Title:
Elektromagnetisches Stellglied, Flussscheibenkörper für ein elektromagnetisches Stellglied und Verfahren zur Herstellung eines elektromagnetischen Stellgliedes
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die Erfindung betrifft ein elektromagnetisches Stellglied, umfassend einen entlang einer Längsachse (100) in einem Ankerraum (20) bewegbaren Anker (5), eine um die Längsachse (100) verlaufende Magnetspule (4) zur Erzeugung eines Magnetfeldes zur Bewegung des Ankers (5), ein mit dem Anker (5) bewegungsgekoppeltes Stellelement (7) sowie einen an einem axialen Ende der Magnetspule (4) angeordneten Flussscheibenkörper (10) mit einer in Richtung der Längsachse (100) verlaufenden Ausnehmung (12), in der das Stellelement (7) verschiebbar gelagert ist. Es wird vorgeschlagen, dass der Flussscheibenkörper (10) zweiteilig aufgebaut ist und einen der Magnetspule (4) zugewandten Grundkörper (9) aus gesintertem weichmagnetischem Material, in dem die Ausnehmung (12) für das Stellelement (7) angeordnet ist, sowie eine auf ein von der Magnetspule (4) abgewandtes Ende des Grundkörpers (9) aufgepresste Metallscheibe (8) aufweist. Weiterhin betriff die Erfindung einen entsprechend zweiteilig hergestellten Flussscheibenkörper sowie ein Verfahren zur Herstellung eines elektromagnetischen Stellgliedes. embedded image





Inventors:
Flores Arellano, Jose Jasson (Estado de Mexico, MX)
Pandurangi, Girish (Bangalore, IN)
Hofmann, Manfred (90559, Burgthann, DE)
Michalski, Guy Edward (99817, Eisenach, DE)
Application Number:
DE102016224288A
Publication Date:
06/07/2018
Filing Date:
12/06/2016
Assignee:
Robert Bosch GmbH, 70469 (DE)
International Classes:
H01F7/08; F16K31/06
Claims:
Elektromagnetisches Stellglied, umfassend einen entlang einer Längsachse (100) in einem Ankerraum (20) bewegbaren Anker (5), eine um die Längsachse (100) verlaufende Magnetspule (4) zur Erzeugung eines Magnetfeldes zur Bewegung des Ankers (5), ein mit dem Anker (5) bewegungsgekoppeltes Stellelement (7) sowie einen an einem axialen Ende der Magnetspule (4) angeordneten Flussscheibenkörper (10) mit einer in Richtung der Längsachse (100) verlaufenden Ausnehmung (12), in der das Stellelement (7) verschiebbar gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Flussscheibenkörper (10) zweiteilig aufgebaut ist und einen der Magnetspule (4) zugewandten Grundkörper (9) aus gesintertem weichmagnetischem Material, in dem die Ausnehmung (12) für das Stellelement (7) angeordnet ist, sowie eine auf ein von der Magnetspule (4) abgewandtes Ende des Grundkörpers (9) aufgepresste Metallscheibe (8) aufweist.

Elektromagnetisches Stellglied nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Flussscheibenkörper (10) zwischen der Metallscheibe (8) und dem Grundkörper (9) wenigstens eine umlaufende Nut (11) ausgebildet ist.

Elektromagnetisches Stellglied nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (9) an seiner von der Magnetspule (4) abweisenden Seite eine Schulter (95) aufweist, an der ein Fortsatz (94) in Richtung der Längsachse (100) absteht, wobei die Metallscheibe (8) auf den Fortsatz (94) aufgepresst ist.

Elektromagnetisches Stellglied nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass an der Schulter (95) Klemmbacken (99) vorgesehen sind, die durch Aufpressen der Metallscheibe (8) bleibend verformt sind.

Elektromagnetisches Stellglied nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer von der Magnetspule (4) abweisenden Stirnseite (97) des Fortsatzes (94) wenigstens ein sich von der Stirnseite (97) erhebender Anschlag (98) vorgesehen ist.

Elektromagnetisches Stellglied nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einer der von der Magnetspule (4) abweisenden Stirnseite (97) des Fortsatzes (94) ein plastischer Verformungsbereich (96) vorhanden ist, in dem das Material des Grundkörpers (9) derart verformt ist, dass das verformte Material die Metallscheibe (8) auf der von der Magnetspule (4) abweisenden Seite hintergreift.

