Title:
Bordnetz für ein Kraftfahrzeug und Kraftfahrzeug
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Bordnetz (2) für ein Kraftfahrzeug (1), umfassend eine elektrische Energiespeichereinrichtung (3) und wenigstens eine Bordnetzkomponente (8, 9, 10), welche durch wenigstens ein wenigstens eine elektrische Leitungsverbindung zur Energiespeichereinrichtung (3) realisierendes Verbindungsmittel (6, 6a, 6c, 7) mit der Energiespeichereinrichtung (3) verbunden ist, wobei mittels des wenigstens einen Verbindungsmittels (6, 6a-c, 7) zusätzlich ein Temperierfluid zu und/oder von der mit ihm verbundenen Bordnetzkomponente (8, 9, 10) transportierbar ist. embedded image





Inventors:
Straßer, Roman (85080, Gaimersheim, DE)
Application Number:
DE102016223991A
Publication Date:
06/07/2018
Filing Date:
12/01/2016
Assignee:
AUDI AG, 85045 (DE)
International Classes:
B60R16/03; H01B17/54; H02G5/10
Domestic Patent References:
DE102015201440A1N/A2016-07-28
DE102013201530A1N/A2014-07-31
DE112012003099T5N/A2014-07-24
DE102010007975A1N/A2011-08-18
DE3008822A1N/A1981-09-10
DE2641364A1N/A1978-03-16
Foreign References:
GB2508140A2014-05-28
63962412002-05-28
EP20732202009-06-24
Claims:
Bordnetz (2) für ein Kraftfahrzeug (1), umfassend eine elektrische Energiespeichereinrichtung (3) und wenigstens eine Bordnetzkomponente (8, 9, 10), welche durch wenigstens ein wenigstens eine elektrische Leitungsverbindung zur Energiespeichereinrichtung (3) realisierendes Verbindungsmittel (6, 6a, 6c, 7) mit der Energiespeichereinrichtung (3) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des wenigstens einen Verbindungsmittels (6, 6a-c, 7) zusätzlich ein Temperierfluid zu und/oder von der mit ihm verbundenen Bordnetzkomponente (8, 9, 10) transportierbar ist.

Bordnetz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der wenigstens einen elektrische Leitungsverbindung als Hohlkörper (14) ausgebildet ist, in dessen Inneren (15) das Temperierfluid transportierbar ist, und/oder dass wenigstens eines des wenigstens einen Verbindungsmittels (6a-6c) einen Schlauch oder ein Rohr (16a-c) zum Transportieren des Tempierfluids umfasst, wobei die elektrische Leitungsverbindung innerhalb oder außerhalb des Rohrs (16a-c) oder des Schlauchs verläuft.

Bordnetz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der wenigstens einen Bordnetzkomponente (8, 9, 10) mit zwei Verbindungsmitteln (6, 6a, 6b, 7) verbunden ist, wobei ein erstes Verbindungsmittel (6, 6a, 6b) einen Vorlauf des Temperierfluids zur Bordnetzkomponente (8, 9, 10) und ein zweites Verbindungsmittel (7) einen Rücklauf des Temperierfluids von der Bordnetzkomponente (8, 9, 10) realisiert, und/oder dass ein mit wenigstens einer der wenigstens einen Bordnetzkomponente (8, 9, 10) verbundenes Verbindungsmittel (6c) einen Vorlauf des Temperierfluids zu der Bordnetzkomponente (8, 9, 10) und einen Rücklauf des Temperierfluids von der Bordnetzkomponente (8, 9, 10) realisierende Fluidkanäle aufweist.

Bordnetz nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Verbindungsmittel (6, 6a-c, 7) bordnetzkomponentenseitig und/oder energiespeichereinrichtungsseitig ein gemeinsames Anschlusselement (23) zur elektrischen Kontaktierung der wenigstens einen Leitungsverbindung und zum Einleiten und/oder Ausleiten des Temperierfluids aufweist.

