Title:
Kabelsatz und Verfahren zur Herstellung eines Kabelsatzes
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Kabelsatzes für eine innere Verkabelung einer Vorrichtung mit einem sich in einer Längsrichtung erstreckenden Kabelstrang aufweisend eine Anzahl von Leitungen sowie einen Kabelsatz. embedded image




Inventors:
Hitz, Bastian (92353, Postbauer-Heng, DE)
Goß, Sebastian (91154, Roth, DE)
Application Number:
DE102016220169A
Publication Date:
04/19/2018
Filing Date:
10/14/2016
Assignee:
LEONI Kabel GmbH, 90402 (DE)
Domestic Patent References:
DE19516757A1N/A1996-11-14
DE2542018A1N/A1977-03-24
DE2260808A1N/A1973-08-23



Foreign References:
36500091972-03-21
WO1997028540A11997-08-07
Attorney, Agent or Firm:
FDST Patentanwälte Freier Dörr Stammler Tschirwitz Partnerschaft mbB, 90411, Nürnberg, DE
Claims:
Verfahren zur Herstellung eines Kabelsatzes für eine innere Verkabelung einer Vorrichtung mit einem sich in einer Längsrichtung erstreckenden Kabelstrang aufweisend eine Anzahl von Leitungen, wobei der Kabelstrang mit einer Umhüllung umgeben wird, indem ein längslaufendes Flachband und der Kabelstrang derart zusammengeführt werden, dass das Flachband am Umfang des Kabelstrangs und in Längsrichtung verlaufend angeordnet und um den Umfang herum umgeschlagen wird.

Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Flachband zwei Flachbandenden aufweist, die gegenläufig um den Umfang herum umgeschlagen werden, so dass sich die zwei Flachbandenden in Umfangsrichtung überlappen und das Flachband den Kabelstrang umhüllt.

Verfahren nach Anspruch 2, wobei ein Flachband verwendet wird, bei dem sich die zwei Flachbandenden mit einer Überlapp-Länge in Umfangsrichtung überlappen, die über die gesamte Ausdehnung der Umhüllung in Längsrichtung hinweg im Wesentlichen einheitlich ist.

Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, wobei die sich überlappenden Flachbandenden aneinander fixiert und insbesondere stoffschlüssig miteinander verbunden werden.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei als Flachband eine Textil- oder Kunststofffolie, insbesondere eine mit einem Additiv beschichtete Textil- oder Kunststofffolie, verwendet wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei als Flachband eine mit einem Additiv beschichtete Textil- oder Kunststofffolie verwendet wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei zur Ausbildung einer Verzweigung am Kabelsatz ein separates Verzweigungselement angebracht wird, das insbesondere mehrere separate Abschnitte des Flachbands und/oder mehrere Flachbänder miteinander verbindet.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei ein Werkzeug eingesetzt wird, welches, insbesondere automatisiert, relativ zum Kabelstrang in Längsrichtung verfahren wird, wobei der Kabelstrang und das Flachband sukzessive zusammengeführt werden und das Flachband sukzessive um den Umfang herum umgeschlagen wird.

Verfahren nach Anspruch 8, wobei beim Verfahren des Werkzeuges in Längsrichtung ein Additiv sukzessiv auf das Flachband aufgebracht wird.

Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, wobei die sich überlappenden Flachbandenden beim Verfahren des Werkzeuges in Längsrichtung sukzessive aneinander fixiert und insbesondere sukzessive stoffschlüssig miteinander verbunden werden.

Kabelsatz für eine innere Verkabelung einer Vorrichtung aufweisend einen sich in einer Längsrichtung erstreckenden Kabelstrang mit einer Anzahl von Leitungen, der von einer Umhüllung umgeben ist, wobei die Umhüllung ein in Längsrichtung ausgedehntes Flachband mit zwei Flachbandenden aufweist, die gegenläufig um den Umfang herum umgeschlagen sind und einander in Umfangsrichtung überlappen, und wobei die Flachbandenden aneinander fixiert sind, so dass das um den Umfang herumgeschlagene Flachband den Kabelstrang umhüllt.

