Title:
Verfahren zur Herstellung eines Pflanzenbehandlungsmittels und Verfahren zur Behandlung von Pflanzen
Kind Code:
A1


Abstract:

Verfahren zur Herstellung eines Pflanzenbehandlungsmittels unter Verwendung wenigstens eines Öl-Mittels, wobei ein selbsttrocknendes und/oder oxidativ härtendes Öl-Mittel zusammen mit Wasser zu einer Emulsion vermischt wird, insbesondere die das Pflanzenbehandlungsmittel unmittelbar oder eine Vorstufe hierfür bildet.




Inventors:
Petry, Michael (53340, Meckenheim, DE)
Pude, Ralf, Prof. Dr. (53359, Rheinbach, DE)
Kraska, Thorsten (53121, Bonn, DE)
Application Number:
DE102017000110A
Publication Date:
07/12/2018
Filing Date:
01/10/2017
Assignee:
Petry, Michael, 53340 (DE)
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 53113 (DE)



Foreign References:
GB2336538A1999-10-27
WO2013171525A12013-11-21
Other References:
CLAYTON, E.E. [u.a.]: Fungicidal Tests on Blue Mold (Peronospora Tabacina) of Tobacco. In: J. Agric. Res., Bd. 66, 1943, Nr. 7, S. 261-276. - ISSN 0095-9758
NEAL, A.L. [u.a.]: Influence of Oil-Wax Emulsion Sprays on Size of Montmorency Cherries. In: J. Agric. Res., Bd. 77, 1948, Nr. 9, 10, S. 261-269. - ISSN:0095-9758
Attorney, Agent or Firm:
COHAUSZ HANNIG BORKOWSKI WIßGOTT, 40237, Düsseldorf, DE
Claims:
Verfahren zur Herstellung eines Pflanzenbehandlungsmittels unter Verwendung wenigstens eines Öl-Mittels, dadurch gekennzeichnet, dass ein selbsttrocknendes und/oder oxidativ härtendes Öl-Mittel zusammen mit Wasser zu einer Emulsion vermischt wird, insbesondere die das Pflanzenbehandlungsmittel unmittelbar oder eine Vorstufe hierfür bildet.

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Öl-Mittel gebildet wird durch wenigstens einen der folgenden Bestandteile:
a. ein selbsttrocknendes und/oder oxidativ härtendes Öl einer Ölsorte
b. eine Mischung aus wenigstens zwei Ölen verschiedener Ölsorten, von denen wenigstens eine Ölsorte eine selbsttrocknende und/oder oxidativ härtende Ölsorte ist, bevorzugt alle Öle der Mischung jeweils von einer selbsttrocknenden und/oder oxidativ härtenden Ölsorte sind,
c. wenigstens ein selbsttrocknendes und/oder oxidativ härtendes Öl wenigstens einer Ölsorte, worin ein Harz gelöst ist, insbesondere Kolophonium oder Tungöl

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein jeweiliges selbsttrocknendes und/oder oxidativ härtendes Öl gewählt wird aus einer Ölsorte mit natürlicherweise vorkommende selbsttrocknende und/oder oxidativ härtende Eigenschaft, insbesondere aus einer Ölsorte mit mehr als 50% ungesättigten Fettsäuren oder gewählt wird aus einer Ölsorte ohne natürlicherweise selbsttrocknende und/oder oxidativ härtende Eigenschaft, insbesondere mit weniger als 50% ungesättigten Fettsäuren, welches chemisch umgewandelt, insbesondere umgeestert wird zur Erzielung einer selbsttrocknenden und/oder oxidativ härtenden Eigenschaft.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Öl-Mittel aus wenigstens einem Öl gebildet wird, das gewählt ist aus wenigstens einer der folgenden Sorten: Leinöl, Mohnöl, Rapsöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl, Tungöl.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vermischen zu einer Emulsion unter Einsatz eines Emulgators, einer mechanischen Verrührung mit wenigstens 30.000 U/min oder Ultraschall erfolgt.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Vermischung das Öl-Mittel und das Wasser jeweils getrennt auf eine Temperatur größer 40 Grad Celsius, insbesondere größer 55 Grad Celsius, insbesondere bis maximal 65 Grad Celsius erhitzt werden, insbesondere hiernach das Wasser in das Öl-Mittel eingerührt und zur Erreichung einer Emulsion dispergiert wird.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem der Emulgierung vorgelagerten Schritt das Öl-Mittel oder wenigstens einer seiner Bestandteile durch Erhitzen vorpolymerisiert wird, insbesondere derart vorpolymerisiert wird, dass das Öl-Mittel eine Selbsttrocknungszeit und/oder Oxidationszeit kleiner 24 Stunden, bevorzugt kleiner 12 Stunden aufweist.

Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Erhitzen unter Sauerstoffatmosphäre erfolgt, insbesondere unter Erreichung einer Säurezahl kleiner als 10.

Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Erhitzen unter Ausschluss von Sauerstoff, insbesondere unter einer inerten Schutzgasatmosphäre erfolgt.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Erhitzung in einem Temperaturbereich von 230 bis 400 Grad Celsius erfolgt, insbesondere unter Hinzufügung von wenigstens einem Harz, insbesondere Kolophonium oder Tungöl.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Erhitzung über eine zeitliche Dauer von mindestens 0,5 Stunden, insbesondere bis 3 Stunden erfolgt.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein nach einem der vorherigen Ansprüche hergestelltes Pflanzenbehandlungsmittel vor einer Anwendung bei Pflanzen, insbesondere in einem erkalteten Zustand, weiter mit Wasser verdünnt wird, insbesondere wobei die Art der auf die Pflanze auszuübenden Wirkung, insbesondere in Abhängigkeit der zu behandelnden Pflanze, durch den Gesamtanteil an Wasser eingestellt wird.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch den Gesamtanteil an Wasser eine der folgenden Wirkungen eingestellt wird:
eine herbizide Wirkung, eine pflanzenstärkende Wirkung, eine Wirkung gegen abiotische Schadursachen, insbesondere Trockenheit, eine fungizide Wirkung, eine insektizide Wirkung.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die noch nicht weiter wasserverdünnte Emulsion hinsichtlich des Wasseranteils so eingestellt ist, dass diese für eine zu behandelnde Pflanze eine herbizide Wirkung aufweist und durch Verdünnung mit weiterem Wasser wenigstens eine der folgenden Wirkungen einstellbar ist, insbesondere alternativ jeder der folgenden Wirkungen einstellbar ist: eine pflanzenstärkende Wirkung, eine Wirkung gegen abiotische Schadursachen, insbesondere Trockenheit, eine fungizide Wirkung, eine insektizide Wirkung.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
a. vor der Emulgierung dem Öl-Mittel ein Wirkstoff zugefügt wird, der in Wasser nicht mischbar / lösbar ist und/oder
b. vor der Emulgierung dem Wasser ein Wirkstoff zugefügt wird, der im Öl-Mittel nicht mischbar / lösbar ist und/oder
c. vor einer Weiterverdünnung der Emulsion mit Wasser dem zur Weiterverdünnung eingesetzten Wasser ein Wirkstoff zugefügt wird, insbesondere der im Öl-Mittel der Emulsion nicht mischbar / lösbar oder im Wasser der Emulsion nicht vollständig mischbar / lösbar ist.

Verfahren zur Behandlung von Pflanzen mit einem Pflanzenbehandlungsmittel umfassend eine Emulsion aus Wasser und wenigstens einem selbsttrocknenden und/oder oxidativ härtenden Öl-Mittel, bevorzugt das nach einem der vorherigen Ansprüche hergestellt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Pflanzenbehandlungsmittel, insbesondere durch Spritztechnik, auf Pflanzen aufgetragen wird und hiernach der Wasseranteil in der Emulsion verdunstet und das zurückbleibende Öl-Mittel der ursprünglichen Emulsion auf der Pflanze als Film selbst trocknet und/oder oxidativ härtet, insbesondere hiernach ein zumindest physikalisch wirkender /mechanischer Schutz der Pflanze erzeugt ist.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Pflanzenbehandlungsmittels unter Verwendung wenigstens eines Öl-Mittels. Die Erfindung betrifft weiterhin auch ein Verfahren zur Behandlung von Pflanzen mit einem Pflanzenbehandlungsmittel.

Die Verwendung von Ölen zur Herstellung eines Pflanzenbehandlungsmittels ist im Stand der Technik allgemein bekannt. Hierbei kommen im bisherigen Stand der Technik nicht selbsttrocknende und somit flüssig und ölig bleibende Öle zum Einsatz.

Ein sehr bekannter Vertreter solcher Öle ist das Öl des Neembaumes, welches eine stark insektizide Wirkung aufweist. Neben der beabsichtigten insektiziden Wirkung ist hier ein Problem darin zu sehen, dass das Öl selbst bei zu hoher Konzentration phytotoxische Nebenwirkungen haben kann. Ein weiterer Vertreter solcher Öle ist das Rapsöl, welches ebenso seine ölige Konsistenz behält. Ein Nachteil solcher nicht selbstrocknenden / oxidativ trocknenden Öle ist darin zu sehen, dass diese Art von Ölen von der Pflanze durch äußere Umwelteinflüsse entfernt werden können, insbesondere durch Regen, bei denen durch die abwaschende Wirkung des Wassers das flüssig bleibende Öl von den Pflanzen entfernt wird und so eine Folgebehandlung notwendig sein kann, um die Wirkung wieder herzustellen. Ein weiterer Nachteil ist, dass ein öliger Belag entsteht, sodass Staub auf der Oberfläche kleben bleiben kann. Zudem können Pilzsporen haften bleiben und zu einer Infektion der Pflanze führen.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Pflanzenbehandlungsmittel herzustellen, sowie dieses auch zur Anwendung zu bringen, das die vorgenannten Nachteile nicht aufweist und bevorzugt durch jedermann handhabbar ist. Bevorzugter Weise soll ein Pflanzenbehandlungsmittel bereitgestellt werden, das - zumindest in einer Grundrezeptur - vorzugsweise eine physikalische Wirkung (z.B. Barrierewirkung, mechanische Schutzwirkung) erzielt, dass also keinen primären Nutzen macht von speziellen chemisch wirkenden Bestandteilen des darin eingesetzten Öl-Mittels.

Bevorzugter Weise soll durch das Verfahren ein Pflanzenbehandlungsmittel hergestellt werden, das auf der Verwendung eines Öl-Mittels basiert, das insgesamt unter Umweltaspekten und hinsichtlich seiner Wirkung auf den Menschen als unbedenklich eingestuft ist, insbesondere sogar für den Menschen als Lebensmittel dienen kann oder sogar dient.

