Title:
Verfahren zum Herstellen einer Flachleitervorrichtung und Flachleitervorrichtung
Document Type and Number:
Kind Code:
A1

Abstract:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Flachleitervorrichtung (1), mit den Schritten: Bereitstellen einer elektrisch leitenden Flachleiterschiene (2); Bereitstellen eines ersten Isolationsmaterials (4), welches die Eigenschaft aufweist, eine nicht zerstörungsfrei lösbare Verbindung mit der Flachleiterschiene einzugehen; Bereitstellen eines zweiten Isolationsmaterials (5), welches die Eigenschaft aufweist, eine zerstörungsfrei lösbare Verbindung mit der Flachleiterschiene (2) einzugehen (also kein Stoffschluss, rückstandsfrei entfernbare Verbindung); Herstellen einer die Flachleiterschiene (2) zumindest teilweise umgebenden Isolierung (3), indem das erste Isolationsmaterial (4) und das zweite Isolationsmaterial (5) mittels eines Extrusionswerkzeugs in einem Co-Extrusionsverfahren derart auf die Flachleiterschiene (2) aufextrudiert werden, dass wenigstens eine Isolationsschicht aus dem ersten Isolationsmaterial (4) und eine Isolationsschicht aus dem zweiten Isolationsmaterial (5) unmittelbar auf jeweiligen Oberflächenbereichen der Flachleiterschiene (2) aufgebracht wird. Die Erfindung betrifft des Weiteren eine Flachleitervorrichtung (1) umfassend eine elektrisch leitende Flachleiterschiene (2) und eine die Flachleiterschiene (2) zumindest teilweise umgebende Isolierung (3). embedded image





Inventors:
Specht, Klaus, Dr. (84144, Geisenhausen, DE)
Wimmer, Wolfgang (94330, Salching, DE)
Application Number:
DE102016121948A
Publication Date:
05/17/2018
Filing Date:
11/15/2016
Assignee:
Lisa Dräxlmaier GmbH, 84137 (DE)
International Classes:
H01B13/14; B29C47/02; H01B7/02; H01B7/08; H01B7/38; H01B13/18
Domestic Patent References:
DE102014119720A1N/A2016-06-30
DE102014004430A1N/A2015-10-01
DE102014004431A1N/A2015-10-01
Foreign References:
200201173242002-08-29
Claims:
Verfahren zum Herstellen einer Flachleitervorrichtung (1), mit den Schritten:
- Bereitstellen einer elektrisch leitenden Flachleiterschiene (2);
- Bereitstellen eines ersten Isolationsmaterials (4), welches die Eigenschaft aufweist, eine nicht zerstörungsfrei lösbare Verbindung mit der Flachleiterschiene einzugehen;
- Bereitstellen eines zweiten Isolationsmaterials (5), welches die Eigenschaft aufweist, eine zerstörungsfrei lösbare Verbindung mit der Flachleiterschiene (2) einzugehen;
- Herstellen einer die Flachleiterschiene (2) zumindest teilweise umgebenden Isolierung (3), indem das erste Isolationsmaterial (4) und das zweite Isolationsmaterial (5) mittels eines Extrusionswerkzeugs in einem Co-Extrusionsverfahren derart auf die Flachleiterschiene (2) aufextrudiert werden, dass wenigstens eine Isolationsschicht aus dem ersten Isolationsmaterial (4) und eine Isolationsschicht aus dem zweiten Isolationsmaterial (5) unmittelbar auf jeweiligen Oberflächenbereichen der Flachleiterschiene (2) aufgebracht wird.

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Isolationsmaterial (4) die Eigenschaft aufweist, eine stoffschlüssige Verbindung mit der Flachleiterschiene (2) einzugehen.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierung (3) derart hergestellt wird, dass das erste Isolationsmaterial (4) und das zweite Isolationsmaterial (5) zumindest bereichsweise auf Stoß aneinander anliegen.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierung (3) derart hergestellt wird, dass das zweite Isolationsmaterial (5) das erste Isolationsmaterial (4) in einem Überlappungsbereich außenseitig überlappt.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der beiden Isolationsmaterialien (4, 5) einen aufschäumbaren Kunststoff umfasst.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Isolierung (3) derart hergestellt wird, dass die beiden Isolationsmaterialien (4, 5) zumindest bereichsweise eine kraftschlüssige oder formschlüssige Verbindung miteinander aufweisen.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Isolationsmaterialien (4, 5) die Eigenschaft aufweisen, eine stoffschlüssige Verbindung miteinander einzugehen.

Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als das erste Isolationsmaterial (4) ein Maleinsäureanhydrid-gepfropftes Polypropylen-Copolymer und als das zweite Isolationsmaterial (5) ein Polypropylen, Polypropylen-Copolymer oder ein thermoplastischer Elastomer verwendet wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Isolationsmaterialien (4, 5) die Eigenschaft aufweisen und die Isolierung (3) derart hergestellt wird, dass die beiden Isolationsmaterialien (4, 5) nach dem Herstellen der Isolierung (3) zumindest bereichsweise aneinander abgleiten können.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Herstellen der Isolierung (3) die Oberfläche der Flachleiterschiene (2) derart elektrochemisch, chemisch oder physikalisch behandelt wird, dass eine stoffschlüssige Verbindung zwischen dem ersten Isolationsmaterial (4) und der Flachleiterschiene (2) begünstigt wird.

Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der Flachleiterschiene (2) mittels einer anodischen Oxidation behandelt wird.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Herstellen der Isolierung (3) die Flachleiterschiene (2) derart erwärmt wird, dass während der Herstellung der Isolierung (3) eine stoffschlüssige Verbindung zwischen dem ersten Isolationsmaterial (4) und der Flachleiterschiene (2) begünstigt wird.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an wenigstens einem vorgegebenen Kontaktierungsbereich der Flachleiterschiene (2) ein Teil (7) der aus dem zweiten Isolationsmaterial (5) hergestellten Isolierung (3), welche unmittelbar an der Flachleiterschiene (2) angeordnet ist, entfernt und am freigelegten Kontaktierungsbereich (6) ein Kontaktierungselement in Form einer Schraublasche, einer Steckzunge, eines Schraubbolzens oder eines Litzenleiters angebracht wird.

Flachleitervorrichtung (1), umfassend eine elektrisch leitende Flachleiterschiene (2) und eine die Flachleiterschiene (2) zumindest teilweise umgebende Isolierung (3), welche eine Isolationsschicht aus einem ersten Isolationsmaterial (4), das eine nicht zerstörungsfrei lösbare Verbindung mit einem ersten Oberflächenbereich der Flachleiterschiene (2) bildet, und eine zweite Isolationsschicht aus einem zweiten Isolationsmaterial (5) aufweist, das eine zerstörungsfrei lösbare Verbindung mit einem zweiten Oberflächenbereich der Flachleiterschiene (2) bildet.

