Title:
Verfahren zur Ermittlung einer Oberflächenbeschaffenheit einer Fahrbahn eines Kraftwagens sowie Messvorrichtung für einen Kraftwagen
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung einer Oberflächenbeschaffenheit (22) einer Fahrbahn (12) eines Kraftwagens (12), bei welchem ein Flächenbereich (20) der Fahrbahn (12) mittels einer Lasereinrichtung (14) des Kraftwagens (10) mit mehreren Laserstrahlen (18, 30, 32) bestrahlt wird und korrespondierende reflektierte Laserstrahlen (28, 34, 36) mittels einer Erfassungseinrichtung (16) des Kraftwagens (10) erfasst werden, wobei die Oberflächenbeschaffenheit (22) des bestrahlten Flächenbereichs (20) der Fahrbahn (12) in Abhängigkeit von Intensitäten der jeweiligen korrespondierenden reflektierten Laserstrahlen (28) sowie jeweiliger zeitlicher Unterschiede zwischen dem Aussenden der Laserstrahlen (18) und dem Erfassen der korrespondierenden reflektierten Laserstrahlen (28) ermittelt wird. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Messvorrichtung für einen Kraftwagen (10) zur Ermittlung einer Oberflächenbeschaffenheit (22) einer Fahrbahn (12).





Inventors:
Schindler, Philipp, Dr. (76189, Karlsruhe, DE)
Brenk, Carsten, Dipl.-Ing. (71101, Schönaich, DE)
Glaser, Markus, Dipl.-Inf. (71263, Weil der Stadt, DE)
Application Number:
DE102017001363A
Publication Date:
10/19/2017
Filing Date:
02/14/2017
Assignee:
Daimler AG, 70327 (DE)
International Classes:
G01B11/30; B60W40/06; G01B11/24; G01S17/88; G01W1/00
Domestic Patent References:
DE10011219A1N/A2001-09-13
Claims:
1. Verfahren zur Ermittlung einer Oberflächenbeschaffenheit (22) einer Fahrbahn (12) eines Kraftwagens (12), bei welchem ein Flächenbereich (20) der Fahrbahn (12) mittels einer Lasereinrichtung (14) des Kraftwagens (10) mit mehreren Laserstrahlen (18, 30, 32) bestrahlt wird und korrespondierende reflektierte Laserstrahlen (28, 34, 36) mittels einer Erfassungseinrichtung (16) des Kraftwagens (10) erfasst werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenbeschaffenheit (22) des bestrahlten Flächenbereichs (20) der Fahrbahn (12) in Abhängigkeit von Intensitäten der jeweiligen korrespondierenden reflektierten Laserstrahlen (28) sowie jeweiliger zeitlicher Unterschiede zwischen dem Aussenden der Laserstrahlen (18) und dem Erfassen der korrespondierenden reflektierten Laserstrahlen (28) ermittelt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Flächenbereich (20) der Fahrbahn (12) zumindest abschnittsweise vor dem Kraftwagen (10) liegt.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass anhand der ermittelten Oberflächenbeschaffenheit (22) der Fahrbahn (12) ein Bodenmodell zumindest des Flächenbereichs (20) der Fahrbahn (12) erstellt wird.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig von der ermittelten Oberflächenbeschaffenheit (22) ein Fahrwerk (38) des Kraftwagens (10) verändert wird.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schaltung eines Getriebes abhängig von der ermittelten Oberflächenbeschaffenheit (22) ausgelöst wird.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Laserstrahlen (18) mittels eines die Lasereinrichtung (14) und die Erfassungseinrichtung (16) umfassenden Lidar-Systems ausgesendet und die korrespondierenden reflektierten Laserstrahlen (28) mittels des Lidar-Systems erfasst werden.

7. Messvorrichtung für einen Kraftwagen (10) zur Ermittlung einer Oberflächenbeschaffenheit (22) einer Fahrbahn (12), mit einer Lasereinrichtung (14), mittels welcher ein Flächenbereich (20) der Fahrbahn (12) mit Laserstrahlen (18) bestrahlbar ist, und mit einer Erfassungseinrichtung (16), mittels welcher reflektierte Laserstrahlen (28) erfassbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenbeschaffenheit (22) des Flächenbereichs (20) der Fahrbahn (12) in Abhängigkeit von Intensitäten der jeweiligen korrespondierenden reflektierten Laserstrahlen (28) sowie jeweiliger zeitlicher Unterschiede zwischen dem Aussenden der Laserstrahlen (18) und dem Erfassen der korrespondierenden reflektierten Laserstrahlen (28) ermittelbar ist.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ermitteln einer Oberflächenbeschaffenheit einer Fahrbahn eines Kraftwagens gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Messvorrichtung für einen Kraftwagen zur Ermittlung einer Oberflächenbeschaffenheit einer Fahrbahn gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 7.