Es ist darüber hinaus bevorzugt auch eine Aufgabe der Erfindung, ein ölbasiertes Pflanzenbehandlungsmittel bereitzustellen, das nach Applikation einen selbsttrockenden Film auf der Pflanze erzeugt, der im Vergleich zu anderen Ölen trocken ist, sodass eine Anhaftung von Fremdpartikeln nicht stattfindet.

Es ist darüber hinaus bevorzugt auch eine Aufgabe der Erfindung, ein ölbasiertes Pflanzenbehandlungsmittel bereitzustellen, das eine dauerhafte Wirkung zeigt, insbesondere eine Wirkdauer aufweist, die gegenüber üblichen flüssigbleibenden Ölen verlängert ist und nach der Applikation auch resistent ist gegen Umwelteinflüsse, wie beispielsweise Regen also besonders bevorzugt abwaschfest ist.

Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass ein selbsttrocknendes und/oder oxidativ härtendes Öl-Mittel zusammen mit Wasser zu einer Emulsion vermischt wird, insbesondere die das Pflanzenbehandlungsmittel unmittelbar oder eine Vorstufe, insbesondere Grundrezeptur hierfür bildet.

Ein wesentlicher Kerngedanke der Erfindung beruht darin, ein selbsttrocknendes und/oder oxidativ härtendes Öl-Mittel einzusetzen, worunter verstanden wird, dass das gewählte Öl-Mittel selbsttätig bei üblichem Atmosphäreneinfluss trocknet und härtet und einen trockenen Film / Belag auf der Pflanzenoberfläche bildet. Ein solches Öl-Mittel verfestigt sich demnach im Laufe der Zeit, sodass ein aus einem solchen Öl-Mittel an einer Pflanze gebildeter Belag resistenter ist gegen Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel Regenwasser, im Vergleich zu den bislang eingesetzten Ölen, die klebrig und durch Benetzung flüssig bleiben.

Hierbei ist es gemäß der Erfindung vorgesehen ein solches selbsttrocknendes und/oder oxidativ härtendes Öl-Mittel, welches durch vernetzende Reaktion mit atmosphärischem Sauerstoff härtet mit Wasser zu einer Emulsion zu vermischen, was die Applikation vereinfacht und darüber hinaus die Möglichkeit erschließt durch die gewählte Wasserverdünnung die Schichtbildung beispielsweise hinsichtlich Schichtdicke und/oder Durchlässigkeit und/oder Abbaugeschwindigkeit des Öl-Mittels auf der Pflanze kontrollieren zu können.

Es wird hierdurch ein Verfahren zur Behandlung von Pflanzen erschlossen, bei welchem eine gezielt hergestellte Emulsion aus einem selbsttrocknenden und/oder oxidativ härtenden Öl-Mittel und Wasser auf Pflanzen aufgetragen wird, was zum Beispiel in bevorzugter Ausgestaltung mittels in der Praxis bereits vorhandener Spritztechnik erfolgen kann, wobei hiernach der Wasseranteil in der Emulsion verdunstet und das zurückbleibende Öl-Mittel der ursprünglichen Emulsion auf der Pflanze als Film selbst trocknet und/oder oxidativ härtet und hierdurch einen zumindest physikalisch wirkenden, insbesondere mechanischen Schutz für die Pflanze erzeugt.

Wie benannt erschließt sich hierdurch der Vorteil, dass durch den Wasseranteil in der Emulsion, der nach der Applikation auf eine Pflanze verdunstet, somit die Gesamtmenge des Öl-Mittels auf der Pflanze sehr gut kontrolliert werden kann und somit im Vergleich zum bisherigen Stand der Technik vergleichsweise dünnere Filme des Öl-Mittels auf der Pflanze hinterlassen werden. So kann insbesondere durch die hierdurch kontrollierte Öl-Mittel-Filmdicke die konkrete Wirkung auf die Pflanze und/oder das Umweltverhalten (z.B. Abbaugeschwindigkeit) gezielt eingestellt werden.

Insbesondere besteht auch die Möglichkeit gegenüber den bisher im Stand der Technik gebildeten Ölfilmen einen solchen Film auszubilden, der weiterhin diffusionsoffen ist, somit also auch den Stoffwechsel der Pflanze nicht negativ beeinflusst.

Das erfindungsgemäß eingesetzte selbsttrocknende und/oder oxidativ härtende Öl-Mittel wird gemäß bevorzugter Ausführung gebildet zum Beispiel durch ein selbsttrocknendes und/oder oxidativ härtendes Öl einer einzigen Ölsorte. Das Öl-Mittel ist in diesem Fall also ein bestimmtes Öl.

In weiterhin bevorzugter Ausführung kann es auch vorgesehen sein eine Mischung aus wenigstens zwei Ölen verschiedener Ölsorten zu dem Öl-Mittel zu kombinieren, von denen wenigstens eine Ölsorte eine selbsttrocknende und/oder oxidativ härtende Ölsorte ist, bevorzugt, wobei alle Öle einer solchen Mischung jeweils von einer selbsttrocknenden und/oder oxidativ härtenden Ölsorte gewählt sind. Es kann so durch die Mischung unterschiedlicher Ölsorten - insbesondere mit demnach unterschiedlichen Eigenschaften - die gewünschte Wirkung des Öl-Mittels gezielter eingestellt werden.

