Title:
Verfahren zum Betrieb einer Überwachungsvorrichtung einer induktiven Energieübertragungseinheit
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Überwachungsvorrichtung einer induktiven Energieübertragungseinheit mit einer Sendespule und einer von der Sendespule beabstandeten Empfangsspule, wobei die Überwachungsvorrichtung dazu ausgelegt ist, einen Zwischenraum zwischen der Sendespule und der Empfangsspule und ein Umfeld, außerhalb des Zwischenraumes zu überwachen. Die Empfangsspule und die Überwachungsvorrichtung sind in oder an einem Fahrzeug angeordnet, wobei die Überwachungsvorrichtung einen Sensor aufweist, wobei die Überwachungsvorrichtung mittels des Sensors ein Objekt im Zwischenraum und/oder im Umfeld über Winkel-, Distanz- und radiale Geschwindigkeitsmessungen lokalisiert.





Inventors:
Binzer, Thomas (74379, Ingersheim, DE)
Poguntke, Tim (71272, Renningen, DE)
Schumann, Philipp (70469, Stuttgart, DE)
Application Number:
DE102016212902A
Publication Date:
01/18/2018
Filing Date:
07/14/2016
Assignee:
Robert Bosch GmbH, 70469 (DE)
International Classes:
B60L11/18; G01S13/02; G01S13/88; G01V3/12
Domestic Patent References:
DE102011010049A1N/A2011-11-03
DE102009033236A1N/A2011-01-20
Claims:
1. Verfahren zum Betrieb einer Überwachungsvorrichtung (3) einer induktiven Energieübertragungseinheit (8) mit einer Sendespule (1) und einer von der Sendespule (1) beabstandeten Empfangsspule (2), wobei die Überwachungsvorrichtung (3) dazu ausgelegt ist, einen Zwischenraum (30) zwischen der Sendespule (1) und der Empfangsspule (2) und ein Umfeld (31), außerhalb des Zwischenraumes (30) zu überwachen, wobei die Empfangsspule (2) und die Überwachungsvorrichtung (3) in oder an einem Fahrzeug (20) angeordnet sind, wobei die Überwachungsvorrichtung (3) einen Sensor (6) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungsvorrichtung (3) mittels des Sensors (6) ein Objekt (7) im Zwischenraum (30) und/oder im Umfeld (31) über Winkel-, Distanz- und radiale Geschwindigkeitsmessungen lokalisiert.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (6) ein Radarsensor ist.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungsvorrichtung (3) zur Distanzmessung mittels des Sensors (6) ein Modulationsverfahren, vorzugsweise Frequency Modulated Continuous Wave, anwendet.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungsvorrichtung (3) zur Messung radialer Geschwindigkeiten des Objektes (7) mittels des Sensors (6) den Doppler-Effekt nutzt.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungsvorrichtung (3) zur Winkelmessung mittels des Sensors (6) die Phased-Array Technik und/oder das Monopulsverfahren verwendet.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (6) über mehrere Sende- und Empfangskanäle verfügt.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungsvorrichtung (3) den Sensor (6) bevorzugt bei 79 GHz betreibt.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Überwachungsvorrichtung (3) dazu ausgelegt ist, ein Eindringen eines Objektes in den Zwischenraum (30) zwischen Sendespule (1) und Empfangsspule (2) zu erkennen und die Sendespule (1) zu deaktivieren, wenn ein Eindringen eines Objektes erkannt wurde.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Überwachungsvorrichtung einer induktiven Energieübertragungseinheit.

Stand der Technik

Elektrofahrzeuge verfügen üblicherweise über einen elektrischen Energiespeicher, beispielsweise eine Traktions-Batterie, die die elektrische Energie für den Antrieb bereitstellt. Ist dieser elektrische Energiespeicher ganz oder teilweise entladen, so muss das Elektrofahrzeug eine Ladestation ansteuern, an der der Energiespeicher wieder aufgeladen werden kann. Bisher ist es hierzu üblich, dass an einer solchen Ladestation das Elektrofahrzeug mittels einer Kabelverbindung an die Ladestation angeschlossen wird. Diese Verbindung muss von einem Benutzer üblicherweise manuell hergestellt werden. Dabei ist es auch erforderlich, dass Ladestation und Elektrofahrzeug ein zueinander korrespondierendes Verbindungssystem aufweisen.

