Title:
Verfahren zur Kommunikation von Fahrzeugen
Kind Code:
B3


Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kommunikation von Fahrzeugen (12–18), mit den Schritten: Empfangen einer ersten Nachricht (34) von einem ersten Fahrzeug (12) durch ein zweites Fahrzeug (14) über Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und/oder Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation und Zuordnen der ersten Nachricht (34) zu dem ersten Fahrzeug (12) auf der Grundlage des Inhalts der ersten Nachricht (34) durch das zweite Fahrzeug (14).
Es ist vorgesehen, dass das Verfahren das Senden einer zweiten Nachricht (40) von dem zweiten Fahrzeug (14) an das erste Fahrzeug (12) über einen separaten Kommunikationskanal unter Verwendung von Informationen aus der ersten Nachricht (34) umfasst.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu schaffen, dass Fahrzeuge auch verkehrsirrelevante Daten untereinander austauschen können.




Inventors:
Schultz, Holger (14612, Falkensee, DE)
Biehle, Thomas (29393, Groß Oesingen, DE)
Application Number:
DE102016218982A
Publication Date:
01/11/2018
Filing Date:
09/30/2016
Assignee:
VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT, 38440 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102014110888A1N/A2016-02-04
DE102013226532A1N/A2015-06-18
DE102007054261A1N/A2009-05-20
DE102006032374A1N/A2007-05-10
DE102005018301A1N/A2006-10-26



Other References:
Norm IEEE 802.11p 2010-07-15. IEEE Standard for Information technology-- Local and metropolitan area networks-- Specific requirements-- Part 11: Wireless LAN Medium Access Control (MAC) and Physical Layer (PHY) Specifications Amendment 6: Wireless Access in Vehicular Environments. S. 1-51. - ISBN 978-0-7381-6324-6. DOI: 10.1109/IEEESTD.2010.5514475. URL: http://ieeexplore.ieee.org/stamp/stamp.jsp?tp=&arnumber=5514475 [abgerufen am 24.06.2016]. Bibliographieinformationen ermittelt über: http://ieeexplore.ieee.org/xpl/articleDetails.jsp?arnumber=5514475&queryText=IEEE%20802.11p&refinements=4294965216 [abgerufen am 24.06.2016].
Claims:
1. Verfahren zur Kommunikation von Fahrzeugen (1218), mit den Schritten:
– Empfangen einer ersten Nachricht (34) von einem ersten Fahrzeug (12) durch ein zweites Fahrzeug (14) über Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und/oder Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation;
– Zuordnen der ersten Nachricht (34) zu dem ersten Fahrzeug (12) auf der Grundlage des Inhalts der ersten Nachricht (34) durch das zweite Fahrzeug (14); und
– Senden einer zweiten Nachricht (40) von dem zweiten Fahrzeug (14) an das erste Fahrzeug (12) über einen separaten Kommunikationskanal unter Verwendung von Informationen aus der ersten Nachricht (34);
dadurch gekennzeichnet, dass das Senden der zweiten Nachricht (40) von dem zweiten Fahrzeug (14) an das erste Fahrzeug (12) über den separaten Kommunikationskanal unter Verwendung von Informationen aus der ersten Nachricht (34) zumindest einen der folgenden Schritte umfasst:
– Senden der zweiten Nachricht (40) von dem zweiten Fahrzeug (14) an einen Zentralrechner (20);
– Senden der zweiten Nachricht (40) von dem Zentralrechner (20) an das erste Fahrzeug (12).

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Nachricht (34) und/oder die zweite Nachricht (40) jeweils anonyme Nachrichten sind.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Inhalt der ersten Nachricht (34), auf dessen Grundlage die erste Nachricht (34) durch das zweite Fahrzeug (14) dem ersten Fahrzeug (12) zugeordnet wird, ein fahrzeugspezifisches Zertifikat, Positionsdaten des ersten Fahrzeugs (12) zum Zeitpunkt des Sendes der ersten Nachricht (34), eine Streckenhistorie des ersten Fahrzeugs (12) und/oder von dem ersten Fahrzeug (12) aufgezeichnete Sensordaten umfasst.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Senden der zweiten Nachricht (40) von dem zweiten Fahrzeug (14) an das erste Fahrzeug (12) über den separaten Kommunikationskanal unter Verwendung von Informationen aus der ersten Nachricht (34) den folgenden Schritt umfasst:
– Erfassen eines Identifikationsmerkmals in der ersten Nachricht (34) durch das zweite Fahrzeug (14) oder einen Zentralrechner (20), wobei das Identifikationsmerkmal die erste Nachricht (34) eindeutig dem ersten Fahrzeug (12) zuordnet;
wobei die Adressierung der zweiten Nachricht (40) an das erste Fahrzeug (12) durch das in der ersten Nachricht (34) erfasste Identifikationsmerkmal erfolgt.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch den Schritt:
– Senden einer Sendeberechtigung von dem ersten Fahrzeug (12) an den Zentralrechner (20), wobei die Sendeberechtigung den Zentralrechner (20) berechtigt, dem ersten Fahrzeug (12) Nachrichten anderer Fahrzeuge weiterzuleiten.

