Title:
Türanordnung
Document Type and Number:
Kind Code:
B3

Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Türanordnung mit einer Türzarge (1), einem Türflügel (2) und zumindest einem Türband (3), welches ein Zargenteil (7) und zumindest ein an dem Zargenteil (7) drehbar aufgenommenen Gelenkarm (4, 5, 6) aufweist und mit welchem der Türflügel (2) über den zumindest einen Gelenkarm (4, 5, 6) schwenkbar an der Türzarge (1) befestigt ist, wobei die Türzarge (1) in einer Schließstellung des Türflügels (2) einen parallel zum Türflügel (2) ausgerichteten Spiegelabschnitt (11) und eine dazu seitlich verlaufende, seitlich an den Türflügel (2) anschließende Laibung (12) aufweist, wobei das Türband (3) mit dem Zargenteil (7) in eine Öffnung (20) der Laibung (12) eingesetzt und hinter dem Spiegelabschnitt (11) zumindest teilweise verdeckt angeordnet ist. Erfindungsgemäß weist der Spiegelabschnitt (11) auf der Höhe des Zargenteils (7) eine von der Laibung (12) ausgehende seitliche Ausnehmung (13) auf, in welche der zumindest ein Gelenkarm (4, 5, 6) bei einer Bewegung zwischen der Schließstellung und einer maximalen Öffnungsstellung des Türflügels (2) einschwenkt.





Inventors:
Gorenbacher, Sergei (33378, Rheda-Wiedenbrück, DE)
Application Number:
DE102017100254A
Publication Date:
01/04/2018
Filing Date:
01/09/2017
Assignee:
Simonswerk GmbH, 33378 (DE)
International Classes:
E05D3/06
Domestic Patent References:
DE10164979B4N/A
DE102005018489B3N/A
DE102015120549B3N/A
DE202008004509U1N/A
Foreign References:
EP2476837
Attorney, Agent or Firm:
Andrejewski - Honke Patent- und Rechtsanwälte GbR, 45127, Essen, DE
Claims:
1. Türanordnung mit einer Türzarge (1), einem Türflügel (2) und zumindest einem Türband (3), welches ein Zargenteil (7) und zumindest einem an dem Zargenteil (7) drehbar aufgenommenen Gelenkarm (4, 5, 6) aufweist und mit welchem der Türflügel (2) über den zumindest einen Gelenkarm (4, 5, 6) schwenkbar an der Türzarge (1) befestigt ist, wobei die Türzarge (1) in einer Schließstellung des Türflügels (2) einen parallel zum Türflügel (1) ausgerichteten Spiegelabschnitt (11) und eine dazu senkrecht verlaufende, seitlich an den Türflügel (2) anschließende Laibung (12) aufweist und wobei das Türband (3) mit dem Zargenteil (7) in eine Öffnung (20) der Laibung (12) eingesetzt und hinter dem Spiegelabschnitt (11) zumindest teilweise verdeckt angeordnet ist, wobei der Spiegelabschnitt (11) auf der Höhe des Zargenteils (7) eine von der Laibung (12) ausgehende seitliche Ausnehmung (13) aufweist, in welche der Gelenkarm (4, 5, 6) bei einer Bewegung zwischen der Schließstellung und einer maximalen Öffnungsstellung des Türflügels (2) einschwenkt, dadurch gekennzeichnet, dass das Türband (3) eine Blende (22) aufweist, welche in der Schließstellung die Ausnehmung (13) an dem Spiegelabschnitt (11) abdeckt.

2. Türanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (22) beweglich an der Türzarge (1) befestigt ist.

3. Türanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Türband (3) ein mit dem Gelenkarm (4, 5, 6) verbundenes und an den Türflügel (2) angeschlossenes Flügelteil (8) aufweist, welches die Blende (22) trägt.

4. Türanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (13) zum Teil von einem an dem Zargenteil (7) des Türbandes (3) angeordneten Abdeckbügel (23) ausgefüllt ist.

5. Türanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (22) in der Schließstellung mit einem Teil ihres Randes über dem Abdeckbügel (23) liegt.

6. Türanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend von der Schließstellung der Öffnungswinkel bis zum Erreichen der maximalen Öffnungsstellung zwischen 135° und 185° liegt.

7. Türanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Gelenkarm (4, 5, 6) in der maximalen Öffnungsstellung in die Ausnehmung (13) eingeschwenkt ist.

8. Türanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Gelenkarm (4, 5, 6) in einer Draufsicht C- oder U-förmig verläuft.

9. Türanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Türband (3) einen ersten Gelenkarm (4) und einen zweiten Gelenkarm (5) aufweist, wobei beide Gelenkarme (4, 5) bei der maximalen Öffnungsstellung in die Ausnehmung (13) eingreifen.

10. Türanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (13) ausgehend von der Laibung (12) eine Tiefe zwischen 5 mm und 50 mm aufweist.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Türanordnung mit einer Türzarge, einem Türflügel und zumindest einem Türband, welches ein Zargenteil und zumindest einem an dem Zargenteil drehbar aufgenommenen Gelenkarm aufweist und mit welchem der Türflügel über den zumindest einen Gelenkarm schwenkbar an der Türzarge befestigt ist, wobei die Türzarge in einer Schließstellung des Türflügels einen parallel zum Türflügel ausgerichteten Spiegelabschnitt und eine dazu senkrecht verlaufende, seitlich an den Türflügel anschließende Laibung aufweist und wobei das Türband mit dem Zargenteil in eine Öffnung der Laibung eingesetzt und hinter dem Spiegelabschnitt zumindest teilweise verdeckt angeordnet ist, wobei der Spiegelabschnitt auf der Höhe des Zargenteils eine von der Laibung ausgehende seitliche Ausnehmung aufweist, in welche der Gelenkarm bei einer Bewegung zwischen der Schließstellung und einer maximalen Öffnungsstellung des Türflügels einschwenkt.

Aus der Praxis sind unterschiedliche Bandkonstruktionen für verschiedene Einsatzzwecke bekannt. Die vorliegende Erfindung bezieht sich konkret auf eine Türanordnung in Form einer Haus- oder Zimmertür. Das Türband muss die von dem Türflügel ausgeübten Gewichts- und Hebelkräfte aufnehmen können. Ein entsprechender Türflügel weist üblicherweise eine Fläche von zumindest 1 m2 sowie ein Gewicht von 10 kg auf.

Vor diesem Hintergrund muss das Türband einerseits eine ausreichende Stabilität aufweisen, wobei andererseits häufig ein unauffälliges Erscheinungsbild des Türbandes gefordert wird, damit sich die aus einem Türflügel, einer Türzarge und üblicherweise zumindest zwei Türbändern gebildete Tür gut in eine umgebende Wandfläche einfügt und ein hochwertiges Erscheinungsbild aufweist.

Die Erfindung bezieht sich auf Türanordnungen mit Türbändern, welche zumindest teilweise verdeckt angeordnet sind, wobei das Zargenteil in die Laibung der Türzarge seitlich eingesetzt ist. Eine Türanordnung mit den eingangs beschriebenen Merkmalen ist aus der EP 2 476 837 A1 bekannt. Der Türflügel ist gefalzt, wobei ein türbandseitiger Türfalz in der Schließstellung auf den Spiegelabschnitt aufliegt und auch die in dem Spiegelabschnitt gebildete Ausnehmung verdeckt. Es ergibt sich der Nachteil, dass die gefalzte Türanordnung in der Schließstellung über den Spiegelabschnitt vorsteht.

Eine weitere Türanordnung ist aus der DE 101 64 979 B4 bekannt. Das Türband ist als Verdecktürband in die Schmalseite eines Türflügels sowie die Laibung einer Türzarge eingesetzt und in einem geschlossenen Zustand der Tür nicht sichtbar. Die beiden Gelenkbügel sind jeweils an einem ihrer Enden drehbar um eine vertikale Drehachse und an ihrem anderen Ende längsverschieblich und drehbar geführt. Des Weiteren sind die beiden Gelenkbügel an die Enden verbindenden Mittelabschnitten um eine weitere vertikale Drehachse miteinander verbunden. Es ergibt sich somit eine 5-achsige Gelenkanordnung, bei der zwei der Gelenkachsen zusätzlich entlang von Kulissen geführt sind.

