Title:
Schaltung und Verfahren zur Bewertung der Wirksamkeit eines Dither-Signals für elektromagnetische Aktoren
Kind Code:
A1


Abstract:

Bereitgestellt wird eine Schaltung (100) zur Bewertung der Wirksamkeit eines Dither-Signals für elektromagnetische Aktoren, wobei die Schaltung eine erste Filterstufe (1) aufweist, der als Eingangssignal (V1) zumindest ein Spannungssignal der Magnetspule des Aktors zugeführt wird, wobei das Spannungssignal (V1) ein Ansteuersignal und ein dem Ansteuersignal überlagertes Dither-Signal umfasst. Die Schaltung weist ferner einen Gleichrichter (2) auf, dem das Filter-Ausgangs-signal (V2) der ersten Filterstufe (1) zugeführt wird, wobei das Gleichrichter-Ausgangssignal (V3) als Kenngröße (K) zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals ausgegeben wird. embedded image




Inventors:
Kiltz, Lothar (88212, Ravensburg, DE)
Application Number:
DE102017202077A
Publication Date:
08/09/2018
Filing Date:
02/09/2017
Assignee:
ZF FRIEDRICHSHAFEN AG, 88046 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102009020359A1N/A2010-11-04
DE102004048706A1N/A2006-04-20
DE4443259A1N/A1995-06-01



Claims:
Schaltung (100) zur Bewertung der Wirksamkeit eines Dither-Signals für elektromagnetische Aktoren, wobei die Schaltung eine erste Filterstufe (1) aufweist, der als Eingangssignal (V1) zumindest ein Spannungssignal der Magnetspule des Aktors zugeführt wird, wobei das Spannungssignal (V1) ein Ansteuersignal und ein dem Ansteuersignal überlagertes Dither-Signal umfasst, und einen Gleichrichter (2), dem das Filter-Ausgangssignal (V2) der ersten Filterstufe (1) zugeführt wird, wobei das Gleichrichter-Ausgangssignal (V3) als Kenngröße (K) zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals ausgegeben wird.

Schaltung (100) nach Anspruch 1, wobei das Dither-Signal sinusförmig ist.

Schaltung (100) nach Anspruch 1 oder 2, ferner umfassend eine zweite Filterstufe (3), der das Gleichrichter-Ausgangssignal (V3) zugeführt wird, wobei das Ausgangssignal der zweiten Filterstufe (V4) als Kenngröße (K) zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals ausgegeben wird.

Schaltung (100) nach Anspruch 3, wobei die zweite Filterstufe (3) ein Tiefpassfilter oder ein schmalbandiges Filter ist, welches für zumindest eine Oberwelle des Dither-Signals durchlässig ist.

Schaltung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erste Filterstufe (1) derart gewählt ist, dass die Amplitude des Ausgangssignals (V1) der ersten Filterstufe (1) um den Wert Null oszilliert.

Schaltung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schaltung (100) zumindest teilweise als analoge Schaltung aufgebaut ist.

System mit einer Schaltung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, und einer Bewertungseirichtung, der die Kenngröße (K) zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals zugeführt wird, und die basierend auf der Amplitude oder einem Pegel der Kenngröße (K) die Wirksamkeit des Dither-Signals bestimmt.

Verfahren zur Bewertung der Wirksamkeit eines Dither-Signals für elektromagnetische Aktoren, wobei eine Amplitude oder ein Pegel der durch eine Schaltung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche resultierenden Kenngröße (K) zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals verwendet wird, wobei die Wirksamkeit des Dither-Signals umso höher bewertet wird, je größer die Amplitude oder der Pegel ist.

Verfahren zur Adaption eines Dither-Signals für einen elektromagnetischen Aktor, wobei in einem ersten Schritt (S1) die Kenngröße (K) gemäß dem Verfahren nach Anspruch 8 ermittelt wird, und in einem zweiten Schritt (S2) ein Vergleich der Kenngröße (K) mit einem vorgegebenen Sollwert erfolgt, und in einem dritten Schritt (S3) zumindest ein Parameter des Dither-Signals abhängig von dem Vergleich zwischen Kenngröße (K) und Sollwert angepasst wird.