6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Senden der zweiten Nachricht (40) von dem zweiten Fahrzeug (14) an das erste Fahrzeug (12) über den separaten Kommunikationskanal unter Verwendung von Informationen aus der ersten Nachricht (34) zumindest einen der folgenden Schritte umfasst:
– Anfragen bei dem Zentralrechner (20) durch das zweite Fahrzeug (14), ob eine Sendeberechtigung von dem ersten Fahrzeug (12) vorliegt;
– Senden einer Bestätigung von dem Zentralrechner (20) an das zweite Fahrzeug (14), dass eine Sendeberechtigung von dem ersten Fahrzeug (12) vorliegt.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Nachricht (34) verkehrsrelevante Informationen und/oder die zweite Nachricht (40) verkehrsirrelevante Informationen umfasst.

8. Fahrzeug (12, 14), mit
– einem ersten Kommunikationsmodul (24, 30) zur Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und/oder zur Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation; und
– einem zweiten Kommunikationsmodul (26, 32) zur Kommunikation mit einem Zentralrechner (20);
dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeug (12, 14) dazu eingerichtet ist, das Verfahren zur Kommunikation von Fahrzeugen (1218) nach einem der vorstehenden Ansprüche als erstes Fahrzeug (12) und/oder als zweites Fahrzeug (14) auszuführen.

9. Kommunikationssystem (10), mit
– einem Zentralrechner (20);
– einem ersten Fahrzeug (12); und
– einem zweiten Fahrzeug (14);
dadurch gekennzeichnet, dass das Kommunikationssystem (10) dazu eingerichtet ist, das Verfahren zur Kommunikation von Fahrzeugen (1218) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 auszuführen.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kommunikation von Fahrzeugen, ein Fahrzeug und ein Kommunikationssystem.

Moderne Fahrzeuge verfügen bereits über mehrere Kommunikationsschnittstellen, mittels welchen Fahrzeuge beispielsweise untereinander oder mit entfernt positionierten Zentralrechnern oder Servern kommunizieren können. Die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander erfolgt dabei üblicherweise über Kurzstreckenfunk und wird als Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation bezeichnet. In diese Kommunikation können auch Infrastruktureinrichtungen eingebunden werden. Die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktureinrichtungen wird als Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation bezeichnet.

Im Stand der Technik sind verschiedene Ansätze zur Realisierung einer solchen Kommunikation bekannt.

Die Druckschrift DE 10 2007 054 261 A1 schlägt ein System zum unmittelbaren Datenaustausch zwischen zwei oder mehr Fahrzeugen zur Übermittlung von Daten vor, die die Fahrsicherheit beeinträchtigende Ereignisse wiedergeben. Der Datenaustausch erfolgt über ein drahtloses Kommunikationsmittel, wobei in jedem der Daten austauschenden Fahrzeuge ein fahrzeugindividueller Security Token vorgesehen ist, in dem mindestens eine Fahrzeugidentifikationsinformation vorgesehen ist.

Aus der Druckschrift DE 10 2013 226 532 A1 ist ein Verfahren zur Vorbereitung und Durchführung einer Fahrt einer Mehrzahl zu einem Verbund zusammengeschlossener Fahrzeuge, zwischen denen durch Fahrzeug-zu-X-Kommunikation Botschaften mit einer Fahrzeugkennung verschickt werden, bekannt. Es ist vorgesehen, dass vor und/oder während der Fahrt in dem Verbund zwischen den Fahrzeugen anonymisierte Fahrzeugkennungen ausgetauscht werden, und dass während der Fahrt aufgrund der ausgetauschten anonymen Fahrzeugkennungen eine Zuordnung eines Fahrzeuges von dem eine Botschaft empfangen wird, zu dem Verbund erfolgt.