Das Türband zeichnet sich durch eine stabile Konstruktion und gute Gebrauchseigenschaften aus. Damit an dem Flügelteil sowie an dem Zargenteil die Kulissen ausgebildet werden können, müssen diese eine ausreichende Größe aufweisen, wobei an der Türzarge und an dem Türflügel auch ein ausreichender Aufnahmerahmen zur Verfügung stehen muss.

Aus der DE 10 2015 120 549 B3 ist eine Türanordnung bekannt, bei der ausgehend von der Schließstellung der Öffnungswinkel bis zu einer maximalen Öffnungsstellung bei 180° liegt. Das Türband weist lediglich einen einzigen Gelenkarm auf, der an der Türzarge starr und um eine Schwenkachse an dem Türflügel drehbar befestigt ist. Durch eine ausgeprägte U-Form des Gelenkarms kann der Türflügel aufgeschwenkt werden. Eine verdeckte Anordnung des Türbandes ist nur bei vergleichsweise dicken Türen möglich.

Aus der DE 20 2008 004 509 U1 ist es bekannt, Schraubenlöcher eines Bandteils durch eine Blende zu verdecken, die im Wesentlichen vollflächig angeordnet, insbesondere aufgeklebt werden kann.

Ausgehend von dem gattungsgemäßen Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine besonders kompakte und hochwertige Türanordnung anzugeben. Insbesondere soll es möglich sein, das Zargenteil mit einem geringen Platzbedarf in der Türzarge zu integrieren und einen Türflügel aus Glas einzusetzen.

Gegenstand der Erfindung und Lösung der Aufgabe ist eine Türanordnung gemäß Patentanspruch 1.

Erfindungsgemäß wird durch die Ausnehmung ein größerer Freiraum für die Bewegung des zumindest einen Gelenkarms bereitgestellt. Der Gelenkarm kann ohne weiteres über eine Position hinaus geschwenkt werden, in der der Gelenkarm ohne die Ausnehmung an dem Spiegelabschnitt seitlich anschlagen würde. Obwohl im Rahmen der Erfindung eine an sich verdeckte Anordnung des Zargenteils des Türbandes in einer Öffnung der Laibung und hinter dem Spiegelabschnitt vorgesehen ist, wird ausgehend von der Laibung eine Ausnehmung in dem Spiegelabschnitt in Kauf genommen, welche auch dann bei einem geschlossenen Türflügel durch eine separate Blende abgedeckt wird.

Im Rahmen der Erfindung wird also ein Bereich für die Bewegung genutzt, welcher vorher nicht zur Verfügung stand. Es ist somit dem Fachmann möglich, eine kompaktere Bauweise zu erzielen, größere Öffnungswinkel zu erreichen oder auch die übrige Konstruktion des Türbandes, wie beispielsweise die Positionierung zumindest einer Schwenkachse freier zu variieren.

Die Ausnehmung weist ausgehend von der Laibung vorzugsweise eine Tiefe zwischen 5 mm und 50 mm, insbesondere zwischen 8 mm und 30 mm auf, um einerseits einen ausreichenden zusätzlichen Bewegungsraum bereitzustellen und andererseits eine zu starke optische Beeinträchtigung bzw. Schwächung des Spiegelabschnittes zu vermeiden.

Die erfindungsgemäß vorgesehene Blende ist im Rahmen der Erfindung so auszuführen, dass einerseits in der Schließstellung des Türflügels die Ausnehmung abgedeckt ist und andererseits die Ausnehmung während der Schwenkbewegung für das Einschwenken des zumindest einen Gelenkarms freigegeben wird.

So ist es denkbar, dass die Blende beweglich, insbesondere schwenkbar an der Türzarge befestigt ist. Beispielsweise kann die Blende an dem Rand der Ausnehmung entlang einer vertikalen Achse drehbar befestigt sein und durch eine Feder oder dergleichen beaufschlagt sein. Bei einer Öffnungsbewegung kann eine solche Blende dann von dem zumindest einen Gelenkarm aufgedrückt werden, wenn dieser in die zunächst von der Blende abgedeckte Ausnehmung eintaucht.

