Title:
Flachdraht sowie Verfahren zu dessen Herstellung und elektrische Maschine
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines mit einer Beschichtung (3) versehenen Flachdrahts (1), umfassend die Schritte: Bereitstellen eines viereckigen, insbesondere rechteckigen, elektrischen Leiterdrahtes (2) mit abgerundeten Kanten (4), Beschichten des Leiterdrahtes (2) mit einer Beschichtung (3) derart, dass ein Außenradius (R1) der Beschichtung (3) an den Kanten (4) ≤ 0,3 mm ist, und zumindest lokales Entfernen von aufgedickten Bereichen (13) der Beschichtung (3), die benachbart zu den abgerundeten Kanten (4) vorhanden sind, um eine Dicke (D) der Beschichtung (3) zu vergleichmäßigen. Ferner betrifft die Erfindung einen Flachdraht sowie eine elektrische Maschine und eine schematische Schnittansicht des Flachdrahts von 3, angeordnet in einer Statornut. embedded image





Inventors:
Reichert, Birgit (38239, Salzgitter, DE)
Lange, Fabian (30175, Hannover, DE)
Application Number:
DE102016222923A
Publication Date:
05/24/2018
Filing Date:
11/21/2016
Assignee:
Robert Bosch GmbH, 70469 (DE)
International Classes:
H01B7/08; H02K3/34
Claims:
Verfahren zur Herstellung eines mit einer Beschichtung (3) versehenen Flachdrahts (1), umfassend die Schritte:
- Bereitstellen eines viereckigen, insbesondere rechteckigen, elektrischen Leiterdrahtes (2) mit abgerundeten Kanten (4),
- Beschichten des Leiterdrahtes (2) mit einer Beschichtung (3) derart, dass ein Außenradius (R1) der Beschichtung (3) an den Kanten (4) ≤ 0,3 mm ist, und
- zumindest lokales Entfernen von aufgedickten Bereichen (13) der Beschichtung (3), die benachbart zu den abgerundeten Kanten (4) vorhanden sind, um eine Dicke (D) der Beschichtung (3) zu vergleichmäßigen.

Verfahren nach Anspruch 1, wobei das zumindest lokale Entfernen derart erfolgt, dass zumindest an Teilbereichen des Flachdrahtes die Dicke (D) der Beschichtung (3) an abgerundeten Kanten (4) und geraden Seitenbereichen gleich ist.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei in Längsrichtung des Flachdrahts (1) ein Bereich (15) zwischen zwei bearbeiteten Bereichen (13', 14') unbearbeitet bleibt.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Entfernen der aufgedickten Bereiche (13) mechanisch, insbesondere mittels eines Werkzeugs mit geometrisch bestimmter Schneide, erfolgt.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Entfernen des aufgedickten Bereichs (13) mittels Umformen, insbesondere mittels Walzen, erfolgt.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Entfernen des aufgedickten Bereichs (13) thermisch, insbesondere mittels eines Lasers, erfolgt.

Verfahren nach einem der vorgehenden Ansprüche, wobei vor oder nach dem Entfernen von aufgedickten Bereichen (13) ein erstes Flachdrahtende (11) und/oder ein zweites Flachdrahtende (12) abisoliert wird.

Verfahren nach Anspruch 7, wobei das erste und/oder zweite Flachdrahtende (11, 12) thermisch abisoliert wird.

Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, wobei die Bereiche, welche unmittelbar benachbart zu dem ersten freien Ende (11) und dem zweiten freien Ende (12) des Flachdrahtes (1) liegen, bearbeitet werden, sodass die aufgedickten Bereiche (13) in diesen unmittelbar benachbarten Bereichen entfernt sind.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Beschichtung eine Lackbeschichtung ist, insbesondere eine Lackbeschichtung mit einer Vielzahl von einzelnen Lackschichten.