Description:

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Flachleitervorrichtung sowie eine Flachleitervorrichtung.

Der über sogenannte Massebolzen eingeleitete elektrische Masserückstrom in Kraftfahrzeugen folgt immer dem Weg des geringsten elektrischen Widerstandes. Durch die Verwendung unterschiedlicher Karosseriematerialien und Verbindungstechniken, wie zum Beispiel Kleben, Nieten, Schweißen und dergleichen wird ein undefinierter bzw. ungerichteter elektrischer Masserückstrom von elektrischen Verbrauchern zur Batterie begünstigt. Dieser ungerichtete elektrische Masserückstrom baut ein elektromagnetisches Feld auf, welches Fahrzeuginsassen und die Bordelektronik schädigen bzw. auf unerwünschte Weise beeinflussen kann.

Durch die vermehrte Anwendung unterschiedlicher Materialkombinationen bei Fahrzeugkarosserien bis hin zur kompletten CFK-Karosserie, beispielsweise bei sogenannten Monocoques, wird zukünftig die elektrische Masserückführung stark beeinträchtigt bzw. unfunktionell. Um dieses Problem zu beheben, könnte die elektrische Masserückführung beispielsweise durch den Einsatz von mehr Litzenleitern erfolgen, was allerdings eine Gewichtserhöhung des Bordnetzes bzw. des Kabelbaumes mit sich ziehen würde.

Durch die Anwendung von sogenannten Flachleitern, vorzugsweise aus Aluminium, können der Einbauraum und das Leitergewicht stark reduziert werden. Derartige Flachleiter werden beispielsweise entlang einer Bodengruppenkontur von einem hinteren Bereich bis zu einem Motorraum verlegt. Eine mehrlagige Flachleiterstruktur als zentrale elektrische Versorgung und Masserückführung eliminiert das Ausbilden eines elektromagnetischen Feldes unabhängig von den eingesetzten Karosseriewerkstoffen. Durch eine derartige Flachleiteranordnung in einem Fahrzeug wird ebenfalls eine verbesserte Bordnetzstabilität erreicht.

Um eine effektive gegenseitige Auslöschung von elektromagnetischen Feldern von zwei benachbarten Flachleiterschienen, welche beispielsweise zur Stromversorgung und zur elektrischen Masserückführung dienen, zu ermöglichen, ist eine möglichst nahe und flächige Positionierung der beiden Flachleiterschienen erforderlich. Im Gegensatz zu den derzeit üblicherweise eingesetzten Flachleiterversorgungsleitungen (B+-Leitungen), die hauptsächlich im Unterbodenbereich und neuerdings teilweise auch im Interieurbereich ohne eine zweite, masserückführende Schiene meist aus relativ starken PVC-Isolationsschichtstärken von über 2,5 mm eingesetzt werden, benötigen die besagten mehrschichtigen Flachleiterschienen geringere Isolationswandstärken.

Aufgrund einer wesentlich einfacheren und kostengünstigeren Abisolierbarkeit werden auf derartigen Flachleiterschienen häufig nicht anhaftende Isolationsmaterialien verwendet. Diese weisen jedoch meist innere Spannungen auf, die einen Materialschrumpf bzw. eine Schwindung von über 60 mm bei 3000 mm Bauteillänge aufweisen können. Auch quer zur Haupterstreckungsrichtung können so hohe Spannungen entstehen, dass bei Temperaturwechseltests oder Temperaturschocktests die eingesetzten Isolationsmaterialien reißen können. Aufgrund von Relativbewegungen zwischen den Flachleiterschienen und den die Flachleiterschienen ummantelnden Isolationswerkstoffen kann es durch Temperaturwechsel-Längenveränderungen zu Schnitteffekten und damit zu Isolationsmaterialbrüchen kommen.

Eine stoffschlüssige Verbindung zwischen Isolationsmaterial und Flachleiterschiene würde den Materialschrumpf eliminieren und eine optimale Temperaturwechselbeständigkeit der aus der Isolierung und der Flachleiterschiene gebildeten Flachleitervorrichtung bewirken. Jedoch würde ein wesentlich aufwendigeres und teureres Abisolierungsverfahren benötigt werden, um die stoffschlüssig anhaftende Isolation von der Flachleiterschiene wieder zu lösen. Zum Beispiel könnte die Isolation durch Abfräsen von der metallischen Flachleiterschiene entfernt werden, was jedoch eine Spanbildung hervorrufen könnte. Um einen Kurzschluss durch verbleibende Metallspäne zu vermeiden, wäre ein ziemlich aufwendiges Reinigungsverfahren nach der Abisolierung erforderlich. Bei einem flächigen Ablasern der Isolation kann eine thermische Veränderung der Metalloberfläche der Flachleiterschiene entstehen und zudem können undefinierte Degradationsreste der Isolationsschicht unerwünschte Wechselwirkungen verursachen, z.B. beim nachfolgenden Anschweißen von Kontaktelementen an die Flachleiterschiene.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine besonders stabile Verbindung zwischen einer Isolierung und einer Flachleiterschiene sowie gleichzeitig eine besonders einfache lokale Abisolierbarkeit der Isolierung zu ermöglichen.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Herstellen einer Flachleitervorrichtung sowie durch eine Flachleitervorrichtung mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen und nicht trivialen Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen einer Flachleitervorrichtung wird eine elektrisch leitende Flachleiterschiene bereitgestellt. Bei der Flachleiterschiene handelt es sich vorzugsweise um eine bandförmige Schiene aus einem stromleitenden Material. Die Abmaße der Flachleiterschiene in Breitenrichtung und Längenrichtung sind dabei groß im Verhältnis zur Dicke, also der Höhe, der Flachleiterschiene. Vorzugsweise weist die Flachleiterschienen einen rechteckigen Querschnitt auf. Andere Querschnittsformen sind grundsätzlich ebenfalls möglich, sodass beispielsweise runde Querschnitte, ovale Querschnitte, T-förmige Querschnitte und dergleichen ebenfalls möglich sind.

Im Zuge des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein erstes Isolationsmaterial bereitgestellt, welches die Eigenschaft aufweist, eine nicht zerstörungsfrei lösbare Verbindung mit der Flachleiterschiene einzugehen. Des Weiteren wird ein zweites Isolationsmaterial bereitgestellt, welches die Eigenschaft aufweist, eine zerstörungsfrei lösbare Verbindung mit der Flachleiterschiene einzugehen. Es wird eine die Flachleiterschiene zumindest teilweise umgebende Isolierung hergestellt, indem das erste Isolationsmaterial und das zweite Isolationsmaterial mittels eines Extrusionswerkzeugs in einem Co-Extrusionsverfahren derart auf die Flachleiterschiene aufextrudiert werden, dass wenigstens eine Isolationsschicht aus dem ersten Isolationsmaterial und eine Isolationsschicht aus dem zweiten Isolationsmaterial unmittelbar auf jeweiligen Oberflächenbereichen der Flachleiterschiene aufgebracht wird.