Alternativ kann die Blende auch in geeigneter Weise an dem zumindest einen Gelenkarm oder bevorzugt an einem Flügelteil des Türbandes befestigt sein. Im Rahmen einer solchen Ausgestaltung sind dann das Zargenteil und das Flügelteil des Türbandes durch den zumindest einen Gelenkarm verbunden, wobei das Flügelteil an den Türflügel angeschlossen ist. Das Flügelteil kann beispielsweise seitlich in die Schmalseite einer Tür eingesetzt sein oder auch einen Türflügel aus Glas klemmend halten.

Sofern die Blende an dem zumindest einen Gelenkarm oder vorzugsweise an dem Flügelteil befestigt ist, sind bei einer Schließbewegung des Türflügels gegebenenfalls gewisse Ausgleichsbewegungen notwendig, um ein Klemmen oder Kratzen der Blende zu vermeiden.

Zusätzlich oder alternativ zu einer beweglichen Anordnung der Blende an dem Flügelteil kann die Ausnehmung auch zum Teil von einem an dem Zargenteil des Türbandes angeordneten Abdeckbügel ausgefüllt sein, welcher in einem gewissen Maße beweglich ist. Ein solcher Abdeckbügel kann dann für die zuvor beschriebene Blende als Führung und Auflagefläche dienen. Insbesondere ist im Rahmen einer solchen Ausgestaltung vorgesehen, dass die Blende in der Schließstellung mit einem Teil ihres Randes über dem Abdeckbügel liegt.

Wie bereits zuvor erläutert, wird durch die Ausnehmung bei einer kompakten Bauweise selbst bei Türen mit einem Türfalz ein großer Öffnungswinkel ermöglicht. Entsprechend ist gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass ausgehend von der Schließstellung der Öffnungswinkel bis zum Erreichen der maximalen Öffnungsstellung zwischen 135° und 185°, insbesondere zwischen 170° und 180° liegt.

Erfindungsgemäß ist die Ausnehmung dazu vorgesehen, um für den zumindest einen Gelenkarm einen größeren Freiraum bei der Bewegung bereitzustellen. Üblicherweise ist dabei vorgesehen, dass der zumindest eine Gelenkarm in der maximalen Öffnungsstellung in die Ausnehmung eingeschwenkt ist.

Um die Kinematik des Türbandes weiter zu verbessern, kann der zumindest eine Gelenkarm in einer Draufsicht mit einer Blickrichtung parallel zur Schwenkachse zwischen Gelenkarm und Zargenteil eine C- oder U-Form aufweisen.

Im Rahmen der Erfindung ist es möglich, dass das Türband lediglich einen einzigen Gelenkarm aufweist. Darüber hinaus erstreckt sich die Erfindung jedoch auch auf Gelenkkonstruktionen mit zwei Gelenkarmen, wie sie beispielsweise in ihrem grundlegenden Aufbau aus der DE 101 64 979 B4 bekannt sind.

Zwei das Zargenteil mit einem Flügelteil verbindende Gelenkarme können auf unterschiedlichste Weise drehbar gelagert und geführt sein. Gemäß der DE 101 64 979 B4 sind die beiden Gelenkarm jeweils an einer Seite drehbar und an der anderen Seite längsverschieblich sowie drehbar geführt und darüber hinaus auch miteinander verbunden. Nachfolgend wird exemplarisch auf eine ebenfalls von der Erfindung umfasste alternative Ausgestaltung Bezug genommen, bei der zwei Gelenkarme an ihren beiden Enden jeweils drehbar aufgenommen und nicht miteinander verbunden sind.

Unabhängig von der im Einzelnen vorgesehenen Kinematik ist bei einem Türband mit einem ersten Gelenkarm und einem zweiten Gelenkarm bevorzugt vorgesehen, dass beide Gelenkarme bei der maximalen Öffnungsstellung in die Ausnehmung eingreifen.

Üblicherweise ist der Türflügel zumindest mit zwei Türbändern an der Türzarge befestigt, wobei die Türbänder gleich ausgeführt werden können. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich deshalb exemplarisch auf die Anordnung eines von mehreren Türbändern an der Türanordnung.

