Title:
Verfahren zum Bestimmen einer Position, Steuerungsmodul und Speichermedium
Kind Code:
A1


Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen einer Position einer Einheit mittels Satellitennavigation, wobei die Position lediglich mittels Dopplermessungen bestimmt wird. Die Erfindung betrifft des Weiteren ein zugehöriges Steuerungsmodul und ein zugehöriges Speichermedium.




Inventors:
Azarkevich, Sergey (93055, Regensburg, DE)
Faisst, Holger (93161, Sinzing, DE)
Application Number:
DE102016212919A
Publication Date:
01/18/2018
Filing Date:
07/14/2016
Assignee:
Continental Automotive GmbH, 30165 (DE)
International Classes:



Foreign References:
200601118402006-05-25
EP01676831986-01-15
Other References:
Lehtinen, Antti, Doppler Positioning with GPS, Masters Thesis, Tampere University of Technology, March 2002
Progri, Ilir F., Hill, Jonathan, Michalson, William R., "A Doppler Based Navigation Algorithm," Proceedings of the 2001 National Technical Meeting of The Institute of Navigation, Long Beach, CA, January 2001, S. 482-490
Claims:
1. Verfahren zum Bestimmen einer Position einer Einheit (10) mittels Satellitennavigation, wobei das Verfahren folgende Schritte aufweist:
– Empfangen einer Mehrzahl von Satellitensignalen, nämlich zumindest
– eines ersten Satellitensignals,
– eines zweiten Satellitensignals,
– eines dritten Satellitensignals, und
– eines vierten Satellitensignals,
– Durchführen einer Mehrzahl von Dopplermessungen an den Satellitensignalen, dabei Erzeugung
– eines ersten Dopplerwerts basierend auf dem ersten Satellitensignal,
– eines zweiten Dopplerwerts basierend auf dem zweiten Satellitensignal,
– eines dritten Dopplerwerts basierend auf dem dritten Satellitensignal, und
– eines vierten Dopplerwerts basierend auf dem vierten Satellitensignal,
– Berechnen der Position basierend auf dem ersten Dopplerwert, dem zweiten Dopplerwert, dem dritten Dopplerwert und dem vierten Dopplerwert, wobei die Position eine Variable der Berechnung ist.

2. Verfahren nach Anspruch 1,
– wobei alle Satellitensignale von jeweils unterschiedlichen Satelliten (31, 32, 33, 34) empfangen werden.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
– wobei die Position unabhängig von Laufzeitmessungen berechnet wird.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
– wobei beim Schritt des Berechnens ferner eine Ableitung eines Uhrenfehlers der Einheit (10) basierend auf den zur Berechnung der Position verwendeten Dopplerwerten berechnet wird, wobei die Ableitung eines Uhrenfehlers eine Variable der Berechnung ist.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
– welches bei auf der Erdoberfläche feststehender Einheit (10) ausgeführt wird.

6. Verfahren nach Anspruch 5,
– wobei das Feststehen der Einheit (10) auf der Erdoberfläche durch Odometrie erkannt wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
– wobei beim Schritt des Empfangens ferner
– ein fünftes Satellitensignal,
– ein sechstes Satellitensignal, und
– ein siebtes Satellitensignal
empfangen werden,
– wobei beim Schritt des Durchführens einer Mehrzahl von Dopplermessungen ferner
– ein fünfter Dopplerwert basierend auf dem fünften Satellitensignal,
– ein sechster Dopplerwert basierend auf dem sechsten Satellitensignal, und
– ein siebter Dopplerwert basierend auf dem siebten Satellitensignal erzeugt werden, und
– wobei beim Schritt des Berechnens die Position auch basierend auf dem fünften Dopplerwert, dem sechsten Dopplerwert und dem siebten Dopplerwert berechnet wird, wobei die Position und Komponenten eines Geschwindigkeitsvektors der Einheit (10) Variablen der Berechnung sind.

