Title:
Verfahren zum Erstellen einer Zustandsanalyse einer Funknetzwerk-Infrastruktur
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erstellen einer Zustandsanalyse einer Funknetzwerk-Infrastruktur, welche wenigstens einen Funk-Sender (36) und wenigstens ein mobiles Endgerät (24), welches zum Empfangen von wenigstens einem Funk-Signal des wenigstens einen Funk-Senders (36) ausgebildet ist, umfasst, bei welchem
- das mobile Endgerät (24) Messdaten des wenigstens einen Funk-Signals erfasst
- mittels einer Positionsermittlungsvorrichtung Positionsdaten ermittelt werden, welche die Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes (24) angeben,
- die Messdaten und die Positionsdaten umfassende Daten an eine übergeordnete Erfassungseinrichtung übertragen werden,
- die Daten in einer Datenbank der Erfassungseinrichtung gespeichert werden und bei welchem
- für die Zustandsanalyse die Daten mittels einer Datenverarbeitungseinrichtung ausgewertet werden. embedded image




Inventors:
Gilsdorf, Tim (74388, Talheim, DE)
Münch, Bertram (74172, Neckarsulm, DE)
Application Number:
DE102017001517A
Publication Date:
08/16/2018
Filing Date:
02/15/2017
Assignee:
AUDI AG, 85057 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102012024038A1N/A2014-06-12
DE102009007241A1N/A2010-08-05
DE102007043472A1N/A2009-03-05
DE102006056407A1N/A2007-05-31



Foreign References:
94624972016-10-04
95321802016-12-27
200402038552004-10-14
201201783762012-07-12
201301144462013-05-09
201402958052014-10-02
201503264472015-11-12
EP18805192013-04-17
WO2008080247A22008-07-10
WO2013110261A22013-08-01
Other References:
Estanjini, R.M. et al.; Optimizing Warehouse Forklift Dispatching Using a Sensor Network and Stochastic Learning. In: IEEE Transactions on Industrial Informatics, Vol.7, Issue 3, pp.476-486, July 2011.
Claims:
Verfahren zum Erstellen einer Zustandsanalyse einer Funknetzwerk-Infrastruktur, welche wenigstens einen Funk-Sender (36) und wenigstens ein mobiles Endgerät (24), welches zum Empfangen von wenigstens einem Funk-Signal des wenigstens einen Funk-Senders (36) ausgebildet ist, umfasst, bei welchem
- das wenigstens eine mobile Endgerät (24) Messdaten des wenigstens einen Funk-Signals erfasst
- mittels einer Positionsermittlungsvorrichtung (25) Positionsdaten ermittelt werden, welche die Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes (24) angeben,
- die Messdaten und die Positionsdaten umfassende Daten an eine übergeordnete Erfassungseinrichtung (15) übertragen werden,
- die Daten in einer Datenbank der Erfassungseinrichtung (15) gespeichert werden und bei welchem
- für die Zustandsanalyse die Daten mittels einer Datenverarbeitungseinrichtung (13) ausgewertet werden.

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Messdaten und/oder die Positionsdaten zunächst in einem Datenspeicher des wenigstens einen mobilen Endgerätes (24) gespeichert und anschließend an die Erfassungseinrichtung (15) übertragen werden.

Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Übertragen der Messdaten und/oder der Positionsdaten auf Veranlassung des wenigstens einen mobilen Endgerätes (24) und/oder der übergeordneten Erfassungseinrichtung (15) erfolgt.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Übertragen der Messdaten und/oder der Positionsdaten in regelmäßigen Zeitabständen vorgenommen wird.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Messdaten eine Stärke und/oder eine Qualität des Funk-Signals angebende Daten erfasst werden.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionsdaten von einem Prozessleitsystem dem wenigstens einen mobilen Endgerät (24) zur Verfügung gestellt werden.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten mittels eines in einer Flurfördereinrichtung und/oder einem Kraftfahrzeug angeordneten mobilen Endgerätes (24) und/oder mittels eines Mobiltelefons und/oder eines Personal Computers und/oder eines Laptops und/oder eines Tabletcomputers und/oder eines Handterminals und/oder eines Staplerterminals und/oder eines Logistikterminals erfasst werden.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Bereiche unterschiedlicher Qualität des Funk-Signals detektiert werden.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten durch die Datenverarbeitungseinrichtung (13) mittels eines Massendatenanalysewerkzeugs im Hinblick auf wenigstens ein Kriterium gefiltert werden.

Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Massendatenanalysewerkzeugs eine zeitliche Entwicklung der Messdaten über einen definierten Zeitraum dargestellt wird.

Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit der zeitlichen Entwicklung der Messdaten durch die Datenverarbeitungseinrichtung (13) Standardwerte und/oder Grenzwerte (44,46) einer Stärke des Funk-Signals ermittelt werden.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Übertragen der auf dem Datenspeicher gespeicherten Daten in Abhängigkeit vom Auftreten eines Fehlers erfolgt.

System, mit
- einer Funknetzwerk-Infrastruktur, welche einen Funk-Sender (36) und wenigstens ein mobiles Endgerät (24) umfasst, wobei das wenigstens eine mobile Endgerät (24) dazu ausgebildet ist, wenigstens ein Funk-Signal des wenigstens einen Funk-Senders (36) zu empfangen sowie Messdaten des wenigstens einen Funk-Signals zu erfassen,
- einer Positionsermittlungseinrichtung (25), welche dazu ausgebildet ist, Positionsdaten, welche die Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes (24) angeben, zu ermitteln,
- einer Übertragungseinrichtung, welche dazu ausgebildet ist, die Messdaten und die Positionsdaten umfassende Daten an eine übergeordnete Erfassungseinrichtung (15) des Systems zu übertragen,
-wobei eine Datenbank der Erfassungseinrichtung (15) dazu ausgebildet ist, die Daten zu speichern, und
- einer Datenverarbeitungseinrichtung (13), welche dazu ausgebildet ist, die Daten zum Erstellen einer Zustandsanalyse der Funknetzwerk-Infrastruktur auszuwerten.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erstellen einer Zustandsanalyse einer Funknetzwerk-Infrastruktur sowie ein System mit einer Funknetzwerk-Infrastruktur.