Darüber hinaus schlägt DE 10 2014 110 888 A1 eine Fahrzeuginformationsanordnung für ein Kraftfahrzeug mit einer Positionsortungseinheit, einer Funkkommunikationseinheit und einer Datenverarbeitungseinheit, die mit der Positionsortungseinheit und der Funkkommunikationseinheit sowie mit Sensoren des Kraftfahrzeugs verbindbar ist, vor. Die Datenverarbeitungseinheit ist eingerichtet, um in einem Endnutzermodus anonymisierte kraftfahrzeugrelevante Informationen mit einer beim Betrieb des Kraftfahrzeugs im öffentlichen Verkehr verfügbaren Infrastruktur mittels der Funkkommunikationseinheit auszutauschen.

Die Druckschrift DE 10 2006 032 374 A1 beschreibt ein Verfahren zum Sammeln von Daten in einem anfragenden Fahrzeug von anderen Fahrzeugen in einem von Kommunikationseinrichtungen der Fahrzeuge gebildeten dezentralen Netzwerk mit Ad-hoc-Kommunikation zwischen den Fahrzeugen.

Die Druckschrift DE 10 2005 018 301 A1 beschreibt eine Datenübertragungsvorrichtung für kooperativen Datenaustausch zwischen mobilen Gegenständen.

Die bekannten Standards zur Umsetzung von Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation sind jedoch ausschließlich zum Austausch von verkehrsrelevanten Daten vorgesehen, beispielsweise zur Verbesserung von hochautomatisiertem oder autonomen Fahrprogrammen. Der Austausch von verkehrsirrelevanten Daten, beispielsweise zum Zeitvertreib während der Fahrt oder zum Hinweisen von anderen Verkehrsteilnehmern auf Fahrzeugbeschädigungen, ist aufgrund von entsprechenden Vorschriften über die bekannten Standards der Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und der Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation nicht möglich.

Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu schaffen, dass Fahrzeuge auch verkehrsirrelevante Daten untereinander austauschen können. Insbesondere soll der Datenaustausch dabei anonym erfolgen.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1, ein Fahrzeug gemäß Anspruch 8 beziehungsweise ein Kommunikationssystem gemäß Anspruch 9.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Kommunikation von Fahrzeugen wird eine erste Nachricht von einem ersten Fahrzeug durch ein zweites Fahrzeug über Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und/oder Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation empfangen und die erste Nachricht wird durch das zweite Fahrzeug dem ersten Fahrzeug auf der Grundlage des Inhalts der ersten Nachricht zugeordnet. Erfindungsgemäß sendet das zweite Fahrzeug dann unter Verwendung von Informationen aus der ersten Nachricht eine zweite Nachricht über einen separaten Kommunikationskanal an das erste Fahrzeug.

Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, dass die Versendung der zweiten Nachricht von dem zweiten Fahrzeug an das erste Fahrzeug über einen separaten Kommunikationskanal erfolgt, sodass die zweite Nachricht nicht inhaltlich auf verkehrsrelevante Daten beschränkt ist. Damit ein Fahrzeuginsasse, wie beispielsweise der Fahrzeugführer, das erste Fahrzeug aus den das zweite Fahrzeug umgebenden Fahrzeugen auswählen kann, um diesem Fahrzeug eine Nachricht zu senden, muss eine Zuordnung der empfangenen ersten Nachricht zu dem ersten Fahrzeug erfolgen. Beispielsweise werden innerhalb des zweiten Fahrzeugs sämtliche Fahrzeuge, von welchen das zweite Fahrzeug Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationsnachrichten erhalten hat, optisch angezeigt, etwa auf einem Display oder Touchscreen. Die Zuordnung der einzelnen empfangen Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationsnachrichten zu den jeweiligen Fahrzeugen erfolgt durch das zweite Fahrzeug, damit das entsprechende Fahrzeug, an welches eine Nachricht versendet werden soll, vorliegend also das erste Fahrzeug, gezielt ausgewählt werden kann.