In weiterhin bevorzugter Ausgestaltung kann es vorgesehen sein, dass Öl-Mittel aus wenigstens einem selbsttrocknenden und/oder oxidativ härtenden Öl wenigstens einer Ölsorte zu bilden, insbesondere also z.B. als Gemisch gemäß der vorherigen Ausführung, worin weiterhin noch ein Harz gelöst ist, wie insbesondere Kolophonium. Insbesondere wird unter einem Harz dabei allgemein eine zähe, nicht-wasserlösliche Flüssigkeit verstanden, insbesondere wiederum natürlichen Ursprunges, insbesondere von einer Pflanze, bevorzugt von einem Baum stammend.

Insbesondere Harze, bevorzugt das genannte Harz, können die Eigenschaft der Selbsttrocknung beziehungsweise der oxidativen Härtung des Öl-Mittels sehr positiv beeinflussen, insbesondere im Sinne einer zeitlichen Verkürzung der Trocknungszeit gegenüber einem Öl-Mittel ohne einen solchen Harzzusatz.

Weiterhin besteht insbesondere durch die Verwendung von Tungöl als Bestandteil im Öl-Mittel die Möglichkeit dessen zusätzliche Eigenschaft, UV-Licht zu absorbieren, die natürliche Sonnenlichteinwirkung auf die Pflanze auch gezielt zum Zweck der Pflanzenbehandlung stärker nutzbar zu machen, insbesondere im Vergleich zu einem Öl-Mittel ohne Tungöl-Zusatz.

In besonders bevorzugter Ausgestaltung ist es vorgesehen zur Bildung des Öl-Mittels ein jeweiliges selbsttrocknendes und/oder oxidativ härtendes Öl zu wählen aus einer Ölsorte die bereits von Natur aus eine selbsttrocknende und/oder oxidativ härtende Eigenschaft aufweist. Insbesondere kann es sich hierbei um eine Ölsorte mit mehr als 50 % Anteil an ungesättigten Fettsäuren handeln. Solche Ölsorten sind insoweit bevorzugt, als dass diese keiner weiteren Behandlung unterzogen werden müssen und unmittelbar als natürliches Produkt in dem Öl-Mittel des erfindungsgemäßen Pflanzenbehandlungsmittels zum Einsatz kommen können.

Die Erfindung kann jedoch auch vorsehen zur Bildung des Öl-Mittels wenigstens ein selbsttrocknendes und/oder oxidativ härtendes Öl zu wählen, das aus einer Ölsorte ohne natürlich selbsttrocknende und/oder oxidativ härtende Eigenschaft zunächst erst hergestellt wird. Beispielsweise können so auch Öle zum Einsatz kommen mit weniger als 50 % ungesättigten Fettsäuren, die typischerweise bei einem derartigen Fettsäuregehalt keine selbsttrocknenden oder oxidativ härtenden Eigenschaften aufweisen.

Die Herstellung eines selbsttrocknenden und/oder oxidativ härtenden Öles aus einem solchen natürlicherweise nicht trocknenden beziehungsweise nicht härtenden Öl kann durch eine chemische Umwandlung des Öls hervorgerufen werden, zum Beispiel kann durch eine Umesterung eine Umwandlung des natürlicherweise nicht trocknenden beziehungsweise nicht härtenden Öles in ein selbsttrocknendes Öl erfolgen.

So können für das erfindungsgemäße Pflanzenbehandlungsmittel somit auch Öle zum Einsatz kommen, deren natürliche Eigenschaft bei zunächst oberflächlicher Betrachtung die Verwendung eines solchen Öles ausschließt. Es kann somit beispielsweise auch auf besonders günstige und sehr leicht verfügbare Öle für das erfindungsgemäße Verfahren zurückgegriffen werden.

Beispielsweise kann so insgesamt das Öl-Mittel gebildet werden aus wenigstens einem Öl, das ausgewählt aus der Liste der folgenden Ölsorten ist:

Granatapfelsamenöl, Holundersamenöl, Johannisbeersamenöl, Leinöl, Mohnöl, Nachtkerzenöl, Oiticicaöl (gewonnen aus den Samen von Licania spec.), Preiselbeersamenöl, Rapsöl, Sacha Inchi-Öl (gewonnen aus Inka-Erdnuss Inca inchi), Sojaöl, Sonnenblumenöl, Tungöl, Wildrosenöl Hierbei ist es wie eingangs erwähnt erfindungsgemäß vorgesehen, diejenigen Ölsorten unter den vorgenannten Sorten, die natürlicherweise nicht bereits selbsttrocknend beziehungsweise oxidativ härtend sind durch eine chemische Vorbehandlung zu dieser Eigenschaft umzuwandeln, wie z.B. Sonnenblumenöl.

Die Erfindung sieht vor, das aus einem oder mehreren Ölen gegebenenfalls unter weiterem Einsatz von wenigstens einem Harz gebildete Öl-Mittel zusammen mit Wasser zu einer Emulsion zu verarbeiten.

Beispielsweise kann es hier vorgesehen sein, das Öl-Mittel und das Wasser mit Hilfe eines Emulgators, einer mechanischen Verrührung mit wenigstens 30.000 Umdrehungen pro Minute oder auch mit Ultraschall herzustellen.