Ein Verfahren zur Fernwartung eines Flurförderzeugs wird in der DE 10 2007 043 472 A1 offenbart. Bei diesem Verfahren werden betriebsbezogene Daten mit einer Erfassungseinrichtung erfasst. Anschließend werden die betriebsbezogenen Daten in einem Datenspeicher des Flurförderzeugs gespeichert und nach einer Initiierung einer drahtlosen Datenübertragung durch eine elektronische Steuereinheit mittels einer drahtlosen Datenübertragungseinrichtung vom Datenspeicher des Flurförderzeugs an einen externen Datenspeicher übertragen.

In der EP 1 880 519 B1 wird ein Präsenzdetektionssystem, das in einem drahtlosen lokalen Netzwerk (WLAN) integriert ist, offenbart. Bei diesem Präsenzdetektionssystem wird ein Präsenzsignal mittels eines Senders ausgesendet, um die Präsenz des Senders in dem drahtlosen lokalen Netzwerk (WLAN) festzustellen.

Aus der DE 10 2012 024 038 A1 ist ein Produktionssystem für die Serienproduktion von Kraftfahrzeugen bekannt, bei welchem Behälter mit Hilfe von Transportmitteln transportiert werden und wobei die Transportmittel wenigstens ein fahrerloses Transportfahrzeug aufweisen, welches von einer zentralen Einrichtung per Funk, insbesondere über ein WLAN, ansteuerbar ist oder angesteuert wird.

Für eine Steigerung von Mobilität und Flexibilität werden in Produktionsbetrieben immer mehr mobile und damit funkangebundene Endgeräte eingesetzt. Diese mobilen Endgeräte sind beispielsweise Teilnehmer einer flächenmäßigen WLAN-Infrastruktur, bei welcher es sich um eine Funknetzwerk-Infrastruktur handelt und welche beispielsweise von einer Abteilung zur Informationstechnik betrieben wird. Momentan gibt es allenfalls ein Zustandsmonitoring der WLAN-Infrastruktur, insbesondere von aktiven Informationstechnik-Komponenten und Zugangspunkten, wobei deren Verfügbarkeit überprüft wird. Da eine Erfassung von relevanten Messdaten zur Beurteilung eines WLAN-Signals sowie deren Bewertung und deren erfahrungsbasierte Grenzbetriebswerte fehlen, ist eine umfassende Überwachung der WLAN-Infrastruktur hierbei nicht möglich. Aufgrund einer bisherigen Fokussierung auf Ausfallverhalten von Informationstechnologie-Komponenten und nicht auf reale Betriebswerte der WLAN-Infrastruktur kann bei Störungen nur eine reaktive Problembehandlung stattfinden. Hierbei erfolgt eine Benachrichtigung einer Instandhaltungsabteilung durch Produktionsmitarbeiter anhand von manuell erfassten Fehlersymptomen. Anschließend kann beispielsweise eine Störungsmeldung per Telefon bei der Informationstechnologie-Abteilung erfolgen. Inzwischen kann das Problem aber verschwunden sein und/oder das wenigstens eine mobile Endgerät befindet sich wieder in einem Bereich in welchem ein Empfang des WLAN-Signals gut funktioniert.

Hieraus ergibt sich der Nachteil, dass lediglich eine reaktive Problemlösung möglich ist und keine vorausschauenden prädiktiven oder proaktiven Ansätze verfolgt werden können. Des Weiteren ist eine Feststellung der Fehlerursache nur schwer möglich. Darüber hinaus ist lediglich eine sehr grobe räumliche und/oder zeitliche Überwachung der WLAN-Infrastruktur möglich, was für produktionskritische Komponenten der WLAN-Infrastruktur unzureichend ist. Da keine Langzeitspeicherung von Betriebsdaten erfolgt, können keine Tendenzen und/oder Trends und/oder Änderungen erkannt werden. Auch ist kein Überblick über den Zustand der WLAN-Infrastruktur mit zeitlichem und/oder örtlichem Fokus möglich. Bislang ist eine räumliche Ortung von Komponenten, insbesondere mobiler Endgeräte, der WLAN-Infrastruktur nur ansatzweise und ungenau auf Basis von Triangulation möglich. Außerdem ist eine systematische Analyse von Betriebskenngrößen der WLAN-Infrastruktur nicht möglich, da keine belastbaren, datenbasierten und übertragbaren Eingriffs- und Grenzwerte existieren.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und ein System zu schaffen, mittels welchem ein Zustand einer Funknetzwerk-Infrastruktur besonders vorteilhaft erfassbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie durch ein System mit den Merkmalen des Patentanspruchs 13 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erstellen einer Zustandsanalyse einer Funknetzwerk-Infrastruktur, welche wenigstens einen Funk-Sender und wenigstens ein mobiles Endgerät, welches zum Empfang von wenigstens einem Funk-Signal des wenigstens einen Funk-Senders ausgebildet ist, umfasst. Bei dem Verfahren erfasst das wenigstens eine mobile Endgerät Messdaten des wenigstens einen Funk-Signals. Des Weiteren werden mittels einer Positionsermittlungsvorrichtung Positionsdaten ermittelt, welche die Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes angeben. Darüber hinaus werden die Messdaten und die Positionsdaten umfassende Daten an eine übergeordnete Erfassungseinrichtung übertragen und die Daten in einer Datenbank der Erfassungseinrichtung gespeichert. Für die Zustandsanalyse werden die Daten mittels einer Datenverarbeitungseinrichtung ausgewertet.

Mit anderen Worten wird mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens beispielsweise eine WLAN-Infrastruktur, bei welcher es sich um ein Beispiel der Funknetzwerk-Infrastruktur handelt, bezüglich ihres Zustandes analysiert. Weitere Beispiele für die Funknetzwerk-Infrastruktur sind eine UMTS-Infrastruktur und eine LTE-Infrastruktur. Im Folgenden wird das Verfahren anhand des Beispiels der WLAN-Infrastruktur näher erläutert, wobei angemerkt wird, dass die in diesem Zusammenhang erläuterten Ausführungen und Vorteile ebenso für andere Funknetzwerk-Infrastrukturen Gültigkeit besitzen.

Für die Zustandsanalyse der WLAN-Infrastruktur werden mittels des mobilen Endgerätes Messdaten des wenigstens einen WLAN-Signals erfasst, wobei es sich bei den Messdaten beispielsweise um relevante Messdaten zur Beurteilung der Signalstärke handeln kann.