Description:

Die Erfindung betrifft einen Kabelsatz für eine innere Verkabelung einer Vorrichtung aufweisend einen sich in einer Längsrichtung erstreckenden Kabelstrang mit einer Anzahl von Leitungen, der von einer Umhüllung umgeben ist. Außerdem betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines entsprechenden Kabelsatzes.

Derzeit werden Kabelsätze für eine innere Verkabelung und insbesondere Kabelsätze für Kraftfahrzeuge typischerweise vorgefertigt und dann als vorgefertigte Baugruppe in einem Montageprozess im Rahmen einer Endmontage entsprechender Fahrzeuge beispielsweise in eine Rohkarosse eines Kraftfahrzeuges eingebaut.

Häufig werden dabei zumindest abschnittsweise mehrere Leitungen eines Kabelsatzes zu einem Kabelstrang zusammengefasst und in einem solchen Abschnitt mit einer gemeinsamen Umhüllung umgeben oder ummantelt, um zum Beispiel eine zusätzliche Isolierung oder einen mechanischen Schutzmantel zu realisieren und/oder um den entsprechenden Abschnitt zu versteifen. Hierzu wird der entsprechende Abschnitt beispielsweise spiralförmig mit einem Klebeband umwickelt.

Die hierfür notwendigen Arbeitsschritte sind dabei in der Regel relativ zeitaufwändig und lassen sich häufig nicht ohne weiteres automatisieren. Dies gilt insbesondere dann, wenn nicht ein einziger Typ oder eine einzige Ausführung eines Kabelsatzes in großer Stückzahl gefertigt werden soll, sondern, so wie unter anderem im Kraftfahrzeugbereich üblich, im Wechsel viele unterschiedliche Kabelsatz-Varianten zu fertigen sind. Hierbei gilt es zu bedenken, dass heutzutage nicht nur für jedes Fahrzeugmodell ein modellspezifischer Kabelsatz entwickelt und in den entsprechenden Fahrzeugen verbaut wird, sondern mitunter jedes Fahrzeug mit einem individuellen Kabelsatz ausgestattet wird, der dann beispielsweise zusätzlich an die vom Endkunden gewählte individuelle Ausstattung des entsprechenden Fahrzeugs angepasst ist. Solche individuellen Kabelssätze lassen sich dann auch nicht auf Vorrat vorproduzieren. Stattdessen erfolgt die typischerweise recht aufwändige Fertigung „just in time“ für die Endmontage des entsprechenden Fahrzeugs.

Da jedoch für den Endkunden möglichst geringe Wartezeiten zwischen Fahrzeugbestellung und Fahrzeugfertigstellung realisiert werden sollen, sollen auch individuelle Kabelsätze in möglichst kurzer Zeit herstellbar sein.

Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein vorteilhaftes Verfahren zur Herstellung eines Kabelsatzes und einen vorteilhaft ausgebildeten Kabelsatz anzugeben.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch einen Kabelsatz mit den Merkmalen des Anspruchs 11. Bevorzugte Weiterbildungen sind in den rückbezogenen Ansprüchen enthalten. Die im Hinblick auf den Kabelsatz angeführten Vorteile und bevorzugten Ausgestaltungen sind sinngemäß auch auf das Verfahren übertragbar und umgekehrt.

Ein entsprechender Kabelsatz ist hierbei für eine innere Verkabelung einer Vorrichtung, also beispielsweise einer Industrieanlage, einer Fertigungsvorrichtung, einer Arbeitsmaschine, einer Medizinvorrichtung oder eines Fahrzeuges zu Lande, zu Wasser oder in der Luft, ausgebildet und insbesondere für den Einsatz in einem Kraftfahrzeug ausgelegt.