Die Türzarge weist in der Schließstellung des Türbandes einen parallel zum Türflügel ausgerichteten Spiegelabschnitt und eine dazu senkrechte verlaufende, seitlich an den Türflügel anschließende Laibung auf, wobei die Laibung ausgehend von dem Spiegelabschnitt einen ersten Laibungsabschnitt und einen daran über eine nach innen gerichtete Stufe anschließenden zweiten Laibungsabschnitt aufweisen kann.

Der Spiegelabschnitt erstreckt sich also entlang einer ersten horizontalen Richtung sowie der vertikalen Richtung, während sich die Laibung – bis auf den optional vorgesehenen Versatz entlang der ersten horizontalen Richtung an der Stufe – entlang der zweiten horizontalen Richtung sowie der vertikalen Richtung erstreckt. Die Stufe bildet dabei vorzugsweise einen Anschlag für den Türflügel, wobei an der Stufe auch eine herkömmliche Türdichtung angeordnet sein kann.

Das Zargenteil ist in die Öffnung der Laibung eingesetzt, so dass das Zargenteil in Richtung des Spiegelabschnitts verdeckt angeordnet ist. Insbesondere kann sich die Öffnung bei dem Vorhandensein einer Stufe von dem ersten Laibungsabschnitt bis in den zweiten Laibungsabschnitt erstrecken, so dass dann auch der Bereich der Stufe für die Anordnung des Zargenteils genutzt werden kann.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung kann dabei auch vorgesehen sein, dass auf dem Zargenteil ein separates Abdeckteil angeordnet ist, welches entsprechend der Form der Laibung eine Stufe aufweist, so dass ein erster Abdeckabschnitt des Abdeckteils zumindest im Wesentlichen flächenbündig an den ersten Laibungsabschnitt und ein zweiter Abdeckabschnitt zumindest im Wesentlichen flächenbündig an den zweiten Laibungsabschnitt anschließen.

Um dabei eine Anpassung an unterschiedliche Zargenformen zu ermöglichen, können ggf. unterschiedliche Abdeckteile und/oder verstellbare Abdeckteile vorgesehen sein.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung erläutert. Es zeigen:

1 ein Ausschnitt aus einer Türanordnung mit einer Türzarge, einem Türband und einem Türflügel in einer Öffnungsstellung,

2 das Türband gemäß der 1 ohne Türzarge und Türflügel,

3 ein Horizontalschnitt durch die Anordnung gemäß der 1 bei einem geschlossenen Türflügel,

4 die Schnittdarstellung gemäß der 3 bei einem Öffnungswinkel von 90°,

5 die Schnittdarstellung gemäß der 3 bei einem Öffnungswinkel von 180°,

6 ein Ausschnitt der geschlossenen Türanordnung mit weiteren Anbauteilen,

7 eine modifizierte Darstellung der Anordnung gemäß der 6 mit einer Hervorhebung einzelner Anbauteile,

Die 1 zeigt einen Ausschnitt einer Türanordnung, beispielsweise einer Haus- oder Zimmertür mit einer Türzarge 1, einem Türflügel 2 und einem Türband 3. Der Türflügel 2 ist üblicherweise über zumindest zwei Türbänder 3 an der Türzarge 1 abgestützt, wobei die 1 eines der beiden gleich ausgebildeten Türbänder 3 zeigt.

Bereits aus der 1 und insbesondere den Horizontalschnitten gemäß der 3 bis 5 ist zu entnehmen, dass das Türband 3 in dem dargestellten Ausführungsbeispiel eine 4-achsige Gelenkanordnung aufweist. Konkret weist das Türband 3 einen ersten Gelenkarm 4 auf, der in einer vertikalen Richtung Z zwischen einem zweiten Gelenkarm 5 und einem dritten Gelenkarm 6 angeordnet ist.

Der zweite Gelenkarm 5 sowie der dritte Gelenkarm 6 sind gleich ausgebildet und auch in gleicher Weise drehbar an ein Zargenteil 7 und ein Flügelteil 8 des Türbandes 3 angeschlossen. Hinsichtlich der Bewegung des Türbandes 3 verhalten sich also der zweite Gelenkarm 5 sowie der dritte Gelenkarm 6 gleich. Die bezüglich einer Mittelebene symmetrische Anordnung des zweiten Gelenkarms 5 und des dritten Gelenkarms 6 ist aus Gründen einer gleichmäßigen Kraftverteilung vorgesehen und rein exemplarisch.

