Title:
Radarsensoreinrichtung für ein Kraftfahrzeug, Kraftfahrzeug und Verfahren zum Betreiben einer Radarsensoreinrichtung eines Kraftfahrzeugs
Kind Code:
A1


Abstract:

Radarsensoreinrichtung für ein Kraftfahrzeug (1), umfassend mehrere Radarsensoreinheiten (4a–d) und eine Steuereinrichtung (7), mittels welcher die Radarsensoreinheiten (4a–d) zur Objekterfassung ansteuerbar sind, wobei die Steuereinrichtung (7) dazu ausgebildet ist, in Abhängigkeit eines vorgegebenen, eine durch die Radarsensoreinrichtung (2) zu realisierende Erfassungsreichweite beschreibenden Auswahlparameters eine von mehreren jeweils eine Untergruppe (11a–c) von Radarsensoreinheiten (4a–d) beschreibenden Konfigurationen zu wählen und die zur Untergruppe (11a–c) der ausgewählten Konfiguration gehörenden R–darsensoreinheiten (4a–d) zu aktivieren und die nicht zur Untergruppe (11a–c) gehörenden Radarsensoreinheiten (4a–d) zu deaktivieren, wobei mehreren Erfassungsreichweiteklassen mit aufsteigender Erfassungsreichweite jeweils eine Konfiguration zugeordnet ist, die eine größere Untergruppe (11a–c) beschreibt.




Inventors:
Khlifi, Rachid, Dr. (85748, Garching, DE)
Application Number:
DE102016215437A
Publication Date:
02/22/2018
Filing Date:
08/18/2016
Assignee:
AUDI AG, 85045 (DE)
International Classes:
Domestic Patent References:
DE102012001069A1N/A2012-08-02
DE102004043358A1N/A2006-03-09
DE19934670A1N/A2000-12-21



Other References:
FISCHER, Alexander [et al.]: 77-GHz multi-channel radar transceiver with antenna in package. In: IEEE Transactions on Antennas and Propagation, Vol. 62, 2014, No. 3, S. 1386-1394. - ISSN 0018-926X
Claims:
1. Radarsensoreinrichtung für ein Kraftfahrzeug (1), umfassend mehrere Radarsensoreinheiten (4a–d) und eine Steuereinrichtung (7), mittels welcher die Radarsensoreinheiten (4a–d) zur Objekterfassung ansteuerbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (7) dazu ausgebildet ist, in Abhängigkeit eines vorgegebenen, eine durch die Radarsensoreinrichtung (2) zu realisierende Erfassungsreichweite beschreibenden Auswahlparameters eine von mehreren jeweils eine Untergruppe (11a–c) von Radarsensoreinheiten (4a–d) beschreibenden Konfigurationen zu wählen und die zur Untergruppe (11a–c) der ausgewählten Konfigurationen gehörenden Radarsensoreinheiten (4a–d) zu aktivieren und die nicht zur Untergruppe (11a–c) gehörenden Radarsensoreinheiten (4a–d) zu deaktivieren, wobei mehreren Erfassungsreichweiteklassen mit aufsteigender Erfassungsreichweite jeweils eine Konfiguration zugeordnet ist, die eine größere Untergruppe (11a–c) beschreibt.

2. Radarsensoreinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Konfigurationen gemäß der Anzahl der Radarsensoreinheiten (4a–d) der durch die jeweilige Konfiguration beschriebenen Untergruppe (11a–c) ordenbar sind, wobei eine erste Untergruppe (11a) wenigstens eine Radarsensoreinheit (4a) umfasst und die weitere Untergruppe oder die weiteren Untergruppen (11b, c) jeweils die Radarsensoreinheit (4a) oder Radarsensoreinheiten (4a, b) der in der Ordnung vorangehenden Untergruppe (11a, b) umfasst oder umfassen.

3. Radarsensoreinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Radarsensoreinheiten (4a–d) mehrere Empfangsantennen (5) und/oder mehrere Sendeantennen (6) aufweist.

4. Radarsensoreinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (7) dazu ausgebildet ist, zur Realisierung der Erfassungsreichweite und/oder eines Öffnungswinkels der Radarsensoreinrichtung (2) eine Sendesignalkonfiguration vorzugeben, die von den Sendeantennen (6) der aktivierten Radarsensoreinheit oder Radarsensoreinheiten (4a–d) abzustrahlende Sendesignale beschreibt, und/oder durch die Empfangsantennen (5) der aktivierten Radarsensoreinheit oder Radarsensoreinheiten (4a–d) empfangene Reflexionssignale von den Sendeantennen (6) abgestrahlter Sendesignale gemeinsam auszuwerten.

5. Radarsensoreinrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass jede Radarsensoreinheit (4a–d) wenigstens drei Sendeantennen (6) und/oder wenigstens vier Empfangsantennen (5) aufweist.

6. Radarsensoreinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Radarsensoreinrichtung (2) wenigstens drei Radarsensoreinheiten (4a–d) aufweist.

7. Radarsensoreinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Öffnungswinkel bei einer Objekterfassung mit genau einer aktivierten Radarsensoreinheit (4a) zwischen 120° und 170° und/oder mit genau zwei aktivierten Radarsensoreinheiten (4a, b) zwischen 55° und 120° und/oder mit genau drei aktivierten Radarsensoreinheiten (4a–c) zwischen 15° und 55° beträgt.

8. Kraftfahrzeug, umfassend eine zur Objekterfassung im Umfeld des Kraftfahrzeugs eingerichtete Radarsensoreinrichtung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.

9. Verfahren zum Betreiben einer Radarsensoreinrichtung (2) eines Kraftfahrzeugs (1), umfassend mehrere Radarsensoreinheiten (4a–d), dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit eines vorgegebenen, eine durch die Radarsensoreinrichtung (4a–d) zu realisierende Erfassungsreichweite beschreibenden Auswahlparameters eine von mehreren jeweils eine Untergruppe (11a–c) von Radarsensoreinheiten (4a–d) beschreibenden Konfigurationen gewählt wird und die zur Untergruppe (11a–c) der ausgewählten Konfiguration gehörenden Radarsensoreinheiten (11a–d) aktiviert und die nicht zur Untergruppe (11a–c) gehörenden Radarsensoreinheiten (4a–d) deaktiviert werden, wobei mehreren Erfassungsreichweiteklassen mit aufsteigender Erfassungsreichweite jeweils eine Konfiguration zugeordnet wird, die eine größere Untergruppe (11a–c) beschreibt.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Radarsensoreinrichtung für ein Kraftfahrzeug, umfassend mehrere Radarsensoreinheiten und eine Steuereinrichtung, mittels welcher die Radarsensoreinheiten zur Objekterfassung ansteuerbar sind. Daneben betrifft die Erfindung ein Kraftfahrzeug und ein Verfahren zum Betreiben einer Radarsensoreinrichtung eines Kraftfahrzeugs, umfassend mehrere Radarsensoreinheiten.

Eine solche Radarsensoreinrichtung dient der Erfassung dynamischer und statischer Objekten in der Umgebung eines Kraftfahrzeugs. Fahrerassistenzsysteme können beispielsweise Sensordaten der Radarsensoreinrichtung zur Bewertung einer Verkehrssituation auswerten und Warnungen oder Fahreingriffe auslösen. Es sind Radarsensoreinrichtungen mit mehreren Radarsensoreinheiten, sogenannten Radar-Frontends, bekannt, die durch eine gemeinsame Steuereinrichtung angesteuert werden.

Herkömmliche Radarsensoreinrichtungen werden typischerweise nach ihrer Erfassungsreichweite eingeteilt in Long Range Radar (LRR) mit Reichweiten bis zu ca. 200 Metern, Mid Range Radar (MRR) mit Reichweiten bis zu ca. 120 Metern und Short Range Radar (SRR) mit Reichweiten bis zu ca. 70 Metern. Zum Erzielen der hohen Reichweite eines LRR-Sensors werden die abgestrahlten Radarsignale gebündelt, wozu eine hohe Anzahl von Empfangs- und Sendeantennen, beispielsweise jeweils 8 Stück, erforderlich ist. Dies reduziert den Öffnungswinkel der Radarsensoreinrichtung erheblich. Bei SRR-Sensoren wird typischerweise auf eine derartige Bündelung verzichtet, wodurch gleichzeitig der Öffnungswinkel vergrößert wird. Ein MRR-Sensor nimmt eine Mittelstellung zwischen den beiden vorgenannten Sensoren ein.