Dabei wird der Kabelsatz typischerweise vorgefertigt, nachfolgend zu einer Fertigungsstätte für entsprechende Vorrichtungen, also zum Beispiel für Fahrzeuge, transportiert und dort schließlich als vorgefertigte Baugruppe in einem Montageprozess im Rahmen einer Endmontage in einen dafür vorgesehenen Bauraum eingelegt und/oder eingebaut. Das heißt also, dass der Kabelsatz beispielsweise für ein Kraftfahrzeug wie einen Personenkraftwagen zum Beispiel an einem sogenannten Montagebrett oder einer vergleichbaren Verlegehilfe vorgefertigt wird und nachfolgend im Rahmen der Endmontage des Kraftfahrzeuges in dessen Rohkarosse eingebaut wird.

Hierbei werden im Zuge der Herstellung des Kabelsatzes eine oder mehrere Leitungen zumindest in einem Abschnitt zu einem sich in einer Längsrichtung erstreckenden Kabelstrang zusammengefasst und mit einer Umhüllung umgeben, die beispielsweise als zusätzliche Isolierung, als mechanischer Schutzmantel und/oder als Versteifungselement zur Versteifung des entsprechenden Abschnittes des Kabelstranges dient.

Jene Umhüllung wird dabei hergestellt oder realisiert, indem ein längslaufendes Flachband und die zu umhüllenden Leitungen des Kabelstrangs zusammengeführt werden, wobei das Flachband hierzu am Umfang des Kabelstrangs, insbesondere einseitig am Umfang des Kabelstrangs, und in einer Längsrichtung des Kabelstrangs verlaufend angeordnet und um den Umfang herumgeschlagen wird. Anstatt also den entsprechenden Bereich des Kabelstranges beispielsweise zu spiralförmig umwickeln, zu umspritzen oder in anderer Weise Material auf diesen Abschnitt aufzutragen, wird die Umhüllung durch einfaches Umschlagen eines längslaufenden Flachbands hergestellt, das hierfür bevorzugt vorgefertigt ist.

Somit weist ein entsprechender Kabelsatz einen sich in einer Längsrichtung erstreckenden Kabelstrang mit einer Anzahl von Leitungen auf, welcher von einer Umhüllung umgeben ist. Jene Umhüllung wiederum weist ein am Umfang des Kabelstrangs positioniertes und in einer Längsrichtung des Kabelstrangs verlaufendes Flachband auf, welches um den Umfang herumgeschlagen ist, so dass dieses zu einer Art Schlauch umgeformt ist und hierdurch den Kabelstrang umhüllt.

Günstig ist hierbei insbesondere eine Ausführung bei der zwei Flachbandenden des Flachbandes gegenläufig um den Umfang des Kabelstranges herumgeschlagen werden, so dass diese dann einen Schlitz im Mantel des Schlauches ausbilden oder beranden, der sich vorzugsweise im Wesentlichen über die gesamte Ausdehnung der Umhüllung in Längsrichtung erstreckt und den Mantel des Schlauches durchtrennt. Je nach Ausführungsvariante verläuft dieser Schlitz dabei im Wesentlichen parallel zur Längsrichtung oder beispielsweise spiralförmig um den Kabelstrang. Dabei stoßen die Flachbandenden, oder kurz die Enden, des herumgeschlagenen Flachbandes gemäß einer Ausführungsvariante in Umfangsrichtung stumpf aneinander oder sie überlappen sich in vorteilhafter Weiterbildung in Umfangsrichtung zumindest teilweise, wobei die Stärke der Überlappung oder die Überlapp-Länge zwar bevorzugt über die gesamte Ausdehnung der Umhüllung in Längsrichtung hinweg im Wesentlichen einheitlich ist, jedoch je nach Ausführung des Kabelsatzes, also bei verschiedenen Kabelsätzen oder verschiedenen Umhüllungen, üblicherweise unterschiedlich stark ausfällt, also zum Beispiel von der Dicke oder vom Durchmesser des Kabelstrangs abhängt, den das Flachband umhüllt. Somit lässt sich das Flachband für verschiedene Kabelsätze und/oder für verschiedene Kabelstränge mit unterschiedlicher Dicke oder unterschiedlichem Durchmesser nutzen. Hierdurch ist dann ein Kabelsatz gegeben, der sich mit verringertem Aufwand herstellen lässt und daher insbesondere auch für die Massenfertigung geeignet ist.