Zu den relevanten Messdaten zur Beurteilung der Signalstärke gehören beispielsweise aktuelle Signalkennwerte, wie beispielsweise das Signal-Rausch-Verhältnis (Noise) und wenigstens ein Indikator für die Empfangsfeldstärke (beispielsweise der Received Signal Strength Indicator (RSSI)). Des Weiteren können als relevante Messdaten zur Beurteilung der Signalstärke beispielsweise die Hardware-Adresse (Media-Access-Control-Adresse) des mobilen Endgerätes, der jeweilige Name aller mobilen Endgeräte (Service Set Identifier (SSID)), der aktive WLAN-Kanal, die Datenrate, die Sendeleistung in Milliwatt, die Anzahl Pakete Empfänger (Receiver (Rx)), die Anzahl Pakete Sender (Transmitter (Tx)), die Anzahl Pakete Neuversuch (Retry), die Anzahl Pakete Fehler, Wechseleinstellungen zwischen verschiedenen WLAN-Netzen (Roamingeinstellungen), insbesondere Messdaten zum Signal-Rausch-Verhältnis (Signal-Noise-Ratio (SNR)) sowie eine Anzahl und eine Zeit der Wechsel, Daten zum Kommunikationsprotokoll (Dynamic Host Configuration Protocol) sowie zu Internetprotokoll-Adressen (IP-Adressen), inklusive Gültigkeitsdauer einer Internetprotokoll-Konfiguration (Lease-Time) und Namen (Host-Name), WLAN-Verbindung (WLAN IO/NIO), ein Abtasten der umgebenden Zugangspunkte (Scan der umgebenden Accesspoints) sowie eine Statistik über offene Anschlüsse (Ports) sowie aktive Netzwerkprotokolle (Übertragungsteuerungsprotokoll: Transmission Control Protocol (TCP), Anwenderdatagrammprotokoll: User Datagram Protocol (UDP)), herangezogen werden. Die Messdaten zum WLAN IO/NIO können über das Aussenden eines Paketes eines Diagnose-Werkzeugs (Ping) an feste Diener (Server), Leitrechner oder an Protokollumsetzer (Gateways) ermittelt werden.

Bei dem Verfahren werden die Positionsdaten, welche die Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes angeben, mittels der Positionsermittlungsvorrichtung ermittelt. Unter der Positionsermittlungsvorrichtung ist eine Vorrichtung zu verstehen, welche der Ermittlung der Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes dient. Dabei kann die Positionsermittlungsvorrichtung beispielsweise über empfangene Daten, insbesondere mittels GPS, und/oder über Triangulation die Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes ermitteln. Alternativ oder zusätzlich kann die Positionsermittlungsvorrichtung die Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes anhand von Kennwerten zu einem Prozessablauf, in welchem das mobile Endgerät beispielsweise eingesetzt wird, ermittelt werden. Beispielsweise befindet sich das mobile Endgerät in einem Fahrzeug, welches sich wiederum in einem ortsfesten Prüfstand befindet. Beispielsweise ermittelt die Positionsermittlungsvorrichtung anhand von der Information, dass das mobile Endgerät in dem Fahrzeug in dem ortsfesten Prüfstand befindlich ist, Positionsdaten zur Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes.

Anschließend werden die die Messdaten und die Positionsdaten umfassenden Daten an die übergeordnete Erfassungseinrichtung übertragen, wobei die Übertragung beispielsweise über die WLAN-Infrastruktur erfolgen kann. Insbesondere werden die die Messdaten und die Positionsdaten umfassenden Daten so an die übergeordnete Erfassungseinrichtung übertragen, dass die Positionsdaten den Messdaten beziehungsweise die Messdaten den Positionsdaten zuordenbar sind. Das bedeutet, dass die Messdaten den Positionsdaten beziehungsweise die Positionsdaten den Messdaten zugeordnet werden können.

Bei der übergeordneten Erfassungseinrichtung kann es sich beispielsweise um einen Server handeln, auf welchem die Daten speicherbar sind. Beispielsweise ist der Server mit einer Software ausgestattet, welche das Empfangen der Daten ermöglicht. Darüber hinaus umfasst die Erfassungseinrichtung die Datenbank, in welcher die Daten speicherbar sind. Hierbei ist unter der Datenbank insbesondere eine Einrichtung zu verstehen, in beziehungsweise auf welcher die Daten speicherbar sind. Dabei kann die Datenbank sowohl Software als auch Hardware umfassen.

In der Datenbank der Erfassungseinrichtung werden die Daten gespeichert und mittels der Datenverarbeitungseinrichtung ausgewertet, um die Zustandsanalyse der WLAN-Infrastruktur zu erstellen. Insbesondere werden die Messdaten und die Positionsdaten einander zuordenbar in der Datenbank der Erfassungseinrichtung gespeichert.

Dem liegt die Idee zugrunde, dass die Zustandsanalyse der WLAN-Infrastruktur unter Nutzung der Schwarmintelligenz des wenigstens einen mobilen Endgerätes, insbesondere mehrerer mobiler Endgeräte, welche in einem Fertigungsbetrieb eingesetzt werden, erfolgt. Hierbei kann jedes mobile Endgerät zu einem insbesondere permanenten WLAN-Schnüffler in dem Fertigungsbetrieb werden. Insbesondere können von dem wenigstens einen mobilen Endgerät beispielsweise zumindest im Wesentlichen zu jeder Zeit und an jedem Einsatzort die Daten gesammelt werden.

Üblicherweise werden die relevanten Messdaten zur Beurteilung der Signalstärke des wenigstens einen WLAN-Signals nur bei einem Aufbau und einer Übergabe der WLAN-Infrastruktur, insbesondere eines WLAN-Netzwerkes, von einem WLAN-Netzwerk-Lieferanten an einen WLAN-Netzwerk-Kunden gemessen. Mittels des vorstehend beschriebenen Verfahrens kann aufgrund einer Verbindung der relevanten Messdaten zur Beurteilung der Signalstärke des wenigstens einen WLAN-Signals mit den Positionsdaten zur Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes eine dauerhafte, flächig-räumliche Vermessung der WLAN-Infrastruktur, insbesondere des WLAN-Netzwerkes erfolgen. Insbesondere sind die Daten des wenigstens einen mobilen Endgerätes die Basis für Auswertungen, wodurch sichtbar und analysierbar wird, was letztendlich das mobile Endgerät bezüglich unterschiedlicher Parameter des WLAN-Signals zu sehen bekommt.

Bei der Auswertung der Daten für die Zustandsanalyse mittels der Datenverarbeitungseinrichtung sind sowohl Einzelauswertungen für dedizierte Zeiten, Geräte oder Orte möglich, als auch Massendatenanalysen. Bei den Massendatenanalysen können beispielsweise Korrelations- und/oder Tendenzauswertungen durchgeführt werden. Mittels Massendatenanalysewerkzeugen können die Daten beispielsweise ausgewertet, analysiert, miteinander korreliert, aufbereitet und/oder visualisiert werden. Bei einer beispielsweise Speicherung der Daten über einen längeren Zeitraum können Langzeitbeobachtungen durchgeführt und beispielsweise Trends erkannt werden.

