Title:
Herstellung einer Datenverbindung
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Ein Verfahren zum Anbinden eines Kommunikationsmoduls an einen netzbasierten Dienst umfasst Schritte des Bereitstellens von ersten Zugangsdaten für die Herstellung einer Datenverbindung des Kommunikationsmoduls mit einer Netzwerkkomponente; des Bereitstellens von zweiten Zugangsdaten für die Verwendung eines Dienstes, der über die Netzwerkkomponente erreichbar ist; des Übermittelns der ersten und zweiten Zugangsdaten an das Kommunikationsmodul, und des Übermittelns einer Nachricht vom Kommunikationsmodul über die Netzwerkkomponente an den Dienst, wobei die Übermittlung der Zugangsdaten an das Kommunikationsmodul als Tonfolge erfolgt.





Inventors:
Dörner, Jan Philipp (80797, München, DE)
Flohrer, Nick (81827, München, DE)
Kuschinsky, Niels (80804, München, DE)
Application Number:
DE102016207602A
Publication Date:
11/09/2017
Filing Date:
05/03/2016
Assignee:
BSH Hausgeräte GmbH, 81739 (DE)
International Classes:
G08C23/02; G06F21/60; H04W12/06
Domestic Patent References:
DE102011007427A1N/A2012-10-18
Foreign References:
201000026852010-01-07
201002628282010-10-14
201002661112010-10-21
201101537392011-06-23
201201281542012-05-24
201403640922014-12-11
201500049352015-01-01
WO2009066212A12009-05-28
200602826492006-12-14
201201842162012-07-19
201500994702015-04-09
Claims:
1. Verfahren (300) zum Anbinden eines Kommunikationsmoduls (120) an einen netzbasierten Dienst (145), wobei das Verfahren (300) folgende Schritte umfasst:
– Bereitstellen (305) von ersten Zugangsdaten für die Herstellung einer Datenverbindung des Kommunikationsmoduls (120) mit einer Netzwerkkomponente (125);
– Bereitstellen (305315) von zweiten Zugangsdaten für die Verwendung eines Dienstes (145), der über die Netzwerkkomponente (125) erreichbar ist;
– Übermitteln (320) der ersten und zweiten Zugangsdaten an das Kommunikationsmodul (120),
– Übermitteln (330) einer Nachricht vom Kommunikationsmodul (120) über die Netzwerkkomponente (125) an den Dienst (145);
dadurch gekennzeichnet, dass
– die Übermittlung (320) der ersten und zweiten Zugangsdaten an das Kommunikationsmodul (120) als Tonfolge erfolgt.

2. Verfahren (300) nach Anspruch 1, wobei die Tonfolge mittels eines mobilen Geräts (150) ausgesandt wird, und der Dienst (145) nach dem Empfangen der Nachricht des Kommunikationsmoduls (120) eine Bestätigungsnachricht an das mobile Gerät (150) versendet (335).

3. Verfahren (300) nach Anspruch 2, wobei das mobile Gerät (150) die zweiten Zugangsdaten auf der Basis einer von dem Dienst (145) empfangenen (315) weiteren Nachricht bestimmt.

4. Verfahren (300) nach Anspruch 3, wobei das mobile Gerät (150) die auf die zweiten Zugangsdaten hinweisende weitere Nachricht beim Dienst (145) mittels einer Anforderung anfordert (310).

5. Verfahren (300) nach Anspruch 4, wobei das Kommunikationsmodul (120) dazu eingerichtet ist, Informationen, die auf einen Betriebszustand eines dem Kommunikationsmodul (120) zugeordneten Haushaltsgeräts (105) hinweisen, zu bestimmen und an den Dienst (145) zu übermitteln, und wobei die Anforderung eine Identifikation des Haushaltsgeräts (105) umfasst.

6. Verfahren (300) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Dienst (145) die Nachricht (330) des Kommunikationsmoduls (120) mittels einer Antwort beantwortet (340) und das Kommunikationsmodul (120) einen Hinweis auf den Empfang der Antwort anzeigt.

7. Kommunikationsmodul (120), umfassend:
– eine drahtlose Datenschnittstelle (210);
– eine akustische Eingabevorrichtung (215);
– eine Verarbeitungseinrichtung (205), die dazu eingerichtet ist,
– ein Empfangen einer als Tonfolge übermittelten Nachricht mittels der Eingabevorrichtung (215) zu steuern,
– aus der empfangenen Nachricht erste und zweite Zugangsdaten zu extrahieren;
– auf der Basis der ersten Zugangsdaten mittels der Datenschnittstelle (210) eine Datenverbindung mit einer Netzwerkkomponente (125) herzustellen; und
– unter Verwendung der zweiten Zugangsdaten eine Nachricht an einen Dienst (145) zu übermitteln, der über die Netzwerkkomponente (125) erreichbar ist.