Flachdraht mit vier Flachseiten, umfassend
- einen viereckigen, insbesondere rechteckigen Leiterdraht (2) mit abgerundeten Kanten (4),
- eine Beschichtung (3), welche den Leiterdraht (2) vollständig umgibt,
- wobei die Beschichtung (3) elektrisch isolierende Eigenschaften aufweist,
- wobei ein Außenradius (R1) der Beschichtung (3) an den Kanten (4) ≤ 0,3 mm ist, und
- wobei die Beschichtung an den Kanten (4) und zumindest abschnittsweise an Flachseiten des Flachdrahts eine gleichbleibende Dicke (D) aufweist.

Flachdraht nach Anspruch 11, wobei die Beschichtung (3) entlang der gesamten Länge (L) und entlang des Umfanges des Flachdrahtes (1) eine gleichbleibende Dicke (D) aufweist.

Flachdraht nach Anspruch 11, umfassend ein erstes, abisoliertes freies Ende (11) und ein zweites, abisoliertes freies Ende (12) wobei die Beschichtung (3) an einem ersten bearbeiteten Bereich (13'), welcher an das erste freie Ende (11) angrenzt, eine gleichbleibende Dicke (D) aufweist und an einem zweiten bearbeiteten Bereich (14'), der unmittelbar an das zweite freie Ende (12) angrenzt, eine gleichbleibende Dicke (D) aufweist und an einem Zwischenbereich (15), welcher zwischen dem ersten und zweiten bearbeiteten Bereich (13', 14') liegt, eine ungleichmäßige Dicke aufweist.

Flachdraht nach einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei die Beschichtung eine Lackbeschichtung ist, insbesondere eine Lackbeschichtung mit einer Vielzahl von einzelnen Lackschichten.

Elektrische Maschine, umfassend einen Stator mit einer Statorwicklung und Statornuten (5), wobei die Statorwicklung einen Flachdraht (1) gemäß der Ansprüche 11 bis 14 umfasst und wobei Bereiche des Flachdrahtes (1), welche eine Beschichtung mit in Umfangrichtung gleichbleibender Dicke (D) aufweisen, in Statornuten (5) des Stators angeordnet sind.

Description:
Stand der Technik

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines mit einer Beschichtung versehenen Flachdrahtes, einen Flachdraht sowie eine elektrische Maschine.

Elektrische Maschinen sind aus dem Stand der Technik in unterschiedlichen Ausgestaltungen bekannt. Aufgrund strenger Bauraumvorgaben benötigen derartige elektrische Maschinen, insbesondere bei einer Verwendung in Fahrzeugen, eine sehr hohe Leistungsdichte. Hierbei ist es bekannt, Flachdraht, welcher vier flache Seiten, üblicherweise zwei Breitseiten und zwei Schmalseiten, aufweist, bei Statoren zu verwenden, um den Füllfaktor in den Nuten 5 des Stators zu erhöhen (s. 1 und 2). Dadurch kann die elektrische Maschine beispielsweise mit einem höheren Strom betrieben werden, wodurch eine Antriebsleistung erhöht werden kann. Der Flachdraht ist zur elektrischen Isolation üblicherweise mittels eines Lacks 3 beschichtet. Herstellungsbedingt weist dabei der zu beschichtende Leiterdraht 2 abgerundete Kanten 4 mit einem sehr kleinen Radius auf. Die Aufbringung einer gleichmäßig dicken Lackschicht über dem gesamten Leiterumfang ist im Lackierprozess jedoch nicht möglich. Dies liegt daran, dass am Kantenradius ein Kapillardruck auf den flüssig aufgebrachten Lack wirkt, welcher an geraden Leiterbereichen nicht wirkt. Der Kapillardruck berechnet sich mit: p = 2s/r, wobei s die Oberflächenspannung und r der Kantenradius ist. Somit steigt der Kapillardruck für kleiner werdende Kantenradien exponentiell an, sodass der aufgebrachte Lack vom Kantenradius weggedrückt wird. Dieser verdrängte Lack bildet benachbart zu den abgerundeten Kanten seitliche Aufdickungen 13, wie in den 1 und 2 gezeigt. Um die Aufdickungen 13 zu reduzieren, könnte zwar der Kantenradius vergrößert werden, dies verschlechtert jedoch den elektrischen Füllfaktor, da die Statornuten 5 dann in den Eckbereichen 6 und im Bereich der Luftspalte 60, 61 weniger gut gefüllt sind. Aus der DE 847459 B ist ein Verfahren zur Herstellung von lackiertem Flachdraht bekannt, bei welchem eine Lackschicht an den Kanten zur Verbesserung der Isolation erhöht wird. Hierzu wird der Lack zuerst nur an den Kanten des Drahtes aufgebracht und dann erst an den Flachseiten. Dieses Verfahren führt jedoch auch zu verdickten Lackschichten am Übergang zwischen den abgerundeten Drahtkanten und den Flachseiten. Ferner ist das Verfahren extrem aufwendig und teuer.