Mittels des vorstehend beschriebenen Verfahrens kann beispielsweise zu jedem beliebigen Zeitpunkt eine Zustandsanalyse der WLAN-Infrastruktur durchgeführt werden. Es sind somit eine Echtzeit-Visualisierung und eine Zeit-Raum-Korrelation der relevanten Messdaten zur Beurteilung der Signalstärke des WLAN-Signals möglich. Beispielsweise ergeben sich durch eine Erfassung eines zeitlichen Verlaufs der Messdaten des mobilen Endgerätes sowie der Positionsdaten des wenigstens einen mobilen Endgerätes umfassende Überwachungsmöglichkeiten für die WLAN-Infrastruktur. Es können beispielsweise durch die Erfassung der Messdaten des wenigstens einen WLAN-Signals durch das mobile Endgerät die Zustandsanalyse der WLAN-Infrastruktur in beispielsweise einem definierten Bereich, einer Halle oder einem Prozessort erstellt werden. Beispielsweise kann der Zustand der WLAN-Infrastruktur in Bezug auf eine Bandbreite, mit zeitlichem und räumlichem Bezug, erfasst werden. Des Weiteren kann beispielsweise mittels des Verfahrens ein räumliches und zeitliches Bewegungsprofil des wenigstens einen mobilen Endgerätes erstellt werden. Darüber hinaus kann beispielsweise ein Roaming-Verhalten des wenigstens einen mobilen Endgerätes mit zeitlichem und räumlichem Bezug überwacht werden.

Nach der Erstellung der Zustandsanalyse mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens können beispielsweise datenbasierte proaktive Eingriffs- und Betriebsgrenzen anhand der Langzeitbeobachtung entwickelt und eingeführt werden. Des Weiteren können beispielsweise aufgrund der Zustandsanalyse Maßnahmen zur Optimierung und/oder Stabilisierung des Systemverhaltens und/oder des Applikationsbetriebsverhaltens der WLAN-Infrastruktur definiert werden. Vorteilhafterweise kann aufgrund der Zustandsanalyse eine proaktive Wartung der WLAN-Infrastruktur sowie eine Fehlervermeidung erfolgen. Beispielsweise können unter Nutzung von Massendatenanalysewerkzeugen Erfahrungswerte für einen sicheren Betrieb, sowie Eingriffs- und Betriebsgrenzen generiert, abgesichert und fundiert werden sowie beispielsweise anschließend in den Regelbetrieb transferiert werden.

Durch die Anwendung des Verfahrens ergeben sich die Vorteile, dass datenbasierte und somit reproduzierbare Transparenz bezüglich des Zustandes der WLAN-Infrastruktur mittels des wenigstens einen mobilen Endgerätes, welches beispielsweise in einer Fertigungshalle eingesetzt wird, geschaffen werden kann. Da für das Verfahren die Messdaten des wenigstens einen WLAN-Signals mittels des wenigstens einen mobilen Endgerätes erfasst werden, welches insbesondere ein hierfür vorgesehenes Erfassungssystem umfasst, sind insbesondere keine zusätzlichen und mit Kosten verbundenen Sensoren sowie keine zusätzliche Technik für die Zustandsanalyse notwendig. Darüber hinaus wird durch die Verwendung des Verfahrens eine proaktive Fehlervermeidung, insbesondere durch Aufdecken von beispielsweise Funklöchern, abweichenden Bewegungsrouten des wenigstens einen mobilen Endgerätes, sowie eine Aufdeckung von Überschreitungen von Grenzwerten, ermöglicht. Mittels einer graphischen Visualisierung der Daten sowie beispielsweise durch eine Vorverarbeitung der Daten, wird eine intuitive Analysemöglichkeit der Daten geschaffen. Dies ermöglicht beispielsweise eine besonders vorteilhafte Datenzugänglichkeit sowie eine besonders schnelle Analyse der Daten. Mittels Massendatenanalysewerkzeugen können beispielsweise große Datenmengen besonders schnell verarbeitet werden. Dies führt beispielsweise zu einer besonders genauen Analyse des Zustandes der WLAN-Infrastruktur, insbesondere von Fehlerzuständen und/oder Störungen in der WLAN-Infrastruktur. Darüber hinaus sind auf Basis einer durch das vorstehend beschriebene Verfahren erstellten Zustandsanalyse definierte Eingriffs- und Betriebsgrenzwerte besonders gut reproduzierbar, da diese beispielsweise datenbasiert erstellt worden sind.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden die Messdaten und/oder die Positionsdaten zunächst in einem Datenspeicher des wenigstens einen mobilen Endgerätes gespeichert und anschließend an die Erfassungseinrichtung übertragen.

Mit anderen Worten umfasst das wenigstens eine mobile Endgerät den Datenspeicher, in welchem die Messdaten und/oder die Positionsdaten speicherbar sind. Beispielsweise ist das wenigstens eine mobile Endgerät mit einer Software ausgestattet, mittels welcher die Messdaten des wenigstens einen WLAN-Signals erfasst und auf dem Datenspeicher des wenigstens einen mobilen Endgerätes gespeichert werden. Anschließend werden die Messdaten und/oder die Positionsdaten an die Erfassungseinrichtung übertragen. Hieraus ergibt sich der Vorteil, dass über einen längeren Zeitraum in dem Datenspeicher des wenigstens einen mobilen Endgerätes die Messdaten und/oder die Positionsdaten gesammelt und gespeichert werden können, um sie bei Bedarf an die übergeordnete Erfassungseinrichtung zu übertragen. Somit kann beispielsweise das mobile Endgerät Messdaten des wenigstens einen WLAN-Signals erfassen und in dem Datenspeicher speichern, unabhängig davon, ob die Signalstärke des WLAN-Signals ausreicht, um die Messdaten und/oder die Positionsdaten an die übergeordnete Erfassungseinrichtung zu übertragen. Befindet sich das wenigstens eine mobile Endgerät beispielsweise in einem Bereich, in welchem die Signalstärke des WLAN-Signals nicht ausreicht, um die Messdaten und/oder die Positionsdaten an die übergeordnete Erfassungseinrichtung zu übertragen, so kann das mobile Endgerät Messdaten des wenigstens einen WLAN-Signals erfassen, in seinem Datenspeicher speichern und zu einem Zeitpunkt, an welchem es sich wieder in einem Bereich befindet, in welchem die Signalstärke des WLAN-Signals ausreicht, die Messdaten und/oder die Positionsdaten an die übergeordnete Erfassungseinrichtung übertragen.