Als Emulgatoren können beispielsweise gängige chemische Produkte eingesetzt werden. Bevorzugt werden Typen wie Decanol ethoxylate bzw. Fatty alcohol ethoxylate eingesetzt. Die Benennung dieser konkreten Produkte ist lediglich beispielhaft und es können selbstverständlich andere geeignete Emulgatoren zum Einsatz kommen.

Die Erfindung kann vorteilhafter Weise vorsehen, dass vor der Vermischung das Öl-Mittel und das Wasser jeweils getrennt auf eine Temperatur von über 40 Grad Celsius, bevorzugt von über 55 Grad, insbesondere aber kleiner als 65 Grad Celsius erhitzt werden. Es kann sodann vorgesehen sein hiernach das Wasser in das Öl-Mittel einzurühren, insbesondere sodann zur Erreichung einer Emulsion zu dispergieren.

Insgesamt kann so die erfindungsgemäße Emulsion gebildet werden, die wie eingangs erwähnt das Pflanzenbehandlungsmittel unmittelbar oder ein Vorprodukt hierzu bildet, wie das schon genannte Grundrezept aus dem Öl-Mittel und Wasser.

Bevorzugt werden bei der Emulgierung, insbesondere zur Herstellung einer Grundrezeptur das Öl-Mittel und das Wasser zu gleichen Teilen emulgiert.
Vor der Emulgierung wir das Öl-Mittel und das Wasser jeweils erhitzt, bevorzugt auf gleiche Temperatur erhitzt. Sofern zur Emulgierung ein Emulgator eingesetzt wird, wird dieser in das Öl-Mittel gegeben. Nach Erreichung der Verarbeitungstemperatur wird das Wasser in das Öl-Mittel eingerührt.

Die Erfindung kann in einem weiteren Vorgehensschritt auch vorsehen, in einem der Emulgierung vorgelagerten Schritt das Öl-Mittel insgesamt, welches also zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit Wasser versetzt ist oder zumindest wenigstens einen seiner Öl-Bestandteile durch Erhitzen vorzupolymerisieren.

Durch die so erzielte unter Wärmeeinfluss erzeugte Vorvernetzung des Öl-Mittels insgesamt oder wenigstens eines seiner Bestandteile wird erzielt, dass das Öl-Mittel insgesamt nach einer solchen vollständigen oder teilweisen Wärmebehandlung eine geringere Selbsttrocknungszeit aufweist im Vergleich zu einem Öl-Mittel das insgesamt nicht beziehungsweise nicht in einer seiner Komponenten vorpolymerisiert wurde. So kann insbesondere auch durch den Grad der Vorpolymerisierung, insbesondere gesteuert durch die Temperatur und die zeitliche Dauer, das zeitliche Trocknungs- beziehungsweise Oxidationsverhalten des Öl-Mittels gezielt beeinflusst werden.

Beispielsweise kann es vorgesehen sein, dass das Öl-Mittel derart vorpolymerisiert wird, dass eine Selbsttrocknungszeit und/oder Oxidationszeit kleiner als 24 Stunden erzielt wird, bevorzugt kleiner als 12 Stunden. Eine besonders bevorzugt zu erzielende Oxidationszeit oder Selbsttrocknungszeit liegt bei 20 Minuten bis max. 2 Stunden.

Dies bedeutet, dass nach dieser Zeit der Öl-Mittel-Film nicht mehr schmierig, also trocken / gehärtet ist. Hierdurch wird vorteilhafter Weise erreicht, dass die Ausbringung des erfindungsgemäßen Pflanzenbehandlungsmittels auf Pflanzen im insbesondere großen agrarwirtschaftlichen Einsatzgebiet unter Nutzung einer üblicherweise für die kommenden 24 Stunden verlässlichen Wettervorhersage erfolgen kann, so dass für das Ausbringen beispielsweise eine regenfreie Zeit gewählt werden kann und eine genügend schnelle Trocknung erzielt wird, um ein Abwaschen des Behandlungsmittel zu verhindern, selbst wenn nach 24 Stunden oder schon nach 12 Stunden in der bevorzugten Ausführung oder sogar in der besonders bevorzugten Ausführung nach 2 Stunden Regenfall einsetzen sollte.

Ein derart vorpolymerisiertes Öl-Mittel kann somit gezielter und insbesondere dauerhafter eingesetzt werden als übliche Pflanzenbehandlungsmittel des Standes der Technik.

Eine Möglichkeit der Erfindung kann vorsehen, dass das Erhitzen des Öl-Mittels insgesamt oder zumindest eines seiner Bestandteile unter Einwirkung einer Sauerstoffatmosphäre erfolgt insbesondere unter Erreichung einer Säurezahl kleiner als 10.

Eine demgegenüber weiterhin bevorzugte Ausführungsvariante sieht hingegen vor, dass das Erhitzen des Öl-Mittels insgesamt oder zumindest von wenigstens einem seiner Bestandteile unter Ausschluss von Sauerstoff und besonders bevorzugt unter Wirkung einer inerten Schutzgasatmosphäre erfolgt.

Hierdurch kann verhindert werden, dass bei dem Erhitzen eine sauerstoffbasierte Oxidation stattfindet, sodass erfindungsgemäß mit dieser Verfahrensvariante eine Vorpolymerisierung ohne Einbindung von Sauerstoff erzielt werden kann.