8. System (100), umfassend ein Kommunikationsmodul (120) nach Anspruch 7, eine Netzwerkkomponente (125) und einen Dienst (145), der von der Netzwerkkomponente (125) aus erreichbar ist.

9. System (100) nach Anspruch 8, zusätzlich umfassend ein mobiles Gerät (150), das zur Kommunikation mit dem Dienst (145) eingerichtet ist.

Description:

Die Erfindung betrifft die Errichtung einer Datenverbindung zwischen einem Kommunikationsmodul und einem netzbasierten Dienst. Darüber hinaus betrifft die Erfindung das Errichten eines Systems, das die beiden Komponenten umfasst.

Um einen üblichen Computer oder ein mobiles Gerät mit einem netzbasierten Dienst zu verbinden, müssen üblicherweise Zugangsdaten in das mobile Gerät eingegeben werden, um einen Datentransfer zu ermöglichen. Das Eingeben der Zugangsdaten ist häufig einfach, wenn das Gerät ausreichend dimensionierte Ein- und Ausgabeschnittstellen für einen Benutzer aufweist. Beispielsweise kann das mobile Gerät ein Smartphone mit einem Touchscreen umfassen, der für die manuelle Eingabe und die optische Verifikation der Zugangsdaten gut geeignet ist.

In ähnlicher Weise wie das mobile Gerät kann auch ein Haushaltsgerät mit einem netzbasierten Dienst verbunden werden, um mit diesem Informationen auszutauschen. Das Herstellen der Datenverbindung erfolgt üblicherweise einmalig beim Aufstellen oder Einrichten des Haushaltsgeräts. Um die erforderlichen Zugangsdaten in das Haushaltsgerät einzugeben, stehen üblicherweise keine allgemeinen Bedienelemente wie ein Touchscreen zur Verfügung, sondern es können allenfalls Bedienelemente verwendet werden, die ansonsten nur zur Steuerung des Haushaltsgeräts vorgesehen sind. Das Eingeben kann entsprechend langwierig und fehleranfällig sein.

US 2006282649 A1 schlägt vor, zwei Geräte datentechnisch miteinander zu koppeln, indem Autorisierungsdaten zur Herstellung der Verbindung als Tonfolge an eines der Geräte übermittelt werden.

US 2012184216 A1 schlägt vor, den erfolgreichen Aufbau einer Datenverbindung zwischen zwei Geräten akustisch mitzuteilen.

US 2015/0099470 A1 beschreibt den Aufbau einer Datenverbindung zwischen zwei Geräten mittels zweiseitigem Austausch von akustischen Informationen.

Die beschriebenen Vorgehensweisen sind häufig nicht gut auf ein Haushaltsgerät anwendbar. Insbesondere dann, wenn das Haushaltsgerät nicht direkt, sondern über eine zwischengeschaltete Netzwerkkomponente Kontakt mit einem anderen Gerät oder Dienst aufnehmen soll, kann es erforderlich sein, mehrere Zugangsinformationen bereitzustellen, um die Verbindung mit dem Dienst einzurichten. Verfügt das Haushaltsgerät nicht selbst über einen Netzwerkzugang, so kann ein externes Kommunikationsmodul eingesetzt werden, das mit Bedienelementen des Haushaltsgeräts nicht verbunden ist und häufig selbst keine oder nur äußerst rudimentäre Bedienelemente umfasst. Die Herstellung der Verbindung kann dann kompliziert und höchst fehleranfällig sein.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Technik bereitzustellen, um ein Kommunikationsmodul für ein Haushaltsgerät verbessert an einen netzbasierten Dienst anzubinden und so ein System zu schaffen, das das Kommunikationsmodul und den Dienst umfasst. Die Erfindung löst diese Aufgabe mittels der Gegenstände der unabhängigen Ansprüche. Unteransprüche geben bevorzugte Ausführungsformen wieder.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Anbinden eines Kommunikationsmoduls an einen netzbasierten Dienst umfasst Schritte des Bereitstellens von ersten Zugangsdaten für die Herstellung einer Datenverbindung des Kommunikationsmoduls mit einer Netzwerkkomponente, des Bereitstellens von zweiten Zugangsdaten für die Verwendung eines Dienstes, der über die Netzwerkkomponente erreichbar ist, des Übermittelns der ersten und zweiten Zugangsdaten an das Kommunikationsmodul, und des Übermittelns einer Nachricht vom Kommunikationsmodul über die Netzwerkkomponente an den Dienst. Dabei erfolgt die Übermittlung der ersten und zweiten Zugangsdaten an das Kommunikationsmodul als Tonfolge.

