Title:
Verfahren zur Längenmessung eines flachen Gutes in einem Gutverarbeitungssystem und Anordnung zur Durchführung des Verfahrens
Kind Code:
A1


Abstract:

Verfahren und Anordnung zur Längenmessung eines flachen Gutes in einem Gutverarbeitungssystem, mit einer ersten Station (1) und einer zweiten Station (2), wobei die zweite Station (2) stromabwärts der ersten Station in Transportrichtung des flachen Guts angeordnet ist. Bei der Längenmessung werden Sensoren verwendet, die zu unterschiedlichen Stationen (1, 2) gehören. Die Steuereinheit ist zur Durchführung einer Wegsteuerung programmiert und zum Zählen der Encoderimpulse eines Encoders (13) der ersten Station vorgesehen. Ein Ereignis wird mittels eines ersten Sensors (DW-S1) der zweiten Station (2) ermittelt und eines zugehöriger Zahlenwertes Z1 eines Encoderimpulszählers (14) in einem ersten Register (R1) der Steuereinheit der ersten Station gespeichert. Ein Zahlenwert Z2 ist für einen Abstand d zwischen zwei Sensoren (AZ-S3, DW-S1) in einem zweiten Register (R2) der Steuereinheit (10) der ersten Station (1) gespeichert. Ein weiteres Ereignisses wird mittels des Sensors (AZ-S3) der ersten Station ermittelt und ein zugehöriger Zahlenwertes Z3 des Encoderimpulszählers 14 in einem dritten Register (R3) der Steuereinheit (10) der ersten Station (1) gespeichert. Sobald beide Ereignisse vorliegen, werden der Zahlenwert Z2 und der Differenz Δ = Z3 - Z1 der Zählerstände Z3 und Z1 mittels der Steuereinheit (10) der ersten Station summiert. embedded image




Inventors:
Geserich, Frank (16515, Friedrichsthal, DE)
Baum, Volker (13189, Berlin, DE)
Application Number:
DE102017006270A
Publication Date:
05/03/2018
Filing Date:
07/01/2017
Assignee:
Francotyp-Postalia GmbH, 13089 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE202016106124U1N/A2016-11-17
DE202016106125U1N/A2016-11-10
DE202016102202U1N/A2016-05-17
DE102014211515A1N/A2015-12-17
DE202015102333U1N/A2015-05-20
DE202012011876U1N/A2013-01-30
DE202012011877U1N/A2013-01-04



Foreign References:
DD150699A11981-09-16
EP13778972012-07-04
Other References:
ISO 269
DIN 678
Claims:
Verfahren zur Längenmessung eines flachen Gutes in einem Gutverarbeitungssystem, mit einer ersten Station (1) und einer zweiten Station (2), wobei die zweite Station (2) stromabwärts der ersten Station in Transportrichtung des flachen Guts G angeordnet ist, wobei jede der Stationen (1, 2) mindestens einen Motor, einen Encoder (13, 26) und einen Sensor aufweisen, die mit einer Steuereinheit (10, 20) verbunden sind, wobei die Steuereinheit (10, 20) zur Durchführung einer Wegsteuerung programmiert ist, gekennzeichnet durch die Schritte:
- Vorsehen eines Encoderimpulszählers (14) in der Steuereinheit (10) der ersten Station (1) und Zählen der Encoderimpulse des Encoders (13) der ersten Station mittels des Encoderimpulszählers (14) der Steuereinheit (10) der ersten Station,
- Ermitteln eines Ereignisses mittels eines ersten Sensors (DW-S1) der zweiten Station (2) und Speichern eines zugehörigen Zahlenwertes Z1 des Encoderimpulszählers (14) in einem ersten Register (R1) der Steuereinheit der ersten Station,
- Speichern eines Zahlenwertes Z2 für einen Abstand d zwischen zwei Sensoren (AZ-S3, DW-S1) in einem zweiten Register (R2) der Steuereinheit (10) der ersten Station (1), wobei die Sensoren zu unterschiedlichen Stationen (1, 2) gehören,
- Ermitteln eines Ereignisses mittels des Sensors (AZ-S3) der ersten Station und Speichern eines zugehörigen Zahlenwertes Z3 des Encoderimpulszählers 14 in einem dritten Register (R3) der Steuereinheit (10) der ersten Station (1),
- Summieren des Zahlenwertes Z2 und der Differenz Δ = Z3 - Z1 der Zählerstände Z3 und Z1 mittels der Steuereinheit (10) der ersten Station (1), sobald beide Ereignisse vorliegen.

Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass der Abstand d zwischen zwei Sensoren von benachbarten Stationen (1, 2) größer ist, als die Länge des kleinsten Formats Lmin und kleiner ist, als die Länge Lmedian eines mittleren Formats des flachen Guts.

Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass das Ereignis, welches vom Sensor (AZ-S3) der ersten Station ermittelt wird, die Detektion der Hinterkante des flachen Gutes G betrifft und dass das Ereignis, welches vom Sensor (DW-S1) der zweiten Station ermittelt wird, die Detektion der Vorderkante des flachen Gutes G betrifft.

Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, dass die Sensoren (AZ-S3, DW-S1) als Lichtschranken (AZ-LS3, DW-LS1) ausgebildet sind, dass eine Lichtschranke (AZ-S3) der ersten Station (1) das Ereignis detektiert, wenn die Hinterkante des flachen Gutes G die Lichtschranke (AZ-LS3) freigibt und dass eine Lichtschranke (DW-LS1) der zweiten Station (2) das Ereignis detektiert, wenn die Vorderkante des flachen Gutes G die Lichtschranke (DW-LS1) erreicht.

Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass der im zweiten Register (R2) gespeicherte Zahlenwert Z2 gleich einer Anzahl von Encoderimpulsen ist, wobei die Anzahl der Encoderimpulsen dem Abstand d zwischen zwei Sensoren bzw. Lichtschranken entspricht, die zu unterschiedlichen und unmittelbar benachbarten Stationen gehören.

Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, dass ein Umrechnen einer Anzahl von Encoderimpulsen mittels einer Funktion λ oder k oder δ in eine Länge des flachen Guts in eine vorbestimmte Maßeinheit mittels der Steuereinheit (10) der ersten Station (1) erfolgt.

