Title:
Stromleiter
Kind Code:
A1


Abstract:

Stromleiter, insbesondere Lackdraht, welcher sich entlang einer Längsrichtung erstreckt, wobei der Stromleiter eine Oberfläche aufweist, welche derart geformt ist, dass zumindest im Wesentlichen quer zur Längsrichtung Fließwege für Vergussmaterial gebildet oder bildbar sind. embedded image




Inventors:
Oberhumer, Philipp, Dr. (80638, München, DE)
Fleischer, Gerd (86931, Prittriching, DE)
Application Number:
DE102017200605A
Publication Date:
07/19/2018
Filing Date:
01/17/2017
Assignee:
Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft, 80809 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102015210867A1N/A
DE3437840A1N/A



Foreign References:
20100244615
WO1995015569A1
Other References:
Elektromotor In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 03.12.2016, 12:59 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Elektromotor&oldid=160303386 [abgerufen am 06.10.2017]
Claims:
Stromleiter (20), insbesondere Lackdraht, welcher sich entlang einer Längsrichtung (L) erstreckt, wobei der Stromleiter (20) eine Oberfläche (24) aufweist, welche derart geformt ist, dass zumindest im Wesentlichen quer zur Längsrichtung (L) Fließwege (25) für Vergussmaterial (30) gebildet oder bildbar sind.

Stromleiter nach Anspruch 1, wobei die Oberfläche (24) des Stromleiters (20) regelmäßig und/oder unregelmäßig strukturiert ist.

Stromleiter nach Anspruch 2, wobei die Struktur durch eine Aufrauung der Oberfläche (24) gebildet ist, und wobei die Aufrauung durch Lasern, Ätzen und/oder ein mechanisches Bearbeiten der Oberfläche (24) gebildet ist.

Stromleiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Oberfläche (24) schräg und/oder quer zur Längsrichtung (L) Vor- und/oder Rücksprünge aufweist.

Stromleiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Außenquerschnitt des Stromleiters (20) unrund ist, und wobei der Stromleiter (20) um seine Längsrichtung (L) verdrillt ist.

Stromleiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Oberfläche (24) Zusatzelemente (30) umfasst.

Stromleiter nach Anspruch 6, wobei die Zusatzelemente (30) partikel-, faser-, band- und/oder streifenförmig sind.

Bauteil, umfassend zumindest eine Wicklung (40) zumindest eines Stromleiters (20), wobei der zumindest eine Stromleiter (20) eine Oberfläche (24) aufweist, welche derart geformt ist, dass in der Wicklung (40) im Wesentlichen quer zu einer Längsrichtung (L) des zumindest einen Stromleiters (20) Fließwege (25) für Vergussmaterial gebildet sind.

Bauteil nach Anspruch 8, wobei der Stromleiter (20) ein Stromleiter (20) nach einem der Ansprüche 1-7 ist.

Bauteil nach einem der Ansprüche 8-9, wobei die Wicklung (40) voneinander beabstandete Wicklungsabschnitte (42) aufweist, welche zumindest teilweise mit dem Vergussmaterial gefüllt sind.

Bauteil nach einem der Ansprüche 8-10, wobei das Bauteil ein Rotor (50) einer elektrischen Maschine ist, und wobei Rotornuten (54) des Rotors (50) zumindest teilweise mit dem Vergussmaterial gefüllt sind.

Verfahren zum Herstellen einer Wicklung, umfassend die Schritte:
- Wickeln eines Stromleiters (20) zu einer Wicklung (40), wobei der Stromleiter (20) ausgebildet ist oder wird, Fließwege (25) für Vergussmaterial zu formen/bilden;
- Imprägnieren der Wicklung (40) durch Aufbringen von Vergussmaterial und Schließen bzw. Füllen der Fließwege (25).

Verfahren nach Anspruch 12, umfassend den Schritt:
- Aufbringen des Vergussmaterials auf die Wicklung (40).

