Title:
Verfahren und System zur Prüfung eines Fahrwerks eines Fahrzeugs
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System zur Prüfung eines Fahrwerks eines Fahrzeuges (5) mit einem fahrzeugexternen Prüfgerät (3), das unmittelbar oder mittelbar mit einer Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle (27) des Fahrzeugs (5) verbunden wird, und bei dem für jeden Reifen (12, 14, 16, 18) jeweils ein Ist-Reifendruck erfasst wird und/oder bei dem zur Feststellung der Räder (11, 13, 15, 17) eine Betriebsbremse des Fahrzeugs (5) betätigt wird. Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass der Ist-Reifendruck der Reifen (12, 14, 16, 18) jeweils von fahrzeugeigenen Reifendrucksensoren (19, 21, 23, 25) erfasst und an das Prüfgerät (3) direkt oder indirekt übermittelt wird, und/oder dass das Prüfgerät (3) eine Feststellung der Betriebsbremse durch elektronische Ansteuerung einer Hydraulikeinheit (33) initiiert, vermittels der die Betriebsbremse betätigt wird. embedded image




Inventors:
SCHOLZ RALF (DE)
Application Number:
DE102017007428A
Publication Date:
04/19/2018
Filing Date:
08/05/2017
Assignee:
DAIMLER AG (Stuttgart, 70327, DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102016008031A1N/A2017-02-16



Claims:
Verfahren zur Prüfung eines Fahrwerks eines Fahrzeuges (5) mit einem fahrzeugexternen Prüfgerät (1), das unmittelbar oder mittelbar mit einer Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle (27) des Fahrzeugs (5) verbunden wird, und bei dem für jeden Reifen (12, 14, 16, 18) jeweils ein Ist-Reifendruck erfasst wird und/oder bei dem zur Feststellung der Räder (11, 13, 15, 17) eine Betriebsbremse des Fahrzeugs betätigt wird, dadurch gekennzeichnet, dass
der Ist-Reifendruck der Reifen (12, 14, 16, 18) jeweils von fahrzeugeigenen Reifendrucksensoren (19, 21, 23, 25) erfasst und an das Prüfgerät (3) direkt oder indirekt übermittelt wird, und/oder
dass das Prüfgerät (3) eine Feststellung der Betriebsbremse durch elektronische Ansteuerung einer Hydraulikeinheit (33) initiiert, vermittels der die Betriebsbremse betätigt wird.

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der jeweils für jeden Reifen (12, 14, 16, 18) erfasste Ist-Reifendruck in einer fahrzeuginternen Speichereinheit (31) abgelegt wird, und das Prüfgerät (3) über die Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle (27) den jeweils für jeden Reifen (12, 14, 16, 18) erfassten Ist-Reifendruck aus der Speichereinheit (31) ausliest.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
das Prüfgerät (3) über die Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle (27) mit einem fahrzeuginternen Steuergerät (29) verbunden wird, über das die Hydraulikeinheit (33) elektronisch angesteuert wird,
und dass durch die elektronische Ansteuerung der Hydraulikeinheit (33) die Fahrzeugräder (11, 13, 15, 17) feststellende Bremseinheiten (35, 37, 39, 41) aktiviert werden.

System (1) zur Prüfung eines Fahrwerks eines Fahrzeuges (5) mit einem fahrzeugexternen Prüfgerät (3), das unmittelbar oder mittelbar mit einer Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle (27) des Fahrzeugs (5) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden Reifen (12, 14, 16, 18) ein Reifendrucksensor (19, 21, 23, 25) vorgesehen ist, der im Rahmen der Fahrwerksprüfung einen Ist-Reifendruck erfasst, dass der jeweils für jeden Reifen (12, 14, 16, 18) erfasste Ist-Reifendruck in einer fahrzeuginternen Speichereinheit (31) abgelegt ist, und/oder dass über die Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle (27) eine Hydraulikeinheit (33) einer Betriebsbremse elektronisch ansteuerbar ist.

System nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Prüfgerät (3) über die Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle (27) mit einem Steuergerät (29) verbunden ist, das mittel- oder unmittelbar mit der Hydraulikeinheit (33) verbunden ist.

System nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die fahrzeugeigene Speichereinheit (31) in das Steuergerät (29) des Fahrzeugs (5) integriert ist.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Prüfung eines Fahrwerks eines Fahrzeuges mit einem fahrzeugexternen Prüfgerät, das unmittelbar oder mittelbar mit einer Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle des Fahrzeugs verbunden wird, und bei dem für jeden Reifen jeweils ein Ist-Reifendruck erfasst wird und/oder bei dem zur Feststellung der Räder eine Betriebsbremse des Fahrzeugs betätigt wird. Die Erfindung betrifft im weiteren ein System zur Prüfung eines Fahrwerks eines Fahrzeuges mit einem externen Prüfgerät, das unmittelbar oder mittelbar mit einer Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle des Fahrzeugs verbunden ist.

Bei der Fahrwerksprüfung eines Fahrzeugs wird im Vorfeld der eigentlichen Fahrwerksprüfung, bei der beispielsweise Radwinkel, Spur, Sturz oder Nachlauf der Fahrzeugräder erfasst werden, eine manuelle Reifendruckmessung vorgenommen, d.h. es wird jeweils von Hand ein Manometer an das Reifenventil des zu vermessenden Reifens angeschlossen und der entsprechend am Manometer angezeigte Reifendruckmesswert abgelesen. Außerdem werden im Laufe der Fahrwerksprüfung der Räder durch Betätigung der Betriebsbremse festgestellt. Bekannt ist hierzu, das Einsetzen einer Pedalsperre, die das Bremspedal, über das die Betriebsbremse betätigt wird, gedrückt hält. Diese vorbereitenden Arbeiten sind zeit- und damit kostenaufwändig. Außerdem müssen die manuell gemessenen Reifendrücke in das Fahrwerksmessgerät eingegeben werden, wobei Fehler, wie z.B. Zahlendreher, auftreten können.

Aus DE 10 2016 008 031 A1 ist ein Verfahren und ein System zur Prüfung eines Fahrwerks eines Fahrzeugs bekannt, bei dem spezifische Fahrwerks-Sollwerte mit aktuellen Fahrwerks-Istwerten verglichen werden, wobei die fahrzeugspezifischen Fahrwerks-Sollwerte in einem fahrzeuginternen Speicher abgelegt werden und in einem fahrzeugexternen Prüfgerät mit den aktuellen Fahrwerks-Istwerten verglichen werden, wobei die spezifischen Fahrwerks-Sollwerte von dem fahrzeugexternen Prüfgerät aus dem fahrzeuginternen Speicher abgerufen werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und ein System der oben genannten Art derart weiterzubilden, dass die Prüfung weniger Zeit erfordert und damit kostengünstiger erfolgen kann.

Die Aufgabe wird durch ein Verfahren bzw. durch ein System zur Prüfung eines Fahrwerks eines Fahrzeugs mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche 1 und 4 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Um ein Verfahren der im Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs 1 angegebenen Art derart weiterzubilden, dass die Prüfung des Fahrwerks weniger Zeit erfordert und damit kostengünstiger erfolgen kann, ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Ist-Reifendruck der Reifen jeweils von fahrzeugeigenen Reifendrucksensoren erfasst und an das Prüfgerät direkt oder indirekt übermittelt wird, und/oder dass das Prüfgerät eine Feststellung der Betriebsbremse durch elektronische Ansteuerung einer Hydraulikeinheit initiiert, vermittels der die Betriebsbremse betätigt wird. Das Prüfgerät kann insbesondere ein Fahrwerksmessgerät sein.

