Title:
Ablenkvorrichtung für einen optoelektronischen Sensor eines Kraftfahrzeugs mit zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten, optoelektronischer Sensor, Fahrerassistenzsystem, Kraftfahrzeug sowie Verfahren
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Ablenkvorrichtung (13) für einen optoelektronischen Sensor (5) eines Kraftfahrzeugs (1), mit zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14), welche jeweils dazu ausgelegt sind, Lichtstrahlen (16, 16') in vorbestimmte Ablenkwinkel (a, a') abzulenken, wobei die zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14) jeweils einen Eintrittsbereich (15) zum Einkoppeln der Lichtstrahlen (16, 16') und einen Austrittsbereich (18) zum Auskoppeln der abgelenkten Lichtstrahlen (16, 16') aufweisen, wobei die Ablenkvorrichtung (13) ein optisches Element (21) umfasst, welches mit den jeweiligen Austrittsbereichen (18) der zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14) verbunden ist und welches dazu ausgelegt ist, die von den zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14) abgelenkten Lichtstrahlen (16, 16') jeweils in einen vorbestimmten Erfassungsbereich (29a, 29b) zu führen. embedded image




Inventors:
Bertschinger, Bernd (74321, Bietigheim-Bissingen, DE)
Nguyen, Ho-Hoai-Duc (74321, Bietigheim-Bissingen, DE)
Lin, Lin (74321, Bietigheim-Bissingen, DE)
Stricker-Shaver, Daniel (74321, Bietigheim-Bissingen, DE)
Application Number:
DE102017102635A
Publication Date:
08/16/2018
Filing Date:
02/10/2017
Assignee:
Valeo Schalter und Sensoren GmbH, 74321 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE4411994A1N/A1995-11-02



Foreign References:
89950382015-03-31
200802850102008-11-20
201402406912014-08-28
WO2014200581A22014-12-18
Claims:
Ablenkvorrichtung (13) für einen optoelektronischen Sensor (5) eines Kraftfahrzeugs (1), mit zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14), welche jeweils dazu ausgelegt sind, Lichtstrahlen (16, 16') in vorbestimmte Ablenkwinkel (a, a') abzulenken, wobei die zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14) jeweils einen Eintrittsbereich (15) zum Einkoppeln der Lichtstrahlen (16, 16') und einen Austrittsbereich (18) zum Auskoppeln der abgelenkten Lichtstrahlen (16, 16') aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablenkvorrichtung (13) ein optisches Element (21) umfasst, welches mit den jeweiligen Austrittsbereichen (18) der zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14) verbunden ist und welches dazu ausgelegt ist, die von den zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14) abgelenkten Lichtstrahlen (16, 16') jeweils in einen vorbestimmten Erfassungsbereich (29a, 29b) zu führen.

Ablenkvorrichtung (13) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Element (21) derart ausgebildet ist, dass sich die jeweiligen Erfassungsbereiche (29, 29b) voneinander unterscheiden.

Ablenkvorrichtung (13) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Element (21) derart ausgebildet ist, dass sich die jeweiligen Erfassungsbereiche (29, 29b) zumindest bereichsweise überlappen.

Ablenkvorrichtung (13) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweiligen elektro-optische Ablenkeinheiten (14) dazu ausgelegt sind, die jeweiligen Lichtstrahlen derart abzulenken, dass das optische Element (21) die Lichtstrahlen (16, 16') nacheinander zu vorbestimmten Sendewinkeln (β, β') in dem jeweiligen Erfassungsbereich (29a, 29b) führt.

Ablenkvorrichtung (13) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweiligen Sendewinkel (β, β') derart vorbestimmt sind, dass das optische Element (21) die jeweiligen Lichtstrahlen (16, 16') in Bereiche (32a, 32b) führt, welche jeweils entlang einer vorbestimmten Bahnkurve (30a, 30b) angeordnet sind.

Ablenkvorrichtung (13) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Element (21) derart ausgebildet sind, dass sich die jeweiligen Erfassungsbereiche (29, 29b) bereichsweise überlappen und die jeweiligen Bahnkurven (30a, 30b) einen Versatz (31) zueinander aufweisen.

Ablenkvorrichtung (13) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bereiche (32a, 32b) der jeweiligen Lichtstrahlen (16, 16') alternierend zueinander angeordnet sind.

Ablenkvorrichtung (13) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Element (21) für jedes der zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14) eine Einkoppelfläche (22a, 22b) zum Einkoppeln der abgelenkten Lichtstrahlen (16, 16') aufweist.

Ablenkvorrichtung (13) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Element (21) für jedes der zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14) eine Auskoppelfläche (26a, 26b) zum Auskoppeln der Lichtstrahlen (16, 16') aufweist.

Ablenkvorrichtung (13) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zwei elektro-optische Ablenkeinheiten (14) jeweils einen Lichtleiter (17) zum Führen der Lichtstrahlen (16, 16') durch Totalreflexion der Lichtstrahlen (16, 16') an Grenzflächen des Lichtleiters (17) und ein Element (19) zum Beeinflussen eines Eintrittswinkels der dem Lichtleiter (17) zugeführten Lichtstrahlen (16, 16') und/oder eines Austrittswinkels der aus dem Lichtleiter (17) austretenden Lichtstrahlen (16, 16') aufweisen.

Optoelektronischer Sensor (5) für ein Kraftfahrzeug (1) mit einer Ablenkvorrichtung (13) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.

Optoelektronischer Sensor (5) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der optoelektronische Sensor (5) als abtastender Lidar-Sensor ausgebildet ist.

Fahrerassistenzsystem (2) für ein Kraftfahrzeug (1) mit zumindest einem optoelektronischen Sensor nach Anspruch 11 oder 12.

Kraftfahrzeug (1) mit einem Fahrerassistenzsystem (2) nach Anspruch 13.