Da die Anforderungen an eine Radarsensoreinrichtung zum Erzielen der jeweiligen Erfassungsreichweite unterschiedlich sind, wird typischerweise für jede Erfassungsreichweitenklasse eine unterschiedlich ausgebildete Radarsensoreinheit verwendet. Diese erhöht den Aufwand zur Integration einer herkömmlichen Radarsensoreinrichtung in ein Kraftfahrzeug erheblich.

Aus der Druckschrift DE 10 2004 043 358 A1 ist eine Objektdetektionssensorik eines Kraftfahrzeugs bekannt, mittels der vorausfahrende Fahrzeuge detektierbar sind. Die Objektdetektionssensorik weist einen ersten Detektionsbereich mit einer hohen Reichweite, einer mit zunehmender Entfernung größeren Erfassungsbereite und einer maximalen Breite, die der eigenen Fahrspurbreite entspricht, sowie weitere Detektionsbereiche, die kürzere Detektionsreichweiten aufweisen und Bereiche links und rechts des ersten Detektionsbereichs abdecken, auf.

Die DE 199 34 670 A1 offenbart ein Objektdetektionssystem für ein Kraftfahrzeug mit wenigstens drei Objektdetektoren, die jeweils einen anderen Detektionsbereich und/oder eine andere Detektionsreichweite aufweisen.

Der Erfindung liegt mithin die Aufgabe zugrunde, eine demgegenüber verbesserte Objektdetektion über unterschiedliche Entfernungen durch eine Radarsensoreinrichtung zu ermöglichen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer Radarsensoreinrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Steuereinrichtung dazu ausgebildet ist, in Abhängigkeit eines vorgegebenen, eine durch die Radarsensoreinrichtung zu realisierende Erfassungsreichweite beschreibenden Auswahlparameters eine von mehreren jeweils eine Untergruppe von Radarsensoreinheiten beschreibenden Konfigurationen zu wählen und die zur Untergruppe der ausgewählten Konfiguration gehörenden Radarsensoreinheiten zu aktivieren und die nicht zur Untergruppe gehörenden Radarsensoreinheiten zu deaktivieren, wobei mehreren Erfassungsreichweiteklassen mit aufsteigender Erfassungsreichweite jeweils eine Konfiguration zugeordnet ist, die eine größere Untergruppe beschreibt.

Der Erfindung liegt die Idee einer skalierbaren Objekterfassung durch eine bedarfsweise Kombination einzelner Radarsensoreinheiten der Radarsensoreinrichtung zugrunde, wobei durch das Zusammenwirken mehrerer Radarsensoreinheiten eine größere Erfassungsreichweite bzw. ein geringerer Öffnungswinkel realisiert wird. Dazu wählt die Steuereinrichtung in Abhängigkeit eines, beispielsweise extern vorgegebenen, Auswahlparameters eine von mehreren Konfigurationen von Radarsensoreinheiten aus. Jede Konfiguration beschreibt dabei eine Untergruppe der Radarsensoreinheiten, die bei einem Betrieb gemäß der Konfiguration ausschließlich zu aktivieren sind. Eine Untergruppe kann genau eine Radarsensoreinheit, einen Teil der Radarsensoreinheiten oder alle Radarsensoreinheiten umfassen. Die Größe, mit anderen Worten die Mächtigkeit, der Untergruppe bzw. die Anzahl der zu der Untergruppe gehörende Radarsensoreinheiten steigt dabei mit der zu realisierenden Erfassungsreichweite. Dazu werden Erfassungsreichweiteklassen gebildet, die beispielsweise der eingangs genannten Einteilung von LRR, MRR und SRR entsprechen können. Die durch den Auswahlparameter beschriebene, zu realisierende Erfassungsreichweite kann einer der vorgesehenen Erfassungsreichweiteklassen zuordenbar sein.

