Title:
Verfahren zum Übertragen von Daten zwischen einem Fahrzeug und einem Übertragungspartner, und Fahrzeug, eingerichtet zur Durchführung eines solchen Verfahrens
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Übertragen von Daten zwischen einem Fahrzeug (1) und einem Übertragungspartner (3), wobei Daten zwischen dem Fahrzeug (1) und dem Übertragungspartner (3) über eine Datenübertragungsstrecke (7) übertragen werden, wobei über die Datenübertragungsstrecke (7) übertragbare Daten gemäß wenigstens einem vorbestimmten Kriterium eingeteilt sind oder eingeteilt werden in wenigstens zwei Datengruppen, wobei eine momentane Datenübertragungsrate der Datenübertragungsstrecke erfasst wird, wobei die erfasste Datenübertragungsrate mit einem vorbestimmten Ratenschwellwert verglichen wird, und wobei, wenn die erfasste Datenübertragungsrate kleiner ist als der vorbestimmte Ratenschwellwert, nur Daten aus einer ersten Datengruppe der wenigstens zwei Datengruppen über die Datenübertragungsstrecke (7) übertragen werden, wobei Daten, die nicht der ersten Datengruppe angehören, nicht übertragen werden. Weiter betrifft die Erfindung ein Fahrzeug zur Durchführung eines solchen Verfahrens.





Inventors:
Hug, Tobias, Dipl.-Ing. (FH) (70197, Stuttgart, DE)
Application Number:
DE102017006258A
Publication Date:
01/04/2018
Filing Date:
07/01/2017
Assignee:
Daimler AG, 70327 (DE)
International Classes:
H04W28/02; G08G1/0965; H04W72/08; H04W72/10
Domestic Patent References:
DE102013222586A1N/A2015-05-07
Claims:
1. Verfahren zum Übertragen von Daten zwischen einem Fahrzeug (1) und einem Übertragungspartner (3), wobei
– Daten zwischen dem Fahrzeug (1) und dem Übertragungspartner (3) über eine Datenübertragungsstrecke (7) übertragen werden, wobei
– über die Datenübertragungsstrecke (7) übertragbare Daten gemäß wenigstens einem vorbestimmten Kriterium eingeteilt sind oder eingeteilt werden in wenigstens zwei Datengruppen, wobei
– eine momentane Datenübertragungsrate der Datenübertragungsstrecke erfasst wird, wobei
– die erfasste Datenübertragungsrate mit einem vorbestimmten Ratenschwellwert verglichen wird, und wobei,
– wenn die erfasste Datenübertragungsrate kleiner ist als der vorbestimmte Ratenschwellwert, nur Daten aus einer ersten Datengruppe der wenigstens zwei Datengruppen über die Datenübertragungsstrecke (7) übertragen werden, wobei Daten, die nicht der ersten Datengruppe angehören, nicht übertragen werden.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Daten aus der ersten Datengruppe und Daten aus wenigstens einer zweiten Datengruppe der wenigstens zwei Datengruppen über die Datenübertragungsstrecke (7) übertragen werden, wenn die erfasste Datenübertragungsrate größer oder gleich dem vorbestimmten Ratenschwellwert ist.

3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten gemäß dem wenigstens einen vorbestimmten Kriterium in eine Mehrzahl von mehr als zwei Datengruppen eingeteilt werden, wobei abhängig von der erfassten, momentanen Datenübertragungsrate nur Daten aus genau einer Datengruppe der Mehrzahl von Datengruppen, Daten aus einer Unterzahl von Datengruppen, wobei die Unterzahl kleiner ist als die Gesamtzahl der Datengruppen, oder alle Daten aus allen Datengruppen übertragen werden.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als vorbestimmtes Kriterium eine Sicherheitsrelevanz der Daten für das Fahrzeug (1) verwendet wird.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Datengruppe nur Positions- und Geschwindigkeitsdaten des Fahrzeugs (1) und/oder anderer Verkehrsteilnehmer umfasst.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine zweite Datengruppe Fahrzeugdaten und/oder Sensordaten des Fahrzeugs (1) und/oder anderer Verkehrsteilnehmer umfasst.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Übertragungspartner (3) ein anderes Fahrzeug (5) oder eine Verkehrsinfrastruktureinrichtung ist.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenübertragungsstrecke Teil eines Netzwerks, insbesondere eines Car2Car-Netzwerks oder eines Car2X-Netzwerks ist.