Die Herstellung eines entsprechenden Kabelsatzes erfolgt dabei bevorzugt derart, dass ein entsprechendes Flachband zumindest soweit vorgefertigt wird, dass dieses beispielsweise als Teil eines auf eine Trommel gewickelten Endlosbandes vorliegt. Hierbei weist der Flachband zweckdienlicherweise eine flache, beispielsweise bandartige oder folienartige Form auf, sodass sich dieser unter anderem platzsparend lagern und/oder ohne größeren Raumbedarf transportieren lässt. Hergestellt ist ein entsprechendes Flachband dabei aus einer Textil- oder Kunststofffolie oder aus einem Material oder Materialmix mit ähnlichen Eigenschaften.

Ein solches vorgefertigtes Flachband wird dann im Zuge eines Herstellungsprozesses eines Kabelsatzes an einem Kabelstrang positioniert, insbesondere indem das Flachband einseitig am Umfang des Kabelstrangs und darüber hinaus bevorzugt in Längsrichtung verlaufend angeordnet wird. Zeitgleich oder nachfolgend wird das Flachband um den Umfang des Kabelstrangs herumgeschlagen, so dass dieses den Kabelstrang umhüllt oder einhüllt. Die Länge eines entsprechenden Schlauches wird dabei nach Bedarf vorgegeben, wobei zum Beispiel ein entsprechend langes Stück von der Trommel abgewickelt und vom Endlosband abgetrennt wird.

Da das Flachband in den meisten Fällen keine eigene Formstabilität aufweist, die das Flachband nach dem Herumschlagen um den Kabelstrang am Kabelstrang hält, werden die Flachbandenden bevorzugt aneinander fixiert, beispielsweise durch eine Verpressung oder durch eine mechanische Fixierung. Zusätzlich oder alternativ hierzu wird der Schlitz im Schlauch bevorzugt durch eine zumindest abschnittsweise Verriegelung dauerhaft verschlossen, zumindest so, dass ein ungewolltes Öffnen verhindert wird. Unter Verriegelung wird daher verstanden, dass ein Verriegelungs- oder Verschlussmittel angeordnet ist, welches eine Verschlusskraft ausübt. Vorzugsweise erstreckt sich die Verriegelung hierbei über die gesamte Länge des Schlitzes.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist das Flachband dabei selbst mit dem Verschlussmittel versehen, insbesondere zumindest oder ausschließlich an den Rändern des Schlitzes, also an den Flachbandenden. Bei diesen Verschlussmitteln handelt es sich beispielsweise um ein Klebeband, einen Kabelbinder oder um Widerhäkchen zur Ausbildung einer Verbindung nach Art eines Klettverschlusses oder auch einfach um eine Haft- oder Klebbeschichtung. Vorzugsweise erlauben diese Verschlussmittel ein reversibles Öffnen und Verschließen des Schlitzes. Alternativ hierzu wird eine permanent wirksame Verriegelung oder Verschließung ausgebildet, die sich also nicht zerstörungsfrei lösen lässt. Die permanent wirksame Verschließung erfolgt dabei beispielsweise durch Verklebung, also durch eine punktuelle oder flächige Auftragung einer Klebstoffmasse, durch ein punktuelles oder flächiges Anschmelzen oder Ultraschallschweißen.

Alternativ oder ergänzend hierzu wird das Flachband zusätzlich am Kabelstrang fixiert, beispielsweise mithilfe eines Klebebandes, eines Kabelbinders oder durch eine punktuelle oder flächige Auftragung einer Klebstoffmasse, durch ein punktuelles oder flächiges Anschmelzen des Flachbands oder Ultraschallschweißen, oder aber das Flachband wird zur Ausbildung der Umhüllung durch ein weiteres oder weitere Umhüllungselemente ergänzt, indem beispielsweise das Flachband von einem weiteren Flachband umhüllt wird.