Ferner sind vereinzelt auch kabellose Ladesysteme für Elektrofahrzeuge bekannt. Hierzu wird ein Elektrofahrzeug über einer Spule abgestellt. Diese Spule sendet ein magnetisches Wechselfeld aus. Das magnetische Wechselfeld wird von einer Empfangsspule innerhalb des Fahrzeugs aufgenommen und in elektrische Energie umgewandelt. Mittels dieser elektrischen Energie kann daraufhin eine Traktions-Batterie des Fahrzeugs geladen werden. Die Druckschrift DE 10 2011 010 049 A1 offenbart ein solches System zum Laden einer Fahrzeugbatterie, bei dem die Energie induktiv übertragen wird.

Weiterhin kann der Energiespeicher des Elektrofahrzeugs auch zur Rückspeisung verwendet werden. Hierzu kann ebenfalls eine Kabelverbindung oder auch eine induktive Leistungsübertragung verwendet werden.

Bei dem kabellosen Laden einer Batterie eines Elektrofahrzeuges befindet sich zwischen der Sendespule der Ladestation und der Empfangsspule in dem Fahrzeug ein Zwischenraum bzw. Luftspalt.

Aufgrund der erforderlichen Bodenfreiheit von Kraftfahrzeugen beträgt dieser Luftspalt einige Zentimeter. Luftspalte in der Größe von 15–25 cm sind dabei sehr verbreitet, wenn nicht durch Maßnahmen wie Absenken der fahrzeugfesten Spule, des gesamten Fahrzeugs oder Anheben der ortsfesten Spule oder einer Kombination dieser Maßnahmen ein ideal kleiner Luftspalt erreicht wird. Aufgrund der starken magnetischen Felder, die mit relativ hohen magnetischen Flussdichten auftreten, ist zu gewährleisten, dass Lebewesen durch den Einsatz des Systems nicht gefährdet werden und Fremdkörper wie metallische Gegenstände nicht oder nicht zu stark erhitzt werden. Für das Ladesystem kritische Fremdobjekte sind für einen sicheren Betrieb zu detektieren. Ein System zur kabellosen Energieübertragung wird beispielsweise in der DE 10 2009 033 236 A1 beschrieben. Die Überwachung des Zwischenraumes bei kontaktlosem Laden erfolgt hier mittels Ultraschall-, Radar- oder Infrarot- oder elektronischer Bildsensoren. Nachteilig an dem in der DE 10 2009 033 236 A1 genannten Überwachung ist, dass sie nicht gestattet, sowohl Materialien zu durchdringen, verdeckt eingebaut werden zu können, eine hohe Distanzauflösung und somit hohe Trennfähigkeiten von Objekten zu gewährleisten, Lebewesen zu detektieren, Bewegungen zu detektieren und dabei eine geringere Abstrahlung zu gewährleisten.

Es besteht daher ein Bedarf nach einem Verfahren zur Überwachung induktiver Energieübertragungseinheiten, die zuverlässig einen Gegenstand, ein Lebewesen oder auch Bewegungen in dem Übertragungsbereich der induktiven Energieübertragungsstrecke erkennen kann und dabei klein gebaut und verdeckt eingebaut werden kann.

Offenbarung der Erfindung

Das erfindungsgemäße Verfahren mit dem Kennzeichen des Anspruchs 1 hat die Vorteile, sowohl einen Gegenstand, als auch ein Lebewesen und Bewegungen in dem Übertragungsbereich der induktiven Energieübertragungsstrecke erkennen zu können. Und dabei im günstigsten Fall lediglich einen einzigen Sensor zu benötigen.