9. Fahrzeug (1), eingerichtet zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Übertragen von Daten zwischen einem Fahrzeug und einem Übertragungspartner, sowie ein Fahrzeug, welches eingerichtet ist zur Durchführung eines solchen Verfahrens.

Aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 10 2013 222 886 A1 geht ein Verfahren zur Vermeidung einer Kollision eines Kraftfahrzeugs mit einem falschfahrenden Fahrzeug hervor, wobei insbesondere vorgesehen ist, dass Verkehr jenseits einer Reichweite einer Sensorik des Kraftfahrzeugs über ein Kommunikationsnetzwerk erfasst wird. Über das Kommunikationsnetzwerk können Daten zwischen dem Kraftfahrzeug und beispielsweise weiteren Kraftfahrzeugen übertragen werden, sodass sich der Erfassungsbereich der fahrzeugbasierten Sensorik erweitert, indem die Sensorik von in der Nähe befindlichen Fahrzeugen für das Kraftfahrzeug mitverwendet werden kann. Problematisch hierbei ist, dass eine Datenübertragungsrate des Kommunikationsnetzwerks zeitlichen Schwankungen unterliegt, sodass nicht gewährleistet werden kann, dass zu jeder Zeit alle zu übertragenden Daten vollständig und/oder rechtzeitig übertragen werden. In Gefahrensituationen kann dies zu Unfällen führen, wenn zur Vermeidung der Unfälle nötige oder hilfreiche Daten nicht oder nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Übertragen von Daten zwischen einem Fahrzeug und einem Übertragungspartner, sowie ein Fahrzeug zu schaffen, das eingerichtet ist zur Durchführung eines solchen Verfahrens, wobei die genannten Nachteile nicht auftreten.

Die Aufgabe wird gelöst, indem die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche geschaffen werden. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Die Aufgabe wird insbesondere gelöst, indem ein Verfahren zum Übertragen von Daten zwischen einem Fahrzeug und einem Übertragungspartner geschaffen wird, wobei Daten zwischen dem Fahrzeug und dem Übertragungspartner über eine Datenübertragungsstrecke übertragen werden, wobei über die Datenübertragungsstrecke übertragbare Daten gemäß wenigstens einem vorbestimmten Kriterium eingeteilt sind oder eingeteilt werden in wenigstens zwei Datengruppen. Es wird eine momentane Datenübertragungsrate der Datenübertragungsstrecke erfasst, und die erfasste Datenübertragungsrate wird mit einem vorbestimmten Ratenschwellwert verglichen. Wenn die erfasste Datenübertragungsrate kleiner ist als der vorbestimmte Ratenschwellwert, werden ausschließlich Daten aus einer ersten Datengruppe der wenigstens zwei Datengruppen über die Datenübertragungsstrecke übertragen, wobei Daten, die nicht der ersten Datengruppe angehören, nicht übertragen werden. Auf diese Weise ist es möglich, verschiedene Daten anhand des vorbestimmten Kriteriums zu klassifizieren und sicherzustellen, dass bei niedriger Datenübertragungsrate Daten einer bestimmten Klasse oder Datengruppe bevorzugt übertragen werden.

Die momentane Datenübertragungsrate der Datenübertragungsstrecke wird bevorzugt gemessen. Alternativ oder zusätzlich ist es auch möglich, dass die momentane Datenübertragungsrate – insbesondere aus anderen Messwerten oder anderweitig erfassten Parametern – berechnet wird.

Unter Daten werden hier insbesondere für den Betrieb des Fahrzeugs und/oder den Straßenverkehr relevante Informationen verstanden, insbesondere Sensordaten, Fahrzeugdaten, das heißt insbesondere Daten über das Fahrzeug, und Verkehrsdaten.

Dass die Datenübertragung zwischen dem Fahrzeug und dem Übertragungspartner stattfindet, kann bedeuten, dass eine unidirektionale Kommunikation stattfindet, wobei entweder das Fahrzeug ausschließlich Daten an den Übertragungspartner sendet, ohne selbst Daten zu empfangen, oder dass das Fahrzeug ausschließlich Daten von dem Übertragungspartner empfängt, ohne selbst Daten zu senden. Bevorzugt umfasst eine Übertragung von Daten zwischen dem Fahrzeug und dem Übertragungspartner aber eine bidirektionale Kommunikation, wobei sowohl das Fahrzeug als auch der Übertragungspartner Daten senden und empfangen.

