Title:
Verfahren zur Detektion von Feuchtigkeit
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Detektion von Feuchtigkeit in einem Fahrzeuginnenraum, wobei erfindungsgemäß vorgesehen ist, dass die Feuchtigkeit mittels zumindest einer Bilderfassungseinheit (2), anhand einer Überwachung einer elektrischen Leitfähigkeit an einer Fahrzeugscheibe und/oder anhand von ermittelten Wetterdaten in Bezug auf eine ermittelte momentane Fahrzeugposition erfasst wird und bei Ermittlung einer beschlagkritischen Situation dieser automatisch entgegengewirkt wird.





Inventors:
Niebling, Frank, Dr.-Ing. (89075, Ulm, DE)
Dietrich, Yannick (89073, Ulm, DE)
Kampmann, Steffen (01159, Dresden, DE)
Application Number:
DE102017002898A
Publication Date:
11/23/2017
Filing Date:
03/25/2017
Assignee:
Daimler AG, 70327 (DE)
International Classes:
G01N21/25; B60H1/00; B60J1/20; B60S1/02; G01B11/24; G01V3/02; G01W1/00
Domestic Patent References:
DE10126716A1N/A2002-12-12
Claims:
1. Verfahren zur Detektion von Feuchtigkeit in einem Fahrzeuginnenraum, dadurch gekennzeichnet, dass die Feuchtigkeit mittels zumindest einer Bilderfassungseinheit (2), anhand einer Überwachung einer elektrischen Leitfähigkeit an einer Fahrzeugscheibe und/oder anhand von ermittelten Wetterdaten in Bezug auf eine ermittelte momentane Fahrzeugposition erfasst wird und bei Ermittlung einer beschlagkritischen Situation dieser automatisch entgegengewirkt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei erfasster beschlagkritischer Situation ein Klimasystem (6) des Fahrzeuges (1) automatisch aktiviert wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wetterdaten mittels einer Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und/oder mittels einer Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation ermittelt werden.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Detektion von Feuchtigkeit in einem Fahrzeuginnenraum.

Aus der DE 101 26 716 A1 ist eine Anordnung zum Trocknen einer einem Fahrzeuginnenraum zugewandten Seite einer Fahrzeugscheibe und ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Anordnung bekannt. Die Anordnung weist einen Feuchtesensor auf, der als Leiterbahnschicht ausgebildet und innig mit der Fahrzeugscheibe verbunden ist. Zudem ist der Feuchtesensor mit einem Steuergerät verbunden, welches die Messwerte des Feuchtesensors verarbeitet. Weiterhin enthält die Anordnung eine Einrichtung zur Verminderung der auf der dem Fahrzeuginnenraum zugewandten Seite der Fahrzeugscheibe kondensierten Feuchtigkeit, wobei die Einrichtung von dem Steuergerät aktiviert wird, wenn die von dem Feuchtesensor gemessene Feuchtigkeit einen vorgegebenen Grenzwert überschreitet.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren zur Detektion von Feuchtigkeit in einem Fahrzeuginnenraum anzugeben.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Ein Verfahren zur Detektion von Feuchtigkeit in einem Fahrzeuginnenraum sieht erfindungsgemäß vor, dass die Feuchtigkeit mittels zumindest einer Bilderfassungseinheit, anhand einer Überwachung einer elektrischen Leitfähigkeit einer Fahrzeugscheibenoberfläche und/oder anhand von ermittelten Wetterdaten in Bezug auf eine ermittelte momentane Fahrzeugposition erfasst wird und bei Ermittlung einer beschlagkritischen Situation dieser automatisch entgegengewirkt wird.

Durch Anwendung des Verfahrens wird weitestgehend ausgeschlossen, dass eine Fahrzeugscheibe, insbesondere die Windschutzscheibe, beschlägt und somit eine Sicht eines Fahrers nach außen im Wesentlichen sichergestellt werden kann. Dadurch wird einer beschlagkritischen Situation, die insbesondere die Windschutzscheibe betrifft, entgegengewirkt. Der Fahrer behält seinen Überblick, wodurch die Sicherheit für Insassen des Fahrzeuges und die Sicherheit im Straßenverkehr wesentlich erhöht werden kann.

Zudem wird ein Komfort im Fahrzeug dadurch erhöht, dass der beschlagkritischen Situation, insbesondere mittels eines Klimasystems des Fahrzeuges, automatisch entgegengewirkt wird.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand einer Zeichnung näher erläutert.

Dabei zeigt die:

1 schematisch ein Fahrzeug mit einer Vorrichtung zur Detektion von Feuchtigkeit in einem Fahrzeuginnenraum.

In der einzigen Figur ist ein Fahrzeug 1 mit einer Vorrichtung zur Detektion von Feuchtigkeit in einem Fahrzeuginnenraum dargestellt.