Verfahren nach einem der Ansprüche 12-13, wobei die Wicklung (40) eine Vielzahl von sich im Wesentlichen radial erstreckenden Wicklungsabschnitten (42) aufweist, zwischen welchen sich Zwischenräume (44) erstrecken: umfassend die Schritte:
- Zumindest bereichsweises Füllen der Zwischenräume (44) mit dem Vergussmaterial, insbesondere durch ein Spritzgussverfahren.

Verfahren nach einem der Ansprüche 12-14, wobei das Imprägnieren der Wicklung (40) und das Füllen der Zwischenräume (44) im gleichen Arbeitsgang erfolgen.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Stromleiter, insbesondere einen Lackdraht, ein Bauteil sowie ein Verfahren zum Herstellen einer Wicklung.

Ein Stromleiter der in Rede stehenden Art, insbesondere Lackdraht, wird zum Aufbau von Spulen verwendet, wie sie in der Elektrotechnik Anwendung finden. Derartige Spulen bestehen in der Regel aus mindestens einer Wicklung eines Stromleiters aus Draht, beispielsweise Kupferlackdraht, der meist auf einen Spulenkörper gewickelt ist. In der Wicklung liegen die einzelnen Drähte sehr eng aneinander, was gewollt ist, um einen hohen Füllfaktor zu erzielen. Durch das enge Aneinanderliegen der Drähte im Drahtbündel, wie beispielsweise in den Nuten eines Rotors einer stromerregten Elektromaschine, ist eine vollständige Befüllung der Zwickel und Leerräume im Drahtbündel mit einem Verguss- oder Verspritzungsmaterial allerdings schwierig. Dies gilt insbesondere, wenn die Produktionstaktzeit möglichst kurz sein soll und höherfeste Verguss- bzw. Verspritzungsmaterialien mit hohen mechanischen Festigkeiten im Endzustand verwendet werden sollen. Diese haben tendenziell höhere Viskositäten im Verarbeitungszustand und/oder beinhalten Füllstoffe, welche sich nur schwer in die engen Zwickel und Leerräume bringen lassen.

Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Stromleiter, ein Bauteil sowie ein Verfahren zur Herstellung einer Wicklung anzugeben, welche die vorgenannten Nachteile beseitigen und dabei kurze Taktzeiten ermöglichen.

Diese Aufgabe wird durch einen Stromleiter gemäß Anspruch 1, ein Bauteil gemäß Anspruch 8 sowie durch ein Verfahren gemäß Anspruch 12 gelöst. Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie der Beschreibung und den beigefügten Figuren.

Erfindungsgemäß weist ein Stromleiter, insbesondere ein (Kupfer-)Lackdraht, welcher sich entlang einer Längsrichtung erstreckt, eine Oberfläche auf, welche derart geformt ist, dass zumindest im Wesentlichen quer zur Längsrichtung ein oder mehrere Fließwege für ein Material, insbesondere ein Vergussmaterial, gebildet oder bildbar ist/sind. Zweckmäßigerweise ist also die Oberfläche derart ausgebildet bzw. geformt oder modifiziert, dass zwischen benachbarten, aneinander liegenden Drähten bzw. Drahtabschnitten Fließwege bereitgestellt werden. Mit anderen Worten liegen die Drähte nebeneinander zumindest nicht über ihre ganze Länge „Kante an Kante“. Dabei sind die Fließwege als Ausnehmungen, Öffnungen, Kanäle oder Löcher zur verstehen, welche ein Hindurch- bzw. Hineinfließen des Vergussmaterials ermöglichen bzw. erlauben.