Anordnung zur Durchführung des Verfahrens in einem Gutverarbeitungssystem, das eine ersten Station (1) und eine zweite Station (2) aufweist, wobei die zweite Station (2) stromabwärts der ersten Station in Transportrichtung des flachen Guts G angeordnet ist, wobei jede der Stationen (1, 2) mindestens einen Motor, einen Encoder (13, 26) und einen Sensor aufweist, die mit einer Steuereinheit (10, 20) verbunden sind, wobei die Steuereinheit (10, 20) zur Durchführung einer Wegsteuerung programmiert ist, gekennzeichnet dadurch, dass
- ein Sensor (AZ-S3) der ersten Station (1) zum Ermitteln eines Ereignisses und ein Encoderimpulszähler (14) in der Steuereinheit (10) der ersten Station (1) vorgesehen sind, wobei der Encoderimpulszähler zum Zählen der Encoderimpulse des Encoders (13) der ersten Station (1) ausgebildet ist und dem Ereignis ein zugehöriger Zahlenwert Z3 des Encoderimpulszählers (14) entspricht,
- ein erster Sensor (DW-S1) der zweiten Station (2) zum Ermitteln eines Ereignisses vorgesehen ist und dass ein erstes Register (R1) der Steuereinheit der ersten Station (1) zum Speichern eines zugehörigen Zahlenwertes Z1 des Encoderimpulszählers (14) und ein zweites Register (R2) der Steuereinheit (10) der ersten Station (1) zum Speichern eines Zahlenwertes Z2 für einen Abstand d zwischen zwei Sensoren (AZ-S3, DW-S1) vorgesehen ist, wobei die Sensoren (AZ-S3 bzw. DW-S1) zu unterschiedlichen Stationen (1 bzw. 2) gehören,
- ein drittes Register (R3) der Steuereinheit (10) der ersten Station (1) zum Speichern des zu dem vom Sensor (AZ-S3) der ersten Station (1) detektierten Ereignis zugehörig ermittelten Zahlenwert Z3 des Encoderimpulszählers (14) vorgesehen ist sowie
- die Steuereinheit (10) der ersten Station (1) zum Summieren des Zahlenwertes Z2 und der Differenz Δ = Z3 - Z1 der Zählerstände Z3 und Z1 programmiert ist, wobei die Summe gebildet wird, sobald beide Ereignisse vorliegen.

Anordnung, nach Anspruch 7, gekennzeichnet dadurch, dass die Sensoren (AZ-S3, DW-S1) als Durchlichtschranken (AZ-LS3, DW-LS1) ausgebildet sind.

Anordnung, nach Anspruch 7, gekennzeichnet dadurch, dass zwei in der ersten Station nacheinander in Transportrichtung x angeordnete Transportrollen (132, 133) vorgesehen sind, wobei die zwei Transportrollen von einem zweiten Motor (M12) der ersten Station (1) angetrieben werden, dass die Achsen der beiden angetriebenen Transportrollen (132 und 133) parallel zur x-Richtung und in einem Abstand c voneinander liegen, wobei der Abstand c geringer ist, als die Länge Lmin des kleinsten Formates des flachen Guts G.

Anordnung, nach Anspruch 7, gekennzeichnet dadurch, dass Steuereinheiten der Stationen des Gutverarbeitungssystems über ein serielles Bussystem miteinander verbunden sind.

Anordnung, nach den Ansprüchen 7 und 10, gekennzeichnet dadurch, dass das serielle Bussystem ein CAN-Bus ist.

Anordnung, nach den Ansprüchen 7 bis 11, gekennzeichnet dadurch, dass das Gutverarbeitungssystem ein Frankiermaschinensystem ist und die flachen Güter G Poststücke, wie kuvertierte Briefe oder Postkarten sind.

Anordnung, nach den Ansprüchen 7 bis 12, gekennzeichnet dadurch, dass die ersten Station (1) eine automatischen Zuführstation und die zweite Station (2) eine dynamischen Waage des Frankiermaschinensystems ist.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Längenmessung eines flachen Gutes in einem Gutverarbeitungssystem gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und Anordnung zur Durchführung des Verfahrens gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 7.

In einem Gutverarbeitungssystem werden Stationen für auf der Seite liegend transportierte flache Güter angeordnet, wie eine automatische Zuführstation, eine dynamische Waage und weitere in Transportrichtung nachfolgende Stationen. In der automatischen Zuführstation und/oder der dynamischen Waage werden Dimensionsmessungen durchgeführt.

Die Poststraße eines Frankiersystems besteht in üblicher Weise aus einer Vielzahl von einzelnen aneinandergereihten Poststückverarbeitungsstationen. Die Stationen der Poststraße eines Frankiersystems können jeweils als modulare Station ausgebildet sein.

Die auf der Seite liegend transportierten flachen Güter sind beispielsweise Poststücke, wie kuvertierte Briefe oder Postkarten. Wenn nachfolgend von einem Stapel gesprochen wird, sind Briefstapel, Postkartenstapel und andere Poststückstapel gemeint, welche sich vereinzeln lassen, aber auch ein anderes gestapeltes flaches Gut soll nicht ausgeschlossen werden.

In Amerika gilt es die Standardformate „Letter“ zu verarbeiten, wie Letter 8 1/2 inch x 11 inch (21,59 cm x 27,94 cm), Letter 8 1/2 inch x 14 inch (21,59 cm x 35,56 cm), Letter 14 7/8 inch x 11,69 inch (37,8 cm x 29,69 cm) aber auch Kuverte wie #10 envelope 8 1/3 inch x 4 1/7 inch (24,1 cm x 10,5 cm).

Insbesondere in Deutschland sind die Formate B4 (25,0 cm x 35,3 cm), B5 (17,6 cm x 25,0 cm), B6 (12,5 cm x 17,6 cm) und C4 (22,9 cm x 32,4 cm), C5 (16,2 cm x 22,9 cm), C6 (11,4 cm x 16,2 cm) üblich. Die Größen der deutschen Papierformate sind bereits im Jahr 1922 vom Deutschen Institut für Normung (DIN) in der DIN-Norm DIN 476 festgelegt worden. Briefumschläge gibt es in verschiedenen Standardgrößen, definiert in ISO 269 und DIN 678 weitgehend anhand bestehender Papierformate. Die übliche Handelsbezeichnung (DIN lang plus) bzw. (C6 lang) für C6/5 (11,4 cm x 22,9 cm) entspricht nicht der Norm, wird aber überwiegend verwendet.

In dem deutschen Gebrauchsmuster DE 20 2015 102 333 U1 (G3288-DE) wurde schon ein Gutverarbeitungsgerät zum Anlegen und Vereinzeln von flachen Gut beschrieben. Das Gutverarbeitungsgerät kann kompakt oder auch modular aufgebaut sein. Auf ein Anlegemodul folgt im Transportweg ein Vereinzelungsmodul usw. Eine Steuereinheit des Vereinzelungsmoduls hat eine Schnittstelle, die mit einer Schnittstelle einer Steuereinheit des Anlegemoduls gekoppelt ist. Es wurde auch schon vorgeschlagen, die Steuereinheit des Anlegemoduls einzusparen und dessen Steuerung durch die Steuereinheit des Vereinzelungsmoduls mit zu übernehmen.

In dem deutschen Gebrauchsmuster DE 20 2016 106 124 U1 (G3292-DE) wurde bereits eine Vereinzelungsstation beschrieben, der eine Anlegestation vorgeschaltet ist.

In dem deutschen Gebrauchsmuster DE 20 2016 102 202 U1 (G3289-DE) wurde auch eine Anlegestation beschrieben, wobei das Anlegedeck eine Öffnung für ein Sendemittel eines Lichtsensors aufweist, wobei die Öffnung nahe der Ausrichtwand der Anlegestation angeordnet ist. Die Anlegestation weist einen Motor auf, die der Transportelemente der Anlegestation antreibt.