Vorzugsweise erfolgt das Übertragen der Messdaten und/oder der Positionsdaten auf Veranlassung des wenigstens einen mobilen Endgerätes und/oder der übergeordneten Erfassungseinrichtung. Beispielsweise kann das wenigstens eine mobile Endgerät die Messdaten und/oder die Positionsdaten an die übergeordnete Erfassungseinrichtung senden. Dieses Aussenden der Messdaten und/oder der Positionsdaten von dem wenigstens einen mobilen Endgerät an die übergeordnete Erfassungseinrichtung kann beispielsweise von dem wenigstens einen mobilen Endgerät initiiert werden. Alternativ oder zusätzlich kann das Übertragen der Messdaten und/oder der Positionsdaten von der übergeordneten Erfassungseinrichtung beispielsweise durch das Aussenden eines Signals ausgelöst werden. Hierdurch kann eine besonders hohe Prozesssicherheit beim Erstellen der Zustandsanalyse erreicht werden.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird das Übertragen der Messdaten und/oder der Positionsdaten in regelmäßigen Zeitabständen vorgenommen. Mit anderen Worten werden die Messdaten und/oder die Positionsdaten zyklisch auf die übergeordnete Erfassungseinrichtung übertragen. Beispielsweise werden die Messdaten des wenigstens einen WLAN-Signals einmal pro Minute erfasst, abgespeichert, in dem Datenspeicher des wenigstens einen mobilen Endgerätes abgespeichert und stündlich an die übergeordnete Erfassungseinrichtung übertragen. Dies ermöglicht einen besonders sicheren Betrieb der Funknetzwerk-Infrastruktur und insbesondere der WLAN-Infrastruktur, da Langzeitbeobachtungen ermöglicht werden.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden als Messdaten eine Stärke und/oder eine Qualität des Funk-Signals erfasst. Hieraus ergibt sich der Vorteil, dass eine Zustandsanalyse der Funknetzwerk-Infrastruktur hinsichtlich der Stärke und/oder der Qualität des Funk-Signals erstellt werden kann.

Das mobile Endgerät kann beispielsweise Messdaten bezüglich der Stärke und/oder der Qualität des WLAN-Signals erfassen und an die übergeordnete Erfassungseinrichtung übertragen. In der übergeordneten Erfassungseinrichtung kann beispielsweise ausgewertet werden, ob die Stärke und/oder die Qualität des WLAN-Signals, in der Form in der es vom mobilen Endgerät erfassbar ist, ausreichend ist beziehungsweise Grenzwerte über- oder unterschreitet. Hierdurch kann vorteilhafterweise die Leistungsfähigkeit der Funknetzwerk-Infrastruktur und insbesondere der WLAN-Infrastruktur gezielt angepasst werden.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden die Positionsdaten von einem Prozessleitsystem dem wenigstens einen mobilen Endgerät zur Verfügung gestellt. In dem Prozessleitsystem ist beispielsweise hinterlegt, zu welchem Zeitpunkt sich das wenigstens eine mobile Endgerät an welcher Position befindet. Über beispielsweise speicherprogrammierbare Steuerung von Fördertechnik kann das mobile Endgerät beispielsweise sehr genau entsprechend der Vorgaben des Prozessleitsystems bewegt werden. Somit wird beispielsweise von der Fördertechnik dafür gesorgt, dass sich das mobile Endgerät zu einem jeweiligen Zeitpunkt an einer vom Prozessleitsystem vorgegebenen Position befindet. Diese im Prozessleitsystem hinterlegten zeitabhängigen Positionsdaten können beispielsweise an die Positionsermittlungsvorrichtung übertragen werden. Somit ist eine besonders präzise Bestimmung der Positionsdaten des mobilen Endgerätes möglich. Beispielsweise befindet sich das wenigstens eine mobile Endgerät in dem Fahrzeug, welches wiederum in dem ortsfesten Prüfstand steht. Sowohl die Position des Prüfstandes, als auch die Dauer eines Prüfprozesses kann im Prozessleitsystem hinterlegt sein und an die Positionsermittlungsvorrichtung übertragen werden. Folglich sind die Positionsdaten des mobilen Endgerätes während des Prüfprozesses und während eines Aufenthalts des mobilen Endgerätes in dem ortsfesten Prüfstand von der Positionsermittlungsvorrichtung erfassbar.

Befindet sich das mobile Endgerät beispielsweise in einem Fahrzeug, welches kontinuierlich mittels der Fördertechnik bewegt wird, so sind die Positionsdaten des mobilen Endgerätes ebenfalls von der Positionsermittlungsvorrichtung erfassbar, da die Fördertechnik mittels der speicherprogrammierbaren Steuerung und anhand der im Prozessleitsystem hinterlegten Daten gesteuert wird und somit ebenfalls die zeitabhängige Position des sich indirekt mittels der Fördertechnik bewegten mobilen Endgeräts im Prozessleitsystem hinterlegt und an die Positionsermittlungsvorrichtung übertragbar ist.

Die Ermittlung der Positionsdaten mittels der Positionsermittlungsvorrichtung, bei welcher die Positionsdaten von dem Prozessleitsystem dem wenigstens einen mobilen Endgerät zur Verfügung gestellt werden, ermöglicht eine besonders genaue Ermittlung der Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes verglichen mit der ungenaueren Triangulationsmethodik.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden die Daten mittels eines in einer Flurfördereinrichtung und/oder in einem Kraftfahrzeug angeordneten mobilen Endgerätes und/oder mittels eines mobilen Telefons und/oder eines Personal Computers und/oder eines Laptops und/oder eines Tabletcomputers und/oder eines Handterminals und/oder eines Staplerterminals und/oder eines Logistikterminals erfasst. Mit anderen Worten können insbesondere mobile Endgeräte für das erfindungsgemäße Verfahren verwendet werden, welche mit einer WLAN-Karte ausgestattet sind. Je mehr mobile Endgeräte für das Verfahren genutzt werden, desto umfassender kann die Zustandsanalyse durchgeführt werden. Des Weiteren kann durch den Einsatz einer Mehrzahl von mobilen Endgeräten die Genauigkeit der Zustandsanalyse optimiert werden. Beispielsweise kann durch den Einsatz mehrerer mobiler Endgeräte, welche sich an unterschiedlichen Positionen befinden, eine Zustandsanalyse der WLAN-Infrastruktur in dem Bereich durchgeführt werden, in welchem sich die mobilen Endgeräte befinden.