Verfahren nach Anspruch 9, wobei die Anpassung des Dither-Signals derart erfolgt, dass die mittlere Leistung des Dither-Signals erhöht wird, wenn erfasst wurde, dass die Kenngröße (K) kleiner als der Sollwert ist, und die mittlere Leistung des Dither-Signals verringert wird, wenn erfasst wurde, dass die Kenngröße (K) größer als der Sollwert ist.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schaltung zur Bewertung der Wirksamkeit eines Dither-Signals für elektromagnetische Aktoren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie ein entsprechendes Verfahren.

Bei elektromagnetischen Aktoren, insbesondere bei Hydraulik- oder Pneumatikventilen, ist es üblich, demjenigen Ansteuersignal der Magnetspule (Spannung oder Strom), welches dem gewünschten Arbeitspunkt entspricht, ein sogenanntes Dither-Signal zu überlagern, welches eine höhere Frequenz aufweist als das Ansteuersignal. Als Dither wird also die Modulation bzw. Überlagerung des Ansteuersignals mittels einer Schwingung einer bestimmten Frequenz bzw. eines bestimmten Frequenzbereichs bezeichnet. Der Arbeitspunkt ist z.B. die Aktorposition, der Volumenstrom und/oder Massenstrom oder Druck. Das Dither-Signal hat die Aufgabe, den (Magnet-)Anker des Aktors dauernd in Bewegung zu halten, wodurch die Reibung reduziert wird und somit das Ansprechverhalten des Aktors und die erzielbare Stellgenauigkeit bzw. Regelgüte verbessert werden. Je nach Arbeitspunkt und Aktorexemplar sind bei hohen Anforderungen an die Stell- bzw. Regel-genauigkeit des Aktors unterschiedliche Dither-Parameter erforderlich. Parameter des Dither-Signals bzw. Dither-Parameter sind Parameter, die zur Charakterisierung und Einstellung des Dither-Signals verwendet werden, z.B. die mittlere Leistung, die Spitze-Spitze-Spannungs- oder Spitze-Spitze-Stromdifferenz, die Grundfrequenz oder das Leistungsdichtespektrum, also die Verteilung der mittleren Leistung über den Frequenzbereich.

Diese Dither-Parameter können durch Messreihen bestimmt werden, wobei darauf geachtet werden muss, einen anwendungsspezifisch guten Kompromiss aus hinreichender Reibungsreduktion und nicht zu großer unerwünschter Anregung des angesteuerten mechatronischen Systems durch das Dither-Signal zu erzielen. Dies ist insbesondere bei Aktoren wichtig, die selbst eine Regelfunktion realisieren, insbesondere Druckregelventile. Es ist auch in dem Fall wichtig, wenn bereits geringe dynamische Regelfehler zu einer deutlichen unerwünschten dynamischen Anregung des angesteuerten Systems führen können, z.B. bei mittels Druckregelventilen angesteuerter Reibkupplungen oder Reibbremsen in Getrieben. Hier kann eine kleine Änderung des wirksamen Drucks auf den Kolben der Reibbeläge zu einer großen Änderung des übertragenen Momentes und so zu einem Ruckeln oder Durchrutschen des Getriebes führen.

Jedoch variiert die Reibung des Aktors zwischen einzelnen Aktorexemplaren infolge Toleranzen im Material, der Geometrie, der Oberflächenstruktur und der Fertigung üblicherweise deutlich, was ebenso für das vom Aktor angesteuerte Folgesystem gilt. Außerdem variieren die Dynamik des Aktors und des vom Aktor angesteuerten Systems stark in Abhängigkeit des Arbeitspunktes z.B. infolge einer temperatur-abhängig stark variierenden Fluidviskosität oder einer druckabhängig stark variierenden Steifigkeit des angesteuerten mechatronischen Systems, z.B. infolge im Öl enthaltener nicht gelöster Luft. Auch ändert sich die Reibung des Aktors und des angesteuerten Systems über die Lebensdauer, z.B. infolge Abrasion der Reibpartner oder Anlagerung von Sedimenten.