Die erfindungsgemäße Lösung besteht also darin, durch Nutzung der Co-Extrusionstechnik, das heißt der Extrusion mit zumindest zwei oder auch mehreren unterschiedlichen Isolationsmaterialien, einerseits eine nicht zerstörungsfrei lösbare Verbindung zwischen einem Isolationsbereich und der als Flachleiterkern der Flachleitervorrichtung dienenden Flachleiterschiene und andererseits einen zumindest im Wesentlichen nicht anhaftenden Isolationsbereich herzustellen. Vorzugsweise weist das erste Isolationsmaterial dabei die Eigenschaft auf, eine stoffschlüssige Verbindung mit der Flachleiterschiene einzugehen, wobei das zweite Isolationsmaterial vorzugsweise die Eigenschaft aufweist, nicht an der Flachleiterschiene anzuhaften. Das zweite Isolationsmaterial bildet also gerade während des Extrusionsverfahrens keinen Stoffschluss mit der Flachleiterschiene aus, sodass das zweite Isolationsmaterial besonders einfach wieder rückstandsfrei von der Flachleiterschiene nach der Extrusion entfernt werden kann.

Unter den Isolationsmaterialien sind Materialien zu verstehen, die nur eine extrem geringe und somit bedeutungslose elektrische Leitfähigkeit besitzen und deshalb hauptsächlich aus einem geeigneten Isolierstoff bestehen.

Der stoffschlüssig anhaftende Bereich der Isolierung, also der Teil der Isolierung, welcher das erste Isolationsmaterial umfasst, sorgt für eine Maßhaltigkeit der elektrischen Isolierung und damit für eine Eliminierung von inneren Spannungen der Isolierung sowie für eine Eliminierung von Materialschrumpf bei der hergestellten Isolierung. Hierdurch können Längenänderungen bzw. Längenunterschiede der Isolierung und der Flachleiterschiene in Haupterstreckungsrichtung und quer zur Haupterstreckungsrichtung der Flachleitervorrichtung abgefangen werden. Auch Streckungen und Stauchungen des Isolationsmaterials bei einer Umformung der Flachleitervorrichtung können durch eine stoffschlüssige Verbindung der Isolation mit der Flachleiterschiene vermieden werden.

Der nicht anhaftende Teil der Isolierung, welcher das zweite Isolationsmaterial umfasst, bewirkt eine vereinfachte Abisolierbarkeit der Flachleiterschiene, da lediglich ein mechanischer Schnitt oder ein Laserschnitt mit einem nachfolgenden Abzug der Isolation benötigt werden. Eine Abisolierung ist zum Beispiel in den Bereichen der Flachleitervorrichtung erforderlich, wo später eine elektrische Kontaktierung von Kontaktelementen oder Leitern an der Flachleiterschiene erfolgen soll.

Bei der Co-Extrusion oder auch Mehrschichtextrusion handelt es sich um ein Verfahren zur Erzeugung von Extrudaten, die aus mehreren Schichten artgleicher oder artfremder Kunststoffe bestehen. Im Gegensatz zu einer nasschemischen Beaufschlagung durch eine selektive Primerung der stoffschlüssig anhaftenden Bereiche oder durch Maskierung der anhaftenden Bereiche bei selbsthaftenden Kunststoffen oder Isolationswerkstoffen im Allgemeinen ist beim Co-Extrusionsverfahren lediglich das Extrudieren von mehreren Isolationsmaterialien parallel bzw. gleichzeitig erforderlich. Die Extrusionsverfahrens- und -materialkosten fallen im Gegensatz zu Kostentreibern, wie beispielsweise das Anschweißen von Kontaktelementen an der Flachleiterschiene, die Materialkosten von Kontaktelementen oder die Materialkosten der Flachleiterschiene kaum ins Gewicht. Hierdurch ergibt sich eine relativ geringe Preissteigerung bei dem erfindungsgemäßen Herstellverfahren für die Flachleitervorrichtung im Gegensatz zu konventionellen Herstellverfahren.

Zusätzlich zur elektrischen Isolation der Flachleiterschiene können im Zuge der Co-Extrusion beispielsweise auch Stege, Abstandshalter, Halteelemente, Führungen, kontinuierliche Schnapphaken, Positionierhilfen oder Streifen zur Fixierung der Flachleitervorrichtung in einem Fahrzeug mitextrudiert werden. Durch die Co-Extrusionstechnik können je nach Funktionsanforderungen die jeweils entsprechend am besten geeigneten Isolationsmaterialien eingesetzt werden. Die Extrusionsreihenfolge der verwendeten Isolationsmaterialien kann dabei im Wesentlichen beliebig gewählt werden. Je nach Einsatzgebiet der Flachleitervorrichtung und Randbedingungen können die vorzugsweise stoffschlüssig anhaftenden Bereiche der Isolierung auch nichtsymmetrisch auf der Flachleiterschiene aufextrudiert werden. Dabei ist es beispielsweise auch möglich, dass eine die Flachleiterschiene ummantelnde nichtanhaftende Schicht aus dem zweiten Isolationsmaterial für eine durchgängige elektrische Isolation der Flachleiterschiene sorgt.

Gemäß einem weiteren unabhängigen Aspekt der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass statt der Co-Extrusion mittels eines einzigen Extrusionswerkzeugs die Isolierung auch mit zwei oder mehr Extrusionswerkzeugen aufgetragen wird. Beispielsweise kann zunächst das erste Isolationsmaterial zur Bildung eines Teils der Isolierung auf die Flachleiterschiene aufextrudiert werden, wobei danach mittels eines zweiten Extrusionswerkzeugs das zweite Isolationsmaterial auf die Flachleiterschiene aufextrudiert wird. Unabhängig davon, ob ein Co-Extrusionsverfahren mittels eines einzigen Extrusionswerkzeugs oder eine sequentielle Aufextrudierung der zumindest zwei besagten Isolationsmaterialien auf die Flachleiterschiene erfolgt, erfolgt durch die beschriebene Materialpaarung eine technisch optimal ausgelegte und vergleichsweise kostengünstige Isolierung der Flachleiterschiene. Auch die Sicherheit der Flachleitervorrichtung kann durch eine gut gewählte Werkstoffkombination im Hinblick auf die Isolationsmaterialien erhöht werden, indem ein möglicher Materialriss der Isolierung durch die Kombination zweier nichtanhaftender Kunststoffe oder durch eine Hart-Weich-Kombination gestoppt werden kann.