8. Verfahren nach Anspruch 7,
– welches bei sich auf der Erdoberfläche bewegender Einheit (10) ausgeführt wird.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
– wobei die Berechnung der Position basierend auf der Formel oder einer Linearisierung davon durchgeführt wird,
wobei
– m ein Index eines jeweiligen Satelliten ist,
ρ.m ein Dopplerwert oder ein aus einem Dopplerwert berechneter Wert ist,
– x, y, z Komponenten der vektoriellen Position der Einheit sind,
– xm, ym, zm Komponenten der vektoriellen Position des Satelliten mit Index m sind,
– vx, vy, vz Komponenten der vektoriellen Geschwindigkeit der Einheit sind,
– vmx, vmy, vmz Komponenten der vektoriellen Geschwindigkeit des Satelliten mit Index m sind,
– c die Lichtgeschwindigkeit ist, und
– δt.r eine Ableitung eines Uhrenfehlers der Einheit ist.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
– wobei beim Schritt des Empfangens ferner ein weiteres Satellitennavigationssignal empfangen wird, und
– wobei das Verfahren ferner folgende Schritte aufweist:
– Durchführen einer Laufzeitmessung basierend auf dem weiteren Satellitennavigationssignal, dabei Erzeugung eines Laufzeitwerts, und
– Berechnen eines Uhrenfehlers der Einheit (10) basierend auf der Position und dem Laufzeitwert.

11. Verfahren nach Anspruch 10,
– wobei die Berechnung des Uhrenfehlers basierend auf der Formel oder einer Linearisierung davon durchgeführt wird,
wobei
– m ein Index eines jeweiligen Satelliten ist,
– ρm ein Laufzeitwert oder ein aus einem Laufzeitwert berechneter Wert ist,
– x, y, z Komponenten der vektoriellen Position der Einheit sind,
– xm, ym, zm Komponenten der vektoriellen Position des Satelliten mit Index m sind,
– c die Lichtgeschwindigkeit ist, und
– δtr ein Uhrenfehler der Einheit ist.

12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
– welches unter Verwendung eines erdzentrierten und erdfesten Koordinatensystems ausgeführt wird.

13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
– wobei die Einheit (10) ein Kraftfahrzeug ist.

14. Steuerungsmodul (20), insbesondere Satellitennavigationsmodul, welches dazu konfiguriert ist ein Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche auszuführen.

15. Nichtflüchtiges computerlesbares Speichermedium, welches Programmcode enthält, bei dessen Ausführung ein Prozessor ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13 ausführt.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen einer Position einer Einheit, insbesondere eines Fahrzeugs. Die Erfindung betrifft des Weiteren ein zugehöriges Steuerungsmodul sowie ein zugehöriges Speichermedium.

Die Bestimmung einer genauen Position auf der Erdoberfläche wird für Fahrzeuge immer wichtiger. Als Beispiel sind Fahrzeug-zu-X-Kommunikation und autonomes Fahren zu nennen, wobei in solchen Fällen typischerweise nicht mehr nur noch ein grober Standort des Fahrzeugs wie für Navigationszwecke erforderlich ist, sondern auch eine genaue Lokalisierung des Fahrzeugs auf der Straße, beispielsweise also eine Zuordnung zu einer bestimmten Fahrspur.

Gemäß dem Stand der Technik wird die Position eines Fahrzeugs typischerweise mittels Satellitennavigation bestimmt, wobei hierbei die als Single Point Positioning (SPP) bekannte Vorgehensweise angewandt wird. Basierend auf einer Laufzeitmessung kommt dabei folgende Formel (1) zum Einsatz:

Dabei bedeuten:

  • – m ein Index eines jeweiligen Satelliten,
  • – ρm ein Laufzeitwert oder ein aus einem Laufzeitwert berechneter Wert,
  • – x, y, z Komponenten der vektoriellen Position der Einheit bzw. des Fahrzeugs,
  • – xm, ym, zm Komponenten der vektoriellen Position des Satelliten mit Index m,
  • – c die Lichtgeschwindigkeit, und
  • – δtr ein Uhrenfehler der Einheit.

Für eine solche Positionsbestimmung sind typischerweise vier Messungen basierend auf vier Satelliten vonnöten.

Soll auch eine Geschwindigkeit bestimmt werden, so kann auf ein Verfahren zurückgegriffen werden, welches als Single Point Velocity (SPV) bekannt ist und auf Dopplermessungen basiert.