Ohnehin ist die dargestellte Gelenkkonstruktion rein exemplarisch. Grundsätzlich kann im Rahmen der Erfindung auch lediglich ein einziger Gelenkarm ähnlich wie in der DE 10 2015 120 549 B3 vorgesehen sein. Bei einer Gelenkanordnung mit zwei Gelenkarmen kommen beispielsweise auch Ausgestaltungen gemäß der DE 101 64 979 B4 in Betracht. Darüber hinaus sind auch scherenartige Gelenkkonstruktionen mit fünf Schwenkachsen bekannt, welche auch im Rahmen der Erfindung vorgesehen sein können.

Zum Zwecke der Einfachheit wird nachfolgend jedoch nur exemplarisch auf die in den Figuren dargestellte 4-achsige Gelenkanordnung Bezug genommen, wobei sich für die anderen Gelenkkonstruktionen die beschriebenen Vorteile in gleicher Weise ergeben.

Bereits aus der 1 ist ersichtlich, dass das Türband 3 ausgehend von einer Schließstellung einen Öffnungswinkel von 180° bis zum Erreichen einer maximalen Öffnungsstellung aufweist.

Zu einem besseren Verständnis der Konstruktion des Türbandes ist dieses in der 2 ohne die Türzarge 1 und den Türflügel 2 dargestellt.

Die genaue Anordnung des ersten Gelenkarms 4 und des zweiten Gelenkarms 5 sowie die Kinematik des Türbandes 3 bei einer Öffnungsbewegung sind aus den 3 bis 5 ersichtlich.

Demnach ist bei der 4-achsigen Gelenkanordnung der erste Gelenkarm 4 an dem Zargenteil 7 drehbar um eine erste Zargenteilachse 9a sowie an dem Flügelteil 8 drehbar um eine erste Flügelteilachse 10a befestigt.

Der zweite Gelenkarm 5 ist in vergleichbarer Weise an dem Zargenteil 7 drehbar um eine zweite Zargenteilachse 9b sowie an dem Flügelteil 8 drehbar um eine zweite Flügelteilachse 10b befestigt. Aus den Figuren ist auch ersichtlich, dass sämtliche Gelenkarme 4, 5, 6 nicht unmittelbar miteinander verbunden sind. Eine Verbindung erfolgt nur über die Abstützung der Gelenkarme 4, 5, 6 an den Zargenteilachsen 9a, 9b bzw. den Flügelteilachsen 10a, 10b.

Die Zargenteilachsen 9a, 9b sowie die Flügelteilachsen 10a, 10b sind so angeordnet, dass der Türflügel um 180° geschwenkt werden kann. Dies wird in Bezug auf die 3 bis 5 dadurch erreicht, dass bei einer Öffnungsbewegung von der Schließstellung zu der Öffnungsstellung die Gelenkarme 4, 5, 6 sich gegenüber dem Zargenteil 7 in eine erste Drehrichtung und das Flügelteil 8 gegenüber den Gelenkarmen 4, 5, 6 ebenfalls in der ersten Richtung drehen. In den 3 bis 5 drehen sich die Gelenkarme 4, 5, 6 gegenüber dem Zargenteil 7 gegen den Uhrzeigersinn. Des Weiteren dreht sich auch das Flügelteil 8 gegenüber den Gelenkarmen 4, 5, 6 gegen den Uhrzeigersinn, so dass sich letztlich die Drehwinkel zu dem zu erreichenden Öffnungswinkel addieren.

In den 3 bis 5 ist auch zu erkennen, dass die Gelenkarme 4, 5, 6 eine ausgeprägte U-Form aufweisen. Gemäß der 5 ermöglicht die U-Form, dass die Gelenkarme 4, 5, 6 um einen Spiegelabschnitt 11 der Türzarge 1 herumgeschwenkt werden können. Um gleichzeitig die Einbautiefe des Zargenteils 7 in einer ersten horizontalen Richtung X sowie einer zweiten horizontalen Richtung Y zu begrenzen, ist der Spiegelabschnitt 11 ausgehend von einer Laibung 12 der Türzarge 1 erfindungsgemäß mit einer Ausnehmung 13 versehen, welche nachfolgend noch weiter erläutert wird.

