Title:
Vorrichtung, Fortbewegungsmittel und Verfahren zur Ermittlung einer Rampenfahrt in einem Parkhaus
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Es werden eine Vorrichtung, ein Fortbewegungsmittel sowie ein Verfahren zur Ermittlung einer Rampenfahrt in einem Parkhaus (30) vorgeschlagen. Das Verfahren umfasst die Schritte:
– Erfassen eines Umfeldes eines Fortbewegungsmittels (10) mittels eines Umgebungssensors (1) des Fortbewegungsmittels (10),
– Ermitteln einer ersten eine Fahrspur (39) des Fortbewegungsmittels (10) im Wesentlichen äquidistant zu einer Mitte der Fahrspur (39) säumenden Struktur und im Ansprechen darauf
– Ermitteln der Rampenfahrt des Fortbewegungsmittels (10).





Inventors:
Günzel, Thorben (38118, Braunschweig, DE)
Max, Stephan, Dr. (38518, Gifhorn, DE)
Urban, Alexander, Dr. (38518, Gifhorn, DE)
Application Number:
DE102016207710A
Publication Date:
11/23/2017
Filing Date:
05/04/2016
Assignee:
Volkswagen Aktiengesellschaft, 38440 (DE)
International Classes:
G01C21/14; G01C9/00; G01C11/04; G01S15/88; G01S17/88
Domestic Patent References:
DE102013215960A1N/A2015-03-05
DE102011080720A1N/A2013-02-14
DE102010018332A1N/A2011-10-27
DE102013011824A1N/A
DE102014111574A1N/A
DE102015201204A1N/A
Claims:
1. Verfahren zur Ermittlung einer Rampenfahrt in einem Parkhaus (30) umfassend die Schritte:
– Erfassen (100) eines Umfeldes eines Fortbewegungsmittels (10) mittels eines Umgebungssensors (1) des Fortbewegungsmittels (10),
– Ermitteln (300) einer ersten eine Fahrspur (39) des Fortbewegungsmittels (10) im Wesentlichen äquidistant zu einer Mitte der Fahrspur (39) säumenden Struktur (3134) und im Ansprechen darauf
– Ermitteln (600) der Rampenfahrt des Fortbewegungsmittels (10).

2. Verfahren nach Anspruch 1 weiter umfassend
– Ermitteln (400) einer zweiten die Fahrspur (39) des Fortbewegungsmittels (10) im Wesentlichen äquidistant zu der Mitte der Fahrspur (39) säumenden Struktur (3538), welche sich insbesondere bezüglich der Mitte der Fahrspur (39) auf einer gegenüberliegenden Seite befindet.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 weiter umfassend
– Ermitteln (500) einer in Fahrtrichtung orientierten Mindestneigung des Fortbewegungsmittels (10).

4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche weiter umfassend
– Ermitteln (700) eines Unterschreitens einer in Fahrtrichtung orientierten Mindestneigung des Fortbewegungsmittels (10).

5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche weiter umfassend
– Inkrementieren (800) einer Variablen im Ansprechen auf die Rampenfahrt und
– Senden (900) einer die Variable repräsentierenden Nachricht (21) an ein mobiles Anwenderendgerät (20) eines Anwenders des Fortbewegungsmittels (10).

6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche weiter umfassend
– Erkennen (200) einer Parkhausschranke (5) und/oder einer Ticketsäule (6).

7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Struktur (3138) als
– Leitplanke und/oder
– Betonwand und/oder
– Bordstein und/oder
– Geländer
erkannt wird.

8. Vorrichtung zur Ermittlung einer Rampenfahrt in einem Parkhaus (30) umfassend:
– einen Umgebungssensor (1) und
– eine Auswerteeinheit (2),
wobei
– der Umgebungssensor (1) eingerichtet ist, ein Umfeld eines Fortbewegungsmittels (10) zu erfassen, und
– die Auswerteeinheit (2) eingerichtet ist,
– eine erste eine Fahrspur (39) des Fortbewegungsmittels (10) im Wesentlichen äquidistant zu einer Mitte der Fahrspur (39) säumende Struktur (3138) zu ermitteln und im Ansprechen darauf
– die Rampenfahrt des Fortbewegungsmittels (10) zu ermitteln.