Deshalb ist es eine Aufgabe dieser Erfindung, eine Schaltung zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals bereitzustellen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Die Ermittlung der Wirksamkeit des Dither-Signals mittels Auswertung des Stromverlaufs bzw. Spannungsverlaufs der Magnetspule ist zwar sehr präzise und nahezu instantan möglich, insbesondere bei Verwendung von Auswerteverfahren basierend auf mathematischen Modellen der Aktordynamik, jedoch sind hinreichend große Abtastraten im Verhältnis zur relevanten Dither-Frequenz erforderlich. Für Anwendungen, bei denen dies problematisch sein könnte, wird nachfolgend ein Verfahren bzw. eine (bevorzugt analoge) Schaltung vorgeschlagen, um die Wirksamkeit des Dither-Signals mit zu ermitteln. Somit kann die Wirksamkeit des Dither-Signals unabhängig von der Abtastrate der Echtzeitsteuerung ermittelt werden.

Der Kern der Erfindung ist, dass durch Kombination elektronischer Bauelemente ein Signal, nachfolgend als Kenngröße K bezeichnet, generiert wird, welches näherungsweise proportional zur Spitze-zu-Spitze-Differenz der vom Dither-Signal hervorgerufenen bewegungsinduzierten Spannung ist. Dabei wird bevorzugt eine analoge Schaltungsanordnung verwendet, so dass ein Analogsignal generiert wird. Prinzipiell führt ein dem Stellsignal des elektromagnetischen Aktors überlagertes Dither-Signal zu schnellen Mikrobewegungen des Magnetankers. Diese Mikro-bewegungen induzieren eine Spannung, deren (mittlere) Leistung umso größer ist, je schneller die Mikrobewegungen sind.

Die Schaltung zur Bewertung der Wirksamkeit eines Dither-Signals wird nachfolgend beschrieben. Somit wird auch der Signalfluss ersichtlich.

Bereitgestellt wird eine Schaltung zur Bewertung der Wirksamkeit eines Dither-Signals für elektromagnetische Aktoren, wobei die Schaltung eine erste Filterstufe aufweist, der als Eingangssignal zumindest ein Spannungssignal der Magnetspule des Aktors zugeführt wird, wobei das Spannungssignal ein Ansteuersignal und ein dem Ansteuersignal überlagertes Dither-Signal umfasst. Die Schaltung weist ferner einen Gleichrichter auf, dem das Filter-Ausgangssignal der ersten Filterstufe zugeführt wird, wobei das Gleichrichter-Ausgangssignal als Kenngröße zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals ausgegeben wird.

Die Reibung des Magnetankers und andere nichtlineare Effekte führen dazu, dass die resultierenden Mikrobewegungen und somit auch die induzierte Spannung eine deutliche Anregung auch bei Oberwellen des Dither-Signals zeigen. Durch die Verwendung eines bevorzugt schmalbandigen Filters als erste Filterstufe, welches derart gewählt ist, dass es durchlässig für (eine) Oberwelle(n) bzw. für einen charakteristischen Frequenzbereich des Dither-Signals ist, kann also die Wirkung des Dither-Signals besonders gut von dem Dither-Signal selbst separiert werden. Der Ausgang des Filters bzw. der ersten Filterstufe ist in diesem Fall also vom Dither-Signal selbst nahezu unbeeinflusst und das Ausgangssignal der ersten Filterstufe erlaubt daher eine besonders zuverlässige Bewertung der Dither-Wirksamkeit.

In einer Ausführung ist das Dither-Signal sinusförmig. Dies führt dazu, dass das Dither-Signal selbst zu nahezu keiner Anregung im Ausgang der ersten Filterstufe führt und es somit dem Gleichrichter weitestgehend unverändert zugeführt wird.

In einer Ausführung wird das Gleichrichter-Ausgangssignal einer zweiten Filterstufe zugeführt und das Ausgangssignal der zweiten Filterstufe wird als Kenngröße zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals ausgegeben. Bevorzugt ist die zweite Filterstufe ein Tiefpassfilter oder ein schmalbandiges Filter, welches für zumindest eine Oberwelle des Dither-Signals durchlässig ist.