Um die Ausprägung der U-Form zu charakterisieren, kann für den ersten Gelenkbügel der Abstand a1 zwischen der ersten Zargenteilachse 9a und der zweiten Flügelteilachse 10a mit einer Tiefe der U-Form verglichen werden. Die Tiefe der U-Form kann dadurch bestimmt werden, dass senkrecht zu einer Verbindungslinie zwischen der ersten Zargenteilachse 9a und der ersten Flügelteilachse 10a der maximale Abstand a2 zu einem Mittelabschnitt des ersten Gelenkarms 4 bestimmt wird. Das Verhältnis der Abstände a2:a1 beträgt vorzugsweise zumindest 0,5.

Im gleicher Weise können für den zweiten Gelenkarm 5 zwischen der zweiten Zargenteilachse 9b und der zweiten Flügelteilachse 10b ein Abstand b1 sowie senkrecht dazu ein Abstand b2 bestimmt werden, wobei auch hier das Verhältnis b2:b1 vorzugsweise größer als 0,5 ist.

Um das Türband 3 zu stabilisieren und um Spannungskräfte von den Zargenteilachsen 9a, 9b sowie den Flügelteilachsen 10a, 10b fernzuhalten, kann zumindest einer der Gelenkarme 4, 5, 6 in der Schließstellung und/oder der Öffnungsstellung an einer Anschlagfläche 14a, 14b des Zargenteils 7 und/oder des Flügelteils 8 anliegen.

In dem konkreten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass in der maximalen Öffnungsstellung gemäß der 5 der erste Gelenkarm 4 an einer ersten Anschlagfläche 14a des Flügelteils 8 anliegt, während in der Schließstellung der zweite Gelenkarm 5 gemäß der 3 an einer zweiten Anschlagfläche 14b des Flügelteils 8 anliegt.

Durch die exemplarisch dargestellte Ausgestaltung des Türbandes 3 mit der 4-achsigen Gelenkanordnung kann das Flügelteil 8 vergleichsweise klein gefertigt werden. Seitlich des aus Glas gebildeten Türflügels 2 sind lediglich die erste Flügelteilachse 10a und die zweite Flügelteilachse 10b mit einem Versatz in der zweiten horizontalen Richtung Y angeordnet.

Zusätzlich umfasst das Flügelteil 8 eine Klemmanordnung 15, mit der der Türflügel 2 aus Glas über Klemmschrauben auf besonders einfache Weise fixiert werden kann. Bei einem Lösen der Klemmschrauben der Klemmanordnung 15 ist der Türflügel 2 auch in vertikaler Richtung Z sowie auch in einem gewissen Maße entlang der ersten horizontalen Richtung X verstellbar. Zusätzlich oder alternativ kann auch an dem Zargenteil 7 eine Verstellung in zumindest einer Richtung X, Y, Z vorgesehen sein.

Gemäß der 3 sind die erste Zargenteilachse 9a und die zweite Zargenteilachse 9b entlang der ersten horizontalen Richtung X versetzt zueinander angeordnet.

Die 6 zeigt einen Ausschnitt der auch in 1 dargestellten Zimmertür in einem geschlossenen Zustand, wobei gegenüber der 1 weitere Anbauteile vorhanden sind.

Zunächst ist zu erkennen, dass die Türzarge 1 einerseits den bereits zuvor erwähnten Spiegelabschnitt 11 sowie eine entlang der zweiten horizontalen Richtung Y sowie der vertikalen Richtung Z verlaufende Laibung 12 aufweist.

Die Laibung 12 ist mit einer Stufe 16 versehen, welche einen an den Spiegelabschnitt 11 anschließenden ersten Laibungsabschnitt 17 von einem zweiten Laibungsabschnitt 18 trennt.

In bekannter Weise bildet die Stufe 16 eine Anschlagfläche für den Türflügel 2, wobei an der Stufe 16 auch eine Dichtungsnut für die Aufnahme einer nicht dargestellten Türdichtung vorgesehen ist.