Elektromagnetisches Stellglied nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallscheibe (8) eine zentrische Innenausnehmung (85) zur Aufnahme des Fortsatzes (94) aufweist.

Elektromagnetisches Stellglied nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallscheibe (8) an einer Kante zwischen der Innenausnehmung (85) und einer von der Magnetspule (4) abgewandten Ringfläche (82) eine Fase (84) zur Aufnahme des die Metallscheibe (8) hintergreifenden Materials des Grundkörpers (9) aufweist.

Flussscheibenkörper für eine elektromagnetisches Stellglied nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Flussscheibenkörper (10) zweiteilig aufgebaut ist und einen der Magnetspule (4) zugewandten Grundkörper (9) aus gesintertem weichmagnetischem Material, in dem eine Ausnehmung (12) für ein Stellelement (7) des elektromagnetischen Stellgliedes angeordnet ist, sowie eine auf ein von der Magnetspule (4) abgewandtes Ende des Grundkörpers (9) aufgepresste Metallscheibe (8) aufweist.

Verfahren zur Herstellung eines elektromagnetischen Stellgliedes nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Flussscheibenkörper (10) hergestellt wird, indem ein Grundkörper (9) aus gesintertem weichmagnetischem Material mit einer durchgehenden Ausnehmung (12) bereitgestellt wird und eine Metallscheibe (8) auf ein Ende des Grundkörpers (9) aufgepresst wird, und der so hergestellte Flussscheibenkörper (10) mit einer Magnetspule (4), einem Stellelement (7) und einem Anker (5) zu einem elektromagnetischen Stellglied (1) verbaut wird.

Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Pressvorgang mittels eines an einer Metallscheibe (8) anliegenden ersten Presswerkzeuges (101) die Metallscheibe (8) auf einen Fortsatz (94) des festgehaltenen Grundkörpers (9) aus gesintertem weichmagnetischem Material aufgepresst wird, bis das erste Presswerkzeug (101) an einen sich von einer Stirnseite (97) des Fortsatzes (94) erhebenden Anschlag (98) zur Anlage gelangt.

Verfahren zur Herstellung eines elektromagnetischen Stellgliedes nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass in einem nach dem ersten Pressvorgang durchgeführten zweiten Pressvorgang an der von der Magnetspule (4) abweisenden Stirnseite (97) des Fortsatzes (94) ein plastischer Verformungsbereich (96) des Grundkörpers (9) derart verformt wird, dass das verformte Material die Metallscheibe (8) auf der von der Magnetspule (4) abweisenden Seite hintergreift.

Description:
Stand der Technik

Aus der DE 10 2012 223 430 A1 ist ein elektromagnetisches Stellglied bekannt, das einen entlang einer Längsachse in einem Ankerraum bewegbaren Anker, eine um die Längsachse verlaufende Magnetspule zur Erzeugung eines Magnetfeldes zur Bewegung des Ankers, ein mit dem Anker bewegungsgekoppeltes Stellelement sowie einen an einem axialen Ende der Magnetspule angeordneten Flussscheibenkörper mit einer in Richtung der Längsachse verlaufenden Ausnehmung, in der das Stellelement verschiebbar gelagert ist, aufweist. Der magnetische Flussscheibenkörper kann einerseits dazu dienen einen geschlossenen Magnetfluss zu ermöglichen, andererseits kann er eine mechanische Schnittstelle zu einer von dem Stellelement beaufschlagten Aktuatorik darstellen, die beispielsweise als ein in einem Ventilkörper eines Hydraulikventils geführter Schieberkolben ausgebildet sein kann.

Offenbarung der Erfindung

Die Erfindung betrifft ein elektromagnetisches Stellglied mit einem entlang einer Längsachse in einem Ankerraum bewegbaren Anker, mit einer um die Längsachse verlaufenden Magnetspule zur Erzeugung eines Magnetfeldes zur Bewegung des Ankers und mit einem mit dem Anker bewegungsgekoppelten Stellelement sowie einem an einem axialen Ende der Magnetspule angeordneten Flussscheibenkörper (flux washer) mit einer in Richtung der Längsachse verlaufenden Ausnehmung, in der das Stellelement verschiebbar gelagert ist. Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, dass der Flussscheibenkörper zweiteilig aufgebaut ist und einen der Magnetspule zugewandten Grundkörper aus gesintertem weichmagnetischem Material, in dem die Ausnehmung für das Stellelement angeordnet ist, sowie eine auf das von der Magnetspule abgewandte Ende des Grundkörpers aufgepresste Metallscheibe aufweist.