Hierdurch wird erfindungsgemäß der Vorteil erschlossen, dass ein Öl-Mittel das insgesamt oder in wenigstens einem seiner Bestandteile derart vorbehandelt ist im späteren Emulgierungsschritt leichter mit Wasser vermischt werden kann. Darüber hinaus wird besonders bei der Erhitzung unter Sauerstoffabschluss erzielt, dass das Öl-Mittel stärker eindickt im Vergleich zur Erhitzung unter Einwirkung von Sauerstoff.

Erfindungsgemäß ist es besonders vorteilhaft, wenn eine Erhitzung des Öl-Mittels insgesamt oder von wenigstens einem seiner Bestandteile in einem Temperaturbereich von 230 bis 400 Grad Celsius erfolgt, insbesondere wenn dies unter Ausschluss einer Sauerstoffatmosphäre erfolgt. So kann in vergleichsweise kurzen Zeiten die gewünschte Vorpolymerisierung erzielt werden. Die Erfindung kann hier weiterhin vorsehen, dass beim Erhitzen dem Öl-Mittel oder dem wenigstens einen Bestandteil des Öl-Mittels wenigstens ein Harz hinzugefügt wird, wie beispielsweise Kolophonium. Kolophonium kann die Harz- bzw. Filmausbildung bei dickeren Schichtstärke (Herbizide Wirkung) unterstützen

Ein derart vorbehandeltes Öl-Mittel kann sodann wie es bereits eingangs beschrieben wurde zur erfindungsgemäßen Emulsion verarbeitet werden, die das Pflanzenbehandlungsmittel unmittelbar oder in einer weiterhin bevorzugten Ausführungsvariante lediglich eine Vorstufe von diesem bildet.

So kann es nämlich die Erfindung in bevorzugter Ausführung vorsehen, dass ein derart hergestelltes, insbesondere ein Grundrezept bildendes Pflanzenbehandlungsmittel vor einer konkreten Anwendung bei Pflanzen weiter mit Wasser verdünnt wird. Eine solche Weiterverdünnung kann hierbei insbesondere in dem erkalteten Zustand der eingangs beschriebenen Emulsion erfolgen, insbesondere also, wenn diese die übliche geografische Umgebungstemperatur erreicht hat, die beispielsweise je nach klimatischen Bedingungen im Bereich von 15 bis 30 Grad Celsius liegt.

Durch die Weiterverdünnung der Emulsion mit Wasser kann insbesondere die Art der auf die Pflanze auszuübenden Wirkung eingestellt werden, da bei der erfindungsgemäß verdünnten Emulsion die Wirkung im Wesentlichen vom Gesamtanteil des Wassers an der Emulsion abhängt.

Beispielsweise kann zur Erzielung einer gewünschten Schicht- beziehungsweise Filmstärke des Öl-Mittels auf einer Pflanze oder zur zeitlichen Steuerung der Trocknungszeit eine geringere Menge des Öl-Mittels in der zur Behandlung vorgesehenen Emulsion zum Einsatz kommen, sodass sich durch diese Verfahrensvariante auch ein Einsparpotential hinsichtlich der jeweiligen Mengen an Öl-Mittel erschließt, sofern das zur Behandlung nötige Verhältnis zwischen Öl-Mittel und Wasser nicht bereits unmittelbar bei der ersten hergestellten Emulsion berücksichtigt wurde.

Da beispielsweise die ausgeübte Wirkung des erfindungsgemäß zuvor hergestellten Pflanzenbehandlungsmittels von der zu behandelnden Pflanzen abhängen kann, kann es demnach die Erfindung vorsehen in Kenntnis der zu behandelnden Pflanze eine konkret benötigte Nachverdünnung der zuvor hergestellten Emulsion vorzunehmen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen oder um unerwünschte Nebenwirkungen auszuschließen.

Beispielsweise kann es so vorgesehen sein durch den Gesamtanteil an Wasser eine herbizide Wirkung, eine pflanzenstärkende Wirkung, eine Wirkung gegen abiotische Schadursachen, wie beispielsweise Trockenheit, eine fungizide oder eine insektizide Wirkung zu erzielen.

Die Erfindung kann beispielsweise auch vorsehen, dass die noch nicht weiter wasserverdünnte Emulsion also das Produkt, was nach erstmaliger Wasserzugabe aus dem Öl-Mittel zu einer Emulsion verarbeitet wurde, insbesondere also ein Grundrezept, hinsichtlich seines Wasseranteils so eingestellt ist, dass diese Emulsion für eine zu behandelnde Pflanze eine herbizide Wirkung aufweist.

Die herbizide Wirkung, bei der somit die behandelnde Pflanze selbst stirbt oder Teile der Pflanze absterben stellt demnach die maximale Wirkung auf Pflanzen dar, die mit dieser Ausgangsemulsion erzielt werden kann, was im Wesentlichen daran liegen kann, dass die nach der Wasserverdunstung zurückbleibende getrocknete Filmschicht derart dicht ist, dass der Stoffwechsel der Pflanze gestört wird und/oder gegebenenfalls die UV-Licht Absorption derart überhöht ist, dass die Pflanze unter der gebildeten und getrockneten Filmschicht abstirbt.