Die erste Nachricht und/oder die zweite Nachricht können jeweils anonyme Nachrichten sein. Dadurch, dass die erste Nachricht und/oder die zweite Nachricht jeweils anonyme Nachrichten sind, kann der Empfänger der ersten Nachricht beziehungsweise der zweiten Nachricht keine Rückschlüsse auf die Identität des Versenders ziehen. Aufgrund von Datenschutzrichtlinien ist die Versendung von anonymen Nachrichten häufig empfohlen oder sogar vorgeschrieben. Dadurch, dass die erste Nachricht und/oder die zweite Nachricht jeweils anonyme Nachrichten sind, kann das Verfahren auch in Kommunikationsumgebungen eingesetzt werden, welche entsprechenden Datenschutzrichtlinien unterliegen.

Der Inhalt der ersten Nachricht, auf dessen Grundlage die erste Nachricht durch das zweite Fahrzeug dem ersten Fahrzeug zugeordnet wird, kann ein fahrzeugspezifisches Zertifikat, Positionsdaten des ersten Fahrzeugs zum Zeitpunkt des Sendes der ersten Nachricht, eine Streckenhistorie des ersten Fahrzeugs und/oder von dem ersten Fahrzeug aufgezeichnete Sensordaten umfassen. Alternativ oder zusätzlich kann der Inhalt der ersten Nachricht, auf dessen Grundlage die erste Nachricht durch das zweite Fahrzeug dem ersten Fahrzeug zugeordnet wird, auch andere Nachrichtenattribute umfassen. Nachrichteninhalte, welche eine Zuordnung einer empfangenen Nachricht zu einem Fahrzeug erlauben, werden bei der Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation regelmäßig an einen anderen Nachrichteninhalt angehangen und stehen somit zur Verfügung. Vorzugsweise sendet das erste Fahrzeug zyklisch Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationsnachrichten und/oder Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikationsnachrichten aus, beispielsweise mit einer Frequenz in dem Bereich von 2 bis 10 Hz. Vorzugsweise ist die erste Nachricht eine Co-operative Awareness Message (CAM). Alternativ oder zusätzlich sendet das erste Fahrzeug Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationsnachrichten und/oder Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikationsnachrichten aus, wenn ein Ereignis festgestellt wird, wie beispielsweise ein Stau oder ein Unfall. Die erste Nachricht kann in diesem Fall eine Decentralized Environmental Notification Message (DENM) sein.

Das Senden der zweiten Nachricht von dem zweiten Fahrzeug an das erste Fahrzeug über den separaten Kommunikationskanal unter Verwendung von Informationen aus der ersten Nachricht kann das Erfassen eines Identifikationsmerkmals in der ersten Nachricht durch das zweite Fahrzeug oder einen Zentralrechner umfassen, wobei das Identifikationsmerkmal die erste Nachricht eindeutig dem ersten Fahrzeug zuordnet. Vorzugsweise erfolgt die Adressierung der zweiten Nachricht an das erste Fahrzeug durch das in der ersten Nachricht erfasste Identifikationsmerkmal. Das Identifikationsmerkmal stellt somit die Informationen aus der ersten Nachricht dar, unter deren Verwendung die zweite Nachricht von dem zweiten Fahrzeug an das erste Fahrzeug über einen separaten Kommunikationskanal versendet wird. Das Identifikationsmerkmal kann ein dem Fahrzeug zugeordnetes einzigartiges Pseudonym und/oder einen Identifikationscode umfassen. Wenn das Identifikationsmerkmal in der ersten Nachricht durch den Zentralrechner erfasst wird, besteht die Notwendigkeit, dass das zweite Fahrzeug die erste Nachricht oder zumindest einen Teil der ersten Nachricht, welcher das Identifikationsmerkmal beinhaltet, an den Zentralrechner versendet. Der Zentralrechner kann beispielsweise ein Backend oder Server eines Fahrzeugherstellers oder eines Drittanbieters sein.

Das Senden der zweiten Nachricht von dem zweiten Fahrzeug an das erste Fahrzeug über den separaten Kommunikationskanal unter Verwendung von Informationen aus der ersten Nachricht kann das Senden der zweiten Nachricht von dem zweiten Fahrzeug an einen Zentralrechner und/oder das Senden der zweiten Nachricht von dem Zentralrechner an das erste Fahrzeug umfassen. Wenn das Identifikationsmerkmal in der ersten Nachricht durch den Zentralrechner erfasst wird, erfolgt das Versenden der ersten Nachricht oder des Teils der ersten Nachricht, welcher das Identifikationsmerkmal beinhaltet, von dem zweiten Fahrzeug an den Zentralrechner vorzugsweise gleichzeitig mit dem Versenden der zweiten Nachricht von dem zweiten Fahrzeug an den Zentralrechner oder vor dem Versenden der zweiten Nachricht von dem zweiten Fahrzeug an den Zentralrechner. Der Zentralrechner ist vorzugsweise dazu eingerichtet, mit einer Vielzahl von Fahrzeugen zu kommunizieren. Insbesondere ist der Zentralrechner dazu eingerichtet, innerhalb von Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikationsnachrichten und/oder Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikationsnachrichten Identifikationsmerkmale des Sendefahrzeugs zu erfassen und dem Sendefahrzeug auf Grundlage des erfassten Identifikationsmerkmals eine weitere Nachricht eines Fahrzeugs weiterzuleiten.

