Title:
Richteinheit, Netzwerkanalysator sowie Verfahren zum Betrieb eines Netzwerkanalysators
Kind Code:
A1


Abstract:

Eine Richteinheit (10) zur Verwendung in einem Netzwerkanalysator ist beschrieben, insbesondere in einem vektoriellen Netzwerkanalysator, mit einer ersten Richtbrücke (12), die einen ersten Balun (32) und drei Anpassungsnetzwerke (34, 36, 38) umfasst, und einer zweiten Richtbrücke (14), die mit der ersten Richtbrücke (12) gekoppelt ist. Die beiden Richtbrücken (12, 14) sind über einen gemeinsamen ersten Anschluss (16) miteinander verbunden. Der erste Anschluss (16) ist mit dem nicht-invertierten Eingang (52) der ersten Richtbrücke (12) und mit dem invertierten Eingang (50) der zweiten Richtbrücke (14) verbunden, sodass die Richtbrücken (12, 14) gegenphasig betrieben sind. Ferner sind ein Netzwerkanalysator und ein Verfahren zum Betrieb eines Netzwerkanalysators beschrieben. embedded image




Inventors:
Bloss, Martin (81547, München, DE)
Application Number:
DE102017100645A
Publication Date:
07/19/2018
Filing Date:
01/13/2017
Assignee:
Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG, 81671 (DE)
International Classes:



Attorney, Agent or Firm:
Prinz & Partner mbB Patentanwälte Rechtsanwälte, 80335, München, DE
Claims:
Richteinheit (10) zur Verwendung in einem Netzwerkanalysator (56), insbesondere einem vektoriellen Netzwerkanalysator, mit einer ersten Richtbrücke (12), die einen ersten Balun (32) und drei Anpassungsnetzwerke (34, 36, 38) umfasst, und einer zweiten Richtbrücke (14), die mit der ersten Richtbrücke (12) gekoppelt ist, wobei die beiden Richtbrücken (12, 14) über einen gemeinsamen ersten Anschluss (16) miteinander verbunden sind und wobei der erste Anschluss (16) mit dem nicht-invertierten Eingang (52) der ersten Richtbrücke (12) und mit dem invertierten Eingang (50) der zweiten Richtbrücke (14) verbunden ist, sodass die Richtbrücken (12, 14) gegenphasig betrieben sind.

Richteinheit (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Richtbrücke (14) einen zweiten Balun (40) und drei Anpassungsnetzwerke (42, 44, 46) umfasst.

Richteinheit (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei der ersten Richtbrücke (12) zumindest ein ausgangsseitiges Anpassungsnetzwerk (34, 36) zwischen dem Balun (32) und einem Signalausgang (24, 26) für ein Messobjekt angeordnet ist, insbesondere wobei bei der ersten Richtbrücke (12) zwei ausgangsseitige Anpassungsnetzwerke (34, 36) jeweils zwischen dem Balun (32) und zwei optionalen Signalausgängen (24, 26) für das Messobjekt angeordnet sind.

Richteinheit (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein dem ersten Anschluss (16) gegenüber im Wesentlichen isolierter vierter Anschluss (28) vorgesehen ist.

Richteinheit (10) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Richteinheit (10) derart eingerichtet ist, dass sie invertiert betreibbar ist, indem ein Signal am vierten Anschluss (28) angelegt wird.

Richteinheit (10) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass beide Richtbrücken (12, 14) mit dem vierten Anschluss (28) verbunden sind, sodass ein gemeinsamer vierter Anschluss ausgebildet ist.

Richteinheit (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponenten der ersten und/oder der zweiten Richtbrücke (12, 14) auf einem Substrat und/oder auf einer Leiterplatte ausgebildet sind, insbesondere wobei die Komponenten beider Richtbrücken (12, 14) auf einem gemeinsamen Substrat oder einer gemeinsamen Leiterplatte ausgebildet sind.

Richteinheit (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Leiterplatte eine koplanare Leitungsstruktur und/oder Streifenleitungen umfasst.