Erfindungsgemäß ist dazu ein Verfahren zum Betrieb einer Überwachungsvorrichtung einer induktiven Energieübertragungseinheit mit einer Sendespule und einer von der Sendespule beabstandeten Empfangsspule vorgesehen, wobei die Überwachungsvorrichtung dazu ausgelegt ist, einen Zwischenraum zwischen der Sendespule und der Empfangsspule und ein Umfeld, außerhalb des Zwischenraumes zu überwachen. Die Empfangsspule und die Überwachungsvorrichtung sind in oder an einem Fahrzeug angeordnet, wobei die Überwachungsvorrichtung einen Sensor aufweist, wobei die Überwachungsvorrichtung mittels des Sensors ein Objekt im Zwischenraum und/oder im Umfeld über Winkel-, Distanz- und radiale Geschwindigkeitsmessungen lokalisiert. Vorteilhaft an dem Verfahren ist, dass lediglich ein einziger Sensor (es sind durchaus auch mehrere Sensoren einsetzbar) verwendet wird, der beispielsweise hinter der Kunststoffverkleidung des vorderen oder hinteren Stoßfängers oder des Unterbodens angebracht ist. Die Überwachungsvorrichtung hat weiterhin den Vorteil, dass der gesamte Gefahrenbereich – hier der Zwischenraum zwischen Sende- und Empfangsspule als auch der umliegende Gefahrenbereich, der Sende- und Empfangsspulen umgibt: das Umfeld – ausgeleuchtet und überwacht werden kann. Das Verfahren ermöglicht somit vorteilhaft, den Luftspalt einer induktiven Energieübertragungsstrecke vor und während der Energieübertragung mittels der Überwachungsvorrichtung zu überwachen und somit sicherzustellen, dass während der Energieübertragung keinerlei Fremdkörper oder Lebewesen in diesem Luftspalt vorhanden sind oder eindringen. Vorteilhaft kann die Überwachungseinrichtung, da sie nur mit dem Fahrzeug verbunden ist, auch in anderen Fällen, zum Beispiel Parkvorgängen, zur Überwachung des Bereiches unter dem Fahrzeug eingesetzt werden, um beispielsweise Tiere zu schützen oder das Fahrzeug vor Beschädigungen beim Überfahren von gefährlichen Gegenständen zu bewahren.

Ein wesentlicher Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass somit während der gesamten Energieübertragung gewährleistet wird, dass sich keinerlei störende Fremdkörper (wie z.B. Gegenstände oder Lebewesen) in dem Zwischenraum zwischen Sendespule und Empfangsspule befinden. Eindringende Fremdkörper (wie z.B. Gegenstände oder Lebewesen) könnten andernfalls während der Energieübertragung eine große Gefahr darstellen. So können beispielsweise Tiere, welche in dem Zwischenraum zwischen Sendespule und Empfangsspule eindringen, durch das starke magnetische Feld Schäden erleiden. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass eindringende Gegenstände, insbesondere metallhaltige Gegenstände, sich durch das starke Magnetfeld erhitzen und gegebenenfalls sogar in Brand geraten können. Ein solches Eindringen sowohl von Tieren als auch von anderen Fremdkörpern kann durch die erfindungsgemäße Überwachung des Zwischenraums zuverlässig erkannt werden. Bei Bedarf können daraufhin geeignete Maßnahme eingeleitet werden.

Durch die in den abhängigen Ansprüchen genannten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen des in dem unabhängigen Anspruch angegebenen Verfahrens möglich.

Weiterhin ist vorteilhaft, dass der Sensor ein Radarsensor ist. Gerade durch eine Überwachung des Zwischenraums zwischen Sende- und Empfangsspule mittels eines Radars wird das Magnetfeld der Energieübertragung nicht gestört. Das magnetische Feld zur Energieübertragung und die Radarstrahlen der Überwachungsvorrichtung beeinflussen sich gegenseitig nicht, so dass die Energieübertragung ungehindert stattfinden kann und hierbei keine Beeinflussung erfolgt.

Vorteilhaft ist, dass die Überwachungsvorrichtung zur Distanzmessung mittels des Sensors ein Modulationsverfahren, vorzugsweise Frequency Modulated Continuous Wave, anwendet. Modulierte Dauerstrichradargeräte, oder auch FMCW-Radar (englisch: frequency modulated continuous wave radar) genannt, werden vor allem als Abstands- oder Höhenmesser mit geringer Reichweite eingesetzt. Entsprechend vorteilhaft lässt sich die Distanz zu einem Objekt messen.