Der Tiefpassfilter dient zur Glättung der Welligkeit des Gleichrichter-Ausgangssignals. Das resultierende Signal weist also eine geringe Welligkeit auf, wobei der Mittelwert dieses Signals umso größer ist, je größer die mittlere Leistung am Ausgang des Gleichrichters ist. Das Ausgangssignal des Tiefpassfilters ist also umso größer, je größer die Dither-Wirksamkeit ist.

Die erste Filterstufe ist in einer Ausgestaltung derart gewählt, dass die Amplitude des Ausgangssignals der ersten Filterstufe um den Wert Null oszilliert. Dabei ist die Amplitude umso größer, je schneller die Ankerbewegung infolge des Dither-Signals ist, d.h. je höher also die Wirksamkeit des Dither-Signals ist.

Das Ausgangssignal der ersten Filterstufe wird anschließend einem Gleichrichter zugeführt. Das Ausgangssignal des Gleichrichters ist dann ein welliges, nichtnegatives Signal mit umso größerer mittlerer Leistung, je größer die Amplitude des Ausgangssignals der ersten Filterstufe war, also je größer die Wirksamkeit des Dither-Signals ist.

Bevorzugt ist die Schaltung zumindest teilweise als analoge Schaltung aufgebaut.

In einer Ausführung wird die Kenngröße zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals einer Bewertungseinrichtung zugeführt, die basierend auf der Amplitude oder einem Pegel der Kenngröße die Wirksamkeit des Dither-Signals bestimmt.

Ferner wird ein Verfahren zur Bewertung der Wirksamkeit eines Dither-Signals für elektromagnetische Aktoren bereitgestellt, wobei eine Amplitude oder ein Pegel der durch eine vorher beschriebene Schaltung resultierenden Kenngröße zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals verwendet wird, wobei die Wirksamkeit des Dither-Signals umso höher bewertet wird, je größer die Amplitude oder der Pegel ist.

Ferner wird ein Verfahren zur Adaption eines Dither-Signals für einen elektromagnetischen Aktor bereitgestellt, wobei in einem ersten Schritt die Kenngröße gemäß dem oben beschriebenen Verfahren ermittelt wird, und in einem zweiten Schritt ein Vergleich der Kenngröße mit einem vorgegebenen Sollwert erfolgt, und in einem dritten Schritt zumindest ein Parameter des Dither-Signals abhängig von dem Vergleich zwischen Kenngröße und Sollwert angepasst wird.

In einer Ausgestaltung erfolgt die Anpassung des Dither-Signals derart, dass die mittlere Leistung des Dither-Signals erhöht wird, wenn erfasst wurde, dass die Kenngröße kleiner als der Sollwert ist, und die mittlere Leistung des Dither-Signals verringert wird, wenn erfasst wurde, dass die Kenngröße größer als der Sollwert ist.

Durch das vorgeschlagene Verfahren der Adaption des Dither-Signals bzw. der Ditherparameter bei mechatronischen Systemen mit elektromagnetischen Aktoren wird eine Verringerung der Entwicklungs-, Stück- und Gewährleistungskosten, eine Erhöhung der Lebensdauer und gleichmäßigere Funktionsqualität über die Lebensdauer erzielt. Zusätzlich wird mit dem Verfahren der sogenannte Silting-Effekt reduziert.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungsgemäße Einzelheiten zeigt, und aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer Variante der Erfindung verwirklicht sein.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.

  • 1 zeigt eine prinzipielle Schaltungsanordnung gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung.
  • 2 zeigt ein Ablaufdiagramm des Verfahrens zur Adaption eines Dither-Signals für einen elektromagnetischen Aktor gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung.