Vorteile der Erfindung

Um als mechanische Schnittstelle oder Befestigungsmittel zu einer von dem Stellelement beaufschlagten Aktuatorik eingesetzt zu werden, kann es wünschenswert sein, den Flussscheibenkörper mit einer Art Flanschgeometrie zu versehen. Wenn der Flussscheibenkörper aus einem gesintertem weichmagnetischem Material hergestellt wird, ist die Ausbildung von Hinterschnitten und Nuten im Flussscheibenkörper sehr aufwändig, da das gesinterte Teil nach dem Sintervorgang einer zusätzlichen aufwändigen Bearbeitung unterzogen werden muss. Dadurch, dass der Flussscheibenkörper zweiteilig aufgebaut ist, wird vorteilhaft erreicht, dass der preiswert herstellbare Grundkörper aus gesintertem weichmagnetischem Material nach seiner Herstellung keiner aufwändigen materialabtragenden Bearbeitung unterzogen werden muss. Die benötigte Geometrie wird durch Aufpressen einer Metallscheibe erreicht. So kann zwischen der Metallscheibe und dem Grundkörper beispielsweise wenigstens eine umlaufende Nut ausgebildet sein, ohne dass diese in den Grundkörper eingebracht werden müsste.

Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung werden durch die in den abhängigen Ansprüchen angegebenen Merkmale ermöglicht.

Durch den zweitteiligen Aufbau des Flussscheibenkörpers können in einfacher Weise Hinterschnitte erreicht werden. So ist es beispielsweise möglich, dass in einfacher Weise zwischen der Metallscheibe und dem Grundkörper des Flussscheibenkörpers wenigstens eine umlaufende Nut ausgebildet ist.

Dadurch, dass der Grundkörper an seiner von der Magnetspule abweisenden Seite eine Schulter aufweist, an der ein Fortsatz in Richtung der Längsachse absteht, wobei die Metallscheibe auf den Fortsatz aufgepresst ist, kann vorteilhaft ein definiertes Aufpressen der Metallscheibe auf den Grundkörper dargestellt werden und die dabei einzustellenden Maße und Geometrien fertigungstechnisch zuverlässig realisiert werden.

An der Schulter können vorteilhaft Klemmbacken vorgesehen werden, die beim Aufpressen der Metallscheibe bleibend verformt werden, so dass eine besonders stabile Presspassung erreicht wird.

Vorteilhaft kann an einer von der Magnetspule abweisenden Stirnseite des Fortsatzes wenigstens ein sich von der Stirnseite erhebender Anschlag vorgesehen sein, der einen Anschlag für ein Presswerkzeug darstellt.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn an einer der von der Magnetspule abweisenden Stirnseite des Fortsatzes ein plastischer Verformungsbereich vorhanden ist, in dem das Material des Grundkörpers derart verformt ist, dass das verformte Material die Metallscheibe auf der von der Magnetspule abweisenden Seite hintergreift. Dadurch wird eine besonders sichere und feste Verbindung zwischen der Metallscheibe und dem Grundkörper erreicht.

Die Metallscheibe kann eine zentrische Innenausnehmung zur Aufnahme des Fortsatzes aufweisen, so dass die Metallscheibe bei der Herstellung einfach auf den Forstsatz aufgepresst werden kann. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die die Metallscheibe an einer Kante zwischen der Innenausnehmung und einer von der Magnetspule abgewandten Ringfläche eine Fase zur Aufnahme des die Metallscheibe hintergreifenden Materials des Grundkörpers aufweist. Dadurch wird kann erreicht werden, dass das verformte Material an der Stirnseite nicht absteht und keine störenden Überstände ausbildet.

Vorteilhaft ist weiterhin ein Flussscheibenkörper für eine elektromagnetisches Stellglied der beschriebenen Art, bei welcher der Flussscheibenkörper zweiteilig aufgebaut ist und einen der Magnetspule zugewandten Grundkörper aus gesintertem weichmagnetischem Material, in dem eine Ausnehmung für ein Stellelement des elektromagnetischen Stellgliedes angeordnet ist, sowie eine auf ein von der Magnetspule abgewandte Ende des Grundkörpers aufgepresste Metallscheibe aufweist. Der Flussscheibenkörper kann separat von dem elektromagnetischen Stellglied gefertigt werden und später an dem elektromagnetischen Stellglied verbaut werden.