In dem deutschen Gebrauchsmuster DE 20 2016 106 125 U1 (G3293-DE) wurde auch bereits eine dynamische Waage für auf der Seite liegend transportierte flache Güter beschrieben, wobei die flachen Güter eine Anlegestation, eine Vereinzelungsstation eine dynamische Waage und eine Frankiermaschine aufeinander folgend durchlaufen.

In dem deutschen Gebrauchsmuster DE 20 2012 011 877 U1 (G3279-DE) wurde bereits eine Zuführstation beschrieben, deren Steuereinheit eine Längenmessung unter Beteiligung von einem dritten Sensor S3 der Zuführstation durchführt, der die Vorderkante und die Hinterkante eines transportierten flachen Guts während des Transport detektiert, wobei die Encodertaktimpulse gezahlt und ausgewertet werden, indem eine Differenz zwischen dem hohen und niedrigen Zählwert gebildet wird. Dabei tritt jedoch ein sogenannter "Schlupf auf, da mit Hilfe von Encodersignalen nur die Bewegung der betreffenden Rolle direkt gemessen werden kann, nicht aber die Bewegung des flachen Guts selbst. Der Vereinzelungsvorgang wird, bei einer zu kleinen Lücke zwischen den aufeinanderfolgenden Poststücken gestoppt, um die Lücke zu vergrößern.

Aus dem deutschen Gebrauchsmuster DE 20 2012 011 876 U1 geht eine automatische Zuführstation hervor, deren Steuereinheit zur Wegsteuerung ausgebildet ist und es ermöglicht, eine zu große Lücke zwischen den Poststücken zu verkleinern.

In dem europäischen Patent EP 1377897 B2 wird eine Briefflusssteuerung mitgeteilt, dabei handelt es sich um ein modulares System, in welchem jeder Modul einen Sensor und einen Speicher umfasst. Das System weist eine zeitliche Steuerung auf, welche eine Durchführung einer Berechnung für die Zeit oder das Zeitfenster, in welchem ein Umschlag ankommen sollte, ermöglicht. Die Längen von Umschlägen können beispielsweise dadurch detektiert werden, dass die Vorder- und Hinterkante im ersten Modul erfasst werden. Auch hier tritt wieder das vorgenannte Schlupf-Problem auf.

Im Frankiersystem Centor mit dynamischer Waage wird die Brieflänge allein durch die automatische Zuführstation ermittelt. Es gibt dafür einen separaten Encoder und eine separate Lichtschranke. Sobald ein Brief diese Lichtschranke mit seiner Vorderkante schließt, werden die Encodersignale gezählt. Das Zählen wird beendet, sobald die Hinterkante des Poststückes die Lichtschranke wieder freigibt. Aus der in Millimeter umgerechneten Gesamtzahl der Encodersignale ergibt sich die Länge des Poststückes. Da eine dezidierte Rolle mit Encoder verwendet wird, die auf dem Poststück läuft, ohne ihn anzutreiben, können Messfehler durch "Schlupf minimiert werden. Aber auch hier kann es zu Messfehlern kommen, beispielsweise beim Aufsetzen der Rolle auf das Poststück und beim Absetzen der Rolle vom Poststück. Gerade bei dicken kantigen Poststücken treten zum Teil starke Stöße auf, sowohl beim Einlaufen der Vorderkante des Poststückes in die Rolle als auch beim Auslaufen des Poststückes aus der Rolle.

Es ist Aufgabe der Erfindung, eine sichere Längenmessung für eine automatische Zuführstation mit einer Wegsteuerung zu entwickeln, die sicherstellt, dass ein flaches Gut nahezu ohne Schlupf transportiert wird, wobei die Längenmessung auf dem Zählen von Encoderimpulsen des Transportantriebs der automatischen Zuführstation basiert.

Auch sollte eine kostengünstige und leistungsfähige Längenmessung entwickelt werden, mit der bei allen üblichen Briefformaten von der Postkarte bis zum B4 Format, die Brieflänge ausreichend genau gemessen werden kann, um anhand der gemessenen Brieflänge eine korrekte Portoberechnung durchführen zu können. Weiterhin muss die Messung rechtzeitig vor dem Druckbeginn in der Frankiermaschine abgeschlossen sein, damit ausreichend Zeit zur format- und gewichtsabhängigen Portoberechnung vor dem Druckbeginn zur Verfügung steht.

Die Aufgabe wird mit den Merkmalen eines Verfahrens zur Längenmessung eines flachen Gutes in einem Gutverarbeitungssystem nach dem Patentanspruch 1 und mit einer Anordnung zur Durchführung des Verfahrens in einem Gutverarbeitungssystem nach dem Patentanspruch 7 gelöst.

Das Gutverarbeitungssystem weist mindestens eine erste Station und eine zweite Station auf, wobei die zweite Station stromabwärts der ersten Station in Transportrichtung des flachen Guts angeordnet ist. Jede der Stationen umfasst mindestens einen Motor, einen Encoder und einen Sensor, welche mit einer Steuereinheit verbunden sind. Die Steuereinheit ist programmiert, eine Wegsteuerung durchzuführen.

Das Verfahren zur Längenmessung eines flachen Gutes in einem Gutverarbeitungssystem, umfasst die folgenden Schritte.

  • - Vorsehen eines Encoderimpulszählers in der Steuereinheit der ersten Station und Zählen der Encoderimpulse des Encoders der ersten Station mittels des Encoderimpulszählers,
  • - Ermitteln eines Ereignisses mittels eines ersten Sensors der zweiten Station und Speichern eines zugehörigen Zahlenwertes Z1 des Encoderimpulszählers in einem ersten Register der Steuereinheit der ersten Station,
  • - Speichern eines Zahlenwertes Z2 für einen Abstand d zwischen zwei Sensoren in einem zweiten Register der Steuereinheit der ersten Station, wobei die Sensoren zu unterschiedlichen Stationen gehören,
  • - Ermitteln eines Ereignisses mittels des Sensors der ersten Station und Speichern eines zugehörigen Zahlenwertes Z3 des Encoderimpulszählers in einem dritten Register der Steuereinheit der ersten Station,
  • - Summieren des Zahlenwertes Z2 und der Differenz Δ = Z3 - Z1 der Zählerstände Z3 und Z1 mittels der Steuereinheit der ersten Station, sobald beide Ereignisse vorliegen.

Eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens in einem Gutverarbeitungssystem, ist dadurch gekennzeichnet, dass

  • - ein Sensor der ersten Station zum Ermitteln eines Ereignisses und ein Encoderimpulszähler in der Steuereinheit der ersten Station vorgesehen sind, wobei der Encoderimpulszähler zum Zählen der Encoderimpulse des Encoders der ersten Station ausgebildet ist und dem Ereignis ein zugehöriger Zahlenwert Z3 des Encoderimpulszählers entspricht,
  • - ein erster Sensor der zweiten Station zum Ermitteln eines Ereignisses vorgesehen ist und dass ein erstes Register der Steuereinheit der ersten Station zum Speichern eines zugehörigen Zahlenwertes Z1 des Encoderimpulszählers und ein zweites Register der Steuereinheit der ersten Station zum Speichern eines Zahlenwertes Z2 für einen Abstand d zwischen zwei Sensoren vorgesehen ist, wobei die Sensoren zu unterschiedlichen Stationen gehören,
  • - ein drittes Register der Steuereinheit der ersten Station zum Speichern des zu dem vom Sensor der ersten Station detektierten Ereignis zugehörig ermittelten Zahlenwert Z3 des Encoderimpulszählers vorgesehen ist sowie
  • - die Steuereinheit der ersten Station zum Summieren des Zahlenwertes Z2 und der Differenz Δ = Z3 - Z1 der Zählerstände Z3 und Z1 programmiert ist, wobei die Summe gebildet wird, sobald beide Ereignisse vorliegen.

Es ist vorgesehen, dass das Ereignis, das vom Sensor der ersten Station ermittelt wird, die Detektion der Hinterkante des flachen Gutes betrifft und dass das Ereignis, das vom Sensor der zweiten Station ermittelt wird, die Detektion der Vorderkante des flachen Gutes betrifft.

Ausgehend von der automatischen Zuführstation der Frankiermaschine PostBase, welche zwei Antriebe besitzt, die jeweils mit einem Encoder versehen sind, wurde untersucht, ob und welche zusätzliche Maßnahmen die Mängel bei der Längenmessung von Poststücken beseitigen können. Für die automatische Zuführstation ist vorgesehen, dass eine Vereinzelungsrolle von einem ersten Motor und dass zwei Transportrollen im Transportweg nacheinander angeordnet sind und von einem zweiten Motor der automatischen Zuführstation angetrieben werden. Als Sensoren werden Lichtschranken eingesetzt, wobei eine Lichtschranke der ersten Station das Ereignis detektiert, wenn die Hinterkante des flachen Gutes die Lichtschranke freigibt und dass eine Lichtschranke der zweiten Station das Ereignis detektiert, wenn die Vorderkante des flachen Gutes die Lichtschranke erreicht.

Die Untersuchung ergab, dass der Encoder des ersten Motors zum Antrieb der Vereinzelungsrolle nicht zur Längenermittlung verwendet werden kann, weil es - systembedingt - zu viele Umstände gibt, unter denen sich die Vereinzelungsrolle zwar bewegt, das getriebene Poststück aber nicht in gleichem Maße ohne „Schlupf“ bewegt werden kann. Auch kann man diesen Schlupf-Effekt nicht exakt bestimmen und herausrechnen.

Es wurde empirisch gefunden, dass der Encoder des zweiten Motors zum Antrieb der Transportrollen zur Längenmessung verwendet werden kann, allerdings erst dann (und solange) ein flaches Gut auch von der in Transportrichtung angeordneten zweiten Transportrolle oder -walze gegriffen wird, nur dann ist sichergestellt, dass das flache Gut nahezu ohne Schlupf transportiert wird.

Eine vorteilhafte Variante der dynamischen Waage weist Mittel zur Bestimmung der drei Dimensionen des flachen Guts auf, wobei die Mittel zur Längenmessung nur teilweise innerhalb der dynamischen Waage angeordnet sind.

Die dynamische Waage hat ebenfalls einen Sensor bzw. Lichtschranke, was zu dem Gedanken beitrug, dass Mittel zur Bestimmung der Länge des flachen Guts einerseits teilweise innerhalb der dynamischen Waage angeordnet sind.

Andererseits sind weitere Mittel zur Bestimmung der Länge des flachen Guts in der stromaufwärts der dynamischen Waage angeordneten automatischen Zuführstation vorgesehen, wie beispielsweise der Encoderimpulszählers der Steuereinheit und das in einem Programmspeicher gespeicherte Programm sowie gespeicherte Daten, wie mindestens die Daten, die einen Abstand d zwischen den Lichtschranken zweier unmittelbar benachbarter Stationen wiederspiegeln.

Im Unterschied gegenüber der Briefflusssteuerung nach dem europäischen Patent EP 1377897 B2 nutzt das Frankiersystem PostBase der Anmelderin keine zeitliche Steuerung, sondern eine Wegsteuerung. Jeder Modul hat ebenfalls mindestens einen Sensor. Es ist vorgesehen, dass ein Abstand zwischen zwei Sensoren bzw. Lichtschranken als Zahlenwert oder als eine Anzahl von Encoderimpulsen in einem Speicher der Steuereinheit der Vereinzelungsstation gespeichert ist, wobei die Sensoren zu unterschiedlichen Modulen gehören. Die Summe aus den Encoderimpulsen für die Länge des Abstandes zwischen zwei Sensoren und aus der Differenz der Zählerstände des Encoders des Transportantriebes bei den genannten Sensor- bzw. Lichtschrankenereignissen ergibt eine Anzahl von Encoderimpulsen, die der Länge des flachen Guts entspricht.

Mit einer Funktion λ oder k kann eine Anzahl von Encoderimpulsen in eine Länge mit einer vorbestimmter Maßeinheit für ein flaches Gut umrechnet werden, wobei dessen Länge dann beispielsweise in mm oder in cm angegeben werden kann.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet bzw. werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführung der Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigen:

  • 1, Draufsicht auf eine vereinfachte schematische Anordnung von Stationen eines bekannten Gutverarbeitungssystems,
  • 2, schematische Anordnung von Baugruppen der automatischen Zuführung und der dynamischen Waage zur vereinfachten Darstellung des Prinzips der Längenmessung,
  • 3, perspektivische Darstellung des Frankiersystems PostBase100, von vorn, oben und links,
  • 4, Verfahrensschritt zum Vorbereiten des Frankiersystems,
  • 5, Routine der Steuereinheit der automatischen Zuführung,
  • 6, Routine der Steuereinheit der dynamischen Waage.

Die 1 zeigt eine Draufsicht auf eine vereinfachte schematische Anordnung von Stationen eines bekannten Gutverarbeitungssystems. Ein flaches Gut G wird entlang eines Transportpfades T transportiert und durchläuft mehrere Stationen des Gutverarbeitungssystems. Bei mehreren flachen Gütern, die nacheinander transportiert werden, spricht man auch von einem Gutstrom. Eine erste Station 1 ist einer zweiten Station 2, der dynamischen Waage (DW), gutstromaufwärts vorangestellt. Ein Wiegeteller 25 der dynamischen Waage hat eine trapezförmige Grundfläche mit zwei nicht parallelen Seitenschenkeln. Eine an dem Wiegeteller 25 montierte Abdeckung 255 ist für einen - nicht gezeigten - Breitensensors vorgesehen. Eine dritte Station 3 ist gutstromabwärts, also im Transportpfad T nach der dynamischen Waage (DW) angeordnet. Beispielsweise enthält in einem Frankiersystem die erste Station 1 eine Vereinzelungsstation zur automatischen Zuführung vereinzelter flacher Güter, die Station wird deshalb nachfolgend auch automatische Zuführstation genannt. Die dritte Station 3 ist eine Frankiermaschine (FM).