Unter einer Datenübertragungsstrecke wird ein physikalischer Pfad für die Datenübertragung verstanden, der kabellos, aber auch kabelgebunden – beispielsweise über eine Oberleitung bei einem als Schienenfahrzeug oder Oberleitungs-Omnibus ausgebildeten Fahrzeug – ausgebildet sein kann. Bevorzugt ist allerdings eine kabellose Datenübertragungsstrecke, beispielsweise eine Funkverbindung, vorgesehen.

Der vorbestimmte Ratenschwellwert ist vorzugsweise so gewählt, dass bei einer Datenübertragungsrate, die kleiner ist als der vorbestimmte Ratenschwellwert, nicht mehr alle zu übertragenden Daten in einer vorbestimmten Zeit übertragen werden können. In diesem Fall ist es vorteilhaft, die Daten gemäß ihrer Relevanz mit Blick auf das vorbestimmte Kriterium zu klassifizieren, um zu gewährleisten, dass die Daten der ersten Datengruppe bevorzugt übertragen werden, sodass nach Möglichkeit zumindest diese Daten innerhalb der vorbestimmten Zeit vollständig übertragen werden. Die vorbestimmte Zeit ist vorzugsweise so gewählt, dass von einem Empfangszeitpunkt eines relevanten Datums bis zu einem potentiellen Unfall hinreichend Zeit verbleibt, um das relevante Datum auszuwerten und Maßnahmen einzuleiten, die den Unfall nach Möglichkeit verhindern. Besonders bevorzugt wird als vorbestimmte Zeit allerdings ein Bruchteil einer solchen Zeit angesetzt, um einen geeigneten Sicherheitsfaktor zu berücksichtigen.