Offenbarung der Erfindung

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines mit einer Beschichtung versehenen Flachdrahts mit den Merkmalen des Anspruchs 1, weist dem gegenüber den Vorteil auf, dass ein Flachdraht bereitgestellt werden kann, welcher einen erhöhten Füllgrad in Statornuten einer Statorwicklung ermöglicht. Eine Dicke einer Beschichtung wird zumindest lokal vergleichmäßigt. Durch Verwendung dieses Flachdrahtes in einer elektrischen Maschine kann ein besonders hoher elektrischer Füllfaktor in Statornuten erreicht werden. Die wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:

In einem ersten Schritt wird ein viereckiger, insbesondere rechteckiger, elektrischer Leiterdraht mit abgerundeten Kanten bereitgestellt, beispielsweise aus Kupfer. Anschließend wird der Leiterdraht mit einer Beschichtung beschichtet derart, dass ein Außenradius R1 der Beschichtung an den Kanten ≤ 0,3 mm ist. Der Außenradius R1 wird dabei gemessen von einem ersten Mittelpunkt M1, welcher insbesondere auf einer Winkelhalbierenden W zwischen zwei benachbarten Seiten, insbesondere bei einem rechteckigen Flachdraht zwischen einer Flachseite und einer Breitseite liegt. Der Außenradius R1 liegt besonders bevorzugt in einem Bereich von 0,2 mm bis 0,3 mm. In einem letzten Schritt erfolgt ein zumindest lokales Entfernen von aufgedickten Bereichen der Beschichtung, benachbart zu den bogenförmigen Kantenbereichen derart, dass eine Dicke der Beschichtung vergleichmäßigt wird.

Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.

Vorzugsweise weist die Beschichtung eine gleichmäßige Dicke auf. Die Beschichtung weist bevorzugt die gleiche Dicke sowohl an den Kanten, als auch zumindest teilweise an den Flachbereichen des Flachdrahtes auf. Eine Beschichtungsdicke des Flachdrahtes an Kantenbereichen und zumindest teilweise an geraden Seitenbereichen ist somit gleich, und bevorzugt am gesamten Flachdraht gleich. Weiter ist die Schichtdicke bevorzugt sowohl an den Kantenbereichen, als auch den Flachbereichen des Flachdrahtes unmittelbar benachbart zu den Kantenbereichen gleich dick, so dass ein besonders hoher Füllgrad erreicht wird.

Besonders bevorzugt bleibt in Längsrichtung des Flachdrahtes ein Beschichtungsbereich zwischen zwei bearbeiteten Bereichen des Flachdrahtes unbearbeitet. Hierdurch kann eine Bearbeitungsdauer signifikant reduziert werden. Die unbearbeiteten Bereiche sind Bereiche, bei denen eine Dicke der Beschichtung unkritisch ist, z.B. bei einem Stator außerhalb der Statornuten. Hierdurch wird ein Flachdraht bereitgestellt, welcher insbesondere an einem Wickelkopf eines Stators verwendet werden kann. Der unbehandelte Bereich, an welchem die aufgedickten Bereiche noch vorhanden sind, ist im montierten Zustand in Stator dabei außerhalb der Statornuten angeordnet und vorzugsweise U-förmig gebogen. Die an beiden Seiten des unbehandelten Bereichs angrenzenden behandelten Bereiche, an denen die aufgedickten Bereiche entfernt wurden und an denen die Beschichtung am Flachdraht eine gleichmäßige Dicke entlang des Umfangs aufweist, sind dann in den Statornuten angeordnet.