9. Vorrichtung nach Anspruch 8, welche weiter eingerichtet ist, ein Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 7 auszuführen.

10. Fortbewegungsmittel umfassend eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9.

Description:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung, ein Fortbewegungsmittel sowie ein Verfahren zur Ermittlung einer Rampenfahrt in einem Parkhaus. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Lokalisation eines Fortbewegungsmittels hinsichtlich einer Ebene innerhalb eines Parkhauses unter Verwendung des vorgenannten Verfahrens.

Die zunehmenden Zulassungszahlen von Pkws führen mitunter zu einer unübersichtlichen Größe und Struktur von Parkgelegenheiten (z. B. öffentliche Parkplätze, Parkhäuser etc.). Daher ist es mitunter eine Herausforderung, den geparkten eigenen Pkw ohne Hilfsmittel wiederzufinden.

DE 10 2010 018 332 A1 offenbart eine kamerabasierte Schilderkennung zur Identifikation einer Parkebene bzw. einer Parkplatzidentifizierung in einem Parkhaus.

DE 10 2013 215 960 A1 offenbart die Bestimmung einer Parkhausebene, in welcher ein Fortbewegungsmittel abgestellt ist, auf Basis der Fahrzeugbewegung beim Befahren des Parkhauses.

DE 10 2011 080 720 A1 offenbart ein Verfahren zur Visualisierung einer Rampenabfahrt, bei welchem Umfelddaten betreffend einen Fahrbahnabschnitt mit einer Neigung durch Umfeldsensorik ermittelt und dem Fahrer angezeigt werden.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Rampenfahrt in einem Parkhaus einfach und zuverlässig zu erkennen.

Offenbarung der Erfindung

Die vorstehend identifizierte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Ermittlung einer Rampenfahrt in einem Parkhaus gelöst. Unter einer "Rampenfahrt" wird die Befahrung einer geneigten Fahrbahn zum Überführen eines Fahrzeugs von einer ersten Ebene auf eine zweite Ebene verstanden. Die Rampe kann gerade oder (anteilig) gewunden sein. In einem ersten Schritt wird das Umfeld eines Fortbewegungsmittels, welches erfindungsgemäß ausgestaltet ist, mittels eines Umgebungssensors des Fortbewegungsmittels erfasst. Der Umgebungssensor kann bspw. eine Kamera (optische Kamera, Mono- oder Stereo-Kamera) umfassen. Alternativ oder zusätzlich kann der Umgebungssensor einen Entfernungssensor umfassen. Bspw. kann der Entfernungssensor eine Ultraschallsensorik verwenden. Alternativ oder zusätzlich kann ein lasergestütztes System (LIDAR etc.) verwendet werden. Anschließend wird eine Struktur ermittelt, welche zu einer Mitte einer Fahrspur, auf welcher das Fortbewegungsmittel während der Rampenfahrt unterwegs ist, im Wesentlichen äquidistant verläuft. Mit anderen Worten ist auch während des Befahrens der Rampe durch das Fortbewegungsmittel ein Abstand zwischen dem Fortbewegungsmittel und der Struktur im Wesentlichen gleichbleibend, sofern sich das Fortbewegungsmittel entlang der Mitte der Fahrspur bewegt. Mit noch anderen Worten säumt die Struktur einen in Längsrichtung betrachtet im Wesentlichen gleichbleibend breiten Fahrschlauch. Im Ansprechen auf die sensorische Erkennung der Struktur wird eine Rampenfahrt des Fortbewegungsmittels festgestellt. Im Gegensatz zum Stand der Technik, in welchem bspw. lediglich neigungsbasiert bzw. neigungsänderungsbasiert darauf geschlossen wird, dass das Fortbewegungsmittel von einer ersten Ebene eines Parkhauses auf eine zweite Ebene des Parkhauses überführt worden ist, wird die erfindungsgemäße Erkenntnis genutzt, dass Rampen in Parkhäusern stets durch entlang des Fahrschlauches längs erstreckte Strukturen vorhanden sind und mittels der Umgebungssensorik des Fortbewegungsmittels geortet werden können. Dies ermöglicht eine Implementierung der vorliegenden Erfindung im Wesentlichen durch in modernen Fortbewegungsmitteln ohnehin vorhandene Hardware. Lediglich die Auswertung der sensorisch erfassten Umfeldinformationen kann die Lokalisierung eines geparkten Fortbewegungsmittels stark und zuverlässig vereinfachen und daher im Wesentlichen kostenneutral implementiert werden.

Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.

Bevorzugt wird eine die Fahrspur des Fortbewegungsmittels im Wesentlichen äquidistant zu der Mitte der Fahrspur säumende Struktur beiderseits des Fortbewegungsmittels bzw. des Fahrschlauches erkannt und zur Ermittlung der Rampenfahrt verwendet. Hierbei wird die Erkenntnis genutzt, dass Rampen in Parkhäusern üblicherweise beidseitig durch entlang des Fahrschlauches äquidistant und längs erstreckten Strukturen gesäumt sind. Solche Strukturen sind häufig zur Linderung der Folgen einer Kollision mit Begrenzungen der Fahrspur des Fortbewegungsmittels vorgesehen. Sie werden auch als "Geländer" oder "Leitplanken" bezeichnet.

Um die Rampenfahrt im Parkhaus noch zu verlässiger erkennen zu können, kann zusätzlich ermittelt werden, dass das Fortbewegungsmittel eine vordefinierte Mindestneigung während der Erkennung der Struktur aufweist. Insbesondere kann erkannt werden, dass die Mindestneigung sowohl vor dem Erkennen der Struktur als auch nach dem Erkennen der Struktur unterschritten wird. Mit anderen Worten kann das Befahren der Rampe durch eine kumulative Erkennung der Mindestneigung einerseits und der die Fahrspur äquidistant säumenden Struktur erkannt werden.

Sofern die Struktur passiert ist und/oder die Mindestneigung während des Befahrens der Rampe wieder unterschritten wird, kann ein Speicherwert erhöht bzw. verringert werden, welcher zur Identifikation der vom Fortbewegungsmittel aktuell befahrenen Ebene angelegt wird. Insbesondere kann die Richtung der Neigung des Fortbewegungsmittels darüber entscheiden, ob die Variable erhöht oder verringert wird, sobald die die Fahrspur säumende Struktur erkannt wurde bzw. passiert wurde.

Um den Anwender zu einem ihm gelegenen Zeitpunkt darüber zu informieren, auf welcher Ebene eines Parkhauses sein Fortbewegungsmittel abgestellt ist, kann eine Nachricht bspw. an das mobile Anwenderendgerät des Anwenders gesendet werden, in welcher die Variable enthalten ist bzw. die Parkhausebene, in welcher das Fortbewegungsmittel sich befindet, genannt wird. Die Nachricht kann bspw. im Ansprechen auf das Parken/Abstellen des Fortbewegungsmittels gesendet werden. Alternativ oder zusätzlich kann die Nachricht im Ansprechen auf eine die Nachricht anfordernde Nachricht eines mobilen Anwenderendgerätes ausgesendet werden. Alternativ oder zusätzlich kann eine sogenannte Geo-Fence-Funktion verwendet werden, um den Anwender bei der Wiederannäherung an das Parkhaus bei der Suche nach seinem Fahrzeug automatisch zu informieren.

Um die Auswertung der Umgebungsdaten hinsichtlich der evtl. Rampenfahrt nur dann auszuführen, wenn eine Rampenfahrt wahrscheinlich ist, kann zunächst erkannt werden, dass das Fortbewegungsmittel eine Parkhausschranke und/oder eine Ticket-Säule passiert und also mit hoher Wahrscheinlichkeit in ein Parkhaus eingefahren ist. Auch die Parkhausschranke bzw. die Ticket-Säule können mittels einer Umgebungssensorik, bevorzugt mittels desselben Umgebungssensors, mittels dessen die die Fahrspur säumende Struktur erkannt worden ist, ermittelt werden. Insbesondere für die Ermittlung der Parkhausschranke eignet sich jedoch auch eine optische Kamera, da die optischen Segmente eines Schlagbaumes ein besonders gut wiederzuerkennendes Muster darstellen. Üblicherweise auf einer Ticket-Säule vorhandene optisch erfassbare Strukturen (Ticket-Schlitz, Ticket-Anforderungs-Taste, Lichtzeichen zur Quittierung eines erfolgreich angeforderten Tickets etc.) können mittels einer den Bereich neben der Fahrerseite des Fortbewegungsmittels erfassenden Umgebungssensors erfasst und zum Start der Auswertung von Umfelddaten zur Ermittlung der Struktur verwendet werden.