Verfahren zum Betreiben einer Ablenkvorrichtung (13) für einen optoelektronischen Sensor (5) eines Kraftfahrzeugs (1), bei welchem mit zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14) jeweils Lichtstrahlen (16, 16') in vorbestimmte Ablenkwinkel (a, a') abgelenkt werden, wobei die zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14) jeweils einen Eintrittsbereich (15), in welchen die Lichtstrahlen (16, 16') eingekoppelt werden, und einen Austrittsbereich (18) zum Auskoppeln der abgelenkten Lichtstrahlen (16, 16') aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die von den zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten (14) abgelenkten Lichtstrahlen (16, 16') mittels eines optischen Elements (21) der Ablenkvorrichtung (13) jeweils in einen vorbestimmten Erfassungsbereich (29a, 29b) geführt werden, wobei das optische Element (21) mit den jeweiligen Austrittsbereichen (18) der zumindest zwei elektro-optische Ablenkeinheiten (14) verbunden ist.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ablenkvorrichtung für einen elektro-optischen Sensor eines Kraftfahrzeugs mit zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten, welche jeweils dazu ausgelegt sind, Lichtstrahlen in vorbestimmte Ablenkwinkel abzulenken, wobei die zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten jeweils einen Eintrittsbereich zum Einkoppeln der Lichtstrahlen und einen Austrittsbereich zum Auskoppeln der abgelenkten Lichtstrahlen aufweisen. Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung einen optoelektronischen Sensor. Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein Fahrerassistenzsystem. Außerdem betrifft die vorliegende Erfindung ein Kraftfahrzeug. Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer Ablenkvorrichtung für einen optoelektronischen Sensor eines Kraftfahrzeugs.

Das Interesse richtet sich vorliegend auf optoelektronische Sensoren für Kraftfahrzeuge. Derartige optoelektronische Sensoren können beispielsweise als Lidar-Sensoren (Lidar - Light Detection and Ranging) ausgebildet sein. Solche optoelektronischen Sensoren werden beispielsweise in Kraftfahrzeugen verbaut, um während der Fahrt beziehungsweise im Betrieb des Kraftfahrzeugs die Umgebung des Kraftfahrzeugs zu erfassen. Bei dem optoelektronischen Sensor handelt es sich dabei insbesondere um eine abtastende optische Messvorrichtung, mittels welcher Objekte beziehungsweise Hindernisse in der Umgebung des Kraftfahrzeugs erfasst werden können. Beispielsweise kann mit dem optoelektronischen Sensor ein Abstand zwischen dem Kraftfahrzeug und dem Objekt auf Grundlage der Laufzeit eines Lichtpulses beziehungsweise nach dem sogenannten Time-of-Flight-Prinzip bestimmt werden. Der optoelektronische Sensor umfasst üblicherweise einen Sender, der beispielsweise eine Laserdiode aufweist, mittels welcher ein optisches Sendesignal in Form eines Lichtpulses oder eines Lichtstrahls ausgesendet werden kann. Darüber hinaus umfasst der optoelektronische Sensor einen entsprechenden Empfänger, welcher beispielsweise zumindest eine Fotodiode aufweist, mittels welchem der von dem Objekt reflektierte Lichtstrahl als Empfangssignal empfangen werden kann.

Mit dem optoelektronischen Sensor werden die Lichtstrahlen in einem vorbestimmten Erfassungsbereich ausgesendet. Zum Ablenken der Lichtstrahlen beziehungsweise des Laserlichts innerhalb des Erfassungsbereichs weist der Sender eine Ablenkvorrichtung auf. Hierzu sind aus dem Stand der Technik unterschiedliche Ablenkvorrichtungen bekannt. Beispielsweise werden Ablenkvorrichtungen verwendet, welche Ablenkspiegel oder ein Array aus Mikrospiegeln umfassen. Vorliegend gilt das Interesse Ablenkvorrichtungen, welche eine elektro-optische Ablenkeinheit aufweisen. Mit diesen elektro-optischen Ablenkeinheiten, welche keine beweglichen mechanischen Teile aufweisen, können die Lichtstrahlen in zwei Raumrichtungen mit einer hohen Winkelauflösung und einer hohen Abtastrate abgelenkt werden.

Diese elektro-optischen Ablenkeinheiten können beispielsweise einen Lichtleiter aufweisen, in welchem die Lichtstrahlen durch Totalreflexion an Grenzflächen geführt werden. Zudem können Elemente vorgesehen sein, mit denen ein Eintrittswinkel, unter welchem der Lichtstrahl in den Lichtleiter eingekoppelt wird, und/oder ein Austrittswinkel, unter welchem der Lichtstrahl aus dem Lichtleiter austritt, beeinflusst werden können. Diese Elemente können beispielsweise Flüssigkristalle umfassen, deren Brechungsindex unter Einfluss eines elektrischen Felds verändert werden kann. Eine solche Ablenkeinheit ist beispielsweise in der US 8 995 038 B1 beschrieben.

Darüber hinaus beschreibt die WO 2014/200 581 A2 ein Lidar-System, bei welchem mittels einer elektro-optischen Ablenkeinheit ein Laserstrahl in unterschiedliche Raumrichtungen abgelenkt wird. Dabei ist die elektro-optische Ablenkeinheit insbesondere als sogenannter Steerable Electro-Evanesent Optical Reflector (SEEOR) ausgebildet. Am Ausgang der Ablenkeinheit kann ferner ein Polarisationsgitter angeordnet werden, um die Strahlqualität zu erhöhen.