Netzwerkanalysator (56), insbesondere vektorieller Netzwerkanalysator, mit einer Richteinheit (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.

Verfahren zum Betrieb eines Netzwerkanalysators (56), insbesondere eines Netzwerkanalysators nach Anspruch 9, mit den folgenden Schritten:
a) Anschließen eines Messobjekts an einen Signaleingang (18) der Richteinheit (10),
b) Anlegen eines Messsignals an den Signaleingang (18), dadurch gekennzeichnet, dass das angelegte Messsignal die beiden Richtbrücken (12, 14) gegenphasig durchläuft, sodass etwaige Fehlerströme der Richtbrücken (12, 14) kompensiert werden.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Richteinheit zur Verwendung in einem Netzwerkanalysator, insbesondere einem vektoriellen Netzwerkanalysator, einen Netzwerkanalysator, insbesondere einen vektoriellen Netzwerkanalysator, sowie ein Verfahren zum Betrieb eines Netzwerkanalysators.

Aus dem Stand der Technik sind vektorielle Netzwerkanalysatoren bekannt, mit denen die Reflexions- und/oder Transmissionseigenschaften eines Mess- bzw. Testobjekts bestimmt werden können. Um diese Eigenschaften zu ermitteln, benötigt der Netzwerkanalysator eine Richteinheit, die die vorlaufenden und rücklaufenden elektromagnetischen Wellen bei der Messung des Messobjekts voneinander trennt. Mit Hilfe der vorlaufenden und rücklaufenden elektromagnetischen Wellen lassen sich die Reflexions- und Transmissionskoeffizienten des Messobjekts bestimmen. Die vorlaufenden Wellen können auch als hinlaufende Wellen bezeichnet werden.

Die Netzwerkanalysatoren weisen üblicherweise eine Messbrücke zur Messung der Reflexions- und Transmissionskoeffizienten auf, die auch als Richtbrücke bezeichnet werden kann. Die Richtbrücke teilt ein eingespeistes Messsignal beispielsweise über einen Balun („Balanced to Unbalanced“) gegenphasig auf. Der Balun kann ein Differenzverstärker sein. Üblicherweise weist eine derartige Richtbrücke vier Anschlüsse auf, von denen sich zwei zum Anschluss des Messobjekts nutzen lassen, weswegen sie auch als Signalausgänge bezeichnet werden können. Die vom Balun getrennten Signalanteile liegen entsprechend gegenphasig an den beiden Signalausgängen an. Des Weiteren weist die Richtbrücke einen vierten Anschluss auf, der gegenüber dem ersten Anschluss, über den das Messsignal eingespeist werden kann, idealerweise isoliert ist, sodass am vierten Anschluss lediglich die rücklaufenden elektromagnetischen Wellen messbar wären, also keine vorlaufenden elektromagnetischen Wellen.

Dieser ideale Fall ist jedoch theoretischer Natur, da bei der Richtbrücke verschiedenartige Bauteile verwendet und miteinander werden, sodass unweigerlich eine Asymmetrie auftritt, beispielsweise im Balun. Aufgrund der auftretenden Asymmetrie ist die Isolierung zwischen dem ersten Anschluss und dem vierten Anschluss endlich, weswegen ein sogenannter Fehlerstrom auftritt, der vom ersten Anschluss (dem Signaleingang) zum vierten Anschluss fließt.

Der auftretende Fehler wird im Stand der Technik üblicherweise mathematisch korrigiert, beispielsweise über eine vektorielle Fehlerkorrektur. Hierbei werden verschiedene Algorithmen verwendet bzw. Annahmen getroffen, um den auftretenden Fehler möglichst zu minimieren. Beispielsweise wird angenommen, dass der Fehlerstrom linear zur Leistung ist, was jedoch nur bedingt zutrifft. Der auftretende Fehler lässt sich jedoch nicht für sämtliche auftretenden Bedingungen mathematisch korrigieren.