Bordnetz nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Bordnetzkomponente (8, 9, 10) ein Bauelemente (19, 20) der Bordnetzkomponente aufnehmendes Gehäuse (18) aufweist, in welches das Temperierfluid zumindest einen Teil der Bauelemente (19) unmittelbar umgebend einleitbar ist.

Bordnetz nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der Bauelemente (20), insbesondere Steuerungsbauelemente, in einem von einer Durchströmung durch das Temperierfluid separierten Gehäuseabschnitt (22) angeordnet ist.

Bordnetz nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Temperierfluid mittels des wenigstens einen Verbindungsmittels (6, 6a-c, 7) zwischen der Energiespeichereinrichtung (3), insbesondere ihrer Battery Juncition Box (4), und der Bordnetzkomponente (8, 9, 10) oder zwischen einer Verteilereinrichtung des Bordnetzes und der Bordnetzkomponente (8, 9, 10) oder zwischen wenigstens zwei Bordnetzkomponenten transportierbar ist.

Bordnetz nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Bordnetznetzkomponente (8) eine elektrische Maschine, insbesondere einschließlich einer Stromrichtereinrichtung (27), und/oder eine Bordnetzkomponente (9) ein Gleichspannungswandler und/oder eine Bordnetzkomponente (10) ein Ladegerät ist.

Bordnetz nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es zur Versorgung einer Antriebseinrichtung des Kraftfahrzeugs (1) und/oder zum Betrieb mit einer Bordnetzspannung von wenigstens 60 Volt eingerichtet ist.

Kraftfahrzeug (1), umfassend ein Bordnetz (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Bordnetz für ein Kraftfahrzeug, umfassend eine elektrische Energiespeichereinrichtung und wenigstens eine Bordnetzkomponente, welche durch wenigstens ein wenigstens eine elektrische Leitungsverbindung zur Energiespeichereinrichtung realisierendes Verbindungsmittel mit der Energiespeichereinrichtung verbunden ist. Daneben betrifft die Erfindung ein Kraftfahrzeug.

Derartige Bordnetze werden beispielsweise als Hochvoltbordnetz zur Versorgung einer elektrischen Maschine zum Antrieb eines Kraftfahrzeugs eingesetzt. Dabei wird ein Verbindungsmittel an eine oder eine jeweilige Bordnetzkomponente und eine bordnetzseitige Energiespeichereinrichtung zur Realisierung einer elektrischen Leitungsverbindung angeschlossen. Aufgrund der hohen von der Energiespeichereinrichtung abgegebenen elektrischen Ströme und der damit einhergehenden thermischen Verlustleistung sind die Bordnetzkomponenten typischerweise mittels eines Temperierfluids temperierbar, insbesondere kühlbar. Dazu ist beispielsweise bekannt, einen Temperierkreislauf für das Bordnetz vorzusehen, dessen Temperierfluid über separate Fluidanschlüsse in eine jeweilige Bordnetzkomponente einleitbar ist. Allerdings ist der Bauraumbedarf für solche Temperierkreisläufe sehr hoch, was den Verbau des Bordnetzes im Kraftfahrzeug erschwert.

Aus DE 26 41 364 A1 ist ferner ein hohler Leiter für Hochspannungskabel bekannt, bestehend aus einem rohrförmigen, mit radialen Durchlässen versehenen Stützelement und mehreren auf dem Stützelement angeordneten Lagen leitender Elemente.

DE 30 08 822 A1 offenbart ein Verfahren zum Kühlen einer Hochspannungskabelanlage, bei dem ein Kühlmittel einen hohlen Leiter einer oder mehrerer Kabeladern durchströmt und in einem geschlossenen Kreislauf geführt wird.