Aus der DE 100 11 219 A1 ist ein Verfahren zur vorausschauenden Erkennung der Oberflächenbeschaffenheit einer Fahrbahn in Fahrtrichtung eines Kraftwagens als bekannt zu entnehmen. Hierbei werden Laserstrahlen mit einer Lasereinrichtung auf einen in Fahrtrichtung vor dem Kraftwagen befindlichen Flächenbereich ausgesendet. Anhand von Charakteristika der von dem Flächenbereich reflektierten Laserstrahlen wird die Fahrbahnbeschaffenheit ermittelt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren sowie eine Messvorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, mittels welchem eine Oberflächenbeschaffenheit einer Fahrbahn eines Kraftwagens besonders einfach und schnell erfassbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Patentanspruch 1 sowie durch eine Messvorrichtung mit den Merkmalen von Patentanspruch 7 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben.

Zur Schaffung eines Verfahrens, mittels welchem eine Oberflächenbeschaffenheit einer Fahrbahn eines Kraftwagens besonders einfach und schnell ermittelbar ist, wird ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1 derart weiterentwickelt, dass die Oberflächenbeschaffenheit des bestrahlten Flächenbereichs der Fahrbahn in Abhängigkeit von Intensitäten der jeweiligen korrespondierenden reflektierten Laserstrahlen sowie jeweiliger zeitlicher Unterschiede zwischen dem Aussenden der Laserstrahlen und dem Erfassen der korrespondierenden reflektierten Laserstrahlen ermittelt wird.

Das bedeutet, dass der Flächenbereich der Fahrbahn mittels der Lasereinrichtung mit mehreren Laserstrahlen bestrahlt wird. Diese Laserstrahlen werden beispielsweise in unterschiedlichen Winkeln schräg auf die Fahrbahn ausgesendet. Da die Laserstrahlen in unterschiedlichen Winkeln auf den Flächenbereich der Fahrbahn ausgesendet werden, treffen die jeweiligen Laserstrahlen beispielsweise nach unterschiedlichen Zeitintervallen auf den Flächenbereich der Fahrbahn auf.

Die auf den Flächenbereich der Fahrbahn ausgestrahlten Laserstrahlen werden von dem Flächenbereich der Fahrbahn in Abhängigkeit einer Beschaffenheit des Flächenbereichs der Fahrbahn als den jeweiligen Laserstrahlen zuordenbare reflektierte Laserstrahlen reflektiert. Beispielsweise werden die jeweiligen Laserstrahlen durch Rauigkeiten des Flächenbereichs der Fahrbahn gestreut. Die von dem Flächenbereich der Fahrbahn reflektierten Laserstrahlen werden von der Erfassungseinrichtung sowohl bezüglich ihrer Intensität als auch hinsichtlich einer von dem jeweiligen Laserstrahl benötigten Zeitspanne von der Aussendung durch die Lasereinrichtung über die Reflexion durch den Flächenbereich bis hin zur Erfassung durch die Erfassungseinrichtung beispielsweise mittels der Erfassungseinrichtung ausgewertet. Beispielsweise kann die Erfassungseinrichtung anhand der verstrichenen Zeitspanne ermitteln, in welchem Winkel der jeweilige Laserstrahl von der Lasereinrichtung auf den Flächenbereich der Fahrbahn ausgesendet wurde. Somit kann die Erfassungseinrichtung beispielsweise ermitteln, an welchen Positionen des Flächenbereichs sich Unebenheiten der Fahrbahn befinden. Vorteilhafterweise kann eine Fahrzeugkomponente des Kraftwagens in Abhängigkeit der Oberflächenbeschaffenheit des Flächenbereichs eingestellt werden.

