Title:
Vorrichtung, insbesondere Maschine, zum Herstellen von Wieganddraht aus einem Draht, insbesondere Impulsdraht, und Verfahren zum Betreiben der Vorrichtung
Kind Code:
B3


Abstract:

Vorrichtung, insbesondere Maschine, zum Herstellen von Wieganddraht aus einem Draht, insbesondere Impulsdrahtes, und Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung,
wobei die Vorrichtung ein erstes Spannfutter, ein zweites Spannfutter und ein drittes Spannfutter aufweist, wobei der Draht durch jedes der drei Spannfutter geführt ist,
insbesondere so dass der Draht lösbar drehfest verbindbar mit den drei Spannfuttern ist, insbesondere lösbar drehfest kraftschlüssig verbindbar mit den drei Spannfuttern,
wobei die Spannfutter in Drahtrichtung voneinander beabstandet sind, wobei das zweite Spannfutter in Drahtrichtung zwischen dem ersten und dem dritten Spannfutter angeordnet ist,
wobei das zweite Spannfutter drehbar gelagert ist, so dass ein erster Drahtbereich mit Torsion beaufschlagbar ist und ein zweiter Drahtbereich mit der umgekehrten Torsion beaufschlagbar ist,
wobei der erste Drahtbereich zwischen dem ersten Spannfutter und dem zweiten Spannfutter angeordnet ist,
wobei der zweite Drahtbereich zwischen dem dritten Spannfutter und dem zweiten Spannfutter angeordnet ist,
wobei der Abstand in Drahtrichtung zwischen dem ersten und dem zweiten Spannfutter mittels eines ersten Linearaktors steuerbar oder regelbar ist,
wobei der Abstand in Drahtrichtung zwischen dem zweiten und dem dritten Spannfutter mittels eines zweiten Linearaktors steuerbar oder regelbar ist. embedded image




Inventors:
Simon, Olaf, Dr. (76646, Bruchsal, DE)
Rädle, Dennis (76275, Ettlingen, DE)
Hoffmann, Julian (67729, Sippersfeld, DE)
Fuchs, Daniel Simon (76669, Bad Schönborn, DE)
Application Number:
DE102017002939A
Publication Date:
07/19/2018
Filing Date:
03/24/2017
Assignee:
SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, 76646 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE2819305C2N/A1989-11-09
DE2143326C2N/A1983-10-06



Foreign References:
200400504462004-03-18
Claims:
Vorrichtung zum Herstellen von Wieganddraht aus einem Draht (3), dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung ein erstes Spannfutter (6), ein zweites Spannfutter (7) und ein drittes Spannfutter (8) aufweist, wobei der Draht (3) durch jedes der drei Spannfutter (6, 7, 8) geführt ist,
wobei die Spannfutter (6, 7, 8) in Drahtrichtung voneinander beabstandet sind, wobei das zweite Spannfutter (7) in Drahtrichtung zwischen dem ersten und dem dritten Spannfutter (6, 8) angeordnet ist,
wobei das zweite Spannfutter (7) drehbar gelagert ist, so dass ein erster Drahtbereich (4) mit Torsion beaufschlagbar ist und ein zweiter Drahtbereich (5) mit der umgekehrten Torsion beaufschlagbar ist,
wobei der erste Drahtbereich (4) zwischen dem ersten Spannfutter (6) und dem zweiten Spannfutter (7) angeordnet ist,
wobei der zweite Drahtbereich (5) zwischen dem dritten Spannfutter (8) und dem zweiten Spannfutter (7) angeordnet ist,
wobei der Abstand in Drahtrichtung zwischen dem ersten und dem zweiten Spannfutter (6, 7) mittels eines ersten Linearaktors steuerbar oder regelbar ist,
wobei der Abstand in Drahtrichtung zwischen dem zweiten und dem dritten Spannfutter (7, 8) mittels eines zweiten Linearaktors steuerbar oder regelbar ist.

Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die drei Spannfutter (6, 7, 8) jeweils elektrisch isoliert zur restlichen Vorrichtung angeordnet sind,
- wobei eine Spannungsquelle mit ihrem ersten Pol mit dem ersten Spannfutter (6) und mit ihrem zweiten Pol mit dem dritten Spannfutter (8) verbunden ist,
- oder wobei eine Spannungsquelle mit ihrem ersten Pol mit dem ersten Spannfutter (6) und mit ihrem zweiten Pol mit dem zweiten Spannfutter (7) verbunden ist,
- oder wobei eine Spannungsquelle mit ihrem ersten Pol mit dem zweiten Spannfutter (7) und mit ihrem zweiten Pol mit dem dritten Spannfutter (8) verbunden ist.

Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Spannfutter (6) in einer ersten Längungseinheit (13) aufgenommen ist,
das dritte Spannfutter (8) in einer zweiten Längungseinheit (14) aufgenommen ist,
das zweite Spannfutter (7) in einer Torsionseinheit (12) drehbar gelagert aufgenommen ist.

Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Spannfutter (7) von einem zweiten Elektromotor (10) der Torsionseinheit (12) drehbar ist.

Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Längungseinheit (13) vom ersten Linearaktor relativ zur Torsionseinheit (12) linear bewegbar ist,
und/oder dass
die zweite Längungseinheit vom zweiten Linearaktor relativ zur Torsionseinheit (12) linear bewegbar ist.

Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Linearaktor einen von einem ersten Elektromotor (9) angetriebenen Spindeltrieb aufweist, die Rotorwelle des Elektromotors drehfest mit einer Spindel verbunden ist, welche in Wirkverbindung mit einer Spindelmutter ist, welche fest mit der ersten Längungseinheit (13) verbunden ist, und/oder dass
der zweite Linearaktor einen von einem dritten Elektromotor (11) angetriebenen Spindeltrieb aufweist, die Rotorwelle des dritten Elektromotors (11) drehfest mit einer weiteren Spindel verbunden ist, welche in Wirkverbindung mit einer weiteren Spindelmutter ist, welche fest mit der zweiten Längungseinheit verbunden ist.

Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Torsionseinheit (12) fest mit einer Grundplatte (21) verbunden ist, wobei der zweite Motor (10) einen Riemenantrieb antreibt, welcher das zweite Spannfutter (7) betätigt und/oder das zweite Spannfutter (7) zur Erzeugung von Torsion im jeweils zu bearbeitenden Drahtbereich (4, 5) dreht.

Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen Sensor (17) zur Erfassung zumindest einer magnetischen Größe aufweist.

Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen Sensor (18) zur Erfassung einer Zugspannung in einem zu bearbeitender Drahtbereich (4, 5) aufweist.

Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass
der zu bearbeitende Bereich des Drahtes (3) durch drei Spannfutter (6, 7, 8) geführt wird,
danach die Spannfutter (6, 7, 8) betätigt werden, so dass der Draht (3) kraftschlüssig mit den Spannfuttern (6, 7, 8) gehalten wird,
danach das zweite Spannfutter (7) gedreht wird, wobei die Drehachse koaxial zur Drahtrichtung ausgerichtet ist
und der Abstand zwischen dem ersten Spannfutter (6) und dem zweiten Spannfutter (7) verändert wird sowie der Abstand zwischen dem dritten Spannfutter (8) und dem zweiten Spannfutter (7) verändert wird,
wobei zwischen zwei der Spannfutter (6, 7, 8) der Draht (3) mit einem Strom beaufschlagt wird,
danach die Spannfutter (6, 7, 8) geöffnet werden und der Draht (3) weiterbewegt wird, so dass ein neu zu bearbeitender Bereich des Drahtes (3) durch drei Spannfutter (6, 7, 8) geführt wird und die genannten Verfahrensschritten wiederholt werden.

Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der aus dem dritten Spannfutter (8) herausgeführte Drahtbereich (4, 5) entmagnetisiert wird.

Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugkraft des Drahtes (3) im ersten und/oder zweiten Drahtbereich (4, 5) erfasst wird.

Verfahren nach Anspruch 10, 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass Werte physikalischer Größen des Drahtes (3) bestimmt werden und davon abhängig die Antriebe derart angesteuert werden, dass ein Optimum von Werten automatisiert erreicht wird.

