Title:
Verfahren und Vorrichtung zur Erkennung von Hindernissen und/oder Verkehrsteilnehmern
Kind Code:
B4


Abstract:

Verfahren zur Erkennung von Hindernissen und/oder Verkehrsteilnehmern, wobei ein zu erkennendes Objekt (3) mindestens ein Einzel-Reflexionszentrum (31, 32) aufweist und aus Meßsignalen aufgrund von Reflexionen an dem Einzel-Reflexionszentrum (31, 32) Abstand, Relativgeschwindigkeit und Erfassungswinkel zu dem Objekt (3) ermittelbar sind, wobei die Meßsignale statistisch ausgewertet werden und die Auswertung einen Vergleich einer tatsächlichen Schwankung der Meßsignale und eines Erwartungswertes der Schwankung aufgrund einer aktuellen Bewegung umfaßt, dadurch gekennzeichnet, dass auf eine Unregelmäßigkeit in der Objektkontur geschlossen wird, wenn die Anzahl (N) der Messsignale, welche einer Schwankung zugeordnet werden, die größer als ein vorgegebener Wert ist, einen vorbestimmten Schwellwert (N*) überschreiten. embedded image




Inventors:
Maurer, Markus, Dr. (85113, Böhmfeld, DE)
Kirchner, Alexander, Dr. (38448, Wolfsburg, DE)
Kopischke, Stephan, Dr. (38442, Wolfsburg, DE)
Meinecke, Marc-Michael, Dr. (38518, Gifhorn, DE)
Randler, Martin, Dr. (70569, Stuttgart, DE)
Scholz, Stefan, Dr. (70794, Filderstadt, DE)
Stämpfle, Martin, Dr. (89075, Ulm, DE)
Wilhelm, Ulf, Dr. (71277, Rutesheim, DE)
Anklam, Carsten (38104, Braunschweig, DE)
Meinke, Ingo (38122, Braunschweig, DE)
Holt, Volker von (38106, Braunschweig, DE)
Kühnle, Götz, Dr. (71282, Hemmingen, DE)
Application Number:
DE10242808A
Publication Date:
04/01/2004
Filing Date:
09/14/2002
Assignee:
Robert Bosch GmbH, 70469 (DE)
AUDI AG, 85057 (DE)
Volkswagen AG, 38440 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE10041769A1N/A2002-03-28
DE19926559A1N/A2000-12-21
DE19845568A1N/A1999-10-28
DE19537129A1N/A1996-04-11
DE4040572A1N/A1992-06-25



Foreign References:
63772052002-04-23
Claims:
Verfahren zur Erkennung von Hindernissen und/oder Verkehrsteilnehmern, wobei ein zu erkennendes Objekt (3) mindestens ein Einzel-Reflexionszentrum (31, 32) aufweist und aus Meßsignalen aufgrund von Reflexionen an dem Einzel-Reflexionszentrum (31, 32) Abstand, Relativgeschwindigkeit und Erfassungswinkel zu dem Objekt (3) ermittelbar sind, wobei die Meßsignale statistisch ausgewertet werden und die Auswertung einen Vergleich einer tatsächlichen Schwankung der Meßsignale und eines Erwartungswertes der Schwankung aufgrund einer aktuellen Bewegung umfaßt, dadurch gekennzeichnet, dass auf eine Unregelmäßigkeit in der Objektkontur geschlossen wird, wenn die Anzahl (N) der Messsignale, welche einer Schwankung zugeordnet werden, die größer als ein vorgegebener Wert ist, einen vorbestimmten Schwellwert (N*) überschreiten.

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die statistische Auswertung der Meßsignale eine Clusterbildung umfaßt.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Einzel-Reflexionszentren (31, 32) zur Beobachtung zusammengefaßt werden.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Daten bekannter Objekte (3) bei der Auswertung berücksichtigt werden.

Verfahren nach einem der genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Informationen für ein Sicherheits- und/oder Komfortsystem aufbereitet werden.