Die Erfindung ermöglicht so eine einfach realisierbare und in das Kraftfahrzeug integrierbare Radarsensoreinrichtung, die zur Objektdetektion für eine Vielzahl unterschiedlicher Erfassungsreichweiteklassen geeignet ist.

Eine (erste) Entfernungsreichweiteklasse kann Erfassungsreichweiten bis 70 Meter und/oder eine (zweite) Erfassungsreichweiteklasse kann Erfassungsreichweiten bis 140 Meter und/oder eine (dritte) Erfassungsreichweiteklasse kann Erfassungsreichweiten bis 250 Meter umfassen. Der Auswahlparameter kann situationsabhängig, beispielsweise durch ein Fahrzeugsystem, vorgebbar sein und/oder gemäß einem zeitlichen Raster wechselnd unterschiedliche Konfigurationen beschreiben.

Eine jeweilige Radarsensoreinheit kann einen Radar-Transceiver, der eine Frequenzsteuerung (üblicherweise umfassend eine Phasenregelschleife – PLL), eine Mischereinheit und einen Low Noise Amplifier (LNA) enthält, sowie eine Antenneneinheit aufweisen. Bevorzugt ist der Radar-Transceiver durch einen einzigen Halbleiterchip, insbesondere einen CMOS-Chip, realisiert. Zweckmäßigerweise sind der Radar-Transceiver und die Antenneneinheit in einem Package realisiert. Eine solche Radarsensoreinheit kann auch als Radar-Frontend aufgefasst bzw. bezeichnet werden. Besonders bevorzugt sind die Radarsensoreinheiten gleichartig ausgebildet. D.h. insbesondere, dass sie jeweils im Wesentlichen gleiche Sende- und Empfangseigenschaften aufweisen. So kann insbesondere die Anzahl unterschiedlicher Bauelemente für die Realisierung der erfindungsgemäßen Radarsensoreinrichtung verringert werden. Die Radarsensoreinheiten können durch Einschalten und Ausschalten, insbesondere in Abhängigkeit eines Steuersignals der Steuereinrichtung, aktivierbar und/oder deaktivierbar sein. Zum Aktivieren und/oder Deaktivieren der Radarsensoreinheit kann die Radarsensoreinrichtung eine Schalteinheit aufweisen.

Die Radarsensoreinheiten können benachbart zueinander, insbesondere auf oder an einen Trägerelement der Radarsensoreinrichtung, angeordnet sein. Bevorzugt sind die Radarsensoreinheiten derart angeordnet, dass sie an einem gemeinsamen kraftfahrzeugseitigen Einbauort, beispielsweise einem für Radarsignale durchlässigen Abschnitt der Außenhaut des Kraftfahrzeugs, verbaubar oder verbaut sind. Die Zentralachsen der Öffnungsbereiche der Radarsensoreinheiten sind zweckmäßigerweise zueinander im Wesentlichen parallel. Bei dem Trägerelement kann es sich, insbesondere bei Ausbildung der Radarsensoreinheiten in CMOS-Technologie, um eine Leiterplatte handeln.

Bevorzugt sind die Konfigurationen gemäß der Anzahl der Radarsensoreinheiten der durch die jeweilige Konfiguration beschriebenen Untergruppe ordenbar, wobei eine erste Untergruppe wenigstens eine Radarsensoreinheit umfasst und die weitere Untergruppe oder die weiteren Untergruppen jeweils die Radarsensoreinheit oder Radarsensoreinheiten der in der Ordnung vorangehenden Untergruppe umfasst oder umfassen. Mit anderen Worten wird ein kaskadenartiges Zuschalten einzelner Radarsensoreinheiten vorgeschlagen, wenn eine in einer höheren Erfassungsreichweiteklasse als der momentanen Erfassungsreichweiteklasse liegende Erfassungsreichweite durch den Auswahlparameter beschrieben wird. Eine gemäß der Ordnung höhere Konfiguration beschreibt dabei eine Untergruppe, die sämtliche Radarsensoreinheiten der gemäß der Ordnung niedrigeren Konfiguration oder Konfigurationen umfasst. Insbesondere weist eine durch eine höhere Konfiguration beschriebene Untergruppe sämtliche Radarsensoreinheiten der durch die nächstniedrigere Konfiguration beschriebenen Untergruppe und wenigstens eine zusätzliche Radarsensoreinheit der Radarsensoreinheiten auf.

