Title:
Radarsystem
Kind Code:
A1


Abstract:

Die vorliegende Erfindung betrifft Radarsystem (1) umfassend einen Sender (2) mit zumindest zwei Sendeantennen (4, 5), einen Empfänger (3) mit zumindest zwei Empfangsantennen (6, 7), wobei jede Sendeantenne (4, 5) und/oder jede Empfangsantenne (6, 7) unabhängig von den anderen Sendeantennen (4, 5) und/oder Empfangsantennen (6, 7) aktivierbar und deaktivierbar ist. embedded image




Inventors:
Hasch, Juergen (70195, Stuttgart, DE)
Vogel, Guenter (72760, Reutlingen, DE)
Bruendel, Mathias (70178, Stuttgart, DE)
Application Number:
DE102017202016A
Publication Date:
08/09/2018
Filing Date:
02/09/2017
Assignee:
Robert Bosch GmbH, 70469 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102006047605A1N/A2008-04-10



Foreign References:
201500425072015-02-12
Claims:
Radarsystem (1) umfassend
• einen Sender (2) mit zumindest zwei Sendeantennen (4, 5),
• einen Empfänger (3) mit zumindest zwei Empfangsantennen (6, 7),
• wobei jede Sendeantenne (4, 5) und/oder jede Empfangsantenne (6, 7) unabhängig von den anderen Sendeantennen (4, 5) und/oder Empfangsantennen (6, 7) aktivierbar und deaktivierbar ist.

Radarsystem (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Empfänger (3) eine Vielzahl von Empfangseinheiten (8, 9) aufweist, wobei jeder Empfangseinheit (8, 9) eine Empfangsantenne (6, 7) zugeordnet ist, und wobei jede Empfangseinheit (8, 9) unabhängig von allen anderen Empfangseinheiten (8, 9) aktivierbar und deaktivierbar ist.

Radarsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sender (2) eine Vielzahl von Sendeeinheiten (10, 11) aufweist, wobei jeder Sendeeinheit (10, 11) eine Sendeantenne (4, 5) zugeordnet ist, und wobei jede Sendeeinheit (10, 11) unabhängig von allen anderen Sendeeinheiten (10, 11) aktivierbar und deaktivierbar ist.

Radarsystem (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Sendeeinheit (10) mit einer zugeordneten ersten Sendeantenne (4) und eine zweite Sendeeinheit (11) mit einer zugeordneten zweiten Sendeantenne (5) ausgebildet sind, zeitlich aufeinanderfolgend Signale über die erste Sendeantenne (4) und die zweite Sendeantenne (5) auszusenden.

Radarsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sender (2) Funktionsblöcke (12, 13) aufweist, wobei jeder Funktionsblock (12, 13) einzeln aktivierbar und deaktivierbar ist.

Radarsystem (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Funktionsblöcke (12, 13) ein Modul zur Sendemodulation (12) und/oder ein Modul zur Frequenzregelung (13) aufweisen.

Radarsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Stand-by-Betrieb, bei dem alle Komponenten des Radarsystems (1) mit Ausnahme einer Sendeantenne (4, 5) und einer Empfangsantenne (6, 7) deaktiviert sind.

Radarsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Detektionsbetrieb, bei dem der Sender (2) eingerichtet ist, über zumindest eine Sendeantenne (4, 5) ein moduliertes Signal auszusenden, wobei zumindest eine Empfangsantenne (6, 7) aktiviert ist.

Radarsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Normalbetrieb, bei dem mehrere, insbesondere sämtliche, Empfangsantennen (6, 7) gleichzeitig aktiviert sind.

Radarsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Fokusbetrieb, bei dem zumindest zwei, insbesondere alle, Sendeantennen (4, 5) gleichzeitig aktiviert sind.

Description:
Stand der Technik

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Radarsystem. Insbesondere ist das Radarsystem hinsichtlich seiner Leistungsaufnahme optimiert.