Vorzugsweise liegt der Flächenbereich der Fahrbahn zumindest abschnittsweise vor dem Kraftwagen. Hieraus ergibt sich der Vorteil, dass mittels der Erfassungseinrichtung die Oberflächenbeschaffenheit des zumindest abschnittsweise vor dem Kraftwagen befindlichen Flächenbereichs erfasst werden kann und beispielsweise einzelne Komponenten des Kraftwagens in Abhängigkeit der Oberflächenbeschaffenheit des zumindest abschnittsweise vor dem Kraftwagen liegenden Flächenbereichs eingestellt werden. Die wenigstens eine Fahrzeugkomponente kann hierdurch besonders früh an die Oberflächenbeschaffenheit des Flächenbereichs angepasst werden.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird anhand der übermittelten Oberflächenbeschaffenheit der Fahrbahn ein Bodenmodell zumindest des Flächenbereichs der Fahrbahn erstellt. Das Bodenmodell kann beispielsweise an ein Fahrerassistenzsystem weitergeleitet werden, welches die Fahrzeugkomponente entsprechend der Oberflächenbeschaffenheit des Flächenbereichs einstellt. Vorteilhafterweise kann beispielsweise eine Fahrtplanung eines autonomen Fahrsystems an die Oberflächenbeschaffenheit des Flächenbereichs angepasst werden.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird abhängig von der ermittelten Oberflächenbeschaffenheit ein Fahrwerk des Kraftwagens verändert. Vorteilhafterweise können so beispielsweise grobe Unebenheiten der Fahrbahn zumindest im Wesentlichen über die Veränderung des Fahrwerkes ausgeglichen werden, sodass für die Fahrzeuginsassen größtmöglicher Komfort besteht.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird eine Schaltung eines Getriebes abhängig von der ermittelten Oberflächenbeschaffenheit ausgelöst. Wird beispielsweise ein starker Anstieg oder ein starkes Gefälle des Flächenbereichs mittels der Erfassungseinrichtung festgestellt, so kann die Schaltung des Getriebes ausgelöst werden. Dies hat den Vorteil, dass besonders frühzeitig das Getriebe auf die Oberflächenbeschaffenheit des Flächenbereichs eingestellt werden kann. Dies kann beispielsweise einen Energieverbrauch des Kraftwagens besonders gering halten.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Laserstrahlen mittels eines die Lasereinrichtung und die Erfassungseinrichtung umfassenden Lidar-Systems ausgesendet und die korrespondierenden reflektierten Laserstrahlen mittels des Lidar-Systems erfasst werden. Der Einsatz des Lidar-Systems ermöglicht eine besonders kompakte Bauweise, wodurch die Erfassungseinrichtung und die Lasereinrichtung vorteilhafterweise besonders platzsparend am beziehungsweise im Kraftwagen angeordnet werden können.

Um weiterhin eine Messvorrichtung für einen Kraftwagen zur Ermittlung einer Oberflächenbeschaffenheit einer Fahrbahn gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 7 zu schaffen, mittels welchem die Oberflächenbeschaffenheit der Fahrbahn besonders einfach und schnell erfassbar ist, ist es weiterhin erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Oberflächenbeschaffenheit des Flächenbereichs der Fahrbahn in Abhängigkeit von Intensitäten der jeweils korrespondierenden reflektierten Laserstrahlen sowie jeweiliger zeitlicher Unterschiede zwischen dem Aussenden der Laserstrahlen und dem Erfassen der korrespondierenden reflektierten Laserstrahlen ermittelbar ist.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.

Dabei zeigen:

1 eine schematische Seitenansicht eines Kraftwagens mit einer Lasereinrichtung und einer Erfassungseinrichtung;

2 eine schematische Frontansicht des Kraftwagens mit der Lasereinrichtung und der Erfassungseinrichtung;

3 eine weitere schematische Frontansicht des Kraftwagens mit der Lasereinrichtung und der Erfassungseinrichtung; und

4 eine schematische Perspektivansicht einer Verkehrssituation mit dem Kraftwagen.

In den Figuren sind gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen versehen.

In 1 ist eine schematische Seitenansicht eines Kraftwagens 10 auf einer Fahrbahn 12 gezeigt. In 2 sowie 3 ist jeweils eine schematische Frontansicht des Kraftwagens 10 auf der Fahrbahn 12 dargestellt.

Der Kraftwagen 10 umfasst eine Lasereinrichtung 14 sowie eine Erfassungseinrichtung 16. Beispielsweise können mittels der Lasereinrichtung 14 Laserstrahlen 18 auf einen Flächenbereich 20 der Fahrbahn 12 ausgestrahlt werden. Darüber hinaus können die Lasereinrichtung 14 und/oder die Erfassungseinrichtung 16 beispielsweise Teil eines Lidars des Kraftwagens 10 sein. In den 1 und 2 ist in unterschiedlichen Ansichten dargestellt, wie die Laserstrahlen 18 auf den Flächenbereich 20 der Fahrbahn 12 ausgesendet werden. In 3 ist dargestellt, wie jeweilige, den Laserstrahlen 18 zuordenbare, von dem Flächenbereich 20 reflektierte Laserstrahlen 28 von der Erfassungseinrichtung 16 erfasst werden.