Dass die Daten gemäß dem wenigstens einen vorbestimmten Kriterium in die wenigstens zwei Datengruppen eingeteilt sind oder eingeteilt werden, kann zum einen bedeuten, dass die Daten bereits vorab, das heißt vor Beginn des Verfahrens, in die verschiedenen Datengruppen eingeteilt sind. Die entsprechende Einteilung kann insbesondere vorbestimmt sein. Es ist aber auch möglich, dass die Daten im Rahmen der Durchführung des Verfahrens, insbesondere ad hoc, anhand des wenigstens einen vorbestimmten Kriteriums in die wenigstens zwei Datengruppen eingeteilt werden. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine flexible Klassifizierung der Daten, wobei diese insbesondere abhängig von einer momentanen Verkehrs- oder Fahrsituation auf die wenigstens zwei Datengruppen aufgeteilt werden können. Hierdurch kann dem Gedanken Rechnung getragen werden, dass gegebenenfalls in bestimmten Situationen bestimmte Daten relevanter sind als in anderen Situationen, während die Bedeutung anderer Daten gegebenenfalls situationsabhängig eher in den Hintergrund tritt.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass Daten aus der ersten Datengruppe und Daten aus wenigstens einer zweiten Datengruppe der wenigstens zwei Datengruppen über die Datenübertragungsstrecke übertragen werden, wenn die Datenübertragungsrate größer oder gleich dem vorbestimmten Ratenschwellwert ist. In diesem Fall ist vorzugsweise gewährleistet, dass alle zu übertragenden Daten innerhalb der vorbestimmten Zeit übertragen werden können, sodass nicht die Gefahr besteht, versehentlich weniger relevante Daten zu Ungunsten relevanterer Daten zu übertragen. Es bedarf in diesem Fall bevorzugt keiner Selektion der Daten mehr, beziehungsweise die Daten können unabhängig von ihrer Einordnung in verschiedene Datengruppen gleich behandelt und mit gleicher Priorität übertragen werden.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Daten in eine Mehrzahl von mehr als zwei Datengruppen eingeteilt werden, wobei abhängig von der momentanen Datenübertragungsrate Daten ausschließlich aus genau einer Datengruppe, aus einer Unteranzahl von Datengruppen, die kleiner ist als die Gesamtzahl der Datengruppen, oder alle Daten aus allen Datengruppen übertragen werden. Dabei kann eine Mehrzahl von Ratenschwellwerten vorgesehen sein, wobei mit steigenden Ratenschwellwerten, die von der momentanen Datenübertragungsrate erreicht oder überschritten werden, Daten aus einer steigenden Anzahl von Datengruppen übertragen werden. Das Verfahren kann auf diese Weise besonders flexibel gestaltet und auf die konkret vorliegende Situation und insbesondere die konkrete momentane Datenübertragungsrate abgestimmt werden.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass als vorbestimmtes Kriterium eine Sicherheitsrelevanz der Daten für das Fahrzeug verwendet wird. Insbesondere wird als vorbestimmtes Kriterium eine Sicherheitsrelevanz der Daten für den Betrieb des Fahrzeugs – insbesondere im Straßenverkehr – verwendet. Auf diese Weise kann gewährleistet werden, dass selbst bei geringer Datenübertragungsrate noch sicherheitsrelevante Daten übertragen werden, die gegebenenfalls zur Verhinderung eines Unfalls beitragen können, während weniger sicherheitsrelevante Daten oder Daten, die von überhaupt keiner Relevanz für die Sicherheit des Betriebs des Fahrzeugs sind, in einem solchen Fall nicht oder nur verzögert übertragen werden.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die erste Datengruppe nur Positions- und Geschwindigkeitsdaten des Fahrzeugs und/oder anderer Verkehrsteilnehmer umfasst. Solche Daten sind in besonderer Weise relevant für die Sicherheit des Fahrzeugs, da aus ihnen beispielsweise Informationen über einen bei Beibehaltung einer momentanen Position und/oder Geschwindigkeit voraussichtlich eintretenden Unfall abgeleitet werden können. Andere Daten sind demgegenüber typischerweise von geringerer Relevanz für die Sicherheit und können daher bei geringer Datenübertragungsrate nicht oder verzögert übertragen werden, ohne dass hieraus ein Schaden entsteht.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die wenigstens eine zweite Datengruppe Fahrzeugdaten und/oder Sensordaten – insbesondere mit Ausnahme der Positions- und Geschwindigkeitsdaten – des Fahrzeugs und/oder anderer Verkehrsteilnehmer umfasst. Solche Fahrzeugdaten können beispielsweise Informationen über die Art und/oder Größe eines Fahrzeugs umfassen. Es können auch Sensordaten übertragen werden, die beispielsweise Informationen über eine durch ein Fahrzeug vermessene Parklücke umfassen. Allgemein können insbesondere Umgebungsinformationen zwischen dem Fahrzeug und dem Übertragungspartner ausgetauscht werden, sodass das Fahrzeug Informationen von dem Übertragungspartner zusätzlich zu seinen eigenen Informationen verwenden und damit seinen Erfassungsbereich erweitern kann. Umgekehrt kann vorzugsweise auch der Übertragungspartner Informationen des Fahrzeugs für sich verwenden oder weiteren Teilnehmern, beispielsweise weiteren Fahrzeugen, zur Verfügung stellen, sodass insgesamt der Erfassungsbereich der an einem solchen Netzwerk beteiligten Teilnehmer erweitert wird. Beispielsweise kann das Fahrzeug vollständige Informationen über in der Umgebung vorhandene, geeignete Parklücken erhalten, ohne selbst bereits an diesen Parklücken vorbeigefahren zu sein. Auf diese Weise können geeignete Parklücken rasch und zielsicher aufgefunden werden, wobei sich Fahrzeuge untereinander jeweils geeignete Parklücken zuweisen können, und wobei ein automatisierter und/oder autonomer Einparkvorgang direkt und zeitsparend ausgeführt werden kann.