Vorteilhaft ist weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines elektromagnetischen Stellgliedes mit dem Merkmalen des unabhängigen Verfahrensanspruchs, bei dem ein Flussscheibenkörper hergestellt wird, indem ein Grundkörper aus gesintertem weichmagnetischem Material mit einer durchgehenden Ausnehmung bereitgestellt wird und eine Metallscheibe auf ein Ende des Grundkörpers aufgepresst wird, und der so hergestellte Flussscheibenkörper mit einer Magnetspule, einem Stellelement und einem Anker zu einem elektromagnetischen Stellglied verbaut wird.

Besonders vorteilhaft kann in einem ersten Pressvorgang mittels eines an einer Metallscheibe anliegenden ersten Presswerkzeuges die Metallscheibe auf einen Fortsatz des festgehaltenen Grundkörpers aus gesintertem weichmagnetischem Material aufgepresst wird, bis das erste Presswerkzeug an einen sich von einer Stirnseite des Fortsatzes erhebenden Anschlag zur Anlage gelangt. Der Anschlag definiert vorteilhaft ein definiertes Maß, um welches die Metallscheibe in der Längsrichtung auf den Fortsatz aufgepresst werden soll. Dadurch wird zuverlässig erreicht, dass der Flussscheibenkörper mit einer definierten Geometrie gefertigt werden kann. Durch Ausnehmungen im ersten Presswerkzeug kann vorteilhaft vermieden werden, dass ein erst im zweiten Pressvorgang deformierter Verformungsbereich bereits im ersten Pressvorgang deformiert wird.

Vorteilhaft wird in einem nach dem ersten Pressvorgang durchgeführten zweiten Pressvorgang an der von der Magnetspule abweisenden Stirnseite des Fortsatzes ein plastischer Verformungsbereich des Grundkörpers derart verformt, dass das verformte Material die Metallscheibe auf der von der Magnetspule abweisenden Seite hintergreift, wodurch ein besonders fester Halt der Metallscheibe an dem Grundkörper erreicht wird.

Figurenliste

  • 1 zeigt einen Querschnitt durch ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen elektromagnetischen Stellgliedes,
  • 2 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Ausführungsbeispiels des Grundkörpers eines Flussscheibenköpers vor dem Aufpressen einer Metallscheibe,
  • 3 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Ausführungsbeispiels einer Metallscheibe Flussscheibenköpers vor dem Aufpressen auf den Grundköper,
  • 4a zeigt ein Ausführungsbeispiel für einen ersten Pressvorgang des Auspressens der Metallscheibe auf den Grundkörper,
  • 4b zeigt ein Ausführungsbeispiel für einen nach dem ersten Pressvorgang durchgeführten zweiten Pressvorgang.

Ausführungsformen der Erfindung

1 zeigt einen Querschnitt durch ein Ausführungsbeispiel eines elektromagnetischen Stellgliedes 1, das beispielsweise zur Ansteuerung eines Schieberventils für eine hydraulische Getriebekupplung verwandt werden kann. Das elektromagnetische Stellglied kann aber auch zur Betätigung eines anderen Aktuators, beispielsweise zur Betätigung eines Schaltventils in Sitzbauweise verwandt werden.

Wie in 1 erkennbar ist, umfasst das elektromagnetische Stellglied 1 einen Elektromagneten 2, der beispielsweise als Proportionalmagnet ausgebildet ist und aus einer Magnetspule 4 und einem Anker 5 besteht und vorzugsweise ein magnetisches Polrohr 10 aufweist. Die Magnetspule 4 weist einen die Spulenwicklung tragenden Spulenkörper 3 auf, der beispielsweise rotationssymmetrisch zu einer Längsrichtung 100 ausgebildet ist. Das elektromagnetische Stellglied weist beispielsweise einen in radialer Richtung von der Längsachse 100 abstehenden elektrischen Anschluss 21 für die Magnetspule 4 auf. In dem Spulenkörper 3 befindet sich beispielsweise eine zylindrische Zentralausnehmung 13, welche den Spulenkörper vollständig durchdringt. Das bereits erwähnte Polrohr 10 kann in der Zentralausnehmung 13 angeordnet sein und einen Zylindermantel aufweisen, der an seinem Außenumfang mit einer Ausnehmung 23 versehen ist. Durch die Ausnehmung 23 wird der magnetische Fluss durch das Polrohr 10 beeinflusst. Die Ausnehmung 23 ist beispielsweise als V-förmige Nut ausgebildet und verhindert einen magnetischen Kurzschluss. Der aufgrund der Ausnehmung 23 reduzierte magnetische Eisenquerschnitt geht schon bei niedrigen Spulenströmen in die Sättigung über und wirkt dadurch ähnlich wie ein Luftspalt zwischen einem Magnetkern und einem Polstück. Der Zylindermantel des Polrohres 10 kann weiterhin eine Innenausnehmung 20 aufweisen, die das Polrohr 10 bis zu einem magnetischen Joch 14 durchdringt. In der Innenausnehmung 20 des Polrohres 10 kann ein zylinderförmiger Anker 5 gleitverschiebbar gelagert sein. Das Ausführungsbeispiel mit Polrohr ist als eine beispielhafte Ausführungsform des Elektromagneten anzusehen. Natürlich können auch andere Elektromagneten ohne Polrohr verwandt werden.