Die Aufnahme der Tonfolge durch das Kommunikationsmodul kann auf einfache Weise beispielsweise mittels eines Mikrofons ermöglicht werden. Die Tonfolge kann im hörbaren Bereich liegen, sodass ein Benutzer das Übermitteln der Daten unmittelbar überwachen kann. Die Tonfolge kann modulierte Töne umfassen, etwa nach dem Mehrfrequenzverfahren MFV, das aus der Telefonie bekannt ist. Mittels der Tonfolge können innerhalb von kurzer Zeit ausreichend viele Informationen an das Kommunikationsmodul übertragen werden, um die ersten und zweiten Zugangsdaten bereitzustellen. Das Kommunikationsmodul kann die ersten und zweiten Zugangsdaten aus der empfangenen Tonfolge extrahieren und in einem ersten Schritt eine Netzwerkverbindung zur Netzwerkkomponente herstellen, die insbesondere als WLAN-Router ausgebildet sein kann. Dadurch kann die Benutzung eines Weitverkehrsnetzes, beispielsweise des Internets, durch das Kommunikationsmodul bereits möglich sein. Insbesondere wenn der Dienst über das Internet erreichbar ist, kann in einem zweiten Schritt eine Anmeldung des Kommunikationsmoduls bei dem Dienst erfolgen. Dabei kann das Kommunikationsmodul gegenüber dem Dienst authentifiziert werden, sodass Daten, die anschließend zwischen dem Dienst und dem Kommunikationsmodul ausgetauscht werden, eindeutig zugeordnet werden können. Zum Schutz der Daten gegen Abhören oder Manipulation kann die Kommunikation zwischen dem Kommunikationsmodul und dem Dienst zusätzlich verschlüsselt werden. In einer Ausführungsform umfassen die zweiten Zugangsdaten einen entsprechenden Kommunikationsschlüssel.

Die Tonfolge kann insbesondere mittels eines mobilen Geräts, beispielsweise eines Smartphones, ausgesandt werden. Ein solches mobiles Gerät kann dazu eingerichtet sein, eine Interaktion mit einem Benutzer durchzuführen, um die ersten und zweiten Zugangsdaten auf geeignete Weise im mobilen Gerät zu sammeln, bevor eine Übertragung an das Kommunikationsmodul stattfindet. Zum Sammeln kann auf dem mobilen Gerät ein passendes Computerprogramm (Applikation, App) ausgeführt werden. Teile der ersten oder zweiten Zugangsdaten können auch automatisch gesammelt oder bereitgestellt werden, etwa auf der Basis einer Kommunikation mit der Netzwerkkomponente bzw. dem Dienst, oder weil die Information seitens des mobilen Geräts bereits bekannt ist. Nachdem der Dienst die Nachricht des Kommunikationsmoduls empfangen hat, kann er eine Bestätigungsnachricht an das mobile Gerät versenden. Die Bestätigungsnachricht kann zusätzliche Informationen umfassen, beispielsweise solche, die vom Kommunikationsmodul übermittelt wurden, und die Bestätigungsnachricht kann durch das mobile Gerät für einen Benutzer passend aufbereitet und dargeboten werden.

In einer weiteren Ausführungsform bestimmt das mobile Gerät die zweiten Zugangsdaten zur Verwendung des Dienstes auf der Basis einer von dem Dienst empfangenen weiteren Nachricht. Diese Nachricht kann beispielsweise von dem Dienst an das mobile Gerät gesandt werden, wenn ein Benutzer das Kommunikationsmodul kauft, personalisiert oder anmeldet. In einer Ausführungsform umfassen die zweiten Zugangsdaten ein Einmal-Passwort, um das einmalige Aufbauen einer Verbindung zu erlauben. Nach dem ersten Verwenden des Einmal-Passworts erlischt dessen Gültigkeit, sodass ein Missbrauch eines abgehörten Einmal-Passworts durch Dritte kaum zu befürchten ist.