Der Begriff „Längsrichtung“ ist als die Richtung zu verstehen, entlang derer sich der Stromleiter erstreckt. Diese Richtung ist abhängig von der Art und dem Verlauf der Wicklung. In der Regel weist die Wicklung mehrere Windungslagen auf, sodass der Ausdruck „quer zur Längsrichtung“ auch dahingehend zu verstehen ist, dass Fließwege im Wesentlichen quer zu einer Windungslage bzw. in der Windungslage gebildet oder bildbar sind.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist ein Spulenkern der Spule ein Rotor, insbesondere beispielsweise ein Rotor einer stromerregten Synchronmaschine. Ein wie oben beschriebener Stromleiter ermöglicht bessere Füllgrade der Rotornuten mit einem Imprägnier- bzw. Verguss- oder Verspritzungsmaterial, was zu einer besseren Wärmeableitung der Verlustwärme (bessere Kühlung) und einer höheren Festigkeit des Gesamtsystems führt. Die Isolierung der Stromleiter bzw. der Drähte untereinander wird verbessert, da zwischen diesen mehr isolierendes Material vorhanden ist. Die gesamte Wicklung bzw. das Drahtbündel ist in der Rotornut besser fixiert/eingebettet, wodurch insbesondere bei abrupten Drehzahländerungen weniger Unwucht entsteht. Dies wiederum resultiert in einer geringeren Beanspruchung der Rotorwellenlager und damit in einer höheren Lebensdauer. Die Relativbewegung der Drähte in der Wicklung wird minimiert oder sogar verhindert, wodurch die elektrische Haltbarkeit der Lackdrahtisolierung gesteigert wird, da sich die Drähte nicht mehr gegenseitig aufscheuern können. So umfasst der Stromleiter gemäß einer bevorzugten Ausführungsform beispielsweise einen Kupferkern, welcher von einer isolierenden Lackschicht umgeben ist, wobei eine Dicke der Lackschicht gemäß verschiedener Ausführungsformen etwa 10-60 µm beträgt. Die tatsächliche Dicke ist z. B. per Norm, abhängig von den verschiedenen Wärmeklassen, vorgegeben. Zweckmäßigerweise bildet die vorgenannte Lackschicht die Oberfläche aus. Alternativ können auf diese Lackschicht noch eine weitere Schicht oder eine Beschichtung bzw. auch mehrere Schichtlagen oder Beschichtungslagen aufgetragen sein, welche die Oberfläche des Stromleiters formen.

Gemäß einer Ausführungsform ist die auf die Lackschicht aufgebrachte Schicht oder Beschichtung, welche die Oberfläche ausformt, bereits aus dem Verspritzungsmaterial gebildet, welches zum späteren Verspritzen, Vergie-ßen, Verfestigen, Imprägnieren etc. verwendet wird.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Oberfläche des Stromleiters regelmäßig und/oder unregelmäßig strukturiert. Dabei ist die Struktur zweckmäßigerweise derart ausgebildet, dass beim Aufeinanderliegen bzw. Aneinanderliegen entsprechender Stromleiterabschnitte ein oder mehrere Fließwege gebildet sind. Mit anderen Worten sind direkt aneinander grenzende Stromleiterabschnitte quasi zumindest abschnittsweise voneinander beabstandet, wobei die Abstände die Fließwege bilden. Die Dimensionierung dieser Fließwege ist abhängig von den verwendeten Drahtquerschnitten und kann von einigen µm bis hin zu wenigen mm reichen.

Gemäß einer Ausführungsform ist die Struktur durch eine Aufrauung der Oberfläche gebildet. Gemäß einer Ausführungsform ist die Aufrauung durch Lasern, Ätzen und/oder ein mechanisches Bearbeiten der Oberfläche gebildet. Zweckmäßigerweise kann die Struktur also insbesondere auch nachträglich in den Stromleiter bzw. in den Lackdraht eingearbeitet bzw. eingebracht werden. Dies bedeutet, dass beispielweise herkömmlicher Lackdraht in einem (weiteren) Verfahrensschritt derart bearbeitet bzw. weiterverarbeitet wird, dass die Oberfläche so geformt ist, die vorgenannten Fließwege zu bilden. Das vorgenannte mechanische Bearbeiten kann beispielsweise auch durch ein Anschleifen, Aufkratzen, Ritzen, Auffluseln oder dergleichen realisiert werden. Grundsätzlich geht es darum, dass die Struktur entsprechend ausgebildete Vertiefungen, Erhebungen bzw. auch Hinterschneidungen oder dergleichen aufweist, um die Fließwege auszuformen.

