Title:
Verschlussvorrichtung für einen Getriebeinnenraum
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die Erfindung betrifft eine Verschlussvorrichtung für einen Getriebeinnenraum, umfassend eine Kammer (1) in der eine Kameravorrichtung (2) angeordnet ist, wobei die Kammer (1) zumindest teilweise durch eine durchsichtige Linse (3) gebildet ist, und wobei zur Reinigung der Linse (3) ein Verschlusselement (4) mit der Linse (3) zusammenwirkt, wobei das Verschlusselement (4) dazu vorgesehen ist, zumindest während der Reinigung der Linse (3) einen hydraulisch dichten Zwischenraum (5) zwischen der Linse (3) und dem Verschlusselement (4) zu bilden, um den Zwischenraum (5) mit einem Reinigungsmittel zu spülen und dadurch die Linse (3) zu reinigen. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb der Verschlussvorrichtung sowie ein Getriebe mit der Verschlussvorrichtung.





Inventors:
Wolf, Daniel (88048, Friedrichshafen, DE)
Schaefer, Johannes (88069, Tettnang, DE)
Kurucz, Marton (88048, Friedrichshafen, DE)
Götz, Manuel (88213, Ravensburg, DE)
Tenckhoff, Georg (88048, Friedrichshafen, DE)
Bequé, Rik (Wingene, BE)
Fiszer, Alek (Sint-Katelijne-Waver, BE)
Geens, Luk (Lint, BE)
Application Number:
DE102016206807A
Publication Date:
10/26/2017
Filing Date:
04/21/2016
Assignee:
ZF FRIEDRICHSHAFEN AG, 88046 (DE)
ZF Wind Power Antwerpen N.V. (Lommel, BE)
International Classes:
G03B17/56
Domestic Patent References:
DE102014214480A1N/A2015-02-05
DE102007023480A1N/A2008-11-20
DE19651693C2N/A1999-09-30
DE4217559A1N/A1993-12-02
Foreign References:
EP26182112015-06-10
JP2000347282A2000-12-15
JP2011151516A2011-08-04
JPH10216049A1998-08-18
Attorney, Agent or Firm:
Bungert, Frederik, Dipl.-Inform. Dr.-Ing., 88326, Aulendorf, DE
Claims:
1. Verschlussvorrichtung für einen Getriebeinnenraum, umfassend eine Kammer (1) in der eine Kameravorrichtung (2) angeordnet ist, wobei die Kammer (1) zumindest teilweise durch eine durchsichtige Linse (3) gebildet ist, und wobei zur Reinigung der Linse (3) ein Verschlusselement (4) mit der Linse (3) zusammenwirkt, wobei das Verschlusselement (4) dazu vorgesehen ist, zumindest während der Reinigung der Linse (3) einen zumindest hydraulisch dichten Zwischenraum (5) zwischen der Linse (3) und dem Verschlusselement (4) zu bilden, um den Zwischenraum (5) mit einem Reinigungsmittel zu spülen und dadurch die Linse (3) zu reinigen.

2. Verschlussvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenraum (5) zumindest mit einer Pumpe (6) und einem Vorratsbehälter (7) verbunden ist.

3. Verschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Beleuchtungsvorrichtung (8) zur Beleuchtung des Getriebeinnenraums in der Kammer (1) angeordnet ist.

4. Verschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Linse (3) dazu vorgesehen ist, eine Schwingung auszuführen, um die Linse (3) mittels Vibrationen zu reinigen.

5. Verschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Linse (3) drehbar gelagert ist, um die Linse (3) mittels Zentrifugalkräften zu reinigen.

6. Verschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Druckluftschleier und/oder eine Beschichtung zur Verminderung von Verunreinigungen an der Linse (3) angeordnet ist.

7. Verschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Scheibenwischer (9) zur Reinigung der Linse (3) mit der Linse (3) zusammenwirkt.

8. Verschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Auswerteinrichtung (10) zur automatisierten Auswertung von Kameraaufnahmen mit der Kameravorrichtung (2) wirkverbunden ist.

9. Verschlussvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussvorrichtung im Wesentlichen halbkugelförmig oder zylinderförmig ausgebildet ist.

10. Verfahren zum Betrieb einer Verschlussvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (4) zur Reinigung der Linse (3) geschlossen wird, um einen hydraulisch dichten Zwischenraum (5) zwischen der Linse (3) und dem Verschlusselement (4) zu bilden, wobei der Zwischenraum (5) zur Reinigung der Linse (3) mit einem Reinigungsmittel gespült wird.

11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine mehrstufige Spülung zur Reinigung der Linse (3) durchgeführt wird, wobei zunächst verbrauchtes Reinigungsmittel und danach frisches Reinigungsmittel verwendet werden.

12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Reinigung der Linse (3) Druckluft durch den Zwischenraum (5) geleitet wird, um das Reinigungsmittel von der Linse (3) zu entfernen.

13. Getriebe, insbesondere für eine Windkraftanlage, umfassend eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10.

Description:

Die Erfindung betrifft eine Verschlussvorrichtung für einen Getriebeinnenraum, wobei die Verschlussvorrichtung eine Kammer umfasst, in der eine Kameravorrichtung angeordnet ist. Die Verschlussvorrichtung ist insbesondere in einem Getriebe einer Windkraftanlage verwendbar.

Bei Getrieben werden zur Zustandsüberwachung der Getriebeelemente Sensoren zur Messung unterschiedlicher Zustandsgrößen, wie beispielsweise Schwingungen, Temperaturen und Drehzahlen verwendet. Bei einem kritischen Signal der Sensoren kann eine Wartung des Getriebes oder eine Sichtung des Getriebeinnenraums zur Fehlersuche vorgesehen werden. Vorteilhafterweise ist im Getriebeinnenraum eine Kameravorrichtung zur Sichtung des Getriebeinnenraums angeordnet.

Aus der DE 10 2014 214 480 A1 geht ein Kamerasystem hervor, umfassend ein Objektiv, das konfiguriert ist, Licht auf einen Bildsensor zu lenken; einen Aktuator, der konfiguriert ist, das Objektiv in Schwingungen zu versetzen; einen Ladungsgenerator, der konfiguriert ist zum Aufladen einer Oberfläche des Objektivs; und einen Controller, der konfiguriert ist zum Bestimmen einer Änderung bei der Durchlässigkeit des Objektivs und selektiven Aktivieren des Aktuators mindestens teilweise auf der Basis der Änderung bei der Durchlässigkeit. Das Kamerasystem ist selbstreinigend ausgebildet.

Das Anwendungsgebiet der Erfindung erstreckt sich vornehmlich auf Getriebe für Windkraftanlagen, ist jedoch nicht nur auf diese Getriebe beschränkt. Vielmehr sind auch Getriebe für Fahrzeuge, insbesondere Kraftfahrzeuge und Nutzfahrzeuge, aber auch Getriebe für Schiffe oder Industrieanwendungen denkbar.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Verschlussvorrichtung zur Aufnahme einer Kamera in einem Getriebeinnenraum zu schaffen, die insbesondere eine Selbstreinigungsfunktion aufweist.

Die Aufgabe wird gelöst durch den Gegenstand von Patentanspruch 1. Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Die erfindungsgemäße Verschlussvorrichtung für einen Getriebeinnenraum umfasst eine Kammer in der eine Kameravorrichtung angeordnet ist, wobei die Kammer zumindest teilweise durch eine durchsichtige Linse gebildet ist, und wobei zur Reinigung der Linse ein Verschlusselement mit der Linse zusammenwirkt, wobei das Verschlusselement dazu vorgesehen ist, zumindest während der Reinigung der Linse einen hydraulisch dichten Zwischenraum zwischen der Linse und dem Verschlusselement zu bilden, um den Zwischenraum mit einem Reinigungsmittel zu spülen und dadurch die Linse zu reinigen. Mit anderen Worten ist die Verschlussvorrichtung dazu vorgesehen, zumindest die Kameravorrichtung in der Kammer aufzunehmen und vor der Atmosphäre, insbesondere vor Verunreinigung durch Getriebeöl zu schützen. Ferner umfasst die Kameravorrichtung mindestens eine Kamera, die vorzugsweise schwenkbar beziehungsweise drehbar in der Kammer angeordnet ist.