Ein dem Stellsignal bzw. Ansteuersignal des elektromagnetischen Aktors überlagertes Dither-Signal führt zu (schnellen) Mikrobewegungen des Magnetankers. Der Anker hat also zu fast jedem Zeitpunkt eine nicht verschwindende Geschwindig-keit. Diese bewirkt gemäß dem Faraday'schen Induktionsgesetz eine ständige Änderung des magnetischen Flusses des Elektromagneten und wird somit im Zusammenhang zwischen Spulenspannung und Spulenstrom als bewegungs-induzierte Spannung sichtbar. Bei einer hohen Reibung wird dasselbe Dither-Signal nur zu geringeren Ankergeschwindigkeiten und entsprechend zu geringeren bewegungsinduzierten Spannungen führen als bei einer niedrigen Reibung. Die durch das Dither-Signal erzeugten Mikrobewegungen induzieren eine Spannung, deren mittlere Leistung umso größer ist, je schneller die Mikrobewegungen sind, d.h. je größer die Amplitude ist. Daher kann anhand des Spannungs-Strom-Verlaufs der Magnetspule prinzipiell auf die Wirksamkeit des Dithers geschlossen werden.

Die in 1 gezeigte stark vereinfachte Prinzip-Schaltung 100 weist eine erste Filterstufe 1 auf, der als Eingangssignal V1 ein Spannungssignal der Magnetspule des elektromagnetischen Aktors, z.B. eines Hydraulik- oder Pneumatikventils, zugeführt wird. Das Spannungssignal V1 umfasst dabei ein Ansteuersignal und ein dem Ansteuersignal überlagertes Dither-Signal. Das Filter-Ausgangssignal V2 der ersten Filterstufe 1 wird einem Gleichrichter 2 als Eingangssignal des Gleichrichters zugeführt. Das Gleichrichter-Ausgangssignal V3 wird als Kenngröße K zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals ausgegeben, wenn keine zweite Filterstufe 3 vorhanden ist. Wenn eine zweite Filterstufe 3 vorhanden ist, wird das Gleichrichter-Ausgangssignal V3 dieser zugeführt, wie in 1 gezeigt und dort gefiltert. Das resultierende Ausgangssignal V4 der zweiten Filterstufe 3 kann als Tiefpassfilter-Ausgangssignal V4 bezeichnet werden, da die zweite Filterstufe 3 in der Regel als Tiefpassfilter 3 ausgebildet ist. Das Tiefpassfilter-Ausgangssignal V4 ist dann die Kenngröße K zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals. Die Kenngröße K ist dabei wieder ein Signal. Wenn keine zweite Filterstufe 3 vorhanden ist, dient das Gleichrichter-Ausgangssignal V3 als Kenngröße K.

Die Kenngröße K zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals kann dann weiter in eine (nicht gezeigte) Bewertungseinrichtung als Eingangssignal eingehen. Dabei wird die Wirksamkeit des Dither-Signals aufgrund der Schaltung und der Charakteristik von Dither-Signalen umso höher bewertet, je größer die Amplitude oder ein Pegel des Ausgangssignals V1 der ersten Filterstufe 1 und damit die Kenngröße K nach Durchlaufen der Schaltung 100 ist. Die Bewertungseinrichtung kann wiederum als eine zumindest teilweise analoge Schaltung ausgeführt sein, oder das Signal bzw. die Kenngröße K wird direkt z.B. an ein auf einem Steuergerät ausgeführtes Computerprogramm(produkt) weitergeleitet und dort weiterverarbeitet. Die Weiterverarbeitung kann derart erfolgen, dass z.B. ein Verfahren zur Adaption eines Dither-Signals für einen elektromagnetischen Aktor angewendet wird, wie in 2 beschrieben.

Weicht die Kenngröße K, also die ermittelte Wirksamkeit des Dither-Signals, vom Sollwert ab, so wird zumindest ein Parameter des Dither-Signals, z.B. die mittlere Leistung bei einem stochastischen Dither-Signal oder die Spitze-zu-Spitze-Spannung bzw. der Spitze-zu-Spitze-Strom bei einem deterministischen Dither-Signal, also z.B. einem sinus-, dreieck- oder rechteckförmigen Dither-Signal, angepasst. Das heißt z.B. dass bei zu geringem Dither-Effekt die (mittlere) Leistung des Dither-Signals erhöht und bei einem zu großen Dither-Effekt die (mittlere) Leistung des Dither-Signals verringert wird. Das Verfahren kann auf einem elektrischen Steuergerät z.B. als Computerprogramm ausgeführt werden, wobei das Steuergerät dazu eingerichtet sein kann, die Spulenspannung und auch den Spulenstrom zu erfassen oder übermittelt zu bekommen, um den Verlauf des Ankers zu bestimmen.

