diese nicht schräg, sondern parallel zur Umlaufrichtung der Rakel orientiert und bewirken somit keine Verlagerung der Farbe.

In einem mittleren Bereich der Rakel können die Mittel zum Ablenken der Farbe auch der Einfachheit wegen vollends fortgelassen sein.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen:

1 eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausgestaltung einer Rakel für einen Siebdruckzylinder;

2 erste Abwandlung einer Rakel;

3 zweite Abwandlung einer Rakel;

4 einen schematischen Teilschnitt durch einen Siebdruckzylinder, der die an die Innenseite von dessen Rundsieb angestellte Rakel im Schnitt zeigt.

Die in 1 gezeigte Rakel 01 ist ein starrer Stab, der sich über die gesamte axiale Länge eines Siebdruckzylinders erstreckt und von dem eine Längskante 02 vorgesehen ist, um an die Innenseite eines Rundsiebs 03 eines solchen Siebdruckzylinders in der in 4 gezeigten Weise angestellt zu werden, um von einem nicht gezeigten Farbwerk auf die Innenfläche des Rundsiebs 03 aufgetragene Farbe teils abzustreifen, teils durch das Rundsieb 03 hindurch auf die Außenseite des Siebdruckzylinders zu drücken.

Die von der Rakel 01 abgestreifte Farbe sammelt sich auf deren Oberseite zu einem Wulst 04, der durch die Drehung des Siebdruckzylinders in der durch einen Pfeil 06 in 4 bezeichneten Richtung zu einer Drehung um sich selbst, wie durch einen Pfeil 09 angegeben, angetrieben wird.

Farbe, die bei der Drehung des Wulstes 04 um sich selbst an der Oberseite der Rakel 01 entlang strömt, erreicht schließlich einen Steg 07, der von der Oberseite der Rakel 01 entgegen der Bewegungsrichtung des Rundsiebs 03 absteht und strömt an diesem hoch. Wein der perspektivischen Ansicht der 1 zu sehen, sind in dem von Rakel 01 und Steg 07 aufgespannten Winkel eine Mehrzahl von Mitteln 08, z. B. von Rippen 08 angeordnet, die in den rotierenden Wulst 04 eindringen und seiner Drehbewegung um sich selbst eine axiale Bewegungskomponente jeweils zur Mitte der Rakel 01 hin aufprägen. Die Rippen 08 hindern so den Wulst 04 daran, die Enden der Rakel 01 zu erreichen, wo die Farbe sonst ungenutzt entweichen und am Rand des Rundsiebs 03 haften bleiben könnte und in kurzer Zeit eine Reinigung des Siebdruckzylinders erforderlich machen würde.

Bei der Ausgestaltung der 1 sind die schräg gestellten Rippen 08 nur jeweils in der Nähe der Enden der Rakel 01 angeordnet, fehlen aber in deren Mittelbereich. Unter statischen Betriebsbedingungen ist dies für eine gleichmäßige Verteilung der Farbe auch in dem von Rippen 08 freien mittleren Bereich der Rakel 01 ausreichend, denn die Rippen 08 wirken als Barrieren, die ein Entweichen der Farbe zu den Enden hin verhindern, während gleichzeitig in dem mittleren, von den Rippen 08 freien Bereich der Rakel 01, Farbe in Längsrichtung der Rakel 01 wandern kann, so dass sich lokale Dickenunterschiede des Wulstes 04 und damit einhergehende Ungleichverteilungen des hydrostatischen Drucks in dem Wulst 04 im Laufe der Zeit ausgleichen. Im Bereich der Rippen 08 selber neigt jedoch die Dicke des Wulstes 04 dazu, zu den Enden der Rakel 01 hin schnell abzunehmen, was störend sein kann, wenn auch der Bereich der Rakel 01, an dem die Rippen 08 angeordnet sind, druckende Oberfläche des Rundsiebs 03 überstreicht. Um eine kontinuierliche Verjüngung der Wulst 04 zu den Enden der Rakel 01 hin zu erreichen, kann man in Betracht ziehen, die Rippen 08 jeweils mit einer von der Mitte zu den Enden der Rakel 01 hin zunehmenden Wirksamkeit auszulegen. Eine solche zunehmende Wirksamkeit der Rippen 08 kann, wie in 2 gezeigt, dadurch erreicht werden, dass die Schrägstellung der Rippen 08 in Bezug auf die Umlaufbewegung des Rundsiebs 03 von der Mitte der Rakel 01 zu ihren Enden hin allmählich zunimmt, oder dass, wie in 3 gezeigt, die Höhe der Rippen 08 von der Mitte zu den Enden der Rakel 01 hin allmählich zunimmt.

01Rakel02Längskante03Rundsieb04Wulst0506Pfeil07Steg08Mittel, Rippen09Pfeil