Zweckmäßigerweise weist jede der Radarsensoreinheiten mehrere Empfangsantennen und/oder mehrere Sendeantennen auf. Die Empfangsantennen und/oder die Sendeantennen können die in einem Package mit dem Radar-Transceiver realisierte Antenneneinheit bilden. Bevorzugt weist jede Radarsensoreinheit wenigstens 3 Sendeantennen und/oder wenigstens 4 Empfangsantennen auf.

Es ist ferner bevorzugt, wenn die Steuereinrichtung dazu ausgebildet ist, zur Realisierung der Erfassungsreichweite und/oder eines Öffnungswinkels der Radarsensoreinrichtung eine Sendesignalkonfiguration vorzugeben, die von den Sendeantennen der aktivierten Radarsensoreinheit oder Radarsensoreinheiten abzustrahlende Sendesignale beschreibt. Die jeweiligen Sendesignale können derart erzeugbar sein, dass sie zur gemeinsamen Objektdetektion zusammenwirken. Insbesondere sind die Sendesignale hinsichtlich ihrer Phasenlage und/oder ihres Frequenzverlaufs unter Berücksichtigung der Orte, an denen die Radarsensoreinheiten in der Radarsensoreinrichtung angeordnet sind, und der jeweiligen Aussendezeitpunkte angepasst und/oder synchronisiert. Alternativ oder zusätzlich kann die Steuereinrichtung dazu ausgebildet sein, zur Realisierung der Erfassungsreichweite und/oder eines Öffnungswinkels der Radarsensoreinrichtung durch die Empfangsantennen der aktivierten Radarsensoreinheit oder Radarsensoreinheiten empfangene Reflexionssignale von den Sendeantennen abgestrahlter Sendesignale gemeinsam auszuwerten. Die Steuereinrichtung, insbesondere eine zugehörige Auswerteeinheit, kann die Reflexionssignale mithin gemeinsam und insbesondere in Abhängigkeit der vorgegebenen Sendesignale auswerten.

Vorteilhafterweise weist die Radarsensoreinrichtung wenigstens drei Radarsensoreinheiten, insbesondere wenigstens vier Radarsensoreinheiten, auf. Bevorzugt beträgt ein Öffnungswinkel bei einer Objekterfassung mit genau einer aktivierten Radarsensoreinheit zwischen 120° und 170° und/oder mit genau zwei aktivierten Radarsensoreinheiten zwischen 55° und 120° und/oder mit genau drei aktivierten Radarsensoreinheiten zwischen 15° und 55°.

Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird ferner erfindungsgemäß gelöst durch ein Kraftfahrzeug, umfassend eine zur Objekterfassung im Umfeld des Kraftfahrzeugs eingerichtete erfindungsgemäße Radarsensoreinrichtung.

Außerdem wird die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe erfindungsgemäß bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass in Abhängigkeit eines vorgegebenen, eine durch die Radarsensoreinrichtung zu realisierende Erfassungsreichweite beschreibenden Auswahlparameters eine von mehreren jeweils eine Untergruppe von Radarsensoreinheiten beschreibende Konfigurationen gewählt wird und die zur Untergruppe der ausgewählten Konfiguration gehörenden Radarsensoreinheiten aktiviert und die nicht zur Untergruppe gehörenden Radarsensoreinheiten deaktiviert werden, wobei mehreren Erfassungsreichweiteklassen mit aufsteigender Erfassungsreichweite jeweils eine Konfiguration zugeordnet wird, die eine größere Untergruppe beschreibt.