In noch einer weiteren Ausführungsform fordert das mobile Gerät die auf die zweiten Zugangsdaten hinweisende Nachricht beim Dienst an. Diese Anforderung kann Informationen umfassen, die spezifisch für das Kommunikationsmodul sind. Die durch den Dienst generierte Nachricht kann diese Informationen umfassen oder auf diesen basieren, sodass die übermittelten zweiten Zugangsdaten praktisch für das Kommunikationsmodul personalisiert sind. Dazu kann beispielsweise eine Seriennummer des Kommunikationsmoduls angegeben werden.

Es ist ferner bevorzugt, dass das Kommunikationsmodul dazu eingerichtet ist, Informationen, die auf einen Betriebszustand eines zugeordneten Haushaltsgeräts hinweisen, zu bestimmen und an den Dienst zu übermitteln. Die Anforderung der auf die zweiten Zugangsdaten hinweisenden Nachricht kann eine Identifikation des Haushaltsgeräts umfassen. Dadurch kann gleichzeitig der Dienst darauf vorbereitet werden, dass später übermittelte Daten dem Betriebszustand einer bestimmten Art von Haushaltsgerät zuzuordnen sind, beispielsweise einer Geschirrspülmaschine oder einer Kaffeemaschine, oder die Informationen können einem spezifischen Gerät zugeordnet werden. Beispielsweise kann anhand einer Seriennummer eines Haushaltsgeräts seitens des Diensts ein Kaufdatum, eine Ausstattung oder eventuell erfolgte Reparaturen bekannt sein und in eine Verarbeitung der übermittelten Informationen einbezogen werden. Die Kenntnis der Art von Haushaltsgerät kann für die Interpretation von bestimmten Informationen des Kommunikationsmoduls von Bedeutung sein.

Der Dienst kann die Nachricht des Kommunikationsmoduls beantworten und das Kommunikationsmodul kann einen Hinweis auf den Empfang der Antwort anzeigen. Eine einfache Anzeige kann beispielsweise mittels einer Leuchtdiode oder einer akustischen Ausgabeeinrichtung erfolgen, die jeweils kostengünstig und mit wenig Aufwand am Kommunikationsmodul eingesetzt werden können.

Ein erfindungsgemäßes Kommunikationsmodul umfasst eine drahtlose Datenschnittstelle, eine akustische Eingabevorrichtung und eine Verarbeitungseinrichtung. Dabei ist die Verarbeitungseinrichtung dazu eingerichtet, ein Empfangen einer als Tonfolge übermittelten Nachricht mittels der Eingabevorrichtung zu steuern, aus der empfangenen Nachricht erste und zweite Zugangsdaten zu extrahieren, auf der Basis der ersten Zugangsdaten mittels der Datenschnittstelle eine Datenverbindung mit einer Netzwerkkomponente herzustellen, und unter Verwendung der zweiten Zugangsdaten eine Nachricht an einen Dienst zu übermitteln, der über die Netzwerkkomponente erreichbar ist.

Das Kommunikationsmodul kann dazu eingerichtet sein, das oben beschriebene Verfahren durchzuführen. Dazu kann die Verarbeitungseinrichtung insbesondere einen programmierbaren Mikrocomputer oder Mikrocontroller umfassen und das Verfahren kann in Form eines Computerprogrammprodukts auf der Verarbeitungseinrichtung ablaufen.

Das Kommunikationsmodul kann dazu verwendet werden, ein ansonsten nicht netzwerkfähiges Haushaltsgerät auf einfache und kostengünstige Weise mit einem netzwerkbasierten Dienst datentechnisch zu verbinden. Dazu kann das Kommunikationsmodul einfach und kostengünstig aufgebaut sein. Eine Schnittstelle zu einem Benutzer kann ebenfalls kostengünstig ausgeführt sein oder sogar vollständig entfallen. Die Datenübertragung kann kostengünstig zu einer lokalen Netzwerkkomponente erfolgen, sodass beispielsweise eine Schnittstelle zu einem Mobilfunknetz, die kostenintensiv sein kann, entfallen kann.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Kommunikationsmodul zum autarken Betrieb eingerichtet und wird nicht mit Daten- oder Energieanschlüssen des Haushaltsgeräts verbunden. Dabei ist das Kommunikationsmodul dazu eingerichtet, an einer Geräteaußenseite des Haushaltsgeräts angebracht zu werden und einen Betriebszustand des Haushaltsgeräts anhand von Emissionen einer Funktionskomponente des Haushaltsgeräts während dessen Betriebsprogramms zu bestimmen. Beispielsweise kann der Betriebszustand eines Wäschetrockners auf der Basis von magnetischen Emissionen seines Antriebsmotors bestimmt werden.