Das magnetische Joch 14 weist eine Durchgangsöffnung für ein Stellelement 7 auf, das mit dem Anker 5 bewegungsgekoppelt ist. Der Anker 5 kann eine zentrale Innenbohrung 25 aufweisen, in die ein Ankerbolzen 26 eingepresst ist. Der Anker 5 bewegt sich in Abhängigkeit von der elektromagnetischen Kraft der Magnetspule 4 und den über das Stellelement 7 und gegebenenfalls eine nicht dargestellte Feder auf den Anker 5 wirkenden Gegenkräften in der Innenausnehmung 20 des Polrohres 10 hin und her.

Am in 1 rechten stirnseitigen Ende des Spulenkörpers 3 ist eine Polscheibe 27 auf das Polrohr 10 aufgesetzt. Die Polscheibe 27 liegt an einem konusförmig vorspringenden Endbereich 24 des Polrohres auf diesem auf. Der Spulenkörper 3 wiederum greift mit einem Vorsprung 28 in die Polscheibe 27 ein. Die Polscheibe 27 weist eine zentrale kreisrunde Ausnehmung auf, durch die ein die Innenausnehmung 20 umgebender Kragen 29 des Polrohres 10 hindurchgreift. Der Spulenkörper 3 kann von einem Gehäusemantel 31 umgeben sein, der mit einem die Polscheibe 27 abdeckenden Deckel 30 verschlossen ist.

An dem in 1 linken axialen linken Ende des Spulenkörpers 3 ist ein den Magnetkreis schließender magnetischer Flussscheibenkörper 10 angeordnet, der die Zentralausnehmung 13 übergreift. Ein Vorsprung 32 der Kunststoffummantelung des elektrischen Anschlusses 21 kann den Flussscheibenkörper 10 beispielsweise umgreifen und diesen an dem Spulenkörper 3 fixieren. In dem Flussscheibenkörper 10 befindet sich eine durchgehende Ausnehmung 12 die ein Gleitlager für das Stellelement 7 ausbildet.

Wie in 1 zu erkennen ist, ist der Flussscheibenkörper 10 zweiteilig aufgebaut und weist einen der Magnetspule 4 zugewandten Grundkörper 9 aus gesintertem weichmagnetischem Material, in dem die Ausnehmung 12 für das Stellelement 7 angeordnet ist, sowie eine auf das von der Magnetspule 4 abgewandte Ende des Grundkörpers 9 aufgepresste Metallscheibe 8 auf. Zwischen der Metallscheibe 8 und dem Grundkörper 9 besteht beispielsweise wenigstens eine umlaufende Nut 11, so dass der Flussscheibenkörper 10 eine flanschartige Geometrie besitzt.

2 zeigt eine vergrößerte Ansicht des Grundkörpers 9. Der Grundkörper 9 besteht vollständig aus gesintertem weichmagnetischen Material, beispielsweise aus S-FeP-130, und ist weitgehend symmetrisch zu der Längsachse 100 aufgebaut. Der Grundkörper 9 weist eine sich ausgehend von einer Grundscheibe 91 in Richtung der Längsachse 100 verjüngende Form ohne Hinterschnitte auf. Die Grundscheibe 91 ist zentrisch zu der Längsachse 100 ausgerichtet und weist mehrere radial vorspringende Segmente und Ausnehmungen auf, die auch unregelmäßig über den Umfang verteilt sein können. Von der Grundscheibe 91 steht ein erster zylinderscheibenförmiger Dom 92 in Richtung der Längsachse 100 ab. An den ersten zylinderscheibenförmiger Dom 92 schließt sich ein zweiter zylinderscheibenförmiger Dom 93 mit kleinerem Außendurchmesser an, dessen Umfangsfläche den Grund der Nut 11 bildet.