In einigen Ausführungsvarianten erfolgt zusätzlich eine Auffüllung des mitunter verbleibenden Innenraums des Flachbands, also des verbleibenden Zwischenraums zwischen Flachband und Leitungen, beispielsweise durch Einspritzen eines aushärtenden Schaums. Auf diese Weise lässt sich zum Beispiel eine Versteifung des entsprechenden Abschnittes des Kabelstranges erreichen.

Alternativ oder ergänzend hierzu wird eine Umhüllung ausgebildet, welche ein zusätzliches Funktionselement oder ein Additiv aufweist. Dieses ist dann entweder auf der Innenseite oder der Außenseite des Flachbands positioniert und dient zum Beispiel als Schallschutz, als Flammschutz, zur Reibungsreduzierung oder zur Vermeidung von Geräuschen. Ein entsprechendes zusätzliches Funktionselement bzw. Additiv wird dabei beispielsweise bereits bei einer Vorfertigung des Flachbands am Flachband positioniert, befestigt oder auf dieses aufgetragen oder aber erst im Zuge der Ausbildung der Umhüllung. Alternativ wird das entsprechende zusätzliche Funktionselement bzw. Additiv im Zuge der Ausbildung der Umhüllung an den Leitungen positioniert, befestigt oder auf diese aufgetragen. Dabei weist ein entsprechendes zusätzliches Funktionselement bzw. Additiv je nach Funktion beispielsweise ein Fett, ein Filz oder ein Textilmaterial auf oder ist hieraus gefertigt. Hierbei bedeckt das zusätzliche Funktionselement bzw. Additiv bei ausgebildeter Umhüllung das Flachband und/oder die Leitungen typischerweise punktuell oder aber flächig, beispielsweise nach Art einer Beschichtung.

Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn der Flachband zumindest in einem Teilbereich oder Abschnitt verstärkt ist oder nachträglich verstärkt wird, insbesondere um hierdurch im entsprechenden Abschnitt oder Teilbereich eine zusätzliche Formstabilität vorzugeben. Hierbei wird mit Hilfe einer solchen Verstärkung zum Beispiel eine Form oder ein Verlauf, also insbesondere eine Krümmung entlang der Längsrichtung, vorgegeben, die einem entsprechenden Verlauf oder einer entsprechenden Form eines Bauraumes entspricht, in dem dieser Abschnitt des Kabelsatzes eingelegt und/oder verbaut werden soll. Hierdurch wird dann das Einlegen oder Einbauen in einen entsprechenden Bauraum und somit das Verbauen des Kabelsatzes beispielsweise in ein Kraftfahrzeug vereinfacht. Insbesondere weist das Flachband dabei an mehreren in Längsrichtung voneinander beabstandeten Stellen formstabile Biegungen auf, insbesondere derart, dass der Kabelsatz sich in allen drei Raumrichtungen erstreckt.

Von Vorteil ist es hierbei, ein vorgefertigtes Flachband zu verwenden, das bereits in einem Teilbereich oder Abschnitt verstärkt ist und/oder in einem Teilbereich bzw. Abschnitt eine vorgegebene Krümmung oder einen vorgegebenen Verlegeverlauf aufweist. Ein entsprechender Teilbereich bzw. Abschnitt weist dann zum Beispiel eine stärkere oder verstärkte Wandung auf, also eine Wandungsstärke oder Dicke, die größer ist als in den übrigen Abschnitten des Flachbands. Alternativ wird eine nachträgliche Verstärkung vorgenommen, indem zum Beispiel eine Imprägnierung des Flachbands im entsprechenden Abschnitt vorgenommen wird, indem ein formstabiles Einlegeelement in das Flachband im entsprechenden Abschnitt eingebracht oder der entsprechende Abschnitt mit einem zusätzlichen das Flachband umhüllenden Element versehen wird.