Die Struktur kann bspw. eine Leitplanke darstellen, welche üblicherweise aus metallischen Werkstoffen besteht. Eine solche Struktur kann bspw. mittels eines Ultraschallsensors, bevorzugt jedoch auch mittels eines Radarsensors erfasst werden. Eine Betonwand kann anhand ihrer besonders ebenen Oberfläche sicher als Beispiel einer die Fahrspur säumenden Struktur erkannt werden. Alternativ oder zusätzlich kann ein Bordstein, welcher die Fahrspur säumt, aus den Daten des Umgebungssensors ermittelt werden. Alternativ oder zusätzlich kann ein Geländer (z. B. aus Metall) sensorisch erfasst, erkannt und als die Fahrspur des Fortbewegungsmittels im Wesentlichen äquidistant zu einer Mitte der Fahrspur säumende Struktur ermittelt werden.

Gemäß einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Vorrichtung zur Ermittlung einer Rampenfahrt in einem Parkhaus vorgeschlagen. Die Vorrichtung kann als Bestandteil eines Fahrerassistenzsystems eines Fortbewegungsmittels ausgestaltet sein. Sie umfasst einen Umgebungssensor (z. B. eine optische Kamera und/oder einen Ultraschallsensor und/oder einen Laser-Scanner und/oder ein LIDAR-System o. Ä.) und eine Auswerteeinheit (z. B. ein programmierbarer Prozessor, ein elektronisches Steuergerät, ein Mikro-Controller o. Ä.). Der Umgebungssensor ist eingerichtet, ein Umfeld des Fortbewegungsmittels zu erfassen. Die Auswerteeinheit ist eingerichtet, eine erste, eine Fahrspur des Fortbewegungsmittels im Wesentlichen äquidistant zu einer Mitte der Fahrspur säumenden Struktur zu ermitteln. Im Ansprechen auf das Ermitteln der die Fahrspur äquidistant säumenden Struktur wird eine Rampenfahrt des Fortbewegungsmittels erkannt. Auf diese Weise ist die erfindungsgemäße Vorrichtung eingerichtet, die Merkmale, Merkmalskombinationen und die sich aus diesen ergebenden Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens entsprechend zu verwirklichen. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird daher auf die obigen Ausführungen verwiesen.

Gemäß einem dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Fortbewegungsmittel vorgeschlagen, welches eine Vorrichtung gemäß dem zweitgenannten Erfindungsaspekt (z. B. als Fahrerassistenzsystem) aufweist. Das Fortbewegungsmittel kann bspw. als Pkw, Transporter, Lkw, Motorrad o. Ä. ausgestaltet sein. Die Merkmale, Merkmalskombinationen und Vorteile ergeben sich in entsprechender Weise.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:

1 eine schematische Skizze eines erfindungsgemäßen Fortbewegungsmittels;

2 eine perspektivische Ansicht einer Rampe, welche von einer ersten Ebene eines Parkhauses auf eine zweite Ebene des Parkhauses führt;

3 eine Draufsicht auf eine schematische Darstellung von Umgebungsdaten, welche ein erfindungsgemäß ausgestaltetes Fortbewegungsmittel während der Fahrt durch ein Parkhaus aufnimmt; und

4 ein Flussdiagramm veranschaulichend Schritte eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Ermittlung einer Rampenfahrt.