Es ist jedoch auch möglich, das Kommunikationsmodul mit dem Haushaltsgerät zu integrieren. Dazu kann das Kommunikationsmodul insbesondere auf einer Innenseite eines Gerätegehäuses des Haushaltsgeräts angeordnet werden und es kann eine Energie- oder Datenverbindung zwischen dem Haushaltsgerät und dem Kommunikationsmodul bestehen. In einer Ausführungsform ist eine Steuereinrichtung des Haushaltsgeräts mit dem Kommunikationsmodul integriert ausgeführt.

Ein erfindungsgemäßes System umfasst das beschriebene Kommunikationsmodul, eine Netzwerkkomponente und einen Dienst, der von der Netzwerkkomponente aus erreichbar ist. Durch die beschriebene Technik kann das System leicht aufgespannt und neu konfiguriert werden. Insbesondere können viele Kommunikationsmodule auf einfache Weise dem System hinzugefügt werden.

Es ist weiter bevorzugt, dass das System zusätzlich ein mobiles Gerät umfasst, das zur Kommunikation mit dem Dienst eingerichtet ist. Das mobile Gerät kann ein Smartphone umfassen, auf dem eine speziell vorgesehene Applikation ablaufen kann, um die beschriebene Technik durchzuführen.

Die Erfindung wurde mit Bezug auf ein Verfahren, ein Kommunikationsmodul und ein System erläutert. Sofern nichts anderes angegeben ist, sind die Merkmale einer Anspruchskategorie analog auf die Gegenstände der anderen Anspruchskategorien anwendbar.

Die Erfindung wird nun unter Bezug auf die beiliegenden Figuren genauer beschrieben, in denen:

1 ein System mit mehreren Haushaltsgeräten;

2 ein Kommunikationsmodul zum Einsatz an einem Haushaltsgerät; und

3 ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Einrichten einer Verbindung zwischen einem Kommunikationsmodul von 2 und einem netzbasierten Dienst
darstellt.

1 zeigt ein System 100 mit mehreren Haushaltsgeräten 105. Exemplarisch sind eine Kaffeemaschine 110 und eine Waschmaschine 115 dargestellt, andere Haushaltsgeräte sind jedoch ebenfalls möglich. An den Haushaltsgeräten 105 ist jeweils ein Kommunikationsmodul 120 angebracht, das unten mit Bezug auf 2 noch genauer beschrieben wird. In einer Ausführungsform ist das Kommunikationsmodul 120 vom jeweiligen Haushaltsgerät 105 umfasst, in einer anderen, bevorzugten Ausführungsform ist das Kommunikationsmodul 120 dazu eingerichtet, an einem Gerätegehäuse des Haushaltsgeräts 105 außen angebracht zu werden und mittels einer Sensoreinrichtung ein Emissionssignal abzutasten, das eine Komponente des Haushaltsgeräts 105 aussendet, die einen Betriebsprozess des Haushaltsgeräts 105 durchführt. Die Komponente kann beispielsweise eine Heizung oder einen Elektromotor umfassen und die Sensoreinrichtung kann zur Abtastung der Temperatur oder einer magnetischen Abstrahlung eingerichtet sein. In jedem Fall ist bevorzugt, dass das Kommunikationsmodul 120 dazu eingerichtet ist, einen Betriebszustand des Haushaltsgeräts 105 zu bestimmen und bereitzustellen.

Eine Netzwerkkomponente 125 ist dazu eingerichtet, eine Kommunikation zu einem Netzwerk 130 zu vermitteln oder bereitzustellen. Dabei ist die Netzwerkkomponente 125 üblicherweise dem gleichen Haushalt wie die Haushaltsgeräte 105 zugeordnet. Das Netzwerk 130 kann Teil des Internet sein oder umgekehrt und das Kommunikationsmodul 120 kann eine drahtlose Verbindung zur Netzwerkkomponente 125 herstellen, um Informationen mit einer weiteren Komponente auszutauschen, die über das Netzwerk 130 erreichbar ist. Bevorzugterweise umfasst die Netzwerkkomponente 125 einen WLAN-Router, der eine üblicherweise kabelgebundene Verbindung zum Netzwerk 130 umfasst, die beispielsweise als Ethernet, DSL oder glasfaserbasierte Verbindung ausgebildet sein kann.