In Hinblick auf die Sicherheitsrelevanz ist es möglich, im Vorhinein Informationen über mögliche Kollisionen mit Verkehrsteilnehmern zu erhalten, die nicht direkt durch das Fahrzeug erfassbar sind, beispielsweise weil sie verdeckt angeordnet sind, beispielsweise hinter einer Straßenecke.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Übertragungspartner ein anderes Fahrzeug oder eine Verkehrsinfrastruktureinrichtung ist. Das Fahrzeug kann im Rahmen des Verfahrens also insbesondere Daten mit anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere Fahrzeugen, direkt, oder mittels einer Verkehrsinfrastruktureinrichtung, beispielsweise einer Lichtsignalanlage oder einer fahrzeugexternen Rechnereinheit, insbesondere einem Backend, austauschen, um möglichst umfassende und vollständige Informationen über das Verkehrsgeschehen und seine Umgebung zu erhalten.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Datenübertragungsstrecke Teil eines Netzwerks ist, wobei das Netzwerk vorzugsweise ein Car2Car-Netzwerk, ein Car2X-Netzwerk, ein Mobilfunknetzwerk, und/oder ein soziales Netzwerk ist. Das Netzwerk wird vorzugsweise ad hoc zwischen dem Fahrzeug und einem weiteren Fahrzeug oder der Verkehrsinfrastruktureinrichtung gebildet, wobei das Netzwerk auch eine Vielzahl von Teilnehmern aufweisen kann, beispielsweise eine Vielzahl von Fahrzeugen und/oder Verkehrsinfrastruktureinrichtungen. Das Netzwerk kann insbesondere eine kabellose Datenübertragungsstrecke aufweisen. Insbesondere kann das Netzwerk als WLAN-Netzwerk ausgebildet sein.

Die Aufgabe wird auch gelöst, indem ein Fahrzeug geschaffen wird, welches eingerichtet ist zum Übertragen von Daten zwischen dem Fahrzeug und einem Übertragungspartner, insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens nach einer der zuvor beschriebenen Ausführungsformen. Dazu weist das Fahrzeug bevorzugt wenigstens eine Sensoreinrichtung zur Erfassung von Daten sowie wenigstens eine Datenübertragungseinrichtung zum Senden und/oder Empfangen von Daten auf. Das Fahrzeug weist außerdem wenigstens eine Datenübertragungsratenermittlungseinrichtung zur Erfassung einer momentanen Datenübertragungsrate auf, wobei das Fahrzeug weiterhin eine Vergleichseinrichtung zum Vergleichen der erfassten Datenübertragungsrate mit einem vorbestimmten Ratenschwellwert aufweist. Das Fahrzeug weist außerdem eine Datenklassifizierungseinrichtung auf, welche eingerichtet ist, um Daten gemäß wenigstens einem vorbestimmten Kriterium in wenigstens zwei Datengruppen einzuteilen. Es ist alternativ jedoch auch möglich, dass die Daten voreingeteilt sind in verschiedene Datengruppen gemäß dem wenigstens einen vorbestimmten Kriterium, sodass die Klassifizierung nicht zur Laufzeit des Verfahrens vorgenommen werden muss. Die Datenübertragungseinrichtung ist so ausgebildet und mit der Vergleichseinrichtung wirkverbunden, dass ausschließlich Daten aus einer ersten Datengruppe der wenigstens zwei Datengruppen über die Datenübertragungsstrecke übertragen werden, wenn die erfasste Datenübertragungsrate kleiner ist als der vorbestimmte Ratenschwellwert, wobei zugleich Daten, die nicht der ersten Datengruppe angehören, nicht übertragen werden.

In Zusammenhang mit dem Fahrzeug verwirklichen sich insbesondere die Vorteile, die bereits in Zusammenhang mit dem Verfahren erläutert wurden.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:

1 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines Verfahrens zum Übertragen von Daten zwischen einem Fahrzeug und einem Übertragungspartner in einem ersten Betriebsmodus, und

2 eine schematische Darstellung der Ausführungsform des Verfahrens gemäß 1 in einem zweiten Betriebsmodus.

1 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines Verfahrens zum Übertragen von Daten zwischen einem Fahrzeug 1 und einem Übertragungspartner 3, der hier als weiteres Fahrzeug 5 ausgebildet ist. Grundsätzlich kann es sich bei dem Übertragungspartner 3 auch um eine Verkehrsinfrastruktureinrichtung handeln. Eine solche Verkehrsinfrastruktureinrichtung kann beispielsweise eine Lichtsignalanlage, insbesondere eine Ampel, eine fahrzeugexterne Rechnereinheit, insbesondere ein Backend, oder dergleichen sein, wobei solche Verkehrsinfrastruktureinrichtungen insbesondere auch verwendet werden können, um Daten von weiter entfernten Fahrzeugen, die nicht direkt mit dem Fahrzeug 1 in ein Ad-hoc-Netzwerk eingebunden werden können, an das Fahrzeug 1 weiterzuleiten, oder umgekehrt Daten von dem Fahrzeug 1 an andere solche weiter entfernte Fahrzeuge 1 zu übermitteln.