Aufgrund des vorhandenen Fehlers sind die Richtbrücke und der die Richtbrücke aufweisende Netzwerkanalysator instabil im Betrieb gegenüber äußeren Einflüssen, beispielsweise der Temperatur.

Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Richtbrücke und einen Netzwerkanalysator zu schaffen, die eine verbesserte Stabilität während des Betriebs bezüglich äußerer Einflüsse aufweisen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Richteinheit zur Verwendung in einem Netzwerkanalysator gelöst, insbesondere einem vektoriellen Netzwerkanalysator, mit einer ersten Richtbrücke, die einen ersten Balun und drei Anpassungsnetzwerke umfasst, und einer zweiten Richtbrücke, die mit der ersten Richtbrücke gekoppelt ist, wobei die beiden Richtbrücken über einen gemeinsamen ersten Anschluss miteinander verbunden sind und wobei der erste Anschluss mit dem nicht-invertierten Eingang der ersten Richtbrücke und mit dem invertierten Eingang der zweiten Richtbrücke verbunden ist, sodass die Richtbrücken gegenphasig betrieben sind.

Ferner betrifft die Erfindung einen Netzwerkanalysator, insbesondere einen vektoriellen Netzwerkanalysator, mit einer Richteinheit der zuvor genannten Art.

Zudem wird die Aufgabe erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Betrieb eines Netzwerkanalysators gelöst, insbesondere eines Netzwerkanalysators der zuvor genannten Art, mit den folgenden Schritten:

  • - Anschließen eines Messobjekts an einen Signaleingang der direktionalen Einheit,
  • - Anlegen eines Messsignals an den Signaleingang,
wobei das angelegte Messsignal die beiden Richtbrücken gegenphasig durchläuft, sodass etwaige Fehlerströme der Richtbrücken kompensiert werden.

Der Grundgedanke der Erfindung ist es, dass zwei Richtbrücken vorgesehen sind, die entgegengesetzt miteinander gekoppelt sind, sodass die auftretenden Fehlerströme in den Richtbrücken, die sich aufgrund der verwendeten Bauteile herstellungsbedingt nicht vermeiden lassen, derart miteinander verknüpft werden, dass eine selbstkompensierende Topologie der Richtbrücken in der Richteinheit geschaffen ist. Die auftretenden Fehlerströme heben sich demnach gegenseitig auf. Die entgegengesetzte Kopplung der Richtbrücken kann auch als invertierte Spiegelung der Richtbrücken bezeichnet werden. Hierbei wird unter anderem davon ausgegangen, dass es sich bei dem auftretenden Fehlerstrom um einen systematischen Fehler handelt, sodass dieser bei gespiegelten Richtbrücken in gleicher Weise auftritt. Aufgrund der invertierten Spiegelung der Richtbrücken in der Richteinheit sind die Fehlerströme entsprechend zueinander invertiert und kompensieren sich. Aufgrund der Selbstkompensation der auftretenden Fehlerströme kann ein Anschluss der Richteinheit gegenüber dem Signaleingang tatsächlich isoliert werden, sodass eine mathematische Korrektur nicht mehr erforderlich ist, um den auftretenden Fehlerstrom rechnerisch zu kompensieren. Ferner können die Richteinheit und der die Richteinheit aufweisende Netzwerkanalysator stabiler betrieben werden, insbesondere bezüglich externer Einflüsse wie Temperaturschwankungen. Mit anderen Worten weisen die Richteinheit und der Netzwerkanalysator eine verbesserte Temperaturstabilität auf. Zudem kann durch die entsprechend ausgebildete Richteinheit ein etwaiges Driftverhalten der Richtbrücken über deren Lebensdauer (selbst-)kompensiert werden, sofern es sich bei dem Driftverhalten um ein systematisches Driftverhalten handelt. Das Anpassungsnetzwerk kann unter anderem zumindest ein Widerstands-, ein Impedanz-, oder ein kapazitives Element umfassen, beispielsweise zumindest einen ohmschen Widerstand, eine Spule und/oder einen Kondensator.