Die 2 zeigt eine schematische Anordnung von Baugruppen der automatischen Zuführstation und der dynamischen Waage zur vereinfachten Darstellung des Prinzips der Längenmessung. Eine Steuereinheit 10 der automatischen Zuführstation (Station 1) weist eine Anzahl an Registern R1, R2, R3, einen Encoderimpulszähler 14 und eine Schnittstelle 17 auf. Die Steuereinheit 10 ist mindestens zum Ansteuern mit einem ersten Motor M11 zum Antrieb einer - nicht gezeigten - Vereinzelungsrolle, mit einem zweiten Motor M12 zum Antrieb einer ersten Transportrolle 132 und einer zweiten Transportrolle 133 sowie zum Signalempfang, mit einem - nicht gezeigten - Encoder ersten Motors M11, mit einem Encoder 13 des zweiten Motors M12 und mit einer Anzahl an - nicht gezeigten -Sensoren S1, S2, ... Sn verbunden. Ein dritter Sensor S3 der automatischen Zuführstation ist als Lichtschranke AZ-LS3 ausgebildet und besteht aus einem Sender 151 und einem Empfänger 152. Der Lichtstahl verläuft in z-Richtung (siehe 3), also orthogonal zur Transportrichtung y und zur Richtung x der Achse der ersten Transportrolle 132, in einem Abstand a von der Achse der ersten Transportrolle 132 sowie stromabwärts nahe an einer ersten Andruckwalze 162 vorbei. Der Abstand a ist marginal größer als der Radius r1 der ersten Transportrolle 132 und beträgt beispielsweise 15,40 mm. Eine nichtangetriebenen ersten Andruckwalze 162 liegt in z-Richtung der ersten Transportrolle 132 und eine nichtangetriebenen zweiten Andruckwalze 163 liegt in z-Richtung der zweiten Transportrolle 133 gegenüber, wobei beide Andruckwalzen ein Bestandteil eines - nicht gezeigten - Andruckkastens, der ein Bestandteil einer Vereinzelungsstation ist, deren Gewicht von oben auf das flache Gut G drückt.

Aus dem deutschen Gebrauchsmuster DE 20 2016 106 124 U1 gehen weitere Detail der Vereinzelungsstation hervor. Das flache Gut G wird zwischen der angetriebenen ersten Transportrolle 132 und der nichtangetriebenen ersten Andruckwalze 162 eingeklemmt weiter in Transportrichtung T zu einer angetriebenen zweiten Transportrolle 133 und einer nichtangetriebenen zweiten Andruckwalze 163 transportiert. Die Achsen der beiden angetriebenen Transportrolle 132 und 133 sind parallel zur x-Richtung und in einem Abstand voneinander angeordnet, der geringer ist, als die Länge des kleinsten Formates für flache Güter G (für Poststücke gilt: Lmin = 140 mm). Der Abstand der beiden Achsen beträgt für Poststücke vorzugsweise c = 135 mm.

Eine Schnittstelle 17 der ersten Station 1 ist über ein Controller Area Network (CAN) mit einer Schnittstelle 27 der zweiten Station 2 und mit Schnittstellen von weiteren - nicht gezeigten - Stationen verbunden. Das CAN ist ein serielles Bussystem. Der CAN-Bus verbindet mehrere gleichberechtigte Steuereinheiten der Stationen des Frankiermaschinensystems miteinander.

Vor einer Längenmessung sendet - in nicht gezeigter Weise - eine Steuereinheit der Frankiermaschine 3 (1) Befehle zur Vorbereitung des Betriebes der einzelnen Stationen via CAN-Bus aus, also auch zu der Steuereinheit 10 der ersten Station 1 (automatische Zuführstation) und der Steuereinheit 20 der zweiten Station 2 (dynamische Waage).

Nach der Auswertung der Längenmessung sendet die Steuereinheit 10 der automatischen Zuführstation den Zahlenwert der ermittelten Länge eines flachen Guts an die - nicht gezeigte - Steuereinheit der Frankiermaschine 3 (1) via CAN-Bus.

Die Steuereinheit 20 der dynamischen Waage ist mit der Schnittstelle 27, mit mindestens einem ersten Motor M21 der dynamischen Waage zu dessen Ansteuerung zum Antrieb mindestens eines Transportriemens 253 sowie zum Signalempfang mit einem Encoder 26 ersten Motors M21, und mit einer - nicht gezeigten - Anzahl an Sensoren verbunden. Ein erster Sensor der dynamischen Waage ist ebenfalls als Lichtschranke DW-LS1 ausgebildet und besteht aus einem Sender 211 und einem Empfänger 212. Der Lichtstrahl der Lichtschranke DW-LS1 verläuft stromaufwärts in einem Abstand b von der Achse einer ersten Umlenkrolle 2531 des mindestens einen Transportriemens 253. Der Lichtstahl verläuft in z-Richtung (3), also orthogonal zur Transportrichtung y und zur Richtung x der Achse. Der Abstand b ist marginal größer als der Radius r2 der ersten Umlenkrolle.

Die beiden Lichtstrahlen der Lichtschranke AZ-LS3 und der Lichtschranke DW-LS1 verlaufen vorzugsweise parallel zueinander. Zwischen den beiden Lichtstrahlen der Lichtschranke AZ-LS3 und der Lichtschranke DW-LS1 existiert eine Distanz d, welche größer ist als die Länge des kleinsten Formats Lmin und kleiner ist als die Länge Lmedian eines mittleren Formats des flachen Guts. Ein in Deutschland übliches Standardformat C6/5 für einen Briefumschlag mit einem mittleren Format trägt die Handelsbezeichnung „C6 lang“, „DL+“ oder „DLplus“ und hat die Länge Lmedian = 229 mm. Die Distanz d liegt in einem Bereich von 140 mm bis 220 mm und beträgt vorzugsweise 193 mm. Die Lichtschranken können vorteilhaft als Durchlichtschranken ausgebildet sein.

Die Achsen der Umlenkrollen der Transportriemen sind auf einem Wiegeteller 25 montiert, was zusammen mit weiteren Details dem deutschen Gebrauchsmuster DE 20 2016 106 125 U1 entnommen werden kann.

Die 3 zeigt eine perspektivische Darstellung des Frankiersystems PostBase100, von vorn, oben und links. Die erste Station 1 ist eine automatische Zuführstation in modularer Bauweise. Deren erstes Modul ist eine Anlegestation 1.1. Die Anlegestation 1.1 dient zum Anlegen von einzelnen oder gestapelten Poststücken an die Vereinzelungsstation 1.2, welche den Stapel vereinzelt. Die vereinzelten Poststücke werden über eine dynamische Waage einer Frankiermaschine 3 zugeführt und dann in einer Ablagestation 4 abgelegt.