Vorteilhafterweise nutzt die Überwachungsvorrichtung zur Messung radialer Geschwindigkeiten des Objektes mittels des Sensors den Doppler-Effekt. Der Doppler-Effekt ist die zeitliche Stauchung bzw. Dehnung eines Signals bei Veränderungen des Abstands zwischen Sender und Empfänger während der Dauer des Signals, was sich zur Bestimmung der Geschwindigkeit eines Objektes, was in den Zwischenraum zwischen Sende- und Empfangsspule oder im Umfeld eintritt bevorzugt eignet.

Des Weiteren ist vorteilhaft, dass die Überwachungsvorrichtung zur Winkelmessung mittels des Sensors die Phased-Array Technik und/oder das Monopulsverfahren verwendet. Der Einsatz beispielsweise elektronisch schwenkbarer Phased-Array-Antennen, gestattet die schnelle und genaue Verfolgung eines beweglichen Objektes.

Vorteilhafterweise verfügt der Sensor über mehrere Sende- und Empfangskanäle. Diese ermöglichen die Messung bzw. Schätzung des Winkels des zu detektierenden Objektes. Winkel- und Distanzinformationen liefern zusammen eine eindeutige Position des Objektes.

Vorteilhafterweise betreibt die Überwachungsvorrichtung den Sensor bevorzugt bei 79 GHz. Die Verwendung eines Radarsensors im 79 GHZ Band hat den Vorteil, dass die Lizensierung für die Anwendung bereits gegeben ist (Standard-Frequenz für Automotive Anwendungen) und der Sensor hat eine entsprechend kleine Baugröße.

Die Überwachungsvorrichtung ist vorteilhaft dazu ausgelegt, ein Eindringen eines Objektes in den Zwischenraum zwischen Sendespule und Empfangsspule zu erkennen und die Sendespule zu deaktivieren, wenn ein Eindringen eines Objektes erkannt wurde. Auf diese Weise kann die induktive Energieübertragung rasch gestoppt werden. Somit wird ein eindringendes Objekt nicht mit dem magnetischen Feld der Sendespule beaufschlagt.

Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden dem Fachmann aus der nachfolgenden Beschreibung beispielhafter Ausführungsformen, die jedoch nicht als die Erfindung beschränkend auszulegen sind, unter Bezugnahme auf die beigelegten Zeichnungen ersichtlich.

Kurze Beschreibung der Zeichnung

Es zeigt:

1: eine schematische Darstellung eines Querschnitts durch ein Fahrzeug mit einer Überwachungsvorrichtung einer induktiven Energieübertragungseinheit gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.

1 ist lediglich eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der Bestandteile gemäß eines Ausführungsbeispiels der Erfindung. Insbesondere Abstände und Größenrelationen sind in der Figur nicht maßstabsgetreu wiedergegeben.