Vorzugsweise werden mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens Bereiche unterschiedlicher Qualität des Funk-Signals detektiert. Beispielsweise werden die die Messdaten und die Positionsdaten umfassenden Daten in Bezug auf die Qualität des WLAN-Signals an definierten Positionen analysiert. Insbesondere werden die Daten in einem Diagramm mit unterschiedlichen Farben, insbesondere einer Heatmap, visualisiert. Beispielsweise kann in diesem Diagramm ein definierter Bereich, in welchem die WLAN-Infrastruktur hinsichtlich ihres Zustandes analysiert werden soll, dargestellt sein. Die Qualität des WLAN-Signals an unterschiedlichen Positionen in diesem dargestellten Bereich kann beispielsweise mit unterschiedlichen Farben, insbesondere einer Farbcodierung, markiert sein, wobei eine Farbe einem definierten Kennzahlbereich der Qualität des WLAN-Signals zuordenbar ist. Hieraus ergibt sich der Vorteil, dass aufgrund der Farbcodierung für einen Nutzer sehr schnell ersichtlich ist, wie sich die Qualität des WLAN-Signals an unterschiedlichen Positionen des untersuchten Bereichs verhält.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens werden die Daten durch die Datenverarbeitungseinrichtung mittels eines Massendatenanalysewerkzeugs im Hinblick auf wenigstens ein Kriterium gefiltert. Dies ermöglicht eine bedarfsorientierte Auswertung der Daten und erhöht den Komfort eines Nutzers der Daten, insbesondere bei einer großen Menge an erfassten Daten. Das verwendete Massendatenanalysewerkzeug ist vorteilhafterweise so ausgestaltet, dass dem Nutzer die gewünschten Daten aus den Daten herausgefiltert und besonders komfortabel präsentiert werden können.

Vorzugsweise wird mittels des Massendatenanalysewerkzeugs eine zeitliche Entwicklung der Messdaten über einen definierten Zeitraum dargestellt. Beispielsweise werden die Daten im Hinblick auf die Signalstärke an einer definierten Position des mobilen Endgerätes über einen definierten Zeitraum gefiltert.

Hieraus ergibt sich der Vorteil, dass sich die zeitliche Entwicklung des Zustandes der Funknetzwerk-Infrastruktur und insbesondere der WLAN- Infrastruktur mittels des Massendatenanalysewerkzeugs für den Nutzer besonders komfortabel und übersichtlich darstellen lassen. Des Weiteren können anhand der zeitlichen Entwicklung der Messdaten Eingriffs- und Betriebsgrenzen generiert, abgesichert und fundiert werden. Anhand dieser Eingriffs- und Betriebsgrenzen kann in vorteilhafter Weise für den Benutzer besonders schnell kenntlich gemacht werden, an welcher Position die Messdaten die Eingriffs- und Betriebsgrenzen überschreiten beziehungsweise unterschreiten. Dies ermöglicht eine proaktive Wartung und Fehlervermeidung. Des Weiteren können beispielsweise bauliche Veränderungen anhand einer Änderung der von dem wenigstens einen mobilen Endgerät gemessenen Messdaten erkannt werden. Durch die beispielsweise besonders schnelle Erfassung der baulichen Veränderung kann beispielsweise die WLAN-Infrastruktur besonders schnell neuen Gegebenheiten angepasst werden.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden in Abhängigkeit der zeitlichen Entwicklung der Messdaten durch die Datenverarbeitungseinrichtung Standardwerte und/oder Grenzwerte einer Stärke des Funk-Signals ermittelt. Dies bedeutet, dass die zeitliche Entwicklung der Messdaten beispielsweise über einen längeren Zeitraum analysiert wird und abhängig davon Standardwerte oder Grenzwerte der Stärke des Funk-Signals ermittelt beziehungsweise festgelegt werden. Liegen die Messwerte beispielsweise über dem festgelegten Grenzwert, so kann beispielsweise eine Warnung an den Nutzer ausgegeben werden. In Abhängigkeit der Warnung kann anschließend eine proaktive Fehlerbehebung durchgeführt werden. Die Proaktivität der Fehlerbehebung ist dadurch gegeben, dass bei einer ermittelten Überschreitung des Grenzwertes durch die Messwerte des Funk-Signals eingegrenzt werden kann, in welchem räumlichen Bereich, beziehungsweise bei welchem mobilen Endgerät, bei Verwendung von mehreren mobilen Endgeräten, eine Ursache des Fehler zu erwarten ist. Der Nutzer kann sich nun bei der Suche nach der Ursache des Fehlers auf diesen Bereich beziehungsweise auf dieses mobile Endgerät konzentrieren. Dies ermöglicht eine besonders schnelle und effiziente Fehlerbehebung.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung erfolgt das Übertragen der auf dem Datenspeicher gespeicherten Daten in Abhängigkeit vom Auftreten eines Fehlers. Beispielsweise kann beim Auftreten des Fehlers eine Übertragung der Messdaten und der Positionsdaten an die übergeordnete Erfassungseinrichtung initiiert werden. Somit kann infolge des Auftretens des Fehlers die Zustandsanalyse der Funknetzwerk-Infrastruktur und insbesondere der WLAN-Infrastruktur erstellt werden. Dies dient einer besonders schnellen und effizienten Fehlerbehebung, da zeitnah zum Auftreten des Fehlers die Zustandsanalyse der Funknetzwerk-Infrastruktur erstellt wird.

Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft ein System mit einer Funknetzwerk-Infrastruktur, welche einen Funk-Sender und wenigstens ein mobiles Endgerät umfasst, wobei das wenigstens eine mobile Endgerät dazu ausgebildet ist, wenigstens ein Funk-Signal des wenigstens einen Funk-Senders zu empfangen sowie Messdaten des wenigstens einen Funk-Signals zu erfassen. Des Weiteren umfasst das System eine Positionsermittlungseinrichtung, welche dazu ausgebildet ist, Positionsdaten, welche die Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes angeben, zu ermitteln. Darüber hinaus weist das System eine Übertragungseinrichtung auf, welche dazu ausgebildet ist, die Messdaten und die Positionsdaten umfassende Daten an eine übergeordnete Erfassungseinrichtung des Systems zu übertragen, wobei eine Datenbank der Erfassungseinrichtung dazu ausgebildet ist, die Daten zu speichern. Überdies hinaus umfasst das System eine Datenverarbeitungseinrichtung, welche dazu ausgebildet ist, die Daten zum Erstellen einer Zustandsanalyse der Funknetzwerk-Infrastruktur auszuwerten.