Das Entfernen der aufgedickten Bereiche der Beschichtung erfolgt besonders bevorzugt mechanisch. Dies kann beispielsweise mittels eines Fräsers oder mittels einer anderen Einrichtung mit geometrisch bestimmten Schneiden erfolgen.

Alternativ erfolgt das Entfernen mittels Umformen. Hierbei kann ein Walzschritt vorgesehen werden, welcher die verdickten Bereiche derart bearbeitet, dass die Beschichtung in gleichmäßiger Weise an der Oberfläche des Leiterdrahts verteilt wird. Das Umformen der Beschichtung kann somit beispielsweise mittels Walzen erfolgen.

Weiter bevorzugt erfolgt das Entfernen der aufgedickten Bereiche thermisch, beispielsweise mittels eines Lasers. Dieses Verfahren ist besonders bevorzugt, da hierdurch sehr schnell und kostengünstig ein Entfernen der aufgedickten Bereiche, benachbart zu den bogenförmigen Kantenbereichen, möglich ist.

Weiter bevorzugt wird vor oder nach dem Schritt des Entfernens der aufgedickten Bereiche am Flachdraht ein erstes und/oder zweites Flachdrahtende abisoliert. Das Abisolieren dient später bei der Montage des Flachdrahts zur Herstellung eines sehr guten elektrischen Kontakts.

Das Entfernen der aufgedickten Bereiche der Beschichtung mittels eines thermischen Verfahrens hat ferner den Vorteil, dass beispielsweise mittels des Lasers vor oder nach dem Entfernen der aufgedickten Bereiche mittels des Lasers auch der Schritt des Abisolierens ausgeführt werden kann.

Die Beschichtung wird besonders bevorzugt als Lackbeschichtung vorgesehen. Der Lack kann dabei einfach oder besonders bevorzugt mehrfach aufgebracht werden, sodass mehrere Lackschichten übereinander vorgesehen sind. Hierbei können auch Lackschichten mit unterschiedlichen Eigenschaften aufgebracht werden, beispielsweise eine innere Lackschicht, welche gute Hafteigenschaft aufweist und eine äußere Lackschicht, welche eine hohe chemische Beständigkeit aufweist. Hierdurch wird ein Einsatzgebiet des Flachdrahtes deutlich erweitert.

Ferner betrifft die vorliegende Erfindung einen Flachdraht mit vier Flachseiten und einem viereckigen, insbesondere rechteckigen Querschnitt. Der Flachdraht umfasst einen viereckigen, insbesondere rechteckigen, Leiterdraht aus einem Material mit elektrisch sehr guter Leitfähigkeit, insbesondere Kupfer, wobei der Leiterdraht abgerundete Kanten aufweist. Ferner umfasst der Flachdraht eine Beschichtung, welche den Leiterdraht vollständig umgibt, um eine elektrische Isolierung des Leiterdrahtes bereitzustellen. Die Beschichtung weist dabei einen Außenradius R1 an den Kanten auf, welcher ≤ 0,3 mm ist. Der Außenradius R1 wird dabei von einem ersten Mittelpunkt M1 gemessen, welcher insbesondere auf einer Winkelhalbierenden W zwischen zwei benachbarten Seiten, insbesondere bei einem rechteckigen Flachdraht zwischen einer Flachseite und einer Breitseite liegt. Die Beschichtung ist dabei an den Kanten und allen Flachseiten zumindest abschnittsweise so ausgebildet, dass die Beschichtung eine gleichmäßige Dicke aufweist. Dadurch ist der Flachdraht besonders gut dafür geeignet, in Statornuten eines Stators einer elektrischen Maschine eingebaut zu werden.

Vorzugsweise ist der Flachdraht derart vorgesehen, dass die Beschichtung entlang der gesamten Länge des Flachdrahts eine gleichbleibende Dicke aufweist. Alternativ sind am Flachdraht Bereiche vorgesehen, welche eine gleiche Dicke in Umfangsrichtung des Flachdrahts aufweisen, als auch Bereiche, welche in Umfangsrichtung unterschiedliche Dicken aufweisen, die insbesondere durch die Beschichtung in Form von aufgedickten Bereichen, benachbart zu den abgerundeten Kanten, vorhanden sind.