Gemäß einer Ausführungsform weist die Oberfläche schräg und/oder quer zur Längsrichtung Vor- und/oder Rücksprünge auf. Die Vor- und/oder Rücksprünge sind beispielsweise durch entsprechend voneinander beabstandete Rillen oder Stege gebildet, welche sich entlang und/oder quer zur Längsrichtung erstrecken. Gemäß einer Ausführungsform ist der Stromleiter auch spiralförmig gerillt. Ein Querschnitt der Rille kann dabei gemäß verschiedener Ausführungsformen beispielsweise V- oder U-förmig bzw. auch in der Form eines Kreissegments ausgebildet sein. Die Tiefe und Dimensionierung ist auch hier wieder von der Größe, insbesondere des Stromleiters, abhängig.

Gemäß einer Ausführungsform ist ein Außenquerschnitt des Stromleiters unrund, wobei der Stromleiter bevorzugt gleichzeitig um seine Längsrichtung verdrillt ist. Beispielsweise ist der Stromleiter oval, dreiecksförmig oder auch mehreckig, wie beispielsweise vier- oder fünf- oder sechseckig etc. Durch diese Ausgestaltung in Kombination mit dem Verdrillen können beim Aneinanderliegen derart ausgebildeter Stromleiter ebenfalls die vorteilhaften Fließwege realisiert werden.

Gemäß einer Ausführungsform ist ein Drahtkern des Stromleiters derart geformt, dass die Fließwege für Vergussmaterial gebildet oder bildbar sind. Hierzu ist ein Querschnitt des Drahtkerns nicht oder zumindest abschnittsweise nicht rund, insbesondere kreisrund, ausgebildet, sondern beispielsweise unrund. Der Drahtkern kann z. B., zumindest abschnittsweise, gequetscht sein (z. B. abwechselnd auf eine Länge von ca. 1 mm entlang der Längsachse gequetscht, im Anschluss auf eine Länge von ca. 1 mm kreisrund etc.). Eine derartige (abschnittsweise) Quetschung kann z. B. mit einer oder mehreren profilierten Rollen eingearbeitet werden, über oder durch welche der Draht(-Kern) vor der Lackbeschichtung durchgeführt wird. Versehen mit einer konstant dicken Lackschicht bzw. Beschichtung, kann so die Struktur zum Formen/Bilden der Fließwege ausgebildet werden. Ein derart ausgebildeter Drahtkern kann zusätzlich auch um seine Längsachse verdreht oder verdrillt sein.

Gemäß einer Ausführungsform umfasst die Oberfläche Zusatzelemente. Mit anderen Worten sind die Zusatzelemente z. B. in der Oberfläche, beispielsweise in der Lackschicht bzw. zumindest in der äußersten Beschichtungslage eingelagert, insbesondere eingebettet oder eingeklebt, insbesondere befestigt. Zweckmäßigerweise sind die Zusatzelemente derart ausgelegt, dass sie die Fließwege formen, insbesondere dadurch, dass die Zusatzelemente beispielsweise gegenüber der übrigen Oberfläche zumindest bereichsweise erhaben sind und z. B. Vorsprünge bzw. Erhebungen formen.

Gemäß einer Ausführungsform sind die Zusatzelemente partikel-, faser-, band- und/oder streifenförmig ausgebildet. Mögliche Formen bzw. Materialien sind beispielsweise Glaskugeln, Glasfaserstücke, Carbonfaserstücke, Wollastonitnadeln, Glimmersplitter, beispielsweise mit einem Durchmesser von etwa 20-70 µm.