EP 2 073 220 A1 offenbart eine Hochspannungsdurchführung, umfassend einen elektrischen Leiter, einen rohrförmigen Isolator, welcher den Leiter umgibt, und ein Kühlmittel zum Kühlen des Leiters, welches wenigstens ein Kühlelement umfasst, das sich entlang eines Bruchteils der Länge des Leiters erstreckt und mit diesem in thermischer Verbindung steht.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine bauraumsparendere Möglichkeit zum Temperieren eines Bordnetzes eines Kraftfahrzeugs anzugeben.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß bei einem Bordnetz eingangs genannten Art vorgesehen, dass mittels des wenigstens einen Verbindungsmittels zusätzlich ein Temperierfluid zu und/oder von der mit ihm verbundenen Bordnetzkomponente transportierbar ist.

Die Erfindung beruht auf der Überlegung, das die elektrische Leitungsverbindung zwischen der Energiespeichereinrichtung und der Bordnetzkomponente realisierende Verbindungsmittel auch zur Führung des Temperierfluid zu verwenden und so auf separate bordnetzkomponentenseitige Zuleitungen für das Temperierfluid zu verzichten. Durch diese weitgehende Funktionsintegration kann der Bauraumbedarf für den Verbau des Bordnetzes reduziert und so eine wirtschaftlichere Integration des Bordnetzes in das Kraftfahrzeug erreicht werden.

Das Bordnetz oder das Kraftfahrzeug kann eine mittels des Temperierfluids betreibbare Temperiereinrichtung aufweisen, die wenigstens einen Temperierkreislauf für das Bordnetz realisiert, wobei das wenigstens eine Verbindungsmittel einen Abschnitt wengistens eines des wenigstens einen Temperierkreislaufs ausbildet. Die Temperiereinrichtung umfasst beispielsweise ein Fördermittel, wie eine Pumpe oder einen Verdichter, und/oder einen Wärmeübertrager zur Wärmeübertragung von oder zu dem Temperierfluid. Mittels des Temperierfluids kann die wenigstens eine Bordnetzkomponente erwärmbar und/oder kühlbar sein. Das Temperierfluid ist bevorzugt elektrisch isolierend und kann beispielsweise ein Isolieröl oder ein synthetisches Kühlmittel sein. Die wenigstens eine Leitungsverbindung kann isoliert sein, was insbesondere die Verwendung eines nicht isolierenden Temperierfluids ermöglicht.

Es wird beim erfindungsgemäßen Bordnetz besonders bevorzugt, wenn wenigstens eine der wenigstens einen elektrischen Leitungsverbindung als Hohlkörper ausgebildet ist, in dessen Inneren das Temperierfluid transportierbar ist. Ein solcher Hohlkörper kann auch als Hohlleiter bezeichnet werden. Der Hohlkörper kann ein elektrisch leitfähiges Rohr, beispielsweise aus Metall, sein, dessen Kavität durch das Temperierfluid durchströmbar ist. Der Hohlkörper kann einen kreisrunden, ovalen, eckigen oder abgerundet eckigen Querschnitt aufweisen. Alternativ oder zusätzlich umfasst wenigstens eines des wenigstens einen Verbindungsmittels einen Schlauch oder ein Rohr zum Transportieren des Tempierfluids. Dabei kann die elektrische Leitungsverbindung innerhalb des Rohrs oder des Schlauchs verlaufen, beispielsweise vom Temperierfluid umströmbar sein. Alternativ kann die elektrische Leitungsverbindung außerhalb des Rohrs oder des Schlauchs verlaufen. In diesem Fall gerät die Leitungsverbindung nicht mit dem Temperierfluid in Kontakt.