Weiter bevorzugt weist der Flachdraht ein erstes freies Ende und/oder ein zweites freies Ende auf, welche abisoliert sind. Eine Beschichtung, welche an ein abisoliertes freies Ende angrenzt, ist dabei derart vorgesehen, dass die Beschichtung in Umfangsrichtung eine gleichbleibende Dicke aufweist.

Besonders bevorzugt sind die Bereiche, welche unmittelbar benachbart zu dem ersten freien abisolierten Ende angrenzen, mit einer gleichbleibend dicken Beschichtung versehen. Ein Zwischenbereich, welcher zwischen den beiden Bereichen mit gleichbleibender Dicke in Umfangsrichtung, d.h. den bearbeiteten Bereichen angeordnet ist, ist vorzugsweise unbehandelt und weist eine ungleichmäßige Dicke in Umfangsrichtung auf.

Die Beschichtung ist besonders bevorzugt eine Lackbeschichtung und insbesondere eine Lackbeschichtung umfassend eine Vielzahl von einzelnen Lackschichten, vorzugsweise mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Ferner betrifft die vorliegende Erfindung eine elektrische Maschine, umfassend einen Stator mit einer Statorwicklung. Die Statorwicklung umfasst dabei einen erfindungsgemäßen Flachdraht, wobei Bereiche des Flachdrahtes, welche eine Beschichtung in Umfangsrichtung mit gleichbleibender Dicke aufweisen, in Statornuten des Stators angeordnet sind.

Die elektrische Maschine ist besonders bevorzugt ein Antrieb in einem Elektrofahrzeug oder ein Antrieb in einem Hybridfahrzeug.

Figurenliste

Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitende Zeichnung im Detail beschrieben. In der Zeichnung ist:

  • 1 Eine schematische Schnittansicht eines Flachdrahtes in einer Statornut gemäß dem Stand der Technik,
  • 2 eine vergrößerte Teilschnittansicht von 1,
  • 3 eine schematische Schnittansicht eines Flachdrahts gemäß der vorliegenden Erfindung,
  • 4 eine schematische Schnittansicht des Flachdrahts von 3, angeordnet in einer Statornut,
  • 5 eine schematische Schnittansicht des Flachdrahts von 3, anhand dessen das erfindungsgemäße Verfahren ersichtlich ist,
  • 6 eine schematische Darstellung eines Flachdrahts gemäß der vorliegenden Erfindung und
  • 7 eine schematische Darstellung des Flachdrahts von 6, welche schematisch eine Einbausituation des Flachdrahts in einem Stator einer elektrischen Maschine verdeutlicht.

Bevorzugte Ausführungsform der Erfindung

Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die begleitenden Figuren ein Flachdraht 1 gemäß der vorliegenden Erfindung im Detail beschrieben.

Wie aus 3 ersichtlich ist, ist der Flachdraht in diesem Ausführungsbeispiel ein viereckiger Flachdraht mit rechteckigem Querschnitt. Der Flachdraht weist zwei Schmalseiten S1, S2 und zwei Breitseiten S3, S4 auf. Der Flachdraht 1 umfasst einen inneren Leiterdraht, 2 aus einem Material mit hoher elektrischer Leitfähigkeit, wie beispielsweise Kupfer. Der Leiterdraht 2 ist dabei vollständig umlaufend von einer Beschichtung 3 umgeben.

Die Beschichtung 3 ist vorzugsweise eine Lackbeschichtung und umfasst mehrere Lackschichten.

Wie in 3 dargestellt, sind die Kanten 4 zwischen den Schmalseiten und den Breitseiten des Flachdrahts abgerundet. Die abgerundeten Kanten 4 sind dabei an der Außenseite der Beschichtung 3 vorgesehen. Der Leiterdraht 2 ist ebenfalls derart ausgebildet, dass an den Übergangsbereichen zwischen den Schmalseiten S1, S2 und den Breitseiten S3, S4 abgerundete Kanten vorgesehen sind.