Foto- oder Videoaufnahmen können in regelmäßigen oder unregelmäßigen Zeitabständen bedarfsgesteuert erfolgen. Ferner ist auch eine kontinuierliche Videoaufnahme denkbar. Vorzugsweise wirkt die Kameravorrichtung mit mindestens einem Sensorelement zur Zustandsüberwachung eines Getriebeelements zusammen, wobei die Kameravorrichtung bei einem kritischen Signal des mindestens einen Sensorelements die Foto- oder Videoaufnahme startet. Mithin ist auch eine ereignisgesteuerte Foto- oder Videoaufnahme denkbar. Das mindestens eine Sensorelement ist beispielsweise dazu vorgesehen, Schwingungen, Temperaturen oder Drehmomente zu erfassen, jedoch ist das mindestens eine Sensorelement nicht nur auf diese Zustandsgrößen beschränkt. Des Weiteren kann mindestens ein Sensorelement dazu vorgesehen sein, eine Position eines Zahnrades zu bestimmen, wodurch jeweilige Zahnflanken jederzeit identifizierbar sind

Unter Schwingungen sind insbesondere Vibrationen aber auch akustische Schwingungen unterschiedlicher Frequenz und Amplitude zu verstehen. Unter einem kritischen Signal ist insbesondere die Abweichung einer Zustandsgröße von einem zu erwartenden Wert bzw. von einem zu erwartenden Wertebereich zu verstehen. Diese Abweichung kann unterschiedliche Ursachen haben. Ein Beispiel für eine solche Abweichung ist eine Schwingungsänderung durch wachsende Risse in Getriebebauteilen, wie Wellen. Die Ausgabe eines kritischen Signals weist somit auf eine Unstimmigkeit oder einen Fehler des zu überwachenden Getriebeelements hin. Bei der Ausgabe eines kritischen Signals können erforderliche Maßnahmen nach einer visuellen Prüfung mittels der Kameravorrichtung eingeleitet werden. Mit anderen Worten ermöglicht die Kameravorrichtung eine Sichtung des Getriebeinnenraums aus der Ferne.

Die Verschlussvorrichtung ist vorzugsweise derart im Getriebeinnenraum angeordnet, dass so viele Getriebeelemente, insbesondere Wellen, Zahnräder, Schaltelemente und Lageranordnungen, wie möglich aufnahmetechnisch von der Kameravorrichtung erfasst werden. Unter der durchsichtigen Linse ist eine optisch durchlässige Scheibe oder Einhausung zu verstehen, die eine Foto- oder Videoaufnahme vom Getriebeinnenraum mittels der Kameravorrichtung erlaubt. Insbesondere bildet die Linse zumindest teilweise die Kammer aus und trennt die Kammer somit vom Getriebeinneren. Das Verschlusselement ist nicht nur zum Schutz der Linse, sondern auch zum Ausbilden des hydraulisch dichten Zwischenraums vorgesehen. In einer Reinigungsposition der Verschlussvorrichtung ist das Verschlusselement derart um die Linse herum angeordnet, dass der Zwischenraum ausgebildet wird. Eine Foto- oder Videoaufnahme des Getriebeinnenraums ist in dieser Position des Verschlusselements nicht vorgesehen. Das Reinigungsmittel ist vorzugsweise ein hydraulisches Fluid und wird zum Spülen des Zwischenraums genutzt, um dadurch die Linse von Verunreinigung, insbesondere durch Getriebeöl, zu reinigen. Das Reinigungsmittel ist insbesondere dazu vorgesehen, Getriebeöl zu lösen. Vorzugsweise ist das Reinigungsmittel als Aceton ausgebildet.