Die Erfindung richtet sich auch auf ein Bauteil, beispielsweise eine Spule, umfassend zumindest eine Wicklung zumindest eines Stromleiters, wobei der zumindest eine Stromleiter eine Oberfläche aufweist, welche derart geformt ist, dass in der Wicklung im Wesentlichen quer zu einer Längsrichtung des zumindest einen Stromleiters ein oder mehrere Fließwege für Vergussmaterial gebildet sind.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem Stromleiter um den erfindungsgemäßen Stromleiter.

Gemäß einer Ausführungsform weist die Wicklung, welche sich entlang einer Mittel- bzw. Rotationsachse erstreckt, voneinander beabstandete Wicklungsabschnitte auf, welche sich insbesondere im Wesentlichen radial zu der vorgenannten Mittel- bzw. Rotationsachse erstrecken und wobei die voneinander beabstandeten Wicklungsabschnitte zumindest bereichs- oder teilweise mit dem Vergussmaterial gefüllt sind. Zweckmäßigerweise handelt es sich bei dem Vergussmaterial, welches zwischen den Wicklungsabschnitten angeordnet ist um das gleiche Vergussmaterial, welches innerhalb der Wicklung angeordnet ist.

Gemäß einer Ausführungsform ist das Bauteil ein Rotor einer elektrischen Maschine, wobei die Rotornuten des Rotors zumindest teilweise mit dem Vergussmaterial gefüllt sind. Mit anderen Worten stellt also der Rotor den Spulenkern der Spule dar. Insbesondere handelt es sich mit Vorteil um einen Rotor einer stromerregten Synchronmaschine.

Zweckmäßigerweise erstrecken sich die Fließwege insbesondere im Wesentlichen radial in Bezug auf die vorgenannte Rotationsachse bzw. sind derart ausgelegt oder ausgebildet, dass insbesondere ein Hineinfließen von Vergussmaterial von außen nach innen, in Bezug auf die Rotationsachse bzw. einen Querschnitt der Wicklung, möglich ist.

Die Erfindung richtet sich weiter auf ein Verfahren zum Herstellen einer Wicklung, umfassend die Schritte:

  • - Wickeln eines Stromleiters zu einer Wicklung, wobei der Stromleiter ausgebildet ist oder wird, Fließwege für Vergussmaterial zu formen/bilden;
  • - Imprägnieren der Wicklung durch Aufbringen bzw. insbesondere Einbringen von Vergussmaterial in die Wicklung und, möglichst vollständiges, Schließen bzw. Füllen der Fließwege.
Die Oberfläche des Stromleiters kann gemäß einer Ausführungsform direkt im Rahmen bzw. während des Wicklungsverfahrens derart bearbeitet werden, dass die Fließwege gebildet sind oder gebildet werden können. Es kann aber auch ein Stromleiter verwendet werden, welcher bereits eine entsprechend strukturierte Oberfläche aufweist.

Gemäß einer Ausführungsform weist die Wicklung eine Vielzahl von sich im Wesentlichen radial erstreckenden Wicklungsabschnitten auf, zwischen welchen sich Zwischenräume erstrecken, wobei das Verfahren den Schritt umfasst:

  • - Zumindest bereichsweises Füllen der Zwischenräume mit dem Vergussmaterial.

Allgemeiner ausgedrückt umfasst das Verfahren mit Vorteil den Schritt:

  • - Aufbringen von Vergussmaterial auf die Wicklung.
Zunächst erfolgt also mit Vorteil das Aufbringen bzw. Einbringen des Vergussmaterials in die Wicklung, anschließend das Aufbringen auf die Wicklung.

Zweckmäßigerweise umfasst das Verfahren den Schritt:

  • - Aufbringen bzw. Einbringen des Vergussmaterials durch ein Spritzgussverfahren.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt das Aufbringen bzw. Einbringen des Vergussmaterials insbesondere unter Druck, beispielsweise durch ein Spritzgussverfahren. Hierbei wird die Wicklung bzw. die Spule in entsprechende Werkzeughälften einer Spritzgussmaschine eingelegt.