Description:

Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung, insbesondere Maschine, zum Herstellen von Wieganddraht aus einem Draht, insbesondere Impulsdraht, und ein Verfahren zum Betreiben der Vorrichtung.

Es ist allgemein bekannt, dass Bohrmaschinen Spannfutter aufweisen, mit welchen jeweils ein Bohrer, also ein im Wesentlichen zylindrisches Bohrwerkzeug, aufnehmbar und kraftschlüssig verbindbar sind.

Aus der gattungsbildenden DE 28 19 305 C2 ist ein Verfahren zum Herstellen eines Wieganddrahtes bekannt.

Aus der DE 21 43 326 C2 ist ein magnetisches Drahtspeicherelement bekannt.

Aus der US 2004 / 0 050 446 A1 ist ein Apparat zur Drahtherstellung mittels Verseilen bekannt.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine kostengünstige Herstellung eines Wieganddrahtes zu ermöglichen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe bei der Vorrichtung nach den in Anspruch 1 und bei dem Verfahren nach den in Anspruch 10 angegebenen Merkmalen gelöst.

Wichtige Merkmale der Vorrichtung sind, dass die Vorrichtung, insbesondere Maschine, zum Herstellen von Wieganddraht aus einem Draht, insbesondere Impulsdrahtes, vorgesehen ist, wobei die Vorrichtung ein erstes Spannfutter, ein zweites Spannfutter und ein drittes Spannfutter aufweist, wobei der Draht durch jedes der drei Spannfutter geführt ist, insbesondere so dass der Draht lösbar drehfest verbindbar mit den drei Spannfuttern ist, insbesondere lösbar drehfest kraftschlüssig verbindbar mit den drei Spannfuttern,
wobei die Spannfutter in Drahtrichtung voneinander beabstandet sind, wobei das zweite Spannfutter in Drahtrichtung zwischen dem ersten und dem dritten Spannfutter angeordnet ist,
wobei das zweite Spannfutter drehbar gelagert ist, so dass ein erster Drahtbereich mit Torsion beaufschlagbar ist und ein zweiter Drahtbereich mit der umgekehrten Torsion beaufschlagbar ist,
wobei der erste Drahtbereich zwischen dem ersten Spannfutter und dem zweiten Spannfutter angeordnet ist,
wobei der zweite Drahtbereich zwischen dem dritten Spannfutter und dem zweiten Spannfutter angeordnet ist,
wobei der Abstand in Drahtrichtung zwischen dem ersten und dem zweiten Spannfutter mittels eines ersten Linearaktors steuerbar oder regelbar ist,
wobei der Abstand in Drahtrichtung zwischen dem zweiten und dem dritten Spannfutter mittels eines zweiten Linearaktors steuerbar oder regelbar ist.

Von Vorteil ist dabei, dass Spannfutter zum kraftschlüssigen halten des Drahtes verwendet werden. Somit ist der Draht durchfädelbar durch die Spannfutter und daher eine kontinuierliche Herstellung, also eine Herstellung des Wieganddrahtes ohne Abschneiden des Drahtes ermöglicht. Hierzu wird der durch die Spannfutter durchgefädelte Draht beim Betätigen, also Schließen, der Spannfutter kraftschlüssig gehalten. Mittels Drehung des zweiten Spannfutters, also des in Drahtrichtung zwischen dem ersten und dritten Spannfutter angeordneten Spannfutters, ist der zu bearbeitende Drahtbereich tordierbar. Dabei wird der Drahtbereich zwischen erstem und zweitem Spannfutter umgekehrt gedreht wie der zwischen zweitem und drittem Spannfutter angeordnete Drahtbereich.

Durch Erhöhen des Abstandes zwischen dem zweiten Spannfutter und erstem Spannfutter sowie durch Erhöhen des Abstandes zwischen dem zweiten Spannfutter und dritten Spannfutter wird zusätzlich zur durch die Drehung aufgebrachten Torsion eine Zugspannung auf die zu bearbeitende Drahtbereiche aufgebracht. Des Weiteren ist der Draht mit Strom beaufschlagbar, indem die Spannfutter elektrisch isoliert an der restlichen Vorrichtung befestigt sind. Somit ist das Anlegen einer elektrischen Spannung zwischen erstem und drittem Spannfutter vorsehbar zur Beaufschlagung des Drahtes mit einem Strom zur Erzeugung von Wärme.