Beispielsweise aus der Automobiltechnik sind Radarsysteme bekannt, welche mehrere Objekte gleichzeitig im Raum mit Abstand, Geschwindigkeit und Winkel detektieren können. Diese Radarsysteme sind anwendungsbedingt kontinuierlich in Betrieb, da ein Stand-by-Modus nicht notwendig oder möglich ist. Soll hingegen Wert auf eine geringe Leistungsaufnahme gelegt werden, so sind solche Techniken wie in Automobilen eingesetzt nicht mehr verwendbar. Vielmehr sind aus dem Stand der Technik lediglich solche Radarsysteme mit geringer Leistungsaufnahme bekannt, die ein deutlich verringertes Einsatzspektrum aufweisen. Dies bedeutet, dass bei geringer Leistungsaufnahme ein gleichzeitiges Detektieren von mehreren Objekten mit Abstand, Geschwindigkeit und Winkel nicht möglich ist.

Offenbarung der Erfindung

Das erfindungsgemäße Radarsystem erlaubt einen Betrieb bei minimierten Leistungsaufnahmen. Insbesondere ist ermöglicht, mehrere Objekte gleichzeitig im Raum mit Abstand, Geschwindigkeit und Winkel zu detektieren, gleichzeitig muss das Radarsystem jedoch nicht ständig in Betrieb sein. Vielmehr ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass nur solche Komponenten in Betrieb sind, wenn diese benötigt werden. Insbesondere werden Halbleitervorrichtungen verwendet, bei denen Radarsensoren hochintegrierte Komponenten mit geringer Leistungsaufnahme und guter Detektionsleistung realisiert sind. Insbesondere ist damit das Radarsystem vorteilhafterweise in einer Gebäudesteuerung und/oder in der Sicherheitstechnik verwendbar.

Das Radarsystem umfasst einen Sender und einen Empfänger. Der Sender weist zumindest zwei Sendeantennen auf. Der Empfänger wiederum weist zumindest zwei Empfangsantennen auf. Es ist vorgesehen, dass jede Sendeantenne und/oder jede Empfangsantenne unabhängig von den anderen Sendeantennen und/oder Empfangsantennen aktivierbar und deaktivierbar sind. Unter dem Aktivieren einer Sendeantenne ist insbesondere zu verstehen, dass mit dieser Sendeantenne ein Signal ausgesandt werden kann. Ist die Sendeantenne hingegen deaktiviert, so ist ein Aussenden eines Signals nicht möglich. Somit ist ein Einsparen von Energie ermöglicht, wodurch die Leistungsaufnahme des Radarsystems minimierbar ist. Ebenso ist vorgesehen, dass eine Empfangsantenne insbesondere dann aktiviert ist, wenn diese zum Detektieren von Signalen in der Umgebung eingerichtet ist. Ist die Empfangsantenne deaktiviert, so lassen sich mit dieser insbesondere keinerlei Signale detektieren. Insbesondere ist auch hier vorgesehen, dass bei der deaktivierten Empfangsantenne eine Leistungsaufnahme minimiert ist, wodurch die Leistungsaufnahme des gesamten Radarsystems beeinflussbar ist. Es ist somit ersichtlich, dass einzelne Komponenten des Radarsystems einzeln und unabhängig voneinander aktiviert werden können und ebenso deaktiviert werden können, um lediglich solche Komponenten zu verwenden, die für einen aktuellen Einsatz des Radarsystems benötigt werden. Auf diese Weise lässt sich insbesondere ein Stand-by-Modus realisieren, der im Stand der Technik nicht möglich ist. Dies bedeutet, dass die Leistungsaufnahme des Radarsystems bei gleicher Detektionsleistung minimiert werden kann, da vorzugsweise das gesamte Detektionsspektrum nur dann abgerufen werden muss, wenn dies auch benötigt ist. Somit ist eine hohe Leistungsaufnahme für das Detektieren mehrerer Objekte gleichzeitig mit Abstand, Geschwindigkeit und Winkel nur dann notwendig, wenn zuvor mit geringerer Leistungsaufnahme erkannt wurde, dass potentiell mehrere Objekte im Raum vorhanden sein könnten. Ist dies nicht der Fall, so kann durch geringere Leistungsaufnahmen eine Messung geringerer Qualität durchgeführt werden, wodurch allerdings die Leistungsaufnahme des Radarsystems verringert ist.

Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.

Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Empfänger eine Vielzahl von Empfangseinheiten aufweist. Jede Empfangseinheit ist bevorzugt einer Empfangsantenne zugeordnet. Weiterhin ist vorgesehen, dass jede Empfangseinheit unabhängig von allen anderen Empfangseinheiten aktivierbar und deaktivierbar ist. Bei der Empfangseinheit handelt es sich vorteilhafterweise um eine integrierte Schaltung. Diese Schaltung dient zum Erfassen eines Signals, das von der Empfangsantenne aufgenommen wurde. Somit kann durch das Aktivieren der Empfangseinheit eine Möglichkeit der Signalerfassung zugeschaltet oder weggeschaltet werden. Insbesondere ist auf diese Weise ermöglicht, dass eine Vielzahl von Empfangseinheiten parallel betrieben werden, um eine ortsaufgelöste Raumüberwachung zu ermöglichen. Der Grad der Ortsauflösung kann durch die Anzahl von aktivierten Empfangseinheiten eingestellt werden. Somit ist wiederum ermöglicht, die Leistungsfähigkeit des Radarsystems anzupassen, wodurch die Leistungsaufnahme stets minimiert werden kann. Daher ist ein Aktivieren einer Vielzahl von Empfangseinheiten nur dann notwendig, wenn eine hohe Ortsauflösung gewünscht ist. Ist dies hingegen nicht der Fall, so kann mit wenigen, bevorzugt mit lediglich einer einzigen Empfangseinheit, ein Stand-by-Modus realisiert werden, der lediglich zum groben Erkennen von Objekten in der Umgebung des Radarsystems dient.

Der Sender weist vorteilhafterweise eine Vielzahl von Sendeeinheiten auf, wobei jeder Sendeeinheit eine Sendeantenne zugeordnet ist. Außerdem ist vorgesehen, dass jede Sendeeinheit unabhängig von allen anderen Sendeeinheiten aktivierbar und deaktivierbar ist. Auf diese Weise ist wiederum ermöglicht, eine Leistungsaufnahme des Radarsystems anzupassen. Unter Aktivieren einer Sendeeinheit ist zu verstehen, dass ein Signal generiert wird, insbesondere ein elektrisches Signal generiert wird, das von der Sendeantenne, insbesondere als elektromagnetische Welle, aussendbar ist. Bei den Sendeeinheiten handelt es sich vorteilhafterweise um integrierte Schaltungen. Das Radarsystem ermöglicht somit die Anzahl der Sendeeinheiten flexibel einzustellen. Wird lediglich eine einzige Sendeeinheit aktiviert, so ist insbesondere eine breite Abstrahlung ermöglicht. Alternativ kann bei Verwendung einer einzigen Sendeeinheit auch nur ein Bereich der Umgebung des Radarsystems abgetastet werden. Gleichzeitig ist jedoch eine Leistungsaufnahme des Radarsystems minimiert. Werden mehrere Sendeantennen gleichzeitig verwendet, so kann vorteilhafterweise eine Fokussierung der Abstrahlrichtung des Radarsystems erreicht werden. Wiederum ist ersichtlich, dass durch die Wahl der Anzahl der zu aktivierenden Sendeeinheiten eingestellt werden kann, ob das Radarsystem mit einer geringen Leistungsaufnahme oder mit einer hohen Detektionsleistung, insbesondere mit einer fokussierten Abstrahlrichtung, betrieben werden soll.

Das Radarsystem ist außerdem bevorzugt eingerichtet, dass eine erste Sendeantenne und eine zweite Sendeantenne zeitlich aufeinanderfolgend Signale aussenden. Dazu sind bevorzugt eine erste Sendeeinheit mit einer zugeordneten ersten Sendeantenne und eine zweite Sendeeinheit mit einer zugeordneten zweiten Sendeantenne vorhanden. Die erste Sendeeinheit und die zweite Sendeeinheit sind ausgebildet, über die erste Sendeantenne und die zweite Sendeantenne zeitlich aufeinanderfolgende Signale auszusenden.