Eine zentrale Komponente 135 umfasst einen Datenspeicher 140 und ist über das Netzwerk 130 erreichbar. Auf der zentralen Komponente 135 läuft ein Dienst 145, der als sogenannter cloud-based Service virtualisiert sein kann, sodass es für einen Benutzer unerheblich ist, ob er auf der dargestellten zentralen Komponente 135 oder einer anderen Komponente abläuft, die über das Netzwerk 130 erreichbar ist. Der Dienst bietet eine vorbestimmte Funktionalität an, die üblicherweise eine Art von Verarbeitung oder Speicherung von Daten umfasst, die der Dienst vom Kommunikationsmodul 120 erhält.

Das System 100 kann auch ein mobiles Gerät 150 umfassen, das insbesondere zur Interaktion mit einem Benutzer eingerichtet ist. Dazu kann das mobile Gerät 150 beispielsweise einen Touchscreen oder andere Ein- oder Ausgabeeinrichtungen umfassen. Außerdem ist bevorzugt, dass das mobile Gerät 150 eine akustische Ausgabeeinrichtung aufweist, insbesondere einen Lautsprecher. Es ist bevorzugt, dass das mobile Gerät 150 ein Smartphone umfasst. Das mobile Gerät 150 kann über die Netzwerkkomponente 125 oder ein dediziertes Netzwerk, beispielsweise ein Mobilfunknetzwerk 155, auf das Netzwerk 130 zugreifen.

Um das System 100 aufzuspannen, ist es erforderlich eine Kommunikation zwischen dem Kommunikationsmodul 120 und dem Dienst 145 herzustellen. Das Herstellen erfolgt üblicherweise einmalig und eine einmal etablierte Verbindung kann im Folgenden beibehalten oder bei Bedarf neu aufgebaut werden. War das initiale Herstellen der Verbindung erfolgreich, so stellt das folgende Aufbauen der Verbindung üblicherweise kein Problem mehr dar.

Zum Herstellen einer Datenverbindung zwischen dem Kommunikationsmodul 120 und dem Dienst 145 werden dem Kommunikationsmodul 120 erste und zweite Zugangsdaten bereitgestellt. Die ersten Zugangsdaten sind erforderlich, um eine Datenverbindung mit der Netzwerkkomponente 125 herzustellen. Diese Daten können beispielsweise einen Netzwerknamen (service set identifier, SSID) und eine Authentifizierung, etwa nach BPA2, umfassen. Die zweiten Zugangsdaten können dazu verwendet werden, den Dienst 145 in Anspruch zu nehmen. Beispielsweise können die zweiten Zugangsdaten eine Netzadresse (Uniform Resource Locator, URL) des Diensts 145, einen Benutzernamen und/oder ein Passwort umfassen.

Die ersten und zweiten Zugangsdaten werden bevorzugt auf akustischem Weg, in Form einer Tonfolge an das Kommunikationsmodul 120 übermittelt. Dazu können die Zugangsdaten zuvor beispielsweise auf dem mobilen Gerät 150 entsprechend vorbereitet werden. Insbesondere können die ersten Zugangsdaten zum Zugriff auf die Netzwerkkomponente 125 manuell am mobilen Gerät 150 eingegeben werden. Teile der zweiten Zugangsdaten können durch das mobile Gerät 150 vom Dienst 145 angefordert werden. Bei dieser Anforderung sind unterschiedliche Personalisierungen oder Schutzfunktionen möglich, um sicherzustellen, dass letztlich eine personalisierte oder geschützte Verbindung zwischen dem Kommunikationsmodul 120 und dem Dienst 145 aufgebaut wird.

2 zeigt ein beispielhaftes Kommunikationsmodul 120 zum Einsatz an einem Haushaltsgerät 105. Das Kommunikationsmodul 120 umfasst eine Verarbeitungseinrichtung 205, eine drahtlose Datenschnittstelle 210 und eine akustische Eingabevorrichtung 215. Die Eingabevorrichtung 215 kann insbesondere als Mikrofon ausgebildet sein.

Es ist bevorzugt, dass zusätzlich wenigstens eine Sensoreinrichtung 220 vorgesehen ist, um einen Parameter eines zugeordneten Haushaltsgeräts 105 abzutasten, aus dem ein Betriebszustand des Haushaltsgeräts 105 bestimmt werden kann. In einer Ausführungsform ist eine der Sensoreinrichtungen 220 als Datenschnittstelle 210 ausgebildet, sodass der Betriebszustand unmittelbar beispielsweise von einer Steuereinrichtung des Haushaltsgeräts 105 bestimmt bzw. bezogen werden kann.