Der der Erfindung zugrundeliegende Gedanke besteht darin, elektronische Fahrzeugsysteme, die standardmäßig verbaut sind, für eine Automatisierung von Fahrzeugprüfungen wie der Fahrwerksprüfung zu nutzen. Hier tritt anstelle der manuellen Reifendruckmessung die Übermittlung der Reifendrücke, die von den zum Reifendruckkontrollsystem (RDKS) des Fahrzeugs gehörenden Reifendrucksensoren erfasst wurden. Als Reifendrucksensoren kommen insbesondere direkt messende Reifendrucksensoren in Betracht, die jeweils den Innendruck sowie die Lufttemperatur eines Reifens messen und diese Informationen zusammen mit einem Identifikatorvorzugsweise über Funk - an ein Steuergerät im Fahrzeug übertragen.

Bevorzugt wird der jeweils für jeden Reifen erfasste Ist-Reifendruck in einer fahrzeuginternen Speichereinheit abgelegt. Das Prüfgerät liest dann über die Mess- und Diagnoseschnittstelle den jeweils für jeden Reifen erfassten Ist-Reifendruck aus der Speichereinheit aus.

Durch den Wegfall der Arbeitszeit für die manuelle Reifendruckmessung kann Arbeitszeit und die hiermit verbundenen Kosten reduziert werden. Vorteilhaft ist auch, dass ein manuelles Eingeben der gemessenen Reifendruckwerte in das Prüfgerät, das grundsätzlich fehleranfällig ist, entfällt.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird das Prüfgerät über die Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle mit einem fahrzeuginternen Steuergerät verbunden, über das die Hydraulikeinheit elektronisch angesteuert wird. Durch die elektronische Ansteuerung der Hydraulikeinheit werden die Fahrzeugräder feststellende Bremseinheiten aktiviert, d.h. die Fahrzeugräder werden durch die Bremseinheiten, die Teil der Betriebsbremse sind, festgestellt.

Um ein System der im Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs 4 angegebenen Art derart weiterzubilden, dass die Prüfung des Fahrwerks weniger Zeit erfordert und damit kostengünstiger erfolgen kann, ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass für jeden Reifen ein Reifendrucksensor vorgesehen ist, der im Rahmen der Fahrwerksprüfung einen Ist-Reifendruck erfasst, dass der jeweils für jeden Reifen erfasste Ist-Reifendruck in einer fahrzeuginternen Speichereinheit abgelegt ist, und/oder dass über die Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle eine Hydraulikeinheit einer Betriebsbremse elektronisch ansteuerbar ist.

Bevorzugt ist das Prüfgerät über die Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle mit einem Steuergerät verbunden, das mittel- oder unmittelbar mit der Hydraulikeinheit verbunden ist.

Besonders bevorzugt ist die fahrzeugeigene Speichereinheit in das Steuergerät des Fahrzeugs integriert.

Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens und des erfindungsgemäßen Systems besteht darin, dass durch Nutzung standardmäßig verbauter elektronischer Fahrzeugsysteme bislang zeit- und kostenaufwändige manuelle Maßnahmen - wie die Reifendruckprüfung und das Einsetzen eines Pedalspanners bei der Fahrwerksprüfung - entfallen können. Neben der Zeit- und Kostenersparnis lässt sich auch die Fehlerquote senken, da nunmehr beispielsweise die fehleranfällige Übertragung der manuell gemessenen Reifendruckwerte auf das Prüfgerät entfällt.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezug auf die Zeichnung zumindest ein Ausführungsbeispiel im Einzelnen beschrieben ist. Gleiche, ähnliche und/oder funktionsgleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen.

Es zeigen:

  • 1 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Systems

In 1 ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Systems 1 dargestellt, wobei das System 1 ein Fahrzeug 5 und ein fahrzeugexternes Prüfgerät 3 aufweist, von welchem der Einfachheit halber in der 1 nur das Fahrwerk schematisiert dargestellt ist. Das fahrzeugexterne Prüfgerät 3 umfasst eine Recheneinheit 7, welche mit einer Bildschirmanzeige 9 verbunden ist.

