Title:
Verfahren zur Anzeige
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Anzeige in einem Fahrzeug (1), wobei eine Eigenbewegung des Fahrzeuges (1) erfasst wird. Erfindungsgemäß wird im Fahrzeug (1) im peripheren Sichtfeld zumindest eines Insassen zumindest ein Muster angezeigt, wobei das zumindest eine Muster die erfasste Eigenbewegung des Fahrzeuges (1) fortlaufend abbildet. embedded image




Inventors:
Hörnlein, Thomas, Dr.rer.nat. (71154, Nufringen, DE)
Application Number:
DE102017010950A
Publication Date:
07/19/2018
Filing Date:
11/27/2017
Assignee:
Daimler AG, 70327 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102010019146A1N/A2011-11-03



Claims:
Verfahren zur Anzeige in einem Fahrzeug (1), wobei eine Eigenbewegung des Fahrzeuges (1) erfasst wird, dadurch gekennzeichnet, dass im peripheren Sichtfeld zumindest eines Insassen zumindest ein Muster im Fahrzeug (1) angezeigt wird, wobei das zumindest eine Muster die erfasste Eigenbewegung des Fahrzeuges (1) fortlaufend abbildet.

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine Muster auf eine vorgegebene Fläche (F) des Fahrzeuges (1) projiziert wird, dass das zumindest eine Muster auf zumindest einer Anzeigeeinheit im Fahrzeug (1) dargestellt wird und/oder dass das zumindest eine Muster mittels im Fahrzeug (1) angeordneter Lichtquellen dargestellt wird.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass anhand von Bewegungsdaten das zumindest eine Muster mittels eines Peripheriegerätes, insbesondere eines tragbaren visuellen Ausgabegerätes, dargestellt wird.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Anzeige in einem Fahrzeug, wobei eine Eigenbewegung des Fahrzeuges erfasst wird.

Aus der DE 10 2010 019 146 A1 ist ein Verfahren zur Erfassung einer Umgebung eines Fahrzeuges bekannt. Mittels einer Kamera werden digitale Bilder der Umgebung erfasst und eine Eigenbewegung des Fahrzeuges wird ermittelt. Mittels zumindest jeweils zwei erfasster Bilder und mittels aus der Eigenbewegung des Fahrzeuges ermittelter Bewegungsvektoren wird ein dreidimensionales Umgebungsmodell mit Strukturinformationen der erfassten Umgebung des Fahrzeuges erstellt und Intensitätswerten von Bildpunkten der erfassten Bilder eine auf einer Anzeigeeinheit auszugebenden Darstellung der erfassten Umgebung aus zumindest zwei horizontal und/oder vertikal versetzten Perspektiven und einem fließenden Übergang zwischen den Perspektiven gerendert und auf der Anzeigeeinheit abwechselnd mit einer von der menschlichen Wahrnehmung als angenehm empfundenen Wechselfrequenz zeitlich vorwärts und rückwärts periodisch ablaufend dargestellt, so dass eine dreidimensional wirkende Wiedergabe der erfassten Umgebung erreicht wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren zur Anzeige in einem Fahrzeug anzugeben.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Ein Verfahren zur digitalen Anzeige in einem Fahrzeug, wobei eine Eigenbewegung des Fahrzeuges erfasst wird, sieht erfindungsgemäß vor, dass im peripheren Sichtfeld zumindest eines Insassen im Fahrzeug zumindest ein Muster angezeigt wird, welches die erfasste Eigenbewegung des Fahrzeuges fortlaufend abbildet.

Durch Anwendung des Verfahrens kann das Risiko eines Auftretens der sogenannten Reise- oder Bewegungskrankheit, welche üblicherweise entsteht, wenn Sinnesorgane einer Person widersprüchliche Informationen zur räumlichen Lage und Bewegung der Person liefern, zumindest verringert werden.

Beispielsweise kann die Reise- oder Bewegungskrankheit auftreten, wenn sich ein Insasse während einer Fahrt mit dem Fahrzeug mit anderen Tätigkeiten, wie beispielsweise Lesen, beschäftigt. Dabei tritt eine Diskrepanz zwischen visuellen Bewegungsinformationen und der Bewegung des Fahrzeuges auf.

Da bei Anwendung des Verfahrens das zumindest eine Muster angezeigt wird, entsteht für den Insassen ein Eindruck der Eigenbewegung, welche der tatsächlichen Eigenbewegung des Fahrzeuges entspricht.

Dadurch kann die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens der Reise- oder Bewegungskrankheit und/oder eine Schwere der Reise- oder Bewegungskrankheit zumindest wesentlich verringert werden.

Das zumindest eine Muster wird von dem Insassen im peripheren Sichtfeld angezeigt, so dass es für den Insassen möglich ist, während des Fahrbetriebes des Fahrzeuges anderen Tätigkeiten nachzugehen, ohne dass dem Insassen übel und/oder schwindlig wird.

Insbesondere ein Fahrzeugnutzer als Insasse des Fahrzeuges kann eine zur Verfügung stehende Zeit im autonomen Fahrbetrieb des Fahrzeuges durch die Anwendung des Verfahrens effektiv nutzen.