Wie aus 3 ersichtlich, ist eine Dicke D der Beschichtung entlang des Umfangs des Flachdrahtes gleichbleibend. D. h., die Dicke D der Beschichtung 3 ist sowohl an den vier Flachseiten als auch an den vier Kanten 4 gleich dick.

4 zeigt den Flachdraht 1 in montiertem Zustand in einer Statornut 5. Durch die gleichbleibende Dicke der Beschichtung 3 entlang des Umfangs des Flachdrahtes 1 kann dabei ein sehr hoher elektrischer Füllgrad in der Statornut 5 erreicht werden.

Im Gegensatz dazu zeigen die 1 und 2 einen Flachdraht 1 gemäß dem Stand der Technik. Wie in 1 ersichtlich ist, welche den montierten Zustand eines Flachdrahtes 1 gemäß dem Stand der Technik in der Statornut 5 zeigt, ergeben sich neben den luftgefüllten Ecken 6 noch zusätzliche Luftspalte 60, 61 an den Flachseiten. Dies ist dadurch bedingt, dass die Beschichtung 3 aufgedickte Bereiche 13, benachbart zur Kante 4 aufweist. Hierdurch ergibt sich ein deutlich schlechterer elektrischer Füllgrad in einer Statornut.

Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird nun nach dem Bereitstellen des beschichteten Flachdrahtes mit abgerundeten Kanten 4 ein weiterer Schritt des zumindest teilweisen, lokalen Entfernens von aufgedickten Bereichen 13 der Beschichtung 3 vorgenommen. Wie aus 1 und 2 ersichtlich ist, sind die aufgedickten Bereiche 13 jeweils unmittelbar benachbart zu den abgerundeten Kanten 4 angeordnet. Wie in 1 ersichtlich ist, ergeben sich somit acht aufgedickte Bereiche 13, nämlich jeweils zwei aufgedickte Bereiche 13 unmittelbar benachbart zu den abgerundeten Kanten 4. Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren werden nun diese aufgedickten Bereiche entfernt und zwar auf eine Dicke, welche der Dicke der Beschichtung 3 an den flachen Bereichen des Flachdrahts 1 entsprechen.

Das Entfernen der aufgedickten Bereiche 13 kann dabei mechanisch oder mittels Umformen oder thermisch, insbesondere mittels eines Lasers, ausgeführt werden.

In 5 sind in gestrichelten Linien neben der gedachten Statornut 5' die aufgedickten Bereiche 13 nochmals zur Verdeutlichung eingezeichnet. Somit können insbesondere die Luftspalte 60, 61 an den Flachseiten des Flachdrahtes 1 in einer Statornut 5 montierten Zustand eliminiert werden (vgl. 4).

Da gemäß der Erfindung nur die aufgedickten Bereiche 13 benachbart zu den Kanten 4 nach dem Beschichtungsprozess entfernt werden müssen, ist der abzutragende Bereich am Flachdraht 1 vergleichsweise klein. Somit kann das erfindungsgemäße Verfahren sehr schnell und kostengünstig durchgeführt werden. Besonders bevorzugt erfolgt die Abtragung dabei mittels eines thermischen Verfahrens unter Verwendung eines Lasers. Dann kann weiter bevorzugt das Entfernen der aufgedickten Bereiche 13 mit einem Schritt eines Abisolierens von freien Enden des Flachdrahtes 1 kombiniert werden.