Bevorzugt ist die Verschlussvorrichtung im Wesentlichen halbkugelförmig oder zylinderförmig ausgebildet. Insbesondere ist auch die Linse und/oder das Verschlusselement im Wesentlichen halbkugelförmig oder zylinderförmig ausgebildet. Unter im Wesentlichen halbkugelförmig ist insbesondere kugelsegmentförmig zu verstehen, wobei das Kugelsegment insbesondere zwischen 160° und 200° groß ist.

Vorzugsweise ist der Zwischenraum zumindest mit einer Pumpe und einem Vorratsbehälter verbunden. Die Pumpe und der Vorratsbehälter sind vorzugsweise hydraulisch ausgebildet und dazu vorgesehen, einen Reinigungsmittelfluss durch den Zwischenraum zu ermöglichen. Dazu fördert die Pumpe Reinigungsmittel aus dem Vorratsbehälter in den Zwischenraum. Ein Einlass und ein Auslass des Reinigungsmittels in den Zwischenraum sind über hydraulische Ventile insbesondere Schalt-, Rückschlag- und Verschlussventile realisierbar. Vorzugsweise wird im Vorratsbehälter frisches Reinigungsmittel und verbrauchtes Reinigungsmittel getrennt voneinander aufbewahrt. Unter frischem Reinigungsmittel ist insbesondere unbenutztes Reinigungsmittel oder zumindest verunreinigungsfreies Reinigungsmittel zu verstehen. Verbrauchtes Reinigungsmittel hingegen wurde mindestens ein Mal zur Reinigung der Linse verwendet und weist Verunreinigungen auf. Insbesondere sind in dem Teil des Vorratsbehälters, in dem verbrauchtes Reinigungsmittel angeordnet ist, ein Ölabscheider, ein Filter oder ein Verdampfer und ein Kondensator zum Verdampfen und Kondensieren des Reinigungsmittels angeordnet. Dadurch wird das Reinigungsmittel von Verschmutzungen, insbesondere dem Getriebeöl gereinigt. Durch die Reinigung des Reinigungsmittels kann das verbrauchte Reinigungsmittel wieder in frisches Reinigungsmittel umgewandelt werden.

Bevorzugt ist eine Beleuchtungsvorrichtung zur Beleuchtung des Getriebeinnenraums in der Kammer angeordnet. Die Beleuchtungsvorrichtung umfasst mindestens eine LED, vorzugsweise eine LED-Leiste oder ein LED-Kranz mit mehreren LEDs. Insbesondere kann die Beleuchtungsvorrichtung sowohl zum Erzeugen eines Blitzlichtes als auch zur dauerhaften Beleuchtung vorgesehen sein. Das Blitzlicht wird insbesondere zur kurzzeitigen Ausleuchtung des Getriebeinnenraums während einer Fotoaufnahme verwendet. Des Weiteren ist die Kameravorrichtung vorteilhafterweise zur Foto- oder Videoaufnahme in der Dunkelheit vorgesehen, und umfasst mindestens einen Infrarotsensor oder eine Nachtsichtkamera.