Die Anlegestation 1.1 weist einen - nicht gezeigten - Sensor zum Nachweis von mindestens einem angelegten Poststück auf. Der Sensor AN-SO ist vorzugsweise als Lichtschranke AN-SLO realisiert. Für den Empfänger der Lichtschranke ist eine Öffnung 01 in einer Ausrichtwand 011 und für den Sender der Lichtschranke ist eine Öffnung 02 in einem Anlegedeck 012 vorgesehen. Weitere Details gehen aus dem deutschen Gebrauchsmuster DE 20 2016 102 202 U1 hervor.

Das zweite Modul der ersten Station 1 ist eine Vereinzelungsstation 1.2 mit einem Ausleger 18 sowie mit den Zuführdecks 121 und 122. Der Ausleger 18 hält diejenigen Poststücke eines Stapels zurück, welcher erst später vereinzelt werden sollen. Die weiteren Details sind in dem deutschen Gebrauchsmuster DE 20 2016 106 124 U1 offenbart.

Die zweite Station 2 ist eine dynamische Waage mit den Decks 241 und 242 sowie mit einer halbtransparenten aufklappbaren Haube 221 des Gehäuseoberteils 22. Im Gehäuseunterteil 23 sind in den Abschnitten zwischen den Decks 241 und 242 der Wiegeteller 25 mit der anmontierten Abdeckung 255 angeordnet. Vorzugsweise ist sind Mittel zur Bestimmung von zwei der drei Dimensionen des flachen Guts vollständig ein Bestandteil der dynamischen Waage und nur ein Mittel zur Bestimmung von einer der drei Dimensionen des flachen Guts ist teilweise in der dynamischen Waage angeordnet. Zu dem letztgenannten Mittel gehört der erste Sensor der dynamischen Waage, welcher als Lichtschranke DW-LS1 ausgebildet ist.

Die dritte Station 3 ist eine Frankiermaschine. Nach den drei Stationen 1, 2 und 3 ist als vierte Station 4 eine Ablage für Poststücke vorgesehen. Die x-Richtung eines kartesischen Koordinatensystems liegt quer zur y-Richtung, wobei die Transportrichtung mit der y-Richtung übereinstimmt. Die z-Richtung liegt othogonal zur x-/y-Ebene.

Die Achsen der beiden angetriebenen Transportrolle 132 und 133 sind parallel zur x-Richtung und in einem Abstand voneinander angeordnet, der geringer ist, als die Länge des kleinsten Formates (für Poststücke Lmin = 140 mm).

Die 5 zeigt eine Routine 100, die in der Steuereinheit der automatischen Zuführung abläuft und einen Schritt 102 zum Vorbereiten des Frankiersystems einschließt, welcher anhand der 4 genauer beschrieben wird.

Die 4 zeigt einen Schritt 102 zum Vorbereiten des Frankiersystems, umfassend die folgenden Sub-Schritte:

  • 1021 - Abfrage der Betätigung des Startknopfs der Frankiermaschine (Station 3) des Systems,
  • 1022 - CAN-Bus-Abfrage und
  • 1023 - Hochfahren der SW der Steuereinheit von jeder der Stationen des Systems, wenn der Startknopf betätigt wurde,
  • 1024 - Abfrage eines Sensors S0/ der Lichtschranke AN-SLO der Anlegestation durch die Steuereinheit der automatischen Zuführstation,
  • 1025 - Meldung des anliegend eines Poststückes durch die Steuereinheit der automatischen Zuführstation an die Frankiermaschine via CAN-Bus,
  • 1026 - Befehl von der Frankiermaschine via CAN-Bus zur automatischen Zuführstation dient zur Freigabe des Starts eines Antriebsmotors M10 für die Transportmodule der Anlegestation 1.1, des Vereinzelungsmotors M11 und des Transportmotors M12 der Vereinzelungsstation 1.2 der automatischen Zuführstation 1 sowie des Transportmotors M21 der dynamischen Waage, sobald mindestens ein Poststück angelegt wurde.

Die Routine 100 der 5 beginnt mit dem Start 101 gefolgt von dem Schritt 102 zum Vorbereiten des Frankiersystems und mit einem Schritt 103 zum Start der Vereinzelung. Der Schritt 103 umfasst die folgenden Subschritte:

  • 1031 - Abfrage eines ersten Sensors AZ-S1 bzw. Lichtschranke AZ-SL1 der automatischen Zuführung (AZ),
  • 1032 - Der Sensor AZ-S1 detektiert eine Zuführung eines Poststücks zur AZ,
  • 1033 - Start des Vereinzelungsmotors M11 der AZ,
  • 1034 - Löschen des Zählstandes eines Encoderimpulszählers durch die Steuereinheit der AZ,
  • 1035 - Start des Transportmotors M12 der AZ,
  • 1036 - Hochzählen der Encoderimpulse während des Antriebes mittels des Transportmotors durch die Steuereinheit der AZ von „Eins“ an beginnend im Encoderimpulszähler,
  • 1037 - Steuern der AZ unter Verwendung der Sensoren AZ-S1, AZ-S2 und AZ-S3 bzw. Lichtschranken AZ-SL1, AZ-SL2 und AZ-SL3.

Nach dem Schritt 103 folgt ein Schritt 104 zur Durchführung der Längenmessung. In einem ersten Abfrageschritt 1041 wird abgefragt, ob ein Signal von der dynamischen Waage vorliegt. Zu einem Subschritt 1044 wird verzweigt, wenn ein Signal von der dynamischen Waage vorliegt. Die dynamische Waage signalisiert für jedes Poststück, das mit der Vorderkante die Lichtschranke DW-LS1 bedeckt, dieses Ereignis per CANopen in Echtzeit. Bei einem Signal von der dynamischen Waage wird in der automatischen Zuführstation ein Zählstand Z1 des Encodertaktimpulszählers 14 ausgelesen und im Register R1 gespeichert.

Anderenfalls, wenn ein Signal von der dynamischen Waage vorliegt, wird ein zweiter Abfrageschritt 1042 erreicht, in welchem abgefragt wird, ob eine Detektion der Hinterkante eines Poststückes an der Lichtschranke AZ-SL3 durch die Steuereinheit der automatischen Zuführstation erfolgt ist. Vom zweiten Abfrageschritt 1042 wird zum Beginn des Schritts 104 zurückverzweigt, falls das abgefragte Ereignis noch nicht eingetreten ist. Anderenfalls, falls das abgefragte Ereignis schon eingetreten ist, wird zu einem Subschritt 1043 verzweigt. Im Subschritt 1043 erfolgt ein Speichern eines Zählerstandes eines Encodertaktimpulszählers für jedes Poststück, dessen Hinterkante die Lichtschranke AZ-SL3 freigibt, im Registers R3 der Steuereinheit der automatischen Zuführstation. Ein Zählstand Z3 des Encodertaktimpulszählers 14 liegt somit im Registers R3 vor, wenn das Ereignis eingetroffen ist. Im Subschritt 1045 erfolgt eine Auswertung der gespeicherten Zählerstände des Encodertaktimpulszählers 14 durch die Steuereinheit der automatischen Zuführstation, wenn beide Ereignisse eingetroffen sind.