Bei dem erfindungsgemäßen Bordnetz kann bevorzugt wenigstens eine der wenigstens einen Bordnetzkomponente mit zwei Verbindungsmitteln verbunden sein, wobei ein erstes Verbindungsmittel einen Vorlauf des Temperierfluids zur Bordnetzkomponente und ein zweites Verbindungsmittel einen Rücklauf des Temperierfluids von der Bordnetzkomponente realisiert. Dabei kann die elektrische Leitungsverbindung eines der beiden Verbindungsmittel auf einem hohen Potential der Energiespeichereinrichtung und die elektrische Leitungsverbindung des anderen der beiden Verbindungsmittel auf einem niedrigen Potenzial der Energiespeichereinrichtung, insbesondere auf einem Massepotential, liegen. Alternativ oder zusätzlich kann ein mit wenigstens einer der wenigstens einen Bordnetzkomponente verbundenes Verbindungsmittel einen Vorlauf des Temperierfluids zu der Bordnetzkomponente und einen Rücklauf des Temperierfluids von der Bordnetzkomponente realisierende Fluidkanäle aufweisen. Auf diese Weise kann durch ein einziges Verbindungsmittel ein bidirektionaler Transport des Temperierfluids realisiert werden.

In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung weist das wenigstens eine Verbindungsmittel bordnetzkomponentenseitig und/oder energiespeichereinrichtungsseitig ein gemeinsames Anschlusselement zur elektrischen Kontaktierung der wenigstens einen Leitungsverbindung und zum Einleiten und/oder Ausleiten des Temperierfluids auf. Das oder ein jeweiliges Anschlusselement kann beispielsweise als Steckverbinder oder Schraubverbinder ausgebildet sein. Es kann einen elektrischen Kontaktierungsabschnitt zur elektrischen Kontaktierung der Leitungsverbindung mit der Bordnetzkomponente bzw. der Energiespeichereinrichtung und einen Fluidleitabschnitt aufweisen, mittels welchem das Temperierfluid in eine oder aus einer bordnetzkomponentenseitigen bzw. energiespeichereinrichtungsseitigen Öffnung ein- bzw. ausleitbar ist. Selbstverständlich kann das Anschlusselement dazu entsprechende Dichtungen aufweisen. Mit besonderem Vorteil kann so eine effiziente Temperierung der elektrischen Kontaktierung im Anschlusselement realisiert werden, was durch herkömmliche, separate Zuführungen für ein Temperierfluid bislang nicht oder nur sehr aufwendig realisierbar war.

Gemäß einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bordnetzes ist vorgesehen, dass die wenigstens eine Bordnetzkomponente ein Bauelemente der Bordnetzkomponente aufnehmendes Gehäuse aufweist, in welches das Temperierfluid zumindest ein Teil der Bauelemente unmittelbar umgebend einleitbar ist. Mit anderen Worten ist die Einleitung des Temperierfluids in das Gehäuse derart ausgebildet, dass das Gehäuse vollständig oder zumindest abschnittsweise durch das Temperierfluid geflutet wird. Dadurch wird eine Direktkühlung der Bauelemente im Inneren der Bordnetzkomponente ermöglicht. Es kann so auf bordnetzkomponentenseitige Kühlkörper, Kühlplatten oder Kühlrippen, an denen die Bauelemente angeordnet sind und die mit dem Temperierfluid thermisch gekoppelt sind, verzichtet werden, um eine weitergehende Bauraumreduktion zu erzielen. Alternativ ist jedoch auch denkbar, dass das Temperierfluid durch wenisgtens einen bordnetzkomponentenseitigen Fluidkanal führbar ist, welcher thermisch mit wenigstens einem zu temperierenden Bauelement der Bordnetzkomponente gekoppelt ist. Ein solcher Fluidkanal ist beispielsweise an oder in einem Kühlkörper oder einer Kühlplatte angeordnet.

Besonders bevorzugt ist ein Teil der Bauelemente, insbesondere Steuerungsbauelemente, in einem von einer Durchströmung durch das Temperierfluid separierten Gehäuseabschnitt angeordnet. Die Direktkühlung bzw. Flutung der Bauelemente kann mithin auf solche Bauelemente beschränkt werden, die sich bei ihrem Betrieb besonders stark erwärmen. Diese sind dazu in einem durch das Temperierfluid durchströmbaren Gehäuseabschnitt angeordnet, wohingegen Bauelemente, für die keine Temperierung vorgesehen ist, in dem separierten Gehäuseabschnitt angeordnet sind. Beide Gehäuseabschnitte können mithin fluidmechanisch voneinander getrennt sein.