1 zeigt ein Fahrzeug 20, das über einer induktiven Ladestation bzw. induktiven Energieübertragungseinheit 8 abgestellt ist. Das Fahrzeug 20 ist dabei so abgestellt, dass die Empfangsspule 2 des Fahrzeugs 20 über der Sendespule 1 angeordnet ist. Aufgrund der erforderlichen Bodenfreiheit des Fahrzeugs 20 besteht dabei zwischen dem Gelände 10, in dem die Sendespule 1 angeordnet ist und der Unterseite bzw. Fahrzeugunterboden/Unterboden 5 des Fahrzeugs 20, in dem sich die Empfangsspule 2 befindet, ein Zwischenraum 30 mit einem Luftspalt. Dieser Zwischenraum 30 mit dem Luftspalt kann dabei mehrere Zentimeter betragen. Bei heute üblichen Fahrzeugtypen sind Luftspalte zwischen 15 und 25 cm zu erwarten. Aber auch andere Größen für den Zwischenraum zwischen Gelände 10 und Fahrzeugunterseite sind ebenso möglich. Dieser Zwischenraum 30 ist dabei normalerweise frei zugänglich. Daher besteht die Möglichkeit, dass in diesem Zwischenraum 30 jederzeit Lebewesen oder Gegenstände eindringen können. So können beispielsweise Tiere, wie Hunde, Katzen oder Mäuse, eindringen. Weiter besteht auch die Gefahr, dass aufgrund von äußeren Einflüssen Objekte, wie beispielsweise Schmutz (Metallspäne, etc.), Unrat, Laub oder ähnliches, in diesen Zwischenraum 30 eindringen können. Insbesondere leicht brennbare, metallhaltige Gegenstände stellen während des induktiven Ladevorgangs dabei eine große Gefahr dar, da sich diese Gegenstände stark erwärmen und daraufhin gegebenenfalls entzünden können. Nachdem das Fahrzeug 20 so abgestellt wurde, dass die Empfangsspule 2 in dem Fahrzeug 20 sich über der Sendespule 1 befindet, kann das Aufladen der Traktionsbatterie 22 (hier nicht dargestellt) beginnen. Hierzu erzeugt die Sendespule 1 ein magnetisches Wechselfeld. Dieses magnetische Wechselfeld wird von der Empfangsspule 2 aufgenommen und in elektrische Energie umgewandelt. Diese elektrische Energie steht daraufhin über eine geeignete Schaltung 21 (hier nicht dargestellt) zum Aufladen der Traktionsbatterie 22 zur Verfügung. Für eine Rückspeisung elektrischer Energie vom Fahrzeug 20 in ein Energieversorgungsnetz kann auch umgekehrt die Spule im Fahrzeug als Sendespule dienen, die ein magnetisches Feld erzeugt. Die Spule in der Ladestation arbeitet dann als Empfangsspule, die die Energie des magnetischen Felds empfängt und in elektrische Energie umwandelt. Diese elektrische Energie kann daraufhin in ein Energieversorgungsnetz eingespeist werden. Um vor oder während der induktiven Energieübertragung von der Sendespule 1 zu der Empfangsspule 2 sicherzustellen, dass sich in dem Zwischenraum 30 keinerlei unerwünschte Objekte befinden, wird dieser Zwischenraum 30 von einer Überwachungsvorrichtung 3 überwacht. Die Überwachungsvorrichtung umfasst einen Sensor, der als Radar ausgebildet ist. Die Überwachungsvorrichtung wendet zur Winkelmessung mittels des Sensors 6 ein Modulationsverfahren an, das vorzugsweise Frequence Modulated Continuous Wave (FMCW) ist. Die Verwendung des Chirp Sequence-Verfahrens (wiederholte Abfolge von FMCW-Rampen) ermöglicht die Auswertung von Distanz- und Geschwindigkeitsinformationen eines detektierten Objektes. Zum einen lässt sich der Detektionsbereich unter dem Fahrzeug räumlich begrenzen, was eine robuste Auswertung liefert, da Fremdobjekte außerhalb des Fahrzeuges verlässlich ausgeblendet werden können. Da Bewegungen durch die hohe Trägerfrequenz des Automotive-Radarsensors auch hohe Dopplerfrequenzen erzeugen, lassen sich auch langsame Bewegungen detektieren und auswerten. Das ermöglicht eine robuste Auswertung. Aus diesen Auswertemöglichkeiten lässt sich das im Folgenden beschriebene Detektionsschema ableiten:

Ist der Ladevorgang eingeschaltet, überwacht der Sensor 6 den Zwischenraum 30 nach eindringenden Objekten 7, indem die Objekte 7 zweidimensional lokalisiert werden. Diese Methodik ermöglicht eine dynamische Anpassung des Detektionsbereiches abhängig von Ladeleistung oder Kopplungsfaktor. Solange kein Objekt 7 den Überwachungsbereich eintritt, bleibt der Ladevorgang eingeschaltet.

Wurde ein eindringendes Objekt 7 detektiert, wird die Energieübertragungseinheit 8 zunächst abgeschaltet und der Sensor wertet die vom Objekt gelieferte Dopplerinformation aus. Solange sich das Objekt bewegt, bleibe das Ladesystem ausgeschaltet, da signifikante Dopplersignale vorliegen. Entscheidend ist die Auswertung von schwach bewegten Objekten wie beispielsweise einer schlafenden Katze oder einem vom Wind bewegten Ast, wobei letzterer potentiell keine Gefahr für das induktive Ladesystem darstellt. Hier können Zieldopplersignaturen festgelegt werden, z.B. Atmung oder Herzschlag. Das ermöglicht die zufälligen Bewegungen eines ungefährdeten Objektes von einem gefährdeten Objekt zu unterscheiden. Wird demnach ein gefährdetes Objekt detektiert, bleibt das System ausgeschaltet. Kann keine Signatur detektiert werden, die einem gefährdeten Objekt 7 zugeordnet werden kann, kann das System wieder eingeschaltet werden.