Nach dem Schritt 104 führt die Routine einen Abfrageschritt 105 durch, mit der Abfrage, ob weitere Poststücke im Transportweg vorhanden sind. Zum Beginn des Schritts 104 wird zurückverzweigt, wenn das zutreffend ist und mindestens ein weiteres Poststück im Transportweg vorhanden ist. Anderenfalls wird zum Schritt 106 zum Stopp verzweigt, wenn kein weiteres Poststück im Transportweg vorhanden ist.

Der Subschritt 1044 umfasst die Speicherung des Zählstandes Z1 und der Subschritt 1043 umfasst die Speicherung des Zählstandes Z3 des Zählers 14 in zwei Registern R1 und R3. In einem weiteren Register R2 ist ein fester Zahlenwert für den konstanten Abstand D gespeichert. Die 5 zeigt den Subschritt 1045 zur Auswertung, die erst dann erfolgt, wenn beide Ereignisse eingetroffen sind.

Für die Längenermittlung gibt es nun zwei Szenarios:

  1. I. Das Poststück ist länger oder genauso lang wie der Abstand d zwischen AZ-LS3 und DW-LS1,
  2. II. Das Poststück ist kürzer als der Abstand d zwischen AZ-LS3 und DW-LS1.

Szenario I:

Die Vorderkante des Poststücks erreicht zuerst die Lichtschranke DW-LS1 in der dynamischen Waage. Der Encoderimpulszähler 14 zählt die Encoderimpulse weiter hoch. Der Zählerstand Z1 ist deshalb zum Zeitpunkt des Schließens der Lichtschranke DW-LS1 in der dynamischen Waage kleiner oder gleich dem Zählerstand Z3 zum Zeitpunkt des Öffnens der Lichtschranke AZ-LS3 in der automatischen Zuführstation.

Berechnungsvariante I.1: Die Distanz d ist als Zahlenwert in dem Register R2 gespeichert und entspricht dem Abstand in mm. Der Zahlenwert Z1 für die im Register R1 gespeicherte Anzahl der Encoderimpulse wird von dem anderen Zahlenwert Z3 für die im Register R3 gespeicherte Anzahl der Encoderimpulse subtrahiert und ergibt multipliziert mit einem beliebigen Umrechnungsfaktor δ eine Weglänge δ • Δ in der gewünschten Maßeinheit. Die Differenz Δ = Z3 - Z1 der Zahlenwerte Z3 und Z1 wird beispielsweise mittels einem Umrechnungsfaktor k in einen Zahlenwert für eine Weglänge in mm umgerechnet, die der Differenz Δ entspricht. Ein pro Encodertakt zurückgelegter Weg s in mm ist für das Poststück bekannt. Der Encoder liefert beispielsweise pro Millimeter Weg 8,97 Signale, also beträgt der zurückgelegte Weg pro Encodertakt s = 1/8,97 mm = 0,1115 mm. Der Umrechnungsfaktor beträgt somit k = 0,1115. Diese mit einer Maßeinheit in mm errechnete Weglänge wird zum Zahlenwert (Maßeinheit ebenfalls in mm) für den Abstand d zwischen AZ-LS3 und DW-LS1 addiert und ergibt die Länge d + k • Δ des Poststückes mit der Maßeinheit in mm.

Berechnungsvariante I.2: Die Distanz d ist als Zahlenwert Z2 in dem Register R2 gespeichert und entspricht einer Anzahl an Encodertaktipulsen. Die Differenz Δ = Z3 - Z1 der Zahlenwerte Z3 und Z1 wird zum Zahlenwert Z2 für die Anzahl an Encodertaktipulsen addiert, wobei die Anzahl an Encodertaktipulsen dem Abstand d zwischen AZ-LS3 und DW-LS1 entsprechen. Die Summe Z2 + Δ der Zahlenwerte Z2, Z3 und Z1 wird mittels einem Umrechnungsfaktor k in einen Zahlenwert für eine Weglänge k • (Z2 + Δ) umgerechnet, die der Länge des Poststückes in mm entspricht.

Berechnungsvariante I.3: Alternativ wird die Summe Z2 + Δ der Zahlenwerte Z2, Z3 und Z1 mittels einem Umrechnungsfaktor λ in einen Zahlenwert für eine Weglänge λ • (Z2 + Δ) umgerechnet werden, die der Länge des Poststückes in einer anderen Maßeinheit beispielsweise cm entspricht.

Szenario II:

Die Hinterkante des Poststücks erreicht zuerst die Lichtschranke AZ-LS3 in der automatischen Zuführstation. Der Encoderimpulszähler 14 zählt die Encoderimpulse weiter hoch. Deshalb ist der Zählerstand Z1 zum Zeitpunkt des Schließens der Lichtschranke DW-LS1 in der dynamischen Waage größer, als der Zählerstand Z3 zum Zeitpunkt des Öffnens der Lichtschranke AZ-LS3 in der automatischen Zuführstation.

Berechnungsvariante 11.1: Die Distanz d ist als Zahlenwert in dem Register R2 gespeichert und entspricht dem Abstand in mm. Die Differenz Δ = Z1 - Z3 der Zahlenwerte wird mittels einem Umrechnungsfaktor k in einen Zahlenwert für eine Weglänge mit der Maßeinheit in mm umgerechnet, die der Differenz entspricht. Der Weg s pro Encodertakt ist bekannt. Die in eine Weglänge k • Δ umgerechnete Differenz Δ = Z1 - Z3 der Zahlenwerte Z3 und Z1 wird vom Abstand d zwischen AZ-LS3 und DW-LS1 subtrahiert und ergibt die Länge des Poststückes mit der Maßeinheit in mm. Da die Gleichung L = d - k(Z1 - Z3) = d + k(Z3 - Z1) gilt, wird folglich der mit k multiplizierte Zahlenwert für Differenz Δ = (Z3 - Z1) wieder eine Weglänge mit der gewünschten Maßeinheit ergeben, welche addiert zum Zahlenwert für den Abstand d zwischen AZ-LS3 und DW-LS1, die Länge des Poststückes mit der Maßeinheit in mm ergibt.

Weitere alternative Berechnungsvarianten II.2 und II.3 sind ebenso möglich, wobei erst zum Schluß eine Umrechnung mittels eines Umrechnungsfaktors k oder λ oder δ in einen Zahlenwert erfolgt, der dem Abstand d in mm oder in cm oder in einer anderen Maßeinheit entspricht. Alternativ kann somit mit einem anderen Umrechnungsfaktor auch eine Umrechnung in Inch oder in eine andere Maßeinheit erfolgen.