Bei derzeitigen Kraftwagen werden stereoskopische Kameras zur Erkennung einer Oberflächenbeschaffenheit 22 der Fahrbahn 12 genutzt. Darüber hinaus sind Technologien bekannt, bei welchen ein Muster auf die Fahrbahn 12 gesendet, von der Fahrbahn 12 reflektiert und eine Gleichmäßigkeit des Musters mittels der Erfassungseinrichtung 16 ausgewertet wird.

Bei einem Verfahren zur Ermittlung der Oberflächenbeschaffenheit 22 der Fahrbahn 12 mittels des in den 1 bis 3 dargestellten Kraftwagens 10 wird der Flächenbereich 20 der Fahrbahn 12 mit mehreren Laserstrahlen 18 bestrahlt. Beispielsweise wird wenigstens einer der Laserstrahlen 18 schräg auf den Flächenbereich 20 der Fahrbahn 12 gesendet. Insbesondere werden die Laserstrahlen 18 beispielsweise in unterschiedlichen Winkeln 24, 26 auf den Flächenbereich 20 gesendet.

Die jeweiligen Laserstrahlen 18 werden beispielsweise bei einem Auftreffen auf den Flächenbereich 20 der Fahrbahn 12 gestreut. Beispielsweise werden die Laserstrahlen 18 von dem Flächenbereich 20 reflektiert und können von der Erfassungseinrichtung 16 als die jeweiligen reflektierten Laserstrahlen 28 erfasst werden. Dabei erfolgt die Reflexion der jeweiligen Laserstrahlen 18 beispielsweise in Abhängigkeit von der Oberflächenbeschaffenheit 22 des Flächenbereichs 20. Trifft einer der Laserstrahlen 18 beispielsweise auf eine Unebenheit im Flächenbereich 20, so weist der Laserstrahl 18 beispielsweise in seiner reflektierten Form als reflektierter Laserstrahl 28 eine andere Intensitätsverteilung auf, als ein reflektierter Laserstrahl 28, welcher nicht von der Unebenheit des Flächenbereichs 20 reflektiert wurde.

Die Erfassungseinrichtung 16 ist beispielsweise dazu ausgebildet, Intensitätsunterschiede zwischen den von dem Flächenbereich 20 reflektierten Laserstrahlen 28 zu unterscheiden. Beispielsweise werden die von der Lasereinrichtung 14 ausgestrahlten Laserstrahlen 18 von dem Flächenbereich 20 zumindest teilweise reflektiert und als jeweilige reflektierte Laserstrahlen 28 von der Erfassungseinrichtung 16 erfasst. Dabei weisen die jeweiligen Laserstrahlen 18 bezüglich der Intensitätsverteilung ein Gauß-Profil auf, welches bei einem schrägen Auftreffen auf den Flächenbereich 20 der Fahrbahn 12 entsprechend deterministisch verzerrt werden. Ist ein jeweiliger Abschnitt des Flächenbereichs 20, auf den der jeweilige Laserstrahl 18 auftrifft, nicht gleichmäßig, beziehungsweise weist der Abschnitt die Unebenheit auf, so verändert sich die Intensitätsverteilung des Laserstrahls 18, sodass der jeweilige Laserstrahl 18 in seiner Intensitätsverteilung verändert wird und beispielsweise als reflektierter Laserstrahl 28 von der Erfassungseinrichtung 16 erfasst werden kann. Der jeweilige Abschnitt des Flächenbereichs 20 kann als annähernd homogen angesehen werden, da der jeweilige Laserstrahl 18 nur eine verhältnismäßig geringe Fläche zu jedem Zeitpunkt beleuchtet und somit Abweichungen in der Intensitätsverteilung auf Veränderungen der Oberflächenbeschaffenheit 22 des Flächenbereichs 20 der Fahrbahn 12 hinweisen.