Wie man in 2 gut erkennen kann, steht von dem zweiten zylinderscheibenförmigen Dom 93 ein Fortsatz 94 in der Richtung der Längsachse 100 ab. Der Fortsatz 94 weist einen kleineren Außendurchmesser als der zweite zylinderscheibenförmige Dom 93 auf, so dass die von der Magnetspule 4 abgewandte Seite des zweiten Doms 93 eine Schulter 95 ausbildet. An der Schulter 95 sind über den Umfang verteilt mehrere Klemmbacken 99 vorgesehen. An einer von der Magnetspule 4 abweisenden Stirnseite 97 des Fortsatzes 94 ist wenigstens ein sich von der Stirnseite 97 erhebender Anschlag 98 vorgesehen. In 2 sind vier Anschläge 98 erkennbar. Weiterhin ist an der von der Magnetspule 4 abweisenden Stirnseite 97 des Fortsatzes 94 ein plastischer Verformungsbereich 96 vorgesehen, der beispielsweise als ein in Richtung der Längsachse von der Stirnseite 97 abstehender umlaufender Kragen ausgebildet ist.

Ein Ausführungsbeispiel der Metallscheibe 8 ist in 3 dargestellt. Die Metallscheibe ist beispielsweise aus Stahl, beispielsweise aus DC04 hergestellt. Die Metallscheibe 8 weist eine zentrische Innenausnehmung 85 zur Aufnahme des Fortsatzes 94 auf. Weiterhin wiest die Metallscheibe 8 an einer Kante zwischen der Innenausnehmung 85 und einer von der Magnetspule 4 abgewandten Ringfläche 82 eine Fase 84. Wie in 3 außerdem erkennbar ist, kann die Metallscheibe 8 beispielsweise zwei sich in Bezug auf die Längssachse 100 diametral gegenüberliegende Einschnürungen 84 im Außenumfang aufweisen.

Bei der Herstellung des Flussscheibenkörpers 10 kann beispielsweise wie in 4a und 4b dargestellt verfahren werden. Zunächst wird der Grundkörper 9 ortsfest gehalten. Dann wird in einem in 4 gezeigten ersten Pressvorgang mittels eines an der Metallscheibe 8 anliegenden ersten Presswerkzeuges 101 die Metallscheibe 8 auf den Fortsatz 94 des festgehaltenen Grundkörpers 9 aufgepresst wird, bis das erste Presswerkzeug 101, wie dargestellt, an die sich von der Stirnseite 97 des Fortsatzes 94 erhebenden Anschläge 98 anstößt. Beim Aufpressen werden die Klemmbacken 99 an der Schulter 95 bleibend verformt. Durch den ersten Pressvorgang wird die Metallscheibe in einem definierten Maß in Bezug auf die Längsachse 102 an dem Fortsatz 94 festgelegt. Wie man in 4a erkennen kann, verhindert eine ringförmige Nut 101a in dem ersten Presswerkzeug 101, dass der plastische Verformungsbereich 96 bereits im ersten Pressvorgang verformt wird.

Nach dem ersten Pressvorgang wird der in 4b dargestellte zweite Pressvorgang durchgeführt. Während des zweiten Pressvorgangs wird mit einem zweiten Presswerkzeug 102 der plastische Verformungsbereich 96 des Grundkörpers 9 an der von der Magnetspule 4 abweisenden Stirnseite 97 des Fortsatzes 94 derart verformt, dass das verformte Material die Metallscheibe 8 auf der von der Magnetspule 4 abweisenden Seite hintergreift. Das verformte Material kann dabei in den durch die Fase 84 und den Fortsatz 94 und das zweite Presswerkzeug gebildeten Bereich eindringen. Wie man anhand von 4b gut erkennen kann, wird während des zweiten Pressvorgangs die Metallscheibe 8 nicht oder nur geringfügig mit Presskraft beaufschlagt. Der zweite Pressvorgang dient dazu, dass das aus dem Verformungsbereich 96 verformte Material die Metallscheibe 8 auf der von der Magnetspule 4 abweisenden Seite hintergreift, so dass die Metallscheibe 8 an dem Grundkörper 9 befestigt ist.

Der fertig hergestellte Flussscheibenkörper kann schließlich, wie in 1 gezeigt, an dem elektromagnetischen Stellglied 1 verbaut werden.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • DE 102012223430 A1 [0001]