Das zusätzliche das Flachband umhüllende und verstärkende Element ist dabei zum Beispiel wiederum als Flachband ausgebildet. Alternativ oder ergänzend hierzu wird die Umhüllung als solche mittels mehrerer Flachbänder der zuvor genannten Art ausgebildet, die dann mehrere Schichten um die Leitungen herum ausbilden. Bevorzugt ist hierbei insbesondere eine Umhüllung, die mit Hilfe zweier Schichten und somit zweier Flachbänder ausgebildet wird. Die beiden Flachband werden bei der Ausbildung der Umhüllung dabei derart positioniert, dass die Schlitze bei ausgebildeter Umhüllung bezogen auf den Umfang der Leitungen im Wesentlichen auf gegenüberliegenden Seiten angeordnet sind

Einer weiteren Verfahrensvariante entsprechend wird zur Ausbildung einer Verzweigung am Kabelsatz ein Verzweigungselement eingesetzt, welches an einer Anzahl von Leitungen des Kabelsatzes angebracht wird und beispielsweise aus mehreren formstabilen Schalenelementen aufgebaut ist. Ein solches Verzweigungselement weist dabei beispielsweise eine Y-Geometrie auf und ist insbesondere aus zwei Halbschalen aufgebaut. Die entsprechenden Schalenelemente werden im Zuge der Herstellung des Kabelsatzes an die dafür vorgesehenen Leitungen angelegt und zum Beispiel mittels Schnappverbindungen miteinander verbunden, woraufhin die entsprechenden Leitungen in diesem Abschnitt im Verzweigungselement eingeschlossen sind.

Je nach zu realisierendem Kabelsatz weist ein solches Verzweigungselement auch mehrere in Längsrichtung voneinander beabstandete Abzweigungen auf und/oder ein entsprechendes Verzweigungselement bildet eine Art Brückenelement aus, über welches mehrere Flachbänder, Flachbandstücke oder Flachbandabschnitte miteinander verbunden sind, so dass durch die entsprechenden Flachbänder bzw. Flachbandstücke einerseits und das Verzweigungselement andererseits quasi eine durchgehende Umhüllung im entsprechenden Bereich des Kabelsatzes oder eines Kabelstranges realisiert ist.

Die einzelnen Flachbandabschnitte sind dabei bevorzugt an dem Verzweigungselement geeignet befestigt, beispielsweise durch Formschluss, Klemmen oder Kleben. Hierzu ist das Flachband insbesondere ein Stück weit über das Verzweigungselement gezogen. Die Verzweigungselemente sind dabei üblicherweise als ein eigensteifes, formstabiles (Kunststoff-) Rohrstück ausgebildet.

Insbesondere auch um die Herstellung eines entsprechenden Kabelsatzes zu vereinfachen wird bei der Herstellung eines entsprechenden Kabelsatzes und insbesondere bei der Realisierung einer Umhüllung eines Kabelstrangs ein Werkzeug eingesetzt, welches manuell, teilautomatisiert oder vollautomatisiert relativ zum Kabelstrang in Längsrichtung verfahren wird, wobei der Kabelstrang und das Flachband sukzessive zusammengeführt werden und dabei zumindest relativ zueinander positioniert werden. Dem Werkzeug wird hierzu weiter bevorzugt das Flachband sukzessive zugeführt und dabei zum Beispiel von einer Trommel abgewickelt.

Alternativ oder ergänzend hierzu erfolgt durch das Werkzeug das Herumschlagen des Flachbands, wobei auch das Herumschlagen vorteilhafterweise sukzessive, also Abschnitt für Abschnitt, erfolgt.

Ist zur Ausbildung der Umhüllung zudem ein zuvor genanntes Additiv vorgesehen, so wird dieses vorteilhafterweise ebenfalls sukzessive auf das Flachband aufgetragen oder in den Zwischenraum zwischen Flachband und Kabelstrang eingebracht, wobei hierzu wiederum bevorzugt das zuvor genannte Werkzeug genutzt wird.

Auch das Verschließen des Schlitzes erfolgt bevorzugt sukzessive und automatisiert, wobei das Werkzeug hierzu beispielsweise eine Klebemasse auf die Flachbandenden aufträgt oder die Flachbandenden miteinander verschweißt.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand einer schematischen Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:

  • 1 in einer Seitenansicht einen Teil eines Kabelsatzes aufweisend einen Kabelstrang mit einer aus einem Flachband hergestellten Umhüllung,
  • 2 in einer Querschnittsdarstellung das Flachband in drei verschiedenen Zuständen,
  • 3 in einer perspektivischen Ansicht zwei Halbschalen eines Verzweigungselements sowie
  • 4 in einer teiltransparenten Seitenansicht ein des Werkzeugs für eine teilautomatisierte Herstellung der Umhüllung.

Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren jeweils mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

Ein nachfolgend exemplarisch beschriebenes Verfahren dient zu Herstellung eines Kabelsatzes 2 für ein Fahrzeug, insbesondere für ein Kraftfahrzeug, welcher an einem sogenannten Kabelbrett vorgefertigt wird. Nach der Herstellung des Kabelsatzes 2 wird dieser vorgefertigte Kabelsatz 2 zu einer Fertigungsstätte, beispielsweise einem Fließband, für entsprechende Fahrzeuge transportiert und dort in ein Fahrzeug, beispielsweise eine Rohkarosse eines Kraftfahrzeuges, eingebaut.

Ein solcher Kabelsatz 2 ist in 1 teilweise dargestellt und umfasst eine Vielzahl von elektrischen Leitungen 4. Dabei sind in verschiedenen Bereichen des Kabelsatzes 2 mehrere Leitungen 4 zumindest abschnittsweise zu einem Kabelstrang 6 zusammengefasst und mit einer Umhüllung 8 versehen.

Eine entsprechende Umhüllung 8 dient hierbei typischerweise nicht nur zur Ausbildung einer Isolierung, zur Ausbildung einer mechanischen Schutzummantelung oder zur Versteifung des entsprechenden Abschnittes eines Kabelstranges 6, sondern erfüllt in der Regel zumindest zwei dieser Aufgaben.

Um den Arbeitsaufwand und/oder den Zeitaufwand sowie in einigen Fällen auch den Kostenaufwand für die Herstellung oder Realisierung einer entsprechenden Umhüllung 8 gering zu halten, wird gemäß dem hier vorgestellten Verfahren zur Herstellung einer solchen Umhüllung 8 ein vorgefertigtes Flachband 10 verwendet.

Jenes vorgefertigte Flachband 10 weist dabei zunächst eine bandartige oder folienartige Form auf, wie dies in 2 auf der linken Seite angedeutet ist. Zur Herstellung der Umhüllung 8 werden dann das Flachband 10 und die zu umhüllenden Leitungen 4 des Kabelstranges 6 zusammengeführt, indem beispielsweise das Flachband 10 einseitig am Umfang der zu umhüllenden Leitungen 4 einerseits und quasi parallel zu den Leitungen 4 andererseits, also in Längsrichtung L verlaufend, angeordnet wird. Nachfolgend wird das Flachband 10 um die Leitungen 4 herumgeschlagen, so dass die Flachbandenden 14 die Leitungen 4 in Umfangsrichtung gegenläufig umgreifen und zwar bevorzugt so weit umgreifen, dass diese einander in Umfangsrichtung teilweise überlappen.

Hierdurch bildet das Flachband 10 dann eine die Leitungen umhüllende Hohlzylinderform oder Schlauchform mit einem Schlitz 12 aus, der sich über den gesamten Mantel der Hohlzylinderform hinweg in Längsrichtung L des Flachbands 10 erstreckt und durch die zwei Flachbandenden 14 ausgebildet oder berandet ist. Diese Situation ist in 2 auf der rechten Seite wiedergegeben, wobei hier ein Querschnitt des Flachbands 10 wiedergegeben ist und auf eine Darstellung der einliegenden Leitungen 4 verzichtet wurde.

Weiter erfolgt die Herstellung der Umhüllung 8 bevorzugt zumindest teilautomatisiert, indem ein in 4 angedeutetes Werkzeug 16 eingesetzt wird. Ein solches Werkzeug 16 wird dann zur Ausbildung einer Umhüllung 8 relativ zu den zu umhüllenden Leitungen 4 positioniert und typischerweise nachfolgend automatisiert relativ zu diesen in Längsrichtung L verfahren. Hierbei wird dem Werkzeug 16 ein vorgefertigtes Flachband 10 zugeführt, das dann insbesondere kontinuierlich, also Abschnitt für Abschnitt, an den Leitungen 4 positioniert wird. Zudem erfolgt durch das Werkzeug 16 vorzugsweise auch das Herumschlagen des Flachbandes 10 um die Leitungen 4.