Alternativ ist die Beaufschlagung des Drahtes mit Strom auch zwischen dem ersten und zweiten Spannfutter oder zwischen dem zweiten und dritten Spannfutter ausführbar.

Die Spannfutter sind ebenso wie der Draht metallisch und somit elektrisch leitfähig.

Nach Beendigung der Herstellung, also nach Herstellung der Wieganddrahteigenschaften in den beiden Drahtbereichen, werden die Spannfutter geöffnet und der Draht weiterbewegt, so dass ein neu zu bearbeitender Bereich des Drahtes zwischen das erste und dritte Spannfutter gefördert wird. Danach sind durch Schließen der Spannfutter die beschriebenen Herstellschritte wiederholbar.

Erstes und drittes Spannfutter werden jeweils durch Linearaktoren, insbesondere Spindelmotoren, also von einem jeweiligen Elektromotor angetriebene Spindeltriebe, hin- und herbewegt. Denn beim genannten Herstellschritt wird der jeweilige Abstand zum zweiten Spannfutter variiert oder erhöht und nach dem Fertigstellen des Drahtes werden erstes und drittes Spannfutter zurückgefahren in ihre Ausgangsposition. Ein Öffnen der Spannfutter ist nach Herstellung ausführbar.

Nach Öffnen der Spannfutter werden erstes und zweites Spannfutter zurückgefahren in ihre Ausgangsposition.

Die Spannfutter sind entweder manuell oder mittels elektromotorischem Antrieb, insbesondere Riemenantrieb, betätigbar. Alternativ sind aber auch eine hydraulische, pneumatische oder elektrische Betätigung ausführbar.