Das Fahrzeug 5 weist vier Fahrzeugräder 11, 13, 15,17 auf, mit jeweils einem Reifendrucksensor 19, 21, 23, 25 zur Erfassung des Luftdrucks und der Temperatur im jeweiligen Reifen. Die Reifendrucksensoren 19, 21, 23, 25 sind vorzugsweise mit dem Steuergerät 29 verbunden, das wiederum eine Speichereinheit 31 aufweist, in dem die erfassten Reifendruckwerte abgespeichert werden können. An jedem der Räder 11, 13, 15,17 ist eine zur Betriebsbremsanlage des Fahrzeugs gehörende Bremseinheit 35, 37, 39, 41 angeordnet, über die die Fahrzeugräder 11, 13, 15,17 gebremst bzw. festgestellt werden können. Die Bremseinheiten 35, 37, 39, 41 sind mittelbar oder unmittelbar mit einer Hydraulikeinheit 33 verbunden, die wiederum elektronisch ansteuerbar ist. Die elektronische Ansteuerung kann über das Steuergerät 29 erfolgen, das wiederum vom Prüfgerät 3 über die Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle 27 angesteuert werden kann.

Bei der Prüfung des Fahrwerks eines Fahrzeugs 5 wird das Prüfgerät 3 mit der Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle 27 des Fahrzeugs 5 verbunden. Die Recheneinheit 7 des Prüfgeräts 3 liest über die Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle 27 des Fahrzeugs 5 die Reifendruckwerte der Fahrzeugräder 11, 13, 15, 17 aus, die in der Speichereinheit 31 abgelegt sind. Alternativ ist es auch denkbar, dass die Reifendruckwerte direkt - vorzugsweise über eine drahtlose Kommunikationsverbindung zwischen Prüfgerät 3 und Reifendrucksensoren 19, 21, 23, 25 (hier nicht dargestellt) - an das Prüfgerät 3 übermittelt werden.

Darüber hinaus erfolgt im Rahmen der Fahrwerksprüfung auch eine Feststellung der Fahrzeugräder 11, 13, 15,17 über die Betriebsbremsanlage des Fahrzeugs. Hierfür übermittelt das Prüfgerat 3 ein Signal über die Mess- und Diagnoseschnittstelle 27 an das Steuergerät 29, um die Bremseinheiten 35, 37, 39, 41 per elektronischer Ansteuerung über die Hydraulikeinheit 33 zu aktivieren.

Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungsbeispiele näher illustriert und erläutert wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen. Es ist daher klar, dass eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten existiert. Es ist ebenfalls klar, dass beispielhaft genannte Ausführungsformen wirklich nur Beispiele darstellen, die nicht in irgendeiner Weise als Begrenzung etwa des Schutzbereichs, der Anwendungsmöglichkeiten oder der Konfiguration der Erfindung aufzufassen sind. Vielmehr versetzen die vorhergehende Beschreibung und die Figurenbeschreibung den Fachmann in die Lage, die beispielhaften Ausführungsformen konkret umzusetzen, wobei der Fachmann in Kenntnis des offenbarten Erfindungsgedankens vielfältige Änderungen, beispielsweise hinsichtlich der Funktion oder der Anordnung einzelner, in einer beispielhaften Ausführungsform genannter Elemente, vornehmen kann, ohne den Schutzbereich zu verlassen, der durch die Ansprüche und deren rechtliche Entsprechungen, wie etwa weitergehenden Erläuterung in der Beschreibung, definiert wird.

Bezugszeichenliste

1
System
3
Prüfgerät
5
Fahrzeug
7
Recheneinheit
9
Bildschirmanzeige
11
Fahrzeugrad
12
Reifen
13
Fahrzeugrad
14
Reifen
15
Fahrzeugrad
16
Reifen
17
Fahrzeugrad
18
Reifen
19
Reifendrucksensor
21
Reifendrucksensor
23
Reifendrucksensor
25
Reifendrucksensor
27
Mess- und/oder Diagnoseschnittstelle
29
Steuergerät
31
Speichereinheit
33
Hydraulikeinheit
35
Bremseinheit
37
Bremseinheit
39
Bremseinheit
41
Bremseinheit

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 102016008031 A1 [0003]