Die Schaltung realisiert also das Verfahren zur Ermittlung der Kenngröße K wie nachfolgend beschrieben.

In einem ersten Schritt S1 wird die Kenngröße K der Wirksamkeit des Dither-Signals über die oben beschriebene Schaltung ermittelt.

In einem zweiten Schritt S2 erfolgt ein Vergleich der Kenngröße K der Wirksamkeit des Dither-Signals mit einem vorgegebenen Sollwert. Der vom Arbeitspunkt und den Betriebsbedingungen abhängige Sollwert kann z.B. ein vom mittleren Solldruck bei einem Druckregelventil oder dem mittleren Spulenstrom der Magnetspule, sowie ein von einer Öltemperatur bei einem hydraulischen Ventil abhängiger Wert sein.

Der Sollwert kann für den gesamten Arbeitsbereich des Aktors konstant sein oder als im Speicher des elektrischen Steuergerätes hinterlegte Kennlinie oder als ein Kennfeld oder sonstige Funktion je nach Arbeitspunkt und Umgebungsbedingungen, z.B. Spulenspannung, Spulenstrom, Druck, Volumenstrom, Ankerposition, Fluidtemperatur oder Umgebungstemperatur, unterschiedlich sein.

In einem dritten Schritt S3 wird zumindest ein Parameter des Dither-Signals abhängig von dem Vergleich zwischen Kenngröße und Sollwert angepasst. Je nach Abstand zwischen der Kenngröße K und dem Sollwert wird die (mittlere) Leistung des Dither-Signals vergrößert oder verringert, also adaptiert. Dies erfolgt z.B. mittels eines Regleralgorithmus oder durch Adaption eines im Speicher des elektrischen Steuergerätes hinterlegten Kennfeldes, einer Kennlinie oder den Parametern einer sonstigen Funktion, mit der aus Arbeitspunkt und Umgebungsbedingungen der Sollwert für den betreffenden Parameter des Dither-Signals errechnet wird.

Zur Adaption können entsprechende bekannte Regler-Verfahren verwendet werden, beispielsweise Proportional- oder Proportional-Integral-Regler. Ebenso sind bekannte echtzeitfähige Adaptionsverfahren verwendbar, z.B. Least-Mean-Square-Algorithmus oder rekursive Least-Squares-Parameteridentifikation.

Durch das vorgeschlagene Verfahren der Adaption der Ditherparameter bei mechatronischen Systemen mit elektromagnetischen Aktoren wird eine Verringerung der Entwicklungs-, Stück- und Gewährleistungskosten, eine Erhöhung der Lebens-dauer und gleichmäßigere Funktionsqualität über die Lebensdauer erzielt. Zusätzlich wird mit dem Verfahren der vorliegenden Erfindung der sogenannte Silting-Effekt reduziert.

Das vorgeschlagene Verfahren kann als ein Computerprogramm(produkt) ausgeführt sein, das basierend auf bereitgestellten Daten die entsprechenden Verarbeitungsschritte durchführt. Das Computerprogramm(produkt) kann wiederum auf einem oder mehreren Steuergeräten ausgeführt werden. Das Steuergerät kann dabei die benötigten Daten bzw. Informationen selbst generieren oder von anderen Einrichtungen empfangen und dann gemäß dem beschriebenen Verfahren verarbeiten.

Bezugszeichenliste

100
Schaltung
1
erste Filterstufe
2
Gleichrichter
3
zweite Filterstufe, Tiefpassfilter
V1
Eingangssignal V1 erste Filterstufe
V2
Filter-Ausgangssignal V2 der ersten Filterstufe 1, Eingangssignal des Gleichrichters
V3
Gleichrichter-Ausgangssignal
V4
Tiefpassfilter-Ausgangssignal
K
Kenngröße zur Bewertung der Wirksamkeit des Dither-Signals