Der Sender weist vorteilhafterweise Funktionsblöcke auf, wobei jeder Funktionsblock einzeln aktivierbar und deaktivierbar ist. Bei solchen Funktionsblöcken handelt es sich insbesondere um integrierte Schaltungen und/oder um Teile von integrierten Schaltungen. Solche Funktionsblöcke erlauben vorteilhafterweise eine Generierung und/oder eine Manipulation von Signalen, wobei besagte Signale von den Sendeantennen als elektromagnetische Wellen ausgesendet werden sollen. Durch das einzelne und unabhängige Aktivieren und Deaktivieren der Funktionsblöcke lassen sich somit einzelne Funktionen des Radarsystems aktivieren und deaktivieren, je nachdem, welche Funktionen des Radarsystems benötigt werden. Werden spezielle Funktionen nicht benötigt, so kann zur Verringerung der Leistungsaufnahme des Radarsystems der entsprechende Funktionsblock abgeschaltet werden.

Bei dem Funktionsblock kann es sich insbesondere um ein Modul zur Sendermodulation und/oder um ein Modul zur Frequenzregelung handeln. Durch die Sendemodulation lässt sich ein moduliertes Signal mittels der Sendeantennen aussenden, wodurch insbesondere eine Entfernungsdetektion bei der Erfassung von Objekten in der Umgebung des Radarsystems durchgeführt werden kann. Die Messung von Entfernungen mittels moduliertem Signal ist aus dem Stand der Technik bekannt und wird hier nicht weiter beschrieben. Die Frequenzregelung kann vorteilhafterweise mittels einer Phasenregelschleife (phase-locked loop) realisiert sein. Wiederum ist aus dem Stand der Technik das Messen mittels Frequenzregelung bekannt und wird hier nicht weiter behandelt. Somit ist ein großer Vorteil dieser Ausführungsform, dass die einzelnen zuvor beschriebenen Funktionalitäten einzeln und unabhängig aktiviert und damit zugeschaltet werden können, wenn diese benötigt werden. Werden die Funktionalitäten hingegen nicht benötigt, so kann zur Reduzierung der Leistungsaufnahme ein Abschalten der entsprechenden Funktionsblöcke, das bedeutet des Moduls zur Sendemodulation und/oder des Moduls zur Frequenzregelung, erfolgen.

Vorteilhafterweise ist das Radarsystem in einem Stand-by-Betrieb betreibbar. In dem Stand-by-Betrieb sind alle Komponenten des Radarsystems mit Ausnahme einer Sendeantenne und einer Empfangsantenne deaktiviert. Weist das Radarsystem wie zuvor beschrieben vorteilhafterweise eine Vielzahl von Sendeeinheiten und/oder Empfangseinheiten auf, so ist vorteilhafterweise nur eine Sendeeinheit und eine Empfangseinheit aktiviert. Auf diese Weise ist die Leistungsaufnahme des Radarsystems auf ein Minimum beschränkt. Gleichzeitig ist ein minimaler Betrieb des Radarsystems ermöglicht. So lassen sich, unabhängig von einer genauen Erkennung von Objektart und/oder Objektanzahl Bewegungen in der Umgebung des Radarsystems erkennen. Somit wird das Radarsystem minimalistisch betrieben, wodurch gleichzeitig eine geringe Leistungsaufnahme erfolgt. Vorteilhafterweise kann der Stand-by-Betrieb solange ausgeführt werden, bis eine entsprechende Bewegung innerhalb des Radarsystems erkannt wird, um anschließend in andere Betriebsmodi zu wechseln, die eine genauere Erfassung der erkannten Bewegung ermöglichen.