Vorzugsweise ist eine Auswerteinrichtung zur automatisierten Auswertung von Kameraaufnahmen mit der Kameravorrichtung wirkverbunden. Die Auswerteeinrichtung ist entweder über ein Kabel oder kabellos mit der Kameravorrichtung verbunden, um eine Datenübertragung zwischen der Kameravorrichtung und der Auswerteeinrichtung zu realisieren. Je nach Anwendung und Anordnung der Kameravorrichtung kann diese für eine permanente optische Überwachung und Kontrolle des Getriebeinnenraums vorgesehen sein oder nur in einem Fehlerfall aktiviert werden, um eine Inspektion aus der Ferne zu ermöglichen. Für eine Auswertung von Bildaufnahmen ist ein automatisierter Verarbeitungsprozess vorgesehen. Insbesondere sind für verschiedene Blickwinkel, wobei diese beliebig geometrisch abgestuft sein können, Bilder des Getriebeinnenraums im Neuzustand, gegebenenfalls unter verschiedenen Beleuchtungen und unterschiedlichen optischen Filtern abgespeichert. Eine Bildanalyse vergleicht, beispielsweise auf Pixel-Basis, blockweise, durch Korrelation oder Häufigkeitsanalyse im Inspektionsfall die Bildaufnahmen mit den hinterlegten Bildern im Neuzustand des Getriebes. Abweichungen werden dem Inspektionspersonal angezeigt und in einem Report zusammengefasst. Ferner sind erlaubte und bekannte Abweichungen, insbesondere Verfärbungen des Öls oder Veränderungen der Oberflächenrauigkeit genauso wie bekannte Fehlerbilder, insbesondere Risse und Brüche von Getriebeelementen, hinterlegt. Gleichzeitig oder sequenziell zum Abgleich mit den gespeicherten Bildern kann auch nach bekannten Fehlerbildern, zum Beispiel Schäden auf Funktionsflächen der Getriebeelemente, gesucht werden. Der Report setzt sich aus den gefundenen Auffälligkeiten und Fehlern sowie dazu hinterlegten Textblöcken zusammen. Insbesondere ermöglicht der Inspektionsprozess eine hochgradige Automatisierung der Überwachung des Getriebeinnenraums.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist zumindest die Linse dazu vorgesehen, eine Schwingung auszuführen, um die Linse mittels Vibrationen zu reinigen. Insbesondere sind die Schwingungen dazu vorgesehen, Verunreinigungen von der Linse abzuschütteln. Dazu wird vorzugsweise sowohl die Schwingungsamplitude als auch die Schwingungsfrequenz beliebig eingestellt und variiert.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist zumindest die Linse drehbar gelagert, um die Linse mittels Zentrifugalkräften zu reinigen. Insbesondere ist die gesamte Verschlussvorrichtung, oder zumindest die Kammer drehbar gelagert. Durch Rotation werden Verunreinigungen an der Linse entfernt. Vorzugsweise sind die Drehzahl sowie die Anzahl der Umdrehungen variabel einstellbar.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist ein Druckluftschleier und/oder eine Beschichtung zur Verminderung von Verunreinigungen an der Linse angeordnet. Mit anderen Worten weist die Linse vorzugsweise eine Antihaftbeschichtung oder zumindest eine Folie mit Antihaftwirkung, insbesondere für Getriebeöl, auf. Dadurch kann sich das Getriebeöl nicht auf der Linse festsetzen und perlt somit, vorzugsweise rückstandslos ab. Alternativ oder ergänzend ist ein Druckluftschleier an der Linse vorgesehen, wobei der Druckluftschleier in der Aufnahmeposition der Verschlussvorrichtung kontinuierlich in Betrieb ist, um die Linse vor Ölspritzern und anderen Verunreinigungen zu schützen. Unter einem Druckluftschleier ist eine Einhüllung der Linse mit Druckluft zu verstehen. Die Druckluft strömt insbesondere aus dazu vorgesehenen pneumatischen Ventilen, die in unmittelbarer Nähe der Linse angeordnet sind.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wirkt ein Scheibenwischer zur Reinigung der Linse mit der Linse zusammen. Der Scheibenwischer weist vorzugsweise eine Gummilippe auf, die zumindest teilweise an der Linse zur Anlage kommt, um das Öl von der Linse abzustreifen. Des Weiteren bevorzugt umfasst der Scheibenwischer ein saugfähiges Material, das insbesondere in Saugrichtung hinter der Gummilippe angeordnet ist, um die Linse nach dem Abstreifen gründlich zu reinigen und insbesondere Ölrückstände aufzunehmen. Das saugfähige Material umfasst beispielsweise ein textiles, filzartiges und/oder poröses Material, das ein Aufsaugen, insbesondere von Getriebeöl erlaubt. Vorzugsweise ist der Scheibenwischer magnetisch an der Linse gehalten sowie magnetisch betätigbar. Insbesondere ist der Betätigungsmechanismus des Scheibenwischers mit einer Schwenkvorrichtung der Kamera wirkverbunden. Dadurch kann eine zusätzliche Aktuatorik eingespart werden.