Bei dem Netzwerkanalysator kann es sich um einen tragbaren Netzwerkanalysator handeln.

Ein Aspekt sieht vor, dass die zweite Richtbrücke einen zweiten Balun und drei Anpassungsnetzwerke umfasst. Dementsprechend ist die zweite Richtbrücke in analoger Weise wie die erste Richtbrücke ausgebildet.

Gemäß einem weiteren Aspekt ist bei der ersten Richtbrücke zumindest ein ausgangsseitiges Anpassungsnetzwerk zwischen dem Balun und einem Signalausgang für ein Messobjekt angeordnet, insbesondere wobei bei der ersten Richtbrücke zwei ausgangsseitige Anpassungsnetzwerke jeweils zwischen dem Balun und zwei optionalen Signalausgängen für das Messobjekt angeordnet sind. Das erste Anpassungsnetzwerk bzw. das zweite Anpassungsnetzwerk ist demnach zwischen dem Balun und einem zugeordneten Signalausgang angeordnet, an dem ein zu untersuchendes Messobjekt angeschlossen werden kann. Die übermittelten Signale werden über das Anpassungsnetzwerk entsprechend angepasst, insbesondere in Abhängigkeit vom angeschlossenen Messobjekt. Wie bereits erläutert, dient das Balun dazu, das Messsignal gegenphasig an entsprechende Signalausgänge für das Messobjekt anzulegen.

Ferner kann ein dem ersten Anschluss gegenüber im Wesentlichen isolierter vierter Anschluss vorgesehen sein. Die erste Richtbrücke kann ein weiteres Anpassungsnetzwerk aufweisen, das zwischen dem vierten Anschluss und dem wenigstens einen ausgangsseitigen Anpassungsnetzwerk vorgesehen ist, insbesondere wobei beide ausgangsseitige Anpassungsnetzwerke mit dem weiteren Anpassungsnetzwerk gekoppelt sind. Bei dem vierten Anschluss handelt es sich um denjenigen, an dem idealerweise lediglich die rücklaufenden elektromagnetischen Signale gemessen werden können.

Dementsprechend sind bei der ersten Richtbrücke das erste ausgangsseitige Anpassungsnetzwerk und das zweite ausgangsseitige Anpassungsnetzwerk jeweils zwischen dem Signalausgang für das Messobjekt, dem weiteren Anpassungsnetzwerk, das dem isolierten vierten Anschluss zugeordnet ist, sowie dem Balun angeordnet.

Die zweite Richtbrücke kann in analoger Weise drei Anpassungsnetzwerke umfassen, die entsprechend den drei Anpassungsnetzwerken der ersten Richtbrücke ausgebildet sind. Lediglich sind dem ersten und zweiten Anpassungsnetzwerk der zweiten Richtbrücke keine Signalausgänge für das Messobjekt zugeordnet.

Gemäß einem weiteren Aspekt ist die Richteinheit derart eingerichtet, dass sie invertiert betreibbar ist, indem ein Signal am vierten Anschluss angelegt wird. Dementsprechend würden im idealen Fall am ersten Anschluss, der gegenüber dem vierten Anschluss im Wesentlichen isoliert ist, ausschließlich die rücklaufenden elektromagnetischen Wellen gemessen werden können.

Insbesondere sind beide Richtbrücken mit dem im Wesentlichen vierten Anschluss verbunden, sodass ein gemeinsamer vierter Anschluss ausgebildet ist. Beide Richtbrücken sind demnach über den gemeinsamen ersten Anschluss und den gemeinsamen vierten Anschluss gekoppelt, der gegenüber dem ersten Anschluss im Wesentlichen isoliert ist. Die Richtbrücken sind dabei jedoch in invertierter Weise mit dem ersten Anschluss verbunden.