Das Radarsystem weist vorteilhafterweise einen Detektionsbetrieb auf. Bei dem Detektionsbetrieb ist der Sender eingerichtet, über zumindest eine Sendeantenne ein moduliertes Signal auszusenden, wobei zumindest eine Empfangsantenne aktiviert ist. Wiederum ist bevorzugt vorgesehen, dass in dem Fall, in dem der Sender eine Vielzahl von Sendeeinheiten und der Empfänger eine Vielzahl von Empfangseinheiten aufweist, zumindest eine Sendeeinheit und zumindest eine Empfangseinheit aktiviert sind. Außerdem ist bevorzugt vorgesehen, dass der Sender, wie zuvor beschrieben, einen Funktionsblock in Form eines Moduls zur Sendemodulation und/oder in Form eines Moduls zur Frequenzregelung aufweist, wobei zumindest das Modul zur Sendemodulation ebenfalls aktiviert ist. Somit ist ein moduliertes Signal durch die Sendeantenne aussendbar. Dies ermöglicht, eine Entfernungsdetektion durchzuführen. Durch die Modulation des Signals können Objekte außerhalb des Detektionsbereichs unterdrückt werden, wobei vorteilhafterweise lediglich solche Objekte erfasst werden, die innerhalb einer vordefinierten Entfernungsbandbreite des Radarsystems vorhanden sind. Somit kann die Leistungsaufnahme des Radarsystems erhöht werden, indem ein Funktionsblock des Senders zugeschaltet wird, was eine Verbesserung der Detektion von Objekten in der Umgebung des Radarsystems ermöglicht. Sollte eine solche Verbesserung nicht notwendig sein, so kann auf das Zuschalten des Funktionsblocks verzichtet werden, wodurch wiederum die Leistungsaufnahme des Radarsystems gesenkt werden kann.

Des Weiteren weist das Radarsystem einen Normalbetrieb auf. In dem Normalbetrieb sind mehrere, insbesondere sämtliche, Empfangsantennen gleichzeitig aktiviert. Weist das Radarsystem, wie zuvor vorteilhaft beschrieben, mehrere Empfangseinheiten auf, so ist vorgesehen, dass mehrere Empfangseinheiten, insbesondere alle Empfangseinheiten, aktiviert sind. Dies ermöglicht ein Erkennen mehrerer Objekte in der Umgebung des Radarsystems. Außerdem ist eine ortsaufgelöste Raumüberwachung der Umgebung des Radarsystems ermöglicht. Durch den gleichzeitigen Betrieb mehrerer, insbesondere aller, Empfangseinheiten und Empfangsantennen, ist ermöglicht, Winkelinformationen über die detektierten Objekte zu erhalten. Somit ist das Detektionsverhalten des Radarsystems, insbesondere gegenüber dem zuvor beschriebenen Stand-by-Betrieb, verbessert. Gleichzeitig ist jedoch die Leistungsaufnahme des Radarsystems erhöht. Wiederum ist somit ersichtlich, dass je nach gewünschten Betriebsmodi, entweder eine umfassende Detektionsmöglichkeit oder ein energiesparender Betrieb erreicht werden kann. Dazu lassen sich insbesondere die einzelnen Sendeantennen, vorteilhafterweise die einzelnen Sendeeinheiten, einzeln und unabhängig aktivieren und deaktivieren.

Schließlich ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass das System einen Fokusbetrieb aufweist. Bei dem Fokusbetrieb sind zumindest zwei, insbesondere alle, Sendeantennen gleichzeitig aktiviert. Dies bedeutet, dass zumindest zwei, insbesondere alle, Sendeantennen gleichzeitig Signale aussenden. Auf diese Weise kann insbesondere eine erhöhte Reichweite der Detektion realisiert werden. Weist das Radarsystem, wie zuvor beschrieben, eine Vielzahl von Sendeeinheiten auf, so ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass zumindest zwei, insbesondere alle, Sendeeinheiten aktiviert sind. Somit ist wiederum ermöglicht, dass je nach gefordertem Betriebsmodi, eine verbesserte Funktionalität des Radarsystems erreicht wird oder alternativ ein Betrieb mit geringer Leistungsaufnahme.