Aufgrund der Herstellung der Isolierung aus dem ersten Isolationsmaterial und dem zweiten Isolationsmaterial kann die Schichtstärke im Gegensatz zu einer einkomponentigen Extrusion der Isolierung sogar geringer gewählt werden. Als Isolationsmaterialien können grundsätzlich alle Thermoplaste oder thermoplastischen Elastomere mit ausreichend elektrischer Isolationseigenschaft und Flexibilität verwendet werden. Insbesondere sind Polyolefine (PP-Copolymere, PE, etc.), Polyamide (PA12, etc), PVC, TPE oder vernetzendes PE einsetzbar. Als erste stoffschlüssig anhaftende Komponente kann auch ein vernetzender, duroplastischer Werkstoff eingesetzt werden.

Gemäß einem weiteren unabhängigen Aspekt der Erfindung ist es vorgesehen, dass die zweite nicht anhaftende Isolationsschicht hergestellt wird, indem die mit der ersten, stoffschlüssig anhaftenden Isolationsschicht versehene Flachleiterschiene in ein Spritzgießwerkzeug eingelegt und anschließend die zweite Isolationsschicht außenseitig auf die Flachleiterschiene und in Teilbereichen auf die erste Isolationsschicht bzw. erste Komponente angespritzt wird. Durch Spritzguss ist es ebenfalls möglich, die Flachleiterschiene, sofern denn erforderlich, vollständig mit der zweiten Isolationsschicht zu ummanteln. Spritzguss ist dabei ebenfalls wie die Extrusion besonders gut bei hohen Stückzahlen dazu geeignet, kostengünstig und prozesssicher beide Isolationsschichten bzw. Komponenten an der Flachleiterschiene herzustellen.

Als Isolationsschichtstärken bzw. Wandstärken der Isolierung sind je nach Materialzusammensetzung und Verarbeitungstechnik 0,15 bis 4,0 mm, bevorzugt 0,3 bis 1,5 mm, ausreichend. Eigene Messungen an 60 x 1 mm Aluminiumwalzbändern mit nur 0,3 mm PP-Isolation mit Überständen an den Schmalseiten der Flachleiterschiene weisen eine gemessene Durchschlagsfestigkeit von 16 kV auf. Somit können die mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten Flachleitervorrichtungen nicht nur im 12 V- und 48 V-Bereich sondern auch im Hochvoltbereich eingesetzt werden.

Vorzugsweise wird aufgrund von Leichtbaugründen die Flachleiterschiene aus Aluminium hergestellt. Als Aluminiummaterial können alle üblichen Strangpressmaterialien oder Walzbänder mit einer Reinheit von mindestens 99,5 % oder höher eingesetzt werden. Hierdurch wird eine ausreichende elektrische Leitfähigkeit bei einstellbarer Materialhärte bzw. -festigkeit gewährleistet. Bei einer Herstellung der Flachleiterschiene aus Aluminium ist eine Stärke von 0,5 bis 5,0 mm, vorzugsweise von 1,0 bis 3,0 mm besonders vorteilhaft. Die Breite der Flachleiterschiene kann dabei von 5 bis 60 mm, vorzugsweise von 15 bis 60 mm reichen.

Die Schichtstärke der Isolation kann weiterhin die Aufgabe haben, eine Wölbung, verursacht durch einen Schnittprozess der Flachleiterschiene quer zur Haupterstreckungsrichtung, auszugleichen und eine ausreichende elektrische Durchschlagsfestigkeit zu gewährleisten. Auch eine außermittige Lage der Flachleiterschiene während des Extrusionsprozesses bzw. während der Herstellung der Isolierung kann hierdurch mit einer ausgleichenden Isolationsschichtstärke oder -geometrie abgefangen werden.

Je nach geforderten Funktionen und konstruktiven Maßnahmen können auch mehr als zwei unterschiedliche Isolationsmaterialien für die Herstellung der Flachleitervorrichtung, also während der Aufextrudierung, eingesetzt werden. Des Weiteren können sich bei mehrschichtigen Flachleiterschienen die verwendeten Kunststoffe je Flachleiterschiene ebenfalls voneinander unterschieden.

Aufgrund des bereits erwähnten Leichtbaugedankens wird vorzugsweise Aluminium als stromleitendes Kernmaterial für die Flachleiterschiene eingesetzt. Jedoch können auch andere gängige elektrisch leitende Materialien, wie zum Beispiel Kupfer oder Messing, anstelle von Aluminium für die Herstellung der Flachleiterschiene verwendet werden. Die Flachleiterschiene kann dabei unterschiedlichste Breiten- zu Höhenverhältnisse und unterschiedlichste Querschnittsgeometrien bzw. Profilformen aufweisen. Bei der Flachleiterschiene kann es sich um Walzblech, Walzbänder, Strangpressprofile, Knet- oder Gießmaterialien oder auch um eine Folie handeln. Insbesondere ist die Flachleitervorrichtung für den Einsatz in Kraftfahrzeugen geeignet, kann jedoch auch außerhalb von automobilen Anwendungen eingesetzt werden.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann also eine Flachleitervorrichtung, welche eine Flachleiterschiene und eine diese zumindest teilweise umgebende Isolierung umfasst, bereitgestellt werden, welche besonders stabile Langzeiteigenschaften aufweist. Diese stabilen Langzeiteigenschaften werden durch die teilweise sehr stark anhaftende Isolierung und die gar nicht oder kaum anhaftende Isolierung realisiert, indem zumindest die zwei besagten unterschiedlichen Isolationsmaterialien zur Isolierung verwendet werden. Insbesondere bei einer stoffschlüssigen Verbindung der Isolation, welche aus dem ersten Isolationsmaterial besteht, kann der Schrumpf der Isolierung reduziert und die Temperaturwechselfestigkeit erhöht werden. Gleichzeitig kann die Flachleiterschiene besonders einfach und kostengünstig an den Stellen abisoliert werden, an welchen die Isolierung aus dem zweiten Isolationsmaterial hergestellt worden ist, welche kaum oder gar nicht an der Flachleiterschiene anhaftet. Die Flachleiterschiene kann also besonders sauber, also vollständig, von der hergestellten Isolierung lokal befreit werden, zum Beispiel um elektrische Kontaktelemente anschweißen zu können, wobei gleichzeitig in den übrigen Bereichen eine stoffschlüssige bzw. mediendichte Verbindung der Isolierung mit der Flachleiterschiene realisiert werden kann.

Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens kann also eine Flachleitervorrichtung auch in Form eines Halbzeugs hergestellt werden, welche beispielsweise regelmäßig aufgebrachte nicht anhaftende Isolationsbereiche für eine bedarfsgerechte Entfernbarkeit der Isolierung aufweist. Es sind keine zusätzlichen Haftvermittlerauftragstechnologien, beispielsweise in Form von Primer, Tinte, Paste oder dergleichen erforderlich, um die stark an der Flachleiterschiene anhaftenden Isolationsbereich realisieren zu können.

Mittels der erfindungsgemäß hergestellten Flachleitervorrichtung wird eine besonders gute elektrische Masserückführung insbesondere in Fahrzeugen mit schlecht oder nicht leitenden Karosserien, zum Beispiel aus kohlefaserverstärkten Kunststoffen, ermöglicht. Beim Einsatz der erfindungsgemäß hergestellten Flachleitervorrichtung kann eine Verbesserung der elektromagnetischen Verträglichkeit ohne eine zusätzliche Schirmung erzielt werden. Darüber hinaus kann mittels der erfindungsgemäß hergestellten Flachleitervorrichtung eine konventionelle Kabelbaummontage mit flexiblen Versorgungsleitungen erfolgen, ohne externe B+-Leitungen mit Karosseriedurchbrüchen und Abdichtungssystemen vorsehen zu müssen. Die erfindungsgemäß hergestellte Flachleitervorrichtung kann an jeder Stelle kontaktiert werden, ist also „multidrop-fähig“. Insbesondere wenn Aluminium als Material für die Flachleiterschiene verwendet wird, lässt sich ein besonders hoher Leichtbaugrad bei der Flachleitervorrichtung erzielen. Darüber hinaus weist die erfindungsgemäß hergestellte Flachleitervorrichtung eine reduzierte Einbauhöhe im Vergleich zu Masserundleitern auf. Ferner weist die erfindungsgemäß hergestellte Flachleitervorrichtung eine höhere Stromtragfähigkeit als Litzenleiter mit gleicher Querschnittsfläche auf. Falls die erfindungsgemäß hergestellte Flachleitervorrichtung zur Herstellung von Mehrschichtflachleiterstrukturen verwendet wird, ist dann insbesondere eine erhöhte Bordnetzstabilität und Eliminierung von elektromagnetischen Feldern möglich. Ferner ist mittels der erfindungsgemäß hergestellten Flachleitervorrichtung eine Entkopplung von einer Starter-Generator-Batterieschiene und einer Fahrzeuginnenraum-Versorgungsschiene realisierbar.

Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Isolierung derart hergestellt wird, dass das erste Isolationsmaterial und das zweite Isolationsmaterial zumindest bereichsweise auf Stoß aneinander anliegen. Dadurch kann eine besonders dünne Isolierung hergestellt werden, insbesondere, wenn sich die beiden Isolationsmaterialien überhaupt nicht überlappen. Sich teilweise überlappende Bereiche, neben den auf Stoß anliegenden Bereichen sind ebenfalls möglich.

Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Isolierung derart hergestellt wird, dass das zweite Isolationsmaterial das erste Isolationsmaterial in einem Überlappungsbereich außenseitig überlappt. Das erste Isolationsmaterial haftet also in dem Überlappungsbereich direkt an der Flachleiterschiene an, wobei das zweite Isolationsmaterial in dem Überlappungsbereich an der Seite des ersten Isolationsmaterials angeordnet ist, welche von der Flachleiterschiene abgewandt ist. In dem Fall kann besonders zuverlässig sichergestellt werden, dass die Flachleiterschiene eine durchgängige und somit lückenlose Isolierung aufweist.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen, dass wenigstens eines der beiden Isolationsmaterialien einen aufschäumbaren Kunststoff umfasst. Dadurch kann eine erhöhte Wandstärke der Isolierung und gleichzeitig ein verbesserter Vibrationsschutz der Flachleitervorrichtung realisiert werden. Durch den aufschäumbaren Kunststoff kann zudem eine erhöhte Flexibilität im Hinblick auf die erzielbare Geometrie der Isolierung erzielt werden.

Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Isolierung derart hergestellt wird, dass die beiden Isolationsmaterialien zumindest bereichsweise eine formschlüssige oder kraftschlüssige Verbindung miteinander aufweisen. Durch die gewählte Geometrie beim Aufextrudieren des ersten und zweiten Isolationsmaterials kann eine kraftschlüssige und/oder formschlüssige Verbindung zwischen den beiden Isolationsmaterialien bei der hergestellten Isolation realisiert werden. Das zweite Isolationsmaterial, kann obwohl es nicht oder kaum an der Flachleiterschiene anhaftet, durch den besagten Kraftschluss und/oder Formschluss mit dem ersten Isolationsmaterial dennoch zuverlässig fixiert werden.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass die beiden Isolationsmaterialien die Eigenschaft aufweisen, eine stoffschlüssige Verbindung miteinander einzugehen. Obwohl das zweite Isolationsmaterial kaum oder gar nicht an der Flachleiterschiene anhaftet, kann dadurch eine zuverlässige Anhaftung der gesamten Isolierung sichergestellt werden, da die beiden Isolationsmaterialien während der Co-Extrusion eine stoffschlüssige Verbindung miteinander eingehen und somit fest aneinander haften.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen, dass als das erste Isolationsmaterial ein Maleinsäureanhydrid-gepfropftes Polypropylen Copolymer und als das zweite Isolationsmaterial ein Polypropylen (PP) bzw. PP-Copolymer oder ein thermoplastischer Elastomer verwendet wird. Das Polypropylen, PP-Copolymer oder der thermoplastische Elastomer haftet kaum oder gar nicht an der Flachleiterschiene an, geht jedoch eine physikalische und ggf. chemische Verbindung mit dem Maleinsäureanhydridgepfropften Polypropylen Copolymer ein. Dadurch kann eine stoffschlüssige Verbindung zwischen den beiden Isolationsmaterialien erfolgen. Dies wiederum führt dazu, dass beide Isolationsmaterialien fest aneinander fixiert werden.

Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die beiden Isolationsmaterialien die Eigenschaft aufweisen und die Isolierung derart hergestellt wird, dass die beiden Isolationsmaterialien nach dem Herstellen der Isolierung zumindest bereichsweise aneinander abgleiten können. Dadurch ergibt sich eine besonders hohe Flexibilität bei der Verformung der Flachleiterschiene. In dem Fall ist es also vorzugsweise vorgesehen, dass die beiden Isolationsmaterialien gerade keine stoffschlüssige Verbindung während der Extrusion miteinander eingehen. Dies kann insbesondere dann vorteilhaft sein, wenn absehbar ist, dass die Flachleiterschiene während ihrer Verwendung großen mechanischen Verformungen unterliegt. Dadurch, dass die beiden Isolationsmaterialien nach der Herstellung der Isolierung aneinander abgleiten können, reißt die Isolierung bei starken Verformungen der Flachleiterschiene und somit bei starken Verformungen der Flachleitervorrichtung nicht ein.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist es vorgesehen, dass vor dem Herstellen der Isolierung die Oberfläche der Flachleiterschiene derart elektrochemisch, chemisch oder physikalisch behandelt wird, dass eine stoffschlüssige Verbindung zwischen dem ersten Isolationsmaterial und der Flachleiterschiene begünstigt wird. Vorzugsweise wird die Oberfläche der Flachleiterschiene mittels einer anodischen Oxidation, beispielsweise mittels eines Eloxalverfahrens, behandelt. Insbesondere durch die elektrochemische Behandlung der Oberfläche der Flachleiterschiene kann die stoffschlüssige Verbindung zwischen dem ersten Isolationsmaterial und der Flachleiterschiene begünstigt werden. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft und teilweise auch erforderlich, falls das erste Isolationsmaterial aus einem Thermoplast und die Flachleiterschiene aus Aluminium hergestellt werden. Denn Thermoplasten und Aluminium können üblicherweise nicht stoffschlüssig miteinander verbunden werden. Um dies dennoch zu ermöglichen, wird vorzugsweise eine elektrochemische Oberflächenbehandlung der Flachleiterschiene vorgenommen.

Des Weiteren kann es vorgesehen sein, dass vor dem Herstellen der Isolierung die Flachleiterschiene derart erwärmt wird, dass während der Herstellung der Isolierung eine stoffschlüssige Verbindung zwischen dem ersten Isolationsmaterial und der Flachleiterschiene begünstigt wird. Insbesondere wenn man wiederum die Materialkombination aus einem Thermoplast und Aluminium hat, ist eine gewisse Temperierung der Flachleiterschiene erforderlich, um eine chemische Reaktion des thermoplastischen Isolationsmaterials mit der Aluminiumflachleiterschiene bzw. der Aluminiumoberfläche im Extrusionsprozess zu begünstigen und zu ermöglichen. Dadurch haftet das erste Isolationsmaterial besonders stark an der Flachleiterschiene an.

Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass an wenigstens einem vorgegebenen Kontaktierungsbereich der Flachleiterschiene ein Teil der aus dem zweiten Isolationsmaterial hergestellten Isolationsschicht, welche unmittelbar an der Flachleiterschiene angeordnet ist, entfernt und am freigelegten Kontaktierungsbereich ein Kontaktierungselement in Form einer Schraublasche, einer Steckzunge, eines Schraubbolzens oder eines Litzenleiters angebracht wird. Vor der Herstellung der Flachleitervorrichtung wird also zumindest ein Kontaktierungsbereich an der Oberfläche der Flachleiterschiene vorgegeben, wobei an dem Kontaktierungsbereich während der Herstellung der Isolierung sichergestellt wird, dass dort ausschließlich das zweite Isolationsmaterial aufextrudiert wird, welches zerstörungsfrei wieder von der Flachleiterschiene und vor allem auch rückstandsfrei entfernt werden kann, da es kaum oder gar nicht an der Flachleiterschiene anhaftet. Es können auch mehrere Kontaktierungsbereiche an der Oberfläche der Flachleiterschiene vorgegeben werden, wobei dies dann bei der Extrusion entsprechend berücksichtigt wird, sodass an den vorgegebenen Kontaktierungsbereichen auch nur das zweite Isolationsmaterial unmittelbar auf die Oberfläche der Flachleiterschiene aufextrudiert wird, damit diese Kontaktierungsbereiche bei Bedarf auf besonders einfache Weise wieder abisoliert werden können.

Die erfindungsgemäße Flachleitervorrichtung umfasst eine elektrisch leitende Flachleiterschiene und eine die Flachleiterschieine zumindest teilweise umgebende Isolierung, welche eine Isolationsschicht aus einem ersten Isolationsmaterial, das eine nicht zerstörungsfrei lösbare Verbindung mit einem ersten Oberflächenbereich der Flachleiterschiene bildet, und eine zweite Isolationsschicht aus einem zweiten Isolationsmaterial aufweist, das eine zerstörungsfrei lösbare Verbindung mit einem zweiten Oberflächenbereich der Flachleiterschiene bildet. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind als vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Flachleitervorrichtung anzusehen.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung und/oder in den Figuren genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sind dabei nicht nur in der angegebenen Kombination sondern auch in Alleinstellung oder auch in anderen Kombinationen untereinander verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.

Die Zeichnung zeigt in:

  • 1 eine Perspektivansicht einer ersten Ausführungsform einer Flachleitervorrichtung, welche eine Flachleiterschiene und eine diese ummantelnde Isolierung aufweist, welche aus einem an der Flachleiterschiene anhaftenden und aus einem an der Flachleiterschiene nicht anhaftenden Isolationsmaterial besteht, wobei die beiden Isolationsmaterialien auf Stoß aneinander anliegen;
  • 2 eine Perspektivansicht einer zweiten Ausführungsform der Flachleitervorrichtung, wobei die anhaftenden und nicht anhaftenden Isolationsmaterialien sich teilweise überlappen und jeweils konstante Wandstärken aufweisen;
  • 3 eine Perspektivansicht einer dritten Ausführungsform der Flachleitervorrichtung, wobei sich die anhaftenden und nichtanhaftenden Bereiche der Isolierung wiederum teilweise überlappen und zum Teil variierende Wandstärken aufweisen;
  • 4 eine Perspektivansicht einer vierten Ausführungsform der Flachleitervorrichtung, wobei sich wiederum die anhaftenden und nicht anhaftenden Bereiche der Isolierung teilweise überlappen und eine ähnliche Wandstärke aufweisen;
  • 5 eine Perspektivansicht einer fünften Ausführungsform der Flachleitervorrichtung, wobei einseitig auf einer Flachseite der Flachleiterschiene ein anhaftender Bereich der Isolierung hergestellt worden ist, wobei dieser mitsamt der restlichen Flachleiterschiene von dem nicht an der Flachleiterschiene anhaftenden Isolationsmaterial ummantelt ist;
  • 6 eine Perspektivansicht einer sechsten Ausführungsform der Flachleitervorrichtung, wobei wiederum an einer Flachseite und an den Schmalseiten ein anhaftender Bereich der Isolierung hergestellt worden ist, wobei der restliche Bereich von dem nichtanhaftenden Bereich der Isolierung ummantelt ist;
  • 7 eine Perspektivansicht einer siebten Ausführungsform der Flachleitervorrichtung, wobei eine obere und untere Flachseite der Flachleiterschiene mit dem anhaftenden Bereich der Isolierung versehen worden und diese Bereiche sowie die restliche Flachleiterschiene von dem nicht an der Flachleiterschiene anhaftenden Teil der Isolierung ummantelt sind;
  • 8 eine Perspektivansicht einer achten Ausführungsform der Flachleitervorrichtung, wobei die anhaftenden und nichtanhaftenden Bereiche der Isolierung unsymmetrisch an der Flachleiterschiene angebracht worden sind;
  • 9 eine Perspektivansicht der ersten Ausführungsform der Flachleitervorrichtung, wobei ein Teil der nicht an der Flachleiterschiene anhaftenden Isolierung entfernt worden ist;
  • 10 eine Perspektivansicht der fünften Ausführungsform der Flachleitervorrichtung, wobei wiederum ein nicht an der Flachleitervorrichtung anhaftender Teil der Isolierung teilweise entfernt worden ist;
  • 11 eine Perspektivansicht der dritten Ausführungsform der Flachleitervorrichtung, wobei wiederum die nicht an der Flachleiterschiene anhaftenden Bereiche der Isolierung teilweise entfernt worden sind; und in
  • 12 eine Perspektivansicht der siebten Ausführungsform der Flachleitervorrichtung, wobei an einer schmalen Längsseite der Flachleitervorrichtung ein Teil der nicht anhaftenden Isolierung entfernt worden ist.