Sämtliche Ausführungen zur erfindungsgemäßen Radarsensoreinrichtung lassen sich analog auf das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug und das erfindungsgemäße Verfahren übertragen, so dass auch mit diesen die zuvor genannten Vorteile erzielt werden können.

Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen. Diese sind schematische Darstellungen und zeigen:

1 eine Prinzipskizze eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugs mit einer erfindungsgemäßen Radarsensoreinrichtung;

2 durch unterschiedliche Konfigurationen der Radarsensoreinrichtung erzielte Erfassungsreichweiten und Öffnungswinkel; und

3 mögliche Einbauorte der Radarsensoreinrichtung im in 1 gezeigten Kraftfahrzeug.

1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Kraftfahrzeugs 1, umfassend eine zur Objekterfassung im Umfeld des Kraftfahrzeugs 1 eingerichtete Radarsensoreinrichtung 2 und ein Sensordaten der Radarsensoreinrichtung 2 auswertendes Fahrzeugsystem 3, z.B. ein Fahrerassistenzsystem wie ein Abstandsregeltempomat (Adaptive Cruise Control – ACC).

Die Radarsensoreinrichtung 2 weist drei hinsichtlich ihrer Erfassungseigenschaften im Wesentlichen gleichartige Radarsensoreinheiten 4a–c mit jeweils vier Empfangsantennen 5 und drei Sendeantennen 6 auf. Diese bilden eine Antennenanordnung, die gemeinsam mit einem als CMOS-Chip realisierten, nicht gezeigten Radar-Transceiver in einem Package realisiert sind. Außerdem umfasst die Radarsensoreinrichtung 2 eine Steuereinrichtung 7, mittels welcher die Radarsensoreinheiten 4a–c zur Objekterfassung ansteuerbar sind. Daneben weist die Radarsensoreinrichtung 2 eine Speichereinheit 8 und eine Energiemanagementeinheit 9 in Form eines „power management integrated circuit“ (PMIC) auf.

Die Steuereinrichtung 7 ist dazu ausgebildet, in Abhängigkeit eines, beispielsweise vom Fahrzeugsystem 3 bereitgestellten, Auswahlparameters, der eine durch die Radarsensoreinrichtung 2 zu realisierende Erfassungsreichweite beschreibt, die Radarsensoren 4a–c zu aktivieren und zu deaktivieren. Dazu steuert die Steuereinrichtung 7 eine Schalteinrichtung 10, über welche die Steuereinrichtung 7 mit den Radarsensoreinheiten 4a–c verbunden ist, an. Anhand des Auswahlparameters wählt die Steuereinrichtung 7 eine eine Untergruppe der Radarsensoreinheiten 4a–c beschreibende Konfiguration aus, wobei die Konfigurationen jeweils einer Erfassungsreichweiteklasse zugeordnet sind. Diese Zuordnung kann beispielsweise durch eine Look-Up-Tabelle, die in der Speichereinheit 8 gespeichert ist, abgebildet sein.

2 zeigt die auswählbaren Konfigurationen von Untergruppen 11a–c der Radarsensoreinheiten 4a–c. Die Konfigurationen beschreiben eine erste Untergruppe 11a, die lediglich die Radarsensoreinheit 4a umfasst, eine zweite Untergruppe 11b, die nur die Radarsensoreinheiten 4a, 4b umfasst, und eine dritte Untergruppe 11c, die alle drei Radarsensoreinheiten 4a–c umfasst. Dabei sind eine Erfassungsreichweiten bis 70 Meter (Short Range Radar – SSR) umfassende Erfassungsreichweiteklasse der ersten Untergruppe 11a, eine Erfassungsreichweiten zwischen 70 und 140 Meter (Mid Range Radar – MRR) umfassende Erfassungsreichweiteklasse der zweiten Untergruppe 11b und eine Erfassungsreichweiten zwischen 140 und 250 Meter (Long Range Radar – LRR) umfassende Erfassungsreichweiseklasse der dritten Untergruppe 11c zugeordnet. Mithin wird den Erfassungsreichweiteklassen mit steigender Erfassungsreichweite eine eine größere Untergruppe 11a–c beschreibende Konfiguration zugeordnet. Da die dritte Untergruppe 11c die Radarsensoreinheiten 4a, 4b der zweiten Untergruppe 11b umfasst und diese wiederum die Radarsensoreinheit 4a der ersten Untergruppe 11a umfasst, kann die Aufteilung der Untergruppen auch als kaskadenartig bezeichnet werden.