Besonders vorteilhaft ist außerdem vorgesehen, dass die Sendeantennen, insbesondere ein Teil der Sendeantennen, breit strahlend ausgebildet sind und einen Öffnungswinkel von zumindest ± 50°, insbesondere zumindest ± 60°, aufweisen. Bevorzugt sind außerdem weitere Sendeantennen vorhanden, die zur zusätzlichen Bündelung des abgestrahlten Signals dienen. So kann insbesondere bei gleichzeitigem Betrieb dieser Sendeantennen erreicht werden, dass aus dem zuvor breit gefächerten Signal ein fokussiertes Signal entsteht. Dies dient vorteilhafterweise für die Realisierung des zuvor beschriebenen Fokusbetriebs.

Figurenliste

Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen im Detail beschrieben. In den Zeichnungen ist:

  • 1 eine schematische Ansicht eines Radarsystems gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung,
  • 2 eine schematische Ansicht eines ersten Betriebsmodus des Radarsystems gemäß dem Ausführungsbeispiel der Erfindung, und
  • 3 eine schematische Ansicht eines zweiten Betriebsmodus des Radarsystems gemäß dem Ausführungsbeispiel der Erfindung.

Ausführungsformen der Erfindung

1 zeigt schematisch ein Radarsystem 1 gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung. Das Radarsystem 1 umfasst einen Sender 2 und einen Empfänger 3. Der Sender 2 weist zwei Sendeantennen 4, 5 auf. Der Empfänger 3 weist zwei Empfangsantennen 6, 7 auf. Dabei ist vorgesehen, dass jede Sendeantenne 4, 5 und/oder Empfangsantenne 6, 7 unabhängig von der anderen Sendeantenne 4, 5 und/oder Empfangsantenne 6, 7 aktivierbar und deaktivierbar ist. Somit sind einzelne Komponenten des Radarsystems 1 einzeln aktvierbar und deaktivierbar, wodurch eine Leistungsfähigkeit des Radarsystems individuell einstellbar ist. Insbesondere lässt sich somit die Leistungsaufnahme des Radarsystems 1 minimieren, da Komponenten für temporär nicht benötigte Funktionen des Radarsystems deaktiviert werden können, um somit Energie einzusparen.

Wie in den 1, 2 und 3 gezeigt ist, weist der Empfänger 3 eine Vielzahl von Empfangseinheiten 8, 9 auf, wobei jeder Empfangseinheit 8, 9 eine Empfangsantenne 6, 7 zugeordnet ist. Ebenso weist der Sender 2 eine Vielzahl von Sendeeinheiten 10, 11 auf, wobei jeder Sendeeinheit 10, 11 eine Sendeantenne 4, 5 zugeordnet ist. Dabei ist vorgesehen, dass jede Empfangseinheit und jede Sendeeinheit unabhängig von allen anderen Empfangseinheiten 8, 9 und Sendeeinheiten 10, 11 aktivierbar und deaktivierbar ist. Bei den Empfangseinheiten 8, 9 und Sendeeinheiten 10, 11 handelt es sich vorteilhafterweise um integrierte Schaltungen.

Der Sender 2 weist vorteilhafterweise außerdem zwei Funktionsblöcke 12, 13 auf. Bei den Funktionsblöcken 12, 13 handelt es sich um ein Modul zur Sendemodulation 12 und um ein Modul zur Frequenzregelung 13. Mittels dieser Module lassen sich Signale des Senders 2, die insbesondere über die Sendeantennen 4, 5 ausgesandt werden, generieren und/oder manipulieren. Somit sind insbesondere zusätzliche Funktionen des Radarsystems aktivierbar und/oder deaktivierbar. Damit kann je nach gewünschtem Funktionsumfang des Radarsystems ein Aktivieren einzelner Funktionalitäten erfolgen, wodurch eine Leistungsaufnahme des Radarsystems vergrößert wird. Werden besagte Funktionen temporär nicht benötigt, so kann durch das Deaktivieren des entsprechenden Funktionsblocks 12, 13 die Leistungsaufnahme des Radarsystems 1 gesenkt werden.