Für die Erfassung radialer Geschwindigkeiten eines Objektes 7, das im Zwischenraum 30 oder im Umfeld 31 befindlich ist, nutzt die Überwachungsvorrichtung den Doppler-Effekt. Um die Winkelinformationen bzw. Objektanordnung relativ zur Fahrzeugachse zu ermitteln, wendet die Überwachungsvorrichtung die Phased-Array Technik an bzw. das Monopulsverfahren und verfügt günstiger Weise über mehrere Sende- und Empfangskanäle. Das Radar wird bevorzugt im 79 GHz Frequenzband betrieben, kann aber auch als Ultrabreitbandradar ausgeführt sein. Bevorzugt wird eine hohe Bandbreite von mindestens 2 GHz eingesetzt, um eine ausreichende Distanztrennschärfe des Messverfahrens zu erhalten. Die ausgesendeten elektromagnetischen Wellen werden an Objekten, die sich in ihren elektrischen Eigenschaften vom Ausbreitungsmedium (z.B. Luft) unterscheiden, reflektiert. Die reflektierten Signale werden im Empfänger registriert und ihre Laufzeit bzw. Phase und Amplitude bestimmt. Über die Messung der Laufzeit und Phase ist eine Entfernungsbestimmung möglich. Zusätzlich können elektromagnetische Wellen in verschiedenen Polarisationsrichtungen verwendet werden. Diese Informationen können genutzt werden, um ein polarimetrisches Radarsystem aufzubauen, welches mit Hilfe der Polarisationsinformationen (Rückstreueigenschaften von Objekten sind neben der verwendeten Frequenz auch von der Polarisation der einfallenden elektromagnetischen Welle abhängig) eine zusätzliche Objektdiskriminierung vornimmt.

Soll der Ladevorgang beginnen, wird zunächst eine Sendespule 1 bereitgestellt. Beispielsweise kann es sich dabei um die Sendespule einer Ladestation für das Elektrofahrzeug handeln. Weiterhin wird eine Empfangsspule 2 bereitgestellt. Dabei kann es sich beispielsweise um die Empfangsspule in dem Elektrofahrzeug handeln, mit dem die Traktions-Batterie wieder aufgeladen werden soll. Schließlich erfolgt eine induktive Energieübertragung von der Sendespule 1 zu der Empfangsspule 2. Dabei wird darauf folgend der Zwischenraum zwischen der Sendespule 1 und der Empfangsspule 2 mit der Überwachungsvorrichtung 3 überwacht. Wird nun das Eindringen eines Objektes in dem Zwischenraum 30 zwischen Sendespule 1 und Empfangsspule 2 oder in deren Umfeld 31 detektiert, wird daraufhin die Energieübertragung zwischen Sendespule 1 und Empfangsspule 2 unterbrochen. Optional kann anschließend eine Signalisierung erfolgen, wenn in dem Zwischenraum 30 zwischen Sendespule 1 und Empfangsspule 2 ein Objekt detektiert wurde. Bei dieser Signalisierung kann es sich beispielsweise um die Ausgabe eines optischen und/oder akustischen Signals handeln. Zusätzlich oder alternativ kann darüber hinaus auch die Benachrichtigung eines entfernten Benutzers mittels einer Funkverbindung erfolgen. Hierzu kann beispielsweise eine Mobiltelefonverbindung, eine WLAN-Verbindung oder ähnliches verwendet werden.

Eine weitere Ausführungsvariante ist die Kombination der Anwendung der Überwachungsvorrichtung für die Lebendobjekterkennung mit einer Anwendung für automatische Fahr-, Positionier- und Einparkvorgänge.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 102011010049 A1 [0003]
  • DE 102009033236 A1 [0006, 0006]