Vorrichtung zur Erkennung von Hindernissen und/oder Verkehrsteilnehmern, wobei ein zu erkennendes Objekt (3) mindestens ein Einzel-Reflexionszentrum (31, 32) aufweist, umfassend eine Sensoreinrichtung, welche mit einem Sendemittel zum Senden von Signalen (10, 11) und einem Empfangsmittel zum Empfangen von an dem Einzel-Reflexionszentrum (31, 32) reflektierten Signalen (10', 11') als Meßsignale ausgebildet ist, und eine Auswerteeinheit (2), wobei aus den Meßsignalen Abstand, Relativgeschwindigkeit und Erfassungswinkel zu dem Objekt (3) ermittelbar sind, wobei durch die Auswerteeinheit (2) die Meßsignale statistisch auswertbar sind und durch die Auswerteeinheit eine tatsächliche Schwankung der Meßsignale und ein Erwartungswert der Schwankung aufgrund einer aktuellen Bewegung vergleichbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit (2) derart ausgebildet ist, dass auf eine Unregelmäßigkeit in der Objektkontur geschlossen wird, wenn die Anzahl (N) der Messsignale, welche einer Schwankung zugeordnet werden, die größer als ein vorgegebener Wert ist, einen vorbestimmten Schwellwert (N*) überschreiten.

Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Auswerteeinheit (2) die Meßsignale in Cluster (A, B, B1, C, C1, D, D1) einteilbar sind.

Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß in der Auswerteeinheit (2) ein Objektmerkmal durch mindestens zwei Einzel-Reflexionszentren (31, 32) für eine Beobachtung abbildbar ist.

Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinheit (2) mit einer Datenbank ausgebildet ist, wobei die Datenbank Daten bekannter Objekte (3) umfaßt und diese bei der Auswertung berücksichtigbar sind.

Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinheit (2) mit einem Sicherheits- und/oder Komfortsystem zum Austausch von Daten verbindbar ist.

Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoreinheit als Radarsensor (1) oder Lidarsensor ausgebildet ist.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Erkennung von Hindernissen und/oder Verkehrsteilnehmern.

In der Automobiltechnik werden Radar-Sensoren zunehmend zur Erkennung von Hindernissen oder Verkehrsteilnehmern eingesetzt (DE 195 37 129 A1). Verfahren zur Messung des Abstandes und der Geschwindigkeit eines Objektes sind beispielsweise aus der DE 40 40 572 A1 bekannt. Das ausgesandte Signal wird durch das Objekt reflektiert. Aus dem reflektierten Signal lassen sich Abstand, Relativgeschwindigkeit und Erfassungswinkel ableiten. Für intelligente Fahrsysteme sind jedoch zusätzlich Informationen, wie Breite des Objekts, erforderlich, welche durch ein derartiges Verfahren nicht erfaßbar sind.

Aus der US 6 377 205 B1 ist ein Radarsensor bekannt, bei dem eine Änderung der Amplitude eines reflektierten Radarsignals ausgewertet wird, wodurch sich bodenseitige Objekte (z. B. Kraftfahrzeuge) von höherliegenden Objekten (z. B. Brücken) voneinander unterscheiden lassen.

Aus der DE 198 45 568 A1 ist eine Vorrichtung zur Objekterfassung für Kraftfahrzeuge bekannt, bei der eine Vielzahl von Abstandssensoren um das Fahrzeug herum angeordnet sind. Wenn ein Objekt in die Fahrzeugumgebung eintritt, wird es von einem Teil der Abstandssensoren erfasst. Mittels eines Tracking-Verfahrens lassen sich die Bewegungsbahn und die Geschwindigkeit des Objektes relativ zum Fahrzeug ermitteln. Die Abstandssensoren werden wahlweise von einer Auswerteeinheit angesteuert, wobei die Reichweite, Meßwiederholfrequenz, Auflösung und/oder die Betriebsart der Abstandssensoren veränderbar sind. So kann die Vorrichtung zur Objekterfassung gleichzeitig oder nacheinander Daten für verschiedene Fahrerassistenzsysteme zur Verfügung stellen.

3D-Radarsensoren zum Erkennen 3-dimesionaler Objekte sind beispielsweise aus der DE 100 41 769 A1 bekannt. Ein derartiger 3D Radarsensor ist mit einem Radararray ausgebildet, umfassend mehrere Radarpixel mit jeweils einen Antennenelement und zwei Gleichrichterdioden. Die Gleichrichterdioden sind so am Ausgang des Antennenelementes angeschlossen, daß ein vom Antennenelement ausgehendes Signal parallel und symmetrisch in einen jeweiligen Diodenpfad einspeisbar ist, wobei an jedem Diodenpfad eine Signalspannung abgreifbar ist und jeder Diodenpfad einen Anschluß zur Einspeisung einer Modulationsspannung enthält. Ein derartiger Sensor ist jedoch aufwendig in der Herstellung.

Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, durch welche Objekte 3-dimensional erfaßbar sind und die kostengünstig realisierbar sind.

Die Lösung des Problems ergibt sich durch Gegenstände mit den Merkmalen der Ansprüche 1 und 6. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Zu einem Einzel-Reflexionszentrum zugehörige Meßsignale, werden statistisch ausgewertet, wobei die Auswertung einen Vergleich einer tatsächlichen Schwankung der Meßsignale und eines Erwartungswertes der Schwankung aufgrund der aktuellen Bewegung umfaßt. Jedes Objekt weist eine Vielzahl von Einzel-Reflexionszentren auf. Aus Meßsignalen aufgrund von Reflexionen an den Einzel-Reflexionszentren sind Abstand, Relativgeschwindigkeit und Erfassungswinkel zu dem zugehörigen Objekt ermittelbar. Die einzelnen Meßsignale werden zu einem gemeinsamen Konsens verknüpft, beispielsweise durch Bildung eines Mittelwerts. Daneben sind auch andere Verfahren denkbar. Die Werte der Meßsignale sind Schwankungen unterworfen. Diese beruhen zum einen auf Änderungen des Abstands und/oder der Orientierung zu dem erkannten Objekt, zum anderen aus Meßungenauigkeiten. Meßungenauigkeiten werden bei bekannten Verfahren durch Glättungsverfahren bereinigt. Dadurch gehen jedoch Informationen verloren. Durch eine statistische Auswertung der Meßsignale der Einzel-Reflexionszentren lassen sich hingegen zusätzliche Informationen gewinnen. Ändert sich der sich aufgrund eines Meßsignals ermittelte Ort eines Einzel-Reflexionszentrums schneller, als dies durch die aktuelle physikalische Bewegung zugelassen ist, so deutet dies in der Regel auf eine Objektbegrenzung hin. Aus dieser Information ist beispielsweise die Breite eines vorangehenden Fahrzeugs ermittelbar.

In einer Ausführungsform umfaßt die statistische Auswertung der Meßsignale eine Clusterbildung. Schwankungen in den Meßsignalen lassen sich beispielsweise aufgrund der prozentualen Abweichung zu einem Vorgängerwert in Gruppen aufteilen. Anhand dieser Gruppen oder Cluster ist eine schnelle Einordnung der Schwankungen in den Meßsignalen möglich.

In einer Ausführungsform der Erfindung werden mindestens zwei Einzel-Reflexionszentren zur Beobachtung zusammengefaßt. Dadurch lassen sich bestimmte Merkmale eines Objekts gezielt beobachten.

In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden Daten bekannter Objekte bei der Auswertung berücksichtigt. Für die Breite von Kraftfahrzeugen lassen sich minimale und maximale Werte angeben. Wird aufgrund der statistischen Auswertung eine Fahrzeugkante detektiert, so läßt sich die Ausdehnung des Objektes innerhalb dieser Grenzen voraussagen. Durch eine derartige Voraussage läßt sich die weitere Bewertung der Meßsignale verbessern.

In einer weiteren Ausführungsform werden die Informationen für ein Sicherheits- und/oder Komfortsystem aufbereitet. Bevorzugt erfolgt der Einsatz gemeinsam mit einer automatischen Notbremse. Durch die statistische Auswertung der Meßsignale wird die Erkennung von Hindernissen und/oder anderen Verkehrsteilnehmern verbessert. Die verbesserte Information läßt sich in automatischen Notbremseinrichtungen vorteilhaft nutzen. Daneben ist die zusätzliche Information auch für andere Sicherheits- und Komfortsysteme nutzbar, beispielsweise Parkassistenzsysteme oder adaptive cruise control.

Bevorzugt werden Radarsensoren für eine berührungslose Abstandsmessung eingesetzt. Das erfindungsgemäße Verfahren kann aber auch mit einem Lasersystem oder weiteren berührungslosen Verfahren zur Abstandsmessung eingesetzt werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die Figuren zeigen:

  • 1 eine Radareinrichtung zur Erkennung eines Objektes und
  • 2 eine Einteilung von Meßsignalen in Cluster.