Die Anzahlen der durch die aktivierten Radarsensoreinheiten 4a–c einer jeweiligen Untergruppe 11a–c für die Objektdetektion zur Verfügung stehenden Empfangsantennen 5 und Sendeantennen 6 addieren sich mithin. Dadurch werden die abgestrahlten Sendesignale von der ersten Untergruppe 11a zur dritten Untergruppe 11c hin stärker gebündelt, so dass die durch die Doppelpfeile 12 repräsentierten Erfassungsreichweiten steigen. Gleichzeitig sinken die durch die Doppelpfeile 13 repräsentierten azimutalen Öffnungswinkel. Bei der ersten Untergruppe 11a wird beispielsweise ein Öffnungswinkel von 160°, bei der zweiten Untergruppe 11b ein Öffnungswinkel von 80° und bei der dritten Untergruppe 11c ein Öffnungswinkel von 30° realisiert.

Die Steuereinrichtung 7 realisiert die jeweilige Erfassungsreichweite und den jeweiligen Öffnungswinkel dadurch, dass eine Sendesignalkonfiguration vorgegeben wird, die die von den Sendeantennen 6 der jeweils aktivierten Radarsensoreinheiten 4a–c abzustrahlenden Sendesignale beschreibt. Die Steuereinrichtung 7 stellt den Radarsensoreinheiten 4a–c mithin Steuersignale zur hinsichtlich der Phasenlage und der Frequenz aufeinander abgestimmten und synchronisierten Abstrahlung der Sendesignale bereit. Ebenso wertet eine Auswertungseinheit 14 der Steuereinrichtung 7 die von den Empfangsantennen 6 der jeweils aktivierten Radarsensoreinheiten 4a–c empfangenen Reflexionssignale der Sendesignale gemeinsam aus.

3 zeigt mögliche Einbauorte 15a–h der Radarsensoreinheit 2, welche hinter einem für Radarsignale durchlässigen Abschnitt der Außenhaut des Kraftfahrzeugs 1 angeordnet sind. Beispielsweise kommen Eckpositionen als Einbauorte 15a, 15c, 15e, 15g in Frage. Ebenso ist ein frontseitiger Einbauort 15h oder ein heckseitiger Einbauort 15d im Bereich eines Stoßfängers des Kraftfahrzeugs 1 möglich. Daneben sind auch seitliche Einbauorte 15b, 15f im Bereich der Türen des Kraftfahrzeugs 1 denkbar. Die Radarsensoreinheiten 4a–c sind dazu bevorzugt auf einer Trägerplatte der Radarsensoreinrichtung 2 angeordnet, so dass sie als eine Baueinheit am Einbauort 15a–h in das Kraftfahrzeug 1 integriert werden kann.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel weist das Kraftfahrzeug 1 mehrere Radarsensoreinrichtungen 2 auf, die jeweils an einen unterschiedlichen Einbauort 15a–h verbaut sind.

Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel eines Kraftfahrzeugs 1, das dem zuvor beschriebenen Ausgangsbeispiel entspricht, weist die Radarsensoreinheit 2 wenigstens eine weitere, in 1 durch eine Radarsensoreinheit 4d repräsentierte Radarsensoreinheit auf, die in analoger Weise zu den Radarsensoreinheiten 4a–c ansteuerbar ist. Somit könnten eine vierte Untergruppe, umfassend die Radarsensoreinheiten 4a–d, und gegebenenfalls höhere Untergruppen durch entsprechende Konfigurationen beschrieben sein.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 102004043358 A1 [0005]
  • DE 19934670 A1 [0006]