Die 6 zeigt eine Routine 200, die in der Steuereinheit der dynamischen Waage abläuft. Die Routine 200 beginnt mit dem Start 201 gefolgt von einem Abfrageschritt 202 zur Abfrage, ob eine Detektion der Vorderkante eines Poststückes an der Lichtschranke DW-LS1 der dynamischen Waage erfolgt ist. Ein Start des Transportmotors M21 der dynamischen Waage wird im Schritt 203 ausgelöst, wenn das der Fall ist. Anderenfalls wird zum Beginn des Schritts 202 zurückverzweigt. Auf den Schritt 203 folgt ein Schritt 204 zum Signalisieren der Detektion in Echtzeit via CAN-Bus von der Steuereinheit der dynamischen Waage zur Steuereinheit der automatischen Zuführstation, dann wird die Routine 200 im Schritt 205 gestoppt: Eine andere Routine, beispielsweise zur Ermittlung der Dimensionen, wie der Breite, Höhe und des Gewichts läuft die Steuereinheit der dynamischen Waage aber weiterhin ab. Die Routine 200 wird erneut gestartet, wenn ein weiteres flaches Gut aus einem Stapel durch die automatische Zuführstation vereinzelt und zur dynamischen Waage transportiert wird.

Die für ein Frankiersystem beschriebene Längenmessung eignet sich auch für andere gutverarbeitende Systeme. Solche Systeme müssen nicht unbedingt eine automatische Zuführstation als erste Station und eine dynamischen Waage als zweite Station aufweisen.

Als Sensoren werden im obigen Ausführungsbeispiel Lichtschranken eingesetzt, jedoch sollen alternative Sensoren, wie taktile Sensoren usw. nicht ausgeschlossen werden. Bevorzugt sollen Sensoren eingesetzt werden, die an die Art und Weise einer Detektion des flachen Gutes angepasst sind.

Wenn der Begriff „Register“ im vorliegenden Beispiel verwendet wird, soll aber dadurch nicht eine andere Ausführungsform ausgeschlossen werden. Das Verfahren würde auch funktionieren, wenn die Zahlenwerte irgendwo in einem flüchtigen Memory abspeichern würden und nicht in den Prozessorregistern.

Wenn im vorliegenden Beispiel eine bestimmte Ausführungsform, nämlich ein Frankiersystem mit einem ersten Sensor einer dynamischen Waage nach einer ersten Variante näher erläutert wurde, soll aber dadurch nicht eine andere Ausführungsform mit einer anderen zweiten Station nach einer weiteren Variante vom Schutzumfang ausgeschlossen werden, die vom gleichen Grundgedanken der Erfindung ausgehend eingesetzt werden kann und von den anliegenden Patentansprüchen umfasst wird.

Bezugszeichenliste

01
Öffnung in der Ausrichtwand 011,
02
Öffnung im Anlegedeck 012,
011
Ausrichtwand der Anlegestation 1.1,
012
Anlegedeck der Anlegestation 1.1,
1
erste Station - automatischen Zuführstation (AZ),
1.1
erstes Modul der AZ - Anlegestation,
1.2
zweites Modul der AZ - Vereinzelungsstation,
2
zweite Station - dynamischen Waage (DW),
3
dritte Station - Frankiermaschine (FM),
4
vierte Station - Ablage,
10
Steuereinheit der automatischen Zuführstation,
100
Routine der Steuereinheit 10 der Station 1 (AZ),
102-106
Schritte der Routine 100,
1021-1026
Subschritte zum Schritt 102 der Routine 100,
1031-1037
Subschritte zum Schritt 103 der Routine 100,
1041-1045
Subschritte zum Schritt 104 der Routine 100,
121
Zuführdeck der Vereinzelungsstation 1.2,
122
Zuführdeck der Vereinzelungsstation 1.2,
13
Encoder der automatischen Zuführstation,
132
erste Transportrolle der Station 1 (AZ),
133
zweite Transportrolle der Station 1 (AZ),
14
Encoderimpulszähler der automatischen Zuführstation (AZ),
151
Sender der Lichtschranke AZ-LS3,
152
Empfänger der Lichtschranke AZ-LS3,
162
erste Andruckrolle der automatischen Zuführstation (AZ),
163
zweite Andruckrolle der automatischen Zuführstation (AZ),
17
Schnittstelle der automatischen Zuführstation,
18
Ausleger der automatischen Zuführstation,
20
Steuereinheit der dynamischen Waage,
200
Routine der Steuereinheit 20 der Station 2 (DW),
201-205
Schritte der Routine 200,
211
Sender der Lichtschranke DW-LS1,
212
Empfänger der Lichtschranke DW-LS1,
22
Gehäuseoberschale der dynamischen Waage,
221
aufklappbare durchsichtige Haube der dynamischen Waage,
23
Gehäuseunterschale der dynamischen Waage,
241
erster Teilabschnitt des Zuführdecks der dynamischen Waage,
242
vierter Teilabschnitt des Zuführdecks der dynamischen Waage,
25
Wiegeteller der dynamischen Waage,
253
Transportriemen einer Transportvorrichtung der dynamischen Waage,
2531
erste Umlenkrolle des Transportriemens 253,
255,
Abdeckung für einen Breitensensor der dynamischen Waage,
26
Encoder der dynamischen Waage,
27
Schnittstelle der dynamischen Waage,
a
Abstand zw. d. Achse der 1.Transportrolle 132 u. Lichtschranke AZ-LS3,
b
Abstand zw. d. Achse der 1. Umlenkrolle 2531 u. Lichtschranke DW-LS1,
c
Abstand zw. d. Achsen der Transportrollen 132 u. 133,
d
Abstand zwischen den Lichtschranke AZ-LS3 und DW-LS1,
DW
dynamische Waage,
FM
Frankiermaschine,
G,
flaches Gut,
Lmin
minimale Länge des Poststückformats in Deutschland,
Lmedian
mittlere Länge des Poststückformats in Deutschland,
LS1, LS3
Lichtschranken,
M11
1.Motor zum Antrieb der Vereinzelungsrolle in der AZ,
M12
2.Motor zum Antrieb der Transportrollen 132, 133 der AZ,
M21
Motor zum Antrieb des Transportriemens in der DW,
R1, R2, R3
Register der Steuereinheit der AZ,
r1,
Radius der 1.Transportrolle 132,
r2
Radius der Umlenkrolle 2531,
s
pro Encodertakt zurückgelegter Weg,
S1, S2, S3, ...Sn
Sensoren,
T
Transportpfad,
x, y, z
Richtungen des kartesischen Koordinatensystems.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • DE 202015102333 U1 [0007]
  • DE 202016106124 U1 [0008, 0033, 0042]
  • DE 202016102202 U1 [0009, 0041]
  • DE 202016106125 U1 [0010, 0039]
  • DE 202012011877 U1 [0011]
  • DE 202012011876 U1 [0012]
  • EP 1377897 B2 [0013, 0028]

Zitierte Nicht-Patentliteratur

  • ISO 269 [0006]
  • DIN 678 [0006]