1 zeigt einen Pkw 10 als Ausführungsbeispiel eines Fortbewegungsmittels, welcher über einen Ultraschallsensor 1 als Umgebungssensor verfügt. Der Ultraschallsensor 1 ist informationstechnisch mit einem elektronischen Steuergerät 2 als Beispiel einer Auswerteeinheit verbunden. Ein Neigungssensor 3 ermöglicht es dem elektronischen Steuergerät 2, eine Überschreitung eines Mindestneigungswertes des Pkws 10 während einer Rampenfahrt zu ermitteln. Über eine Antenne 4 ist der Pkw 10 eingerichtet, eine Nachricht 21 an ein Smartphone 20 als Drahtlos-Anwenderendgerät zu senden. Mittels des Ultraschallsensors 1 werden bereits während der Annäherung an das Parkhaus (in 1 nicht dargestellt) eine Schranke 5 und eine Ticket-Säule 6 erfasst und vom elektronischen Steuergerät 2 erkannt. Im Ansprechen auf das Erkennen der Schranke 5 und der Ticket-Säule 6 veranlasst das elektronische Steuergerät 2 eine Auswertung der Daten des Ultraschallsensors 1 hinsichtlich der etwaigen Präsenz einer die Fahrspur des Pkws 10 im Wesentlichen äquidistant zu einer Mitte der Fahrspur säumenden Struktur.

2 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Rampe 39 als Fahrspur innerhalb eines Parkhauses 30. Die Rampe 39 weist eine Neigung auf, welche größer als eine informationstechnisch in einem erfindungsgemäßen Verfahren bzw. einer erfindungsgemäßen Vorrichtung vordefinierte Neigung ist. Die Rampe 39 ist durch zylindrische Geländer 31, 32, 33 (linksseitig) und 35, 36, 37 (rechtsseitig) als die Rampe 39 in Fahrtrichtung im Wesentlichen äquidistant zur Mitte säumende Strukturen begrenzt. Die Geländer 31, 32, 33, 35, 36, 37 sind auf unterschiedlichen Höhen, jedoch jeweils äquidistant bezüglich des Rampenverlaufes zueinander sowie zur Längsachse der Rampe 39 angeordnet. Ein Bordstein 34 (linksseitig) bzw. 38 (rechtsseitig) säumen den Fahrbahnbelag der Rampe 39. Selbst ohne die Bordsteine 34, 38 könnte das bezüglich einer Rampenmitte äquidistante linksseitige bzw. rechtsseitige Ende der Fahrbahnoberfläche als Struktur im Sinne der vorliegenden Erfindung verstanden und erkannt werden.

3 zeigt eine schematische Darstellung der Daten, welche ein Pkw 10 als erfindungsgemäßes Fortbewegungsmittel während der Fahrt durch zwei Halbebenen 40a, 40b eines Parkhauses 30 aufnimmt. Im Wesentlichen gradlinige Abbildungen 31' die Rampen säumender Strukturen können vom Pkw 10 zur Erkennung der Rampenfahrt ausgewertet werden. Wellenförmige Strukturen 41 kennzeichnen durch konvexe Bögen charakterisierte Stoßfänger parkender Fahrzeuge. Indem im Verlaufe der Fahrt des Pkws 10 die Umgebungsdaten auf der ersten Halbebene 40a lediglich einseitig parkende Fahrzeuge 41 kennzeichnen, anschließend die Abbildungen 31' der die Rampe 39 äquidistant zu ihrer Mitte säumende Strukturen kennzeichnen und zu guter Letzt auf der zweiten Halbebene 40b der Fahrschlauch des Pkws 10 beidseitig durch parkende Fahrzeuge 41 gesäumt wird, kann eine innerhalb des Pkws 10 gespeicherte Variable um "1" (entspricht einer Ebene) erhöht bzw. in Abhängigkeit eines Neigungswertes während des Befahrens der Rampe 39 verringert werden. Nach dem Parken des Pkws 10 kann die Variable gespeichert und im Ansprechen auf eine vordefinierte Bedingung an ein mobiles Anwenderendgerät des Fahrers gesendet werden.

4 zeigt Schritte eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Ermittlung einer Rampenfahrt in einem Parkhaus. In Schritt 100 wird das Umfeld eines Fortbewegungsmittels mittels eines Umgebungssensors des Fortbewegungsmittels erfasst. Hierbei werden in Schritt 200 eine Parkhausschranke und eine Ticket-Säule erkannt. Im Ansprechen darauf wird auch im weiteren Verlaufe der Fahrt des Fortbewegungsmittels die Umgebungssensorik des Fortbewegungsmittels verwendet, um das etwaige Befahren einer Rampe innerhalb eines Parkhauses erfindungsgemäß dokumentieren zu können. In Schritt 300 wird eine erste eine Fahrspur des Fortbewegungsmittels im Wesentlichen äquidistant zu einer Mitte der Fahrspur säumende Struktur ermittelt. Zusätzlich wird in Schritt 400 eine zweite, die Fahrspur des Fortbewegungsmittels im Wesentlichen äquidistant zu der Mitte der Fahrspur säumende Struktur auf einer der ersten Struktur bezüglich der Mitte der Fahrspur gegenüberliegenden Seite ermittelt. In Schritt 500 wird eine in Fahrtrichtung orientierte Mindestneigung des Fortbewegungsmittels ermittelt und zur Verifikation der Rampenfahrt und zur Ermittlung einer Aufwärts- bzw. Abwärtsfahrt des Fortbewegungsmittels verwendet. Aus den vorliegenden Daten wird im Schritt 600 eine Rampenfahrt des Fortbewegungsmittels ermittelt. In Schritt 700 wird nun ein Unterschreiten einer in Fahrtrichtung orientierten Mindestneigung des Fortbewegungsmittels ermittelt. Mit anderen Worten wird ermittelt, dass sich die Ausrichtung des Fortbewegungsmittels aufgrund des Befahrens einer nächsten Parkhausebene geändert hat. Im Ansprechen darauf wird in Schritten 800 eine Variable zur Dokumentation der Anzahl befahrener Rampen inkrementiert bzw. dekrementiert. In Schritt 900 wird schließlich eine die Variable repräsentierende Nachricht an ein mobiles Anwenderendgerät eines Anwenders des Fortbewegungsmittels gesendet. Mit anderen Worten wird dem Anwender mitgeteilt, in welcher Ebene sein Fortbewegungsmittel sich befindet.

Die vorliegende Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass Rampen innerhalb von Parkhäusern fast ausnahmslos durch äquidistant zueinander bzw. äquidistant zu einer Mitte der Fahrspur gestaltete Strukturen gesäumt werden. Der Abstand der Strukturen zueinander und/oder zu einer Mitte der Fahrspur kann daher dazu verwendet werden, die Rampenfahrt des Fortbewegungsmittels festzustellen. Die Anzahl der befahrenen Rampen kann bspw. unter Zuhilfenahme solcher Daten erfolgen, welche zwischen den Rampenfahrten passierte parkende Fahrzeuge bzw. konvexe Strukturen der Fahrzeugfronten/Fahrzeughecks parkender Fahrzeuge repräsentieren. Alternativ oder zusätzlich können Pfosten/Parkhauspfeiler, welche die Fahrgasse in der Ebene säumen, erkannt werden, um eine erste Rampenfahrt von einer darauf folgenden Rampenfahrt zu unterscheiden.

Bspw. kann die Stockwerk-Information (Parkebene) für einen Parkhausassistenten verwendet werden, welcher das Fahrzeug automatisch dem Fahrer von der Parkposition zur Übergabeposition außerhalb des Parkhauses zur Verfügung stellt. Entsprechendes gilt für Parkhauspersonal, welches das geparkte Fahrzeug an einem vordefinierten Übergabeort an den Fahrer übergeben soll.

Auch wenn die erfindungsgemäßen Aspekte und vorteilhaften Ausführungsformen anhand der in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungsfiguren erläuterten Ausführungsbeispiele im Detail beschrieben worden sind, sind für den Fachmann Modifikationen und Kombinationen von Merkmalen der dargestellten Ausführungsbeispiele möglich, ohne den Bereich der vorliegenden Erfindung zu verlassen, deren Schutzbereich durch die beigefügten Ansprüche definiert wird.

Bezugszeichenliste

1
Ultraschallsensor
2
elektronisches Steuergerät
3
Neigungssensor
4
Antenne
5
Schranke
6
Ticket-Säule
10
Pkw
20
Smartphone
21
Nachricht
30
Parkhaus
31–33
Geländer
31'
Abbildung der die Rampe säumenden Struktur
34
Bordstein/Fahrbahnbegrenzung
35–37
Geländer
38
Bordstein/Fahrbahngrenze
39
Rampe
40a, b
Teilebene
41
Abbildung parkender Fahrzeuge
100–900
Verfahrensschritte

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 102010018332 A1 [0003]
  • DE 102013215960 A1 [0004]
  • DE 102011080720 A1 [0005]