Gemäß einer Ausführungsform sind die Komponenten der ersten und/oder der zweiten Richtbrücke auf einem Substrat und/oder auf einer Leiterplatte ausgebildet, insbesondere wobei die Komponenten beider Richtbrücken auf einem gemeinsamen Substrat oder einer gemeinsamen Leiterplatte ausgebildet sind. Hierdurch lässt sich eine kompakt ausgebildete Richteinheit schaffen, die zudem kostengünstig herstellbar ist.

Ferner können einzelne Komponenten der Richteinheit, beispielsweise der Balun der ersten bzw. zweiten Richtbrücke, auch in anderer Weise realisieren oder ausbilden.

Insbesondere umfasst die Leiterplatte eine koplanare Leitungsstruktur und/oder Streifenleitungen. Die koplanare Leitungsstruktur kann auch als koplanare Leiterstruktur bezeichnet werden. Die Richteinheit lässt sich entsprechend einfach und kompakt ausbilden. Zudem können die Kosten der Richteinheit und damit einhergehend die des Netzwerkanalysators reduziert werden.

Weitere Vorteile und Eigenschaften der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und den Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird. In den Zeichnungen zeigen:

  • - 1 einen schematische Übersicht einer erfindungsgemäßen Richteinheit,
  • - 2 ein Zeigerdiagramm eines Transmissionskoeffizienten eines Messobjekts in der komplexen Ebene bei der erfindungsgemäßen Richteinheit, und
  • - 3 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Netzwerkanalysators.

In 1 ist eine Richteinheit 10 schematisch dargestellt, die in einem Netzwerkanalysator verwendet werden kann, insbesondere in einem vektoriellen Netzwerkanalysator.

Die Richteinheit 10 umfasst eine erste Richtbrücke 12 sowie eine zweite Richtbrücke 14, die miteinander gekoppelt sind.

Ferner weist die Richteinheit 10 einen ersten Anschluss 16 auf, der in der gezeigten Ausführungsform als Signaleingang 18 dient. Neben dem ersten Anschluss 16 umfasst die Richteinheit 10 einen zweiten Anschluss 20 sowie einen dritten Anschluss 22, die jeweils als Signalausgänge 24, 26 für ein zu vermessendes, hier nicht dargestelltes Mess- bzw. Testobjekt dienen. Das Messobjekt wird demnach entweder am zweiten Anschluss 20, also dem ersten Signalausgang 24, oder dem dritten Anschluss 22 angeschlossen, also dem zweiten Signalausgang 26.

Ferner umfasst die Richteinheit 10 einen vierten Anschluss 28, der gegenüber dem ersten Anschluss 16 isoliert ist, wie nachfolgend erläutert wird.

Die beiden Signalausgänge 24, 26 sind in der gezeigten Ausführungsform der ersten Richtbrücke 12 zugeordnet, wohingegen der erste Anschluss 16 und der vierte Anschluss 28 sowohl der ersten Richtbrücke 12 als auch der zweiten Richtbrücke 14 zugeordnet sind. Dementsprechend handelt es sich um einen gemeinsamen ersten Anschluss 16, einen gemeinsamen Signaleingang 18 sowie einen gemeinsamen vierten Anschluss 28. Beide Richtbrücken 12, 14 sind also über den ersten Anschluss 16 und den vierten Anschluss 28 miteinander gekoppelt.

Neben den Anschlüssen umfasst die erste Richtbrücke 12 einen ersten Balun 32, der in der gezeigten Ausführungsform als ein Differenzverstärker ausgebildet ist, sowie drei Anpassungsnetzwerke 34 bis 38 der ersten Richtbrücke 12, nämlich ein erstes Anpassungsnetzwerk 34, ein zweites Anpassungsnetzwerk 36 sowie ein drittes Anpassungsnetzwerk 38.