Unter dem Begriff Wieganddraht wird bei der Erfindung stets auch Impulsdraht verstanden.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist eine Spannungsquelle mit ihrem ersten Pol mit dem ersten Spannfutter und mit ihrem zweiten Pol mit dem dritten Spannfutter verbunden, insbesondere so dass der erste und der zweite Drahtbereich mit Strom beaufschlagbar sind,
wobei die drei Spannfutter jeweils elektrisch isoliert zur restlichen Vorrichtung angeordnet sind. Von Vorteil ist dabei, dass der Draht mit einem Strom beaufschlagbar ist. Alternativ ist die Beaufschlagung des Drahtes mit Strom auch zwischen dem ersten und zweiten Spannfutter oder zwischen dem zweiten und dritten Spannfutter ausführbar.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist das erste Spannfutter in einer ersten Längungseinheit aufgenommen, das dritte Spannfutter in einer zweiten Längungseinheit aufgenommen ist, das zweite Spannfutter in einer Torsionseinheit drehbar gelagert aufgenommen ist. Von Vorteil ist dabei, dass die Längungseinheiten von den Linearaktoren, insbesondere Spindelantrieben, bewegbar sind und somit auch die entsprechenden Spannfutter.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist das dritte Spannfutter von einem Elektromotor, insbesondere von einem von einem zweiten Elektromotor angetriebenen Riementrieb, der Torsionseinheit drehbar. Von Vorteil ist dabei, dass die Torsion in einfacher Weise erzeugbar ist, wobei die Torsionseinheit auf einer Grundplatte der Vorrichtung elektrisch isoliert angeordnet und gehalten ist.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die erste Längungseinheit vom ersten Linearaktor relativ zur Torsionseinheit linear bewegbar, insbesondere in Drahtrichtung oder entgegengesetzt zur Drahtrichtung. Von Vorteil ist dabei, dass die Streckung in einfacher Weise erzeugbar ist, wobei die Längungseinheit auf einer Grundplatte der Vorrichtung elektrisch isoliert angeordnet und gehalten ist.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die zweite Längungseinheit vom zweiten Linearaktor relativ zur Torsionseinheit linear bewegbar, insbesondere entgegengesetzt zur Drahtrichtung oder in Drahtrichtung. Von Vorteil ist dabei, dass die Streckung in einfacher Weise erzeugbar ist, wobei die Längungseinheit auf einer Grundplatte der Vorrichtung elektrisch isoliert angeordnet und gehalten ist.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung weist der erste Linearaktor einen von einem ersten Elektromotor angetriebenen Spindeltrieb auf, insbesondere wobei der erste Elektromotor mit einer Grundplatte fest verbunden ist, die Rotorwelle des Elektromotors drehfest mit einer Spindel verbunden ist, welche in Wirkverbindung mit einer Spindelmutter ist, welche fest mit der ersten Längungseinheit, insbesondere mit dem ersten Spannfutter verbunden ist. Von Vorteil ist dabei, dass der Antrieb in einfacher Weise kostengünstig ausführbar ist und der Linearaktor auf der Grundplatte anordenbar und haltbar ist.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung weist der zweite Linearaktor einen von einem dritten Elektromotor angetriebenen Spindeltrieb auf, insbesondere wobei der dritte Elektromotor mit der Grundplatte fest verbunden ist, die Rotorwelle des dritten Elektromotors drehfest mit einer weiteren Spindel verbunden ist, welche in Wirkverbindung mit einer weiteren Spindelmutter ist, welche fest mit der zweiten Längungseinheit, insbesondere mit dem dritten Spannfutter verbunden ist. Von Vorteil ist dabei, dass der Antrieb in einfacher Weise kostengünstig ausführbar ist und der Linearaktor auf der Grundplatte anordenbar und haltbar ist.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Torsionseinheit, insbesondere der zweite Motor, fest mit der Grundplatte verbunden, wobei der zweite Motor den Riemenantrieb antreibt, welcher das zweite Spannfutter betätigt und/oder das zweite Spannfutter zur Erzeugung von Torsion im jeweils zu bearbeitenden Drahtbereich dreht. Von Vorteil ist dabei, dass die Vorrichtung eine stabile Maschine ist. Außerdem sind auf der Grundplatte Halterungen befestigbar, welche drehbar gelagerte Rollen aufweisen. Dabei ist eine erste Rolle für den noch nicht bearbeiteten Bereich des Drahtes vorgesehen und eine zweite Rolle für den bearbeiteten Bereich des Drahtes, also den hergestellten Wieganddraht. Das Aufwickeln auf die zweite Rolle ermöglicht, eine große Menge von hergestelltem Produkt kompakt zu lagern. Vor der Verwendung wird dann der Wieganddraht von der zweiten Rolle abgewickelt und die benötigten Drahtabschnitte abgeschnitten. Aus jedem der derart abgeschnittenen Drahtstücke lässt sich dann ein Drahtstück für einen Wiegandsensor herstellen.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung weist die Vorrichtung einen Sensor zur Erfassung zumindest einer magnetischen Größe auf. Von Vorteil ist dabei, dass der Draht durch eine Entmagnetisierungseinheit entmagnetisierbar ist und/oder die Drahtqualität kontinuierlich überwachbar ist und/oder dass die durch eine Entmagnetisierungseinheit erreichte Entmagnetisierung überwachbar ist.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung weist die Vorrichtung mindestens einen Sensor zur Erfassung einer Zugspannung in einem zu bearbeitenden Drahtbereich auf,
insbesondere wobei der Sensor zur Erfassung der Zugspannung in der ersten und/oder zweiten Längungseinheit angeordnet ist. Von Vorteil ist dabei, dass ein kontrollierter, also gesteuerter Wert an Zugspannung erzeugbar ist.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung besteht der Draht aus einem Material, welches Kobalt, Eisen und Vanadium enthält,
insbesondere wobei der Anteil von Vanadium zwischen 5 % und 20 % beträgt, wobei der Anteil von Kobalt zwischen 40% und 65% beträgt und wobei der Anteil von Eisen zwischen 35% und 60% beträgt. Von Vorteil ist dabei, dass ein Wieganddraht hoher Qualität und für lange Standzeit herstellbar ist.