Bei dem Vergussmaterial handelt es sich gemäß bevorzugten Ausführungsformen beispielsweise um ein duroplastisches Material. Zweckmäßigerweise ist also die Wicklung mit einem duroplastischem Werkstoff imprägniert, wobei dieses Imprägnieren, durch das Aufbringen des Drucks, sehr schnell erfolgt. Der Druck wirkt derart, dass die Stromleiter der Wicklung beim Imprägnieren aneinander gedrückt werden. Ein Hineinfließen von Imprägniermaterial bzw. Vergussmaterial in die Wicklung ist damit unmöglich. Mit Vorteil ist aber vorliegend der Stromleiter entsprechend ausgebildet bzw. geformt, dass auch unter Druck ausreichend große Fließwege bereitgestellt sind. In der Folge können für das gesamte Verfahren, umfassend auch das Aufbringen des Vergussmaterials auf die Wicklung, Taktzeiten von wenigen Minuten realisiert werden.

Mit Vorteil können engste und kleinste Zwickel bzw. Leerräume zwischen den Drähten der Wicklung geschlossen werden, insbesondere auch bei Verwendung von höherfesten Verguss- bzw. Verspritzungsmaterialien mit hohen mechanischen Festigkeiten im Endzustand. Diese haben tendenziell höhere Viskositäten im Verarbeitungszustand und/oder beinhalten Füllstoffe, welche sich sonst eher schwierig in die engen Zwickel und Leerräume bringen lassen. So umfasst das Verspitzungsmaterial mit Vorteil gemäß einer Ausführungsform Füllstoffe, beispielsweise faserförmige Füllstoffe, Glasfaserstücke, Glas- und/oder Keramikkugeln. Zweckmäßigerweise sind die Füllstoffe aus elektrischen Nichtleitern gebildet. Die Füllstoffe erhöhen zweckmäßigerweise, wie erwähnt, die mechanische Festigkeit der gesamten Struktur im Endzustand bzw. im ausgehärteten Zustand.

Zweckmäßigerweise erfolgen das Imprägnieren der Wicklung und das Füllen der Zwischenräume im gleichen Arbeitsgang, mit anderen Worten also das Aufbringen des Vergussmaterials in und auf die Wicklung. Allgemeiner ausgedrückt erfolgen das Imprägnieren der Wicklung und deren Fixierung gegenüber einem anderen Bauteil, wie einem Spulenkörper, bzw. auch zu sich selbst im gleichen Arbeitsgang und insbesondere auch mit dem gleichen Verguss bzw. Imprägnier- oder Verspritzungsmaterial. Dies ermöglicht mit Vorteil die äußerst kurzen Taktzeiten, da beispielsweise der gesamte Vorgang bzw. das gesamte Verfahren in einem Werkzeug, beispielsweise in dem vorgenannten Spritzgusswerkzeug, erfolgen kann.

Im Falle des bereits angesprochenen Rotors (bzw. auch Stators) kann vorteilhaft auch die Nutgrundisolierung gleichzeitig in dem einen Arbeitsgang hergestellt werden.

Für das erfindungsgemäße Verfahren gelten die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Stromleiter bzw. mit dem erfindungsgemäßen Bauteil erwähnten Vorteile und Merkmale analog und entsprechend sowie umgekehrt und untereinander.

Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen von Stromleitern bzw. Bauteilen mit Bezug auf die beigefügten Figuren. Verschiedene Merkmale können dabei im Rahmen der Erfindung miteinander kombiniert werden.

Es zeigen:

  • 1: zwei Schnittdarstellungen einer Wicklung bzw. eines Stromleiters;
  • 2: ein Längsschnitt durch einen Stromleiter zum Verdeutlichen einer möglichen Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Stromleiters;
  • 3: Längsschnitte durch einen Stromleiter, welcher Zusatzelemente aufweist;
  • 4: eine Schnittdarstellung eines Rotors einer elektrischen Maschine quer zu dessen Rotationsachse.