Außerdem kann beim erfindungsgemäßen Bordnetz mittels des wenigstens einen Verbindungsmittels das Temperierfluid zwischen der Energiespeichereinrichtung, insbesondere ihrer Battery Junction Box, und der Bordnetzkomponente transportierbar sein. Mit anderen Worten wird das Temperierfluid über die gesamte Länge des Verbindungsmittels zwischen Energiespeichereinrichtung und der mit dem Verbindungsmittel verbundenen Bordnetzkomponente transportiert. Alternativ kann mittels des wenigstens einen Verbindungsmittels das Temperierfluid zwischen einer Verteilereinrichtung des Bordnetzes und der Bordnetzkomponente transportierbar sein. Eine solche Verteilereinrichtung ist insbesondere getrennt von der Energiespeichereinrichtung angeordnet und kann ein Traktionsnetzverteiler sein. Die Battery Junction Box, also eine energiespeichereinrichtungsseitige Anschlusseinrichtung für die Verbindung der Bordnetzkomponenten mit der Energiespeichereinrichtung, bzw. die Verteilereinrichtung kann dabei einen zentralen Verteiler für das Temperierfluid bilden und/oder weitere Teile der Temperiereinrichtung, insbesondere das Fördermittel und/oder den Wärmeübertrager, aufnehmen. Alternativ ist es auch denkbar, dass mittels des wenigstens einen Verbindungsmittels das Temperierfluid zwischen wenigstens zwei Bordnetzkomponenten transportierbar ist. Es wird auf diese Weise ein Inselnetz für den Temperierfluidtransport realisierbar.

Bevorzugt ist eine Bordnetzkomponente eine elektrische Maschine, insbesondere einschließlich einer Stromrichtereinrichtung. Das Temperierfluid kann beispielsweise parallel oder hintereinander die Stromrichtereinrichtung und einen Stator und/oder einen Rotor der elektrischen Maschine durchströmen. Insbesondere im Hinblick auf die Temperierung der Stromrichtereinrichtung wird es bevorzugt, wenn sich deren leistungselektronische Bauelemente in dem durch das Temperierfluid durchströmbaren Gehäuseabschnitt der Stromrichtereinrichtung und mit Niederspannung betriebene Steuerbauelemente, die die leistungselektronischen Bauelemente ansteuern, in dem separierten Gehäuseabschnitt befinden. Alternativ oder zusätzlich kann eine Bordnetzkomponente ein Gleichspannungswandler und/oder eine Bordnetzkomponente ein Ladegerät sein. Ein solches Ladegerät kann auch als On-Board Charger (OBC) bezeichnet werden.

Schließlich ist das Bordnetz bevorzugt zur Versorgung einer Antriebseinrichtung des Kraftfahrzeugs und/oder zum Betrieb mit einer Bordnetzspannung von wenigstens 60 V, bevorzugt wenigstens 200 Volt, eingerichtet. Das Bordnetz kann insofern auch als Hochvoltbordnetz aufgefasst werden.

Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird ferner erfindungsgemäß gelöst durch ein Kraftfahrzeug, umfassend ein erfindungsgemäßes Bordnetz. Sämtliche Ausführungen zum erfindungsgemäßen Bordnetz lassen sich analog auf das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug übertragen, sodass auch mit diesem die zuvor genannten Vorteile erzielt werden können.

Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen. Diese sind schematische Darstellungen und zeigen:

  • 1 eine Prinzipskizze eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs mit einem erfindungsgemäßen Bordnetz;
  • 2A - D jeweils einen Längsschnitt durch einen Abschnitt eines Verbindungsmittels für das Bordnetz; und
  • 3 eine Detaildarstellung einer Bordnetzkomponente.