Wichtige Merkmale bei dem Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung sind, dass der zu bearbeitende Bereich des Drahtes durch drei Spannfutter geführt wird,
danach die Spannfutter betätigt, insbesondere geschlossen, werden, so dass der Draht kraftschlüssig mit den Spannfuttern gehalten wird,
danach das zweite Spannfutter gedreht wird, wobei die Drehachse koaxial zur Drahtrichtung ausgerichtet ist
und der Abstand zwischen dem ersten Spannfutter und dem zweiten Spannfutter vergrößert wird sowie der Abstand zwischen dem dritten Spannfutter und dem zweiten Spannfutter vergrößert wird,
wobei zwischen erstem und drittem Spannfutter der Draht mit einem Strom beaufschlagt wird,
danach die Spannfutter geöffnet werden und der Draht weiterbewegt wird, so dass ein neu zu bearbeitender Bereich des Drahtes durch drei Spannfutter geführt wird und die genannten Verfahrensschritten wiederholt werden.

Alternativ ist die Beaufschlagung des Drahtes mit Strom auch zwischen dem ersten und zweiten Spannfutter oder zwischen dem zweiten und dritten Spannfutter ausführbar.

Von Vorteil ist dabei, dass eine kontinuierliche Herstellung, also eine Herstellung ohne Bearbeiten von einzelnen Drahtstücken ausführbar ist. Der Draht wird quasi in einem Stop and Go Verfahren durch die Spannfutter geführt und dabei bearbeitet. Die bearbeiteten Bereiche sind am Draht vorhanden und auf der zweiten Rolle aufgewickelt.

Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung wird der aus dem dritten Spannfutter herausgeführte Drahtbereich entmagnetisiert. Von Vorteil ist dabei, dass ein definierter auslieferzustand einhaltbar ist.

Somit ist ein Wieganddraht kontinuierlich und in hohe Güte herstellbar.

Die Erfindung wird nun anhand von Abbildungen näher erläutert:

  • In der 1 ist eine Anlage zum Herstellen von Wieganddraht, also Impulsdraht, in Schrägansicht dargestellt.
  • In der 2 ist eine zugehörige Seitenansicht gezeigt.
  • In der 3 ist die Funktionsweise der Anlage schematisch skizziert.

Wie in 3 schematisch und in den 1 und 2 konkret gezeigt, weist die Anlage eine erste Rolle 1 auf, auf welcher der noch unbearbeitete Bereich eines Drahtes 3 als Rohdraht aufgewickelt angeordnet ist.

Der zu bearbeitende Bereich ist durch die Anlage geführt und der jeweils fertig bearbeitete Bereich des Drahtes 3 ist auf einer zweiten drehbar gelagerten Rolle 2 aufgewickelt.

Der zu bearbeitende Bereich des Drahtes 3 ist an drei voneinander in Drahtrichtung beabstandeten Stellen mit einem jeweiligen Spannfutter (6, 7, 8) kraftschlüssig verbunden. Die Spannfutter (6, 7, 8) halten an den Stellen den Draht 3, wobei bei der Bearbeitung das in Drahtrichtung mittlere Spannfutter 7 gedreht wird, wobei die Drehachse parallel und/oder koaxial zum Draht 3 ausgerichtet ist. Diese relativ zu den Beiden andere Spannfuttern (6, 8) ausgeführte Drehbewegung erzeugt einen ersten Drahtbereich 4, welcher im entgegengesetzten Drehsinn gedreht ist im Vergleich zu einem zweiten Drahtbereich 5.

Dabei ist der erste Drahtbereich 4 zwischen dem mittleren Spannfutter 7 und dem näher an der Rolle 1 angeordneten ersten Spannfutter 6. Entsprechend ist der zweite Drahtbereich zwischen dem mittleren Spannfutter 7 und dem dritten Spannfutter 8 angeordnet.

Das erste Spannfutter 6 ist zum mittleren Spannfutter 7 relativ bewegbar, insbesondere längs der Drahtrichtung. Somit ist der erste Drahtbereich 4 streckbar, also seine Länge veränderbar.