Wenn derartige elektro-optische Ablenkeinheiten in Lidar-Sensoren für Kraftfahrzeuge eingesetzt werden, sind diese bezüglich ihres Erfassungsbereichs in horizontaler und vertikaler Richtung begrenzt. Um Objekte mit dem Lidar-Sensor zuverlässig erfassen zu können, sind zudem eine höhere Winkelauflösung sowie eine höhere Abtastrate wünschenswert.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Ablenkvorrichtung der eingangs genannten Art bereitzustellen, mittels welcher ein optoelektronischer Sensor für ein Kraftfahrzeug bedarfsgerechter und effizienter betrieben werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Ablenkvorrichtung, durch einen elektro-optischen Sensor, durch ein Fahrerassistenzsystem, durch ein Kraftfahrzeug sowie durch ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß den jeweiligen unabhängigen Ansprüchen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Gemäß einer Ausführungsform umfasst eine Ablenkvorrichtung für einen optoelektronischen Sensor eines Kraftfahrzeugs zumindest zwei elektro-optische Ablenkeinheiten. Dabei sind die zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten bevorzugt dazu ausgelegt, Lichtstrahlen in vorbestimmte Ablenkwinkel abzulenken. Die zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten weisen insbesondere jeweils einen Eintrittsbereich zum Einkoppeln der Lichtstrahlen und einen Austrittsbereich zum Auskoppeln der abgelenkten Lichtstrahlen auf. Darüber hinaus umfasst die Ablenkvorrichtung bevorzugt ein optisches Element, welches insbesondere mit den jeweiligen Austrittsbereichen der zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten verbunden ist. Zudem ist das optische Element bevorzugt dazu ausgelegt, die von den zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten abgelenkten Lichtstrahlen jeweils in einen vorbestimmten Erfassungsbereich zu führen.

Eine erfindungsgemäße Ablenkvorrichtung für einen optoelektronischen Sensor eines Kraftfahrzeugs umfasst zumindest zwei elektro-optische Ablenkeinheiten, welche jeweils dazu ausgelegt sind, Lichtstrahlen in vorbestimmte Ablenkwinkel abzulenken, wobei die zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten jeweils einen Eintrittsbereich zum Einkoppeln der Lichtstrahlen und einen Austrittsbereich zum Auskoppeln der abgelenkten Lichtstrahlen aufweisen. Darüber hinaus umfasst die Ablenkvorrichtung ein optisches Element, welches mit den jeweiligen Austrittsbereichen der zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten verbunden ist und welches dazu ausgelegt ist, die von den zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten abgelenkten Lichtstrahlen jeweils in einen vorbestimmten Erfassungsbereich zu führen.

Die Ablenkvorrichtung kann in einem optoelektronischen Sensor für ein Kraftfahrzeug eingesetzt werden. Ein solcher optoelektronische Sensor kann als Lidar-Sensor und insbesondere als abtastender Lidar-Sensor ausgebildet sein. Bevorzugt kann die Ablenkvorrichtung in einem Sender des optoelektronischen Sensors verwendet werden. Mit der Ablenkvorrichtung können Lichtstrahlen beziehungsweise Lichtpulse, die mit Lichtquellen des Senders ausgesendet werden, abgelenkt werden. Eine solche Lichtquelle kann eine Laserlichtquelle, beispielsweise eine Laserdiode, sein. Die Ablenkvorrichtung umfasst zumindest zwei elektro-optische Ablenkeinheiten, welche auch als elektro-optischer Deflektor bezeichnet werden können. Dabei sind die zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten bevorzugt baugleich ausgebildet. Jede elektro-optische Ablenkeinheit weist den Eintrittsbereich auf, über welchen der elektro-optischen Ablenkeinheit die Lichtstrahlen zugeführt werden können. Aus dem Austrittsbereich der elektro-optischen Ablenkeinheit können dann die abgelenkten Lichtstrahlen ausgegeben werden. Zudem kann jede elektro-optische Ablenkeinheit beispielweise ein Element aufweisen, dessen Brechungsindex sich in Abhängigkeit von einem angelegten elektrischen Feld verändert. Somit wird es ermöglicht, dass die Lichtstrahlen, die mit den Lichtquellen ausgesendet werden, entsprechend abgelenkt werden können. Insbesondere kann die elektro-optische Ablenkeinheit jeweils derart angesteuert werden, dass die Lichtstrahlen zeitlich aufeinanderfolgend in vorbestimmte Ablenkwinkel abgelenkt werden. Damit können die Lichtstrahlen in einen vorbestimmten Winkelbereich abgelenkt werden.

Gemäß einem wesentlichen Aspekt der vorliegenden Erfindung ist es vorgesehen, dass die Ablenkvorrichtung ein optisches Element aufweist, welches an den Austrittsbereichen der zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten angeordnet ist. Mit diesem optischen Element können dann die Lichtstrahlen, die von den jeweiligen elektro-optischen Ablenkeinheiten abgelenkt wurden, nochmals abgelenkt beziehungsweise geführt werden. Mithilfe des optischen Elements können die von den elektro-optischen Ablenkeinheiten abgelenkten Lichtstrahlen gebrochen und/oder reflektiert werden. Mit dem optischen Element können die Lichtstrahlen, die von jeder der elektro-optischen Ablenkeinheiten abgelenkt werden, in einen vorbestimmten Erfassungsbereich geführt werden. Die Ablenkvorrichtung kann eine erste elektro-optische Ablenkeinheit und eine zweite elektro-optische Ablenkeinheit aufweisen. Mit dem optischen Element können dann die Lichtstrahlen der ersten elektro-optischen Ablenkeinheit in einen ersten Erfassungsbereich geführt werden und die Lichtstrahlen der zweiten elektro-optischen Ablenkeinheit können in einen zweiten Erfassungsbereich geführt werden. In diesen Erfassungsbereichen können dann Objekte erfasst werden. Die Erfassungsbereiche können in Abhängigkeit von dem Anwendungsbereich des optoelektronischen Sensors bestimmt werden. Somit wird es insgesamt ermöglicht, den optoelektronischen Sensor bedarfsgerechter und zuverlässiger zu betreiben.