1 zeigt eine Prinzipskizze eines Ausführungsbeispiels eines Kraftfahrzeugs 1 mit einem Bordnetz 2. Dieses umfasst eine Energiespeichereinrichtung 3 mit einer Battery Junction Box 4 und mehreren Energiespeichern 5, welche eine Ausgangsspannung von beispielsweise 200 V zum Versorgen einer Antriebseinrichtung des Kraftfahrzeugs 1 bereitstellen. Mittels jeweils eines ersten Verbindungsmittels 6 und eines zweiten Verbindungsmittels 7 sind eine Bordnetzkomponente 8 in Form einer elektrischen Maschine der Antriebseinrichtung, eine Bordnetzkomponente 9 in Form eines Gleichspannungswandlers und eine Bordnetzkomponente 10 in Form eines Ladegeräts 10 mit der Battery Junction Box 4 verbunden. Das Bordnetz 2 muss jedoch nicht notwendigerweise ein zur Versorgung einer elektrischen Maschine eingerichtetes Bordnetz sein. Alternativ zu einer Battery Junction Box 4 kann das Bordnetz 2 auch eine von der Energiespeichereinrichtung 3 getrennte Verteilereinrichtung, beispielsweise einen Traktionsnetzverteiler aufweisen.

Durch die Verbindungsmittel 6, 7 wird sowohl eine elektrische Leitungsverbindung zwischen der Energiespeichereinrichtung 3 und den Bordnetzkomponenten 8, 9, 10 als auch ein Transport eines elektrisch isolierenden Temperierfluids zu bzw. von den Bordnetzkomponenten 8, 9, 10 realisiert. Das erste Verbindungsmittel 6 ist dabei beispielsweise mit dem hohen Potential der Energiespeichereinrichtung 3 und das zweite Verbindungsmittel 7 mit dem Massepotential verbunden. Die ersten Verbindungsmittel 6 dienen als Vorlauf für das Temperierfluid und die zweiten Verbindungsmittel 7 als Rücklauf, was jeweils durch Pfeile in 1 dargestellt ist. Die Verbindungsmittel 6, 7 sind jeweils Teil eines Temperierkreislaufs einer Temperiereinrichtung 11 des Kraftfahrzeugs 1, die ferner ein Fördermittel 12, beispielsweise eine Pumpe oder einen Verdichter, und ein oder mehrere Wärmeübertrager 13 umfasst. Diese sind vorliegend in die Battery Junction Box 4 integriert, können aber in alternativen Ausführungsbeispielen auch außerhalb der Energiespeichereinrichtung 3, beispielsweise in der zuvor erwähnten Verteilereinrichtung, angeordnet sein, wobei das Temperierfluid die Verbindungsmittel 6, 7 dann nur abschnittsweise durchströmt. Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel erfolgt der Temperierfluidtransport zwischen zwei Bordnetzkomponenten 8, 9, 10 im Sinne eines Inselnetzes.

2A zeigt einen Längsschnitt durch einen Abschnitt des ersten Verbindungsmittels 6. Die elektrische Leitungsverbindung zwischen der Energiespeichereinrichtung 3 und der jeweiligen Bordnetzkomponente 8, 9, 10 wird durch einen Hohlkörper 14 in Form eines metallischen Rohres realisiert, dessen Inneres 15, also seine Kavität, durch das in den Figuren gepunktet dargestellte Temperierfluid durchströmbar ist.