Wie in 1 gesehen werden kann, werden die Laserstrahlen 18 in unterschiedlichen Winkeln 24, 26 auf den Flächenbereich 20 der Fahrbahn 12 gesendet. Ein Laserstrahl 30 wird beispielsweise in einem Winkel 26 auf den Flächenbereich 20 ausgestrahlt. Gleichzeitig wird beispielsweise ein Laserstrahl 32 in einem Winkel 24 von der Lasereinrichtung 14 auf den Flächenbereich 20 ausgestrahlt. Beispielsweise benötigt der Laserstrahl 30 ein längeres Zeitintervall als der Laserstrahl 32, bis er auf den Flächenbereich 20 auftrifft. Der Laserstrahl 32 und der Laserstrahl 30 werden jeweils von dem Flächenbereich 20 reflektiert und in ihrer Intensitätsverteilung verändert. Beispielsweise wird der Laserstrahl 30 als ein reflektierter Laserstrahl 34 von der Erfassungseinrichtung 16 erfasst, während der Laserstrahl 32 als ein reflektierter Laserstrahl 36 von der Erfassungseinrichtung 16 erfasst wird. Dabei benötigt der reflektierte Laserstrahl 34 insbesondere ein längeres Zeitintervall als der reflektierte Laserstrahl 36 von dem Zeitpunkt der Reflexion an dem Flächenbereich 20 bis zur Erfassung durch die Erfassungseinrichtung 16. Insgesamt vergeht beispielsweise eine längere Zeitspanne vom Ausstrahlen des Laserstrahls 30 durch die Lasereinrichtung 14 bis zum Erfassen des reflektierten Laserstrahls 34 durch die Erfassungseinrichtung 16 verglichen mit der Zeitdauer, welche verstreicht von der Ausstrahlung des Laserstrahls 32 durch die Lasereinrichtung 14 bis zur Erfassung des reflektierten Laserstrahls 36 durch die Erfassungseinrichtung 16.

Insbesondere kann die Erfassungseinrichtung 16 anhand einer verstrichenen Zeitspanne zwischen dem Aussenden der jeweiligen Laserstrahlen 18 und dem Erfassen der jeweiligen zugehörigen reflektierten Laserstrahlen 28 durch die Erfassungseinrichtung 16 zuordnen, welche jeweiligen ausgesendete Laserstrahlen 18 mit jeweiligen reflektierten Laserstrahlen 28 korrespondieren. Über diesen zeitlichen Zusammenhang und die jeweiligen Winkel, in welchen die Laserstrahlen 18 durch die Lasereinrichtung 14 ausgestrahlt wurden, kann die Erfassungseinrichtung 16 beispielsweise die Oberflächenbeschaffenheit 22 des Flächenbereichs 20 ableiten. Insbesondere kann die Erfassungseinrichtung 16 aus einer zeitlichen Auflösung der reflektierten Laserstrahlen 28 die Oberflächenbeschaffenheit 22 ableiten beziehungsweise eine abschnittsweise Abweichung von einer gleichmäßigen Oberfläche des Flächenbereichs 20 der Fahrbahn 12 feststellen.

Beispielsweise kann die Erfassungseinrichtung 16 anhand der zeitlichen Auflösung der jeweiligen Intensitätsverteilung der reflektierten Laserstrahlen 28 ein Bodenmodell des Flächenbereichs 20 der Fahrbahn 12 erstellen. Beispielsweise werden die Laserstrahlen 18 in regelmäßigen Abständen von der Lasereinrichtung 14 ausgesendet und die reflektierten Laserstrahlen 28 kontinuierlich von der Erfassungseinrichtung 16 erfasst und ausgewertet, um Veränderungen in der Oberflächenbeschaffenheit 22 der Fahrbahn 12 feststellen zu können.

Beispielsweise kann anhand von Informationen über die Oberflächenbeschaffenheit 22 der Fahrbahn 12, insbesondere anhand des Bodenmodells der Fahrbahn 12, ein Fahrwerk 38 des Kraftwagens 10 angepasst werden. Durch die Anpassung des Fahrwerks 38 kann der Kraftwagen 10 präventiv gefahren werden, was den Komfort für Fahrzeuginsassen des Kraftwagens 10 optimiert. Die Erfassung der Oberflächenbeschaffenheit 22 der Fahrbahn 12 kann des Weiteren dafür genutzt werden, um kleine, sonst schwer zu detektierende Hindernisse zu erkennen.