Dabei ist hier schematisch eine Datenübertragungsstrecke 7 dargestellt, die bevorzugt kabellos ausgebildet ist, beispielsweise als Funkübertragungsstrecke, wobei die Datenübertragung insbesondere auf der Grundlage eines Mobilfunkstandards oder WLAN erfolgen kann. Die Datenübertragungsstrecke 7 ist insbesondere Teil eines Netzwerks, welches hier zwischen dem Fahrzeug 1 und dem Übertragungspartner 3, insbesondere dem weiteren Fahrzeug 5, ausgebildet ist. Bei dem Netzwerk kann es sich insbesondere um ein Car2Car-Netzwerk oder ein Car2X-Netzwerk handeln.

Das Fahrzeug 1 und der Übertragungspartner 3 können über die Datenübertragungsstrecke 7 eine Vielzahl von Daten austauschen, die nicht alle von gleicher Relevanz für den Betrieb und/oder die Sicherheit des Fahrzeugs 1 sind.

In 1 ist beispielsweise dargestellt, dass sich das Fahrzeug 1 und zugleich das andere Fahrzeug 5 aus verschiedenen Richtungen einer Kreuzung nähern, wo sie voraussichtlich miteinander kollidieren werden, wenn jedes der Fahrzeuge 1, 5 seine momentane Geschwindigkeit beibehält. Die jeweils in die Fahrzeuge 1, 5 integrierte Sensorik kann dabei das jeweils andere Fahrzeug 5, 1 nicht erfassen, da die Fahrzeuge 1, 5 insoweit füreinander verdeckt angeordnet sind, beispielsweise durch einen Häuserblock oder dergleichen. Entsprechend besteht auch keine direkte Sichtverbindung zwischen den Fahrern der Fahrzeuge 1, 5. Aus sich heraus kann also keines der Fahrzeuge 1, 5 erkennen, dass eine Kollision unmittelbar bevorsteht.

Die Gefahr einer solchen Kollision kann aber ohne weiteres durch die Fahrzeuge 1, 5 erfasst werden, wenn diese Fahrzeuge untereinander über die Datenübertragungsstrecke 7 ihre momentanen Positionen und Geschwindigkeiten austauschen können. Es können dann zumindest in einem der Fahrzeuge 1, 5 geeignete Maßnahmen eingeleitet werden, um die Kollision zu verhindern, beispielsweise eine Bremsung.

Weist allerdings die Datenübertragungsstrecke 7 eine momentan verringerte Datenübertragungsrate auf, kann es geschehen, dass weniger sicherheitsrelevante Daten zu Ungunsten von sicherheitsrelevanten Daten übertragen werden, wobei die sicherheitsrelevanten Daten nicht oder nur verzögert übertragen werden. Eine Kollision der Fahrzeuge 1, 5 kann dann gegebenenfalls nicht verhindert werden.

Um eine solche Situation zu vermeiden ist vorgesehen, dass über die Datenübertragungsstrecke 7 übertragbare Daten gemäß wenigstens einem vorbestimmten Kriterium eingeteilt sind oder eingeteilt werden in wenigstens zwei Datengruppen, wobei als Kriterium bevorzugt eine Sicherheitsrelevanz der Daten für das Fahrzeug 1 herangezogen wird. Eine momentane Datenübertragungsrate der Datenübertragungsstrecke 7 wird erfasst, insbesondere gemessen oder berechnet, wobei die erfasste Datenübertragungsrate mit einem vorbestimmten Ratenschwellwert verglichen wird. Ist dabei die erfasste, momentane Datenübertragungsrate kleiner als der vorbestimmte Ratenschwellwert, werden ausschließlich Daten aus einer ersten Datengruppe der wenigstens zwei Datengruppen über die Datenübertragungsstrecke übertragen, wobei zugleich Daten, die nicht der ersten Datengruppe angehören, nicht übertragen werden. Dabei umfasst die erste Datengruppe bevorzugt sicherheitsrelevante Daten oder zumindest Daten, die sicherheitsrelevanter sind als Daten anderer Datengruppen.