Zwischen dem Türflügel 2 und dem ersten Laibungsabschnitt 17 verbleibt oberhalb und unterhalb des Türbandes 3 ein seitlicher Spalt. Bei einem Vergleich mit der 1 ist zu erkennen, dass das Zargenteil 7 in eine Öffnung 20 eingesetzt ist, welche sich von dem ersten Laibungsabschnitt 17 bis in den zweiten Laibungsabschnitt 18 und somit über die Stufe 16 hinaus erstreckt.

Gemäß der 1 ist das Zargenteil 7 innerhalb der Öffnung 20 nach außen durch den Spiegelabschnitt 11 verdeckt und auch gegenüber der Laibung 12 zurückspringend eingesetzt, wobei zur Anpassung an die Form der Laibung 12 das Zargenteil 7 mit einem separaten Abdeckteil 21 abgedeckt ist, welches auch an den Form der Stufe 16 angepasst ist.

Das Abdeckteil 21 weist einen ersten Abdeckabschnitt 21a auf, welcher flächenbündig mit dem ersten Laibungsabschnitt 17 ist, während ein zweiter Abdeckabschnitt 21b flächenbündig an den zweiten Laibungsabschnitt 18 angrenzt.

Grundsätzlich kann auch eine Anpassung des Abdeckteils 21 an unterschiedliche Zargengeometrien und insbesondere unterschiedliche Höhen der Stufe 16 vorgesehen sein. Im einfachsten Fall können beispielsweise für unterschiedliche Höhen der Stufe 16 verschiedene Abdeckteile 21 als Zubehör bereitgehalten werden. Darüber hinaus ist es auch möglich, das Abdeckteil 21 mehrstückig auszugestalten, wobei dann ein Vorderabschnitt gegenüber einem Hinterabschnitt verstellbar ist. Für die Einstellung können beispielsweise Schrauben, eine mehrstufige Rastverbindung oder auch eine verstellbare Übermaßpassung vorgesehen sein.

Gemäß der 6 verbleibt zwischen dem Türflügel 2 und dem ersten Laibungsabschnitt 17 ein kleiner seitlicher Spalt. Da sich jedoch gemäß der 3 bis 5 das Flügelteil 8 teilweise seitlich des Türflügels 2 erstreckt, befindet sich das Flügelteil 8 genau im Bereich des Spaltes zwischen Türflügel 2 und erstem Laibungsabschnitt 17. Um vor diesem Hintergrund ein einheitliches, hochwertiges Erscheinungsbild zu erreichen, ist auf das Flügelteil 8 eine Blende 22 aufgesetzt, welche auch die Ausnehmung 13 verdeckt.

Damit die Blende 22 bei einer Schließstellung des Türflügels 2 eben und vorzugsweise spaltfrei in Bezug auf den Spiegelabschnitt 11 angeordnet ist, ist die in dem Spiegelabschnitt 11 gebildete Ausnehmung 13 an ihrem Rand von einem separaten Abdeckbügel 23 ausgefüllt.

Die Blende 22 und der Abdeckbügel 23 sind in der 7 im gelösten Zustand dargestellt. Der Abdeckbügel 23 kann mit endseitigen Zapfen 24 an dem Zargenteil 7 angeordnet werden, wobei vorzugsweise noch eine gewisse Beweglichkeit gegenüber dem Flügelteil 8 möglich ist. Wenn beispielsweise das Flügelteil 8 entlang der vertikalen Richtung Z verstellbar ist, kann durch eine Beweglichkeit des Abdeckbügels 23 sichergestellt werden, dass dieser stets spannungsfrei in der Ausnehmung 13 angeordnet ist.

Um den Abdeckbügel 23 in der Ausnehmung 13 sicher zu halten, weist dieser einen Haltesteg 25 auf, welcher den Spiegelabschnitt 11 hintergreifen kann. Zusätzlich bildet der Abdeckbügel 23 eine Auflagefläche für die Blende 22 aus. Bei einem geschlossenen Türflügel 2 überlappt die Blende 22 die Auflagefläche des Haltebügels 23, so dass kein durchgehender Spalt sichtbar ist und sich der Eindruck einer hochwertigen, geschlossenen Fläche ergibt.