Das erste Anpassungsnetzwerk 34 ist dem zweiten Anschluss 20 bzw. dem ersten Signalausgang 24 zugeordnet, wohingegen das zweite Anpassungsnetzwerk 36 dem dritten Anschluss 22 bzw. dem zweiten Signalausgang 26 zugeordnet ist. Daher werden das erste und das zweite Anpassungsnetzwerk 34, 36 auch als ausgangsseitige Anpassungsnetzwerke bezeichnet. Das dritte Anpassungsnetzwerk 38 ist dagegen dem vierten Anschluss 28 zugeordnet. Somit sind das erste und das zweite Anpassungsnetzwerk 34, 36 jeweils zwischen dem ersten Balun 32, dem entsprechenden Signalausgang 24, 26 und dem dritten Anpassungsnetzwerk 38 angeordnet und mit diesen verbunden. Das dritte Anpassungsnetzwerk 38 ist entsprechend mit dem ersten und dem zweiten Anpassungsnetzwerk 34, 36 sowie dem vierten Anschluss 28 verbunden.

Die zweite Richtbrücke 14 weist in analoger Weise zur ersten Richtbrücke 12 einen zweiten Balun 40, der ebenfalls als ein Differenzverstärker ausgebildet ist, sowie drei Anpassungsnetzwerke 42 bis 46 der zweiten Richtbrücke 14 auf, nämlich ein erstes Anpassungsnetzwerk 42, ein zweites Anpassungsnetzwerk 44 sowie ein drittes Anpassungsnetzwerk 46.

Bei der zweiten Richtbrücke 14 sind das erste Anpassungsnetzwerk 42 und das zweite Anpassungsnetzwerk 44 jeweils zwischen dem zweiten Balun 40 und dem dritten Anpassungsnetzwerk 46 angeordnet und mit diesen verbunden. Das dritte Anpassungsnetzwerk 46 ist wiederum zwischen dem ersten und dem zweiten Anpassungsnetzwerk 42, 44 sowie dem vierten Anschluss 28 angeordnet und mit diesen verbunden.

Demnach sind die beiden Richtbrücken 12, 14 in analoger Weise ausgebildet, wobei die beiden Richtbrücken 12, 14 im Wesentlichen spiegelsymmetrisch zueinander sind. Lediglich die Signalausgänge 24, 26 sind ausschließlich der ersten Richtbrücke 12 zugeordnet.

Aus der 1 geht ferner hervor, dass die beiden Baluns 32, 40 jeweils mit dem ersten Anschluss 16, also dem Signaleingang 18, gekoppelt sind, wobei der Signaleingang 18 mit dem nicht-invertierten Eingang 48 des ersten Baluns 32 gekoppelt ist, wohingegen der erste Anschluss 16 mit dem invertierten Eingang 50 des zweiten Baluns 40 gekoppelt ist.

Dementsprechend ist der erste Anschluss 16 bzw. der Signaleingang 18 mit dem nicht-invertierten Eingang 52 der ersten Richtbrücke 12 und dem invertierten Eingang 54 der zweiten Richtbrücke 14 gekoppelt. Aufgrund dessen sind die beiden Richtbrücken 12, 14 gegenphasig betrieben, da die Baluns 32, 40 das über den Signaleingang 18 eingespeiste Messsignal entsprechend gegenphasig weiterleiten. Dies bedeutet, dass die über den Signaleingang 18 in die Richteinheit 10 eingeleiteten Signalanteile jeweils um 180° phasenverschoben zueinander über die erste Richtbrücke 12 bzw. die zweite Richtbrücke 14 laufen.

Die entsprechenden Signalanteile laufen dann über den jeweiligen Balun 32, 40 der Richtbrücke 12, 14, wobei sie anschließend durch die drei Anpassungsnetzwerke 34 bis 38 der ersten Richtbrücke 12 bzw. die drei Anpassungsnetzwerke 42 bis 46 der zweiten Richtbrücke 14 laufen, sodass eventuell auftretende Fehlerströme der Richtbrücken 12, 14 am gemeinsamen vierten Anschluss 28 sich kompensieren, da sie um 180° phasenverschoben zueinander sind. Die Selbstkompensation der etwaigen Fehlerströme ist aufgrund der invertierten Spiegelung der analog ausgebildeten Richtbrücken 12, 14 möglich.