Des Weiteren bevorzugt wird das Verschlusselement in Abhängigkeit des Getriebeöls betrieben, wobei das Verschlusselement am Kreislauf des Getriebeöls angeschlossen ist. Bei einer Erhöhung des Öldrucks wird das Verschlusselement zur Abdeckung der Linse geschlossen und somit einer Verunreinigung der Linse vorgebeugt. Ferner kann das Verschlusselement auch eklektisch betätigbar sein.

Gemäß einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betrieb der zuvor genannten Verschlussvorrichtung wird das Verschlusselement zur Reinigung der Linse geschlossen, um einen hydraulisch dichten Zwischenraum zwischen der Linse und dem Verschlusselement zu bilden, wobei der Zwischenraum zur Reinigung der Linse mit einem Reinigungsmittel gespült wird. Mithin wird zur Reinigung der Linse die Reinigungsposition der Verschlussvorrichtung eingeleitet. Eine Reinigung der Linse kann somit nur in der Reinigungsposition erfolgen, da in der Aufnahmeposition das Verschlusselement geöffnet ist, um eine Aufnahme des Getriebeinnenraums zu ermöglichen, und somit kein Zwischenraum zwischen der Linse und dem Verschlusselement ausgebildet ist.

Vorzugsweise wird eine mehrstufige Spülung zur Reinigung der Linse durchgeführt, wobei zunächst verbrauchtes Reinigungsmittel und danach frisches Reinigungsmittel verwendet werden. Grobe Verunreinigungen werden somit von dem verbrauchten Reinigungsmittel beseitigt. Insbesondere wird bei einer mehrstufigen Spülung weniger frisches Reinigungsmittel zur Reinigung der Scheibe verwendet.

Ferner bevorzugt wird nach der Reinigung der Linse Druckluft durch den Zwischenraum geleitet, um das Reinigungsmittel von der Linse zu entfernen. Mit anderen Worten wird die Linse durch die Einleitung von Druckluft durch den Zwischenraum getrocknet. Insbesondere kann dazu die Druckluft erwärmt werden.

Im Folgenden werden zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der vier Zeichnung, in welcher gleiche oder ähnliche Elemente mit dem gleichen Bezugszeichen versehen sind, näher erläutert. Hierbei zeigt

1 eine vereinfachte schematische Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Verschlussvorrichtung gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel, wobei die Verschlussvorrichtung eine Aufnahmeposition aufweist,

2 eine vereinfachte schematische Schnittdarstellung der erfindungsgemäßen Verschlussvorrichtung gemäß 1, wobei die Verschlussvorrichtung eine Reinigungsposition aufweist,

3 eine vereinfachte schematische Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Verschlussvorrichtung gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel, wobei die Verschlussvorrichtung eine Aufnahmeposition aufweist, und

4 eine vereinfachte schematische Schnittdarstellung der erfindungsgemäßen Verschlussvorrichtung gemäß 3, wobei die Verschlussvorrichtung eine Reinigungsposition aufweist.

