Title:
Zonen adaptives Längsführungssystem
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Verfahren zum Längsführen eines Fahrzeugs, das mit einem Radarsystem ausgestattet ist, wobei ein Objektgrößenschwellwert, ab dem das Radarsystem Objekte als ausreichend groß zum Längsführen ansieht, erniedrigt wird, wenn eine Zone mit festgelegten Kriterien erkannt wird. embedded image





Inventors:
Szilagyi, Jozsef Sebastian Albert (Bors, RO)
Application Number:
DE102017203238A
Publication Date:
08/30/2018
Filing Date:
02/28/2017
Assignee:
Continental Automotive GmbH, 30165 (DE)
International Classes:
B60W30/08; G01S13/93; G08G1/16
Domestic Patent References:
DE102004050597A1N/A
DE102012000724A1N/A
DE10341753A1N/A
DE202013006196U1N/A
Foreign References:
KR1020120063657A
Claims:
Verfahren zum Längsführen eines Fahrzeugs, das mit einem Radarsystem ausgestattet ist, wobei ein Objektgrößenschwellwert 15, ab dem das Radarsystem Objekte als ausreichend groß zum Längsführen ansieht, erniedrigt wird, wenn eine Zone 11 mit festgelegten Kriterien erkannt wird.

Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei die festgelegten Kriterien eine Schulzone oder einen Park oder einen Spielplatz oder einen Parkplatz oder eine Ortschaft beschreiben.

Verfahren gemäß einer der vorherigen Ansprüche, wobei verschiede Objektgrößenschwellwerte 15 für verschiedene Zonen 11 festgelegt werden.

Verfahren gemäß einer der vorherigen Ansprüche, wobei die Zone 11 mittels eines elektronischen Horizontes erkannt wird.

Längsführungssystem in einem Fahrzeug mit einem Radarsystem, das eingerichtet ist ein Verfahren gemäß einer der vorherigen Ansprüche durchzuführen.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Längsführungssystem und ein Verfahren zum Betrieb des Längsführungssystems, das abhängig von einem erkannten Umgebungsbereich (Zone) betrieben wird.

Stand der Technik

Fahrzeuge werden zunehmend mit Radarsensoren ausgestattet, die die Umgebung des Fahrzeugs überwachen. Ein solcher Radarsensor ist beispielsweise aus der DE 10 2008 062 438 bekannt. Dieser Radarsensor misst den Lagewinkel, den Objektabstand und die Dopplerfrequenz eines Radarreflexionspunktes an einem Objekt. Aus der Dopplerfrequenz lässt sich direkt die relative Geschwindigkeit des Objektes in Bezug zum Radarsensor bestimmen.

Ferner ist aus DE 10 2010 006 214 A1 ein Notbremsassistent bekannt, der das Fahrzeug bei einer erkannten möglichen Kollision automatisch abbremst.

Aus der US 2016/0231746 A1 ist ein Längsführungssystem bekannt, das eine Schulzone erkennt und das Fahrzeug automatisch anhält.

Ein Längsführungssystem muss hohe Anforderungen an eine Objekterkennung erfüllen, um unnötiges Bremsen zu vermeiden. Andererseits muss das Notbremssystem auch zuverlässig Bremsen, um Kollisionen zu verhindern.

Aufgabe und Lösung

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Zuverlässigkeit eines Längsführungssystems zu verbessern.

Gelöst wird die Aufgabe durch ein Verfahren gemäß dem unabhängigen Anspruch und ein Längsführungssystem gemäß dem Nebenanspruch. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Längsführen eines Fahrzeugs, das mit einem Radarsystem ausgestattet ist, erniedrigt einen Objektgrößenschwellwert, ab dem das Radarsystem Objekte als ausreichend groß zum Längsführen ansieht, wenn eine Zone mit festgelegten Kriterien erkannt wird.

Besonders bevorzugt kann die Längsführung eine Notbremsung sein.

Bevorzugt kann der Objektgrößenschwellwert ein Maß für die Sensitivität des Radarsystems sein.

Der Objektgrößenschwellwert beschreibt die Schwelle ab der vom Radarsystem empfangene Radarreflexionspunkte als Reflexionen von Objekten wahrgenommen werden und nicht als Störungen klassifiziert werden.

In vorteilhafter Weise kann so die Objektgröße der zu berücksichtigenden Objekte an die Umgebung angepasst werden. In Umgebungen mit vielen besonders gefährdeten Objekten kann dadurch eine mögliche Fehlbremsung anstatt eine Kollision mit einem kleinen Objekt in Kauf genommen werden.

Bevorzugt können die festgelegten Kriterien eine Schulzone oder einen Park oder einen Spielplatz oder einen Parkplatz oder eine Ortschaft beschreiben.

In vorteilhafter Weise halten sich in diesen Zonen besonders viele kleine Objekte auf, die höher gewichtet werden müssen.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung können verschiede Objektgrößenschwellwerte für verschiedene Zonen festgelegt werden.

In vorteilhafter Weise kann so über einen zonenindividuellen Objektgrößenschwellwert eine zonenbasierte Auswahl der Objekte erfolgen, die bei der Längsführung berücksichtigt werden sollen.

Bevorzugt kann die Zone mittels eines elektronischen Horizontes erkannt werden. Ebenso kann eine Zone auch aus einer Karte oder einer c2x Übertragung erkannte werden. In vorteilhafterweise beinhalten diese Informationsquellen die Kriterien anhand derer die Zone erkannt werden kann.

Erfindungsgemäß ist ein Längsführungssystem in einem Fahrzeug mit einem Radarsystem eingerichtet ein Verfahren gemäß einer der bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung durchzuführen.

Figurenliste

  • 1 zeigt eine Ausgestaltung des Verfahrens. Anhand festgelegter Kriterien wird eine Zone 11 erkannt. Das Radarsystem erstellt eine Übersicht der empfangenen Radarreflexionspunkte 13. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der erkannten Zone 11 wird ein Objektgrößenschwellwert 15 festgelegt. In Abhängigkeit dieser Auswahl entstehen ein Übersicht 17, 19 der Objekte in der Umgebung. Die Verzweigung zeigt einen hypothetischen Verlauf. Ein erster Objektgrößenschwellwert 16 würde zu einer ersten Übersicht 17 führen, wobei diese Übersicht 17 eine Fehlbremsung nahezu verhindert, da kleine Objekte ignoriert würde. Der im Vergleich dazu erniedrigte Objektgrößenschwellwert 18 führt zu einer zweiten Übersicht 19, in der eine Fehlbremsung viel wahrscheinlicher als im anderen Fall ist, weil die zweite Übersicht 19 in der Regel mehr Objekte enthält. Radarreflexionspunkte 13, die in der ersten Übersicht 17 als Störung klassifiziert worden und daher nicht als Objekte hinterlegt sind, sind in der zweiten Übersicht 19 hingegen als Objekte enthalten.

Wird aus der jeweiligen Übersicht 17, 19 eine mögliche Kollision mit einem Objekt erkannt, so erfolgt eine Bremsung 21 des Fahrzeugs.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 102008062438 [0002]
  • DE 102010006214 A1 [0003]
  • US 2016/0231746 A1 [0004]