Ausgehend von dieser maximalen Wirkung, die mit der Ursprungsemulsion bzw. dem Grundrezept erzielt werden kann, kann die Erfindung somit dann vorsehen durch eine Verdünnung dieser derart eingestellten Emulsion mit weiterem Wasser die zu erzielende Wirkung zu steuern und einzustellen, wie beispielsweise eine der anderen vorgenannten Wirkungen.

Die Erfindung kann hier vorsehen, dass aus der Liste der pflanzenstärkenden Wirkung, Wirkung gegen abiotische Schadursachen, wie beispielsweise Trockenheit, fungizide Wirkung und insektizide Wirkung alternativ jede einzelne Wirkung eingestellt werden kann. Somit bildet die erfindungsgemäße Ausgangsemulsion das ideale Ausgangsmittel, das jegliches üblicherweise benötigte Wirkungsspektrum in einem einzigen Produkt abdeckt und die unterschiedlichen Wirkungen durch weitere Zugabe einer bestimmten Wassermenge erzielt werden.

Bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Pflanzenbehandlungsmittels kann es weiterhin auch vorgesehen sein, dass bereits vor der Emulgierung dem Öl-Mittel ein Wirkstoff zugefügt wird, der in Wasser nicht mischbar beziehungsweise lösbar ist. Der Wirkstoff selbst kann dabei eine Substanz, ein Substanzgemisch, ein biologisches Agenz und/oder ein biologisches Agenzgemisch sein. Als biologische Agenzien können dabei wirksame Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen oder Pilze zum Einsatz kommen. So können neben den reinen insbesondere physikalischen Wirkungen des erfindungsgemäßen Behandlungsmittels gegebenenfalls auch biologische, chemische und/oder weitere / andere physikalische Wirkungen in das Pflanzenbehandlungsmittel inkludiert werden.

Die Erfindung kann ergänzend oder alternativ auch vorsehen, dass vor der Emulgierung dem Wasser ein Wirkstoff hinzugefügt wird, der seinerseits nicht im Öl-Mittel mischbar beziehungsweise lösbar ist.

Eine solche Vorgehensweise hat den Vorteil, dass die jeweilige Hinzufügung des weiteren Wirkstoffes in eine der beiden die spätere Emulsion bildenden Phasen erfolgt und somit erzielt wird, dass der zusätzliche Wirkstoff gleichmäßig in der Emulsion vorkommt.

Die Erfindung kann in Ergänzung oder alternativ auch vorsehen, dass vor einer Weiterverdünnung der Emulsion mit Wasser dem zur Weiterverdünnung eingesetzten Wasser ein Wirkstoff zugefügt wird, insbesondere der im Öl-Mittel der Emulsion nicht mischbar beziehungsweise lösbar ist oder der im Wasser der Emulsion nicht vollständig, z.B. mangels genügender Wassermenge mischbar beziehungsweise lösbar ist.

Wirkstoffe, die dem Öl-Mittel zugefügt werden können beispielsweise andere Öle sein, die zum Beispiel selbst nicht trocknend oder nicht oxidierend sind, jedoch eine chemische Komponente tragen, die eine gewünschte Wirkung entfaltet, wie beispielsweise das Öl des Neembaums oder ätherische Öle. Diese Benennung von möglichen Wirkstoffen ist lediglich beispielhaft und es können selbstverständlich andere geeignete Wirkstoffe zum Einsatz kommen, die in der Ölphase des Behandlungsmittels löslich sind.

Ein Wirkstoff, der zum Beispiel Wasser zugefügt werden kann, kann beispielsweise aber nicht ausschließlich eine Kupferverbindung oder eine Schwefelverbindung z.B. mit bekannter fungizider Wirksamkeit sein. Des Weiteren können beispielsweise Pflanzenschutzmittelwirkstoffe (active ingredients) zugefügt werden, um so zu einer neuen, mit veränderten Eigenschaften ausgezeichneten, Formulierung zu kommen. Diese Benennung von möglichen Wirkstoffen ist lediglich beispielhaft und es können selbstverständlich andere geeignete Wirkstoffe zum Einsatz kommen, die in der wässrigen Phase des Behandlungsmittels löslich sind

Es erschließt sich somit insgesamt mit der Erfindung ein Pflanzenbehandlungsmittel, das in seiner Grundlage überwiegend eine physikalische und/oder chemische Wirkung auf die behandelte Pflanze ausübt, wobei durch die Emulgierung eine wesentliche Beeinflussung der Schichtstärke auf der behandelten Pflanze kontrolliert werden kann. Die überwiegend physikalisch und/oder chemische Wirkung kann wie beschrieben ergänzend durch weitere Komponenten ergänzt werden.

Ersichtlich zeigt sich, dass ein solches erfindungsgemäßes Pflanzenbehandlungsmittel zumindest in seinem Grundrezept von jedermann problemlos handzuhaben ist und das Mittel keine bis allenfalls wenige Nebenwirkungen aufweist, insbesondere wenn die eingesetzten Ölsorten alle ein potentielles Lebensmittel des Menschen bilden.