In einer anderen Ausführungsform ist das Kommunikationsmodul 120 mechanisch auf der Außenseite eines Gerätegehäuses des Haushaltsgeräts 105 angeordnet, sodass der Betriebszustand über Abtastungen von Emissionen von Komponenten des Haushaltsgeräts 105 bestimmt werden muss. Hierzu können unterschiedliche Sensoreinrichtungen 220 vorgesehen sein, beispielsweise ein Vibrationssensor, ein Beschleunigungssensor, ein Drehratensensor, ein Magnetfeldsensor, ein Temperatursensor, ein Infrarotsensor, ein VOC-Sensor (VOC: volatile organic compounds, flüchtige organische Verbindungen), ein Luftfeuchtesensor, ein Wassersensor oder eine Kamera.

Eine mechanische Befestigung des Kommunikationsmoduls 120 kann mittels eines Adapters 225 erfolgen, der insbesondere an der Außenseite eines Gerätegehäuses des Haushaltsgeräts 105 angebracht werden kann. In einer Ausführungsform sind am Kommunikationsmodul 120 keine Ein- oder Ausgabeeinrichtungen zur Interaktion mit einem Benutzer vorgesehen. In einer anderen Ausführungsform können eine zumindest einfache Eingabeeinrichtung wie ein Taster 230 oder eine zumindest einfache Ausgabeeinrichtung wie eine Leuchtdiode 235 vorgesehen sein.

Optional umfasst das Kommunikationsmodul 120 einen Speicher 240, beispielsweise zum Ablegen von Messwerten einer Sensoreinrichtung 215, 220 oder eines bestimmten Betriebszustands. Eine Energieversorgung des Kommunikationsmoduls 120 erfolgt bevorzugt mittels einer Batterie oder einem Akkumulator 245.

3 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 300 zum Einrichten einer Verbindung zwischen einem Kommunikationsmodul 120 wie dem von 2 und einem netzbasierten Dienst 145 wie dem von 1. Teile des Verfahrens 300 können auf dem Kommunikationsmodul 120 und insbesondere auf der Verarbeitungseinrichtung 205 ablaufen.

Vertikale, unterbrochene Linien repräsentieren das Kommunikationsmodul 120, die Netzwerkkomponente 125, den Dienst 145 und das mobile Gerät 150. Horizontal eingezeichnete Pfeile repräsentieren Nachrichten, die im Rahmen des Verfahrens 300 zwischen den Komponenten 120, 125, 145 und 105 ausgetauscht werden. Dabei sind Variationen zur dargestellten Abfolge und dem dargestellten Umfang möglich.

In einem optionalen Schritt 305 können erste Zugangsdaten zur Benutzung der Netzwerkkomponente 125, beispielsweise durch einen Benutzer, in das mobile Gerät 150 eingegeben oder anderweitig in diesem aggregiert werden. Optional können auch noch weitere Informationen eingegeben werden, die insbesondere das Kommunikationsmodul 120 oder das ihm zugeordnete Haushaltsgerät 105 betreffen. Beispielsweise kann eine Seriennummer des Kommunikationsmoduls 120 oder des Haushaltsgeräts 105, eine Typangabe des Haushaltsgeräts 105 oder ein anderer Hinweis auf das Haushaltsgerät 105 eingegeben werden. Zweite Zugangsberechtigungen, die zur Benutzung des Dienstes 145 verwendet werden können, können ebenfalls im Schritt 305 manuell eingegeben werden. Diese Informationen können beispielsweise frei verfügbar sein oder durch einen Benutzer vom Dienst 145 bezogen werden. Die Informationen können etwa eine Benutzerkennung und ein Passwort umfassen.

In einer anderen Ausführungsform werden die zweiten Zugangsdaten in einem Schritt 310 zumindest teilweise vom mobilen Gerät 150 beim Dienst 145 angefordert. Die Anforderung kann Informationen umfassen, die auf das verwendete Kommunikationsmodul 120, das Haushaltsgerät 105 oder einen Benutzer des Diensts hinweisen. Beispielsweise kann ein Benutzer beim Dienst 145 ein Profil erstellen, mit einem Benutzernamen und einem Passwort versehen, und ein Haushaltsgerät 105 logisch innerhalb des Diensts 145 anlegen. Der Dienst 145 kann in einem Schritt 315 mit Informationen antworten, die zumindest einen Teil der zweiten Zugangsdaten umfassen oder auf diese hinweisen. In einer Ausführungsform wird vom Dienst 145 an das mobile Gerät 150 ein Einmal-Passwort zurückübermittelt, das auf der Basis der im Schritt 310 in der Gegenrichtung übermittelten Informationen bestimmt sein kann.