Ebenso ist das dritte Spannfutter 8 zum mittleren Spannfutter 7 relativ bewegbar, insbesondere längs der Drahtrichtung,. Somit ist der zweite Drahtbereich 5 streckbar, also seine Länge veränderbar.

Das mittlere Spannfutter 7 ist fest verbunden mit einer Grundplatte, also dem Maschinenbett. Mit dieser Grundplatte sind auch Drehlager der Rollen 1 und 2 verbunden sowie Linearaktoren zur Verschiebung des ersten und dritten Spannfutters (6, 8).

Die Herstellung des Wieganddrahtes wird also in den folgenden Schritten ausgeführt.

Zunächst wird der zu bearbeitende Bereich des Drahtes 3 mit den Spannfutter 6, 7 und 8 kraftschlüssig verbunden. Danach wird die Drehung des mittleren Spannfutters 7 zur Erzeugung der Torsion im ersten und zweiten Drahtbereich (4, 5) ausgeführt und das erste und dritte Spannfutter (6, 8) jeweils vom mittleren Spannfutter 7 wegbewegt zur Erzeugung einer Streckung, also Längung.

Für die Linearbewegung des ersten Spannfutters 6 ist ein erster Motor 9 auf der Grundplatte 21 angeordnet, welcher eine Spindel, insbesondere Kugelrollspindel, antreibt, deren Gewindebereich in Wirkverbindung mit einer Spindelmutter ist, die mit dem ersten Spannfutter 6 in der ersten Längungseinheit 13 aufgenommen und somit fest verbunden ist. Somit wird durch Drehbewegung des ersten Motors 9 die ersten Längungseinheit 13 parallel zur Drahtrichtung hin- oder herverschiebbar. Außerdem ist ein Sensor 16 zur Erfassung der Zugskraft oder Zugspannung des zu bearbeitenden Bereichs des Drahtes 3 an der ersten Längungseinheit 13 angeordnet.

Für die Linearbewegung des dritten Spannfutters 8 ist ein dritter Motor 11 auf der Grundplatte 21 angeordnet, welcher eine weitere Spindel, insbesondere ebenfalls Kugelrollspindel, antreibt, deren Gewindebereich in Wirkverbindung mit einer Spindelmutter ist, die mit dem dritten Spannfutter 8 in der zweiten Längungseinheit 14 aufgenommen und somit fest verbunden ist. Somit wird durch Drehbewegung des dritten Motors 11 die zweite Längungseinheit 14 parallel zur Drahtrichtung hin- oder herverschiebbar.

Das erste Spannfutter 6 ist manuell betätigbar.

Das dritte Spannfutter 8 ist über einen Riementrieb betätigbar, welcher von einem vierten Motor 20 antreibbar ist. In einer ersten Drehrichtung der Rotorwelle des vierten Motors 20 wird das dritte Spannfutter 8 geöffnet und bei entgegengesetzter Drehrichtung der Rotorwelle geschlossen.

Das zweite, also mittlere, Spannfutter 7 wird ebenfalls über einen Riementrieb von einem zweiten Motor 10 betätigt. Dabei ist der Motor 10 nicht nur Antrieb zum Öffnen oder Schließen des zweiten Spannfutters 7 sondern auch zur Erzeugung der Torsion.

Die aus dem zweiten Motor 10 und dem zweiten Spannfutter 7 gebildete Torsionseinheit 12 ist elektrisch isoliert aber fest verbunden mit der Grundplatte 21.

In einem zusätzlichen Herstellschritt wird der zu bearbeitende Bereich des Drahtes mit einem Strom beaufschlagt, so dass ein vorgesehener Temperaturbereich erreicht wird. Hierzu sind die drei Spannfutter (6, 7, 8) sowie die Rollen 1 und 2 elektrisch isoliert von der Grundplatte angeordnet. Somit genügt es, zwischen dem metallisch ausgeführten ersten und dritten Spannfutter 6 und 8 eine Spannung anzulegen, so dass durch die beiden Drahtbereiche (4, 5) ein Strom fließt. Hierzu weist der Draht 3 einen derartigen Widerstand auf, dass die entstehende Ohmsche Wärme den vorgesehenen Temperaturbereich des Drahtes 3 erreichbar machen.