Gemäß einer Ausführungsform ist das optische Element derart ausgebildet, dass sich die jeweiligen Erfassungsbereiche voneinander unterscheiden. Falls die Ablenkvorrichtung eine erste elektro-optische Ablenkeinheit und eine zweite elektro-optische Ablenkeinheit aufweist, kann der erste Erfassungsbereich, in welchen die Lichtstrahlen der ersten elektro-optischen Ablenkeinheit geführt werden, von dem zweiten Erfassungsbereich, in welchen die Lichtstrahlen der zweiten elektro-optischen Ablenkeinheit geführt werden, verschieden sein. Beispielsweise können der erste Erfassungsbereich und der zweite Erfassungsbereich aneinander angrenzen. Somit wird es beispielsweise ermöglicht, Objekte mithilfe des optoelektronischen Sensors zuverlässig zu erfassen.

In einer alternativen Ausführungsform ist das optische Element derart ausgebildet, dass sich die jeweiligen Erfassungsbereiche zumindest bereichsweise überlappen. Dabei kann es der Fall sein, dass die Erfassungsbereiche identisch sind. In diesem Fall werden die Lichtstrahlen, die von den zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten abgelenkt werden, dem gleichen Erfassungsbereich geführt. Auf diese Weise kann dieser Erfassungsbereich besonders präzise abgetastet werden. Das optische Element kann auch derart ausgebildet sein, dass sich die Erfassungsbereiche nur teilweise überlappen.

Bevorzugt sind die jeweiligen elektro-optischen Ablenkeinheiten dazu ausgelegt, die jeweiligen Lichtstrahlen derart abzulenken, dass das optische Element die Lichtstrahlen nacheinander zu vorbestimmten Sendewinkel in dem jeweiligen Erfassungsbereich führt. Mit der Lichtquelle können Lichtstrahlen beziehungsweise Lichtpulse ausgegeben werden, welche dann zeitlich aufeinanderfolgend mit der jeweiligen elektro-optischen Ablenkeinheit abgelenkt werden. Die jeweils abgelenkten Lichtstrahlen werden dann wiederum mit dem optischen Element abgelenkt beziehungsweise geführt. Somit können nacheinander mit den geführten Lichtstrahlen entsprechende Bereiche in dem Erfassungsbereich beleuchtet beziehungsweise abgetastet werden. Durch die Ausgestaltung und/oder Formgebung des optischen Elements können die Sendewinkel definiert werden, in welche dann die Lichtstrahlen abgelenkt werden. Durch diese Sendewinkel werden wiederum die Bereiche definiert, welche mit den Lichtstrahlen beleuchtet werden. Die Bereiche werden auch durch die Ansteuerung der jeweiligen elektro-optischen Ablenkeinheit und insbesondere durch deren Ablenkwinkel bestimmt. Somit können die jeweiligen Erfassungsbereiche abgetastet werden.

Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die jeweiligen Sendewinkel derart vorbestimmt sind, dass das optische Element die jeweiligen Lichtstrahlen in Bereiche führt, welche jeweils entlang einer vorbestimmten Bahnkurve angeordnet sind. Wie bereits erläutert, können mit den Lichtstrahlen zeitlich aufeinanderfolgend Bereiche in den jeweiligen Erfassungsbereichen beleuchtet werden. Dabei kann eine Bahnkurve vorgegeben werden, entlang welcher diese Bereiche angeordnet sind. Diese Bahnkurve kann beispielsweise linienförmig oder mäanderförmig durch den jeweiligen Erfassungsbereich verlaufen. Beispielweise können für die jeweiligen Lichtstrahlen der unterschiedlichen elektro-optischen Ablenkeinheiten unterschiedliche Bahnkurve vorgegeben werden. Auf diese Weise können dann die voneinander verschiedenen Erfassungsbereiche bereitgestellt werden. Die Bahnkurven können auch so bestimmt werden, dass diese in einem identischen oder überlappenden Erfassungsbereich verlaufen.

In einer weiteren Ausführungsform ist das optische Element derart ausgebildet, dass sich die jeweiligen Erfassungsbereiche bereichsweise überlappen und die jeweiligen Bahnkurven einen Versatz zueinander aufweisen. Die elektro-optischen Ablenkeinheiten können beispielsweise übereinander oder nebeneinander angeordnet werden. Insbesondere können die elektro-optischen Ablenkeinheiten einen lateralen Versatz zueinander aufweisen. Somit kann sich auch bei den Bahnkurven einen Versatz ergeben. Dieser Versatz kann bei der Bestimmung bzw. der Vorgabe der Erfassungsbereich berücksichtigt werden. Es kann auch vorgesehen sein, dass dieser Versatz bei dem Auswerten der reflektierten Lichtstrahlen berücksichtigt wird. Üblicherweise ist dieser Versatz der Bahnkurven aber so gering, dass dieser vernachlässigt werden kann. Die Vorgabe der Bahnkurven ermöglicht einen zuverlässigen Betrieb des optoelektronischen Sensors.

Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Bereiche der jeweiligen Lichtstrahlen alternierend zueinander angeordnet sind. Wenn sich die Erfassungsbereiche zumindest bereichsweise oder zum überwiegenden Teil überlappen, können auch die jeweiligen Bahnkurven ähnlich sein. Wie zuvor erläutert, können diese Bahnkurven einen lateralen Versatz zueinander aufweisen. Dabei ist es insbesondere vorgesehen, dass die Bereiche entlang der Bahnkurven vorgegeben werden. Wenn die Ablenkvorrichtung die erste und die zweite elektro-optische Ablenkeinheit aufweist, können die Bereiche, die der ersten und der zweiten Elektro-optischen Ablenkeinheit zugeordnet sind, entlang dieser Bahnkurven alternierend zueinander angeordnet sein. Dies bedeutet, dass entlang der Bahnkurven ein Bereich von den Lichtstrahlen der ersten elektro-optischen Ablenkeinheit beleuchtet wird, der benachbarte Bereich mit den Lichtstrahlen der zweiten elektro-optischen Ablenkeinheit beleuchtet wird und so weiter. Somit kann der Erfassungsbereich innerhalb einer kurzen Zeitdauer abgetastet werden.