Gemäß den 1 und 2 umfasst eine erfindungsgemäße halbkugelförmige Verschlussvorrichtung für einen – hier nicht dargestellten – Getriebeinnenraum eine Kammer 1 in der eine Kameravorrichtung 2 schwenkbar angeordnet ist. Die Kammer 1 ist teilweise durch eine durchsichtige Linse 3 gebildet, wobei die Linse 3 drehfest an einem Basiselement 11 angeordnet ist. Das Basiselement 11 ist im Getriebeinnenraum an einem – hier nicht dargestellten – Gehäuse des Getriebes angeordnet. Ferner ist an dem Basiselement 11 ein Verschlusselement 4 zur Reinigung der Linse 3 angeordnet, wobei das Verschlusselement 4 dazu vorgesehen ist, zumindest während der Reinigung der Linse 3 einen hydraulisch dichten Zwischenraum 5 zwischen der Linse 3 und dem Verschlusselement 4 zu bilden. Der Zwischenraum 5 ist dazu vorgesehen, mit einem Reinigungsmittel gespült zu werden, um dadurch die Linse 3 zu reinigen. Dazu sind in dem Basiselement 11 eine Pumpe 6, ein Vorratsbehälter 7 sowie zwei Ventile 12 angeordnet und fluidtechnisch mit dem Zwischenraum 5 verbunden. Ferner ist eine Beleuchtungsvorrichtung 8 zur Beleuchtung des Getriebeinnenraums in der Kammer 1 angeordnet und mit der Kameravorrichtung 2 verbunden.

Die Linse 3 ist dazu vorgesehen, Schwingungen auszuführen, um die Linse 3 mittels Vibrationen zu reinigen. Ferner weist die Linse 3 eine Beschichtung zur Verminderung von Verunreinigungen auf. Insbesondere ist die Beschichtung als Antihaftbeschichtung ausgebildet und vermindert die Haftung, insbesondere von Getriebeöl an der Linse 3. Durch die Einleitung von Schwingungen in die Linse 3 werden Ölspritzer an der Linse 3 abgeschüttelt und dadurch die Linse 3 gereinigt.

Ferner weist die erfindungsgemäße Verschlussvorrichtung zur automatisierten Auswertung von Kameraaufnahmen eine Auswerteinrichtung 10 auf, die mit der Kameravorrichtung 2 kabellos verbunden ist.

Nach 1 weist die Verschlussvorrichtung eine Aufnahmeposition auf, wobei das Verschlusselement 4 geöffnet ist und die Kameravorrichtung 2 bereit zur Aufnahme des Getriebeinnenraums ist.

Gemäß 2 weist die Verschlussvorrichtung eine Reinigungsposition auf, wobei das Verschlusselement 4 geschlossen ist, um den hydraulisch dichten Zwischenraum 5 zwischen der Linse 3 und dem Verschlusselement 4 zu bilden. Der Zwischenraum 5 wird zur Reinigung der Linse 3 mit einem Reinigungsmittel gespült. Dazu wird mittels Pumpe 6 Reinigungsmittel aus dem Vorratsbehälter 7 in den Zwischenraum 5 gefördert. Das durch den Zwischenraum 5 strömende Reinigungsmittel reinigt die Linse 3. Nach der Reinigung der Linse 3 wird Druckluft durch den Zwischenraum 5 geleitet, um das Reinigungsmittel von der Linse 3 zu entfernen und dadurch die Linse 3 zu trocknen.

In den 3 und 4 ist die erfindungsgemäße Verschlussvorrichtung zylinderförmig ausgebildet. Die Verschlussvorrichtung weist eine zylinderförmige Kammer 1 auf, in der eine Kameravorrichtung 2 schwenkbar angeordnet ist. Die Kammer 1 ist teilweise durch eine durchsichtige Linse 3 gebildet, wobei die Linse 3 im Wesentlichen eine Mantelfläche der zylinderförmigen Kammer 1 ausbildet. Die Linse 3 ist axial zwischen zwei kreisförmigen Grundflächen 16 ausgebildet, wobei an der jeweiligen Grundfläche 16 umfangsseitig ein Dichtring 15 zur Abdichtung eines Zwischenraums 5 angeordnet ist. Die Linse 3 ist drehbar an den Grundflächen 16 gelagert, um die Reinigung der Linse 3 mittels Zentrifugalkräften zu realisieren. Ferner ist die Kammer 1 axial beweglich in einem dafür vorgesehenen Verschlusselement 4 angeordnet, wobei das Verschlusselement 4 am Gehäuse 12 eines – hier nicht dargestellten – Getriebes ausgebildet ist. Mithin ist die Kammer 1 in dem Verschlusselement 4 wie ein Kolben in einem Zylinder axial beweglich angeordnet.