Auf diese Weise kann gewährleistet werden, dass die sicherheitsrelevanten Daten bei temporär verringerter Datenübertragungsrate zumindest bevorzugt, vorzugsweise vollständig, übertragen werden. Eine Kollision der Fahrzeuge 1, 5 kann dann auch wirksam verhindert werden, wenn die Datenübertragungsrate der Datenübertragungsstrecke 7 momentan verringert ist.

Es ist möglich, dass die Daten anhand des wenigstens einen vorbestimmten Kriteriums in eine Mehrzahl von Datengruppen eingeteilt werden, wobei abhängig von der momentanen Datenübertragungsrate – insbesondere durch Vergleich mit einer Mehrzahl von vorbestimmten Ratenschwellwerten – festgelegt wird, ob lediglich Daten aus genau einer Datengruppe der Mehrzahl von Datengruppen, Daten aus einer Unterzahl von Datengruppen, wobei die Unterzahl kleiner ist als die Gesamtzahl der Datengruppen, oder aber alle Daten aus allen Datengruppen übertragen werden.

Bevorzugt umfasst die erste Datengruppe ausschließlich Positions- und Geschwindigkeitsdaten des Fahrzeugs 1 oder anderer Verkehrsteilnehmer, beispielsweise des anderen Fahrzeugs 5.

Die wenigstens eine zweite Datengruppe der wenigstens zwei Datengruppe umfasst bevorzugt Fahrzeugdaten und/oder Sensordaten des Fahrzeugs 1 oder anderer Verkehrsteilnehmer, insbesondere des anderen Fahrzeugs 5, wobei die zweite Datengruppe insbesondere nicht Positions- und/oder Geschwindigkeitsdaten umfasst, die insoweit der ersten Datengruppe zugeordnet sind.

2 zeigt eine schematische Darstellung der Ausführungsform des Verfahrens gemäß 1 in einem anderen Betriebszustand. Gleiche und funktionsgleiche Elemente sind mit gleichen Bezugszeichen versehen, sodass insofern auf die vorangegangene Beschreibung verwiesen wird.

In diesem Betriebszustand ist die Datenübertragungsrate momentan größer oder gleich dem vorbestimmten Ratenschwellwert, sodass bevorzugt alle insgesamt vorgesehenen Daten zwischen dem Fahrzeug 1 und dem Übertragungspartner 3 übertragen werden. Die Daten können dabei insbesondere Informationen über Parklücken 11 zwischen parkenden Fahrzeugen 9 umfassen, wobei insbesondere hier der vorausfahrende Übertragungspartner 3, nämlich das andere Fahrzeug 5, Daten über die vermessenen Parklücken 11 an das Fahrzeug 1 überträgt. Dieses hat nun vollständige Informationen über die Parklücken 11 zur Verfügung, ohne an diesen selbst vorbeigefahren zu sein. Geeignete Parklücken 11 können so in dem Fahrzeug 1 ohne Vorbeifahrt angezeigt oder direkt angesteuert werden, wobei auch ein automatisiertes oder autonomes Einparkmanöver direkt und zeitsparend ausgeführt werden kann.

Es ist unmittelbar einsichtig, dass die Übertragung solcher Daten über geeignete Parklücken 11 für die Sicherheit des Fahrzeugs 1 weniger relevant ist als die anhand von

1 beschriebene Übertragung von Positions- oder Geschwindigkeitsdaten, die unmittelbar der Vermeidung eines Unfalls dienen können. Auf die Übertragung solcher zusätzlicher Daten – wie in 2 dargestellt – kann daher mit Vorteil bei verringerter Datenübertragungsrate der Datenübertragungsstrecke 7 verzichtet werden, um zu gewährleisten, dass die sicherheitsrelevanteren Daten in jedem Fall rechtzeitig und vollständig übertragen werden.

Insgesamt zeigt sich, dass mithilfe des hier vorgeschlagenen Verfahrens sowie des Fahrzeugs 1 eine Erweiterung des Erfassungsbereichs insbesondere von automatisierten Systemen möglich ist, wobei zugleich eine Sicherheit des Fahrzeugs 1 auch dann noch gewährleistet werden kann, wenn eine Datenübertragungsrate momentan verringert ist.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • DE 102013222586 A1 [0002]