Zu der Erfindung gehören auch Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Systems, die Merkmale aufweisen, wie sie bereits im Zusammenhang mit den Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben worden sind. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Systems nicht noch einmal beschrieben.

Im Folgenden ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Hierzu zeigt:

  • 1 ein Verfahrensschema zur Auswertung von Daten mittels einer Datenverarbeitungseinrichtung;
  • 2 eine schematische Draufsicht einer Fertigungsstätte;
  • 3 eine schematische Darstellung einer örtlichen Zustandsanalyse eines Zugangspunktes mittels wenigstens eines mobilen Endgerätes;
  • 4 eine schematische Darstellung eines Diagramms zur Visualisierung von Bereichen unterschiedlicher Qualität eines WLAN-Signals;
  • 5 eine Darstellung von drei Diagrammen zur Visualisierung unterschiedlicher Messdaten in Abhängigkeit von der Zeit; und
  • 6 eine Darstellung eines Diagramms zur Überwachung der Einhaltung von Eingriffs- und Betriebsgrenzen.

Bei dem im Folgenden erläuterten Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung. Bei dem Ausführungsbeispiel stellen die beschriebenen Komponenten der Ausführungsform jeweils einzelne, unabhängig voneinander zu betrachtende Merkmale der Erfindung dar, welche die Erfindung jeweils auch unabhängig voneinander weiterbilden und damit auch einzeln oder in einer anderen als der gezeigten Kombination als Bestandteil der Erfindung anzusehen sind. Des Weiteren ist die beschriebene Ausführungsform auch durch weitere der bereits beschriebenen Merkmale der Erfindung ergänzbar.

In den Figuren sind funktionsgleiche Elemente jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.

Bei dem Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine beispielhafte Auswertung von Daten, welche zum Erstellen einer Zustandsanalyse einer WLAN-Infrastruktur erfasst wurden. An dieser Stelle sei betont, dass es sich lediglich um ein Ausführungsbeispiel handelt und die Zustandsanalyse ebenso für Funknetzwerk-Infrastrukturen Gültigkeit besitzt, innerhalb welcher über andere Funkverbindungen wie beispielsweise UMTS oder LTE kommuniziert wird.

Die bezüglich ihres Zustandes analysierte WLAN-Infrastruktur umfasst wenigstens einen WLAN-Sender 36 (welcher schematisch in den 3 und 4 dargestellt ist) und wenigstens ein mobiles Endgerät 24, welches zum Empfangen von wenigstens einem WLAN-Signal des wenigstens einen WLAN-Senders 36 ausgebildet ist. Die Daten, welche mittels einer Datenverarbeitungseinrichtung 13 ausgewertet werden sollen, umfassen Messdaten des wenigstens einen WLAN-Signals, welche von dem wenigstens einen mobilen Endgerät 24 erfasst werden, sowie Positionsdaten, welche mittels einer Positionsermittlungsvorrichtung 25 ermittelt werden und die Position des wenigstens einen mobilen Endgerätes 24 angeben. Zur Auswertung der Daten für die Zustandsanalyse mittels der Datenverarbeitungseinrichtung 13 werden die die Messdaten und die Positionsdaten umfassenden Daten an eine übergeordnete Erfassungseinrichtung 15 übertragen und in einer Datenbank dieser Erfassungseinrichtung 15 gespeichert. Anschließend können die Daten mittels der Datenverarbeitungseinrichtung 13 ausgewertet werden.

Ein Verfahrensschema zur Auswertung der Daten mittels der Datenverarbeitungseinrichtung 13 ist in 1 gezeigt. Mittels des mobilen Endgerätes 24 sowie mittels der Positionsermittlungsvorrichtung 25 des jeweiligen mobilen Endgerätes 24 werden in einem Erfassungsvorgang 10 die die Messdaten und die Positionsdaten umfassenden Daten erfasst. Eine Auswertung 12 der Daten erfolgt mittels der Datenverarbeitungseinrichtung, insbesondere mittels eines Massendatenanalysewerkzeugs. Anschließend erfolgt eine Visualisierung 14 der ausgewerteten Daten.

Für die Visualisierung 14 kann beispielsweise eine schematische Draufsicht einer Fertigungsstätte 16, wie sie in 2 dargestellt ist, mit einer im Folgenden im Zusammenhang mit 3 erläuterten Messwertaufnahme in Einklang gebracht werden. Beispielsweise entsteht daraus ein in 4 dargestelltes Diagramm zur Visualisierung von Bereichen unterschiedlicher Signalstärke des WLAN-Signals des WLAN-Senders 36 in der Fertigungsstätte 16. Auch können beispielsweise unterschiedliche relevante Messwerte der Signalstärke des WLAN-Signals über eine Zeitspanne in unterschiedlichen Diagrammen, wie in 5 gezeigt, aufgetragen werden. In 6 ist ein Beispieldiagramm gezeigt, in welchem eine Häufigkeitsverteilung durchschnittlicher Signalpegel des WLAN-Signals an einer definierten Position in der Fertigungsstätte 16 über einen definierten Zeitraum dargestellt wird.

In der in 2 gezeigten schematischen Draufsicht der Fertigungsstätte 16 sind Prüf- und Produktionsstände mit schematischen Kreisen und Quadraten abhängig von deren Belegung kenntlich gemacht. Freie Prüf- und Produktionsstände 18 sind durch Quadrate gekennzeichnet. Besetzte Prüf- oder Produktionsstände 20 sind durch schematische Kreise gezeigt. Falsch belegte Prüf- oder Produktionsstände 22 sind schematisch mit einem gekreuzten Kreis dargestellt. Die in 2 gezeigte schematische Draufsicht der Fertigungsstätte kann beispielsweise zeitabhängig in einem Prozessleitsystem hinterlegt sein. Somit ist es möglich, anhand der zu definierten Zeitpunkten erstellten schematischen Draufsicht der Fertigungsstätte zu jedem im Prozessleitsystem hinterlegten Zeitpunkt die Belegung der Prüf- oder Produktionsstände zu ermitteln.

