Title:
Sicherheitsvorrichtung
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsvorrichtung (S) für einen ungeschützten Verkehrsteilnehmer (V). Erfindungsgemäß umfasst die Sicherheitsvorrichtung (S) zumindest einen Radarreflektor (3), welcher zu einem unmittelbar oder mittelbar sichtbaren Mitführen durch den ungeschützten Verkehrsteilnehmer (V) ausgebildet ist.




Inventors:
Kok, Wilhelmus, Dipl.-Ing. (71384, Weinstadt, DE)
Brunschier, Moritz, Dipl.-Ing. (70192, Stuttgart, DE)
Application Number:
DE102017005887A
Publication Date:
02/22/2018
Filing Date:
06/22/2017
Assignee:
Daimler AG, 70327 (DE)
International Classes:



Claims:
1. Sicherheitsvorrichtung (S) für einen ungeschützten Verkehrsteilnehmer (V), gekennzeichnet durch zumindest einen Radarreflektor (3), welcher zu einem unmittelbar oder mittelbar sichtbaren Mitführen durch den ungeschützten Verkehrsteilnehmer (V) ausgebildet ist.

2. Sicherheitsvorrichtung (S) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich ein Radarsender vorgesehen ist, welcher zu einem unmittelbar oder mittelbar sichtbaren Mitführen durch den ungeschützten Verkehrsteilnehmer (V) ausgebildet ist.

3. Sicherheitsvorrichtung (S) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein spezifischer Radarreflektor (3) für eine spezifische Gruppe ungeschützter Verkehrsteilnehmer (3) vorgesehen ist.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsvorrichtung für einen ungeschützten Verkehrsteilnehmer.

Im Allgemeinen ist bekannt, dass u. a. an Kleidungsstücken, Taschen und/oder Fahrrädern Reflektoren oder andere Licht reflektierende Elemente als Sicherheitsvorrichtung angeordnet sind. Insbesondere in einer vergleichsweise dunklen Umgebung reflektieren die Reflektoren oder reflektierenden Elemente Scheinwerferlicht, so dass eine ein solches Kleidungsstück und/oder eine solche Tasche tragende Person und/oder das Fahrrad, beispielsweise von einem Fahrzeug bis zu einer Entfernung von 500 Meter gesehen werden kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Sicherheitsvorrichtung für einen ungeschützten Verkehrsteilnehmer anzugeben.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Eine erfindungsgemäße Sicherheitsvorrichtung für einen ungeschützten Verkehrsteilnehmer umfasst zumindest einen Radarreflektor, welcher zu einem unmittelbar oder mittelbar sichtbaren Mitführen durch den ungeschützten Verkehrsteilnehmer ausgebildet ist.

Unter einem ungeschützten Verkehrsteilnehmer wird dabei insbesondere ein Fußgänger, u. a. ein Kind sowie ein Radfahrer verstanden.

Mittels der Sicherheitsvorrichtung kann die Sichtbarkeit des ungeschützten Verkehrsteilnehmers insbesondere für eine mit einem Assistenzsystem gekoppelte Fahrzeugsensorik wesentlich erhöht werden, wobei die Sichtbarkeit insbesondere für eine Fahrzeugsensorik eines im autonomen Fahrbetrieb bewegten Fahrzeuges, bei welchem der Fahrer des Fahrzeuges seine Fahraufgabe vollumfänglich an das Fahrzeug abgibt, erhöht wird.

Der ungeschützte Verkehrsteilnehmer ist mittels eines radarbasierten Sensors als Bestandteil der Fahrzeugsensorik optisch erfassbar, so dass das Assistenzsystem entsprechend, beispielsweise durch automatisches Einleiten einer Gefahrenbremsung, bei ermittelter Kollisionswahrscheinlichkeit zwischen dem ungeschützten Verkehrsteilnehmer und dem Fahrzeug, reagieren kann.

Dadurch, dass der ungeschützte Verkehrsteilnehmer den zumindest einen Radarreflektor, beispielsweise an seiner Kleidung oder an seinem Fahrrad, mit sich führt, kann eine Unfallwahrscheinlichkeit zwischen dem ungeschützten Verkehrsteilnehmer und dem Fahrzeug wesentlich verringert werden, wodurch sich die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand von Zeichnungen näher erläutert.

Dabei zeigen:

1 schematisch zwei Kinder mit Schulranzen, die mit Radarreflektoren versehen sind,

2 schematisch eine perspektivische Ansicht eines Reflektionsbandes mit Radarreflektoren,

3 schematisch eine Warnweste mit Radarreflektoren,

4 schematisch eine Motorradjacke mit Radarreflektoren und

5 schematisch ein Ausschnitt eines Fahrrades mit einem Radarreflektor.

Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

1 zeigt zwei ungeschützte Verkehrsteilnehmer V, insbesondere Kinder 1 mit Schulranzen 2, an denen jeweils drei Radarreflektoren 3 angeordnet sind.

Im Allgemeinen ist bekannt, dass ein solcher Schulranzen 2 zur Erhöhung einer Sichtbarkeit des Kindes 1 als ungeschützter Verkehrsteilnehmer V, insbesondere bei Dunkelheit, mit Licht reflektierenden Elementen 4 als Bestandteile einer Sicherheitsvorrichtung S versehen sind.

Darüber hinaus weist eine Jacke 5 eines der Kinder 1 ebenfalls Licht reflektierende Elemente 4 auf.

Diese Licht reflektierenden Elemente 4 sind oftmals in Streifenform oder in einer anderen geeigneten Form an den Schulranzen 2 und der Jacke 5 befestigt. Insbesondere handelt es sich bei den Licht reflektierenden Elementen 4 um Retroreflektoren, welche ein einfallendes Licht weitestgehend unabhängig von der Ausrichtung des Licht reflektierenden Elementes 4 größtenteils in Richtung einer Strahlungsquelle reflektieren.

Zur Erhöhung der Sichtbarkeit dieser Licht reflektierenden Elemente 4 und somit gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel zur Erhöhung der Sichtbarkeit der Kinder 1 als ungeschützte Verkehrsteilnehmer V weisen die Licht reflektierenden Elemente 4 bestimmte Abmessungen auf.

Diese Licht reflektierenden Elemente 4 reflektieren bei Dunkelheit insbesondere ein Scheinwerferlicht von Fahrzeugen, so dass die Kinder 1 von einem Fahrer des Fahrzeuges wahrgenommen werden können, so dass eine Gefahrensituation vermieden werden kann.

Um die Sichtbarkeit eines ungeschützten Verkehrsteilnehmers V, beispielsweise eines Fußgängers oder eines Radfahrers, insbesondere für eine Fahrzeugsensorik eines nicht näher dargestellten Fahrzeuges zu erhöhen, ist vorgesehen, dass der ungeschützte Verkehrsteilnehmer V eine Anzahl von Radarreflektoren 3 sichtbar mit sich führt. Dabei sind die Radarreflektoren 3 Bestandteil der Sicherheitsvorrichtung S.

Ein solcher Radarreflektor 3 ist ein Retroreflektor für Radaranwendungen, wobei der Radarreflektor 3 radarbasierte Signale, sogenannte Radarwellen reflektiert, die von einem radarbasierten Sensor als Bestandteil der Fahrzeugsensorik ausgesendet werden. Dabei werden die Radarwellen im Wesentlichen optimal in die Richtung reflektiert, aus der sie auf den Radarreflektor 3 einfallen.

Die Fahrzeugsensorik ist dabei Bestandteil eines Assistenzsystems des Fahrzeuges, beispielsweise zum autonomen Fahrbetrieb des Fahrzeuges. Im autonomen Fahrbetrieb gibt der Fahrer des Fahrzeuges seine Fahraufgabe vollumfänglich an das Fahrzeug ab, wobei sich der Fahrer während des autonomen Fahrbetriebes beispielsweise mit Lesen beschäftigt und somit nicht auf ein Fahrgeschehen achtet.

Wird von der Fahrzeugsensorik ein Objekt, beispielsweise ein ungeschützter Verkehrsteilnehmer V, d. h. ein Fußgänger oder ein Radfahrer, im autonomen Fahrbetrieb nicht erfasst, besteht die Gefahr einer Kollision zwischen dem Fahrzeug und dem ungeschützten Verkehrsteilnehmer V, wobei ein Verletzungsrisiko für den ungeschützten Verkehrsteilnehmer V verhältnismäßig hoch ist.

In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die Radarreflektoren 3 an einer den Kindern 1 abgewandten Seite des Schulranzens 2 angeordnet, wobei jeweils zwei Radarreflektoren 3 eine Dreieckform und ein Radarreflektor 3 eine Streifenform aufweist. Die Radarreflektoren 3 können zudem zumindest teilweise in die Licht reflektierenden Elemente 4 integriert sein.

Zusätzlich kann vorgesehen sein, dass an dem jeweiligen Schulranzen 2 ein nicht näher dargestellter aktiver Radarsender angeordnet ist, welcher selbst radarbasierte Signale aussendet, wodurch die Sichtbarkeit der Kinder 1 als ungeschützte Verkehrsteilnehmer V nochmals erhöht werden kann.

In 2 ist eine perspektivische Ansicht eines Reflektionsbandes R als Licht reflektierendes Element 4 mit zusätzlich an diesem angeordneten Radarreflektoren 3, die eine Dreieckform aufweisen, gezeigt.