Für die Bahnkurven kann auch eine Richtung vorgegeben werden, entlang welcher die jeweiligen Bereiche mit den Lichtstrahlen beleuchtet werden. Die Bahnkurve kann beispielsweise von einem ersten Punkte zu einem zweiten Punkt verlaufen. Dabei können die Bereiche mit der ersten elektro-optischen Ablenkeinheit in Richtung von dem ersten Punkt zu dem zweiten Punkt beleuchtet werden und mit der zweiten elektro-optischen Ablenkeinheit können die Bereiche in Richtung von dem zweiten Punkt zu dem ersten Punkt beleuchtet werden. Somit kann erreicht werden, dass einzelne Gebiete innerhalb des Erfassungsbereichs nicht zeitgleich mit den Lichtstrahlen, die von den beiden elektro-optischen Ablenkeinheiten stammen, beleuchtet werden. Somit kann die Strahlungsenergie die innerhalb des Erfassungsbereichs abgegeben wird, verteilt werden. Auf diese Weise kann die Sicherheit für Lebewesen im Betrieb des optoelektronischen Sensors erhöht werden.

Bevorzugt weist das optische Element für jedes der zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten eine Einkoppelfläche zum Einkoppeln der abgelenkten Strahlen auf. Das optische Element kann an den Einkoppelflächen mit den jeweiligen elektro-optischen Ablenkeinheiten verbunden sein. Beispielsweise kann das optische Element mit den elektro-optischen Ablenkeinheiten stoffschlüssig verbunden sein. Zu diesem Zweck kann ein lichtdurchlässiger Klebstoff genutzt werden. Durch die stoffschlüssige Verbindung können die elektro-optischen Ablenkeinheiten und das optische Element mechanisch und optisch zueinander justiert werden. Auf die jeweiligen Einkoppelflächen kann eine Beschichtung und insbesondere eine Antireflexionsbeschichtung aufgebracht sein. Somit können Verluste bei dem Übergang der Lichtstrahlen von der jeweiligen elektro-optischen Ablenkeinheit zu dem optischen Element reduziert werden.

Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn das optische Element für jedes der zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten eine Auskoppelfläche zum Auskoppeln der Lichtstrahlen aufweist. Die Lichtstrahlen, die von der jeweiligen elektro-optischen Ablenkeinheit abgelenkt werden, werden zunächst in das optische Element eingekoppelt und anschließend erfolgt der Übergang der Lichtstrahlen von dem optischen Element an die Luft. Durch die Formgebung und Ausgestaltung des optischen Elements können dann die jeweiligen Lichtstrahlen entsprechend geführt werden. Die jeweiligen Auskoppelflächen können insbesondere konkav ausgebildet sein können. Somit kann es beispielsweise ermöglicht werden, dass die Lichtstrahlen, die mittels der jeweiligen elektro-optischen Ablenkeinheit in einem Winkelbereich von 100° abgelenkt werden, durch das optische Element in einem Winkelbereich von 150° abgelenkt werden. Folglich kann der Erfassungsbereich des optischen Sensors auf einfache und zuverlässige Weise vergrößert werden.

Dabei ist es insbesondere vorgesehen, dass die Auskoppelfläche eine Mehrzahl von Segmenten aufweist, wobei jedem der vorbestimmten Sendewinkel ein Segment zugeordnet ist. Wie bereits erläutert, werden die Lichtstrahlen mit der elektro-optischen Ablenkeinheit in die vorbestimmten Ablenkwinkel abgelenkt. Für jeden der Ablenkwinkel wird der dazugehörige Lichtstrahl zu einem vorbestimmten Sendewinkel geführt. Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die jeweiligen Segmente als Freiformlinsen, mikrostrukturierte Oberflächenbereiche und/oder als diffraktive Optikelemente ausgebildet sind. Insbesondere ist es vorgesehen, dass die jeweiligen Segmente mit einem mikrotechnischen Herstellungsverfahren bereitgestellt werden.

In einer weiteren Ausgestaltung weisen die zumindest zwei elektro-optische Ablenkeinheiten jeweils einen Lichtleiter zum Führen der Lichtstrahlen durch Totalreflexion der Lichtstrahlen an Grenzflächen des Lichtleiters und ein Element zum Beeinflussen eines Eintrittswinkels der dem Lichtleiter zugeführten Lichtstrahlen und/oder eines Austrittswinkels der aus dem Lichtleiter austretenden Lichtstrahlen auf. Innerhalb der elektro-optischen Ablenkeinheit können die jeweiligen Lichtstrahlen in dem Lichtleiter geführt werden. Durch das Element kann der Eintrittswinkel, unter welchem die Lichtstrahlen in den Lichtleiter eintreten und/oder der Austrittswinkel der Lichtstrahlen aus dem Lichtleiter verändert werden. Das Element kann insbesondere derart ausgebildet sein, dass dieses seinen Brechungsindex in Abhängigkeit von einem an dem Element angelegten elektrischen Feld verändert. Beispielsweise kann das Element einen Flüssigkristall umfassen. Insbesondere ist es vorgesehen, dass die elektro-optischen Ablenkeinheiten jeweils als sogenannter Steerable Electro-Evanesent Optical Reflector (SEEOR) ausgebildet sind.

Ein erfindungsgemäßer optoelektronischer Sensor für ein Kraftfahrzeug umfasst eine erfindungsgemäße Ablenkvorrichtung. Dabei ist es insbesondere vorgesehen, dass der optoelektronische Sensor als abtastender Lidar-Sensor ausgebildet ist. Der optoelektronische Sensor kann einen Sender aufweisen, welcher die Ablenkvorrichtung umfasst. Des Weiteren kann der Sender eine entsprechende Lichtquelle, welche bevorzugt als Laserdiode ausgebildet ist, umfassen. Ferner kann der optoelektronische Sensor einen Empfänger, welcher beispielsweise eine Fotodiode aufweist, umfassen. Zudem kann der optoelektronische Sensor eine entsprechende Recheneinrichtung aufweisen, mittels welcher das Aussenden der Lichtpulse gesteuert werden kann. Ferner kann mit der Recheneinrichtung anhand der Laufzeit der Abstand zu dem Objekt bestimmt werden. Mit Hilfe der Recheneinrichtung kann auch die Ablenkvorrichtung und insbesondere die elektro-optischen Ablenkeinheiten angesteuert werden.