Das Verfahren kann das Senden einer Sendeberechtigung von dem ersten Fahrzeug an den Zentralrechner umfassen, wobei die Sendeberechtigung den Zentralrechner berechtigt, dem ersten Fahrzeug Nachrichten anderer Fahrzeuge weiterzuleiten. Insbesondere aus Datenschutzgründen und aufgrund etwaig anfallender Kosten für den Datenaustausch zwischen dem ersten Fahrzeug und dem Zentralrechner, welche durch die Weiterleitung von Nachrichten anderer Fahrzeuge an das erste Fahrzeug entstehen, ist die Notwendigkeit der Erteilung einer solchen Sendeberechtigung vorteilhaft. Beispielsweise kann der Fahrzeugführer und/oder der Fahrzeughalter beim erstmaligen Verwenden einer Anwendung, welche dazu eingerichtet ist, das hier beschriebene Verfahren zur Kommunikation von Fahrzeugen auszuführen, zur Erteilung einer solchen Sendeberechtigung aufgefordert werden. Beispielsweise kann die Sendeberechtigung eine allgemeine Sendeberechtigung, welche den Zentralrechner zum Weiterleiten von Nachrichten sämtlicher Fahrzeuge berechtigt, oder eine beschränkte Sendeberechtigung sein, welche den Zentralrechner zum Weiterleiten von Nachrichten lediglich ausgewählter Fahrzeuge berechtigt.

Das Senden der zweiten Nachricht von dem zweiten Fahrzeug an das erste Fahrzeug über den separaten Kommunikationskanal unter Verwendung von Informationen aus der ersten Nachricht kann das Anfragen bei dem Zentralrechner durch das zweite Fahrzeug, ob eine Sendeberechtigung von dem ersten Fahrzeug vorliegt, und/oder das Senden einer Bestätigung von dem Zentralrechner an das zweite Fahrzeug, dass eine Sendeberechtigung von dem ersten Fahrzeug vorliegt, umfassen. Dadurch, dass das zweite Fahrzeug die Möglichkeit hat, sich bei dem Zentralrechner zu erkundigen, ob eine Sendeberechtigung des ersten Fahrzeugs vorliegt und somit Nachrichten des zweiten Fahrzeugs durch den Zentralrechner an das erste Fahrzeug weitergeleitet werden können, kann durch die Insassen oder den Fahrzeugführer des zweiten Fahrzeugs festgestellt werden, ob Nachrichten, welche über den Zentralrechner an das erste Fahrzeug versendet werden, überhaupt von dem Zentralrechner an das erste Fahrzeug weitergeleitetet werden dürfen. Insbesondere, wenn die Mitteilung erfolgt, dass keine Sendeberechtigung vorliegt, kann auf das Versenden von Nachrichten an das erste Fahrzeug verzichtet werden.

Die erste Nachricht kann verkehrsrelevante Informationen umfassen. Alternativ oder zusätzlich kann die zweite Nachricht verkehrsirrelevante Informationen, vorzugsweise ausschließlich verkehrsirrelevante Informationen umfassen. Verkehrsrelevante Informationen sind solche Informationen, welche relevant für die Verkehrssicherheit sind und/oder von einem Fahrerassistenzsystem verwendbar sind. Verkehrsirrelevante Daten können beispielsweise Hinweise bezüglich des Verhaltens und/oder Fahrstils anderer Verkehrsteilnehmer, Daten zum Umsetzen von Spielen, insbesondere Multiplayer-Spielen durch fahrzeugeigene Einrichtungen und/oder verkehrsirrelevante Konversationen umfassen. Die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und/oder Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation zwischen dem ersten Fahrzeug und dem zweiten Fahrzeug kann auf Kurzstreckenfunk basieren. Der Kurzstreckenfunk kann beispielsweise den WLANp-Standard, also den IEEE. 802.11p-Standard verwenden. Alternativ oder zusätzlich kann die Kommunikation des ersten Fahrzeugs und/oder des zweiten Fahrzeugs mit dem Zentralrechner auf Mobilfunk und/oder dem Internet basieren.