Alternativ oder zusätzlich ist es möglich, dass beispielsweise anhand des Bodenmodells eine Leistung des Kraftwagens 10 angepasst wird. Darüber hinaus kann beispielsweise ein Getriebe des Kraftwagens 10 in Abhängigkeit vom Bodenmodell geschaltet werden. Wird durch die Erfassungseinrichtung 16 beispielsweise festgestellt, dass die Fahrbahn 12 eine Steigung aufweist, so kann das Getriebe beispielsweise in einen niedrigeren Gang geschaltet und/oder die Leistung erhöht werden. Wird durch die Erfassungseinrichtung 16 beispielsweise festgestellt, dass die Fahrbahn 12 ein Gefälle 40 aufweist, so kann das Getriebe beispielsweise in einen höheren Gang geschaltet werden und/oder die Leistung gesenkt werden. Dies kann sich beispielsweise vorteilhaft auf einen Energieverbrauch des Kraftwagens 10 auswirken.

In 4 ist der Kraftwagen 10 in einer schematischen Perspektivansicht in einer Verkehrssituation gezeigt. In dieser Verkehrssituation befindet sich der Kraftwagen 10 auf der Fahrbahn 12. Diese Fahrbahn 12 weist ein Gefälle 40 auf und mündet in eine Unterführung 42. Die Unterführung 42 dient dem Unterführen der Fahrbahn 12 unter einer Gleisanlage 44, welche beispielsweise von einem Zug 46 befahrbar ist. Neben der Lasereinrichtung 14 und der Erfassungseinrichtung 16 umfasst der Kraftwagen 10, wie in 4 dargestellt, eine Sensoreinrichtung 48. Diese Sensoreinrichtung 48 ist beispielsweise dazu ausgebildet, einen sich auf Fahrzeughöhe des Kraftwagens 10 befindenden Bereich 50, welcher sich beispielsweise in Fahrtrichtung vor dem Kraftwagen 10 befindet, zu analysieren.

Bei einer Fahrt des Kraftwagens 10 auf der Fahrbahn 12 kann die Sensoreinrichtung 48 beispielsweise feststellen, dass sich auf Höhe des Kraftwagens 10 im analysierten Bereich 50 ein Hindernis befindet. Bevor die Sensoreinrichtung 48 beispielsweise eine Warnmeldung an einen Kraftwagenfahrer auslöst, kann beispielsweise mittels der Lasereinrichtung 14 sowie mittels der Erfassungseinrichtung 16 die Oberflächenbeschaffenheit 22 des Flächenbereichs 20 erfasst und ausgewertet werden. Anhand der Oberflächenbeschaffenheit 22 der Fahrbahn 12 kann beispielsweise bei mehreren durchgeführten Messungen der Oberflächenbeschaffenheit 22 von unterschiedlichen Flächenbereichen 20 der Fahrbahn 12 durch die Erfassungseinrichtung 16 festgestellt werden, dass die Fahrbahn 12 das Gefälle 40 aufweist.

Beispielsweise können Informationen der Sensoreinrichtung 48 über das Hindernis im Bereich 50 sowie Informationen zur Oberflächenbeschaffenheit 22 der Fahrbahn 12 in der Erfassungseinrichtung 16 an eine Recheneinheit 52 des Kraftwagens 10 übertragen werden. Diese Recheneinheit 52 kann beispielsweise die Informationen zur Oberflächenbeschaffenheit 22 der Fahrbahn 12 sowie die Informationen über das im Bereich 50 befindliche Hindernis zusammenbringen und in Abhängigkeit voneinander auswerten. Beispielsweise kann die Recheneinheit 52 entscheiden, dass keine Warnung über das Hindernis im Bereich 50 an den Kraftwagenfahrer weitergegeben wird, da die Fahrbahn 12 das Gefälle 40 aufweist. Darüber hinaus ist es möglich, dass die Informationen zur Oberflächenbeschaffenheit 22 der Fahrbahn 12 mit Informationen weiterer Sensoren durch die Recheneinheit 52 in Zusammenhang gebracht und ausgewertet werden.

Bezugszeichenliste

10
Kraftwagen
12
Fahrbahn
14
Lasereinrichtung
16
Erfassungseinrichtung
18
Laserstrahl
20
Flächenbereich
22
Oberflächenbeschaffenheit
24
Winkel
26
Winkel
28
Laserstrahl
30
Laserstrahl
32
Laserstrahl
34
Laserstrahl
36
Laserstrahl
38
Fahrwerk
40
Gefälle
42
Unterführung
44
Gleiswerk
46
Zug
48
Sensoreinrichtung
50
Bereich
52
Recheneinrichtung

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • DE 10011219 A1 [0002]