1 zeigt in seiner linken Bildhälfte eine Wicklung 40, umfassend ein oder mehrere Stromleiter 20. In der rechten Bildhälfte sind drei Stromleiter 20 exemplarisch herausgegriffen, wobei sich jeder der Stromleiter 20 entlang einer Längsrichtung L erstreckt. Zu erkennen ist, dass entlang einer Fließrichtung F, welche exemplarisch mittels eines Pfeils skizziert ist, nur schwerlich ein Eindringen bzw. Einbringen von Imprägnier- oder Vergussmaterial in einen Zwickel bzw. Leerraum 26, welcher zwischen den Stromleitern 20 ausgebildet ist, möglich ist. Das vollständige Imprägnieren derartiger Wicklungen dauert entsprechend lange bzw. ist überhaupt nur schwer möglich.

2 zeigt nun einen Längsschnitt eines Stromleiters 20 entlang einer Längsrichtung L. Im linken Teil weist der Stromleiter 20, welcher einen Drahtkern 21 aufweist, eine typische, insbesondere kreisrund ausgebildete, Oberfläche 24 auf. Die vorgenannte Oberfläche 24 wird durch eine Lackschicht 22 gebildet. Im rechten Teil ist dargestellt, dass die Oberfläche 24 strukturiert, beispielsweise aufgeraut, oder dergleichen, ist, wodurch, insbesondere beim Aneinanderliegen derart ausgebildeter Stromleiter 20 quer zur Längsrichtung L Fließwege 25 für Imprägnier- bzw. Vergussmaterial gebildet werden können.

3 zeigt nun in seiner linken Bildhälfte einen Stromleiter 20 umfassend einen Drahtkern 21, welcher von einer Lackschicht 22 und einer zusätzlichen Beschichtung bzw. Schicht 23 umgeben ist. In diese Schicht bzw. Beschichtung 23 sind Zusatzelemente 30, in der hier gezeigten Ausführungsform in der Form von Partikeln, eingelassen bzw. eingebettet, sodass eine Oberfläche 24 zumindest teilweise durch diese geformt ist. In der rechten Bildhälfte ist dargestellt, wie zwischen zwei derartigen Stromleitern Fließwege 25, insbesondere im Wesentlichen quer zu den Längsrichtungen L der Stromleiter 20 geformt sind, insbesondere dadurch, dass die Stromleiter 20 sozusagen nur teilweise aneinander liegen bzw. teilweise voneinander beabstandet sind, sodass sich Fließwege in Form von Kanälen, Öffnungen und dergleichen bilden.

4 zeigt nun in einer Schnittdarstellung einen Rotor 50, umfassend eine Rotorachse R, wobei sich umfänglich eine Vielzahl von Rotorzähnen 52 erstreckt. Dargestellt sind vorliegend zwei Rotorzähne, welche sich entlang der Rotorachse erstrecken, und welche dazwischen eine Rotornut 54 formen. Zu erkennen sind entsprechende Wicklungsabschnitte 42 einer Wicklung, da es sich bei der hier gezeigten Ausführungsform des Rotors insbesondere um einen Rotor einer stromerregten Synchronmaschine handelt. Zwischen den Wicklungsabschnitten 42 ist ein entsprechender Zwischenraum 44 geformt, welcher bevorzugt ebenfalls mit Vergussmaterial (hier nicht dargestellt), zumindest bereichsweise, gefüllt ist, insbesondere zum Verfestigen der Wicklung und zur Fixierung.

Bezugszeichenliste

20
Stromleiter
21
Drahtkern
22
Lackschicht
23
Beschichtung, Schicht
24
Oberfläche
25
Fließweg
26
Zwickel, Leerraum
30
Zusatzelement
40
Wicklung
42
Wicklungsabschnitt
44
Zwischenraum
50
Rotor
52
Rotorzahn
54
Rotornut
L
Längsrichtung
R
Rotorachse
F
Fließrichtung