Bei einem anderen erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel wird die Spannung zwischen dem ersten und zweiten Spannfutter angelegt oder zwischen dem zweiten und dritten Spannfutter angelegt.

Wie in den Figuren gezeigt, wird nach der Ausführung der genannten Herstellschritte der Draht 3 zur zweiten Rolle 2 hin bewegt und dort aufgewickelt. Hierzu ist eine Drahtvorschubseinheit 15 vorgesehen, welche die Rolle 2 antreibt und somit ein Aufwickeln bewirkt. Dabei wird der bearbeitete Bereich entlang einer Entmagnetisierungseinheit 19 und entlang Sensoren 17 und 19 bewegt.

Mittels der Maschine ist also ein Draht 3 mit Torsion und Längenstreckung bei hoher Temperatur herstellbar. Auf diese Weise ist aus dem Rohdraht ein Wieganddraht erzeugt, also ein Impulsdraht. Die bearbeitenden Bereiche des Drahtes 3 sind auf der zweiten Rolle 2 aufgewickelt und bei der späteren Verwendung abwickelbar und abschneidbar. Beispielsweise sind Drahtbereiche (4, 5) von 10 cm ohne besonderen Aufwand herstellbar.

Sobald der bearbeitete Bereich aufgewickelt ist, werden die Spannfutter (6, 7, 8) wird verengt und somit ein neu zu bearbeitender Bereich des Drahtes 3 mit den Spannfuttern (6, 7, 8) wieder kraftschlüssig verbunden. Die Herstellschritte sind sodann wiederholbar.

Somit ist ein quasikontinuierliches Herstellen ermöglicht, indem sozusagen immer schrittweise ein jeweils neuer, zu bearbeitender Bereich zwischen das erste Spannfutter 6 und das dritte Spannfutter 8 gebracht wird.

Beim Vorbeifahren des hergestellten Wieganddrahtes an der Entmagnetisierungseinheit 19 und nachfolgend am Sensor 18 ist die Qualität überprüfbar.

Der Draht ist aus einem Material gefertigt, welches einen Anteil von Vanadium zwischen 5 % und 20 %, einen Anteil von Kobalt zwischen 40% und 65% und einen Anteil von Eisen zwischen 35% und 60% aufweist.

Die Antriebe werden von einer zentralen Steuerung gesteuert, indem dieses jeweilige Streck- und Torsionsverläufe vorgibt. Insbesondere ist aber auch die Drahtlänge des hergestellten Drahtes Steuerbar und die Zugspannung und somit auch die Drahtdehnung steuerbar. Des Weiteren ist auch der zeitliche Verlauf der Torsion von der Steuerung vorgebbar, insbesondere die Anzahl der Umdrehungen beim Tordieren, Drehrichtung und Winkelgeschwindigkeit beim Tordieren des Drahtes. Ebenso sind durch die Steuerung die elektrische Spannungsverläufe zur Bestromung des Drahtes vorgebbar. Auf diese Weise ist sogar ein vollautomatisches Erreichen eines Optimums von Werten elektrischer und magnetischer Eigenschaften des Drahtes ermöglicht. Mittels des Sensors 16 zur Erfassung der Zugkraft im Draht ist auch ein Drahtbruch sofort erkennbar. Außerdem ist mittels des Sensors 16 die Zugkraft während der Herstellung überwachbar und somit auch die Rohdrahtqualität überwachbar und/oder Materialfehler erkennbar.

Bei einem weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel ist das erste Spannfutter 6 manuell betätigbar.

Bezugszeichenliste

1
Rolle für Rohdraht
2
Rolle für Wieganddraht
3
Draht
4
erster Drahtbereich
5
zweiter Drahtbereich
6
erstes Spannfutter
7
zweites Spannfutter
8
drittes Spannfutter
9
erster Motor
10
zweiter Motor
11
dritter Motor
12
Torsionseinheit
13
erste Längungseinheit
14
zweite Längungseinheit
15
Drahtvorschubseinheit
16
Zugkraftsensor
17
Sensor
18
Sensor
19
Entmagnetisierungseinheit
20
vierter Motor
21
Grundplatte, metallisch