Dabei wird insbesondere folgende Formel (2) verwendet:

Dabei bedeuten:

  • – m ein Index eines jeweiligen Satelliten,
  • ρ.m ein Dopplerwert oder ein aus einem Dopplerwert berechneter Wert,
  • – x, y, z Komponenten der vektoriellen Position der Einheit bzw. des Fahrzeugs,
  • – xm, ym, zm Komponenten der vektoriellen Position des Satelliten mit Index m,
  • – vx, vy, vz Komponenten der vektoriellen Geschwindigkeit der Einheit,
  • – vmx, vmy, vmz Komponenten der vektoriellen Geschwindigkeit des Satelliten mit Index m,
  • – c die Lichtgeschwindigkeit, und
  • – δt.r eine Ableitung eines Uhrenfehlers der Einheit.

Hierbei werden also Dopplermessungen verwendet, welche auf den von den Satelliten empfangenen Signalen basieren, um die Geschwindigkeit zu bestimmen. Allerdings geht hierbei auch die mittels SPP ermittelte Position der Einheit ein. In nachfolgenden Datenfusionsblöcken, beispielsweise mit Daten, welche aus Inertialsensoren erhalten werden, können somit die mittels SPP ermittelte Position und die mittels SPV ermittelte Geschwindigkeit nicht als unkorreliert betrachtet werden. Dies liegt insbesondere daran, dass die SPV-Geschwindigkeit von der SPP-Position abhängt, beispielsweise in Bezug auf Ionosphärenfehler oder Mehrpfadeffekte. Dies begrenzt den Sicherheitslevel und die Performance (insbesondere Genauigkeit und Verfügbarkeit des Ausgangs des Fusionsfilters).

Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Bestimmen einer Position einer Einheit vorzusehen, welches im Vergleich zu aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren verbessert ist. Es ist des Weiteren eine Aufgabe der Erfindung, ein Steuerungsmodul, insbesondere ein Satellitennavigationsmodul, vorzusehen, welches dazu konfiguriert ist, ein solches Verfahren auszuführen. Außerdem ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein nichtflüchtiges computerlesbares Speichermedium vorzusehen, welches Programmcode enthält, bei dessen Ausführung ein Prozessor ein solches Verfahren ausführt.

Dies wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren nach Anspruch 1, durch ein Steuerungsmodul nach Anspruch 14 und ein Speichermedium nach Anspruch 15 erreicht. Vorteilhafte Ausgestaltungen können beispielsweise den jeweiligen Unteransprüchen entnommen werden. Der Inhalt der Ansprüche wird durch ausdrückliche Inbezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen einer Position einer Einheit mittels Satellitennavigation. Bei der Einheit kann es sich insbesondere um ein Fahrzeug bzw. um ein Kraftfahrzeug handeln. Das Verfahren weist folgende Schritte auf:

  • – Empfangen einer Mehrzahl von Satellitensignalen, nämlich zumindest
    – eines ersten Satellitensignals,
    – eines zweiten Satellitensignals,
    – eines dritten Satellitensignals, und
    – eines vierten Satellitensignals,
  • – Durchführen einer Mehrzahl von Dopplermessungen an den Satellitensignalen, dabei Erzeugung
    – eines ersten Dopplerwerts basierend auf dem ersten Satellitensignal,
    – eines zweiten Dopplerwerts basierend auf dem zweiten Satellitensignal,
    – eines dritten Dopplerwerts basierend auf dem dritten Satellitensignal, und
    – eines vierten Dopplerwerts basierend auf dem vierten Satellitensignal,
  • – Berechnen der Position basierend auf dem ersten Dopplerwert, dem zweiten Dopplerwert, dem dritten Dopplerwert und dem vierten Dopplerwert, wobei die Position eine Variable der Berechnung ist.

Das Verfahren basiert auf der Erkenntnis der Erfinder der vorliegenden Anmeldung, dass zur Bestimmung der Position eines Fahrzeugs nicht zwingend Laufzeitmessungen verwendet werden müssen, sondern vielmehr Dopplermessungen ausreichen. Es werden weiter unten weitere Ausführungen und Beispiele dazu gegeben werden, wie dies genau funktionieren kann. Damit ist eine grundsätzliche Abkehr von aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren bei der Durchführung von Satellitennavigation verbunden, da bei Verfahren nach dem Stand der Technik grundsätzlich zunächst die Position basierend auf Laufzeitmessungen bestimmt wird.

Die Position kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren gerade unabhängig von Laufzeitmessungen bestimmt werden, so dass die oben beschriebenen Probleme mit der Korrelation zwischen Position und Geschwindigkeit und der Fehlerfortpflanzung nicht auftreten.