6 zeigt schematisch einen Flachdraht 1 mit einem ersten abisolierten freien Ende 11 und einem zweiten abisolierten freien Ende 12. Entlang der axialen Länge L des Flachdrahtes 1 ergeben sich somit unterschiedliche Bereiche. Unmittelbar angrenzend an das abisolierte erste freie Ende 11 schließt sich ein erster bearbeiteter Bereich 13' an, an welchem die aufgedickten Bereiche 13 der Beschichtung 3 entfernt wurden. In gleicher Weise schließt sich unmittelbar an das zweite freie Ende 12 ein zweiter bearbeiteter Bereich 14' an. Die axialen Längen L1, L2 des ersten und zweiten bearbeiteten Bereichs 13', 14' sind dabei gleich. Ebenso sind die axialen Längen der abisolierten freien Enden 11, 12 gleich. Zwischen dem ersten und zweiten bearbeiteten Bereich 13', 14' liegt ein unbearbeiteter Bereich 15. Eine axiale Länge L3 des unbearbeiteten Bereichs 15 ist deutlich kürzer als die axiale Länge L1, L2 des ersten und zweiten bearbeiteten Bereichs 13', 14'. Der unbearbeitete Bereich 15 weist somit noch die aufgedickten Bereiche 13, benachbart zu den abgerundeten Kanten 4 auf.

7 zeigt nun die Verwendung des Flachdrahts 1 in einem Stator. Wie in 7 schematisch angedeutet, sind der erste und zweite bearbeitete Bereich 13', 14' dabei vorgesehen, um in Statornuten angeordnet zu werden. Der unbearbeitete Bereich 15 führt den Lackdraht aus deiner ersten Statornut heraus und in eine zweite Statornut wieder hinein. Da der Flachdraht 1 hierbei nicht in einer Nut oder dergleichen angeordnet werden muss, können in diesem Bereich die aufgedickten Bereiche 13 verbleiben. Dadurch wird eine Arbeitszeit zum Entfernen der aufgedickten Bereiche 13 am Flachdraht reduziert.

Wie in 4 gezeigt, weisen die Kanten 4 dabei einen ersten Radius R1 auf, welcher ≤ 0,3 mm ist. Besonders bevorzugt ist der erste Radius R1 0,3 mm.

Der erste Radius R1 wird dabei, ausgehend von einem ersten Mittelpunkt M1 gemessen. Der erste Mittelpunkt M1 liegt auf einer Winkelhalbierenden W zwischen zwei benachbarten Seiten des Flachdrahts.

In 4 ist ferner noch ein zweiter Radius R2 eingezeichnet, welcher der Radius des Leiterdrahts 2 an der Ecke ist. Beispielsweise beträgt der Radius R2 des Leiterdrahts 2 0,2 mm. Der erste Radius R1 und der zweite Radius R2 sind hierbei an allen Kanten 4 gleich. Der zweite Radius R2 wird ausgehend von einem zweiten Mittelpunkt M2 definiert. Der zweite Mittelpunkt M2 wird dabei bestimmt durch eine Schnittlinie zwischen einer ersten Orthogonalen O1 und einer zweiten Orthogonalen O2. Die beiden Orthogonalen O1, O2 sind dabei senkrecht zu jeweils einer Flachseite an einem Punkt gelegt, an dem die Flachseite in die abgerundete Kante 4 übergeht.

Die Beschichtung 3 ist vorzugsweise eine Lackbeschichtung und wird durch Auftragen mehrere Lackschichten nacheinander vorgenommen. Durch das Abtragen der aufgedickten Bereiche 13 ergeben sich hierbei an den bearbeiteten Stellen der Beschichtung 3 jeweils angeschnittene Schichten der Beschichtung 3, in Form ähnlich wie bei Baumringen.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann weiter bevorzugt auch noch einen Schritt des Bestimmens des abzutragenden Bereiches 13 vorgeschaltet werden, welcher beispielsweise über eine taktile Dickenmessung oder eine taktile Höhenmessung oder auch über bildgebende Verfahren erfolgen kann. Hierdurch kann insbesondere während der Produktion eine kontinuierliche Überwachung des Verfahrensablaufs sichergestellt werden und ggf. bei unerwünschten Abweichungen sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Somit kann erfindungsgemäß eine elektrische Maschine bereitgestellt werden, welche einen Stator aufweist, der eine bessere Ausfüllung von Eckbereichen von Statornuten 5 aufweist. Die elektrische Maschine wird besonders bevorzugt in Verbindung mit Fahrzeugen, insbesondere als Antrieb des Fahrzeugs, verwendet.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • DE 847459 B [0002]