Das Radarsystem 1 weist eine Vielzahl von unterschiedlichen Betriebsmodi auf. Insbesondere ist das Radarsystem in einem Stand-by-Betrieb, in einem Detektionsbetrieb, in einem Normalbetrieb oder in einem Fokusbetrieb betreibbar. Alle diese Betriebsmodi unterscheiden sich in dem Funktionsumfang der Detektionsfähigkeit des Radarsystems sowie der entsprechenden Leistungsaufnahme. Eine Wahl des Betriebsmodus kann somit abhängig davon erfolgen, welche Funktionalität des Radarsystems aktuell benötigt wird. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass stets nur solche Module des Radarsystems 1 aktiviert sind, die aktuell benötigt werden. Dadurch ist eine Leistungsaufnahme des Radarsystems 1 minimiert.

In dem Stand-by-Betrieb ist lediglich eine Erkennung von Bewegungen möglich. Eine genaue Erkennung von Objektart und/oder Objektanzahl ist nicht möglich. Hierzu wird ausschließlich eine Sendeeinheit 10 mit einer zugehörigen Sendeantenne 4 aktiviert, wobei gleichzeitig ausschließlich eine Empfangseinheit 8 mit einer zugehörigen Empfangsantenne 6 aktiviert ist. Sämtliche andere Komponenten des Radarsystems 1 sind deaktiviert. Somit ist eine Leistungsaufnahme des Radarsystems 1 auf einen minimalen Wert eingestellt.

Erkennt das Radarsystem 1 im Stand-by-Betrieb eine Bewegung, so kann durch Aktivierung weiterer Komponenten eine genauere Detektion ermöglicht werden. So ist insbesondere ein Detektionsbetrieb des Radarsystems 1 ermöglicht. In diesem Fall wird einer der Funktionsblöcke 12, 13, insbesondere das Modul zur Sendermodulation 12, aktiviert, wodurch von dem Sender 2 ein moduliertes Signal aussendbar ist. Wiederum ist vorgesehen, dass eine Sendeantenne 4, insbesondere mit der zugehörigen Sendeeinheit 10, aktiviert ist, während gleichzeitig eine Empfangsantenne 6, insbesondere mit zugehöriger Empfangseinheit 8, aktiviert ist. Durch das modulierte Signal ist eine Entfernungsmessung ermöglicht, wobei die Signalmodulation ein Unterdrücken von Objekte außerhalb eines Detektionsbereichs des Radarsystems 1 erlaubt. Wiederum ist ersichtlich, dass nur solche Komponenten des Radarsystems 1 aktiviert sind, die für einen aktuellen Funktionsumfang des Radarsystems 1 benötigt werden. Das Radarsystem 1 weist außerdem einen Normalbetrieb auf. In dem Normalbetrieb sind mehrere, insbesondere alle, Empfangsantennen 6, 7, aktiviert. Ebenso sind mehrere, insbesondere alle, Empfangseinheiten 8, 9 des Empfängers 3 aktiviert. Dies ermöglicht eine ortsaufgelöste Raumüberwachung mit der Möglichkeit der Erkennung mehrerer Objekte. Zum Aussenden von Signalen kann eine oder mehrere Sendeantennen 4, 5 verwendet werden. Wiederum ist somit ersichtlich, dass je nach gewünschtem Funktionsumfang eine oder mehrere Empfangsantennen 6, 7 sowie die zugehörigen Empfangseinheiten 8, 9 zugeschaltet oder weggeschaltet werden können. Somit lässt sich wahlweise eine geringe Leistungsaufnahme oder eine örtlich hoch aufgelöste Raumüberwachung erreichen.

Durch das Vorhandensein mehrerer Sendeantennen 4, 5 ist insbesondere erreichbar, dass ein Fokusbetrieb durchgeführt werden kann. In dem Fokusbetrieb werden mehrere Sendeantennen 4, 5 gleichzeitig betrieben. Dieser Fall ist in 2 gezeigt.

So ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass eine erste Sendeantenne 4 eine breite Abstrahlrichtung aufweist. Die erste Sendeantenne 4 weist vorteilhafterweise einen Öffnungswinkel von zumindest ± 50°, insbesondere von zumindest ± 60° auf. Somit kann bei einem Betrieb des Radarsystems 1, bei dem lediglich die erste Sendeantenne 4 aktiviert ist, ein breites Umfeld erfasst werden. Wird hingegen die zweite Sendeantenne 5 aktiviert, so erfolgt ein Bündeln der Abstrahlrichtung des Signals, wodurch ein Fokus auf einen vordefinierten Raumbereich gelegt werden kann. Dies dient insbesondere zum Erhöhen einer Reichweite des Radarsystems 1.

In 2 sind exemplarisch die Ausbreitung eines ersten Sendesignals 100 und die Ausbreitung eines zweiten Sendesignals 200 gezeigt. Das erste Sendesignal 100 wird ausgesandt, wenn ausschließlich die erste Sendeantenne 4 aktiviert ist. Das zweite Sendesignal 200 wird ausgesandt, wenn die erste Sendeantenne 4 und die zweite Sendeantenne 5 aktiviert sind. Es ist in 2 gezeigt, dass das zweite Signal 200 einen geringeren Öffnungswinkel aufweist, dafür eine größere Reichweite.

Wiederum ist somit ermöglicht, dass durch Zuschalten oder Wegschalten von zusätzlichen Sendeantennen 4, 5 und insbesondere den zugehörigen Sendeeinheiten 10, 11 wahlweise ein hoher Detektionsgrad des Radarsystems oder alternativ eine minimierte Leistungsaufnahme erreicht werden kann.

In 3 ist ein weiterer Betriebsmodus des Radarsystems 1 dargestellt. Hierbei sind die Sendeantennen 4, 5 im Gegensatz zu dem in 2 gezeigten Fall identisch aufgebaut und werden durch die Sendeeinheiten 10, 11 derart angesteuert, dass diese zeitlich nacheinander ein Signal aussenden. Auf diese Weise lassen sich insbesondere Winkelinformationen von Objekten in der Umgebung des Radarsystems 1 ermitteln. Es ist die Ausbreitung des ersten Signals 100 und eines dritten Signals 300 gezeigt, wobei das erste Signal 100 und das dritte Signal 300 zeitversetzt ausgesandt werden. Insbesondere wird das erste Signal 100 von einer ersten Sendeantenne 4 und das dritte Signal 300 von einer zweiten Sendeantenne 5 ausgesandt.

Das Radarsystem 1 umfasst somit mehrere Sendeantennen 4, 5 und mehrere Empfangsantennen 6, 7, wobei bevorzugt jede Sendeantenne 4, 5 einer eigenen Sendeeinheit 10, 11 und jede Empfangsantenne 6, 7 einer eigenen Empfangseinheit 8, 9 zugeordnet ist. Somit ist insbesondere ermöglicht, dass Messungen von Abständen und Bewegungen im Raum durchgeführt werden können. Dadurch ist das Radarsystem 1 insbesondere in der Lage, eine genaue Erfassung von Objekten in der Umgebung des Radarsystems 1 durchzuführen.

Gleichzeitig sind jedoch sämtliche Komponenten des Radarsystems 1 einzeln und unabhängig deaktivierbar, wodurch einzelne Funktionen zugeschaltet oder weggeschaltet werden können. Somit lässt sich eine Leistungsaufnahme des Radarsystems 1 stets an aktuell geforderte Rahmenbedingungen anpassen. Insbesondere lässt sich durch den zuvor beschriebenen Stand-by-Betrieb Energie einsparen, wenn keine exakte und umfassende Detektion notwendig ist.

Sind mehrere Sendeantennen 4, 5 und mehrere Empfangsantennen 6, 7 aktiviert, so arbeitet das Radarsystem 1 in einem Multiple-Input-Multiple-Output (MI-MO)-Modus. Dies bedeutet, dass eine Richtungserkennung von detektierten Objekten in der Umgebung des Radarsystems 1 erreicht werden kann. Bei einem MIMO-Modus ist ermöglicht, dass nicht nur die zeitliche, sondern auch die räumliche Dimension zur Informationsübertragung genutzt werden kann.