Bevorzugt werden alle Satellitensignale von jeweils unterschiedlichen Satelliten empfangen. Dies bedeutet insbesondere, dass jedes Satellitensignal einem jeweiligen Satelliten zugeordnet ist, und dass diesen Satelliten kein anderes Satellitensignal zugeordnet ist. Damit kann die Genauigkeit erhöht werden.

Die Position wird insbesondere unabhängig von Laufzeitmessungen berechnet. Dies kann insbesondere bedeuten, dass keine aus Laufzeitmessungen bestimmte Position in die Berechnung eingeht.

Gemäß einer Weiterbildung wird beim Schritt des Berechnens ferner eine Ableitung eines Uhrenfehlers der Einheit basierend auf den zur Berechnung der Position verwendeten Dopplerwerten berechnet, wobei die Ableitung eines Uhrenfehlers eine Variable der Berechnung ist. Damit kann zusätzlich zur Position auch noch eine Ableitung des Uhrenfehlers berechnet werden, welche beispielsweise für andere Berechnungsschritte oder andere Anwendungen erforderlich sein kann.

Gemäß einer Ausführung wird das Verfahren bei auf der Erdoberfläche feststehender Einheit ausgeführt. Das Feststehen der Einheit kann dabei beispielsweise durch Odometrie, insbesondere mittels einer Kamera, oder auch durch andere Sensorik, beispielsweise durch Raddrehzahlsensoren, Radarsensoren oder Inertialsensoren (IMU) erkannt werden. Auch Kombinationen davon sind möglich.

Bei auf der Erdoberfläche feststehender Einheit sind insbesondere keine Geschwindigkeiten als Variablen in der Berechnung erforderlich, da diese als null angenommen werden können. Dies vereinfacht die Berechnung und kann die Anzahl der benötigten Satelliten zur Durchführung des Verfahrens verringern.

Es sei verstanden, dass die hierin beschriebenen Ausführungsformen für eine auf der Erdoberfläche feststehende Einheit und für eine bewegte Einheit insbesondere auch miteinander kombiniert werden können, so dass beispielsweise beide Ausführungen in einem Steuerungsmodul oder einer Software implementiert sind. Je nachdem, ob sich die Einheit gerade bewegt oder nicht, können dabei unterschiedliche Ausführungen ausgeführt werden.

Gemäß einer Ausführung wird beim Schritt des Empfangens ferner

  • – ein fünftes Satellitensignal,
  • – ein sechstes Satellitensignal, und
  • – ein siebtes Satellitensignal
empfangen.

Beim Schritt des Durchführens einer Mehrzahl von Dopplermessungen werden dabei ferner

  • – ein fünfter Dopplerwert basierend auf dem fünften Satellitensignal,
  • – ein sechster Dopplerwert basierend auf dem sechsten Satellitensignal und
  • – ein siebter Dopplerwert basierend auf dem siebten Satellitensignal
erzeugt.

Beim Schritt des Berechnens wird dabei die Position auch basierend auf dem fünften Dopplerwert, dem sechsten Dopplerwert und dem siebten Dopplerwert berechnet, wobei die Position und Komponenten eines Geschwindigkeitsvektors der Einheit Variablen der Berechnung sind.

Gerade in diesem Fall werden also sieben Satelliten bzw. sieben Satellitensignale verwendet, so dass die Position gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren im allgemeinen Fall einer auf der Erdoberfläche bewegten Einheit berechnet werden kann, in welchem die drei Vektorkomponenten des Geschwindigkeitsvektors der Einheit auf der Erdoberfläche Variablen der Berechnung sind.

Bei den Dopplerwerten handelt es sich typischerweise um Werte, welche eine basierend auf Dopplermessungen ermittelte Geschwindigkeit anzeigen.

Es sei verstanden, dass bei auf der Erdoberfläche feststehendem Fahrzeug typischerweise vier Satelliten bzw. vier Satellitensignale ausreichen.

Das Verfahren wird gemäß einer Ausführung bei auf der Erdoberfläche bewegter Einheit ausgeführt. Dies kann beispielsweise wie eben beschrieben erfolgen.