Um z.B. ein Pflanzenbehandlungsmittel gegen abiotische Schadursachen, z.B. Trockenheit bereitzustellen, kann es vorgesehen sein, die Emulsion hinsichtlich des Wasseranteiles so einzustellen, dass mit dem nach Verdunstung des Wassers zurückbleibenden Öl-Mittel-Film zwar die Wasserverdunstung aus den Blättern der Pflanze gehemmt wird, jedoch kein oder zumindest kein wesentlicher Einfluss genommen wird auf den Gasaustausch über die Blattoberfläche und Stomata. So kann also die Öl-Mittel-Schichtstärke nach der Wasserverdunstung so gewählt sein, dass die Diffusion dieser Schicht für Wasser/Wasserdampf kleiner ist als für Sauerstoff und/oder Kohlendioxid. Beispielsweise kann die Öl-Mittelschicht so gebildet sein, dass diese einzelne Öl-Mitteltropfen umfasst, zwischen denen die Blattoberfläche bereichsweise frei liegt. Insbesondere kann eine solche Öl-Mittelschicht somit auch als nicht-percoliert beschrieben werden. Das jeweilige Blatt kann aber über die verbleibenden freien Bereiche zwischen gehärteten Öl-Mitteltropfen atmen, die gesamte freie Oberfläche ist jedoch durch die Bedeckung reduziert, was die Wasserdampfabgabe beschränkt. In Trockenperioden können so Pflanzen vor der Austrocknung geschützt werden, insbesondere ohne oder mit verringerter Notwendigkeit der zusätzlichen Wassergabe.

Dem Pflanzenbehandlungsmittel können beispielsweise zusätzlich Stoffe zugemischt werden, die die Wirkung verstärken, abmildern, modulieren oder zeitlich begrenzen können. Dem Pflanzenbehandlungsmittel können beispielsweise zusätzlich Stoffe zugemischt werden, die selbst eine Wirkung gegen abiotische Schadursachen (z. B. gegen schädliche UV-Strahlung) bereitstellen. Die Öl-Mittelschicht übernimmt dann eine vermittelnde Funktion (Formulierung). So kann beispielsweise die Wirkungsdauer der zugesetzten Stoffe durch eine erhöhte Regenfestigkeit der Öl-Mittelschicht vermittelt werden.

Um z.B. ein Pflanzenbehandlungsmittel gegen tierische Schaderreger, z.B. Blattläuse, Spinnmilben, Thripse, Weiße Fliege und andere bereitzustellen, kann es vorgesehen sein, die Emulsion hinsichtlich des Wasseranteiles so einzustellen, dass der Öl-Mittel-Film die Schädlinge umhüllt und so die Atmung der Schädlinge unterbindet.

Oder die Öl-Mittelschicht auf der Pflanzenoberfläche erschwert oder behindert die Orientierung der Schaderreger auf der Pflanzenoberfläche. Insbesondere kann so eine erfolgreiche Besiedlung vermeiden wird. Oder die Öl-Mittelschicht auf der Pflanzenoberfläche verändert das Spektrum oder die Menge an volatilen Stoffen, die durch die Pflanzen freigesetzt werden, sodass eine Wirtserkennung durch die Schaderreger ausbleibt. Oder der Öl-Mittelschicht werden insektizide Stoffe zugemischt, welche durch die Öl-Mittelschicht als Formulierung an der Pflanzenoberfläche lokalisiert bleiben und durch die Filmbildung wirksam vor äußeren Einflüssen wie Regen oder UV-Strahlung geschützt werden können.

Um z.B. ein Pflanzenbehandlungsmittel gegen pilzliche Schaderreger (Pathogene), bereitzustellen, kann es vorgesehen sein, die Emulsion hinsichtlich des Wasseranteiles so einzustellen, dass die für eine erfolgreiche Wirtserkennung der Pilze auf der Pflanzen benötigten Oberflächenstrukturen durch die Öl-Mittelschicht maskiert oder verändert sind. Insbesondere kann so eine Infektion verhindert werden. Zudem könnte die Öl-Mittelschicht eine Infektion und Pilzwachstum auf der Pflanzenoberfläche vermindern, weil die Öl-Mittelschicht kein geeignetes Medium darstellt und primäre Prozesse der Besiedlung wie Sporenkeimung, Keimschlauchentwicklung oder Ausbildung von Infektionsstrukturen nicht oder eingeschränkt stattfinden.

Zudem stellt die Öl-Mittelschicht eine zusätzliche mechanische Barriere dar, die die Infektion aber auch das Auswachsen von Pilzen aus der Pflanze heraus behindern kann und so die Epidemiologie verzögert (Besiedelung und Ausbreitung der Pilze in der Pflanze und im Pflanzenbestand).

Oder der Öl-Mittelschicht werden fungistatische oder fungizide Stoffe zugemischt, welche durch die Öl-Mittelschicht als Formulierung an der Pflanzenoberfläche lokalisiert bleiben und durch die Filmbildung wirksam vor äußeren Einflüssen wie Regen oder UV-Strahlung geschützt werden können.

Um z.B. ein Pflanzenbehandlungsmittel mit herbizider Wirkung bereitzustellen, kann es vorgesehen sein, die Emulsion hinsichtlich des Wasseranteiles so einzustellen, dass durch die Filmbildung der Wasser- und/oder Gasaustausch über die Pflanzenoberfläche so stark beeinträchtigt wird, das ein Pflanzenwachstum verzögert bzw. verhindert wird. Eine Behandlung erfolgt dann im Vorauflauf der eigentlichen Kulturpflanze, sodass diese durch die Behandlung nicht beeinträchtigt werden kann.

Oder die Öl-Mittelschicht wird zu gezielten Abreife der Kulturpflanzen genutzt.