Ein erfindungsgemäßes Fahrerassistenzsystem umfasst einen erfindungsgemäßen optoelektronischen Sensor. Beispielsweise kann mit dem optoelektronischen Sensor ein Abstand zu einem Objekt beziehungsweise einem Hindernis in der Umgebung des Kraftfahrzeugs bestimmt werden. Auf Grundlage des Abstands kann dann mit dem Fahrerassistenzsystem ein Hinweis an den Fahrer ausgegeben werden oder in die Längsführung und/oder die Querführung des Kraftfahrzeugs eingegriffen werden.

Ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug umfasst ein erfindungsgemäßes Fahrerassistenzsystem. Das Kraftfahrzeug ist insbesondere als Personenkraftwagen ausgebildet. Das Kraftfahrzeug kann auch als Lastkraftwagen oder als Nutzfahrzeug ausgebildet sein.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren dient zum Betreiben einer Ablenkvorrichtung für einen optoelektronischen Sensor eines Kraftfahrzeugs. Hierbei werden mit zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten jeweils Lichtstrahlen in vorbestimmte Ablenkwinkel abgelenkt, wobei die zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten jeweils einen Eintrittsbereich, in welchen die Lichtstrahlen eingekoppelt werden, und einen Austrittsbereich zum Auskoppeln der abgelenkten Lichtstrahlen aufweisen. Ferner werden die von den zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten abgelenkten Lichtstrahlen mittels eines optischen Elements der Ablenkvorrichtung jeweils in einem vorbestimmten Erfassungsbereich geführt, wobei das optische Element mit den jeweiligen Austrittsbereichen der zumindest zwei elektro-optischen Ablenkeinheiten verbunden ist.

Die mit Bezug auf die erfindungsgemäße Ablenkvorrichtung vorgestellten bevorzugten Ausführungsformen und deren Vorteile gelten entsprechend für den erfindungsgemäßen optoelektronischen Sensor, das erfindungsgemäße Fahrerassistenzsystem, das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug sowie das erfindungsgemäße Verfahren.

Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, den Figuren und der Figurenbeschreibung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen, sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Es sind somit auch Ausführungen von der Erfindung als umfasst und offenbart anzusehen, die in den Figuren nicht explizit gezeigt und erläutert sind, jedoch durch separierte Merkmalskombinationen aus den erläuterten Ausführungen hervorgehen und erzeugbar sind. Es sind auch Ausführungen und Merkmalskombinationen als offenbart anzusehen, die somit nicht alle Merkmale eines ursprünglich formulierten unabhängigen Anspruchs aufweisen. Es sind darüber hinaus Ausführungen und Merkmalskombinationen, insbesondere durch die oben dargelegten Ausführungen, als offenbart anzusehen, die über die in den Rückbezügen der Ansprüche dargelegten Merkmalskombinationen hinausgehen oder abweichen.

Die Erfindung wird nun anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen sowie unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert.

Dabei zeigen:

  • 1 ein Kraftfahrzeug gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, welches ein Fahrerassistenzsystem mit einem optoelektronischen Sensor aufweist;
  • 2 eine Ablenkvorrichtung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in einer geschnittenen Seitenansicht;
  • 3 eine Oberseite eines optischen Elements der Ablenkvorrichtung gemäß 2;
  • 4 eine Unterseite des optischen Elements der Ablenkvorrichtung gemäß 2;
  • 5 eine Detailansicht einer Auskoppelfläche des optischen Elements;
  • 6 unterschiedliche Ausgestaltungen von Erfassungsbereichen der Ablenkvorrichtung; und
  • 7 Bereiche, zu welchen die Lichtstrahlen mit der Ablenkvorrichtung geführt werden.

In den Figuren werden gleiche und funktionsgleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

1 zeigt ein Kraftfahrzeug 1 gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in einer Draufsicht. Das Kraftfahrzeug 1 ist vorliegend als Personenkraftwagen ausgebildet. Das Kraftfahrzeug 1 umfasst ein Fahrerassistenzsystem 2, welches dazu dient, einen Fahrer des Kraftfahrzeugs 1 beim Führen des Kraftfahrzeugs 1 zu unterstützen. Mit dem Fahrerassistenzsystem 2 kann beispielsweise ein Objekt 3, welches sich in einer Umgebung 4 des Kraftfahrzeugs 1 befindet, erfasst werden. Falls das Objekt 3 erfasst wird, kann mit dem Fahrerassistenzsystem 2 eine Warnung an den Fahrer ausgegeben werden. Ferner kann mit dem Fahrerassistenzsystem 2 in die Lenkung, die Bremsanlage und/oder den Antriebsmotor eingegriffen werden, um eine Kollision mit dem Objekt 3 zu vermeiden.

Zum Erfassen des Objekts 3 umfasst das Fahrerassistenzsystem 2 einen optoelektronischen Sensor 5. Der optoelektronische Sensor 5 kann als Lidar-Sensor ausgebildet sein. Bevorzugt ist der optoelektronische Sensor 5 als abtastender Lidar-Sensor ausgebildet. Der optoelektronische Sensor 5 umfasst einen Sender 6, mittels welchem Lichtstrahlen beziehungsweise Lichtpulse als Sendesignal ausgesendet werden können. Dies ist vorliegend durch den Pfeil 8 veranschaulicht. Mit dem Sender 6 können die Lichtpulse in einem vorbestimmten Bereich 12 ausgesendet werden. Beispielsweise können die Lichtpulse in einem vorbestimmten horizontalen Winkelbereich ausgesendet werden. Der optoelektronische Sensor 5 umfasst ferner einen Empfänger 7, mittels welcher die von dem Objekt 3 reflektierten Lichtpulse wieder empfangen werden können. Dies ist vorliegend durch den Pfeil 9 veranschaulicht.