Die Berechnung der Position kann beispielsweise basierend auf der Formel oder einer Linearisierung davon durchgeführt werden, wobei

  • – m ein Index eines jeweiligen Satelliten ist,
  • ρ.m ein Dopplerwert oder ein aus einem Dopplerwert berechneter Wert ist,
  • – x, y, z Komponenten der vektoriellen Position der Einheit sind,
  • – xm, ym, zm Komponenten der vektoriellen Position des Satelliten mit Index m sind,
  • – vx, vy, vz Komponenten der vektoriellen Geschwindigkeit der Einheit sind,
  • – vmx, vmy, vmz Komponenten der vektoriellen Geschwindigkeit des Satelliten mit Index m sind,
  • – c die Lichtgeschwindigkeit ist, und
  • – δt.r eine Ableitung eines Uhrenfehlers der Einheit ist.

Somit kann auf die bekannte Formel zurückgegriffen werden, welche hier jedoch in der Form verwendet wird, dass Position und Geschwindigkeit nicht auf Laufzeitmessungen, sondern vielmehr auf Dopplermessungen basieren.

Es sei verstanden, dass in dieser Formel im Fall einer auf der Erdoberfläche feststehenden Einheit insbesondere die Komponenten der vektoriellen Geschwindigkeit, also vx, vy, vz, jeweils gleich null gesetzt werden können.

Gemäß einer Weiterbildung wird beim Schritt des Empfangens ferner ein weiteres Satellitennavigationssignal empfangen, und das Verfahren weist ferner folgende Schritte auf:

  • – Durchführen einer Laufzeitmessung basierend auf dem weiteren Satellitennavigationssignal, dabei Erzeugen eines Laufzeitwerts, und
  • – Berechnen eines Uhrenfehlers der Einheit basierend auf der Position und dem Laufzeitwert.

Damit kann das Verfahren auch zur Berechnung des Uhrenfehlers verwendet werden, welcher beispielsweise für andere Anwendungen erforderlich sein kann.

Der Uhrenfehler kann insbesondere basierend auf der Formel oder einer Linearisierung davon berechnet werden, wobei

  • – m ein Index eines jeweiligen Satelliten ist,
  • – ρm ein Laufzeitwert oder ein aus einem Laufzeitwert berechneter Wert ist,
  • – x, y, z Komponenten der vektoriellen Position der Einheit sind,
  • – xm, ym, zm Komponenten der vektoriellen Position des Satelliten mit Index m sind,
  • – c die Lichtgeschwindigkeit ist, und
  • – δtr ein Uhrenfehler der Einheit ist.

Auch hier kann also auf die bekannte Formel zurückgegriffen werden.

Das Verfahren wird bevorzugt unter Verwendung eines erdzentrierten und erdfesten Koordinatensystems ausgeführt. Dies bedeutet, dass eine auf der Erdoberfläche feststehende Einheit eine Geschwindigkeit von null hat. Auch die Positionen und Geschwindigkeiten der Satelliten werden bevorzugt in diesem Koordinatensystem angegeben, wobei diese Positionen und Geschwindigkeiten typischerweise bekannt sind bzw. über diverse Almanachdaten und Ephemeridendaten an Satellitennavigationsmodule oder andere Satellitensignale verwertende Einheiten gesendet werden.

Bei der Einheit kann es sich insbesondere um ein Kraftfahrzeug handeln. Grundsätzlich ist das Verfahren aber auch bei anderen Einheiten wie beispielsweise einem Mobiltelefon, einem tragbaren Satellitennavigationsgerät, einem Wasserfahrzeug oder einem Luftfahrzeug anwendbar.

Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Steuerungsmodul, insbesondere ein Satellitennavigationsmodul, welches dazu konfiguriert ist, ein Verfahren gemäß der Erfindung auszuführen. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein nichtflüchtiges computerlesbares Speichermedium, welches Programmcode enthält, bei dessen Ausführung ein Prozessor ein Verfahren gemäß der Erfindung ausführt. Hinsichtlich des erfindungsgemäßen Verfahrens kann dabei grundsätzlich auf alle beschriebenen Ausführungen und Varianten zurückgegriffen werden.

Nachfolgend werden gewisse Aspekte oder Ideen der Erfindung separat beschrieben, wobei die nachfolgend erwähnten Aspekte und Ideen grundsätzlich untereinander und auch mit allen anderen Offenbarungen dieser Anmeldung in beliebiger Weise kombiniert werden können. Sie können jedoch auch eigenständige Erfindungsaspekte sein.