Die Feuchtigkeit der Luft im Fahrzeuginnenraum ist maßgebend für eine Wärmeübertragung erwärmter Luft, wobei zudem Fahrzeugscheiben beschlagen können und dadurch eine Sicht oder eine Sichtweite von Insassen des Fahrzeuges 1 vermindert ist. Ist die Windschutzscheibe als Fahrzeugscheibe beschlagen, so dass eine Sicht eines Fahrer eingeschränkt ist, besteht ein erhöhtes Unfallrisiko für das Fahrzeug 1, da das Fahrzeug 1 beispielsweise unbeabsichtigt in den Gegenverkehr gelenkt wird oder von einer Fahrbahn abkommt.

Die Vorrichtung umfasst eine Bilderfassungseinheit 2, zumindest eine an einer Fahrzeugscheibe angeordnete Erfassungseinheit 3 zur Ermittlung einer elektrischen Leitfähigkeit an der Fahrzeugscheibe, eine Empfangseinheit 4 zum Empfangen von Wetterdaten und ein Navigationssystem 5.

Dabei sind die Bilderfassungseinheit 2, die Erfassungseinheit 3 und die Empfangseinheit 4 mit einem Klimasystem 6 des Fahrzeuges 1 verbunden, wobei auch mehr als eine Bilderfassungseinheit 2, mehr als eine Erfassungseinheit 3 und mehr als eine Empfangseinheit 4 vorgesehen sein können.

Das Klimasystem 6 umfasst eine Klimaanlage und eine Steuereinheit, welcher erfasste Bildsignale der Bilderfassungseinheit 2, erfasste Signale der Erfassungseinheit 2 zur Ermittlung der elektrischen Leitfähigkeit und empfangene Wetterdaten der Empfangseinheit 5 sowie eine mittels des Navigationssystems 5 erfasste momentane Fahrzeugposition zugeführt werden.

Beispielsweise werden die Wetterdaten mittels einer Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und/oder mittels einer Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation ermittelt, wobei die Empfangseinheit 5 hierzu mit einer nicht näher dargestellten zentralen Rechnereinheit drahtlos verbunden ist.

Mittels der Bilderfassungseinheit 2 wird ein Feuchtebeschlag zumindest an einer Fahrzeugscheibe, insbesondere an einer in dem Fahrzeuginnenraum zugewandten Seite, optisch erfasst, wobei erfasste Bilddaten dem Klimasystem 6 zugeführt werden.

Zudem wird mittels der Erfassungseinheit 3 eine elektrische Leitfähigkeit an der dem Fahrzeuginnraum zugewandten Seite der Fahrzeugscheibe überwacht, da sich die elektrische Leitfähigkeit bei einem Feuchtebeschlag ändert, insbesondere erhöht. Die erfassten Signale der Erfassungseinheit 3 werden ebenfalls dem Klimasystem 6, insbesondere dessen Steuereinheit, zur Auswertung und Verarbeitung zugeführt.

Darüber hinaus werden die mittels der Empfangseinheit 4 ermittelten Wetterdaten und die mittels Navigationsdaten des Navigationssystems 5 ermittelte momentane Fahrzeugposition an das Klimasystem 6 weitergeleitet.

Denkbar ist auch, dass die Wetterdaten mittels des Navigationssystems 5 ermittelt und an das Klimasystem 6 weitergeleitet werden.

Vorzugsweise wird eine Klimaanlage als Bestandteil des Klimasystems 6 dann automatisch aktiviert, wenn anhand der Bilddaten, der Signale in Bezug auf die elektrische Leitfähigkeit und/oder anhand der Wetterdaten in Bezug auf die momentane Fahrzeugposition eine beschlagkritische Situation oder ein Feuchtebeschlag erfasst wird.

Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass das Klimasystem 6 aktiviert wird, wenn z. B. die Bilderfassungseinheit 2 und die Erfassungseinheit 3 der elektrischen Leitfähigkeit oder die Bilderfassungseinheit 2 und die Empfangseinheit 3 für einen Feuchtebeschlag sprechende Bilddaten und Signale bzw. Bilddaten und Wetterdaten erfasst.

Alternativ dazu kann vorgesehen sein, dass das Klimasystem 6 zur Entgegenwirkung des Feuchtebeschlages automatisch aktiviert wird, wenn die Erfassungseinheit 2 und die Empfangseinheit 3 entsprechende Signale und Wetterdaten erfassen.

Die Klimaanlage wird aktiviert, so dass dem Feuchtebeschlag, insbesondere an Fahrzeugscheiben, entgegengewirkt wird und somit im Wesentlichen eine uneingeschränkte Sicht nach draußen sichergestellt werden kann.

In einer alternativen Ausführungsform der Vorrichtung zur Detektion von Feuchtigkeit umfasst diese nur die Bilderfassungseinheit 2, nur die Erfassungseinheit 3 oder nur die Empfangseinheit 4, wobei auch vorgesehen sein kann, dass die Bilderfassungseinheit 2 und/oder die Erfassungseinheit 3 und/oder die Empfangseinheit 4 zur Detektion von Feuchtigkeit Bestandteil der Vorrichtung sind bzw. ist.

Bezugszeichenliste

1
Fahrzeug
2
Bilderfassungseinheit
3
Erfassungseinheit
4
Empfangseinheit
5
Navigationssystem
6
Klimasystem

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 10126716 A1 [0002]