In den Figuren werden gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

Eine erste Ausführungsform einer Flachleitervorrichtung 1 ist in einer schematischen Perspektivansicht in 1 gezeigt. Die Flachleitervorrichtung 1 umfasst eine aus Aluminium hergestellte Flachleiterschiene 2 mit einem rechteckigen Querschnitt. Die Flachleiterschiene 2 ist an ihren nicht näher bezeichneten oberen und unteren Flachseiten, also an ihren oberen und unteren Längsseiten, sowie an ihren seitlichen Längsseiten mit einer Isolierung 3 versehen. Die Isolierung 3 besteht aus einem ersten Isolationsmaterial 4 und einem zweiten Isolationsmaterial 5.

Das erste Isolationsmaterial 4 hat die Eigenschaft, dass es eine nicht zerstörungsfrei lösbare Verbindung in Form einer stoffschlüssigen Verbindung mit der Flachleiterschiene 2 eingegangen kann. Das zweite Isolationsmaterial haftet im Wesentlichen überhaupt nicht an der Flachleiterschiene 2 an, ist also wieder problemlos zerstörungs- und v.a. rückstandsfrei von der Flachleiterschiene 2 lösbar.

Die Isolierung 3 wird an der Flachleiterschiene 2 hergestellt, indem das erste Isolationsmaterial 4 und das zweite Isolationsmaterial 5 mittels eines hier nicht dargestellten Extrusionswerkzeugs in einem Co-Extrusionsverfahren auf die Flachleiterschiene 2 aufextrudiert werden. Wie zu erkennen, liegen die Isolationsmaterialien 4 und 5 jeweils auf Stoß in der Haupterstreckungsrichtung der Flachleitervorrichtung 1 aneinander an. Bei den weiteren, nachfolgend noch beschriebenen Ausführungsformen der Flachleitervorrichtung 1 wird die Isolierung 3 vorzugsweise ebenfalls mittels eines Co-Extrusionsverfahrens hergestellt.

Die beiden Isolationsmaterialien 4 und 5 sind vorzugsweise aus Thermoplasten oder thermoplastischen Elastomeren mit einer guten elektrischen Isolationseigenschaft und Flexibilität hergestellt. Beispielsweise können die Isolationsmaterialien 4, 5 aus Polyolefin, Polyamid, PVC, TPE oder vernetzendem PE hergestellt sein. Beispielsweise können die Isolationsmaterialien 4, 5 derart gewählt sein, dass sie untereinander bzw. miteinander, im vorliegenden Fall also an den Stoßstellen, eine stoffschlüssige Verbindung miteinander eingehen.

In 2 ist eine zweite Ausführungsform der Flachleitervorrichtung 1 in einer Perspektivansicht gezeigt. Im Gegensatz zur ersten Ausführungsform werden die aus dem ersten, stoffschlüssig anhaftenden Isolationsmaterial 4 hergestellten Bereiche der Isolierung 3 von dem zweiten Isolationsmaterial 5 ummantelt. Das zweite Isolationsmaterial 5, welches zumindest im Wesentlichen nicht an der Flachleiterschiene 2 anhaftet, überlappt also das anhaftende erste Isolationsmaterial 4. Die Isolierung 3 wird wiederum mittels eines Co-Extrusionsverfahrens hergestellt. In der vorliegenden Ausführungsform ergibt sich also eine kraftschlüssige und formschlüssige Verbindung zwischen dem ersten Isolationsmaterial 4 und dem zweiten Isolationsmaterial 5 der Isolierung 3. Zusätzlich ist es ebenfalls möglich, dass die beiden Isolationsmaterialien 4 und 5 im Zuge der Co-Extrusion untereinander eine stoffschlüssige Verbindung miteinander eingehen.

In 3 ist eine dritte Ausführungsform der Flachleitervorrichtung 1 in einer Perspektivansicht gezeigt.

An einer oberen und unteren nicht näher bezeichneten Flachseite der Flachleiterschiene 2 ist die Isolierung 3 aus dem zweiten Isolationsmaterial gebildet, welches zumindest im Wesentlichen nicht an der Flachleiterschiene 2 anhaftet. An den äußeren nicht näher bezeichneten Längsseiten besteht die Isolierung 3 bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel aus dem ersten Isolationsmaterial 4, welches sich im Zuge der Co-Extrusion stoffschlüssig mit der Flachleiterschiene 2 verbunden hat und dadurch besonders fest an dieser anhaftet. Wie zu erkennen, überlappen sich das erste Isolationsmaterial 4 und das zweite Isolationsmaterial 5 der Isolierung 3 teilweise, wobei die aus dem zweiten Isolationsmaterial 5 hergestellten Bereiche der Isolierung 3 keine konstante Wandstärke aufweisen.

In 4 ist eine vierte Ausführungsform der Flachleitervorrichtung 1 in einer Perspektivansicht gezeigt. Die hier gezeigte Ausführungsform und die in 3 gezeigte dritte Ausführungsform der Flachleitervorrichtung 1 unterscheiden sich nur dadurch, dass im vorliegend gezeigten Fall die Bereiche der Isolierung 3, welche aus dem nicht an der Flachleiterschiene 2 anhaftenden zweiten Isolationsmaterial 5 hergestellt sind, eine konstante Wandstärke aufweisen.