Gemäß einer ersten Idee kann eine Position der Einheit bzw. eine Antennenposition nur auf Dopplermessungen erfolgen.

In Ruhe, also wenn vx = 0, vy = 0, vz = 0 gilt, was insbesondere durch Odometrie oder andere Sensorik erkannt werden kann, kann die Positionslösung x, y, z, δt.r durch die oben erwähnte Gleichung (2) oder eine Linearisierung davon erhalten werden, wobei typischerweise zumindest vier Dopplermessungen verwendet werden können.

In allgemeinen Situationen, also wenn vx ≠ 0, vy ≠ 0, vz ≠ 0 gilt oder zumindest damit zu rechnen ist, kann die Positionslösung (und Geschwindigkeitslösung) x, y, z, vx, vy, vz, δt.r durch die oben erwähnte Gleichung (2) oder eine Linearisierung davon erhalten werden. Dabei können typischerweise zumindest sieben Dopplermessungen verwendet werden.

Gemäß einer weiteren Idee kann die Position basierend auf einer Mischung von Laufzeitmessung und Dopplermessungen erhalten werden.

In Ruhe, d.h. wenn vx = 0, vy = 0, vz = 0 gilt, was insbesondere durch Odometrie und/oder andere Sensorik erkannt werden kann, kann die Positionslösung x, y, z, δt.r, δtr durch die oben erwähnten Gleichungen (1) und (2) oder eine jeweilige Linearisierung davon unter Verwendung von typischerweise mindestens fünf Messungen erhalten werden. Die Messungen sind dabei sowohl Laufzeitmessungen wie auch Dopplermessungen.

Im allgemeinen Fall, d.h. wenn vx ≠ 0, vy ≠ 0, vz ≠ 0 gilt, kann die Positionslösung (und Geschwindigkeitslösung) x, y, z, vx, vy, vz, δt.r, δtr mittels den Gleichungen (1) und (2) oder einer Linearisierung davon unter Verwendung von typischerweise zumindest acht Messungen erhalten werden. Bei den Messungen handelt es sich dabei wiederum sowohl um Laufzeitmessungen wie auch um Dopplermessungen.

Als Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens können insbesondere die folgenden Punkte angegeben werden:

  • – Dopplermessungen werden weniger durch Ionosphäreneffekte und Multipfadeffekte beeinflusst.
  • – Es werden unabhängige Lösungen sowohl für die Position wie auch für die Geschwindigkeit vorgesehen, so dass es keine Kreuzkorrelation zwischen laufzeitbasierten Lösungen und Doppler-basierten Lösungen, keine Fehlerfortpflanzung und höhere Genauigkeit bei der Datenfusion gibt.
  • – Es kann eine Überprüfung zwischen SPP und SPV durchgeführt werden, was den Sicherheitslevel, insbesondere bei der Datenfusion, weiter erhöht.
  • – Bei Stillstand der Einheit bzw. des Fahrzeugs werden weniger Satelliten zur Positionsbestimmung benötigt.

Weitere Merkmale und Vorteile wird der Fachmann dem nachfolgend mit Bezug auf die beigefügte Zeichnung beschriebenen Ausführungsbeispiel entnehmen. Dabei zeigt:

1: eine Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.

1 zeigt ein Fahrzeug 10, welches hier lediglich schematisch dargestellt ist. Das Fahrzeug 10 ist grundsätzlich dazu ausgebildet, sich auf der Erdoberfläche zu bewegen. Hierauf wird hier jedoch nicht weiter eingegangen.

Das Fahrzeug 10 weist ein Satellitennavigationsmodul 20 auf. Hierbei handelt es sich um ein elektronisches Steuerungsmodul, welches Prozessormittel und Speichermittel enthält, wobei in den Speichermitteln Programmcode gespeichert ist, bei dessen Ausführung die Prozessormittel ein erfindungsgemäßes Verfahren ausführen.

Das Fahrzeug 10 weist ferner eine Kamera 22 auf, welche dazu ausgebildet ist, durch Odometrie zu erkennen, ob das Fahrzeug 10 gerade steht oder sich bewegt. Bezugssystem ist dabei die Erdoberfläche, welche von der Kamera 22 gesehen werden kann.