In einem Schritt 320 werden die ersten und die zweiten Zugangsdaten vom mobilen Gerät 150 auf akustische, nicht-sprachliche Weise an das Kommunikationsmodul 120 übermittelt. Die Übermittlung kann insbesondere eine Tonfolge umfassen und jeder Ton kann aus mehreren Frequenzen kombiniert sein, wie dies etwa von der Tonwahl beim Telefon bekannt ist. Die Übermittlung kann durch zusätzliche Sicherheitscodes, Prüfsummen, einen Korrekturcode, einen Nachrichtenkopf oder ein Nachrichtenende erweitert sein. In einer Ausführungsform wird das Kommunikationsmodul 120 auf die Übertragung der Zugangsdaten vorbereitet, indem der Taster 230 gedrückt wird. Das Kommunikationsmodul 120 kann daraufhin die akustische Eingabevorrichtung 215 aktivieren und die akustisch übertragenen Informationen entgegennehmen.

In einem Schritt 325 verwendet das Kommunikationsmodul 120 die ersten Zugangsdaten zum Aufbauen einer Kommunikation mit der Netzwerkkomponente 125. In einem nachfolgenden Schritt 330 verwendet das Kommunikationsmodul 120 die zweiten Zugangsdaten, um den Dienst 145 zu verwenden, sich einzuloggen oder eine Kommunikation mit ihm aufzubauen. Entsprechende Daten werden über die nunmehr etablierte Verbindung mit der Netzwerkkomponente 125 und üblicherweise das Netzwerk 130 geleitet.

In einem optionalen Schritt 335 übermittelt der Dienst 145 eine Bestätigung an das mobile Gerät 150, sodass ein Benutzer des mobilen Geräts 150 weiß, dass eine Kommunikation zwischen dem Kommunikationsmodul 120 und dem Dienst 145 erfolgreich eingerichtet wurde. Unabhängig davon kann in einem Schritt 340 auch eine Bestätigung vom Dienst 145 an das Kommunikationsmodul 120 versandt werden. Das Eintreffen der Bestätigungsnachricht kann das Kommunikationsmodul 120 beispielsweise durch ein Einschalten oder Blinken der Leuchtdiode 235 nach außen anzeigen. Anschließend können in einem Schritt 345 das Kommunikationsmodul 120 und der Dienst 145 Daten miteinander austauschen. Diese Daten können insbesondere einen Betriebszustand des dem Kommunikationsmodul 120 zugeordneten Haushaltsgeräts 105 umfassen.

Die mit Bezug auf die Figuren gemachten Erläuterungen sind rein illustrativ und nicht beschränkend zu verstehen. An den beschriebenen Ausführungsformen können viele Änderungen vorgenommen werden, ohne den Schutzbereich der Erfindung, wie er in den beigefügten Ansprüchen festgelegt ist, zu verlassen.

Bezugszeichenliste

100
System
105
Haushaltsgerät
110
Kaffeemaschine
115
Waschmaschine
120
Kommunikationsmodul
125
Netzwerkkomponente
130
Netzwerk
135
zentrale Komponente
140
Datenspeicher
145
Dienst
150
mobiles Gerät
155
Mobilfunknetzwerk
205
Verarbeitungseinrichtung
210
drahtlose Datenschnittstelle
215
akustische Eingabevorrichtung
220
Sensoreinrichtung
225
Adapter
230
Taster
235
Leuchtdiode
240
Speicher
245
Akkumulator
300
Verfahren
305
Eingabe 1. Zugangsdaten, evtl. Gerätetyp ins mobile Gerät
310
Anforderung 2. Zugangsdaten vom Dienst durch das mobile Gerät
315
Übermitteln 2. Zugangsdaten an das mobile Gerät
320
Übermitteln 1. und 2. Zugangsdaten vom mobilen Gerät an das Kommunikationsmodul
325
Übermitteln 1. Zugangsdaten vom Kommunikationsmodul an die Netzwerkkomponente
330
Übermitteln 2. Zugangsdaten vom Kommunikationsmodul an den Dienst
335
Übermitteln Bestätigung von Dienst an mobiles Gerät
340
Übermitteln Bestätigung von Dienst an Kommunikationsmodul
345
Datenaustausch zwischen Kommunikationsmodul und Dienst

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • US 2006282649 A1 [0004]
  • US 2012184216 A1 [0005]
  • US 2015/0099470 A1 [0006]