Das erste Fahrzeug kann dem zweiten Fahrzeug auch über das beschriebene Verfahren antworten. Hierzu führt das zweite Fahrzeug die zuvor unter Bezugnahme auf das erste Fahrzeug beschriebenen Schritte aus und das zweite Fahrzeug führt die zuvor unter Bezugnahme auf das erste Fahrzeug beschriebenen Schritte aus. Ferner kann das Verfahren auch in analoger Weise zur Kommunikation eines Fahrzeugs mit Infrastruktureinrichtungen, wie Bezahleinrichtungen von Parkhäusern, Verwendung finden.

Das erfindungsgemäße Fahrzeug umfasst ein erstes Kommunikationsmodul und ein zweites Kommunikationsmodul. Das erste Kommunikationsmodul dient zur Fahrzeug-zu-Fahrzeug- Kommunikation und/oder zur Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation. Das zweite Kommunikationsmodul dient zur Kommunikation mit einem Zentralrechner. Erfindungsgemäß ist das Fahrzeug dazu eingerichtet, das Verfahren zur Kommunikation von Fahrzeugen nach einer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen als erstes Fahrzeug und/oder als zweites Fahrzeug auszuführen. Es gelten die gleichen Vorteile und Modifikationen wie zuvor beschrieben.

Das erfindungsgemäße Kommunikationssystem umfasst ein erstes Fahrzeug und ein zweites Fahrzeug. Erfindungsgemäß ist das Kommunikationssystem dazu eingerichtet, das Verfahren zur Kommunikation von Fahrzeugen nach einer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen auszuführen. Vorzugsweise umfasst das Kommunikationssystem zusätzlich einen Zentralrechner. Es gelten die gleichen Vorteile und Modifikationen wie zuvor beschrieben.

Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in den Unteransprüchen genannten Merkmalen. Die verschiedenen in dieser Anmeldung genannten Ausführungsformen der Erfindung sind, sofern im Einzelfall nicht anders ausgeführt, mit Vorteil miteinander kombinierbar.

Die Erfindung wird nachfolgend in einem Ausführungsbeispiel anhand der zugehörigen Zeichnung erläutert. Es zeigt:

1 ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Kommunikationssystems in einer schematischen Darstellung.

1 zeigt ein Kommunikationssystem 10 mit einem ersten Fahrzeug 12, einem zweiten Fahrzeug 14, zwei weiteren Fahrzeugen 16, 18 und einem Zentralrechner 20.

Sämtliche Fahrzeuge 1218 sind dazu eingerichtet, über Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation untereinander und über Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation mit straßenperipheren Infrastruktureinrichtungen zu kommunizieren. Außerdem sind sämtliche Fahrzeuge 1218 dazu eingerichtet, mit dem Zentralrechner 20 zu kommunizieren.

Das erste Fahrzeug 12 weist ein erstes Kommunikationsmodul 24 zur Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und zur Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation und ein zweites Kommunikationsmodul 26 zur Kommunikation mit dem Zentralrechner 20 auf. Das erste Kommunikationsmodul 24 und das zweite Kommunikationsmodul 26 sind mit einem Steuergerät 22 verbunden, welches das erste Kommunikationsmodul 24 und das zweite Kommunikationsmodul 26 steuert.

Das zweite Fahrzeug 14 weist ebenfalls ein erstes Kommunikationsmodul 30 zur Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und zur Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation und ein zweites Kommunikationsmodul 32 zur Kommunikation mit dem Zentralrechner 20 auf. Das erste Kommunikationsmodul 30 und das zweite Kommunikationsmodul 32 sind mit einem Steuergerät 28 verbunden, welches das erste Kommunikationsmodul 30 und das zweite Kommunikationsmodul 32 steuert.