Des Weiteren sind in 1 vier Satelliten dargestellt, nämlich ein erster Satellit 31, ein zweiter Satellit 32, ein dritter Satellit 33 und ein vierter Satellit 34. Die Satelliten 31, 32, 33, 34 senden Satellitensignale aus, welche von dem Fahrzeug 10 bzw. dessen Satellitennavigationsmodul 20 empfangen werden.

Geschwindigkeiten und Positionen der Satelliten 31, 32, 33, 34 sind dabei dem Satellitennavigationsmodul 20 bekannt, insbesondere über gesendete Ephemeridendaten und Almanachdaten.

In 1 ist beispielhaft die Situation dargestellt, in welcher das Fahrzeug 10 steht und somit vier Satelliten zur Positionsbestimmung gemäß dem bestimmungsgemäßen Verfahren ausreichend sind. Es sei verstanden, dass im allgemeinen Fall typischerweise sieben Satelliten zur Positionsbestimmung gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendet werden.

Wenn somit die Kamera 22 erkennt, dass sich das Fahrzeug 10 nicht auf der Erdoberfläche bewegt, so ermittelt das Satellitennavigationsmodul 20 aus empfangenen Satellitensignalen der vier Satelliten 31, 32, 33, 34 durch Dopplermessungen jeweilige Dopplerwerte. Die Dopplerwerte werden dann verwendet, um ohne Beteiligung von Laufzeitmessungen die Position des Fahrzeugs 10 zu bestimmen. Dies kann insbesondere wie weiter oben beschrieben erfolgen. Auf eine Wiederholung wird an dieser Stelle verzichtet, vielmehr sei auf die obigen Ausführungen verwiesen.

Erwähnte Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens können in der angegebenen Reihenfolge ausgeführt werden. Sie können jedoch auch in einer anderen Reihenfolge ausgeführt werden. Das erfindungsgemäße Verfahren kann in einer seiner Ausführungen, beispielsweise mit einer bestimmten Zusammenstellung von Schritten, in der Weise ausgeführt werden, dass keine weiteren Schritte ausgeführt werden. Es können jedoch grundsätzlich auch weitere Schritte ausgeführt werden, auch solche welche nicht erwähnt sind.

Die zur Anmeldung gehörigen Ansprüche stellen keinen Verzicht auf die Erzielung weitergehenden Schutzes dar.

Sofern sich im Laufe des Verfahrens herausstellt, dass ein Merkmal oder eine Gruppe von Merkmalen nicht zwingend nötig ist, so wird anmelderseitig bereits jetzt eine Formulierung zumindest eines unabhängigen Anspruchs angestrebt, welcher das Merkmal oder die Gruppe von Merkmalen nicht mehr aufweist. Hierbei kann es sich beispielsweise um eine Unterkombination eines am Anmeldetag vorliegenden Anspruchs oder um eine durch weitere Merkmale eingeschränkte Unterkombination eines am Anmeldetag vorliegenden Anspruchs handeln. Derartige neu zu formulierende Ansprüche oder Merkmalskombinationen sind als von der Offenbarung dieser Anmeldung mit abgedeckt zu verstehen.

Es sei ferner darauf hingewiesen, dass Ausgestaltungen, Merkmale und Varianten der Erfindung, welche in den verschiedenen Ausführungen oder Ausführungsbeispielen beschriebenen und/oder in den Figuren gezeigt sind, beliebig untereinander kombinierbar sind. Einzelne oder mehrere Merkmale sind beliebig gegeneinander austauschbar. Hieraus entstehende Merkmalskombinationen sind als von der Offenbarung dieser Anmeldung mit abgedeckt zu verstehen.

Rückbezüge in abhängigen Ansprüchen sind nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmale der rückbezogenen Unteransprüche zu verstehen. Diese Merkmale können auch beliebig mit anderen Merkmalen kombiniert werden.

Merkmale, die lediglich in der Beschreibung offenbart sind oder Merkmale, welche in der Beschreibung oder in einem Anspruch nur in Verbindung mit anderen Merkmalen offenbart sind, können grundsätzlich von eigenständiger erfindungswesentlicher Bedeutung sein. Sie können deshalb auch einzeln zur Abgrenzung vom Stand der Technik in Ansprüche aufgenommen werden.