Darüber hinaus umfasst der optoelektronische Sensor 5 eine Recheneinrichtung 10, die beispielsweise durch einen Mikrocontroller, einen digitalen Signalprozessor oder einen FPGA gebildet sein kann. Mit der Recheneinrichtung 10 kann der Sender 6 zum Aussenden der Lichtpulse angesteuert werden. Darüber hinaus kann die Recheneinrichtung 10 Signale dem Empfänger 7 auswerten, die mit dem Empfänger 7 auf Grundlage der empfangenen Lichtpulse erzeugt werden. Schließlich umfasst das Fahrerassistenzsystem 2 ein elektronisches Steuergerät 11, mit dem entsprechende Steuersignale in Abhängigkeit von dem mit dem optoelektronischen Sensor 5 erfassten Objekt 3 ausgegeben werden können.

2 zeigt eine Ablenkvorrichtung 13, welche Teil des Senders 6 des optoelektronischen Sensors 5 ist. Die Ablenkvorrichtung 13 umfasst zumindest eine elektro-optische Ablenkeinheit 14. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel umfasst die Ablenkvorrichtung 13 zwei elektro-optische Ablenkeinheiten 14, welche miteinander verbunden sind und übereinander angeordnet sein. Jede der elektro-optischen Ablenkeinheiten 14 weist einen Eintrittsbereich 18 zum Einkoppeln eines Lichtstrahls 16, 16' auf. An dem Eintrittsbereich 18 ist eine Beschichtung 24 vorgesehen, welche als Antireflexionsbeschichtung ausgebildet sein kann. Dabei wird der oberen elektro-optischen Ablenkeinheit 14 ein erster Lichtstrahl 16 und der unteren elektro-optischen Ablenkeinheit 14 ein zweiter Lichtstrahl 16' zugeführt. Diese Lichtstrahlen 16, 16' können jeweils von einer Lichtquelle beziehungsweise einer Laserdiode bereitgestellt werden.

Darüber hinaus umfassen die elektro-optische Ablenkeinheiten 14 jeweils einen Lichtleiter 17, durch welchen die jeweiligen Lichtstrahlen 16, 16' geleitet werden. Dabei werden die jeweiligen Lichtstrahlen 16, 16' durch Totalreflexion an Grenzflächen des Lichtleiters 17 geleitet. Der jeweilige Lichtstrahl 16, 16' tritt an einem Austrittsbereich 18 aus der elektro-optischen Ablenkeinheit 14 aus. Darüber hinaus umfassen die elektro-optische Ablenkeinheiten 14 jeweils ein Element 19 durch welches ein Eintrittswinkel, unter welchen der Lichtstrahl 16, 16' in den Lichtleiter 17 eintritt, sowie ein Austrittswinkel, unter welchem der Lichtstrahl 16, 16' aus dem Lichtleiter 17 austritt, beeinflusst werden kann. Die elektro-optische Ablenkeinheiten 14 umfassen ferner eine Elektrode 20, mittels welcher ein elektrisches Feld, welches auf das Element 19 wirkt, beeinflusst werden kann. Durch das elektrische Feld kann der Brechungsindex des Elements 19 beeinflusst werden. Somit können auch der Eintrittswinkel sowie der Ausfallswinkel beeinflusst werden. Durch die Anpassung des Eintrittswinkels und/oder des Austrittswinkels kann ein Ablenkwinkel α, α', unter welchem der jeweilige Lichtstrahl 16, 16' aus der elektro-optischen Ablenkeinheit 14 austritt, beeinflusst werden.

Zudem umfasst die Ablenkvorrichtung 13 ein optisches Element 21. Das optische Element 21 ist mit den jeweiligen Austrittsbereich 18 verbunden. Das optische Element 21 weist eine erste Einkoppelfläche 22a, die mit dem Austrittsbereich 18 der oberen elektro-optischen Ablenkeinheit 14 verbunden ist, und eine zweite Einkoppelfläche 22b, welche mit dem Austrittsbereich 18 der unteren elektro-optischen Ablenkeinheit 14 verbunden ist, auf. An den Einkoppelflächen 22a, 22b weist das optische Element 21 jeweils eine Beschichtung 23 auf. Diese Beschichtung 23 kann insbesondere als Antireflexionsbeschichtung ausgebildet sein.

Die jeweiligen Lichtstrahlen 16, 16', welche aus den elektro-optischen Ablenkeinheiten 14 ausgekoppelt werden, werden in das optische Element 21 eingekoppelt. Dabei wird der Lichtstrahl 16 der oberen elektro-optischen Ablenkeinheit 14 an einer ersten Reflexionsfläche 25a sowie an einer zweiten Reflexionsfläche 25b des optischen Elements 21 reflektiert. An den Reflexionsflächen 25a, 25b kann das optische Element 21 eine entsprechende Beschichtung aufweisen. Nach der Reflexion des Lichtstrahls 16 an den Reflexionsflächen 25a, 25b tritt der Lichtstrahl 16 an einer ersten Auskoppelfläche 26a aus dem optischen Element 21 aus. Hierdurch ergibt sich ein Sendewinkel β, in welchem der Lichtstrahl 16 abgelenkt wird. Der Lichtstrahl 16' der unteren elektro-optischen Ablenkeinheit 14 wird innerhalb des optischen Elements 21 gebrochen und tritt an einer zweiten Auskoppelfläche 26b aus dem optischen Element 21 aus. Auch der Lichtstrahl 16' wird unter einem vorbestimmten Sendewinkel β' abgelenkt. Insgesamt können die Lichtstrahlen 16 und 16' unabhängig voneinander mithilfe des optischen Elements 21 geführt beziehungsweise abgelenkt werden. An den Auskoppelflächen 26a, 26b des optischen Elements 21 ist zudem jeweils eine Beschichtung 27 aufgebracht, um Verluste beim Auskoppeln der Lichtstrahlen 16, 16' zu reduzieren.