Die 2B-D zeigen jeweils Längsschnitte durch einen Abschnitt alternativer Ausführungsformen von Verbindungsmitteln 6a-c. Das Verbindungsmittel 6a gemäß 2B umfasst ein Rohr 16a, welches durch das Temperierfluid durchströmbar ist, wobei die elektrische Leitungsverbindung als massiver Leiter 17a innerhalb des Rohrs 16a verläuft. 2C zeigt ein Verbindungsmittel 6b, welches ein Rohr 16b für den Transport des Temperierfluids umfasst, wobei ein Leiter 17b außerhalb der Rohrs 16 verläuft. Das zweite Verbindungsmittel 7 kann analog zu den zuvor beschriebenen ersten Verbindungsmitteln 6, 6a, 6b ausgebildet sein. 2D zeigt ein Verbindungsmittel 6c, das separate Rohre 16c in Form von Fluidkanälen für den Vorlauf und den Rücklauf sowie einen Leiter 17c aufweist. In diesem Fall kann eine jeweilige Bordnetzkomponente 8, 9, 10 durch ein einziges Verbindungsmittel 6c mit der Energiespeichereinrichtung 3 verbunden sein, wobei eine weitere elektrische Leitungsverbindung für die Stromrückführung vorgesehen sein kann. Alternativ können die Rohre 16a-c auch Schläuche sein. Darüber hinaus kann ein den 2B-D entsprechendes Verbindungsmittel auch mehrere Leiter aufweisen, beispielsweise jeweils einen oder zwei Leiter für eine von wenigstens drei Phasen.

3 zeigt eine Detaildarstellung der Bordnetzkomponente 9, welche mehrere in einem Gehäuse 18 aufgenommene Bauelemente 19, 20 aufweist. Dabei sind leistungselektronische Bauelemente 19 in einem ersten Gehäuseabschnitt 21 und Steuerungsbauelemente 20 in einem zweiten Gehäuseabschnitt 22 angeordnet. Das erste Verbindungsmittel 6 und das zweite Verbindungsmittel 7 sind jeweils über Anschlusselemente 23 mit dem ersten Gehäuseabschnitt 21 verbunden. Die Anschlusselemente 23 weisen jeweils einen Kontaktierungsabschnitt 24 zur Kontaktierung der elektrischen Leitungsverbindung mit den Bauelementen 19 und ein Fluidleitabschnitt 25, der in Öffnungen 26, 27 des ersten Gehäuseabschnitts 21 mündet, auf. Durch die Öffnung 26 gelangt das Temperierfluid durch das Verbindungsmittel 6 in das Innere des ersten Gehäuseabschnitts 21 und umspült dort die leistungselektronischen Bauelemente 19, welche so direkt gekühlt werden. Über die Öffnung 27 kann das Temperierfluid durch den Fluidleitabschnitt 25 des Anschlusselements 23 in das zweite Verbindungsmittel 7 zurückfließen. Der zweite Gehäuseabschnitt 22 ist dabei fluidmechanisch vom ersten Gehäuseabschnitt 21 getrennt, so dass die Steuerungsbauelemente 20 nicht mit dem Temperierfluid in Kontakt kommen. Da die Schaltungsbauelemente 20 eine wesentlich geringere Verlustleistung erzeugen als die leistungselektronischen Bauelemente 19 kann so auf eine Temperierung mittels des Temperierfluid verzichtet werden.

Eine entsprechende Zweiteilung des Gehäuses 21 ist auch bei den übrigen Bordnetzkomponenten 8, 10 möglich. Insbesondere bei der elektrischen Maschine 8 kann deren Stromrichtereinrichtung 28 (vgl. 1) zwei Gehäuseabschnitte 21, 22 aufweisen, wobei lediglich Halbleiterleistungsschalter vom Temperierfluid umspült werden, die sie ansteuernden Steuerungsbauelemente 20 jedoch nicht.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel wird auf die Zweiteilung des Gehäuses 21 verzichtet. Dieses wird dann vollständig geflutet. Gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel ist das Temperierfluid durch wenigstens einen bordnetzkomponentenseitigen Fluidkanal führbar, welcher thermisch mit den zu temperierenden Bauelementen 19 gekoppelt ist. Ein solcher Fluidkanal ist beispielsweise an oder in einem Kühlkörper oder einer Kühlplatte angeordnet.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 2641364 A1 [0003]
  • DE 3008822 A1 [0004]
  • EP 2073220 A1 [0005]