Das erste Fahrzeug 12 versendet über Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation eine erste Nachricht 34 an die Fahrzeuge 1418. Die erste Nachricht 34 umfasst verkehrsrelevante Daten, welche relevant für die Verkehrssicherheit sind und von Fahrerassistenzsystemen der Fahrzeuge 1418 genutzt werden können. Außerdem beinhaltet die erste Nachricht 34 ein Identifikationsmerkmal, wobei das Identifikationsmerkmal die erste Nachricht 34 eindeutig dem ersten Fahrzeug 12 zuordnet. Das Identifikationsmerkmal ist in dem dargestellten Beispiel ein Fahrzeugidentifikationscode.

Die erste Nachricht 34 von einem ersten Fahrzeug 12 wird durch das zweite Fahrzeug 14 und die weiteren Fahrzeuge 16, 18 über Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation empfangen. Das zweite Fahrzeug 14 ordnet auf der Grundlage des Inhalts der ersten Nachricht 34 die erste Nachricht 34 dem ersten Fahrzeug 12 zu. Die Zuordnung der ersten Nachricht 34 zu dem ersten Fahrzeug 12 erfolgt auf Grundlage von Positionsdaten des ersten Fahrzeugs 12 zum Zeitpunkt des Sendes der ersten Nachricht 34, welche als Bestandteil der ersten Nachricht 34 versendet wurden. Die erste Nachricht ist eine anonyme Nachricht, welche keine Rückschlüsse auf die Identität des Versenders zulässt.

Das zweite Fahrzeug 14 sendet die erste Nachricht 34 des ersten Fahrzeugs 12 zusammen mit einer Anfrage, ob eine Sendeberechtigung von dem ersten Fahrzeug 12 vorliegt, als Nachricht 36 an den Zentralrechner 20. Eine Sendeberechtigung des ersten Fahrzeugs 12 berechtigt den Zentralrechner 20, dem ersten Fahrzeug 12 Nachrichten anderer Fahrzeuge weiterzuleiten. Der Zentralrechner 20 erfasst das Identifikationsmerkmal in der ersten Nachricht 34 und prüft auf Grundlage dieses Identifikationsmerkmals, ob eine solche Sendeberechtigung vorliegt. Das erste Fahrzeug 12 hatte zuvor mit der Nachricht 42 eine solche Sendeberechtigung an den Zentralrechner 20 versendet, sodass der Zentralrechner 20 dem zweiten Fahrzeug 14 mit der Nachricht 38 eine Bestätigung sendet, dass eine Sendeberechtigung von dem ersten Fahrzeug 12 vorliegt.

Das zweite Fahrzeug 14 sendet daraufhin eine zweite Nachricht 40, welche verkehrsirrelevante Daten umfasst, an den Zentralrechner 20. Die zweite Nachricht 40 kann neben den verkehrsirrelevanten Daten auch verkehrsrelevante Daten umfassen. Beispielsweise umfasst die zweite Nachricht 40 ein Bild und/oder eine Videosequenz, welche verkehrsrelevante Informationen beinhaltet. Der Zentralrechner 20 leitet die zweite Nachricht 40 dann an das erste Fahrzeug 12 weiter, wobei die Adressierung der zweiten Nachricht 40 an das erste Fahrzeug 12 durch das in der ersten Nachricht 34 erfasste Identifikationsmerkmal erfolgt.

Somit sendet das zweite Fahrzeug 14 die zweite Nachricht 40 unter Verwendung von Informationen aus der ersten Nachricht 34 über einen separaten Kommunikationskanal, nämlich über den Zentralrechner 20, an das erste Fahrzeug 12. Die dargestellten Fahrzeuge 1218 nutzen zur Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und zur Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation Kurzstreckenfunk und zur Kommunikation mit dem Zentralrechner 20 Mobilfunk und das Internet.

Dadurch, dass die zweite Nachricht von dem zweiten Fahrzeug unter Verwendung von Informationen aus der ersten Nachricht über einen separaten Kommunikationskanal an das erste Fahrzeug versendet wird, wird eine Möglichkeit geschaffen, dass Fahrzeuge auch verkehrsirrelevante Daten untereinander austauschen können.

Bezugszeichenliste

10
Kommunikationssystem
12
erstes Fahrzeug
14
zweites Fahrzeug
16
Fahrzeug
18
Fahrzeug
20
Zentralrechner
22
Steuergerät
24
erstes Kommunikationsmodul
26
zweites Kommunikationsmodul
28
Steuergerät
30
erstes Kommunikationsmodul
32
zweites Kommunikationsmodul
34
erste Nachricht
36
Nachricht
38
Nachricht
40
zweite Nachricht
42
Nachricht