Des Weiteren sind ein Druckluftschleier und eine Beschichtung zur Verminderung von Verunreinigungen an der Linse 3 angeordnet. Der Druckluftschleier wird mittels einer umlaufenden Düse 14 ausgebildet. Ferner kommt ein Scheibenwischer 9 zur Reinigung der Linse 3 an der Linse 3 zur Anlage, wobei der Scheibenwischer 9 von einem magnetischen Kraftfeld gehalten und betätigt wird. Dazu ist sowohl an der Kameravorrichtung 2 als auch am Scheibenwischer 9 ein jeweiliger Elektromagnet 17 angeordnet, wobei die beiden Elektromagnet 17 über das Kraftfeld miteinander wirkverbunden sind.

Das Verschlusselement 4 ist insbesondere zur Reinigung der Linse 3 vorgesehen, wobei das Verschlusselement 4 zumindest während der Reinigung der Linse 3 einen hydraulisch dichten Zwischenraum 5 zwischen der Linse 3 und dem Verschlusselement 4 bildet. Der Zwischenraum 5 ist dazu vorgesehen, mit einem Reinigungsmittel gespült zu werden, wobei dadurch die Linse 3 gereinigt wird. Dazu sind eine Pumpe 6, ein Vorratsbehälter 7 mit zwei Kammern 7a, 7b sowie zwei Ventile 12 angeordnet und fluidtechnisch mit dem Zwischenraum 5 verbunden. Zwischen den beiden Kammern 7a, 7b ist eine Filtervorrichtung 13 zur Reinigung des Reinigungsmittels angeordnet. Die Kameravorrichtung 2 ist als Nachtsichtkamera ausgebildet und ermöglich eine Bildaufnahme in der Dunkelheit ohne Lichtquelle.

Nach 3 weist die Verschlussvorrichtung eine Aufnahmeposition auf, wobei das Verschlusselement 4 eine ausgefahrene Position aufweist und die Kameravorrichtung 2 bereit zur Aufnahme des Getriebeinnenraums ist.

Gemäß 4 weist die Verschlussvorrichtung eine Reinigungsposition auf, wobei das Verschlusselement 4 eine eingefahrene Position aufweist, um den hydraulisch dichten Zwischenraum 5 zwischen der Linse 3 und dem Verschlusselement 4 zu bilden. Der Zwischenraum 5 wird zur Reinigung der Linse 3 mit einem Reinigungsmittel gespült. Dazu wird Reinigungsmittel aus dem Vorratsbehälter 7 in den Zwischenraum 5 gefördert. Das durch den Zwischenraum 5 strömende Reinigungsmittel reinigt die Linse 3. Nach der Reinigung der Linse 3 wird Druckluft durch den Zwischenraum 5 geleitet oder der Scheibenwischer 9 betätigt, um das Reinigungsmittel von der Linse 3 zu entfernen und dadurch die Linse 3 zu trocknen. Insbesondere wird eine zweistufige Spülung zur Reinigung der Linse 3 durchgeführt, wobei zunächst verbrauchtes Reinigungsmittel und danach frisches Reinigungsmittel zur Reinigung der Linse 3 verwendet werden.

Bezugszeichenliste

1
Kammer
2
Kameravorrichtung
3
Linse
4
Verschlusselement
5
Zwischenraum
6
Pumpe
7
Vorratsbehälter
7a, 7b
Kammer
8
Beleuchtungsvorrichtung
9
Scheibenwischer
10
Auswerteinrichtung
11
Basiselement
12
Ventil
13
Filtervorrichtung
14
Düse
15
Dichtring
16
Grundfläche
17
Elektromagnet
18
Gehäuse

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • DE 102014214480 A1 [0003]