3 zeigt das optische Element 21 aus 2 von einer Oberseite. Hierbei ist die erste Einkoppelfläche 22a zu erkennen, welche rechteckförmig ausgebildet ist. Diese Einkoppelfläche 22a kann an dem korrespondierenden Austrittsbereich 18 der oberen elektro-optischen Ablenkeinheit 14 angeordnet werden. Insbesondere kann das optische Element 21 an der Einkoppelfläche 22a stoffschlüssig mit dem korrespondierenden Austrittsbereich 18 verbunden werden.

4 zeigt das optische Element 21 von einer Unterseite. Hier ist die zweite Einkoppelfläche 22 zu erkennen, welche ebenfalls rechteckförmig ausgebildet ist. Auch diese Einkoppelfläche 22b kann an dem korrespondierenden Austrittsbereich 18 der unteren elektro-optischen Ablenkeinheit 14 angeordnet werden und insbesondere stoffschlüssig mit dieser verbunden werden. Des Weiteren sind die erste Auskoppelfläche 26a sowie die zweite Auskoppelfläche 26b zu erkennen.

5 zeigt eine der Auskoppelflächen 26a, 26b in einer Detailansicht. Die beiden Auskoppelflächen 26a, 26b sind jeweils konkav ausgebildet. Darüber hinaus weisen die Auskoppelflächen 26a, 26b eine Mehrzahl von Segmenten 28 auf. Dabei ist jedem Segment 28 ein diskreter Sendewinkel β, β', unter welchem die jeweiligen Lichtstrahlen 16, 16' ausgesendet werden, zugeordnet. Die jeweiligen Segmente 28 können beispielsweise durch ein mikrotechnisches Herstellungsverfahren bereitgestellt werden.

Die Segmente 28 können als Freiformlinsen oder als diffraktive Optiken ausgebildet sein. Vorliegend sind die Segmente 28 als mikrostrukturierte prismatische Oberflächen ausgebildet.

Mithilfe des optischen Elements 21 können die Lichtstrahlen 16, 16' jeweils in einen Erfassungsbereich 29a, 29b geführt werden. Dabei ist ein erster Erfassungsbereich 29a der oberen elektro-optischen Ablenkeinheit 14 zugeordnet und ein zweiter Erfassungsbereich 29b ist der unteren elektro-optischen Ablenkeinheit 14 zugeordnet. In 6 sind unterschiedliche Erfassungsbereiche 29a, 29b der Ablenkvorrichtung 13 dargestellt. Dabei ist auf der linken Seite ein Erfassungsbereich 29 dargestellt, welcher von einer elektro-optischen Ablenkeinheit 14 alleine bereitgestellt wird. Im Vergleich hierzu sind rechts neben diesem Erfassungsbereich 29 Erfassungsbereiche 29a und 29b dargestellt, welche mithilfe des optischen Elements 21 abgetastet werden können. Dabei sind die Erfassungsbereiche 29a und 29b identisch. Hier ist zu erkennen, dass durch die Verwendung des optischen Elements 21 der Erfassungsbereich 29a, 29b vergrößert werden kann. Des Weiteren sind Beispiele dargestellt, bei denen sich die Erfassungsbereiche 29a und 29b teilweise überlappen oder bei denen die Erfassungsbereiche 29a und 29b voneinander verschieden sind.

7 zeigt unterschiedliche Bereiche 32a, 32b, welche mit der Ablenkvorrichtung 13 beleuchtet werden. Dies betrifft den Fall, bei welchem die Erfassungsbereiche 29a und 29b identisch sind oder sich zumindest teilweise überlappen. Dabei werden innerhalb der Erfassungsbereiche 29a, 29b Bereiche 32a, 32b definiert, welche mit den Lichtstrahlen 16, 16' nacheinander beleuchtet werden sollen. Dabei sind erste Bereiche 32a den Lichtstrahlen 16 der oberen elektro-optischen Ablenkeinheit 14 zugeordnet und zweite Bereiche 32b sind den Lichtstrahlen 16' der unteren elektro-optischen Ablenkeinheit 14 zugeordnet. Vorliegend verlaufen die Bereiche 32a, 32b entlang von Bahnkurven 30a, 30b. Dabei weisen die Bahnkurven 30a, 30b einen Versatz 31 zueinander auf. Dieser Versatz 31 ist dadurch begründet, dass die elektro-optischen Ablenkeinheiten 14 übereinander bzw. mit einem Versatz zueinander angeordnet sind.

Dabei sind die Bereiche 32a, 32b, den unterschiedlichen elektro-optischen Ablenkeinheiten 14 zugeordnet sind, abwechselnd entlang der Bahnkurven 30a, 30b angeordnet. Somit kann ein gemeinsamer Erfassungsbereich 29a, 29b oder ein sich überlappende Erfassungsbereich 29a, 29b innerhalb einer kurzen Zeit abgetastet werden. Ferner ist es vorgesehen, dass unterschiedliche Richtungen für die Abtastung mit den Lichtstrahlen 16, 16' vorgegeben sind. Die Lichtstrahlen 16, die von der oberen elektro-optischen Ablenkeinheit stammen, werden von oben links nach unten rechts entlang der Bahnkurve 30a geführt. Die Lichtstrahlen 16', die von der unteren elektro-optischen Ablenkeinheiten 14 stammen, werden von unten rechts nach oben links entlang der Bahnkurve 30b geführt. Somit kann verhindert werden, dass einzelne Gebiete gleichzeitig von beiden Lichtstrahlen 16, 16' beleuchtet werden. Somit kann die in das Gebiet eingebrachte Strahlungsleistung reduziert werden und somit die Sicherheit erhöht werden.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • US 8995038 B1 [0004]
  • WO 2014/200581 A2 [0005]