In 5 ist eine fünfte Ausführungsform der Flachleitervorrichtung 1 in einer Perspektivansicht gezeigt. Bei der vorliegenden Ausführungsform ist nur eine untere Flachseite der Flachleiterschiene 2 im Zuge der Co-Extrusion mit dem ersten Material 4 versehen worden, welches eine stoffschlüssige Verbindung mit der Flachleiterschiene 2 eingegangen ist. Der restliche Teil der Isolierung 3 wird durch das zweite Isolationsmaterial 5 gebildet, welches zumindest im Wesentlichen nicht an der Flachleiterschiene 2 anhaftet. Der Bereich der Isolierung 3, welcher durch das zweite Isolationsmaterial 5 gebildet wird, umgibt also die Flachleiterschiene 2 mitsamt dem ersten Isolationsmaterial 4 schlauchförmig.

In 6 ist eine sechste Ausführungsform der Flachleitervorrichtung 1 in einer Perspektivansicht gezeigt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die untere Flachseite der Flachleiterschiene 2 mit dem zweiten Isolationsmaterial 5 versehen worden, welches zumindest im Wesentlichen nicht an der Flachleiterschiene 2 anhaftet. Der restliche Teil der Isolierung 3 wird aus dem ersten Isolationsmaterial 4 gebildet, welche sich stoffschlüssig mit der Flachleiterschiene 2 verbunden hat. Wie zu erkennen, überlappen sich das erste Isolationsmaterial 4 und das zweite Isolationsmaterial 5 an den Stellen, wo diese aufeinandertreffen.

In 7 ist eine siebte Ausführungsform der Flachleitervorrichtung 1 in einer Perspektivansicht gezeigt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Flachleiterschiene 2 an ihrer oberen und unteren Flachseite mit dem ersten Isolationsmaterial 4 im Zuge der Co-Extrusion versehen worden, welches sich dadurch stoffschlüssig mit der Flachleiterschieine 2 verbunden hat. Der aus dem zweiten Isolationsmaterial 5 gebildete Teil der Isolierung 3 ummantelt die Flachleiterschiene 2 mitsamt den Bereichen der Isolierung 3, welche aus dem ersten Isolationsmaterial 4 gebildet werden. Dadurch können nur die schmalen Längsseiten der Flachleiterschiene 2 besonders einfach abisoliert werden, da dies die einzigen Bereiche an der Flachleiterschiene 2 sind, an welchen unmittelbar das zweite Isolationsmaterial 5 anliegt, welches im Wesentlichen nicht an der Flachleiterschiene 2 anhaftet.

In 8 ist eine achte Ausführungsform der Flachleitervorrichtung 1 in einer Perspektivansicht gezeigt. Im vorliegenden Fall wird die Isolierung 3 im Bereich einer äußeren Längskante sowie in einem relativ schmalen Streifen an der oberen Flachseite durch das erste Isolationsmaterial 4 gebildet, welches sich stoffschlüssig im Zuge der Co-Extrusion mit der Flachleiterschiene 2 verbunden hat. Der Teil der Isolierung 3, welcher aus dem zweiten Isolationsmaterial 5 hergestellt worden ist, welcher nicht an der Flachleiterschiene 2 anhaftet, ummantelt die obere und untere Flachseite sowie die schmalen Längsseiten der Flachleiterschiene 2 mitsamt den Bereichen der Isolierung 3, welche aus dem ersten Isolationsmaterial 4 hergestellt worden ist. Im vorliegenden Fall sind also die Bereiche aus den unterschiedlichen Isolationsmaterialien 4, 5 der Isolierung 3 unsymmetrisch an der Flachleiterschiene 2 hergestellt worden.

In 9 ist die erste Ausführungsform der Flachleitervorrichtung 1, welche in 1 bereits dargestellt worden ist, nochmals in einer Perspektivansicht gezeigt. In der vorliegenden Darstellung ist an einem vorgegebenen Kontaktierungsbereich 6 der Flachleiterschiene 2 ein Teil 7 der aus dem zweiten Isolationsmaterial 5 hergestellten Isolierung 3 entfernt worden. Da das zweite Isolationsmaterial 5 keine stoffschlüssige Verbindung mit der Flachleiterschiene 2 eingegangen ist und an dieser auch kaum oder gar nicht anhaftet, kann der Kontaktierungsbereich 6 auf besonders einfache Weise von der Isolierung 3 befreit werden. Der zu entfernende Teil 7 der Isolierung 3 muss beispielsweise nur rundherum eingeschnitten werden, wonach dieser Teil 7 der Isolierung 3, welcher aus dem zweiten Isolationsmaterial 5 besteht, ganz einfach von der Flachleiterschiene 2 entfernt werden kann.

In 10 ist die fünfte Ausführungsform der Flachleitervorrichtung 1, welche bereits in 5 gezeigt worden ist, in einer weiteren Perspektivansicht dargestellt. Wiederum wurde ein Teil 7 der zuvor hergestellten Isolierung 3 von einem vorgegebenen Kontaktierungsbereich 6 entfernt. Wie zu erkennen, wird die Isolierung 3 wiederum dort entfernt, wo diese aus dem zweiten nicht anhaftenden Isolationsmaterial 5 hergestellt worden ist.

In 11 ist die dritte Ausführungsform der Flachleitervorrichtung 1, welche bereits in 3 gezeigt worden ist, in einer weiteren Perspektivansicht gezeigt. Hier sind zwei gegenüberliegende Teile 7 der Isolierung 3, welche aus dem zweiten Isolationsmaterial 5 hergestellt worden sind, von entsprechend vorgegebenen Kontaktierungsbereichen 6 der Flachleiterschiene 2 entfernt worden.

Schließlich ist in 12 die siebte Ausführungsform der Flachleitervorrichtung 1, welche bereits in 7 gezeigt worden ist, in einer weiteren Perspektivansicht dargestellt. An einer schmalen, nicht näher bezeichneten Längsseite der Flachleitervorrichtung 1 wurde wiederum ein Teil 7 der aus dem zweiten Isolationsmaterial 5 hergestellten Isolierung 3 entfernt.

An den besagten Kontaktierungsbereichen 6, welche von der Isolierung 3 freigelegt worden sind, können beispielsweise Kontaktierungselemente in Form einer Schraublasche, einer Steckzunge, eines Schraubbolzens, eines Litzenleiters oder dergleichen angebracht werden.

Bezugszeichenliste

1
Flachleitervorrichtung
2
Flachleiterschiene
3
Isolierung
4
erstes Isolationsmaterial
5
zweites Isolationsmaterial
6
Kontaktierungsbereich
7
Teil