Dies geht anschaulich aus 2 hervor, in der der Transmissionskoeffizient eines Messobjekts in der komplexen Ebene über die Frequenz für beide Richtbrücken 12, 14 aufgetragen ist, also für die Richteinheit 10.

Die durchgezogene Linie entspricht dabei dem Transmissionskoeffizienten über die Frequenz vom ersten Anschluss 16 zum vierten Anschluss 28 über die erste Richtbrücke 12, wohingegen die gestrichelte Linie dem Transmissionskoeffizienten über die Frequenz vom ersten Anschluss 16 zum vierten Anschluss 28 über die zweite Richtbrücke 14 entspricht, die gespiegelt und gegenphasig betrieben ist, also invertiert gespiegelt.

Es wird deutlich, dass die Transmissionskoeffizienten exakt punktsymmetrisch gespiegelt bezüglich des Ursprungs (Nullpunkt) sind, weswegen die komplexe Summe exakt null ist.

Insofern ist gewährleistet, dass am vierten Anschluss 28 tatsächlich nur rücklaufende elektromagnetische Wellen gemessen werden, sodass der vierte Anschluss 28 gegenüber dem ersten Anschluss 16 isoliert ist.

Das Richtverhältnis der Richteinheit 10 ist dementsprechend gut.

Die Richteinheit 10 kann ferner eingerichtet sein, dass sie sich invertiert betreiben lässt. Dies bedeutet, dass der vierte Anschluss 28 als Signaleingang verwendet werden kann, wohingegen am ersten Anschluss 16 lediglich rücklaufende elektromagnetische Wellen gemessen werden, da dieser gegenüber dem vierten Anschluss 28 isoliert ist.

Die Komponenten der ersten und/oder der zweiten Richtbrücke 12, 14 können jeweils auf einem Substrat und/oder auf einer Leiterplatte ausgebildet sein, sodass die Richteinheit 10 entsprechend kostengünstig hergestellt werden kann. Insbesondere lassen sich die Komponenten beider Richtbrücken 12, 14 auf einem gemeinsamen Substrat oder einer gemeinsamen Leiterplatte ausbilden. Die Leiterplatte kann eine koplanare Leitungsstruktur und/oder Streifenleitungen aufweisen, über die die entsprechenden Verbindungen zwischen den einzelnen Komponenten der ersten und/oder der zweiten Richtbrücke 12, 14 gebildet sind.

Generell lässt sich somit eine kompakte und kostengünstige Richteinheit 10 schaffen, die in einem Netzwerkanalysator verbaut werden kann, der dementsprechend ebenfalls kostengünstig herstellbar ist.

In 3 ist ein derartiger Netzwerkanalysator 56 schematisch gezeigt, der die Richteinheit 10 gemäß 1 aufweist. Die Anschlüsse 16, 20, 22, 28 sind entsprechend von außen kontaktierbar.

Mit dem Netzwerkanalysator 56 kann somit in einfacher Weise ein Messobjekt gemessen werden, welches an einem der Signalausgänge 24, 26 angeschlossen wird. Anschließend wird ein Messsignal an den Signaleingang 18 angelegt.

Das angelegte Messsignal durchläuft dann die beiden Richtbrücken 12, 14 der Richteinheit 10 gegenphasig, sodass sich etwaige Fehlerströme in den Richtbrücken 12, 14 selbsttätig kompensieren.

Eine mathematische Korrektur, die ohnehin nur bedingt geeignet ist, ist nicht mehr erforderlich, da die Richteinheit 10 und der die Richteinheit 10 aufweisende Netzwerkanalysator 56 eine selbstkompensierende Topologie aufweist.

Bei dem Netzwerkanalysator 56 kann es sich um einen vektoriellen Netzwerkanalysator handeln, der als ein Handgerät ausgebildet ist, also als ein tragbarer Netzwerkanalysator.

Aufgrund der selbstkompensierenden Topologie der Richteinheit 10 lässt sich eine hohe Temperaturstabilität erreichen.