Mittels des Verfahrens kann die Akzeptanz gegenüber im autonomen Fahrbetrieb bewegbaren Fahrzeugen gesteigert werden.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand einer Zeichnung näher erläutert.

Dabei zeigt die:

  • 1 schematisch ein Fahrzeug mit einem Fahrzeugnutzer.

In der einzigen Figur ist ein Fahrzeug 1 mit einem Fahrzeugnutzer 2 dargestellt.

Das Fahrzeug 1 verfügt über ein Assistenzsystem, welches einen autonomen Fahrbetrieb des Fahrzeuges 1 ermöglicht. Im autonomen Fahrbetrieb übergibt der Fahrzeugnutzer 2 seine Fahraufgabe vollumfänglich an das Fahrzeug 1, so dass der Fahrzeugnutzer 2 als Insasse des Fahrzeuges 1 anderen Tätigkeiten, wie beispielsweise Lesen, nachgehen kann. Dabei richtet sich ein Blick des Fahrzeugnutzers 2 auf ein Buch o. ä., wobei der Fahrzeugnutzer 2 im Wesentlichen nicht nach draußen schaut. Zudem kann der Fahrzeugnutzer 2 eine Sitzposition einnehmen, in welcher er nicht in Fahrtrichtung des Fahrzeuges 1 gerichtet sitzt, wie in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel gezeigt ist.

Auch im manuellen Fahrbetrieb des Fahrzeuges 1 kann außer dem Fahrzeugnutzer 2 jeder Insasse einer anderen Tätigkeit nachgehen, so dass ein Blick des jeweiligen Insassen nicht auf das Fahrgeschehen außerhalb des Fahrzeuges 1 gerichtet ist.

Schaut der Fahrzeugnutzer 2 und/oder der jeweilige Insasse nicht nach draußen, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die sogenannte Reise- und Bewegungskrankheit auftritt. Ursache für das Auftreten dieser Krankheit ist eine Diskrepanz zwischen einer visuellen Bewegungsinformation für den Fahrzeugnutzer 2 und/oder für die Insassen und einer Eigenbewegung des Fahrzeuges 1.

Dadurch, dass das Risiko des Auftretens der Reise- und Bewegungskrankheit besteht, werden z. B. im Fahrzeug 1 vorhandene Unterhaltungsmöglichkeiten verhältnismäßig wenig oder nur eingeschränkt genutzt.

Um das Auftreten der Reise- und Bewegungskrankheit weitestgehend ausschließen zu können, ist vorgesehen, dass die Eigenbewegung des Fahrzeuges 1 erfasst und mittels zumindest eines Musters im Fahrzeug 1 abgebildet, also entsprechend der Eigenbewegung, wiedergegeben wird.

Insbesondere wird das die Eigenbewegung des Fahrzeuges 1 wiedergebende Muster auf eine vorgegebene Fläche F im Fahrzeug 1 projiziert und/oder das Muster wird auf einer Anzeigeeinheit dargestellt, wobei das Muster im peripheren Sichtfeld des Fahrzeugnutzers 2 bzw. der Insassen abgebildet wird.

Alternativ oder zusätzlich wird das Muster mittels im Fahrzeug 1 angeordneter Lichtquellen, insbesondere LEDs, dargestellt, die dazu einzeln angesteuert werden können.

Beispielsweise wird eine Kurvenfahrt des Fahrzeuges 1 als rotierendes Muster oder rotierende Muster dargestellt, so dass die mittels des Musters oder der Muster für den Fahrzeugnutzer 2 und/oder die Insassen wiedergegebene visuelle Bewegungsinformation der Eigenbewegung des Fahrzeuges 1 entspricht.

Eine alternative Ausführungsform sieht vor, dass Bewegungsdaten die Eigenbewegung des Fahrzeuges 1 betreffend zur Verfügung gestellt werden, um zumindest ein entsprechendes Muster mittels eines Peripheriegerätes, beispielsweise mittels eines tragbaren visuellen Ausgabegerätes, dargestellt wird. Bei einem solchen visuellen Ausgabegerät kann es sich beispielsweise um eine sogenannte Virtual-Reality-Brille handeln.

Das oder die die Eigenbewegung des Fahrzeuges 1 wiedergebende bzw. wiedergebenden Muster werden im peripheren Sichtfeld des Fahrzeugnutzers 2 und/oder der Insassen wahrgenommen, wodurch der Eindruck einer Eigenbewegung entsteht, welche der Eigenbewegung des Fahrzeuges 1 entspricht.

Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit des Auftretens der Reise- oder Bewegungskrankheit weitestgehend ausgeschlossen oder zumindest die Schwere des Auftretens verringert, so dass Unterhaltungsangebote im Fahrzeug 1 besser genutzt werden können. Insbesondere der Fahrzeugnutzer 2 kann die Zeit, während das Fahrzeug 1 im manuellen Fahrbetrieb bewegt wird, effektiv nutzen.

Mittels eines oben beschriebenen Verfahrens kann das Entstehen der Reise- oder Bewegungskrankheit in beliebigen Situationen, beispielsweise auch auf einem Schiff, weitestgehend verhindert werden.

Bezugszeichenliste

1
Fahrzeug
2
Fahrzeugnutzer
F
Fläche

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 102010019146 A1 [0002]