1 zeigt eine an einem nicht dargestellten Fahrzeug angebrachte Radareinrichtung 1 mit einer Auswerteeinheit 2 zur Erkennung eines Objektes 3. Die Radareinrichtung 1 sendet Signale 10, 11 aus, welche von Einzel-Reflexionszentren 31, 32 des Objekts 3 reflektiert werden. Die reflektierten Signale 10', 11' werden durch die Radareinrichtung empfangen und die zugehörigen Meßsignale in der Auswerteeinheit 2 weiterverarbeitet. Anhand der Meßsignale lassen sich der Abstand, die Relativgeschwindigkeit und die Orientierung des Fahrzeugs zu dem Objekt 3 bestimmen. Aufgrund der Bewegung des Fahrzeugs und/oder des Objektes 3 kommt es zu Schwankungen zweier durch das selbe Einzel-Reflexionszentrum 31, 32 zu verschiedenen Zeiten reflektierter Signale 10', 11'. Sind die Schwankungen gering, so wird das zugehörige Meßsignal entsprechend geglättet. Größere Schwankungen zeigen eine Veränderung der relativen Lage des zu erkennenden Objektes 3 auf. Signale 11 treffen auf ein Einzel-Reflexionszentrum 31 an einer Objektkante. Schon bei einer geringe Veränderung der relativen Objektlage treffen die Signale 11 nicht weiter auf das Einzel-Reflexionszentrum 31. Das aufgenommene Meßsignal des reflektierten Signals 11' ist daher starken Schwankungen unterworfen. Diese Schwankungen werden durch die Auswerteeinheit 2 erfaßt und statistisch ausgewertet. Die statistische Auswertung ist nachfolgend anhand von 2 erläutert.

2 zeigt beispielhaft eine Einteilung von Meßsignalen in Cluster A, B, B1, C, C1, D, D1. Die Einteilung erfolgt dabei aufgrund einer prozentualen Abweichung. Dabei werden positive und negative Abweichungen unterschieden. Denkbar ist auch eine Aufteilung in quadratische Abweichungen, welche unabhängig von einem Vorzeichen sind, den Betrag der Abweichungen u.a. Verschiedene Cluster A, B, B1 usw. können dabei gleichgroße Bereiche abdecken, beispielsweise Cluster A von -10% bis +10 % und Cluster B von 10% bis 20%. Die Bereiche können sich jedoch auch unterscheiden. Abweichungen größer bzw. kleiner 50% sind in einem Cluster D bzw. D1 zusammengefaßt. Eine Abweichung, welche diesen Clustern D, D1 zuzuordnen ist, besitzt keine physikalische Entsprechung. D.h. derartige Veränderungen der relativen Lage zwischen Objekt und Fahrzeug müssen anders erklärt werden. Sie können zum einen aus Meßfehlern resultieren, zum anderen weisen sie darauf hin, daß das entsprechende Einzel-Reflexionszentrum beispielsweise auf einer Objektkante liegt. Übersteigen die Anzahl N der Meßsignale, welche einem Cluster D bzw. D1 zugeordnet werden, einen Schwellwert N*, so kann daraus auf eine Unregelmäßigkeit in der Objektkontur, beispielsweise eine Kante, geschlossen werden. Je niedriger der Schwellwert N* gewählt wird, desto früher ist eine Abweichung detektierbar. Bei einem Schwellwert von N* = 1 sind Kanten sofort detektierbar. Meßungenauigkeiten können jedoch die Signale verfälschen, so daß bevorzugt ein Schwellwert N* > 1 zu wählen ist. Der optimale Schwellwert N* ist je nach Meßgenauigkeit des Systems zu wählen.

Anstelle der Clusterbildung können auch andere statistische Auswerteverfahren eingesetzt werden. Weiter sind neben einer statistische Auswertung auch andere Auswerteverfahren denkbar, welche eine starke Schwankung in den Meßsignalen identifizieren und diese für einen zusätzlichen Informationsgewinn analysieren. Die Verwendung der aus den Meßsignalen gewonnenen zusätzlichen Information über zu erkennende Objekte ist von hohem Nutzen in Sicherheits- und Komfortsystemen.