In 3 ist ein beispielhafter Vorgang einer Messwertaufnahme durch wenigstens ein mobiles Endgerät 24 dargestellt. Das mobile Endgerät 24 ist in diesem Ausführungsbeispiel in einem schematisch dargestellten Kraftwagen 26 verbaut. Darüber hinaus ist in 3 eine erste Produktionsanlage 28 mit mehreren Produktionsstationen, sowie eine zweite Produktionsanlage 33 dargestellt. Der Kraftwagen 26 ist in einer ersten Richtung 30 durch die erste Produktionsanlage 28 bewegbar. Der Kraftwagen 26 wird beispielsweise von einer ersten Produktionsstation 32 in die Richtung 30 in eine zweite Produktionsstation 34 der Produktionsanlage 28 bewegt. Das in dem Kraftwagen 26 befindliche mobile Endgerät 24 wird mittels des Kraftwagens 26 ebenfalls von der Produktionsstation 32 zu der Produktionsstation 34 bewegt. Analog hierzu kann der Kraftwagen 26 durch die gesamte Produktionsanlage 28 bewegt werden.

In 3 ist ebenfalls schematisch ein WLAN-Sender 36 gezeigt. Dieser WLAN-Sender 36 sendet beispielsweise wenigstens ein WLAN-Signal aus.

Mittels des mobilen Endgerätes 24 sind Messdaten des wenigstens einen WLAN-Signals des WLAN-Senders 36 erfassbar. Beispielsweise kann das mobile Endgerät 24, wenn es sich in einer jeweiligen Produktionsstation 32, 34, 38, 40, 42 befindet, Messdaten des WLAN-Signals erfassen. Werden mittels einer Positionsermittlungsvorrichtung Positionsdaten zur Position des mobilen Endgerätes 24 zum gleichen Zeitpunkt ermittelt, zu welchem das mobile Endgerät 24 die Messdaten zum WLAN-Signal erfasst, so können die Messdaten des WLAN-Signals der Position des mobilen Endgerätes 24 zugeordnet werden. Misst das mobile Endgerät 24 beispielsweise eine gute Stärke des WLAN-Signals in den Produktionsstationen 38, eine verglichen dazu weniger gute Signalstärke in den Produktionsstationen 40 und eine im Vergleich dazu schlechte Signalstärke in den Produktionsstationen 42, so kann die gemessene Signalstärke in der Datenverarbeitungseinrichtung mit den Positionsdaten des mobilen Endgerätes 24 in Zusammenhang gebracht werden und beispielsweise eine Darstellung der Produktionsanlage 28 erstellt werden, in welcher örtliche Differenzen der Signalstärke beispielsweise mittels Farbcodierung kenntlich gemacht sind.

Nach Durchlaufen der Produktionsanlage 28 kann der Kraftwagen 26 beispielsweise in eine weitere Produktionsanlage 33 bewegt werden, welche sich beispielsweise in einem Bereich befindet, in welchem die Signalstärke des WLAN-Signals des WLAN-Senders 36 unter einen Grenzwert fällt.

Die analog dem im Zusammenhang mit 3 erläuterten Verfahren ermittelten ortsbezogenen Messdaten zur Signalstärke des WLAN-Signals können beispielsweise mit der in 2 gezeigten Ansicht der Fertigungsstätte 16 in Einklang gebracht werden. Das möglicherweise daraus resultierendes Diagramm ist in 4 dargestellt.

Mit den ortsbezogenen Messdaten zur Signalstärke des WLAN-Signals des WLAN-Senders 36 an unterschiedlichen Positionen kann beispielsweise eine Visualisierung der Daten realisiert werden, bei welcher die Fertigungsstätte 16 dargestellt ist und Bereiche unterschiedlicher Qualität des WLAN-Signals, beispielsweise unterschiedlicher Signalstärke, in der Darstellung der Fertigungsstätte 16 kenntlich gemacht sind, wie dies in 4 dargestellt ist. Beispielsweise können Bereiche 35, 37 unterschiedlicher Signalstärke mit Linien, insbesondere als Höhenlinien ausgeführt, und/oder durch Farbcodierung dargestellt werden. Beispielsweise kann in einem ersten Bereich 35 ein stärkeres Signal empfangen werden als in einem zweiten Bereich 37.

In 5 sind drei Diagramme zur zeitlichen Visualisierung unterschiedlicher Messdaten des WLAN-Signals gezeigt. In einem ersten Diagramm A ist die Veränderung einer WLAN-Übertragungsrate in Abhängigkeit von einer Zeitspanne an einer definierten Position in der Fertigungsstätte 16 gezeigt. In einem zweiten Diagramm B ist ein Kanal des WLAN-Signals an einer definierten Position in der Fertigungsstätte 16 über dieselbe Zeitspanne dargestellt. Ein drittes Diagramm C in 5 beschreibt eine kumulierte Menge an übertragenen Daten an einer definierten Position in der Fertigungsstätte 16 über dieselbe Zeitspanne.

In 6 ist das Diagramm gezeigt, welches die Häufigkeitsverteilung durchschnittlicher Signalpegel des WLAN-Signals des WLAN-Senders 36 an einer definierten Position in der Fertigungsstätte 16 in einem definierten Zeitraum zeigt. Dabei ist auf der Ordinate die relative Häufigkeit und auf der Abszisse der Signalpegel nach rechts abfallend aufgetragen. Des Weiteren sind in dem Diagramm in 6 eine Eingriffsgrenze 44 sowie eine Betriebsgrenze 46 markiert. Die Eingriffsgrenze 44 markiert die Signalstärke, ab welcher Veränderungen in der WLAN-Infrastruktur vorgenommen werden sollten, um den Signalpegel in einen sicheren Betriebsbereich 48 zu verschieben. Überschreitet der Signalpegel die Betriebsgrenze 46, so kann ein sicherer Betrieb der WLAN-Infrastruktur nicht mehr gewährleistet werden. Mittels dieser Visualisierung der Eingriffsgrenze 44 und der Betriebsgrenze 46 kann die Notwendigkeit, eine Veränderung an der WLAN-Infrastruktur vorzunehmen, um den Signalpegel in den Betriebsbereich 48 für sicheren Betrieb zu verschieben, kenntlich gemacht werden.

Insgesamt zeigt das Beispiel, wie durch die Erfindung ein WLAN-Applikations-Monitoring im Real-Betrieb durch Schwarmnutzung produktiver mobiler WLAN-Endgeräte erreicht werden kann.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • DE 102007043472 A1 [0002]
  • EP 1880519 B1 [0003]
  • DE 102012024038 A1 [0004]