Ein solches Reflektionsband R ist beispielsweise am Arm oder am Bein eines ungeschützten Verkehrsteilnehmers V befestigbar, wobei mittels des Reflektionsbandes R zum Einen Scheinwerferlicht eines Fahrzeuges und zum Anderen von einem radarbasierten Sensor eines Fahrzeuges ausgesendete radarbasierte Signale reflektierbar sind, so dass die Sichtbarkeit des ungeschützten Verkehrsteilnehmers V wesentlich erhöht ist.

Dabei sind die Radarreflektoren 3 an gegenüberliegenden Enden des Reflektionsbandes R angeordnet, wobei ein Radarreflektor 3 oder beide Radarreflektoren 3 auch in anderen Bereichen des Reflektionsbandes R angeordnet sein kann bzw. können.

Auch hier kann vorgesehen sein, dass das Reflektionsband R zusätzlich zu den Radarreflektoren 3 einen aktiven Radarsender aufweist.

Eine Warnweste 6 mit Licht reflektierenden Elementen 4 und mehreren Radarreflektoren 3 ist in 3 dargestellt.

Eine solche Warnweste 6, auch als Signalweste bezeichnet, weist meistens eine gelbe oder orangefarbene Tagesleuchtfarbe auf und dient zur besseren Sichtbarkeit einer Person als ungeschützter Verkehrsteilnehmer V.

Zusätzlich zu den Licht reflektierenden Elementen 4 sind in deren Bereich Radarreflektoren 3 an der Warnweste 6 angeordnet, wobei an einer Vorderseite der Warnweste 6 zwei Radarreflektoren 3 in Dreieckform und ein Radarreflektor 3 in Streifenform angeordnet sind.

Vorzugsweise erstreckt sich der Radarreflektor 3 in Streifenform wie die Licht reflektierenden Elemente 4 auch über eine Rückseite der Warnweste 6, wobei an der Rückseite auch weitere Radarreflektoren 3 angeordnet sein können.

Zudem kann vorgesehen sein, dass ein aktiver Radarsender Bestandteil der Sicherheitsvorrichtung S der Warnweste 6 ist.

4 zeigt eine Motorradjacke 7, welche zusätzlich zu den Licht reflektierenden Elementen 4 Radarreflektoren 3 aufweist.

Auch hier sind an einer Vorderseite der Motorradjacke 7 drei Radarreflektoren 3 angeordnet, von denen zwei eine Dreieckform und einer eine Streifenform aufweist.

Vorzugsweise ist zumindest ein Radarreflektor 3 an einer Rückseite der Motorradjacke 7 angeordnet, wobei diese zusätzlich einen aktiven Radarsender aufweisen kann.

Ein Ausschnitt, insbesondere ein Vorderrad 8, eines Fahrrades F ist in 5 dargestellt.

An den Speichen des Vorderrades 8 ist ein sogenannter Speichenstrahler SS als Licht reflektierendes Element 4 angeordnet, wobei ein Radarreflektor 3 an dem Speichenstrahler SS befestigt oder in diesen integriert ist. Dabei weist der Radarreflektor 3 eine Dreieckform auf.

Mittels des an dem Speichenstrahler SS angeordneten Radarreflektors 3 ist die Sichtbarkeit des Fahrrades F, insbesondere eines Radfahrer als ungeschützter Verkehrsteilnehmer V, bei Dunkelheit für eine Fahrzeugsensorik, beispielsweise eines entgegenkommenden Fahrzeuges erheblich verbessert.

Auch hier kann vorgesehen sein, dass die Sicherheitsvorrichtung S zusätzlich zu dem Speichenstrahler SS und dem Radarreflektor 3 einen aktiven Radarsender umfasst.

In einer Ausbildung der Sicherheitsvorrichtung S ist vorgesehen, dass verschiedene ungeschützte Verkehrsteilnehmer V wie Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer verschiedene Radarreflektoren 3 mittelbar oder unmittelbar mit sich führen.

So gibt es beispielsweise eine Art von Radarreflektoren 3 für Fußgänger, eine Art für Radfahrer und eine Art für Motorradfahrer, so dass anhand der durch die Fahrzeugsensorik erfassten Signale zwischen den einzelnen ungeschützten Verkehrsteilnehmern V unterschieden werden kann.

Durch die Unterscheidung können die verschiedenen ungeschützten Verkehrsteilnehmer V identifiziert werden, wobei durch die Unterscheidung zudem beispielsweise eine Fortbewegungsgeschwindigkeit des jeweiligen ungeschützten Verkehrsteilnehmers V abgeleitet werden kann.

Bezugszeichenliste

1
Kind
2
Schulranzen
3
Radarreflektor
4
Licht reflektierendes Element
5
Jacke
6
Warnweste
7
Motorradjacke
8
Vorderrad
F
Fahrrad
R
Reflektionsband
S
Sicherheitsvorrichtung
SS
Speichenstrahler
V
ungeschützter Verkehrsteilnehmer