Desweiteren wird der Schlitz 12 nach Herumschlagen des Flachbandes 10 dauerhaft verschlossen, indem das Flachband 10 zum Beispiel lokal mit einem Klebeband umwickelt wird, oder es wird eine Klebemasse 18 im Bereich des Schlitzes 12 aufgetragen, so wie dies in 1 angedeutet ist. Alternativ oder ergänzend hierzu sind an den Flachbandenden 14 nicht näher dargestellte Verschlusselemente beispielsweise einer Rastverbindung oder Schnappverbindung ausgebildet, mit denen sich der durch das Flachband 10 ausgebildete Schlauch verschließen lässt. Auch dieses Verschließen erfolgt vorzugsweise kontinuierlich und/oder mit Hilfe des Werkzeuges.

Bei diversen Kabelsätzen 2 sind weiter für mehrere Abschnitte oder Bereiche Umhüllungen 8 vorgesehen und/oder es ist vorgesehen, dass ein Abschnitt umhüllt wird, der zumindest eine Abzweigung oder Verzweigung aufweist. Um auch für die entsprechenden Verzweigungen auf möglichst einfache Weise eine Umhüllung 8 zu realisieren, werden gemäß zumindest einer Ausführungsvariante zusätzlich Verzweigungselemente 20 verwendet. Entsprechende Verzweigungselemente 20 bestehen dabei zum Beispiel aus zwei Halbschalen, wie sie in 3 dargestellt sind, aus einem formstabilen Material, die von außen an die Leitungen 4 einer Verzweigung angelegt und aneinander befestigt werden.

Die entsprechende Befestigung erfolgt dabei beispielsweise mittels Verrastung, Verzahnung und/oder mittels Filmscharnier und/oder durch Verkleben, Verschweißen oder Verschrauben. Bevorzugt ist jedoch eine Lösung, bei der die Schalenelemente und insbesondere die Halbschalen der Verzweigungselemente 20 durch einfache Schnappverbindungen oder Steckverbindungen miteinander verbunden und auf diese Weise an einer Verzweigung von Leitungen 4 des Kabelsatzes 2 befestigt werden. Die entsprechenden Verzweigungselemente 20 weisen hierbei je nach Ausgestaltung des Kabelsatzes 2 beispielsweise eine Y-Geometrie auf, wie dies in 1 dargestellt ist.

So wie in der Darstellung 1 dienen entsprechende Verzweigungselemente 20 in einigen Fällen als Brückenelemente zwischen mehreren Flachbändern 10 oder Flachbandabschnitten und sind dementsprechend zwischen mehreren Flachbändern 10 bzw. Flachbandabschnitten angeordnet. Dabei liegen die Flachbänder 10 bzw. die Flachbandabschnitte in einigen Fällen unmittelbar an den Verzweigungselementen 20 an, so dass durch die Flachbänder 10 bzw. die Flachbandabschnitte einerseits und die Verzweigungselemente 20 andererseits in einem Abschnitt des Kabelsatzes 2 eine durchgehende Umhüllung 8 über Verzweigungen hinweg realisiert ist.

Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante liegen die Flachbänder 10 bzw. die Flachbandabschnitte nicht nur an den Verzweigungselementen 20 an, stattdessen ist zwischen diesen eine Art Überlappung realisiert, bei der die Flachbänder 10 bzw. die Flachbandabschnitte die Verzweigungselemente 20 endseitig überlappen oder aber die Verzweigungselemente 20 über die Enden der Flachbänder 10 bzw. der Flachbandabschnitte gestülpt sind.

Die Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. Vielmehr können auch andere Varianten der Erfindung von dem Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen. Insbesondere sind ferner alle im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel beschriebenen Einzelmerkmale auch auf andere Weise miteinander kombinierbar, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen.